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	<title>African Paper &#187; Power Electronics</title>
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		<title>INTERRACIAL SEX: Forced Busing</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jul 2019 06:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/IbterrSe.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18215" title="IbterrSe" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/IbterrSe-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Power Electronics war von Anfng an das besonders schmutzige Kind des Industrials, nicht notwendigerweise allein wegen der monomanischen Lust an der Beschäftigung mit dem Verfemten und Verdrängten – das konnte auch die erste Industrialgeneration gut – , sondern weil Konfrontation mit dem weniger Erquicklichen und partiell Tabuisierten zusammen mit Faszination und (manchmal) Affirmation zu einer dunklen Masse verschmolz, die sich nicht mehr so einfach in ihre Bestandteile auflösen und eindeutig deuten ließ.<span id="more-18214"></span> Dabei bewirkte z.B. eine Strategie wie (scheinbare?)<a href="https://www.youtube.com/watch?v=y_ElP-oZ-2U"> (Über-)Identifikation</a>, dass man auf der einen Seite kontrovers und provokant sein konnte, gleichzeitig aber der gewählte Ansatz als Kritik am Dargestellten gelesen werden konnte.</p>
<p>Das nicht gerade subtil benannte Einmannprojekt Interracial Sex hat jüngst ein Tape veröffentlicht, in dem es um einen Teil der amerikanischen Geschichte geht, als versucht wurde, etwas gegen die Segregation an Schulen zu tun. Obwohl der Oberste Gerichtshof schon 1954 Rassentrennung an Schulen als verfassungswidrig eingestuft hatte, änderte sich häufig erst einmal nichts an der ethnischen Zusammensetzung vieler Schulen. Der Transport von Schülerinnen und Schülern an andere Schulen sollte dann dazu beitragen, dies zu ändern. Man mag das als historischen Schrittt auf dem Weg zur Gleichberechtigung sehen, leider <a href="https://www.youtube.com/watch?v=o8yiYCHMAlM">zeigt sich</a> (und das nicht nur seit dem Amtsantritt des Manns mit den kleinen Händen und der Twitterlogorrhoe), dass die Segregation an Schulen (inzwischen wieder) höher ist als früher, wenn auch aus anderen Gründen als zu Zeiten von Jim Crow.</p>
<p>Das Tape „Forced Busing“ will man von Labelseite verstanden wissen, als <a href="https://newforces.bandcamp.com/album/forced-busing">„in-depth exploration of racial desegregation in American cities“.</a> Auf 62 Minuten werden historische Aufnahmen mit analogen, atonalen Passagen kombiniert und vermischt. Immer wieder finden sich Auszüge aus einem Report aus dem Jahre 1956 über die (Klein-)Stadt Clinton in Tennessee mit ihren 4000 Einwohnern, von denen die meisten Weiße waren und in der es Proteste gegen die Versuche gab, die Schulen zu desegregieren. Es ist schon beklemmend, wenn der Kommentator lapidar feststellt: „by tradition and custom most of [the inhabitants of Clinton] believe in separate schools“. Dann hört man verfremdete Interviewpassagen, analoges Gebrummel und Gebrutzel, verschwommene, ineinandergehende Stimmen und brutale Noisepassagen. Die zweite Seite des Tapes beginnt mit den Worten des (weißen) Baptistenreverend Paul Turner: „[Black people, who have] of course the legal right to attend Clinton High School, had stayed home because of harassment, and hindrance and heckling and threats upon their lives“. Turner berichtet dann, wie er selbst von Protestierenden attackiert wurde. Eine (weiße) Frau sorgt sich um den Verfall der Hauspreise, sollten mehr „colored“ Familien einziehen, und auf die Frage, warum andere Bewohner Clintons Integration unterstützen, antwortet sie nur: „Frankly, I don&#8217;t know what reason they can have for it.“ Sie möchte alles tun, um diese Familien wegzubekommen, „legally and peacefully“ [sic].</p>
