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	<title>African Paper &#187; Ov Pain</title>
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		<title>Es ist alles Spiel. Was könnte es sonst sein? Ein Interview mit Ov Pain</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2026 05:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ov Pain]]></category>

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		<description><![CDATA[Ov Pain gehören seit rund einem Jahrzehnt zu den beständigsten, aber zugleich wandelbarsten Projekten der an den interessanten Seitenpfaden angesiedelten Musikszenen auf der anderen Seite des Erdballs. Das aus Neuseeland stammende und heute in Australien lebende Duo aus Renee Barrance &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/01/31/es-ist-alles-spiel-was-konnte-es-sonst-sein-ein-interview-mit-ov-pain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op2.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49183" title="op2" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><strong data-start="237" data-end="529">Ov Pain gehören seit rund einem Jahrzehnt zu den beständigsten, aber zugleich wandelbarsten Projekten der an den interessanten Seitenpfaden angesiedelten Musikszenen auf der anderen Seite des Erdballs. Das aus Neuseeland stammende und heute in Australien lebende Duo aus Renee Barrance und Tim Player verbindet Elemente aus Post-Punk, Drone und verschiedenen experimentierfreudigen Ansätzen zu einem Sound, der <span id="more-49171"></span>gleichermaßen körperlich wie fragil wirkt. Nach den etwas düsteren Arbeiten des Frühwerks zeigt ihr neues Album &#8220;Free Time&#8221; eine passenderweise freiere und somit offener atmende Herangehensweise, die dennoch nie ins Beliebige kippt. Entstanden ist die Platte weitgehend in improvisierten Sessions, die nur behutsam nachbearbeitet wurden und dadurch eine besondere Unmittelbarkeit ausstrahlen. Inhaltlich bewegt sich &#8220;Free Time&#8221; zwischen Aufruhr und Klarheit, zwischen innerer Spannung und einer fast meditativen Ruhe, ohne diese Gegensätze zu begradigen. Dass die Musik auf dem Land der indigenen Wurundjeri Woi-wurrung und Bunurong Boon Wurrung entstand, spiegelt sich zudem in der achtsamen Haltung des Duos gegenüber Ort, Klang und Gemeinschaft. Über diese und einige andere Themen sprachen wir vor kurzem mit der Band.</strong></p>
<p data-start="237" data-end="529"><strong><a title="It’s all play. I mean, what else could it be. An interview with Ov Pain" href="https://africanpaper.com/2026/01/31/it%e2%80%99s-all-play-i-mean-what-else-could-it-be-an-interview-with-ov-pain/">English Version</a></strong></p>
<p data-start="237" data-end="529"><strong data-start="237" data-end="529"><em data-start="239" data-end="527"></em></strong></p>
<p data-start="315" data-end="586"><em><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Euer neues Album heißt „Free Time“ und klingt trotz (oder vielleicht gerade wegen) seiner Spontaneität sehr fokussiert. Wie habt ihr während der Aufnahmen die Balance zwischen improvisatorischer Offenheit und der für eure Musik so typischen strukturellen Strenge gefunden?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Nach zehn Jahren gemeinsamen Musizierens entsteht beim Improvisieren oft eine natürliche Verschmelzung. Songartige Strukturen tauchen häufig ganz von selbst auf. Zumindest ist das so, wenn wir gut drauf sind, in einem Flow-Zustand, in dem wir konzentriert sind, einander aufmerksam zuhören und ganz im Moment leben. In </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> dieser guten Stimmung haben wir den Großteil des Albums innerhalb weniger Tage in unserer gemeinsamen Freizeit aufgenommen. Einige Stücke sind Auszüge aus längeren Jamsessions, die wir anschließend mit Ableton leicht bearbeitet haben. Es klingt roh und gibt einen Eindruck davon, wie wir live klingen.</span></span></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wir haben von Anfang an Wert auf Offenheit gelegt. Struktur und Form kamen erst später. Bevor wir mit der Session begannen, beschlossen wir, auf konventionelle Beats zu verzichten, wir wollten unbedingt weg vom Raster. Wir hatten uns schon bis zum Erbrechen mit Beats beschäftigt. Dadurch verlagerte sich der Fokus auf etwas Fließenderes, frei von zeitlichen Beschränkungen. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Diese Entscheidung zu Beginn ermöglichte es uns, uns auf die Textur der wenigen verwendeten Klänge zu konzentrieren. Wir konnten uns so auf die dem Klang innewohnende, zeitbasierte Qualität konzentrieren, was vielleicht seltsam klingt, aber im Grunde genommen das Wesentliche ist. Musik zu machen, bei der der Fokus über einen längeren Zeitraum auf einer kleinen Gruppe von Stimmen liegt, bewirkt in meinem Gehirn ziemlich interessante Dinge. Zeitlichkeit, Klangfarbe, Ton und Ort werden seltsam, alles wird problematisiert. Je länger man das macht, desto größer wird die Desorientierung. Ich bin ein Fan von Desorientierung, das wird jeder, der mich gut kennt, bestätigen.  </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">In einem älteren Interview erwähntet ihr, dass euer erstes gemeinsames Studio im Grunde ein halbleerer Raum ohne jeglichen Komfort war, fast eine Art Zwischenraum. Hat dieser provisorische, fast asketische Anfang etwas geprägt, das in eurer Musik bis heute nachklingt?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Das Studio, das du erwähnst, war unser Proberaum und Tims Wohnung in Otepoti/Dunedin. Tim hatte einen Gewerbemietvertrag für einen spartanisch eingerichteten Zwei-Zimmer-Raum über ein paar Läden, in dem er auch wohnte. Damals waren solche Räume bezahlbar und prägten die Musik- und Kunstszene. Sie dienten Künstlern nicht nur als Ateliers, sondern auch als alternative Auftrittsorte. Ich war erst Anfang des Jahres nach Otepoti/Dunedin gezogen und wohnte in einem Künstleratelier namens None Gallery. Das war eine riesige ehemalige Pharmafabrik, die später ein Stripclub und dann die None Gallery wurde. Sie lag in dem Viertel, das man das „Bermuda-Dreieck“ der Stadt nannte. Es war definitiv unheimlich. None war ein Zentrum für Livemusik, insbesondere für Noise. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Ich denke, dieser asketische Anfang prägt uns immer noch. Wir machen Musik an Orten, die wir uns leisten können. Über die Jahre hatten wir unzählige Selfstorage-Studios, die zwar ihre Vorteile haben, aber aus akustischer Sicht wirklich katastrophal sind.</span></span></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Unser erstes Studio war in Otepoti/Dunedin. Es war ein großer Raum, der früher ein Tanzstudio gewesen war: Spiegel, Bars, Dielenboden aus einheimischem Holz. Er hatte riesige Fenster mit Blick auf ein Stahlwerk, das Tag und Nacht in Betrieb war. Das Werk war eine Quelle der Unterhaltung und Inspiration … grelles Licht, Flammen, Öfen und natürlich all die Fabrikgeräusche, die in der riesigen Halle widerhallten. Typisch industriell. Trotzdem war das Leben dort spartanisch. Kein warmes Wasser, keine Küche, keine Dusche, zwei Waschbecken mit Kaltwasserhahn und eine Toilette. Aber es war billig, und billig zu sein bedeutete, dass wir nicht viel arbeiten mussten, um uns über Wasser zu halten. Wir hatten damals eine gesunde Abneigung gegen übermäßige Arbeit. Was mich betrifft, hat sich vielleicht nicht viel geändert. „Askese“ ist vielleicht etwas übertrieben. Die damit verbundene Disziplin unterschied sich nicht wesentlich von der vieler anderer Orte, an denen wir zuvor gelebt hatten. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Es gehört zu unserem Leben, dass wir nicht von jedem neuen technischen Gerät besessen sind. Man könnte sagen, wir kommen mit dem aus, was wir haben. In Otepoti/Dunedin und ganz Aotearoa/Neuseeland ist diese Kultur stark ausgeprägt, womöglich sogar stärker als beispielsweise in Naarm/Melbourne. Was die Kunst betrifft, habe ich immer gedacht, dass viel Geld eine Last ist, etwas, das dem Ausdruck und dem künstlerischen Querdenken im Wege steht, das ein Werk überhaupt erst fesselnd macht. Der Umfang ist mir immer wichtig. Projekte, die mit großem Geldaufwand realisiert werden, wirken auf mich fast immer gekünstelt, wie ein weiteres fragwürdiges Spektakel. Mir fallen viel mehr Beispiele von Künstlern ein, die mit minimalen Mitteln Großartiges leisten, als umgekehrt. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Um also Ihre Frage zu beantworten: Ist dieser provisorische, fast asketische Anfang in unserer Musik noch spürbar? Ich würde sagen: Ja. Unsere Ansichten haben sich nicht wesentlich verändert. Wir misstrauen dem Geld nach wie vor, ganz sicher. Die Logik der Kunst und die Logik des Kapitals sind gegensätzlich. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/image.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49184" title="image" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/image.jpeg" alt="" width="5628" height="2547" /></a></span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Der Titel „Free Time“ lässt sich, zumindest für Deutsche und vielleicht auch für andere Nicht-Muttersprachler des Englischen, auf zwei Arten interpretieren: Er kann sich auf Freizeit beziehen, aber auch auf den musikalischen Begriff der freien Zeit im Sinne von freiem musikalischem Rhythmus. Welche Bedeutung war für euch zentral, oder war diese Überschneidung beabsichtigt?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Die Hauptbedeutung ist Freizeit, obwohl ich auch die Überschneidungen mit den anderen von dir genannten Bedeutungen sehr schätze. Freizeit ist so wichtig, und Musik ist eine der Möglichkeiten, wie Tim und ich unsere Freizeit am liebsten gemeinsam verbringen. Diese kreative Arbeit gibt mir Kraft und Freude, und manchmal ist sie befreiend, manchmal beglückend, manchmal ruhig, manchmal turbulent.</span></span></p>
