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	<title>African Paper &#187; Ohnesorg</title>
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		<title>NIKOLAS SCHRECK: The Illusionist</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Feb 2022 06:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/03/nikolasschrecktheillusionist.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-20401" title="nikolasschrecktheillusionist" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/03/nikolasschrecktheillusionist-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nikolas Schreck ist ein nur schwer greifbares Phänomen, und ich vermute, dass jeder, der einmal auf ihn, seine Musik und seine Schriften gestoßen ist, ein anderes Bild von ihm hat. Schreck arbeitet als buddhistischer Lehrer und verfügt auf dem Gebiet über eine jahrelange Praxis. Wer ihn über die Musik kennt, assoziiert diese meist mit dem frühen Death Rock von Radio Werewolf oder mit der eher rituell ausgerichteten Musik, wie man sie aus der zweiten Phase dieser Band kennt. <span id="more-20400"></span>Andere wissen um frühere okkulte Aktivitäten, die Schreck im Zuge seiner spirituellen Suche hinter sich gelassen hat, doch das Internet freilich, in dem die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen herrscht, vergisst nichts so gerne wie die Chronologie von Ereignissen.</p>
<p>Auf dem vor einigen Jahren erschienenen Album „The Illusionist“ mögen all diese Dinge ihren Platz haben, doch lernt man hier eine Seite kennen, die viel zu oft übersehen wird. In ihr trifft klassisches Croonertum auf den Vibe des alten Hollywood, Cartoon auf Revue und Rhythm and Blues auf Swing &#8211; eine Mixtur, zu der ein Figurenensemble aus dekadenten Antihelden und verführerischen Vamps tanzt, wobei letztere, wie es sich gehört, die Macht haben. Wer das vor rund sechs Jahren erschienene Debüt seiner Band Kingdom of Heaven schätzte, der ahnt wahrscheinlich schon, auch hier auf seine Kosten zu kommen, doch „The Illusionist“ ist v.a. vom Sound her ein weitaus erdigeres, ungezuckertes Werk.</p>
<p>Ein gemeinsames Motiv, das in vielen der einzelnen Songs anklingt, ist das der Reise, des Aufbrechens zu neuen Ufern und in bessere Sphären, mögen diese in den Weiten des von attraktiven Heldinnen bevölkerten Weltraums liegen oder in einem märchenhaften Orient. Die Reise aber auch als von Angst durchdrungenes Katz und Maus-Duell zwischen Jägern und Gejagten. Statik, kurz gesagt, ist „The Illusionist“ fremd. Der Iran, in den die Reise im eröffnenden „Gone to Persia“ geht, erinnert wenig an das Schreckgespenst (no pun intended) eines neokonservativen Kulturkampefs, sondern an den klassischen Mythos eines sinnenfrohen Orients, der seit Beginn der Moderne die eskapistischen Illusionen beflügelt hat. Durch das Scott Walker-Pathos des evokativen Gesangs, die ekstatischen Drumwirbel Heathen Rays, die groovenden Saiten der Bassistin Ohnesorg und die wabernden Synthies von Winfried Strauss entsteht ohne weitere Substanzen eine psychedelisch anmutende Parallelwelt voller Theatralik. „Fly nonstop to the edge of your mind“ heißt das Motto der Grenzerfahrung in gefährlicher Nähe der Assassinenburg Alamut, die ihrer Zerstörung durch die größten Bilderstürmer der Geschichte, die mongolischen Horden des 13. Jahrhunderts, noch harrt.</p>