<p>Es ist interessant, wie unterschiedlich die Rezeption dieses Tapes ausfällt. Meinte ein User im Special Interests-Forum (man muss fürchten anerkennend)<a href="http://www.special-interests.net/forum/index.php?topic=52.7425"> „pretty brave for an artist to advocate for school segregation in this day n&#8217; age.“</a>, wurde im Wire attestiert: „[The tape is an] hour-long reminder that the past is prologue“. Letztlich ist &#8220;Forced Busing&#8221; ein mehr als beklemmender Tonträger, auch weil man sich in einem Akt des Zeitreisens vorstellen könnte, dass der gegenwärtige POTUS bzgl. Clinton gesagt hätte, dass auf jeder Seite<a href="https://edition.cnn.com/videos/politics/2019/04/26/president-trump-revisits-charlottesville-very-fine-people-comment-anderson-cooper-kth-ac360-vpx.cnn"> &#8220;very fine people&#8221;</a> seien.(JM)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://newforces.bandcamp.com/">New Forces </a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4165907032/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ORDEAL BY ROSES: s/t</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Mar 2019 20:14:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten erschien im Schweizer Kein und Aber-Verlag eine Neuübersetzung von Yukio Mishimas autobiographischem Roman Geständnisse einer Maske. Wer dort liest, wie das Erwachen (homo)sexuellen Verlangens und die Verknüpfung von Sexualität mit Gewalt(fantasien) und Tod thematisiert werden, der braucht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/22/ordeal-by-roses-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/ordeal.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17380" title="ordeal" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/ordeal-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor einigen Monaten erschien im Schweizer Kein und Aber-Verlag eine Neuübersetzung von Yukio Mishimas autobiographischem Roman<em> Geständnisse einer Maske</em>. Wer dort liest, wie das Erwachen (homo)sexuellen Verlangens und die Verknüpfung von Sexualität mit Gewalt(fantasien) und Tod thematisiert werden, der braucht nicht mehr das Werk Freuds und Batailles zu bemühen. <span id="more-17379"></span></p>
<p>1963 erschien der von Mishima zusammen mit dem Fotografen Eikoh Hosoe konzipierte Bildband <em>Ordeal By Roses, </em>in dem Körper(lichkeit) und Fetisch(isierung)<a href="https://www.theguardian.com/artanddesign/gallery/2016/nov/03/yukio-mishima-erotic-portraits-eikoh-hosoe-ordeal-by-roses-in-pictures"> illustriert</a> wurden.</p>
<p>Nach diesem Band hat sich das walisische Power Electronics-Duo benannt, das in der <a href="https://outsiderart.bandcamp.com/album/ordeal-by-roses">Selbstbeschreibung</a> die thematische Fokussierung auf „death, loss and mental struggles “ legt und gleichzeitig<a href="https://ordxxlbxrxsxs.bandcamp.com/"> appelliert</a>: “Resist Fascist insects.&#8221;</p>
<p>Die zwei unbeteitelten Stücke des neuen Tapes sind unterschiedlich ausgerichtet: Der zehnminütige Track auf der ersten Seite beginnt mit analogem und atonalen Brutzeln, es setzen Verzerrungen und Hochtöne ein und es herrscht eine fortwährende Unruhe, bevor am Ende ein verrauschtes Kirchenlied zu hören ist. Die B-Seite beginnt dagegen verhaltener und reduzierter. Die Dissonanzen scheinen unter der Oberfläche zu erklingen, wodurch allerdings der plötzlich einsetztende markerschütternde Brüllgesang besonders heraussticht.Ordeal By Roses erfinden das Genre sicherlich mit diesen beiden Stücken nicht neu, sind aber interessant genug, so dass man durchaus neugierig auf ein Vollzeitalbum sein kann. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://outsiderart.bigcartel.com/">Outsider Art </a></strong></p>
