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	<title>African Paper &#187; Reue um Reue</title>
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		<title>NIEDOWIERZANIE: Paradies</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2015 07:38:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dieser Welt ein Album nach dem Paradies zu benennen ist nicht nur ein starkes Stück, sondern geradezu ein Unding – es sei denn, das Album gestaltet sich als aufwühlende Klage, die die ganze Gewaltsamkeit transportiert, die dem Glauben oder &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/07/18/niedowierzanie-paradies/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/niedowierzanieparadies.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10551" title="niedowierzanieparadies" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/niedowierzanieparadies-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In dieser Welt ein Album nach dem Paradies zu benennen ist nicht nur ein starkes Stück, sondern geradezu ein Unding – es sei denn, das Album gestaltet sich als aufwühlende Klage, die die ganze Gewaltsamkeit transportiert, die dem Glauben oder auch nur dem Wunsch nach einem paradiesischen Zustand innewohnt und sich sehenden Auges gegen alle Abgeklärtheit sträubt, welche die Wirklichkeitserfahrung naturgemäß mit sich bringt. Léo Maury, besser bekannt unter dem Namen Niedowierzanie (Polnisch für „Misstrauen“ oder auch „Eifersucht“), bezeichnet seinen neuen Longplayer selbst als Lamento, als<span id="more-10550"></span> sehnsuchtsvolle Klage nach einem verlorenen Süden, angestimmt im meist doch kühleren Deutschland. Die fast aggressive Wucht der neuen Stücke könnte einem verborgen bleiben, denn sie liegt hinter einem tagträumerischen Fluss an Klängen versteckt, von dem man sich nur allzu gerne einlullen lässt. Aber man muss dieses Album sowieso laut hören.</p>
<p>Léo stammt aus Südfrankreich und pendelte in den letzten Jahren meist zwischen den Metropolen Madrid und Berlin und ist seit Jahren mit einer Gruppe von Musikern verbandelt, zu der neben Wermut und seinem Landsmann Bex auch „mediterrane“ Projekte wie O Paradis und Mushroom&#8217;s Patience zählen. Auch ohne sich in spekulative Biografismen zu verrennen, legt all dies schon nahe, dass „Paradies“ ein sehr persönliches Album ist.</p>
<p>Im Vergleich zu den genannten Bands wirkt Niedowierzanie immer etwas unscheinbarer, introvertierter, was nur zum Teil daher rührt, dass Sprache und Stimme eine vergleichsweise marginale Rolle spielen. Auch haben seine Kompositionen meist einen verträumten Zug, der einen das Musikhören beinahe vergessen lässt. Auch „Paradies“ lässt zu Beginn noch einen solchen Eindruck entstehen, denn „Neige Noire“ eröffnet die Platte mit dezentem Akkordeondröhnen, das nur zaghaft von blecherner Perkussion akzentuiert wird. Die Mandoline erklingt, und auch ohne Wellenrauschen und Mövenkitsch fühlt man sich in ein sonniges Fischeridyll versetzt, in dem alle Vitalität der Benn&#8217;schen südlichen Sphäre waltet. Doch schon bald machen sich kleine Dissonanzen bemerkbar, zittrige Atonalitäten, kleine aufblitzende Detonationen und allzu hastig abgebrochene Wege &#8211; eine versteckte Unruhe durchbricht mehr und mehr die Harmonie.</p>