<p data-start="315" data-end="586"><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Für einen englischen Muttersprachler wären beide Bedeutungen ebenfalls gültig. Für mich ist keine von beiden primär. Das heißt, ja, sie überschneiden sich. Diese Überschneidung verleiht dem Titel wohl einen Eindruck von Bewegung.  </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">„Free Time“ wurde offenbar größtenteils live und ohne Nachbearbeitung aufgenommen. Welche Rolle spielt für euch die Unmittelbarkeit, das Unkorrigierte (auch im Hinblick auf Authentizität und Verletzlichkeit des Klangs)?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> „Free Time“ ist eine Zusammenstellung von Ausschnitten aus einem viel größeren Werk. Die Anpassungen, die wir mit Ableton vorgenommen haben, waren minimal. Manche Passagen wurden gar nicht bearbeitet. Bei einer Live-Performance, in der man komplett improvisiert, hat man diesen Luxus natürlich nicht. Ich denke, die Unmittelbarkeit der improvisatorischen Elemente in unserer Musik ist ein wesentlicher Bestandteil, der sie für uns interessant hält. Es ist wie eine ständige Herausforderung, live zu spielen. Es fühlt sich spontaner und unmittelbarer an, so zu spielen. Es ist eine Herausforderung, es gut zu machen, und genau das gefällt uns beiden daran. Das Element des Zufalls und der Synchronizität haucht dem Erlebnis immer wieder neues Leben ein.  </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wie Renee schon sagte, gab es Nachbearbeitung. Es wäre gelogen, das zu leugnen. Aber sie war subtil. Wir haben keine Automatisierung verwendet, und es ist in Mono. Offensichtlich schwingt in dieser Entscheidung eine gewisse Ablehnung mit. „Unmittelbarkeit“ und „das Unkorrigierte“ scheinen mir eng miteinander verbunden zu sein. Es geht um mehr, als einfach nur Fehler drin zu lassen, um es provokant wirken zu lassen. Es ist eher eine Verschiebung in der Wahrnehmung des fertigen Produkts. Im Fall von „Free Time“ sehen wir es als ein Dokument, das uns beide in einer guten kreativen Phase festhält. Dass das fertige Dokument einige Unvollkommenheiten aufweist, ist nebensächlich. „Spiel“ ist im Ganzen implizit. Es ist alles Spiel. Ich meine, was sollte es sonst sein? Soweit ich weiß, hat uns kein Manager etwas anderes erzählt.  </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3427243199/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Im Zusammenhang mit dem Album erwähnt ihr die traditionellen Landzugehörigkeiten der Wurundjeri Woi Wurrung und Bunurong Boon Wurrung. Könnt ihr unseren Lesern etwas über diese ethnischen Gruppen erzählen? Besteht ein thematischer Bezug zwischen diesem Bezug und euren Arbeitsmethoden sowie eurer Haltung zur Umwelt, zu dem Ort, an dem die Musik entsteht?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wir anerkennen, dass unsere Musik auf dem Land der Wurundjeri Woi-wurrung und Bunurong Boon Wurrung, einem Volk der Kulin-Nationen, entstanden ist und zollen ihren Ältesten, sowohl den verstorbenen als auch den lebenden, unseren Respekt. Diese Völker leben seit Jahrtausenden in Naarm/Melbourne. Wir halten es für wichtig anzuerkennen, dass dieses wunderschöne, lebensspendende Land, auf dem wir leben, das gestohlene Land der indigenen Bevölkerung ist und ihre </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Souveränität niemals abgetreten wurde. Die Kolonisierung hier im sogenannten Australien hatte katastrophale Auswirkungen auf die Aborigines und die Umwelt. Die indigene Bevölkerung und ihre Verbindung zu ihrem Land, ihren Gewässern, ihren Vorfahren, der Vergangenheit und der Zukunft, wurzeln in Nachhaltigkeit und heiligen Glaubensvorstellungen und Praktiken, die auch die nicht-menschliche Welt ehren.</span></span></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Da wir auf gestohlenem Land leben, halten wir es für unerlässlich, dies anzuerkennen. In unseren Kreisen ist es üblich, eine solche Anerkennung auf einem Plattencover zu platzieren oder vor einem Live-Auftritt zu geben. Sie stellt ein Angebot für eine mögliche Allianz zwischen unserer Position als Künstler und der der Wurundjeri Woi-wurrung und Bunurong Boon Wurrung, Völkern der Kulin-Nationen, dar.   </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">In „The Churning Blue of Noon“ klang vieles nach einem Konflikt zwischen Zerstörung und Schönheit, zwischen Erhabenheit und Desillusionierung. Habt ihr diese Spannung bewusst fortgeführt, oder war „Free Time“ euer Versuch, solche Widersprüche aufzulösen?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renée:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Ich glaube, diese Spannung ist bei Free Time immer noch sehr präsent. Sie ist charakteristisch für unsere Arbeit. Ich versuche, die Welt um mich herum in meiner Musik widerzuspiegeln. Im Verfall liegt Schönheit, der Tod ist ein natürlicher Teil des Lebenszyklus, und Erhabenheit und Ernüchterung existieren nebeneinander. Ich habe kein Bedürfnis, diese Widersprüche aufzulösen. Kann das eine überhaupt ohne das andere existieren?</span></span></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Widersprüche, Spannungen, Feindseligkeiten … das sind keine Dinge, die wir auflösen wollen. Im Gegenteil, wir wollen sie eher noch verschärfen. Man soll zwar niemals nie sagen, aber es ist schwer, sich eine rein positive Ov-Pain-Erfahrung vorzustellen. Genauso wenig wie eine rein destruktive. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op5.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49185" title="op5" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op5.jpeg" alt="" width="2954" height="2954" /></a></span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Euer neues Album wurde über das Label A Guide To Saints, ein Sublabel von Room40, veröffentlicht. Wie kam der Kontakt zustande und was reizt euch an eurem neuen Label?</span></span></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><strong data-start="315" data-end="586"> </strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wir haben Lawrence English für das Mastering von „Free Time“ angefragt, da die Zusammenarbeit mit ihm bei unserem vorherigen Album „Reliquary of Dusk“ schon hervorragend gewesen war. Ursprünglich wollten wir das Album selbst veröffentlichen – ganz im Sinne der Unabhängigkeit. Dann haben wir einfach Lawrence gefragt. Wir waren total begeistert, dass er sofort zugesagt hat! Guide To Saints und Room40 sind definitiv ein Leuchtturmprojekt und die Heimat einiger wirklich interessanter zeitgenössischer Künstler, deren Werke ich sehr schätze. Ich finde es auch toll, wie viele Veröffentlichungen das Label herausbringt. Ich glaube, unser Album hat einige gute Kontakte geknüpft und neue Hörer erreicht, die sich für experimentelle Musik interessieren und die wir ohne Lawrences Hilfe wahrscheinlich nicht erreicht hätten. Es fühlt sich für uns wie eine wirklich gute und unterstützende Partnerschaft an. </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><span dir="auto"><span dir="auto"><strong>Tim:</strong> Wie Renee schon sagte, hatte Lawrence English das Album bereits gemastert. Er hatte sich ein paar Mal positiv darüber geäußert, also fragten wir ihn, ob er es veröffentlichen wolle. Und wie Renee schon sagte, hatte er bereits an einem früheren Album mitgearbeitet. Es gab also schon eine Verbindung. Eine Verbindung, die uns den Mut gab, ihn zu fragen, ob er es veröffentlichen wolle. Ov Pain sind nicht die Art von Band, die unzählige E-Mails an Plattenfirmen schickt, um Kontakte zu knüpfen. Hut ab vor denen, die das tun. Jedenfalls… Lawrence fand es vernünftig und sagte zu. Wir einigten uns auf ein paar Deadlines, und danach lief alles wie am Schnürchen. Die Vinyl-Schallplatte wurde bei Zenith hier in Naarm/Melbourne gepresst. Das Presswerk ist gleich um die Ecke von unserem Haus. Das Artwork stammt von einem befreundeten Fotografen von Renee. Ich habe das Grafikdesign gemacht. Die Produktion verlief völlig problemlos. Alles lief wie am Schnürchen. Was selten vorkommt. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Was uns an dem Label so reizt, ist die Qualität und der Charakter der Musik, die Lawrence unaufhörlich (fast schon übermenschlich) veröffentlicht. Es ist großartig, dass er Künstler aus aller Welt und in verschiedenen Phasen ihrer Karriere unter Vertrag nimmt. Dass Lawrence selbst fantastische Musik produziert, hat uns ebenfalls überzeugt. Es ist zweifellos ein Privileg, mit ihm zusammenzuarbeiten.   </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Wenn wir eure bisherige Karriere betrachten, erscheint uns jedes Album wie eine Reaktion auf das vorherige, ein bewusster Bruch mit alten Wegen oder die Öffnung für neue. Seht ihr eine übergreifende Entwicklungslinie oder versteht ihr Ov Pain eher als eine Abfolge von Momenten und Zuständen?