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	<title>African Paper &#187; Pusio</title>
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		<title>NOISE CLUSTER: Medusa, Who Else?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 04:38:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672043565458.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33022" title="fotor_1672043565458" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672043565458-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass es nicht &#8220;die eine&#8221; griechische Mythologie gibt, kann man besonders an der Figur der Medusa sehen. Dieses geheimnisvolle weibliche Wesen mit Flügeln war eine von drei Töchtern &#8211; den Gorgonen &#8211; eines Götterpaares aus archaischer Zeit. In der späteren klassischen Zivilisation, an die man meist denkt, wenn von den alten Griechen die Rede ist, wirken solche Figuren meist urig und beängstigend, und so <span id="more-33019"></span>entstand um die Medusa ein Mythos, in dem sie zur Verkörperung des bedrohlich-monströsen wurde.</p>
<p>Auch in diesen Mythen galt sie, überliefert z.B. in den <em>Metamorphosen </em>des Römers Ovid, anfangs als schön &#8211; so schön, dass der maritime Gott Poseidon sie vergewaltigte, als er ihr im Tempel der Göttin Pallas Athene, in dem sie als Priesterin tätig war, begegnete. Letztere, bestürzt über die Schändung ihres Tempels, bedachte allerdings eher sie als ihn mit ihrem Hass und verwandelte sie in eine bedrohlich aussehende Figur mit einem Gewimmel an Schlangenkörpern, wo einst Haare waren. Jeder, der sie fortan sah, erstarrte durch ihren Anblick zu Stein. Pallas Athene war nur eine von zahlreichen Göttern und Menschen, die einen Groll auf die Medusa hegten und den Recken Perseus beauftragten, das &#8220;Ungeheuer&#8221; zu enthaupten. Mithilfe verschiedener Tricks gelang ihm dies.</p>
<p>Der Mythos der Medusa ist seit der Antike immer wieder Stoff künstlerischer Darstellungen gewesen, und viele darunter &#8211; vom antiken Bildhauer Phidias über den Maler Caravaggio bis zu dessen frühmodernen Kollegen Carlos Schwabe &#8211; mischten in die Darstellung ihrer Schrecklichkeit eine Ahnung ihrer beeindruckenden Schönheit. Auch in verschiedener Musik, die auf unseren Seiten Thema ist, ist von ihr die Rede. Brendan Perry besingt sie als beinahe masochistisch verklärte Femme Fatale. In einem Stück von Elijah&#8217;s Mantle dagegen erhält sie Züge einer gnostischen Gottheit, die zahlreiche z.T. gegensätzliche Züge in sich vereint: la bella, la maledetta, l&#8217;amata, la spaventata, l&#8217;amara, la sfortunata, la solitaria, la vittima.</p>
<p>Jüngst hat das audiovisuelle römische Duo Noise Cluster, bestehend aus Arianna Degni Lombardi und Flavio Derbekannte, dem Stoff ein ganzes Album gewidmet. Auf &#8220;Medusa, Who Else?&#8221; wird die Protagonistin zu einer Allegorie des victim blaming und zum Opfer einer der Ursünden vieler patriarchal ausgerichteter Zivilisationen. Gleich zu Beginn im Opener &#8220;Meet Medusa&#8221;, dessen rauschender, schleifender, nur leicht rhythmisch angereicherter Sound wie aus einer Höhle an die Erdoberfläche dringt und von einer feierlich-endzeitigen Trompete begleitet wird, kommt die Gorgone selbst zu Wort. Ihr Medium ist die tief-raue Stimme von Klarita Pandolfi-Carr, die nach ihrer Karriere mit der Goth-Band Rosen+Kreuz nur gelegentlich musikalisch aktiv ist, und durch sie richtet sie ihren dramatischen Monolog an die Hörer und plädiert, schlicht die mythischen Überlieferungen paraphrasierend, für ein Verständnis ihrer Rolle als Opfer.</p>