<p>Im Space-Pop des schon als EP erschienenen „Futura Model“ nimmt uns der Protagonist erneut mit auf die Reise, diesmal auf ein Weltraumabenteuer, doch hier ist auch er nur der (allzugern) Entführte einer interstellaren Femme Fatale. In „Underworld“ dagegen verfolgt der Hörer heimlich mit versteckter Kamera die Flucht einer diffus bleibenden Figur, die – zurecht oder zu Unrecht gehetzt durch Schlagzeilen und Fahndungsfotos – durch die USA flüchtet und letztlich in der Obskurität verschwindet. Einige dieser Songs wirken wie aus dem Medium gefallene Comic Strips. Mit viel cartoonesker Dramatik erzählt „Hideous Thing“ die Geschichte eines großen Empfangs der Schönen und Mächtigen in einer Villa wie der in Bunuels Würgeengel, wo ein Orchester erhabene Musik spielt und luxuriöse Düfte in der Luft liegen. Irgendjemand allerdings hat eine dämonische Entität mit Stachel, Klauen und einem grinsenden Schädel eingeladen, die das ganze Szenario vom spitzen Kopf auf die Pferdefüße stellt.</p>
<p>Im Vergleich zu solchen Räuberpistolen wirkt das geheimnisvolle „Lord Suthek&#8217;s Dream“ &#8211; man beachte die Initialen, v.a. weil auch der Name Leary im Text auftaucht – mit seinen Cembaloklängen wie ein verspieltes Jugendstilgemälde, das eine verschlüsselte Botschaft des Ägyptischen Gottes Seth enthält. Zurück auf den Boden des Hier und Jetzt holt einen das beschwingt-abgeklärte Cabaret-Stück „Mean Old Word“, zu dessen Ruhm bereits Sam Cooke und Nina Hagen beigetragen haben – ein letzter trunkener Tanz angesichts einer verdorbenen Welt, bevor der Schlusstrack mit Vinylknistern und einigen Reflexionen zum Verhältnis von Illusion und Realität einen würdigen Abspann bildet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Records Ad Nauseam</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2725205866/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>NIKOLAS SCHRECK: The Futura Model EP</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Nov 2017 09:18:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Radio Werewolf]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Nikolas Schreck, der sich nach dem Ende von Radio Werewolf zunächst anderen Aktivitäten widmete, gab es in den letzten Jahren einige musikalische Lebenszeichen. Da waren Konzerte in verschiedenen Konstellationen und mit unterschiedlicher Songauswahl sowie ein gelungenes Album mit seiner &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/11/18/nikolas-schreck-the-futura-model-ep/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/nikolasschreckthefuturamodel.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14437" title="nikolasschreckthefuturamodel" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/nikolasschreckthefuturamodel-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Von Nikolas Schreck, der sich nach dem Ende von Radio Werewolf zunächst anderen Aktivitäten widmete, gab es in den letzten Jahren einige musikalische Lebenszeichen. Da waren Konzerte in verschiedenen Konstellationen und mit unterschiedlicher Songauswahl sowie ein gelungenes Album mit seiner Band <a href="http://africanpaper.com/2015/07/25/kingdom-of-heaven-xxiii/">Kingdom of Heaven</a>. Von einem Solowerk ist seit längerem der Rede, auf dem letzten Epicurean Escapism-Festival und <a href="http://africanpaper.com/2016/07/23/v-a-epicurean-escapism-iii/">der dazu gehörenden Compilation</a> gab es mit „Lord Sutekh’s Dream“ schon einen Song als Vorgeschmack. Mit der EP „The Futura Model“ ist nun ein weiteres Stück in drei Versionen erschienen.<span id="more-14436"></span></p>