<p>Die ganze Wucht der Musik offenbart sich dann in „Credere“, dem vielleicht drängendsten Stück in Niedowierzanies bisheriger Diskographie. Schon das undefinierbare Knarrren und die nervösen Cellofiguren verdeutlichen, dass sich etwas Dramatisches zusammenbraut, und wenn das leitmotivische Klappern und Rasseln hier noch eine Spur aggressiver einsetzt, ist aus dem unruhigen Schwelen längst ein Lauffeuer geworden &#8211; gäbe es ein heutiges Pendant zu Maya Deren, so wäre dies die ideale Musik für ihre Filme. Wie um die Intensität noch zu steigern, stimmen herzzerreißende Mandolinenklänge mit ein und treten mit rauen Noise-Elementen in einen Dialog, wie man ihn bei Niedowierzanie bisher nicht kannte.</p>
<p>Der Eindruck eines verzweifelten Ringens durchzieht weite Teile des Albums, wobei nur das baskisch betitelte „Irrintzi“ eine ähnliche Dramatik aufweist. Seine leicht atonale Mixtur aus richtungslos klimpernden Saiten, einem düsteren Streicherteppich und diversem Klappern und Rumpeln kippt nach einigen Wendungen in einen Klangstrudel, der jede Hoffnung auf Struktur verblassen lässt. Das Dröhnen in „Vous Voulez ma Peu“ („Ihr wollt meine Haut“) wirkt so schwebend wie eine Levitation, bis das allgegenwärtige Rasseln in puren Lärm übergeht. Auch wenn die beiden restlichen Stücke mit Glöckchen und Regenprasseln friedvoller daherkommen, mag man diesem Frieden nicht so wirklich trauen &#8211; Niedowiezanie eben. Ob das an den seltsamen Tierstimmen und dem kaum verständlichen deutschen Sample liegt, oder doch an der Nachwirkung der vorausgegangenen Stücke, ist schwer zu sagen.</p>
<p>In der Dramatik seiner Kompositionen ist Niedowierzanie etwas gelungen, woran viele Beschwörungen des Verlorenen scheitern, denn in „Paradies“ kommen Verklärung, Schmerz und Fatalismus zusammen. Das auf diese Art evozierte Idyll ist ein zerrissenes, das gerade deshalb seine Kostbarkeit bewahrt. Das Album wurde von Demian (O Paradis) gemastert und erschien vor Kurzem in 300er Auflage. Wer sich sputet, könnte vielleicht noch ein Exemplar mit der Bonus-CD „Strade Senza Fine “ ergattern. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.zoharum.com">Zoharum</a></strong></p>
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		<title>NOVÝ SVĚT: Doce</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2014 06:39:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nový Svět, die beiden Wiener mit ihren schrägen, meist auf Spanisch gesungenen Gassenhauern, galten zeitlebens als Rarität, als Auskennerding, als von wenigen gehüteter Schatz, und doch waren sie eine der wichtigsten Bands im vergangenen Jahrzehnt, nahmen vieles vorweg und versahen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/03/01/novy-svet-doce/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/novysvetdoce.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8294" title="novysvetdoce" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/novysvetdoce-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nový Svět, die beiden Wiener mit ihren schrägen, meist auf Spanisch gesungenen Gassenhauern, galten zeitlebens als Rarität, als Auskennerding, als von wenigen gehüteter Schatz, und doch waren sie eine der wichtigsten Bands im vergangenen Jahrzehnt, nahmen vieles vorweg und versahen ebenso vieles mit einem treffenden, doppelbödigen Kommentar. In den Industrial- und Folk-Nischen, in denen sie wohl doch noch am meisten wahrgenommen wurden, nisteten sie sich nur für kurze Zeit ein, stellten dort die wichtigsten Selbstverständlichkeiten auf den Kopf, um kurz darauf zu ihrer Tour durch ungezählte musikalische Möglichkeiten aufzubrechen. Was immer Jürgen Weber, Ulla Tost und ihre temporären Mitstreiter an Klängen und Stimmungen für ihre<span id="more-8293"></span> Vision fruchtbar machten, behandeten sie mit einer Mischung aus Liebe und Respektlosigkeit. Simon Reynolds Buch „Retromania“ ist nichts als eine übergewichtige Fußnote zu ihrer Single „A Mort“ &#8211; einem liebevollen Abgesang an den klassischen Rock, den der Autor natürlich nie zu hören bekam.</p>