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		<title>AXEBREAKER: Brutality In Stone</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2019 07:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man hat oft den Eindruck, dass Vertreter von Power Electronics unter enormem Kongruenzdruck stehen, da fortwährend gezeigt werden muss, dass extreme Musik immer auch extremer Inhalte bedarf. Whitehouse, auf deren „Erector“-Album die Gattungsbezeichnung zurückgeht, haben mit ihren in der ersten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/02/axebreaker-brutality-in-stone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Axebreakera1456005198_101.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17240" title="Axebreakera1456005198_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Axebreakera1456005198_101-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man hat oft den Eindruck, dass Vertreter von Power Electronics unter enormem Kongruenzdruck stehen, da fortwährend gezeigt werden muss, dass extreme Musik immer auch extremer Inhalte bedarf. Whitehouse, auf deren „Erector“-Album die Gattungsbezeichnung zurückgeht, haben mit ihren in der ersten Hälfte der 80er Jahre entstandenen Arbeiten (musikalisch wie vor allem ästhetisch-inhaltlich) Blaupausen für das geliefert, was das Genre die nächsten Jahrzehnte (häufig) prägen sollte: <span id="more-17238"></span>Serienkiller, Totalitarismus, sexuelle Gewalt &#8211; man denke etwa an &#8220;Right to Kill&#8221;, &#8220;Buchenwald&#8221;, &#8220;New Britain&#8221; oder &#8220;Dedicated to Peter Kürten&#8221;. Dabei schien es oft so, dass eine Konfrontation mit den etwas unschöneren Teilen der menschlichen Existenz zu einer Faszination mit dem Thematisierten wurde – letztlich schon angelegt bei Throbbing Gristle bei Stücken wie „Slug Bait“ oder „Very Friendly“ &#8211; und irgendwann bei manch einem zu einer plumpen Affirmation und zu Musik, bei der der appellative Charakter alles andere überlagerte.</p>
<p>Projekte wie die amerikanischen Shallow Waters situierten sich dagegen klar gegen  Polizeigewalt und die außenpolitischen Entgleisungen von God&#8217;s Own Country, allerdings weniger  &#8211; vorsichtig formuliert – ambivalent, als es bei einer Veröffentlichung wie „Save Our Slaves“ der Fall war. Auf dem kleinen Label Phage Tapes ist nun altes Material des Duos wiederveröffenticht worden und zeitgleich erscheint das neue Album von Axebreaker, dem Power Electronics-Projekt von Locrians Terence Hannum. Im Zuge einer zunehmenden Polarisierung der (nicht nur) amerikanischen Gesellschaft hat man inzwischen den Eindruck, dass zumindest partiell ein starkes Bedürfnis nach Eindeutigkeit da ist, dass Grauzonen einem Schwarz oder Weiß weichen müssen und Hannun charakterisiert sein Projekt dann auch eindeutig als<a href="https://axebreakerpowerelectronics.bandcamp.com/"> „anti-fascist power electronics“</a> und <a href="https://www.discogs.com/artist/5667575-Axebreaker">bezieht seine Motivation</a> zur Gründing von Axebreaker klar aus der Annahme, dass sich durch die Trump-Regierung inzwischen Faschismus in Teilen der Exekutive festgesetzt habe: „As a longtime fan of power electronics, I want to directly confront the right-wing posturing (and beliefs) inherent in its genesis as a genre and push it in a direction that uses its tropes to confront the vile ideology now enthroned in the executive branch and its supporters.“</p>