<p>&#8220;Medusa Who Else?&#8221; Ist ein stark kollaborativ ausgerichtetes Album, doch auch ohne die vielen mitwirkenden Stimmen und Klaviertasten offenbaren die einzelnen Stücke allesamt ihre ganz eigene klangliche und stimmungsmäßige Charakteristik. Das darauffolgende &#8220;Walled In&#8221; beginnt mit einer viel schrilleren Free Form-Trompete und geizt, nach deren Zügelung, auch nicht mit holzig rumpelnden Elektrorhythmen. Im Zentrum steht diesmal die dunkle Stimme des eher als Illustrator bekannten Fabio Magnasciutti, der in einem ähnlich eindringlichen Monolog eine männliche Existenz hinter Mauern beklagt. Was in seinem Lamento fehlt ist die Frau, doch die meldet sich alsbald in gleich zweifacher Form störend zu Wort, um das Bild gerade zu rücken. Die Medusa verwandelte jene zu Stein, so scheint das am Ende des Songs, deren Herzen ohnehin versteinert sind, weil sie immer mehr zu den Mauern geworden sind, die sie umgeben &#8211; womit das &#8220;Who Else?&#8221; des Albumtitels schon beinahe beantwortet ist.</p>
<p>Sind die beiden ersten Stücke so etwas wie das Herzstück des Grundkonzeptes, so wird dieses in den restlichen vier Tracks weiter verfeinert und ausdifferenziert. Rein musikalisch kreieren die einzelnen Songs ein wechselvolles und spannungsvolles Narrativ. &#8220;The Gorgons&#8221;, das wie die vorausgegangenen Stücke mit einer diesmal badalamenti&#8217;esken Trompete beginnt, erweist sich als wesentlich orchestraler, und auch wenn aquatische Sounds und saubere minimale Elektrobeats auf den Plan treten, bleibt ein soundtrackartiger Charakter gewahrt. Wesentlich weiter vor in klassische Filmsounds des 20. Jahrhunderts dringt &#8220;Death by Stone&#8221;, in welchem KimsonJas Sopran wie von eineralten Shellackplatte in das verwehte Rumoren der Streicher dringt. Hier wird die Frage nach der Möglichkeit der Versteinerung aus &#8220;Walled in&#8221; wieder aufgegriffen, doch der Titel erinnert auch an die Hinrichtungsmethode der Steinigung und schlägt so vielleicht die Brücke zu misogynen Rechtsvorstellungen. In &#8220;Perseus Not A Hero&#8221; richten Klarita und Arianna im Duett und gleich mehrsprachig über den zur Marionette erklärten Helden und Monsterbezwinger, dem ein verrücktes Lachen hinterher geschickt wird.</p>
<p>Mit dem instrumentalen &#8220;Pegasus&#8221;, das mit dem Piano von Flavios Sohn Pusio und einem fließenden Uptempotakt das Nachleben der Gorgone in dem mit Poseidon unfreiwillig gezeugten Mischwesen nur andeutet, erhält das Album ein offenes Ende, und ebenso offen ist auch die Zukunft des Erbes der Medusa. Die Frage nach der nach der Rolle der Frau in modernen Zivilisationen ist nach wie vor ungeklärt zwischen dem Wunsch nach einem Ende patriarchaler Strukturen und Vorstellungen vom bedrohlich-weiblichen, die im äußersten Fall die Opfer von Gewalt und Unterdrückung zu Sündenböcken erklären.</p>
<p>&#8220;Medusa Who Else?&#8221; erscheint in einem interessanten Format &#8211; ein faltbares, wiederverwertbares DIN -A 3-Poster mit neosymbolistischen Zeichnungen Ariannas und den Lyrics bildet den analogen Teil. Die Musik selbst ist aufgrund der Plastikvermeidung über einen Code zum Download erhältlich. Ganz nebenbei ist es überaus erfreulich, dass Flavio hier mehr als in den meisten Noise Cluster-Releases wieder als &#8220;postindustrieller Trompeter&#8221; zu hören ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: GattoAlieno</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1978687380/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>DBPIT &amp; XXENA: The Return Of Mr. Mallory (Box-Set)</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 07:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/mallory1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4370" title="mallory" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/mallory1.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mr. Mallory aus Pennsylvania war der typische amerikanische Everyman, er hätte ebenso gut Robert Smith oder John Taylor heißen können, und auch mit einem komplizierteren Namen wäre sein solides Leben sicher nicht besonders spannend gewesen. Deshalb vermisst man auch die fehlenden Informationen darüber, ob er nun Sympath oder Unsympath, zufrieden oder grummelig war nicht sonderlich. Interessant wurde sein Leben erst in dem Moment, als ein Unfall in einem benachbarten Atomkraftwerk eine heftige Zäsur in sein tägliches Einerlei schlug. Mallory verlor seinen linken Arm und erhielt dafür sechs rechte Hände sowie einige übersinnliche Fähigkeiten, über die er sich gewiss ganz gut mit Superman hätte unterhalten können.<span id="more-4367"></span></p>