<p>Ihr „Ableben“ als Band kündigten Nový Svět mehrfach an, und 2008 schien es dann so endgültig, dass man fast meinen konnte, es hätte sie nie gegeben, wären da nicht die vielen Echos aus den Archiven gewesen, die Jahr für Jahr dann doch noch ihren Weg auf Tonband oder Vinyl gefunden hatten. Sollte ihr Image als obskure Band das Ergebnis einer Inszenierung sein, dann geschah dies aber auf subtile Art, denn in seinen zahlreichen Statements trat Jürgen Weber nie als Geheimniskrämer auf, zeigt sich im Gegenteil beredt im Hinblick auf Pläne und Reflexionen. Dennoch umgab die Band auch schon vor dem Rückzug aus der Öffentlichkeit etwas Enigmatisches.</p>
<p>Das vielleicht profanste Beispiel dafür ist die häufig geführte Diskussion um den musikalischen Ort Nový Světs. Konnte man sich ganz zu Anfang noch auf die merkwürdig noisige Dekonstruktion eines entschleunigten Europop einigen, fand man sich bald in einer Art Hase und Igel-Spiel wieder, bei dem die Band stets früher genau da war, wo man sie nie vermutet hätte und wo sie dennoch perfekt hinpasste. Für Momente. Auf Rezipientenseite resultierte das dann oft in einem exzessiven Termdropping um Electronica, Folk, Chanson und etliche Begriffe mehr, die immer irgendwie gestimmt haben und doch kaum von Belang waren. Interessantere Rätsel ranken sich bis heute um das nie erschienene Album aus dem &#8220;Desde Infiernos de Flores&#8221;-Zyklus, das die iberische Phase abgeschlossen hätte, dessen Material allerdings nur zum Teil auf zwei MCDs erhältlich war. Viele vermuten, dass dieses Werk das Beste, wenn nicht gar die Essenz der Band beinhaltet &#8211; sollte dem so sein, dann ist das Zurückhalten der Veröffentlichung über die Magie des Geheimnisses hinaus der beste Schutz gegen die eigene Musealisierung und schafft als Leerstelle eine Offenheit, gegen die kein noch so &#8220;finales&#8221; Album ankommt, mag es auch &#8220;fin.finito.infinito&#8221; oder &#8220;Todas las Ultimas Cosas&#8221; heißen.</p>
<p>Rückblickend mutet der Werdegang fast romanhaft an &#8211; wie eine (pikareske? mystische?) Suche, bei der man kaum um die abgedroschene Weisheit herumkommt, dass die Spuren, die die beiden unterwegs hinterlassen haben, das eigentliche Ziel der Odyssee waren. Seit &#8220;Cuori di Petrolio&#8221;, das verhalten groovige Reminiszenzen an ein jahrzehntealtes, mondänes Europa enthielt, v.a. aber seit dem drogenschwangeren &#8220;Chappaqua&#8221; haftet ihrer Musik eine Aufbruchstimmung an, die das Gedämpfte, Entschleunigte, das nie vollends aus der Musik verschwand, fast vergessen machte. Ein Pop Art-Gestus, wie er der Post Industrial-Gemeinde, von der die beiden sich schon optisch fast demonstrativ unterschieden, fremd war, fand sich fortan auf allen Veröffentlichungen. Die Klänge wurden verspielter, die Schriftzüge der Cover geschwungener, und als dann plötzlich die kühl elektronischen „Ultimas Cosas“ in den Regalen standen, war das fast schon ein etwas zu hastig geschlossener Kreis.</p>