<p>Wer Schreck nur von Radio Werewolf her kennt, verortet den Musiker eventuell im Spannungsfeld zwischen Death Rock einer dunklen, proklamatorischen Form der Ritualmusik. Das ist fraglos eine Komponente in Schrecks Stilrepertoire, allerdings eine einengende, die auf bestimmte Zeiträume in seiner Vergangenheit fokussiert ist. Schon bei Kingdom of Heaven konnte man einen Eindruck von Schrecks vielfältigen Interessen quer durch die Geschichte klassischer Popkultur bekommen: Progrock und Gospel, Rhythm and Blues und klassisches Crooner-Entertainment, Superhelden und dubiose Menschenfischer, und allem voran das ewig Weibliche im Spiegel der unterschiedlichsten Mythen.</p>
<p>An einiges aus dieser Mixtur knüpft auch „The Futura Model“ an, auch wenn es von Sound her deutliche Unterschiede gibt: Kein Schreck-Song der Vergangenheit groovte derart, z.T. liegt das sicher auch daran, dass mit Heathen Rae ein echter Drummer mit an Bord ist, darüber hinaus wirken die aufgeweckten Takte, die repetitiven Bassläufe, die coolen, scifi-artigen Synthies und Schrecks Gesang aber auch wie für einander geschaffen. Dank elektronischer Bearbeitung gerät das Klangbild zwar weniger organisch als auf den letzten Konzerten, dafür bekommt das Stück Psych Pop einen nerdig-coolen, retrofuturistischen Touch.</p>
<p>Auch hier wieder im Zentrum der Archetyp des Weiblichen, der in all seiner verführerischen Macht als Femme Fatale, aber ohne den für diesen Mythos üblichen verkappten Frauenhass lebendig wird &#8211; im Gegenteil: das erotische Charisma der Verführerin verwandelt den Helden erst in die bessere Version seiner selbst: Eine schöne Heldin aus einer fernen Galaxie umgarnt den Sänger mit Hilfe seines Lieblingsmediums, des Radios, und spielt ihm die neusten Hits vom Planeten Aldebaran vor, doch statt ihn nach der erfolgreichen Verführung mit an Bord zu nehmen und von den viel zu vielen Menschen zu befreien, lässt „La Belle Dame Sans Merci“ den Mann schmachtend zurück. Doch wer immer dieses lyrische Ich ist &#8211; ein schwach gewordener Superheld oder ein intergalaktischer man of feeling &#8211; irgendwie scheint der kurze fatale Flirt ihm Esprit eingehaucht, ja ihn regelrecht transformiert zu haben. Anderenfalls wäre „The Futura Model“ auch nicht so heiter und groovig, und auch die Zeile &#8220;My rocket rises ever higher&#8221;, die sicher schon dem alten Freud gefallen hätte, klingt alles andere als deprimiert.</p>
<p>Einziger Wermutstropfen ist, dass die beiden ersten der drei Versionen sich schon ziemlich stark ähneln. Bei der „Parallel Universe Version“ gibt es ein paar zusätzliche futuristische Spielereien und insgesamt einen größeren Hang zu weiten, verhallten Räumen, aber das sind kleine Variationen, und ich gebe dennoch dem etwas satteren Original den Vorzug. Die „Late Night Supernova Version“ dagegen ist weniger Rock, mehr Soundkulisse mit Lounge-Feeling, insgesamt synthetischer und verspielter und somit reich ein netten Ideen.</p>
<p>Wer die schrecktypische Mischung goutiert, sollte durch den Song angefixt sein und dem Album, das wohl am entstehen ist, entsprechend entgegenfiebern &#8211; wenn man bedenkt, wie unterschiedlich &#8220;The Futura Model&#8221; und das komplexe und zugleich versponnene &#8220;Lord Sutekh’s Dream&#8221; sind, kann man sich jedenfalls auf eine gewisse Bandbreite freuen. Ähnlich wie Kingdom of Heaven scheinen die Soloarbeiten jedenfalls an die schmissigen, von einem Schuss Rock&#8217;n'Roll durchtränkten Ur-Radio Werewolf der 80er anzuknüpfen, was ich sehr begrüße. Die reguläre Edition der einseitig bespielten 12&#8221; ist in 222er Auflage erschienen, eine ultralimitierte Liebhaberedition enthält u.a. noch ein signiertes Poster. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://epicureanescapism.bandcamp.com/">The Epicurean</a></strong></p>
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