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	<title>African Paper &#187; Ritual</title>
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		<title>Sons Of An Older Cosmos: Ritualfestival im Hangar 49, Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Oct 2018 11:33:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum dritten mal veranstaltet das Label Qualia am 15.12. im Berliner Hangar 49 einen Konzert- und Performance-Abend mit ritueller Musik. Headliner ist diesmal das rumänische Projekt Alone In The Hollow Garden, ein rituelles Alter Ego des bekannten Acts Tanz Ohne &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/10/14/sons-of-an-older-cosmos-ritualfestival-im-hangar-49-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum dritten mal veranstaltet das Label Qualia am 15.12. im Berliner Hangar 49 einen Konzert- und Performance-Abend mit ritueller Musik. Headliner ist diesmal das rumänische Projekt Alone In The Hollow Garden, ein rituelles Alter Ego des bekannten Acts Tanz Ohne Musik und erstmals in Deutschland zu sehen. Ebenfalls zu sehen sind die zusammen auftretenden Bands Sielwolf und Nam-Khar, die seit Jahren kollaborieren, bereits zwei Alben zusammen aufgenommen aben, aber nur selten live auftreten. Ein weiterer Act ist Contemplatron aus Polen. Das Projekt entstammt dem Umfeld der Gruppe Bön und ist ebenfalls von tibetischer Ritualmusik beeinflusst. Den Auftakt macht auch in diesem Jahr Holotrop, das zwischen psychedelicher Elektronik und schamanistischen Klängen verortete Projekt des Veranstalters. Abgerundet wird das Programm durch ein DJ-Set aus dem Hause club|debil.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/10/sonsofanoldercosmos2018.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-16519" title="sonsofanoldercosmos2018" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/10/sonsofanoldercosmos2018.jpg" alt="" width="500" height="694" /></a><span id="more-16518"></span></p>
<p>Samstag, 15.12.18<br />
Einlass: 20 Uhr, Beginn: 21 Uhr<br />
Hangar 49,<br />
Holzmarktstraße 15-18<br />
10179 Berlin</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/events/172975283313260/"><strong>Event @ FB mit weiteren Infos</strong></a></p>
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		<title>We Simply Lend our Energies to the Chaos of Creation. Interview mit Hermetic Brotherhood of Lux-Or</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 09:57:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die im Sardinischen Macomer beheimatete Hermetic Brotherhood of Lux-Or existiert, ähnlich wie das ihr nahestehende Label-Kollektiv Trasponsonic, schon seit den späten 90ern, doch es dauerte eine Zeitlang, bis das mysteriöse Ritual-Projekt sich auch außerhalb der italienischen Musikszene einen Namen machte. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-mit-hermetic-brotherhood-of-lux-or/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US"><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14826" title="HBOL VULTURES AVIARY Repopulation" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><strong><strong><strong>Die im Sardinischen Macomer beheimatete Hermetic Brotherhood of Lux-Or existiert, ähnlich wie das ihr nahestehende Label-Kollektiv Trasponsonic, schon seit den späten 90ern, doch es dauerte eine Zeitlang, bis das mysteriöse Ritual-Projekt sich auch außerhalb der italienischen Musikszene einen Namen machte. Der vor einigen Jahren durch die Medien geisternde Begriff der Italian Occult Psychedelia scheint wie für sie geschaffen, ist jedoch gleichsam eine nur bedingt passende Kategorie, da gerade der zweite Begriff für die Sardinier um MSMiroslaw weit mehr als Kolorit bedeutet. Hermetic Brotherhood, die ihren Namen einem<span id="more-14822"></span> esoterischen Orden entlehnt haben, dokumentieren mit ihren Veröffentlichungen rituelle Handlungen und streben gleichsam die Entstehung eines neuen traditionellen Musik an. Das Interview entstand im Anschluss an das vom Label Qualia organisierte &#8220;Sons of an Older Cosmos&#8221;-Festival in Berlin, an dem auch Hermetic Brotherhood of Lux-Or mit einem intensiven Auftritt beteiligt waren.<br />