<p>Mittlerweile häufen sich immer mehr die Gerüchte, dass es für Nový Svět wohl doch so etwas wie eine musikalische Gegenwart gibt. Neben einem weiteren Ambienttape aus dem Archivkeller, einer (medial leider untergegangenen) Split 7&#8221; mit Susa24 und der angekündigten Single mit Spettro Family ist auch die vorliegende Compilation namens „Doce“ ein hoffnungsfroh stimmendes Omen. Das Gros der zwölf Stücke ist älteren Datums und zum Teil vergriffen, ein Stück ist vollends exklusiv. Abgedeckt werden beinahe alle Schaffensphasen, wobei der Schwerpunkt eher auf dem songorientierteren Output liegt. Vertreten sind einige der bei den Fans so beliebten Akustikballaden, wobei der Schmachtfetzen „Amore, Amour, Amor“ hervorgehoben werden muss, der dem Sampler „Flies in Dreams and Reality“ damals den I-Punkt verpasste. Stets gab es Songs von scheinbar frohsinniger Natur, die fast immer einen doppelten Boden hatten – hier vertreten sind das karousellartige „Titan“ und der Spelunkenhit „Marlene“, der zu den weniger sperrigen Momenten auf dem unerreichten „Chappaqua“-Album zählt. Tief melancholische Songs wie „Espina“ und der Titeltrack des „fin.finito.infinito“-Albums bilden dazu den Gegenpart.</p>
<p>Auch der weniger „folkige“ Teil des Samplers dringt nicht in die unwegsamsten Bereiche der Nuevo Mundo vor, ebenso wenig in den Lofi-Sound des latent punkigen „Nuevo Babylon“ oder der frühen Aufnahmen, bei denen das „Authentische“ vermutlich eher den damals noch begrenzten Möglichkeiten geschuldet war – dem am nächsten kommt noch das schwerwiegende „Punished with Longing“ vom Benzinherzen-Album. Die hier vertretene (und live anmutende) Neuaufnahme von „Ninos de la Bola“ (original auf „Faccia a Faccia“) zählt allerdings zu den Höhepunkten. Selten klang Webers immer etwas testosteronschwangere Whiskey und Tobak-Stimme derart leidend und mitreißend, doch vom Phlegma der ursprünglichen Version ist kaum etwas übrig. Das Scratchen und der verquere Beat der Grime-Nummer „Juntos“ mag hier wie ein Sonderweg anmuten, im zeitlichen Kontext jedoch war das genau Nový Světs Ort, und auch bei „Yo No“ erscheint mir der tanzbare Takt und das sanguinische Dubstep-Feeling kaum unpassend. Der Song entstand 2010 und war wohl ursprünglich für eine Compilation geplant und erscheint stattdessen hier als einzig komplett neuer Beitrag.</p>
<p>Ob zukünftige Releases in diese Richtung gehen werden, und wie viele das sein werden? Man darf gespannt sein, und sollte doch nicht zu sehr spekulieren und &#8220;puro rumore&#8221; verbreiten. Nový Svět waren immer schwer einzuschätzen und werden (wird?) das auch in Zukunft sein, weswegen sich jedwedes Deuteln verbietet. Ein gutes Omen ist „Doce“ dennoch (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://killshaman.com">Kill Shaman</a></strong></p>
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		<title>SPETTRO FAMILY: La Famiglia Spettro</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Aug 2013 05:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hinter der Gespensterfamilie aus Salerno verbirgt sich eine Einzelperson: Stefano Iannone, Betreiber des Vade Retro-Labels und leidenschaftlicher Fan des klassischen italienischen Genrekinos und seiner Musik. Im Unterschied zu seinen Landsleuten von Cannibal Movie liegt sein Schwerpunkt allerdings nicht auf buntheißen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/08/17/spettro-family-la-famiglia-spettro/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/spettrofamily.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7331" title="spettrofamily" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/spettrofamily-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hinter der Gespensterfamilie aus Salerno verbirgt sich eine Einzelperson: Stefano Iannone, Betreiber des Vade Retro-Labels und leidenschaftlicher Fan des klassischen italienischen Genrekinos und seiner Musik. Im Unterschied zu seinen Landsleuten von Cannibal Movie liegt sein Schwerpunkt allerdings nicht auf buntheißen Mondo- und