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	<title>African Paper &#187; Night On Earth</title>
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		<title>V.A.: 20 Years Of Night On Earth &#8211; Your Egotrip’s Nightmare</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2021 03:58:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Night On Earth]]></category>

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		<description><![CDATA[Musik, die mit Lärm und anderen atonalen Geräuschen arbeitet, kann ganz unterschiedliche Ziele verfolgen und auf verschiedenste Weise wahrgenommen werden. Sie kann eine Aura kraftvoller Selbstermächtigung haben oder eine düstere, resignative Ausstrahlung, und beides kann im Ergebnis sehr nah beieinander &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/08/07/v-a-20-years-of-night-on-earth-your-egotrip%e2%80%99s-nightmare/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/06/nightonearthcover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-26048" title="nightonearthcover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/06/nightonearthcover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Musik, die mit Lärm und anderen atonalen Geräuschen arbeitet, kann ganz unterschiedliche Ziele verfolgen und auf verschiedenste Weise wahrgenommen werden. Sie kann eine Aura kraftvoller Selbstermächtigung haben oder eine düstere, resignative Ausstrahlung, und beides kann im Ergebnis sehr nah beieinander liegen. Eric Desjeux, der unter dem Alias Tzii ebenso aktiv ist wie unter seinem eigenen Namen, scheint mit atonaler, destruktiv anmutender Musik etwas noch spezielleres zu verbinden, nämlich die Zerstörung allzu idealer und geradliniger Vorstellungen vom<span id="more-26046"></span> eigenen Selbst – die Musik als eine Art Diabolos, Durcheinanderbringer, der Unordnung in selbstsicher abgeschirmte Egotrips bringt, bis sich würdevolle Unsicherheit einstellt und im besten Fall neue, bewusstere Orientierungen entstehen.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Auch für sein Label Night on Earth, das er vor zwanzig Jahren als Veröffentlichungsorgan für sich und zum Teil befreundete Musiker ins Leben rief, scheint dieses Motto zu gelten, weshalb die vor wenigen Monaten erschienene Anniversary-Compilation auf zwei Doppel-LPs wohl den Untertitel „Your Egotrip’s Nightmare“ trägt. Auf dieser finden sich fast dreißig Beiträge von zahlreichen internationalen Künstlern, die ein breites Panorama schräger, niemals vorhersehbarer Klangkunst eröffnen.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Auch wenn die Vielgestaltigkeit der vertretenen Stücke beeindruckt, macht sich beim Rotieren doch der eine oder andere Schwerpunkt bemerkbar. Zumeist sind das an Film oder Hörspiel erinnernde Tableaus auf dem Fundament kollagenartiger Überblendungen, zum anderen ein deutlicher Hang zu archaisch anmutender Perkussion. Die findet sich gleich beim Opener der (nach Bruno Bettelheim benannten?) Refrigerator Mothers, bei der Saitenspiel eventuell auf der Oud mit aggressivem Flüstern und einer Handperkussion kombiniert wird, für die wohl auch der Resonanzkörper des Instruments verwendet wurde. Schwindelerregend geht es beim rituell pulsierenden Stück von Sikhara mit Paul Beauchamp zu. Metallener in vielfältigen klanglichen Variationen geht es zu bei dem sanften und zugleich kantigen Track von Raffaele Cerronis Projekt Microloop. Thar Mapsal Program lassen dieses Pulsierende inmitten verwehter Chorgesänge ertönen, bei Perchten Scyla kontrastiert rituelles Rumpeln mit schönen, hochtönenden Streichern, Excess of Fat holen dies auf den Boden einer atonalen Wirklichkeit zurück. Elektronischer, looplastiger das ganze dann bei Jealousy Party und dem dystopisch klingenden Track von The Radar Thread.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Dieses Düstere findet sich auch in der schleppenden, von grummelnden Vocals durchzogenen Schwere von Officium und in einer Reihe von eher ambienten Beiträgen u.a. von NuR, Moineau Écarlate, den rhythischer ausgerichteten und mit einer grandiosen Patina arbeitenden Âme De Boue sowie Ripit. Näher noch an post-industriellen Hörgewohnheiten sind der Track von Contagious Orgasm, bei dem Verladegerumpel auf die Fata Morgana einer Melodie trifft, und das düstere „Western Gas“ von Gamaboy, der (die Illusion von?) Bläsersounds einbaut. Purer Lärm hat ebenso seinen Platz, am Prominentesten beim schrillen Feedback der Indonesier von Indra Menus. Ähnlich konfrontativ der brachial prasselnde und in sanfte(re)s Summen übergehende Noise von Cham und erst recht die Krachkarambolage in der Kollaboration zwischen Flutwacht und dem French Industrial Orkestra.