</strong></strong></strong></strong></p>
<p lang="en-US"><a title="We Simply Lend our Energies to the Chaos of Creation. Interview with Hermetic Brotherhood of Lux-Or" href="http://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-with-hermetic-brotherhood-of-lux-or/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p lang="en-US"><em><strong>Es gibt hierzulande nicht viele Informationen über euch, würdet ihr unseren Lesern die Hermetic Brotherhood of Lux-or kurz vorstellen? Wie und von wem wurde die Gruppe gegründet und in welchem zusammenhang steht sie zum Trasponsonic-Label und dem darum entstandenen Kollektiv?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Trasponsonic ist eine kollektive Erfahrung, die der Musik, dem extremen Theater, dem Kino und der Kunst generell gewidmet ist, und kam Ende der 90er in Sardinien, in der Mitte der Insel zur Welt. Genauer in Macomer, der Hauptstadt des Marghine-Gebietes, dass die Grenze (margin) des sogenannten Barbagia bildet: des Barbarenlandes; so nannten es zumindest die Römer, die es nie zu unterwerfen vermochten. Es ist das Herz aller alten Traditionen, die hier noch immer lebendig sind. Macomer ist eine kleine post-industrielle Stadt inmitten einer Gegend mit rund 800 archäologischen Stätten, so langsam bekommt sie einen Bezug zu ihrer Vergangenheit und Identität. Hier passierte es, dass eine Gruppe einheimischer Jugendlicher (MSMiroslaw, Ersilio Campostorto, Andrej Porcu, Samantha Soames, Ethan Varrs, Egon K, Der List, Gabriel LB, SolideaSurya, Laura Dem) den Drang verspürte, ihre Lebenserfahrungen auszudrücken und mit vielen Ausdrucksformen zu experimentieren begannen, was dann früher oder später in die Hermetic Brotherhood of Lux-Or mündete.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Welche Ideen gingen der Gründung der Gruppe voraus?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Die zentrale Idee ist, neue traditionelle Musik zu kreieren. Eine populäre Musik, die das Echo archaischer Traditionen mit der jüngeren industriellen Vergangenheit zusammenführt, um einer kulturellen Renaissance durch eine schmerzhafte, aber notwendige Mutation Leben zu geben. Eine Musik kreieren, die vollkommen repräsentativ für diese Situation ist und frei von Stereotypen und äußeren kulturellen Einflüssen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Zur Zeit scheint Hermetic Brotherhood of Lux-or aus Laura Dem und MS Miroslaw zu bestehen, bei älteren Aufnahmen tauchten aber noch mehr Namen auf. Betrachtet ihr die Gruppe als offenes Kollektiv mit euch beiden als Kern, oder seid ihr mittlerweile ein festes Duo?</strong></em></p>
<p lang="en-US">HBOL is und wird immer eine kollektive und plurale Erfahrung sein, ein lebender und mutierender Organismus. Unser Leben und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umstände haben dazu geführt, dass wir heute als Duo auftreten, aber diese Wahl wurde nicht am Reisbrett entworfen. Alle Mitglieder von Trasponsonic haben an HBOL-Aufnahmen teilgenommen, und keiner kann sagen, wie dieses Geschöpf sich in der Zukunft entwicklen wird. Es sind Entwicklungen, die wir nicht kontrollieren können.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Ihr werdet oft als Ritual-Musiker bezeichnet, und &#8220;Ritual&#8221; wird oft als ein Genrebegriff verwendet. Meist ist aber nicht ganz klar, ob das jetzt nur für Musik gilt, die in Ritualen Verwendung findet, oder auch für Musik, die eine rituelle Atmosphöre aufweist oder entsprechende Themen andeutet. Benutzt ihr selbst diesen Begriff, und wie würdet ihr euch selbst in diesem Bereich verorten?