Kannibalenschinken, ihn fasziniert mehr der wohlig-nächtliche Schauder, wie man ihn aus aus den Werken Bavas (&#8220;La Maschera del Demonio&#8221;), Martinos (&#8220;All the Colours of the Dark&#8221;) oder Argentos („Suspiria“, „Inferno“) kennt. Und wenn wir gerade bei<span id="more-7330"></span> Letzterem sind: Die Scores von Goblin scheinen ihm früh in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Ich muss nachreichen, dass ich wenig Informationen über seine privaten Filmvorlieben habe, aber ich sehe keinen Grund, an den vielfältigen Assoziationen zu zweifeln, die seine 10&#8221;-EP „La Famiglia Spettro“ bei mir in Gang setzt.</p>
<p>Man könnte das Namedropping noch lange fortführen, oder, wenn man wollte, sich in gewollten oder zufälligen Goblin/Argento-Referenzen verfangen. Da wäre die repetitive, Spannung suggerierende Pianospur, die sich in „Oltretomba“ über einem Hauch von Keyboardklängen ausbreitet und zu fast schmerzhafter Intensität anwächst – garantiert denken einige dabei sofort an „Suspiria“ (oder atlantisch geprägte Geister an Carpenters „Helloween“), während die altbackenen Synthies und das allgegenwärtige Scheppern in „Brasov Black Biserica“ an Momente aus dem Thriller „Profondo Rosso“ erinnert. Doch sollte man den Pastiche-Charakter des Ganzen nicht zu sehr ins Zentrum stellen, denn das Mini-Album erzählt seine ganz eigene verwunschene Geschichte.</p>
<p>Verwunschene Geschichten drehen sich meist um Orte, nicht selten um Häuser und Gärten, und auch im vorliegenden Fall handelt es sich um die Geschichte eines alten Hauses, dessen Bewohner, eine wohlhabende Familie, wohl schon im Zeitalter der Ushers auf nicht näher genannte Weise verschwanden. Dass die Bewohner nun als Geister zwischen den alten Mauern umgehen, und dass die Geschichte auch noch im Lande Vlad Țepeș&#8217; spielt, setzt dem Sammelsurium an Altbekanntem die Krone auf, doch wer mit der hier zum Greifen dichten Atmosphäre schwarzer Romantik etwas vertraut ist, der weiß, dass es hier auf Klischees nicht ankommt. Grummelige Vocals, Bedrohliche Synthies, der Wind und das verhuschte Piano in „Aokigahara“, das Glockenspiel und die sehnsuchtsvolle Melodie in „Crit/Aufwiedersehen“ &#8211; all dies verträgt sich hier wunderbar miteinander und wirkt so wenig angestaubt wie die Zeiten literarischer und cineastischer Schaurigkeiten, die in „La Famiglia Spettro“ eine würdige Hommage erfahren.</p>
<p>Die Platte erschien bereits vor einigen Monaten beim deutschen Reue um Reue-Label, und von den 198 Einheiten sollen noch ein paar zu haben sein. Ein neues Lebenszeichen gibt es übrigens <a href="http://electricvoicerecords.bandcamp.com/album/sand-beach"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a>.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.tutrur.com/tutrur_html/index.html">Reue um Reue</a><br />
</strong></p>
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		<title>NIEDOWIERZANIE: Attendre</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 05:52:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer wenn man denkt, atmosphärische elektronische Musik sei nun endgültig an ihrem Ende angelangt und friste ein überwiegend epigonales Dasein, stößt man unvorbereitet auf eine Platte, die so gar nicht langweilig und verbraucht klingt und es im Handumdrehen schafft, dass &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/04/07/niedowierzanie-attendre/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/niedowierzanieattendre.