<p>Man ahnt es, die fiktive Story, die sein geistiger Vater Flavio Rivabella in kryptischen Andeutungen auf dem Album „The Outstanding Story Of Mr. Mallory“ erzählt, ist eine Art Superhelden-Comic in Musikform, voller SciFi-Nostalgie und jungenhaftem Retro-Charme. Mit den schrillen Fieldrecordings, die mal laut und lärmend, mal zurückgenommen und psychedelisch daherkamen, hätte der Stoff nur schwerlich ein adäquatere Umsetzung finden können. Allerdings hat die Superheldenstory einen gewaltigen Haken, denn unser Held ist von Geburt an Linkshänder und konnte mit seinen sechs rechten Händen herzlich wenig anfangen, und so brachten ihm auch die restlichen Superkräfte mehr Scherereien als alles andere. Kurz gesagt: Die außergewöhnliche Geschichte Mallorys hätte auch Beckett oder Ionesco gefallen, und wie es kommen musste stirbt unser Antiheld einen Tod, der frei nach Salinger eher phony als tragisch ist. Eine erneute Mutation, und zwar zu einem Sinnbild sinnloser Fähigkeiten, wird posthum nachgereicht.</p>
<p>Es gibt die Floskel, dass jeder eine zweite Chance verdient hat, und so hat Mallory nun die Gelegenheit, seinem merkwürdigen Leben eine neue Signifikanz zu geben. Mutiert ist nämlich in der Zwischenzeit auch Flavios Projekt DBPIT (Der bekannte postindustrielle Trompeter), denn aus dem Soloprojekt ist vor einigen Jahren ein Duo namens DBPIT &amp; XxeNa geworden, das nun – bestehend aus Flavio und seiner Partnerin Arianna – Soundart mit Action Painting verbindet. In bester Jam-Manier geben entweder die verzerrten Soundkollagen oder die smoothe Trompete den Ton an, auf den die Künstlerin mit spontanen Zeichnungen reagiert oder eben umgekehrt. Im Kontext des aktuellen Projektes wurde nun die Geschichte Mallorys neu aufgerollt in Form eines Sequel-Albums, dass dann gleich als äußerst chic gestaltete Metall-Box mit 3&#8221;-CD, DVD und Booklet erschienen ist. Mallory ist also von den Toten zurück, und fünfzig treue Fans dürfen die Reinkarnation nun in Ton und Bild genießen.</p>
<p>Dank der visuellen Umsetzung durch XxeNa wirkt Mallory noch cartoonhafter als in seinem ersten Leben, noch geschärfter wirkt aber auch sein Blick auf eine Welt, deren Absurdität ihm schon lange bewusst geworden ist. Recht linear inszeniert der erste Track seine Wiedergeburt, mit dem Klang verzerrter Schreie und durch die Luft geschleuderter Späne wirkt sie jedoch (trotz Ariannas entrückter Vocals) kaum organisch, und der Alienembryo, der kurz darauf von Metallperkussion begleitet durch den Raum schwebt, scheint den Eindruck von Transhumanismus zu bestätigen. Passend zur seltsamen Geschichte will sich auch die Musik nicht entscheiden, ob sie eher Ambient oder doch lieber Noise sein will, was dem Klangspektrum aber durchaus zugute kommt. Dass Mallory nicht von dieser Welt ist bekräftigen auch die eingeblendeten Titelseiten internationaler Zeitungen, die sich in Schlagzeilen über seine Wiederkunft überbieten: Die Welt, La Republica, El Pais, The Sun (die auch Crowley erwähnt). Flavios smoothe Trompete wirkt dabei stets als relaxter, aber auch abgeklärt-fatalistischer Kommentar.</p>
<p>„Ratrace“ ist ein gelungenes Stück audiovisueller Plakativität, es zeigt die Welt als das Chaos, das unser Protagonist erlebt, der die Realität nicht in gewohnheitsmäßiger Betriebsblindheit aufzufassen und als natürlich abzuhaken in der Lage ist. So kritisch das gemeint ist, ist es doch die altbekannte Teenage-Angst, die hier auf originelle, fast präpubertäre Art inszeniert wird. Verkehrschaos, Hororfilmszenen, stylische Heels, Frauencatchen auf der einen Seite, undefinierbare Maschienen- und Vokal-Sounds auf der anderen. „Life is no Videogame“ resümiert eine Stimme auf dem Off, natürlich ironisch, wobei auf der gängigen Spielkonsole in der Tat kein Raum für so viel Irritation ist, wie sie Flavio und Arianna hier in Szene setzen.</p>