</span></span></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Ich denke, beides stimmt. Wir genießen es, von früheren Inkarnationen abzuweichen, um es für uns selbst frisch zu halten. Der Anstoß, diese oder jene Richtung einzuschlagen, kann alles Mögliche sein. Es ist eine intuitive Sache. Mehr oder weniger alles ist intuitiv. Im Fall von „Free Time“ fühlte es sich an, als wäre es einfach aus dem Nichts entstanden. Im Monat vor „Free Time“ hatten wir an etwas anderem gearbeitet. Die „Free Time“-Session begann unter anderem, weil wir eine Pause von dem anderen Projekt brauchten, das ganz anders und kompositorisch komplexer ist. Wir wollten uns befreien. Sobald wir mit „Free Time“ begannen, fühlte es sich dringlich und unmittelbar an. Es klang vom ersten Moment an gut. So gesehen kann „Ov Pain“ auch eine Abfolge von Momenten und Zuständen sein. </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><strong data-start="315" data-end="586"> </strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Ich würde sagen, es ist eher eine Abfolge von Momenten und Zuständen als eine „übergreifende Entwicklungslinie“. Dein Begriff „Momente und Zustände“ trifft es wirklich gut. Wie so viele Künstler finden wir Inspiration überall. Ein Album, ein Konzert, ein Autor, die Geräusche im Restaurant, in dem wir gegessen haben, der Wutanfall des Nachbarskindes. Oder es ist ein neues Instrument oder eine neue Technik mit einem alten Instrument. Oder eine Fehlfunktion an einem Gerät. Wir haben definitiv keinen übergeordneten Karriereplan, der erklärt, warum wir uns in die eine und in die </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> andere Richtung entwickeln sollten.  </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Ihr beide habt ein breites musikalisches Spektrum – Synthpunk, Post-Punk, Free Jazz, Improvisation sind Begriffe, die man in diesem Zusammenhang häufig hört und die Strömungen beschreiben, deren Echos deutlich in eurer Musik hörbar sind. Wie gelingt es euch, aus diesen unterschiedlichen Einflüssen eine gemeinsame Sprache zu formen, ohne dass sie miteinander kollidieren?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renée:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wir lassen uns von allen möglichen Musikrichtungen inspirieren und versuchen dann, die Musik zu machen, die wir selbst gerne hören. Genre-Konflikte stören mich nicht. Wir wollen, dass unsere Musik Genregrenzen sprengt und einen ganz eigenen Sound hat. Wir streben an, dass unsere Musik unabhängig von der Instrumentierung oder der Kompositionsweise als unser eigener Sound erkennbar ist. Das haben schon so viele Leute bemerkt, dass es wohl auch beim Publikum Anklang findet. </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wir genießen die Konfrontation. Ich denke, das ist die wichtigste Lektion aus dem Punk (oder vielleicht Post-Punk). Weg mit der Bedienungsanleitung, her mit dem Ausdruck, den eigenen Sound entwickeln usw. usw. Im Jahr 2025, fast fünfzig Jahre nachdem Punk seinen Siegeszug antrat und sich als wahrhaft radikale Ausdrucksform etablierte, kann man wohl sagen, dass Genres so gut wie überholt sind. Wenn es Sinn macht, Ov Pain als Post-Genre zu bezeichnen, bin ich damit zufrieden. Was das Finden einer gemeinsamen Sprache angeht, unterscheiden wir uns nicht von anderen Kollaborationsprojekten, zumindest nicht von solchen, die wirklich auf Zusammenarbeit basieren. Das Wichtigste ist, eine gemeinsame Stimme zu finden und zu verfeinern. Wie wir diese unterschiedlichen Einflüsse vereinen, lässt sich schwer schriftlich beantworten. Ich denke, wir vertrauen einander einfach, und dann passiert etwas. Manchmal denken wir auch daran, auf Aufnahme zu drücken. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich Musik eigentlich nicht als Musiker angehe. Ich bin definitiv weit davon entfernt, ein Jazzmusiker zu sein. „Wenn es sich gut anhört, ist es gut“ – mehr habe ich im Grunde nicht. Renée hingegen ist von Natur aus musikalisch.  </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">In Europa ist die neuseeländische Musikszene vergleichsweise wenig bekannt, anders als beispielsweise die Australiens oder Japans, deren Szenen vielen zumindest eine vage Vorstellung vermitteln. Was könnt ihr uns über die Zentren und Szenen in eurem Land erzählen, die euch möglicherweise beeinflusst haben?</span></span></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Ich bin in Tamaki Makaurau/Auckland aufgewachsen und bin dort zwischen 2005 und 2011, als ich in meinen Zwanzigern war, in die Indie- und Punk-Szene geraten. Das Zentrum lag in der Nähe des Stadtzentrums an der sogenannten K-Road. Dort gab es viele kleine Clubs und Plattenläden. Es war eine großartige Zeit für Live-Musik. In Aotearoa (Neuseeland) ist die Bevölkerung klein, daher vermischen sich die Musikszene oft, und das finde ich fantastisch. Auf einem gemeinsamen Programm konnten Hip-Hop-Acts, Indie-Bands, Singer-Songwriter und Noise-Musiker auftreten, und das war völlig normal. Die Leute, die dort etwas bewegen, sind Legenden, denn in meiner Heimat gibt es viele Hürden, Clubs zu betreiben oder Kunst zu machen. Die Gentrifizierung verdrängt immer mehr Bars, und die Situation ist momentan wirklich schwierig. Aber die Leute geben nicht auf. Die beste Kunst in meiner Heimat wird nie von Leuten gemacht, die nur auf Geld und Ruhm aus sind. Ich wurde immer von meinen Freunden in meiner Heimat und ihrer genreübergreifenden Musik inspiriert. The Coolies, Vodaphone Warriors, Evil Ocean, Duckling Monster, Kraus, Ex-Partner, Girls Pissing on Girls Pissing, Las Tetas, Octopus, Evil, Thought Creature und Ie Crazy sind nur einige der Namen, die einem spontan einfallen. Eine etablierte Institution für experimentelle Musik und Kunst in meiner Heimat ist die Audio Foundation, die seit mindestens 15 Jahren besteht und sich dank der Leidenschaft ihrer Organisatoren und begrenzter staatlicher Fördermittel für Kunst und Kultur behaupten kann. Sie organisieren großartige Tourneen und Festivals im ganzen Land für lokale und internationale Musiker und vernetzen sich mit anderen gleichgesinnten Orten und Einzelpersonen, um diese zu realisieren. Noch unabhängiger und direkter agiert Uniform, geleitet von Beth Dawson (Duckling Monster) und Tina Pihema (The Coolies), die Kunstveranstaltungen auf Parkplätzen, in Kellern, Parks usw. veranstalten. Ihr Motto: Events an ungewöhnlichen Orten, um experimentelle Underground-Musik und -Kunst direkt auf die Straße zu bringen. </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Zunächst einmal leben wir seit 2017 in Naarm/Melbourne. Obwohl Aotearoa/Neuseeland immer so etwas wie unsere wahre Heimat bleiben wird, ist Naarm/Melbourne der Ort, an dem wir als Ov Pain den Großteil unserer Musik produziert und aufgeführt haben. Aufgrund der hohen Reisekosten kommen wir nur noch selten nach Aotearoa/Neuseeland zurück und haben dadurch etwas den Kontakt zur Underground-Szene verloren. Ich war schon immer der Meinung, dass man die Underground-Szene selbst erleben muss, um sie wirklich zu verstehen. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Nichtsdestotrotz war und ist Musik aus Aotearoa/Neuseeland eine meiner liebsten und inspirierendsten Musikrichtungen. Bands, die in den 80er-Jahren (oder früher) gegründet wurden, wie The Gordons, Dead C, Snapper, The Clean, The Terminals, Victor Dimisich Band, This Kind of Punishment, The Pin Group, Fetus Productions und Axemen, waren wichtige Inspirationsquellen für meinen Einstieg in die Musik. Dann gibt es die vergleichsweise jüngeren Künstler wie Duckling Monster, Sewage, P Witts, L Xerox, Ex-Partner, Kraus, Ron Gallipoli, Lucy Hunter, Reg Norris, L$D Fundraiser, Grvdggr und Wolfskull. Hinzu kommen die Betreiber von Kunsträumen wie Jeff Henderson, Sam Longmore und die AF-Crew. Es ist eine lebendige Szene, in der jedes Zentrum gegen die Nörgler von Vermietern und der Stadtverwaltung ankämpft, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ein weiteres charakteristisches Merkmal der neuseeländischen Kunstszene ist, dass viele der besten Künstler und Organisatoren Māori und Pasifika sind. Māori-Glaubensvorstellungen und -Werte prägen weite Bereiche des Kultursektors. Und das ist sehr gut so.   </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><span dir="auto"><span dir="auto"><em><strong>Eure Arbeiten wirken oft von einer gewissen Ambivalenz durchdrungen: kühl und körperlich zugleich, distanziert und emotional. Falls ihr dem zustimmt: Ist diese Spannung eine bewusste Entscheidung oder ergibt sie sich einfach aus Ihrer Arbeitsweise?</strong></em></span></span></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Renée:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Diese Mehrdeutigkeit entsteht durch unseren gemeinsamen Geschmack, aber auch durch die Instrumentierung selbst. Wir verwenden Hardware-Synthesizer. Die von mir verwendeten Hardware-Synthesizer können kühl und metallisch klingen, und ich mische das gerne mit den vergleichsweise wärmeren Klängen akustischer Instrumente wie der Orgel. Diese Spannung ist beabsichtigt. </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3607667958/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><strong data-start="315" data-end="586"> </strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Ist das eine bewusste Entscheidung? Oder entsteht es ganz natürlich? Ich würde sagen, beides. Bewusst, weil wir Mehrdeutigkeit mögen und wie sie sich als spannungsgeladene Vibration im Ohr manifestiert. Natürlich, weil wir den Zufall in unserer Arbeitsweise bewusst einbeziehen. Unsere Songs, oder Kompositionen, enthalten einen hohen Zufallsfaktor. Es ist nicht ganz übertrieben zu sagen, dass unsere besten Leistungen dann entstanden sind, wenn uns das Glück hold war. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Ein großer Teil unserer Studioarbeit besteht darin, einen bestimmten Klang zu analysieren, um seine Zusammensetzung und die natürlichen Grenzen seiner Struktur zu ergründen. Dann entscheiden wir uns, je nach ästhetischer Laune des Augenblicks, ein bestimmtes Merkmal dieser Klangstruktur hervorzuheben. Wenn man das mit mehreren Stimmen gleichzeitig macht, entsteht unweigerlich ein ziemlich komplexes Klangbild. Und neben seiner Komplexität ist es oft auch extrem unbeständig. Wenn unsere Arbeit also kühl und körperlich, distanziert und emotional wirkt, lässt sich das wohl dadurch erklären, dass der Gesamtklang sehr unterschiedliche Qualitäten in sich vereint. Und natürlich dadurch, dass wir Klischees vermieden und stattdessen auf Mehrdeutigkeit und Offenheit gesetzt haben. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/P1010160.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49186" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/P1010160.jpg" alt="" width="3843" height="2562" /></a></span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Trotz dieser Gemeinsamkeiten scheint sich euer Sound seit den Anfängen stetig weiterentwickelt zu haben – von der, wie ich finde, eher kühlen Strenge der frühen Phase hin zu einem freieren, wärmeren Ausdruck. Würdet ihr sagen, dass „Free Time“ eine Art Wendepunkt darstellt oder einfach der nächste Schritt in einem Prozess ohne festes Ende ist?</span></span></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Als wir anfingen, wollte ich immer, dass wir so weit kommen wie heute und Musik wie Free Time machen. Damals fehlte mir aber die Erfahrung. Wir hörten total gerne Bands wie Throbbing Gristle, Coil und Drone-Musiker wie Elaine Radigue und Tony Conrad. Ich selbst hatte aber Erfahrung in Punk- und Garagenbands. Tims Hintergrund war ähnlich. Aus irgendeinem Grund hat Tim mich ermutigt, mich freier zu entfalten. Er ist da etwas anders. Er hatte mehr Erfahrung mit improvisierter Musik und verfolgte neben der Musik auch künstlerische Projekte, als wir uns kennenlernten. Es hat lange gedauert, bis wir da angekommen sind, wo wir jetzt sind.  </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Die „Freizeit“ markiert einen Wendepunkt in einem Prozess ohne festes Ende. Aber mal im Ernst … die „Freizeit“ ist ein Wendepunkt, weil wir hier zum ersten Mal unsere eigenen Sachen aufgenommen und produziert haben. Eigene Aufnahmen und Produktionen sind natürlich ein großer Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Und ich denke, im Moment versuchen wir, so unabhängig wie möglich zu sein. Trotzdem stoßen unsere Fähigkeiten als Produzenten an ihre Grenzen, daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass wir in Zukunft ab und zu einen Toningenieur engagieren werden. </span></span><span dir="auto"><span dir="auto">Zum Glück kennen wir ein paar richtig gute. </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">In Rezensionen wurde eure Musik mitunter als filmisch beschrieben – nicht zuletzt, weil sie mit Atmosphäre, Tempo und Andeutungen arbeitet. Spielt visuelles Denken oder eine filmische Logik eine Rolle beim Komponieren? Gibt es Filme oder Regisseure, die euch ästhetisch beeinflusst haben?</span></span></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Renée:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Ich lasse mich vom ruhigen Kino von Regisseuren wie Andrei Tarkowski oder den genreübergreifenden Filmen von Andrea Zulawski inspirieren (Possession ist einer meiner Lieblingsfilme). David Lynch, John Carpenter, Dario Agnó und George Romero sind einige weitere Namen, die mir einfallen. </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Die Filmemacher, die Renee erwähnt hat, sind meine gemeinsamen Favoriten. Tarkowski scheint mir besonders zugänglich. Dinge, die sich extrem langsam bewegen, sprechen mich auf vielen Ebenen an. Auch Gaspar Noé fasziniert mich sehr, wenn auch aus anderen Gründen als Tarkowski. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Das, was du „visuelles Denken“ nennst, auf Musik/Klang anzuwenden, leuchtet mir sehr ein. Wenn ich Musik höre, sei es die anderer oder unsere eigenen, noch unfertigen Werke (wobei ich die fertigen Ov Pain-Sachen nie mache), inspiriert sie mich meist zu einer visuellen Vorstellung. Diese kann ziemlich kühn und nachhaltig sein. So kühn und nachhaltig, dass sie nutzbar ist. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Ich weiß mit Sicherheit, dass mich die Malerei und Druckgrafik von Ellsworth Kelly und die Zeichnungen von Goya in den letzten Jahren dazu inspiriert haben, mich dem Musikmachen auf unterschiedliche Weise zu nähern und darüber nachzudenken. Ich habe Klangarbeiten geschaffen, die direkt von Kellys Farbgebung und seinem Hardedge-Stil inspiriert sind. Ich liebe seine Arbeit. Natürlich sind diese Künstler keine Filmemacher, aber dennoch erscheinen sie mir als drei Meister der Atmosphäre und Andeutung in der Zweidimensionalität.  </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Eure Musik besitzt immer wieder eine physische, fast greifbare Qualität; sie ist roh, dröhnend und doch gleichzeitig seltsam zart. Wie erzeugt ihr diese Spannung zwischen physischer Präsenz und emotionaler Distanz?</span></span></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Tim:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wir neigen dazu, allen Klängen eine physische Präsenz zuzuschreiben. Nicht zuletzt, weil sie es tatsächlich tun. Ebenso gern stellen wir uns vor, dass alle Klänge potenziell emotional sind, vielleicht sogar auf einer tiefen, in uns verankerten Ebene – viel schwerer zu quantifizieren, aber nicht weniger faszinierend. </span></span><br />
<span dir="auto"><span dir="auto"> Drone ist zweifellos eines unserer größten Interessengebiete. Und ich denke, Drone beantwortet deine Frage ziemlich gut. Drone erschien mir immer gleichermaßen präsent und distanziert, physisch und emotional. Es wirkt auf die Sinne auf eine seltsame Weise. Im besten Fall ist es etwas Unheimliches. Es ist schwer zu erklären, warum es so auf einen wirkt, außer sich einzugestehen, dass das eigene Wissen Grenzen hat.   </span></span><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong><span dir="auto"><span dir="auto">Plant ihr, mit dem neuen Album im Gepäck international auf Tournee zu gehen?</span></span></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586"><span dir="auto"><span dir="auto">Renee:</span></span></strong><span dir="auto"><span dir="auto"> Wir würden es sehr gerne tun, aber aufgrund beruflicher Verpflichtungen etc. ist das in diesem Jahr leider nicht möglich. Für 2026 planen wir einige Konzerte außerhalb von Naarm/Melbourne. </span></span><strong data-start="315" data-end="586"></strong></p>
<p><span dir="auto"><span dir="auto"><strong>Tim:</strong> Eine internationale Tournee wäre toll. Es wäre sehr schön, wenn das eines Tages möglich wäre.</span></span></p>
<p data-start="21812" data-end="21899">Interview: U.S. &amp; A.Kaudaht</p>
<p data-start="21812" data-end="21899"><strong>@ <a href="https://room40.bandcamp.com/album/free-time">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/user-744626101">Soundcloud</a> | <a href="https://www.instagram.com/ov_pain/">Instagram</a> | <a href="https://www.facebook.com/ovpain/">Facebook</a> | <a href="https://www.discogs.com/de/artist/5992739-Ov-Pain">Discogs</a></strong></p>
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		<title>It’s all play. I mean, what else could it be. An interview with Ov Pain</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2026 03:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ov Pain]]></category>

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		<description><![CDATA[For roughly a decade, Ov Pain have been among the most consistent yet ever-evolving projects in the intriguing offbeat music scenes on the other side of the globe. The New Zealand-born, Australian-based duo of Renee Barrance and Tim Player blend &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/01/31/it%e2%80%99s-all-play-i-mean-what-else-could-it-be-an-interview-with-ov-pain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p data-start="315" data-end="586"><strong><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op2.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49183" title="op2" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>For roughly a decade, Ov Pain have been among the most consistent yet ever-evolving projects in the intriguing offbeat music scenes on the other side of the globe. The New Zealand-born, Australian-based duo of Renee Barrance and Tim Player blend elements of post-punk, drone, and various experimental approaches into a sound that feels both visceral and fragile. After the somewhat darker works of their early period, their new <span id="more-49169"></span>album, &#8220;Free Time,&#8221; appropriately showcases a freer and more open approach. The record was largely created through improvised sessions, which were only subtly edited, resulting in a unique immediacy. Thematically, &#8220;Free Time&#8221; oscillates between turmoil and clarity, between inner tension and an almost meditative calm, without attempting to smooth over these contrasts. The fact that the music originated on the land of the indigenous Wurundjeri Woi-wurrung and Bunurong Boon Wurrung people is also reflected in the duo&#8217;s mindful approach to place, sound, and community. We recently spoke with the band about these and other topics.</strong></p>