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4116" title="niedowierzanieattendre" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/niedowierzanieattendre-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Immer wenn man denkt, atmosphärische elektronische Musik sei nun endgültig an ihrem Ende angelangt und friste ein überwiegend epigonales Dasein, stößt man unvorbereitet auf eine Platte, die so gar nicht langweilig und verbraucht klingt und es im Handumdrehen schafft, dass man alle Vorurteile wieder über Bord wirft. „Attendre“, das zweite Album dieses Projektes mit dem polnischen Namen, den ich mir nie länger als zehn Sekunden behalten kann, ist so ein Fall. Niedowierzanie, wie der in Deutschland lebende Franzose Léo sein musikalisches Medium nennt, steht für<span id="more-4114"></span> warme, erdverbundene Klänge und ein ausgesprochen weites Raumgefühl, für dezente, zum Teil melancholisch eingefärbte Exotik und gut durchdachte Kompositionen.</p>
<p>Von der Ausdrucksweise her scheint Niedowierzanie einem magischen Realismus verpflichtet zu sein – insofern, dass ein magischer, ästhetizistischer Grundtenor untrennbar verwoben ist mit allgegenwärtigen Fragmenten der Realität, die fesselnde, stets mit Andeutungen arbeitende Geschichten erzählen. Den vielfältigen, teils folkloristisch eingefärbten Klangzitaten nach zu urteilen spielen diese an ganz unterschiedlichen Orten der Welt. Vielleicht entsteht aus den sonoren Erzählfragmenten die Lebensgeschichte eines Reisenden, dessen Weg irgendwo im Osten Europas beginnt. Er scheint von einer Sehnsucht getrieben zu sein, die intensiv und doch keineswegs sentimental ist. Beflügelt durch Erzählungen der Roma gelangt er irgendwann an die Küste des Mittelmeeres und über die Iberische Halbinsel verschlägt es ihn schließlich nach Südamerika, wo er irgendwo in den Höhen der Kordilliere seinen Lebensabend verbringt. Doch vielleicht ist dies auch nur die Fantasie eines Hörers, der zu sehr in Sound und Artwork von „Attendre“ abgetaucht ist. Rein faktisch bricht sich die Wirklichkeit Bahn in Form von schabenden Sounds, die sich beim Opener inmitten von verhalltem Rauschen bemerkbar machen und entfernt an menschliche Stimmen erinnern, bis sie einer geheimnisvollen Perkussion das Feld überlassen, die aufgrund ihrer Distanz fast desolat wirkt und ihre Ekstatik nur andeutet. Weiter hinten drängen die Alltagsgeräusche unter einer einlullenden Dronefläche und dem smoothen Spiel einer Trompete hervor, und auch hier kann man sie kaum einer bestimmten Klangquelle zuordnen. Man fragt sich, was für Tagesreste sich da in den seltsamen Traum hineingeschlichen haben, der sich wunderbar als kontemplative Siesta kaschiert. Generell ist die Musik eingängiger als auf früheren Aufnahmen des Künstlers, auch wenn die strukturellen Arrangements immer eine leicht unvorhersehbare Note beibehalten, zum Teil Tonfolgen in Erwartung stellen, die dann verweigert werden. Doch zu wirklichen Dissonanzen gerinnt das nie, selbst bei Bläserchaos und sirrenden Noisemomenten.</p>
<p>Die Trompete ist nicht das einzige „echte“ Instrument, dass der Künstler, vom Label als Multiinstrumentalist apostrophiert, den manipulierten Synthieflächen und den zahlreichen Samples zur Seite stellt. Zu einem großen Teil geben sie Assoziationen zu traditioneller romanischer Musik Raum, in ihrer Diversität könnte man glatt von Weltmusik sprechen, wäre der Begriff nicht so hoffnungslos verbraucht. Neben nie einwandfrei klassifizierbaren Instrumenten, die auf gezupften oder per Tastenanschlag stimulierten Saiten basieren, sind vor allem Akkordeon und Cello prominent, sie geben der Musik einen erdigen, souveränen Klang und sorgen mit für ihre flächig-dröhnende