<p>„Vampires“ und „There Is No Superhero“ sind die aussagefreudigsten Stücke des Albums, sie resümieren Mallorys Sicht fast überdeutlich. „They Suck You Dry And Let You Die“ klagt er allgegenwärtige Ausbeutung und Abzocke an und schaltet Großes, Chaotisches und Gewöhnliches parallel. Murnaus Nosferatu wirkt nicht befremdender als der Papst oder als ein Mädchen mit Hund, vorausgesetzt man sieht sie durch die Augen eines komplett Fremden. Kein Superman, auch kein Batman und kein Spiderman rettet diese Welt, die so hilflos ist wie ein mit wirren Plastiksounds malträtiertes Baby. In diesem Stadium erfährt Mallory endgültig die Trostlosigkeit einer Welt, die er nur mit bitterer Ironie kommentieren kann. Beispielsweise durch Tarotkarten, in denen der Mensch als Molotowcocktail, die Straße als Unfall, die Gesundheit als Zigarette und die Hölle als Flagge symbolisiert wird. Als Ausweg bleibt die Flucht in den eskapistischen Nichtort im Song „Escape to outer Space“, bei dem Flavios Sohn Pusio einen Gastauftritt als Keyboarder hat &#8211; ein außerirdisches Atlantis, in das Mallory wie einst E.T.A Hoffmans Held im „Goldenen Topf“ entrückt wird. Ein Happy End? Kunstvoll bearbeitete Planetenimpressionen lassen es so scheinen, doch gegengeschnittene Vernichtungsszenarien und eine Totenklage aus Flavios Trompete sprechen eine andere Sprache.</p>
<p>Eine Stärke des Albums besteht darin, dass Sounddesign, Bildwelt und die cartoonhafte Leichtigkeit der Zusammenführung derart liebevoll und unterhaltsam gestaltet sind, dass sie auch die Rezipienten ansprechen sollten, denen die Story etwas zu programmatisch erscheinen mag. Wer sich darauf einlassen will, wird mit einer originellen, absurden Sci Fi-Welt belohnt, die sich hören und sehen lassen kann. Bei einer Auflage von fünfzig Exemplaren sollte die Erstauflage jedoch nicht mehr lange zu haben sein. Nachfragen unter dbpit.xxena@gmail.com</p>
<p><strong>Label: Misty Circle/Ozky e-Sound/GattoAlieno</strong></p>
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		<title>BARDOSENETICCUBE, D.B.P.I.T., XXENA &amp; PUSIO: Split</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:19:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Musik zum Downloaden ist längst kein großes Ding mehr, sondern eher selbstverständlich. Während längst andere Säue durch die Dörfer getrieben werden, hat sich das Veröffentlichen im Netz seinen Platz an der Seite altbewährter Vertriebskanäle gesichert. Freilich trauert man gelegentlich den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/bardoseneticcube-d-b-p-i-t-xeena-pusio-split/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/bardoflavio.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-205" title="bardoflavio" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/bardoflavio.jpg" alt="" width="104" height="148" /></a>Musik zum Downloaden ist längst kein großes Ding mehr, sondern eher selbstverständlich. Während längst andere Säue durch die Dörfer getrieben werden, hat sich das Veröffentlichen im Netz seinen Platz an der Seite altbewährter Vertriebskanäle gesichert. Freilich trauert man gelegentlich den Zeiten hinterher, als es das alles noch nicht gab, und ist doch ohne Argwohn und spart sich den Ärger über den vermeintlichen Werteverfall postmaterieller Art. Stattdessen ist die Wertschätzung für prä-digitale Tonträger seit Jahren wieder im Wachsen, auch außerhalb der klassischen Nerdkultur wird wieder verstärkt Vinyl gekauft. Zeit, auch dem Medium Kassette mal wieder eine Referenz zu erweisen.<span id="more-203"></span></p>