<p data-start="315" data-end="586"><strong><a title="Es ist alles Spiel. Was könnte es sonst sein? Ein Interview mit Ov Pain" href="https://africanpaper.com/2026/01/31/es-ist-alles-spiel-was-konnte-es-sonst-sein-ein-interview-mit-ov-pain/">German Version</a></strong></p>
<p data-start="315" data-end="586"><em><strong data-start="315" data-end="586">Your new album is called “Free Time” and, despite (or perhaps because of) its spontaneity, it sounds very focused. How did you find the balance during the recording process between improvisational openness and the structural rigor that often characterizes your music?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> After ten years making music together when we improvise there’s a natural intertwinement that often happens. Song-like structures often emerge without us needing to think about it. At least, this is the case when we are in a good head space together, a kind of flow state where we are focused and deeply listening to one another, present in the moment.<br />
We recorded most of the album over a few days in this good head space during our free time together. Some of the pieces are excerpts from longer jams which were then shaped lightly with Ableton. It sounds raw and is indicative of how we sound when performing live.</p>
<p><strong>Tim:</strong> We placed a premium on openness from the start. Structure and form came after that. Before we set up for the session we decided to do away with any conventional beat, certainly we wanted to get away from the grid. We had been doing beats to death. Doing away with this aspect meant the focus shifted to something more fluid, free from the constraints of allotted time.<br />
Having made this decision at the start meant that we could focus on the texture of the handful of sounds we were using. It allowed us to focus on the innate time-based quality of sound, which might appear daft but is kind of essentially it. Making music where the focus is on a small group of voices over a sustained duration tends to do some pretty interesting things to my brain. Temporality, colour, tone and location gets all weird, gets all problematised. The longer you do it the greater the disorientation. I’m a sucker for disorientation, anyone would knows me well will tell you that.  <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>In an older interview, you mentioned that your first shared studio was basically a half-empty room without any comforts, almost a kind of liminal space. Did this provisional, almost ascetic beginning shape anything that still resonates in your music today?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> The studio you mention was our rehearsal space and where Tim lived in Otepoti/Dunedin. Tim had a commercial lease on a two-room no-frills space above some shops which he also lived. Back then these kinds of spaces were affordable and shaped the music and art scene as not only places artists could have their studios but also as alternative spaces to venues for artists to perform in. At that time, I had just shifted to Otepoti/Dunedin earlier that year and was living in an artist-run space called None Gallery which was this massive ex-pharmaceutical factory that later became a strip club, and then None Gallery. It was located in what people called the ‘Bermuda triangle’ district of the city. It was definitely haunted. None was a hub for live music, in particular for noise.<br />
I suppose this ascetic beginning is still with us. We make music in places we can afford. Over the years we’ve had loads of self-storage studios, which have their benefits but are really atrocious from a controlled sound point of view.</p>
<p><strong>Tim:</strong> Our first studio was in Otepoti/Dunedin. It was a large room that was once a dance studio; mirrors, bars, native timber floors. It had these massive windows that looked out over a steel factory, which operated day and night. The factory was a source of entertainment and inspiration… intense lights, flames, furnaces and of course all the factory sounds resonating in a massive chamber. Archetypally industrial. For all that it was yes spartan living. No hot water, no kitchen, no shower, two cold tap basins and a toilet. But it was cheap and being cheap meant we didn’t have to work much to support ourselves. We had a healthy disrespect for working too much back then. Speaking for myself, perhaps not too much has changed. ‘Ascetic’ might be taking it a step too far. Whatever discipline it might have implied wasn’t all that different from lots of other places we had lived previously.<br />
It’s a feature of our lives that we don’t obsess over every latest gadget. I guess you could say we make-do with what we’ve got. There’s a pronounced culture of this in Otepoti/Dunedin, and Aotearoa/New Zealand more broadly, arguably more than say Naarm/Melbourne. With respect to the arts, I’ve always thought having deep pockets is a burden, something that gets in the way of expression and the kinds of artistic lateral thinking that make a particular work engaging to begin with. Scale is always important to me. Things on a big money-bags scale almost always seems bogus to me, like just another suspect instance of spectacle. I can think of many more examples of artists doing good things with minimal means than the other way around.<br />
So to answer your question… does this provisional, almost ascetic beginning linger in our music? I’d have to say yes. We haven’t changed our views all that much. We still distrust the virtues of money that’s for sure. The logic of art and the logic of capital are antithetical. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/image.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49184" title="image" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/image.jpeg" alt="" width="5628" height="2547" /></a><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>The title “Free Time” can, at least for Germans and perhaps other non-native speakers of English, be interpreted in two ways – it can refer to leisure time, but also to the musical concept of free time in the sense of free musical rhythm. Which meaning was primary for you, or was this very overlap intended?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> The primary meaning is leisure time although I enjoy the overlap of the other meanings you mention. Leisure time is so important to carve out space for and music is one of the ways that Tim and I love spending our free time together. It&#8217;s this creative work time that sustains my spirit and brings my life joy and also at times it can be cathartic, at times bliss, at times calm, at times tumultuous.</p>
<p data-start="315" data-end="586"><strong>Tim:</strong> The same two meanings would hold for a native English speaker as well. For me, neither is primary. Which is to say yes they do overlap. The overlapping gives the title as sense of movement I guess.  <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3427243199/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe><br />
<em><strong>“Free Time” was apparently recorded largely live and without any post-production editing. What role does the immediacy, the uncorrected, play for you (also in terms of authenticity or vulnerability in the sound)?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> Free Time is a sequence of excerpts culled from a much larger thing. Whatever adjustments we made via Ableton were minimal. Some passages weren’t edited at all.  When you improvise entirely in a live performance setting you don’t have this luxury, obviously. I think the immediacy of the improvisational elements within our music is key part of keeping it interesting for us. It’s like an ever-present challenge when performing live. It feels more responsive and in the moment to play this way. It’s a challenge to do it well and we both like this aspect to it. The element of chance and synchronicity keep breathing new life into the experience.  <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong>Tim:</strong> As Renee said, there was an element of post-production editing. It would be deceitful to suggest there wasn’t. But it was subtle. We didn’t use any automation and its mono. Obviously, there’s a refusal implicit in that decision. ‘Immediacy’ and ‘the uncorrected’ seem to me closely related. Its more than simply leaving the mistakes in there to make it seem prickly or whatever. It’s more like a shift in what you perceive as the finished article to be. In the case of Free Time, we see it as a document that captures the two of us in a good creative space. That the finished document includes more than a few imperfections is beside the point. ‘Play’ is implicit in the whole thing. It’s all play. I mean, what else could it be. Last time I checked there were no middle-managers telling us otherwise.  <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>In connection with the album, you refer to the traditional land affiliations of the Wurundjeri Woi wurrung and Bunurong Boon Wurrung. Can you tell our readers something about these ethnic groups? Does this reference have any thematic connection to your working methods and your attitude towards the environment, the place where the music is created?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> We acknowledge that our music was created on the lands of The Wurundjeri Woi- wurrung and Bunurong Boon Wurrung people of the Kulin nations and pay our respects to their elders past and present. These mobs have lived in Naarm/Melbourne for millennia. We believe it is important to acknowledge that this beautiful, life sustaining land on which we live on is the stolen land of First Nations people and their<br />