Gestalt. Dennoch gibt es auch Passagen, in denen sich die Musik aus der Horizontalen erhebt, und verhaltene Rhythmen Bewegung ins Szenario bringen, im leicht jam-artigen Titelstück hat dies einen zitathaft angedeuteten Jazzcharakter, und zusammen mit dem unmittelbaren Pathos der Melodien denkt man an die südamerikanische Version eines Badalamenti, der mit seinen ätzend-aufreizenden Trompetenklängen so manchen Doomjazzern das Fürchten lehrt – nur um dann wieder zu verschwommenen, melierten Drones zurück zu kommen, die ihre Klimax im großartigen Finale „Soleil Rouge“ finden.</p>
<p>Ich empfehle die schön gestaltete LP, die schon vor ein paar Monaten erschienen ist, weil sie immer noch bei diversen Mailordern geführt wird, aber bei einer Stückzahl von unter zweihundert handnummerierten Exemplaren wird das sicher nicht lange so bleiben. Eine Diskussion zu Sinn und Unsinn des programmatischen Limitierens von Longplayern will ich hier nicht vom Zaun brechen – ganz basal mag dies Fragen der Realisierbarkeit geschuldet sein, und als Statement gegen die PR-Mentalität einer ordinären Kulturindustrie hat eine Musik, die erst einmal gefunden werden will, etwas durchaus Sympathisches. Wenn der neugierig durch unentdecktes Land driftende Musiksucher jedoch, fernab klar definierbarer Millieus und dem oben beschriebenen Reisenden vielleicht nicht unähnlich, dann feststellt, dass sich sämtliche Exemplare schon in den Händen einer exklusiven wie kalkulierbaren Zielgruppe befinden, ist das schon schade. Dies und die Frage, wann in bestimmten Szenen das Sammeln wichtiger wird als das Hören, lässt bei mir gelegentlich das Schlagwort von der Inflation des Raren auf der Zunge jucken. „Attendre“ jedenfalls wünsche ich gehört und nicht gehortet zu werden.</p>
<p><strong>Label: RuR</strong></p>
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		<title>NOVÝ SVĚT: …Into Your Skies</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:56:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im Laufe der Jahre haben wir eine Reihe von sehr fruchtbaren Interviews mit Jürgen Weber geführt, die seine Herangehensweise(n) an die Musik beleuchteten und manchmal erhellten. Gleichzeitig sagte er uns zuletzt, wie sehr ihn an Interviews die oft zu Missverständnissen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/novy-svet-%e2%80%a6into-your-skies/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Novy-Svet-Skies.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-393" title="Novy-Svet-Skies" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Novy-Svet-Skies.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Laufe der Jahre haben wir eine Reihe von sehr fruchtbaren Interviews mit Jürgen Weber geführt, die seine Herangehensweise(n) an die Musik beleuchteten und manchmal erhellten. Gleichzeitig sagte er uns zuletzt, wie sehr ihn an Interviews die oft zu Missverständnissen führende Zitierbarkeit störe. Insofern sollte man vorsichtig sein, wenn man sich jetzt auf frühere Äußerungen bezieht.<span id="more-392"></span></p>
<p>Denkt man aber an das postum veröffentlichte Album „…Into Your Skies“, kommen einem unweigerlich die Worte in den Sinn, mit denen er in einem frühen Interview den Schaffensprozess beschrieb, die teils unglaubliche – von Besessenheit zeugende – Geschwindigkeit, mit der manche der Stücke entstanden. Vielleicht nahm da ein Getriebener auf, aber Getriebene haben auch Antrieb und so entstand innerhalb weniger Jahre ein umfangreiches Werk, wobei die kürzeren Veröffentlichungen, die Zusammenarbeit mit anderen den eigentlichen Alben in nichts