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Das Wort wird oft als ein Modebegiff verwendet, aber in unserem Fall, wenn wir auf die tatsächliche anthropologische Bedeutung referierenb, ist das völlig gerechtfertigt. Wir nehmen das Musikmachen nicht leicht, es ist kein Hobby oder Job für uns. Unsere Aufnahmen finden nach sehr langen psycho-physischen Vorbereitungen durch ethnografische Techniken statt. Es ist reine klangliche Dokumentation dessen, was in diesem Moment passiert. Wir üben nicht täglich mit Instrumenten wie normale Musiker, eher im Gegenteil. Die Instrumente der Klangproduktion, ob akustisch oder elektrisch, fungieren lediglich als Verstärker des emotionalen Flusses des Rituals, das vollzogen wurde, um mit den übernatürlichen Kräften um uns in Berührung zu kommen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14827" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg" alt="" width="960" height="621" /></a>Euer Bandname bezieht sich auf den initiatorischen Orden Hermetic Brotherhood of Luxor, der im London des späten 19. Jahrhunderts aktiv war. Was hat euch an diesem Orden interessiert?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Der HBOL wurde vor 4451 Jahren geboren aus einer Spaltung zwischen Klerikalisten und wahren Adepten, zwischen Theben und Lux-or, implementiert von dem göttlichen Großmeister Hermes Trimegistos. Der ganze westliche Okkultismus und die heidnischen religiösen Riten der antiken westlichen Länder stehen in der Schuld dieses alten Ordens. Die hermetischen Initiaten haben nichts aus Indien bezogen: die auffallenden Konsonanzen zwischen Namen, Lehren und Ritualen von Indern und Ägyptern zeigen nicht, dass Ägypten seine Doktrin von Indien bezogen hat, sondern offenbaren, wie die Hauptthemen und die dazugehörenden Lehren aus der selben Quelle schöpfen; und diesen ursprüngliche Quelle ist weder Indien noch Ägypten, sondern eine verlorene Insel im Westen.</p>
<p lang="en-US">Diese altertümliche Insel ist Sardinien. Viele Studien einigen sich mittlerweile auf die Hypothese, dass die legendäre Insel der Türme jenseits der Säulen des Herkules, von denen Platon berichtet, unser Land ist. Wir spüren die archaische Grundlage dieser Tradition. Kommt nach Sardinien und schaut euch unsere Megalithen an, unsere heiligen Stätten, die ältesten Statuen des Mittelmeerraumes, trinkt unseren Wein, seht unseren Karneval und ihr werdet verstehen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Wenn ihr eure Aufnahmen mit euren Performances vergleicht, welche der zwei Aktivitäten sind näher an der Essenz eurer Gruppe?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Definitiv unsere intimsten Rituale. Es ist sehr schwierig, die gleiche Dimension live zu reproduzieren, aber nicht unmöglich.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Konzerte mit rituellem Inhalt leiden manchmal etwas an dem &#8220;Pop-&#8221; oder &#8220;Rock&#8221;-Kontext, in dem sie stattfinden, oder anderes ausgedrückt: Geplapper und Zigarettenrauch können der Aura okkulter Musik durchaus schaden. Was ist eurer Meinung nach die ideale Stimmung oder Haltung, um als Publikum doch noch etwas Bedeutsames daraus zu ziehen?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Es hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur vond en Voraussetzungen der Hörer. Wie du schon sagst, gibt es viele störende Elemente im Rahmen von &#8220;Rock&#8221;-Locations, und wir selbst sind da auch meist nicht indifferent. Es kann eine Performance negativ beeinträchtigen. Der Schlüssel ist ein Set an Konkaven, die schwierig zu handhaben sind. Um unsere Musik vollständig zu rezipieren, ist manchmal eine lange Reise notwendig: eine echte Initiation.</p>