sovereignty was never ceded. The colonisation here in so-called Australia has had a catastrophic impact upon Aboriginal people and the environment.  The First Nations people and their connection to their land, their waterways, their ancestors past and future is rooted in sustainability and sacred beliefs and practices which honour also the more than human world.</p>
<p><strong>Tim:</strong> Since we live on stolen land we consider it vital to make this acknowledgement. In the circles we move in placing an acknowledgement on a record cover or giving an acknowledgement before a live show is necessary. It represents an offer of potential alliance between our position as artists and that of The Wurundjeri Woi-wurrung and Bunurong Boon Wurrung people of the Kulin nations.   <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>In &#8220;The Churning Blue of Noon,&#8221; much of it sounded like a conflict between destruction and beauty, between uplift and disillusionment. Did you consciously continue this tension, or was &#8220;Free Time&#8221; an attempt for you to resolve such contradictions?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> I think this tension is still very much alive in Free Time. Its characteristic of what we do. I try to reflect the world I see around me in my music. There is beauty in decay, death is a natural part of the cycle of life, and uplift and disillusionment co-exist. I have no desire to resolve these contradictions. Can one even exist without the other?</p>
<p><strong>Tim:</strong> Contradiction, tension, antagonism… these aren’t things we’re looking to resolve. If anything, we’re looking to aggravate them further. Never say never but it’s difficult to imagine a purely uplifting Ov Pain experience. Nor a purely destructive one, for that matter. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op5.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49185" title="op5" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/op5.jpeg" alt="" width="2954" height="2954" /></a><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>You released the new album via the label A Guide To Saints, an imprint of Room40. How did the contact come about, and what appeals to you about your new label home?</strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Renee:</strong><strong data-start="315" data-end="586"> </strong>We approached Lawrence English to master Free Time as he had been great to work with on our previous album Reliquary of Dusk. Initially we were thinking of self-releasing this album. In the spirit of self sufficiency. Then we just put the question to Lawrence. We were really happy that he was keen! Guide To Saints imprint and Room40 is most definitely a beacon of light and the home to some of really contemporary interesting artists whose works I much respect. I also love how prolific the label is with releases. I feel our album has forged some nice connections and reached some new ears who are into experimental music who we probably wouldn’t have reached without the help of Lawrence. It feels like a really good and supportive fit for us. <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p>Tim: As Renee said, Lawrence English had already mastered the album. He had said one or two nice things about it so we decided to ask if he’d like to release it. And like Renee said he’d worked on an earlier album. So there was an established connection. Enough of a connection that we felt sufficiently gallant to ask if he’d like to release it, put it that way. Ov Pain aren’t the sort of band that sends email after email to record labels fishing for a connection. All power to those who do though. Anyway… Lawrence thought it was reasonable and agreed to work with us. We agreed on a set of deadlines and everything thereafter just sort of fell into place. The vinyl was pressed at Zenith here in Naarm/Melbourne. The pressing plant is just down the road from where we live. The artwork is from a photographer friend of Renee’s. I did the graphic design. Producing the object didn’t hit on any obstacles at all. Green lights all the way home. Which is rare.<br />
As for what appeals about the label, it comes down to the quality and character of the music Lawrence constantly (superhumanly even) releases. It’s cool that he publishes artists from all over the world and at various stages in their career. That Lawrence produces killer work himself pushed us along as well. No doubt it’s a privilege to be working with him.   <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>Looking at your career so far, each album seems to us like a reaction to the previous one, a conscious departure from old directions or opening to new ones. Do you see an overarching developmental line, or do you understand Ov Pain more as a succession of moments and states?</strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Renee:</strong> I think both of what you say is true. We enjoy departing from previous incarnations to keep it fresh for ourselves. The impetus to go in this or that direction could be anything. It’s an intuitive thing. More or less all of it is an intuitive thing. In the case of Free Time it feels like it just sprung out of the blue. In the month leading up to Free Time we had been working on something different. The Free Time session partly began because we wanted to have a break from the other thing, which is quite different, compositionally more involved. We wanted to free-up. As soon as we begun Free Time it felt urgent and immediate. It sounded good right from the first moment. So in that way Ov Pain can also be a succession of moments and states. <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Tim:</strong><strong data-start="315" data-end="586"> </strong>I’d say it’s more of a succession of moments and states than a “overarching developmental line”. In fact, your term “moments and states” is a really good way to put it. Like any number of artists we find inspiration from all over the place. An album, a gig, an author, the ambient sounds in restaurant we ate at, the neighbours’ infant throwing a tantrum. Or it might be a new instrument or a new technique with an old instrument. Or it might be a malfunctioning feature of some piece of equipment. Very definitely we don’t have an overarching career plan that explains why one foot ought to go there and the<br />
other over there.  <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>You both have a broad range of musical backgrounds – synthpunk, post-punk, free jazz, improvisation are terms one often encounters in this context, describing movements whose echoes cancertainly be heard in your music. How do you manage to forge a common language from these diverse influences without them clashing with each other?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> We imbibe all kinds of music and then attempt to create the music that we enjoy listening too. I don’t worry about clashes. We want our music to transgress genres and we want to have our own sound. We aim for our music to be recognisable as our own sound despite the instrumentation used or the method in which it is written. This is something people have commented on enough times that I guess it’s a thing for audiences too. <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong>Tim:</strong> We enjoy the clashing. I think that’s the big lesson from punk (or maybe post-punk). Throw out the instruction manual, embrace the expressive side of things, hone your own sound, etc. etc. In 2025, almost fifty years after punk broke and established itself as a mode of expression that was genuinely radical, I feel it safe to say genres are pretty much defunct. If it makes any sense to call Ov Pain post-genre then I’m happy with that. As for forging a common language we’re really no different from any other collaborative project, at least projects that are genuinely collaborative. Finding and honing a shared voice is the most important thing. How we manage to combine those diverse influences is a hard question to answer on paper. I guess we just trust in each other, and something happens. Sometimes we remember to hit record.<br />
I should point out that my approach to music is really that of a non-musician. I’m certainly a long way away from being a jazz musician. If-it-sounds-good-it-is-good is really all I’ve got to work with. Renee on the other hand is innately musical.  <strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>In Europe, relatively little is known about New Zealand&#8217;s musical landscape, unlike, for example, Australia or Japan, whose scenes many people at least have some idea of. What can you tell us about the centers and scenes in your country that may have influenced you?</strong></em></p>