nachstanden. Die Faszination, die Nový Svět immer ausübten, war vielleicht zum Teil der sprachlichen Distanz geschuldet, die durch die Verwendung des (u.a.) Spanischen entstand, insofern ist es interessant zu betrachten, inwiefern die Verständlichkeit dem Duo den Nimbus des Besonderen, die  Aura nimmt (das Cover scheint ironisch mit dem Ganzen zu spielen), denn bislang gab es nur wenige veröffentlichte englische Stücke (etwa „Resistant“ oder das 9/11-Stück „Crushed“). Die zwischen 2001 und 2003 gemachten Aufnahmen (22 Stücke, das längste Stück knapp dreieinhalb Minuten, das kürzeste etwas unter einer Minute) knüpfen an die von Akustikgitarre geprägten Singer-Songwriterartigen Stücke an, die sich erstmals auf der Compilation „The Flies in Dreams and Reality“ fanden und dann auch in leicht anderer Form auf dem vorgezogenen Schwanengesang „Fin Finito Infinito“ auftauchten. Erstmals sind zudem alle Texte auf dem sich zu einem großen Poster auffaltbaren Cover abgedruckt. Nach dem Einleitungssong „All Purity Quenched“, bei dem der Gesang nur vom Akkordeon untermalt wird, konzentriert sich der Rest fast ausschließlich auf Akustikgitarre.</p>
<p>Es gab bei Nový Svět zwei Wörter, die (gefühlt) in fast jedem Stück vorkamen: „corazón“ und „nada“. Natürlich ließe sich sagen, dass der, der mit dem Herzen lebt, irgendwann vielleicht unvermeidlich vor dem Nichts steht und „…Into Your Skies“ lässt den Sänger erneut eine Vielzahl von Emotionen durchleben und -leiden (und auch Leid zufügen). Da gibt es den Falsettgesang, der das Leiden angesichts des Verlusts des für Selbstverständlich-Gehaltenen illustriert („Blind“), dann aber direkt darauffolgend rauer Gesang („Violet“), der Liebeserklärungen macht. Es gibt durchgängig das Bewusstsein, dass die Welt der Beziehungen aus „bittteren Orten“ besteht und man vielleicht der Aufforderung nachkommen muss, „wie ein Wolf zu heulen“. Dabei können die Songs durchaus drastisch-derb ausfallen („Try It All“ oder das großartig betitelte „Meat and Sex“ – ein rechtlicher Terminus für Geschlechtsverkehr war im Englischen früher bezeichnenderweise „carnal knowledge“) und auch voller Humor („Sober Song“, „Sober“ – man denke dann an die von Drogen(-erfahrungen) verschiedenster Art geprägte „Chappaqua“). Dabei gelingen auch immer wieder tolle Momente: „the fire was always yours/but the ashes that of others“ („Ashes“). Um auf die Frage zurückzukommen, ob das Englische Nový Svět beschädigt, kann man nur sagen, dass das nicht so ist.</p>
<p>Nový Svět waren schon immer ein postmodernes Wunderwerk an Intertextualität, Referenzen, zitierten Zitaten (wie etwa auf „Aspiral III“). Auf „…Into Your Skies“ zitieren sie COIL, die THE SMITHS zitieren („Nature is a language“), ein Stück heißt „Always On My Mind“ und am Ende des Albums hört man Pound seinen 17. Cantos rezitieren, bevor er abrupt unterbrochen wird und das Album endet. Trotz der vielleicht schnell eingespielten und komponierten Stücke und der Einfachheit des Aufbaus gelingen (wie auf jeder vorherigen Veröffentlichung auch) immer wieder echte Ohrwürmer und Augenblicke, die einem eine Gänsehaut machen und bei einigen der Stücke (z. B. bei “Days Will Come”) fragt man sich, ob sie in einer besseren Welt nicht sogar in die Charts kommen könnten.</p>
<p>„…Into Your Skies“ lässt einen bewusst werden, wie sehr Nový Svět fehlen. Die Hoffnung, dass das vor einigen Jahren angekündigte und bislang nicht veröffentlichte „Desde Infiernos De Flores<em>“</em> doch noch erscheint, habe ich noch nicht aufgegeben.</p>
<p>(M.G.)</p>
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