<p><em><strong>Euer aktuelles Studioalbum &#8220;Anacalypsis&#8221; hat eine intensive Atmosphäre und erscheint mir als ein sehr dichtes Narrativ </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> nachem zuerst Spannung kreiert wird, bündelt sich etwas und wird zu einem finalen eruptiven Höhepunkt gebracht. Der Titel kommt in zahlreichen esoterischen Lehren vor und bedeutet so etwas wie Offenbarung. Was könnt ihr uns über die Hintergründe des Werks erzählen, und wie habt ihr den Schaffensprozess erfahren?</strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14828" title="HBOL S.ANTONIO MOUNTAIN MACOMER" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" /></a>Das Album ist inspiriert von dem gleichnamigen Buch von Godfrey Higgins. Eine lange Untersuchung zum Ursprung von Sprachen und Religionen. Eine Jahrtausende umspannende menschliche Reise, zustandegebracht durch unendliche Visionen, Gottheiten, Rituale, die aufsteigen, kondensieren, sublimieren, zerschellen, verdampfen, aus nichts geboren, alles werdend und am Ende zurückkehrend zum primitiven chaotischen Element. Die reine Essenz eines Aktes instinktiver Lebensweitergabe, die uns jeden Tag am Leben erhält. Die esoterische Bedeutung von Anacalypsis ist die einer nicht versteckten, sondern sich vor unseren Augen abspielenden Offenbarung in aller Einfachheit. Es mag anmaßend klingen, aber genau dies wollen wir durch unsere Sounds kommunizieren. Ob es uns gelingt oder nicht, mögen die entscheiden, die den Wunsch haben, es zu hören.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In einem Video aus dem Jahr 2012 tretet ihr zusammen mit Simon Ballestrazzi bei einem Karneval in Ottana, Sardinien auf, begleitet von einer Gruppe maskierter Schauspieler, die mythische Charaktere darstellen. Welches traditionelle Ritual führt ihr da auf, und habt ihr eine starke Verbindung zu den lokalen Mythen?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Die Performance, die von uns komplett konzipiert und realisiert wurde, fand tatsächlich bei der archäologischen Stätte von Tamuli statt, eine der wichtigsten solcher Stätten im Gebiet von Macomer. Sie besteht aus drei Riesengräbern mit der charakteristischen Form eines Stierschädels, sechs phallischen Steinen, von denen drei androgy sind, da sie weibliche Brüste haben und eine Nuraghe, umgeben von eindringenden Spitzen. Eine Stätte, die ins 3. Jahrtausend vor Chr. zurückdatiert wird, wo wichtige Fruchtbarkeits- und Todesrituale stattfanden. Die Boes und Merdules von Ottana: die traditionellen Masken der Barbagia-Region haben ihr dionysisches Ritual der angestammten Verbindung zwischen Mensch und Tier nur für diese Gelegenheit mit unserer Musik kombiniert. Es war eine einzigartige Erfahrung, unsere moderne musikalische Forschung an einem stark magischen und heiligen Ort mit unserer ältesten Tradition zu verbinden.Dies ist die ideale Dimension, um unsere Essenz voll und ganz zu erfahren.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Einige eurer Aufnahmen sind an einem Ort namens Nasprias Cave in Sardinien abgemischt und produziert worden. Ist es ein realer Ort, und was symbolisiert er für euch?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Nasprias Cave ist der magische Ort, an dem wir leben. Es ist ein altes Haus, erbaut auf altem Gemäuer und errichtet mit Gestein aus der Region, nahe Macomer, voller Weinberge, Olivenhaine, Nuraghi, Menhire, Dolmen, Riesengräber. Einfach unser Land. Unsere einzige große Inspiration. Unsere Mutter..</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Neben bekannten elektronischen und akustischen Geräten arbeitet ihr ebenfalls mit selbstgebauten Instrumenten wie einem &#8220;Sacred Horse Skull&#8221;. Was könnt ihr uns über dieses Instrument erzählen? Basiert die Technik auf einer bestimmten Tradition?