<p><strong>Renee:</strong> I grew up in Tamaki Makaurau/Auckland and fell into the indie and punk music scene happening there in and around 2005-2011 when I was in my twenties. The hub was close to the CBD on what’s commonly called K-road. K-Road was the home to lots dive venues and record stores. It was a great time for live music. In Aotearoa the population is small so music scenes tend to mingle with one another and I think that&#8217;s fabulous. On the same bill you could have a hip hop act, an indie band, a singer song writer and a noise musician all playing and this is the norm. People who make shit happen there are iconic because there’s a lot stacked against trying to run venues or make art back home. Gentrification is always pushing bars out and the situation now is really difficult. But people persist. The best Art back home is never made for by folks looking for money and fame. I was always inspired by my friends back home and their genre defying music. The Coolies, Vodaphone Warriors, Evil Ocean, Duckling Monster, Kraus, Ex-Partner, Girls Pissing on Girls Pissing, Las Tetas, Octopus, Evil, Thought Creature and Ie crazy are some names that spring to mind. A current establishment for experimental music and art back home is The Audio Foundation which has been running for at least 15 years now and exists via the pure passion of its organisers and some limited arts government funding. They organize amazing tours and festivals throughout the country for both local and international musicians and link up with other like-minded spaces/ individuals throughout the country to make it happen. On an even more DIY level there’s Uniform run by Beth Dawson (Duckling Monster) and Tina Pihema (The Coolies) who put on art events in carparks/basements/outdoor parks etc. Their ethos is to hold events in non traditional venues, to take weird underground experimental music and art directly to the streets. <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3607667958/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><strong>Tim:</strong> To start with, we have been living in Naarm/Melbourne since 2017. Though Aotearoa/New Zealand will always be something like our real home Naarm/Melbourne is where we’ve made and performed most of our music as Ov Pain. Due to the cost of travel we don’t get back to Aotearoa/New Zealand much at all and to some extent we’ve lost contact with what’s going on at the underground level, the underground being something that you’ve kind of got to be there to get a handle on I’ve always thought.<br />
That said, music from Aotearoa/New Zealand was and remains some of my favourite and most inspiring music. Bands that began in the 80s (or earlier) like The Gordons, Dead C, Snapper, The Clean, The Terminals, Victor Dimisich Band, This Kind of Punishment, The Pin Group, Fetus Productions, Axemen, were major inspirations for me getting into music. Then there’s the relatively younger artists like Duckling Monster, Sewage, P Witts, L Xerox, Ex-Partner, Kraus, Sewage, Ron Gallipoli, Lucy Hunter, Reg Norris, L$D Fundraiser, Grvdggr, Wolfskull. Then you’ve got folks running artspaces like Jeff Henderson, Sam Longmore and the AF crew. It’s a healthy scene with each centre fighting off the landlords and council naysayers to keep it all happening. Another distinguishing feature of the Aotearoa/New Zealand scene is that a lot of the best artists and facilitators are Maori and Pasifika. Maori beliefs and values shape vast areas of the cultural sector. And this is a very good thing.   <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>Your pieces often seem permeated by ambiguity: cool and physical at the same time, detached and emotional. In case you agree, is this tension a conscious choice, or does it simply arise from your way of working?</strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Renee: </strong>This sense ambiguity arises from our shared tastes but also from the instrumentation itself. We use hardware synths. The hardware synths I use are capable of being cold and metallic sounding and I like to mix this with the comparatively warmer tones of acoustic instruments like the organ. The tension is deliberate. <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Tim:</strong><strong data-start="315" data-end="586"> </strong>Is this a conscious choice? Or does it arise organically? I’d say it’s an and/both thing. Conscious because we like ambiguity and how it manifests as something like tension-laden vibration in the ear. Organically because we embrace chance in the way we work. Our songs, or compositions, have a large degree of chance built into them. It’s not completely apocryphal to say that our best performances have been when the chancegods are on our side.<br />
A big part of what we do in the studio is to dig into a particular sound to find what its comprised of and the natural limits of its structure. Then we’ll choose to accentuate a certain feature of that make-up based on this or that aesthetic whim of the moment. When you do this across several different voices at the same time you invariably arrive at a pretty complex sound image. As well as being complex it tends to be extremely volatile. I guess then, if our work seems cool and physical, detached and emotional, this could be explained by the fact that the total sound has widely disparate qualities built into it. That, and that we’ve done our job at avoiding cliché in favour of ambiguity and openness. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/P1010160.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-49186" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/P1010160.jpg" alt="" width="3843" height="2562" /></a><strong data-start="315" data-end="586"></strong><em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>Despite such common threads, your sound seems to have been steadily opening up since the early days from what I perceive as the rather cool austerity of the early phase to a freer, warmer expression. Would you say that “Free Time” is a kind of turning point, or simply the next step in a process that has no fixed end?</strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Renee: </strong>When we started I always wanted us to get to the point we are at now making music like Free Time but back then I didn&#8217;t have the experience. We loved listening to bands like Throbbing Gristle, Coil, drone musicians like Elaine Radigue and Tony Conrad.  My background however was playing in punk and garage bands. And Tim’s was much the same. For whatever reason Tim encouraged me to free up. He’s a bit like that. He had more experience in making improvisational music and he had a non-musical art practice when we first got together. It took a long time playing together to get to the point we’re at now.  <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Tim: </strong>Free Time is a turning point to the next step in a process that has no fixed end. But seriously…Free Time represents a turning point because it was here that we recorded and produced our own work for the first time. Recording and producing your own work is obviously a great step toward self-sufficiency. And I guess for the moment we’re looking at being as self-sufficient as possible. That said, there’s very definite limits to our skill set as producers so it’s not unlikely that we’ll call on a sound engineer from time to time in the future.<br />
Thankfully we know a few really good ones. <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>In reviews, your music has sometimes been described as cinematic – not least because it works with atmosphere, tempo, and suggestion. Does visual thinking or a cinematic logic play a role in your composing? Are there any films or directors that have aesthetically influenced you?</strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Renee: </strong>I&#8217;m inspired by the slow moving cinema of directors like Andrei Tarkovsky or the genre defying films of Andrea Zulawski (Possession is one of my favourite films). David Lynch, John Carpenter, Dario Agento, George Romero are some other names that come to mind. <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Tim: </strong>The filmmakers Renee mentioned are shared favourites. Tarkovsky seems especially relatable. Things that are intensely slow moving appeal on many levels. The filmmaker Gasper Noe appeals greatly too, though for different reasons from Tarkovsky.<br />
Applying what you call ‘visual thinking’ to music/sound makes a lot of sense for me. When it comes to listening to music, either other people’s or our own works-in-progress (though never the finished Ov Pain things), they usually inspire some visual representation in my mind. This can be quite bold and lasting. Bold and lasting to the point that it’s usable.<br />