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Das Gros der restlichen Beiträge fällt in den im Soundart-Kosmos etwas inflationär benannten, aber letztlich nicht minder interessanten Bereich der an Hörspiele erinnernden Klangkombinationen. Catherine Danger mit ihrer verspielten Elektronik und Kurator Tzii selbst mit seinen verfremdeten Sprachsamples über glitschig flirrenden Hochtönern zählt ebenso dazu wie das zum Teil schmerzhafte Gemenge inklusive Publikumsgeräusche von Paul Grémare. Manche Beiträge beeindrucken durch die innere Vielfalt ihrer teilweise episodischen Narrative, so z.B. Johnny Haway, der klimpernde Saiten, Liturgisches und Lärm zusammenbringt, ohne allzu stark auf Kontrastwirkungen zu setzen. Fast in Smooth Jazz-Gefilde mit verwehtem Klavier und Sax gehen Dissonant. Venimeuses verknüpfen eine leicht svankmejereske Vintage-Elektronik mit folkigem Gesang, Rinus van Alebeek ruft mit subtilen und brachialen Fundstücken von alten Tapes zum Kampf auf („Let&#8217;s Make War“). Von grooviger Jahrmarktsatmosphäre bis zu Ska-Takten sorgen die Solar Skeletons für Kurzweil, und die Catastrophic Mermaids on Parade und die Master Musicians of Hop-Frog – zwei personell verwandte Acts – wissen ebenfalls zu unterhalten mit einer Kollage an Fragmenten und einer Interpretation des König Heinrich VIII zugeschriebenen „Greensleeves“. Wer den Song einzig aus einer alten Joghurt-Werbung kennt, sollte sich auf eine wohlfühlfreie, surreale Version gefasst machen.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Schräger Humor, gewagte Soundkollagen, vornehmes Understatement und Einflüsse aus unterschiedlichsten Regionen von Belgien über das Rom Cerronis bis in die urbanen Labyrinthe von Jakarta und anderen östlichen Metropolen – Night on Earth zeigt hier auf musikalisch mehr als ansprechendem Niveau, das sie immer für alles standen, das an den meisten Orten zu kurz kommt und Medien wie dem unseren ihr Raison d&#8217;Etre gibt. Ich bin sicher, dass das so bleibt. (U.S.)</span></p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Label: <a href="http://nightonearth.info/">Night on Earth</a></strong></span></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=169084954/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TZII: The Black Pile</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2014 08:18:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn jemand ein Album nach einem schwarzen Haufen oder einer schwarzen Deponie benennt, klingt das erst einmal nicht gut, und genauso ist es von dem belgischen Sound- und Multimedia-Künstler, der sich Tzii nennt, auch gemeint. The Black Pile – das &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/11/22/tzii-the-black-pile/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/tziitheblackpile.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-9596" title="tziitheblackpile" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/tziitheblackpile.jpg" alt="" width="150" height="212" /></a>Wenn jemand ein Album nach einem schwarzen Haufen oder einer schwarzen Deponie benennt, klingt das erst einmal nicht gut, und genauso ist es von dem belgischen Sound- und Multimedia-Künstler, der sich Tzii nennt, auch gemeint. The Black Pile – das ist der Schrotthaufen, auf dem sich all der Unrat ansammelt, den der Mensch über Jahr und Tag konsumiert hat, um zu werden, was er zu sein glaubt – ein Individuum. Es ist nicht das erste Mal, dass der Musiker sich diesem Thema widmet und seine Konsumkritik mit der Entmythologisierung eines modernen Fetischs, der individuellen Freiheit, kombiniert. Vor einigen Jahren erschien seine EP „Indiviualism“, von der man „The Black Pile“ als eine Art Fortführung verstehen kann. Dass die<span id="more-9595"></span> Illusionsdurchbrechung weniger didaktisch, sondern in Form eines initiatischen Rituals daherkommt, macht das Konzept äußerst spannend.</p>
<p>Ziemlich unvermittelt wird der Hörer gleich zu Beginn in eine dunkle Parallelwelt geworfen, die mit ihrem geheimnisvollen Heulen, das mal an eine singende Säge, mal an seltsame Tiere der Nacht erinnert, wie ein nächtlicher Urwald anmutet. Als Wegweiser und Fahrschein in dieses Nachtreich fungiert lediglich ein fast schon hysterisches Sample, in welchem eine amerikanische Stimme über den Konstruktcharakter jeder Weltdeutung belehrt. Klingt die Polemik des Sprechers weniger treffend, wenn man weiß, dass er Jim Jones heißt? Nicht nur dadurch, sondern auch durch den weitgehend digitalen Charakter der filigranen Klänge, erweckt die Szenerie immer mehr den Eindruck eines künstlichen Ortes, der an die dunklen, unterirdischen Gärten Baudelaires und Georges mit ihrer leblosen Vegetation erinnern mag. Orte, an denen man alle Geschäftigkeit hinter sich lässt und zu einer fast schon brutalen Ruhe kommen muss.</p>
<p>Die repetitive Struktur der digitalen Lemurengesänge und das immer wiederkehrende metallene Rattern und Rasseln im Untergrund lassen jede vulgäre Zeit vergessen und stimmen den Hörer meditativ ein auf all die folgenden Epuptionen, die sich nach dieser relativen Statik fast unerwartet ereignen und sich in rauschender und dröhnender Schwere bis zum vulkanartigen Höhepunkt steigern. Der Fluss der Klänge stockt dabei allerdings nie, selbst beim chaotischen Abklang, wenn sich alles im hektischen Stimmengebell und durcheinandergewirbelten Klangschutt verliert. Bei weniger ritualaffinen Geistern wäre wohl schlicht Postrock oder Dronemetal daraus geworden.</p>
<p>Zum Abspann meldet sich dann auch die gesamplete Stimme noch einmal, um dem selbstzufriedenen, seinen permanenten Ausnahmezustand zur Norm verunklärenden Konsumsklaven die Luft aus seinen Illusionen zu lassen. Nun gilt Jonestown freilich als Exempel für das Scheitern übers Knie gebrochener Heterotopien. Auf „The Black Pile“ mag all dies als kleine Bruchstelle fungieren, die Tziis kritische Illusionszerstörung davor bewahrt, selbst wieder Illusion zu schaffen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></strong></p>
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