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Der heilige Pferdeschädel entstand natürlich und ungeplant. Ich fand ihn in einer Einrichtung zur Wiederansiedlung des sardinischen Geiers. Absolut furchteinflößend. Die Geiergöttin wurde verehrt als Muttergöttin der Regeneration, denn im Altertum wurden die Verstorbenen aufgebahrt, um rituell zerfleischt zu werden; die weißen Knochen, ein Zeichen der Wiedergeburt, konnten dann bestattet werden. Eine Praktik, die auch in Sardinien verbreitet war. Erinnern euch die Türme der Tibeter da an etwas? Jedenfalls benutzte ich es zunächst als Perkussionsinstrument, aber da ich nicht wirklich zufrieden damit war, fügte ich ein paar Saiten an, auf eine ähnliche Art wie bei alten arabischen Violinen. In den folgenden Jahren bin ich bei meinen Nachforschungen darauf gestoßen, dass Leonardo Da Vinci Studien über die Akustik von Tierschädeln (die ersten harmonischen Studien der Geschichte) durchgeführt hat und das Pferd für das beste Beispiel hielt. Das mongolische Igil musste aus einem echten Pferdeschädel gebaut hergestellt werden, doch es behielt sein Zeichen in der Gestaltung des Griffs und in der Verwendung von Pferdehaar für Saiten und Bogen. Ich wusste das noch nicht, als ich mein instrument gebaut hatte. Unsere vererbte DNA enthält offenkundig eine Menge an Informationen, die durch bestimmte hellseherische Vorgänge neu hervorgebracht werden müssen. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14829" title="HBOL Live NUOVO PANIFICIO CAGLIARI" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg" alt="" width="1196" height="700" /></a></p>
<p lang="en-US"><em><strong>In Lauras Liste an Instrumenten tauchen auch “Ghosts” auf. Was hat es damit auf sich? </strong></em></p>
<p lang="en-US">Das betrifft hauptsächlich den Song &#8220;Phantams of the Living&#8221;. Ende des 18. Jahrhunderts startete die Society for Psychical Research eine Reihe von Studien zu paranormalen Phänomenen und ebnete so den Weg für das, was später die moderne Psychoanalyse wurde. &#8220;Phantasms of the Living&#8221; von Podmore, Myers und Gurney ist eine Sammlung dokumentierter Fälle von Phänomenen wie Xenoglossie, Glossolalie, Atmen in Trance, Besessenheit, Hellseherei. Die Studie basiert auf einer neuen Perspektive auf Spiritualismus, die davon ausgeht, dass es sich bei Geistern nicht so sehr um die der Verstorbenen handelt, sondern um die von Lebenden. Wir haben authentische Samples in dem Song verwendet, um auf die bekanntesten Fälle zu verweisen und um so ein Konzentrat der mentalen Energie zu kreieren, in einem Versuch, sie in einem Ritual und einer befreienden Beschwörung zu channeln.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Ihr habt bereits den Religionshistoriker Mircea Eliade, v.a. seine Arbeiten zum Schamanismus, und die Theaterkonzepte von Antonin Artaud als wichtige Einflüsse eurer Arbeit genannt. Welche Ideen dieser Theoretiker interessieren euch, und auf welche Art passen ihre Konzepte zusammen?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Wie gesagt ist unser Zugang zur Musik keine wiederbelebender, sondern der sakralen Sphäre inhärent. Antonin Artaud war einer der Pioniere ethnobotanischer Forschung, man denke nur an seine &#8220;Reise ins Land der Tarahumara&#8221; und seinen darauf folgenden Versuch, das Theater zu seinen Ursprüngen zurückzubringen: zum rituellen, religiösen und schamanistischen. Der Zweck des Theaters war seit den Anfängen, mit dem Göttlichen in Bezug zu treten. Artauds &#8220;Grausamkeit&#8221; bringt uns zurück zu einer Dimension, die nicht nur repräsentativ und fiktional ist, sondern die &#8220;rohe&#8221; Wirklichkeit dessen,w as den theatralischen Akt aumacht. Eliade eröffnet uns in seinem Werk &#8220;Schamanismus und die Technik der Ekstase&#8221; endlose Möglichkeiten, den Blickwinkel, die uns die alte Religion gibt, zu verwirklichen.</p>