<p>Thematisch wird diese Ausrichtung schnell deutlich, ist der instrumentale Opener (mit fiesen Hochtönen und Rauschen) „Disorder“ doch dem linken Radiomoderator Alan Berg gewidmet, der von Mitgliedern der rechten Terrorgruppe „The Order“ ermordet wurde. „Ghost Skins“ ist mit dem analogen Brutzeln, ultraverzerrten hallenden Vocals und sirrenden Hochtönen der vielleicht konfrontativste Track des Albums. „Endless Power“ ist eine instrumentale unruhige Noisefläche. „New Nobility“ wird von stampfendem Rhythmus durchzogen und die Vocals, die eine klare Absage an jedwede Blut und Boden-Ideologie („Just a phantasm of a lie […] An ash in the dustbin of time“) erteilen, (er)klingen fast schon leidend. „The End of History“ beginnt mit dezenten Signaltönen, in die dann Verzerrungen einbrechen. Der in Charlottesville getöteten Heather Hayes ist das kurze fiepende „All Monuments Fall“ gewidmet. Auf „Murrah“ gehen die Vocals fast im Noiseinferno unter. „The State of Terror“ beginnt als ein ambientes, fast schon melodisches Satück mit brutalen Vocals.</p>
<p>Manches wirkt etwas (zu) bemüht, etwa dann, wenn auf der Bandcampseite darauf <a href="https://axebreakerpowerelectronics.bandcamp.com/merch/axebreaker-t-shirt">hingewiesen</a> wird, dass auf dem zum Verkauf angebotenen T-Shirt „Anti-fascist symbols“ zu finden seien, aber darüber kann man hinwegsehen, vor allem da den Texten trotz aller ansonsten gezeigten Eindeutigkeit das allzu Sloganhafte abgeht. Eine durchaus gelungene Veröffentlichung, die deutlich macht, dass der eine oder andere durchaus in einen Abgrund blicken kann ohne allzu großen Schaden zu nehmen. (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href=" https://phagetapes.miiduu.com/">Phage Tapes</a></strong></p>
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		<title>WHITEHOUSE: The Sound Of Being Alive</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Aug 2016 01:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn sich in den letzten Jahren in der Rezeption von Musik wie Power Electronics etwas geändert hat, dann insofern, dass es immer mehr Projekte gibt, die &#8211; ob wegen ihrer Musik oder aufgrund von Kriterien wie Labelzugehörigkeit sei dahingestellt &#8211; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/08/13/whitehouse-the-sound-of-being-alive/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/whitehousethesoundofbeingalive.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12023" title="whitehousethesoundofbeingalive" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/whitehousethesoundofbeingalive-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn sich in den letzten Jahren in der Rezeption von Musik wie Power Electronics etwas geändert hat, dann insofern, dass es immer mehr Projekte gibt, die &#8211; ob wegen ihrer Musik oder aufgrund von Kriterien wie Labelzugehörigkeit sei dahingestellt &#8211; auch außerhalb einschlägiger Szenen gehört werden, auf hippen Labels herauskommen, auf arty Events spielen, bei Pitchfork und im Wire besprochen werden u.s.w. Whitehouse waren in der Hinsicht schon Grenzgänger, als Power Noise noch weitgehend eine Sache der<span id="more-12022"></span> subkulturellen Nischen war, und das lässt sich nicht einzig damit erklären, dass sie aus einer Zeit in den frühen 80ern stammten, als Post Industrial noch keine festgefahrene Szene bildete.</p>
<p>Neben allen Zufälligkeiten, die auf solche Entwicklungen einwirken, scheint dies auch ein bisschen daher zu rühren, dass Whitehouse spätestens seit ihrer zweiten Werkphase, die in etwa zeitgleich zur Herausbildung der Post Industrial-Community im heutigen Sinne begann, mit vielen Genrestandarts nichts am Hut hatten. Aller Radikalität auch textlicher Art zum Trotz hatten Whitehouse wenig Interesse am dezidiert Konzeptuellen, nie standen ganze Alben im Zeichen einer Idee, mag diese noch so mehrdeutig, gebrochen oder überaffirmativ konzipiert sein.</p>