I know for sure that for the last couple of years the painting and printmaking of Ellsworth Kelly and the drawings of Goya have inspired me to approach and reflect on making music in distinct ways. I’ve made sound works directly inspired by Kelly’s colour and hardedge. I love his work. Obviously these artists are not filmmakers but nonetheless they seem to me three arch masters of atmosphere and suggestion in 2-d.  <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>Your music repeatedly possesses a physical, almost tactile quality; it&#8217;s raw, droning, yet simultaneously strangely delicate. How do you create this tension between physical presence and emotional distance?</strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Tim: </strong>We like to think all sounds as possessing a physical presence. Not least of all because they do. Equally, we like to imagine all sounds as potentially emotional, perhaps emotional at some deep dna level, which is much harder to quantify but no less fascinating.<br />
Drone is an absorbing interest of ours no doubt. And I guess drone speaks to your question quite well. Drone has always seemed to me equally present and distant and physical and emotional. It works on your senses in a strange way. At it’s best it’s like the uncanny. It’s hard to put a finger on why it works on you the way it does other than to admit to yourself there’s limits to your knowledge.   <em><strong data-start="315" data-end="586"></strong></em></p>
<p><em><strong>Do you plan to tour internationally with the new album in tow?</strong></em></p>
<p><strong data-start="315" data-end="586">Renee: </strong>As much as we would love to, but it&#8217;s not on the cards for this year with work commitments etc. We are planning some shows outside Naarm/Melbourne for 2026. <strong data-start="315" data-end="586"></strong></p>
<p><strong>Tim</strong>:Touring internationally would be great. One day we’d love it happen.</p>
<p data-start="21812" data-end="21899">Interview: U.S. &amp; A.Kaudaht</p>
<p data-start="21812" data-end="21899"><strong>@ <a href="https://room40.bandcamp.com/album/free-time">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/user-744626101">Soundcloud</a> | <a href="https://www.instagram.com/ov_pain/">Instagram</a> | <a href="https://www.facebook.com/ovpain/">Facebook</a> | <a href="https://www.discogs.com/de/artist/5992739-Ov-Pain">Discogs</a></strong></p>
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		<title>Free Time: Neue LP von Ov Pain</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 03:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 7. November erscheint mit &#8220;Free Time&#8221; das neue Album des neuseeländischen Duos Ov Pain als limitierte LP und zum Download. Es ist, wie es im Begleittext heißt, das bislang unmittelbarste Werk von Renee Barrance und Tim Player, das – &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/25/free-time-neue-lp-von-ov-pain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. November erscheint mit &#8220;Free Time&#8221; das neue Album des neuseeländischen Duos Ov Pain als limitierte LP und zum Download. Es ist, wie es im Begleittext heißt, das bislang unmittelbarste Werk von Renee Barrance und Tim Player, das – ganz dem Titel entsprechend – in freier, spontaner Atmosphäre entstand. Die beiden nahmen das Material in ihrem kleinen Studio in Dunedin auf, weitgehend live, ohne festes Konzept, ohne spätere Überarbeitung. Vier Synthies, zwei Tage, ein ausrangierter Computer: Aus dieser improvisierten Versuchsanordnung entstand ein Album, das rohe Energie und präzise Kontrolle in ungewöhnlicher Balance hält.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/freetime.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-48688" title="freetime" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/freetime.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-48687"></span></p>
<p>&#8220;Free Time&#8221; bewegt sich zwischen dröhnenden, fast motorischen Passagen und schabenden Texturen, durchzogen von hellen, verspielten Momenten, die das Geschehen immer wieder aufbrechen. Trotz seiner reduzierten Mittel entfaltet das Album eine dichte, körperliche Präsenz. Die Spannung entsteht dabei weniger aus Lautstärke oder Dynamik als aus der ständigen Reibung zwischen Ruhe und Aufruhr – eine Art kontrollierter Unruhe, die Ov Pains Musik seit jeher prägt. Für Barrance und Player, die seit Jahren gemeinsam an den Rändern von Improvisation, Wave im weitesten Sinne und dunkler, experimenteller Elektronik arbeiten, ist &#8220;Free Time&#8221; eine Art Bestandsaufnahme ihres musikalischen Verständnisses. &#8220;Es war wichtig, die Unmittelbarkeit und Sparsamkeit des Entstehungsprozesses spürbar zu lassen&#8221;, sagt Tim Player. Ein weiterer Hinweis der Band sollte nicht unterschlagen werden: &#8220;Ov Pain erkennt die Wurundjeri Woi-wurrung und Bunurong Boon Wurrung der Kulin Eastern Nation als Eigentümer und traditionelle Hüter des Landes an, auf dem dieses Album konzipiert und aufgenommen wurde. Die Souveränität wurde nie abgetreten&#8221;. Das Album erscheint am 7. November beim Room40-Ableger A Guide To Saints als LP und zum Download.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3427243199/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>OV PAIN: The Churning Blue of Noon</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2021 05:33:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn die Neuseeländer Ov Pain gleich zu Beginn von &#8220;The Churning Blue of Noon&#8221; eine hypnotisierende Stimmung heraufbeschwören, dann ist diese, trotz der sanften Dröhnung und der verspielten Glöckchen, weniger von einer einschläfernden, sondern von elektrisierender Art. Deutlich spürt man &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/10/30/ov-pain-the-churning-blue-of-noon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/ovpainthechurningblueofnoon.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27039" title="ovpainthechurningblueofnoon" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/ovpainthechurningblueofnoon-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn die Neuseeländer Ov Pain gleich zu Beginn von &#8220;The Churning Blue of Noon&#8221; eine hypnotisierende Stimmung heraufbeschwören, dann ist diese, trotz der sanften Dröhnung und der verspielten Glöckchen, weniger von einer einschläfernden, sondern von elektrisierender Art. Deutlich spürt man eine versteckte Unruhe und Spannung in dem auf den ersten Eindruck so einlullenden Klangteppich, ein Gefühl<span id="more-27032"></span> starken Begehrens, wenn der Sound immer mehr zu einem Sog wird und den Hörer an einen unbekannten Ort zieht.</p>
<p>Ov Pain ist eine noch relativ junge Band von der anderen Seite des Globus, die vor gut vier Jahren mit einem unterkühlt-sauberen Wave-Album auf die Bühne trat. Wie so oft, wenn Bands kurz nach dem Debüt in ihre eigentliche Orientierungsphase treten, streckten Renee Barrance und Tim Player ihre Fühler zunächst in die unterschiedlichsten Richtungen aus, entdeckten die Vorteile der Improvisation und den Reiz wärmerer Klänge, und als Rezensent könnte man leicht der Versuchung des Termdroppings um Psychedelic, Freejazz und weitere Begriffe verfallen oder an die Swans mit Jarboe, an Velvet Underground oder an Boyd Rice&#8217; Neofolk-Alben erinnern.</p>
<p>Doch das würde nur davon abhalten, sich auf die Musik einzulassen und ihre Alleinstellungsmerkmale in Augenschein zu nehmen. Eines davon ist der Eindruck eines subtil inszenierten Widerstreits zwischen Schönheit und Destruktion, zwischen Geborgenheit und einem abgeklärten Gefühl, in einer von Gefahr und Desillusionierung gezeichneten Welt zu leben. Kurz bevor der von Cormack McCarthy inspirierte Opener &#8220;Meanness in the Least of Creatures&#8221; in einen knarrenden Gitarrensong mit shoegazig nach hinten gemischtem Gesang übergeht, zeichnet ein schalmeiartiger Sound, der sich bald als Saxophon offenbart, klecksige Striche durchs Bild, verbreitet Unruhe, doch eine im Dröhnen versteckte Melodie, in der man immer wieder so etwas wie Trost heraushören kann, stellt sich dem entgegen. Auch im looplastigen &#8220;Wind of Sorrow&#8221;, dessen hintergründiges Rasseln und Rumpeln an einen Svankmejer-Film mit Xenakis-Score denken lässt, zerfetzt das Saxophon den lieblich barocken Auftakt &#8211; ein Widerstreit, den die feierliche Rezitation wie ein griechischer Chor kommentiert, und den man immer wieder auch in den Texten wiederfindet.</p>
<p>&#8220;The Churning Blue of Noon&#8221; hat reißerische, fast angestrengt infernalische Momente, allem anderen voran sicher das von martialischen Pauken und spannungsvoll raschelnden Becken eingeleitete &#8220;Ever the Twain Shall Chafe&#8221;, obwohl der betont abgeklärte Sermon über die Unerbittlichkeit des Daseins (ärger noch im ersten Teil des anrührend wabernden &#8220;Ritual in the Dark&#8221;) auf Dauer schon etwas zudringlich wirken kann. Neben diesen eher dröhnenden Soundscapes haben Ov Pain durchaus eine talentierte Hand für solide Songs.</p>
<p>&#8220;Excess and Expenditure&#8221; mit Renees Gesang wirkt wie eine melancholische und gleichsam kämpferische Hymne mit dem einen oder anderen dramatischen Tusch, angesungen gegen einen rauen sandigen Wind, und würde auf einer große Bühne keine schlechte Figur machen. Nichts weniger lässt sich vom noch ohrwurmartigeren &#8220;Daytripping&#8221; sagen, und übrhaupt könnte ich mir vorstellen, dass man von Ov Pain, wie imemr sich ihr Stil noch entfalten mag, in der Zukunft noch mehr hören wird. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: It Records</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=889133221/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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