<p>In einigen Genres hat die gute alte MC ihr Revival ja weniger nötig, aber auch im Postindustrial scheint es in Sachen Tapereleases wieder reger zuzugehen. Vor kurzem erschien auf dem japanischen Deserted Factory-Label ein Split-Tape, das unabhängig vom Medium aus der Masse dessen herausragt, was derzeit den Standard des Ambient und Noise ausmacht. Auf der ersten Seite, der sogenannten „bardoside“, tobt sich der russische Klangbastler Igor Potsukaylo alias BARDOSENETICCUBE aus. Das Austoben passiert vor allem anhand einer Vielzahl an diversen Klangaspekten, die Igors raue und von allerlei Störeffekten durchzogene Version des Ambient einmal mehr ausmacht, wobei sich in puncto Genrereferenzen ein gewisser Drang back to the roots bemerkbar macht. Songfragmente, rhythmische und zum Teil rockige Versatzstücke, die sich in den letzten Jahren vermehrt auf den Erzeugnissen des Petersburgers fanden, sind auf den drei Stücken stark reduziert oder völlig außen vor gelassen, zugunsten einer eher flächigen, dronigen Gestalt, wie man sie etwas entrückter von seiner „Rain in June“-7” (Drone Records) her kennt. Flächig meint hier keineswegs statisch, vielmehr ein unrhythmisches Durcheinanderfließen rauschender und grollender Klangschichten, die meist in Wellenform auf den Hörer zubrausen, einige Höhepunkte intensiver klanglicher Zusammenballung zulassen und in ihren gelungensten Momenten energisch nach vorn preschen. Aufwühlendes Geprassel einer Eislawine gleich, jede Menge Fieldrecordings und helle Soundgeflimmer machen die bardoside zu einem beeindruckenden klanglichen Panorama. Letztlich ist das ja doch nur Dark Ambient, könnte man sagen – meinetwegen, aber dann einer der intensiveren Art.</p>
<p>Die zweite Seite entstammt einer römischen Werkstatt und trägt den Titel „alienside“, was schon auf das Markenzeichen ihrer Erzeuger, eine „gatto alieno“ genannten Weltraumkatze verweist: Die drei Tracks sind quasi Familienerzeugnisse aus dem inner circle von Flavio Rivabella alias DER BEKANNTE POST-INDUSTRIELLE TROMPETER, an denen mit unterschiedlichen Zuständigkeitsschwerpunkten seine Partnerin XEENA und sein Sohn PUSIO beteiligt sind. Das erste “sin-phony 0? betitelte Stück bestreitet der seiner Trompete derzeit doch etwas untreue Flavio zusammen mit Rivabella jr, der eine klassische Musikausbildung genossen hat und sich erst nach und nach in die Bereiche einarbeitet, in denen sich sein Vater seit Jahrzehnten bewegt – erste gemeinsame Unternehmung war letztes Jahr die Neuinterpretation eines bekannten JOY DIVISION-Songs. Wellenförmige Synthieschichten bieten hier die gelungenen Hauptanknüpfungspunkte zu dem russischen Kollegen, wobei die Gestaltung noch ein gutes Stück heterogener ausfällt. Jede Menge Sounds, bei denen man wie schon bei Flavios „s.u.t.u.b.“ lange über ihre Ursprünge rätseln könnte, sind in Cutup-Manier montiert und prägen zusammen mit einer spacigen Orgel und eben so spacigen Retro-Keyboards das Bild: Schreie, das Geräusch von gegen eine Metallwand fliegenden Spänen, eventuell doch eine gesamplete Trompete? Das zweite Stück “sin-phony 00?, eingespielt mit Flavios Partnerin, die erst seit kurzem ihr ursprünglichen Gebiet, die angewandte Kunst, durch das Medium Sound erweitert, geht in Sachen Dröhnung über den Vorgänger hinaus und zeigt sich zugleich schwebender in der Struktur. “Sin-phony 000?, an dem alle drei beteiligt sind, kombiniert die Stärken der beiden Vorgänger und hält die intensivsten Momente bereit.</p>
<p>Beim ersten Hördurchgang könnte man die insgesamt sechs Aufnahmen fast für die Musik einer einzigen Band halten. Mit der Zeit kristallisieren sich aber trotz markanter Parallelen auffällige Schwerpunkte der einzelnen Musiker heraus, so dass man schlicht von Passgenauigkeit sprechen muss. Gerade auch im Fall von xXeNa und Pusio darf man auf weiteres gespannt sein. (U.S.)</p>
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