<p>Stattdessen setzten Philipp Best und William Bennett auf vage Schwerpunkte, auf ein eher allgemein gehaltenes thematisches Referenzsystem und die Kraft einer (über-)markanten Attitüde, die stets einen Hang zur Selbstentblößung enthüllte und durch Bests touretteartiges Zetern immer auch einen Touch von Satire hatte. Deshalb, aber auch weil sie statt weltbewegender Themen den kleinen Hässlichkeiten des Lebens ihre Aufmerksamkeit schenkten, fehlte ihr auch das Lehrerhafte, das PE in seiner ganz eigenen abgklärten Kühlheit meist auch ohne einfache Slogans anhaftet. Whitehouse&#8217; in Abscheu getränkte Feier des Hässlichen war auch immer eine ambivalente (kathartische?) Feier des Lebens, und eine quasi posthume Compilation „The Sound Of Being Alive“ zu nennen, passt somit ganz gut.</p>
<p>Von der Auswahl her ist „The Sound Of Being Alive“ eine Art Best-of ihrer Alben ab „Mummy and Daddy“, d.h. es geht hier – gewagt ausgedrückt – um die klanglich eher schönen Whitehouse der zweiten Werkhälfte zu Ungunsten der ohrenschindenden Hochfrequenzen der 80er Jahre. Das einleitende „Wriggel Like A Fucking Eel“ vom „Bird Seed“-Album repräsentiert dies mit seinem heftigen, aber durchaus fein ziselierten Dröhnen und den akzentuierenden Beatansätzen, zugleich ist Bests auf diesem Sound schwimmende Hasstirade ein perfektes Beispiel für die textliche Natur später Whitehouse-Tracks – langweilige Klischees wie die Markenfetische und Sexfantasien eines einsamen Halbgaren, dem ich „American Psycho“ empfohlen hätte, werden abgekanzelt, denn was fehlt ist wohl das Besinnen auf die eigene glitschige Kreatürlichkeit, doch im punkigen Gezeter taucht immer auch die Frage auf, wer da eigentlich spricht, und ob die Stimme nicht vielleicht doch sich selbst meint.</p>
<p>Gleich darauf das sattere, kernigere „Cruise (Force The Truth)“, bei dem musikalisch nicht viel passiert und das doch (schon bevor die in schriller Hysterie herausgepressten Vocals einsetzen) extrem nach vorn prescht, und das sich auch als punkiges, die Sleaford Mods vorwegnehmendes Protestlied gegen die Banalisierung und Jasagerei in der Konsum- und Leistungsgesellschaft verstehen lässt, bis auf die Tatsache, dass das direkt adressierte Opfer durch einen Fragenkatalog über gängige Identitäts-Schablonen eher verhöhnt als zum Ausbruch aus der Mühle des Alltags motiviert wird.</p>
<p>Stücke von Whitehouse sind reichhaltig genug, um auch mit einer Auswahl vom zwölf Tracks Stoff für ein kleines Buch abzugeben, ich nenne hier nur die wichtigsten Beiträge, die dem Fan natürlich durchweg bekannt sind: Da wären vergleichsweise ohrenfreundliche Tracks wie „Princess Disease“ oder das rezitative „Kiling Hurts Gives you the Secret“, das mit Pauken und nur gelegentlichen Schreien die übliche Aggressivität nur andeutet, ähnlich wie „Cut Hands Has The Solution“, das nicht nur namensgebend für Bennetts späteres Projekt sein sollte, sondern auch ganz neue Dimensionen psychologischer „Feinfühligkeit“ auslotet. Neben solch relativ erholsamen Momenten sind selbstredend Kracher wie das herrlich holprige und den Höhepunkt an misanthropischer Hysterie bildende „A Cunt Like You“ vertreten, ferner das zwiespältige Coming of age-Stück „Why You Never Became a Dancer“ &#8211; im selbstgerechten Ton des wütenden Shouters entsteht die gleiche ambivalente Spannung wie im Opener, weshalb sich der Kreis am Ende nicht besser schließen könnte.</p>
<p>Ob mit dieser Best-of im Allgemeinen ebenfalls ein Abschlusszeichen gesetzt werden soll, die alte Größe in Erinnerung gerufen oder aus ihr noch einmal Kapital geschlagen werden soll, sei dahin gestellt &#8211; vermutlich von all dem etwas. Ich empfehle diese (von Noel Summerville neu gemasterte) Auswahl allen jüngeren Zeitgenossen, die gerade auf den Geschmack kommen und allen, die schon mal ein Geschenk für den nächsten Valentinstag in der Tasche haben wollen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.susanlawly.freeuk.com/">Susan Lawly</a></strong></p>
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