<p lang="en-US">Die Rituale des sardinischen Karnevals sind in diesem Sinne emblematisch, denn sie inszenieren mit kleinen Variationen die jährliche Tötung des heiligen Königs. Wenn die Maske getragen wird, nimmt der Tiergeist Besitz vom Menschen und führt ihn komplett. Es ist keine Inszenierung. Es geschieht wirklich.</p>
<p><em><strong>Denkt ihr </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> auch bezugnehmend auf Artauds Ideen zu einem eher physischen Theater der Grausamkeit </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> dass Sprache eine Sackgasse sein kann bei der Suche nach Wissen und Erfahrung?</strong></em></p>
<p lang="en-US">In dem Sinne, dass es ein obligatorischer Pfad ist, ein schwieriger und ermüdender Weg voller Hindernisse und Gruben, was wie in Artauds eigenem Fall, zu Selbstzerstörung und Tod führen kann, aber der einzig mögliche Weg. Es gibt nur den schmalen Weg. Keine Abkürzung. Die artaud&#8217;sche Parabel ist identisch mit denen, die vor und nach ihm auf die Reise gingen. Wie er selbst sagte, &#8220;Ich bin alle Namen der Geschichte&#8221;. Er war ein Vorherbestimmter. Ein Schamane. Ein Medizinmann. Ein Christus. Ein heiliger König. Ein menschliches Opfer. Ein menschliches Wesen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In The Wire hat ein Rezensent eure Musik mit dem italienischen Horrorkino in Verbindung gebracht. Da ihr ohnehin multimedial arbeitet, denke ich auch, dass es da Einflüsse gibt. Gibt es einen Stil in der Geschichte des Films oder bestimmte Filme, die euch stark inspiriert haben?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Das Kino ist tatsächlich eine unserer größten Inspirationsquellen. Wenn wir an italienische einflüsse denken, müssen wir Pasolini, Carmelo Bene, Cavallone, Corrado Farina, Schifano, Cipri und Maresco erwähnen, und das ganze dadaistische und surrealistische Kino der Anfänge, das uns zu unserem Film &#8220;La Rivolta di Iside&#8221; inspirierte. Die Horror-Ecke macht Spaß und interessiert uns aufgrund einiger experimenteller Ideen, aber nicht mehr.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Eure Reihe “Ethnographics” dokumentiert Konzertaufnahmen, bei denen das Thema später gefunden wurde. Letztlich stehen aber immer Themen der Zivilisation, von der Psychiatrie bis zur Unterhaltungsindustrie, im Vordergrund. Was könnt ihr uns über diese Zusammenhänge erzählen? </strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-14830" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN 2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>Jedes Werk ist immer ein Schnappschuss eines bestimmten Momonts in unserem Leben. Unsere literarischen, cinematografischen, anthropologischen, philosophischen Leidenschaften vermischen sich und entstehen neu in Form von Klangwellen. Alles nimmt Form auf eine ganz natürliche Weise und besteht aus zahllosen Teilen, zusammengeführt in großer Geschwindigkeit auf der magnetischen Leinwand. Erst zum Schuss bewegen wir uns etwas weg von dem Bild, um es von außen zu betrachten, und dann stellen wir immer wieder fest, dass es eine vollendete Form erhalten hat. Dass all deine anscheinend sinnlosen Gesten zur Erschaffung von etwas geführt haben, das lebendig wird und nicht mehr dir gehört. Wir überlassen unsere Energien einfach dem Chaos der Kreation. Das ist alles, was wir erfahren.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Nach der Veröffentlichung von “Anacalypsis” und “Ethnographics III” hattet ihr mehrere Auftritte mit Hermetic Brotherhood und anderen Projekten. Was habt ihr für die nächste Zeit geplant?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Es wird bald eine EP von MSMiroslaw geben mit dem Titel &#8220;Les Organes de la Voix&#8221;, inspiriert von den alten Gesangstraditionen verschiedener Völker, und sobald die astralen Voraussetzungen ideal sind, werden wir ein neues Ritual der HBOL aufnehmen mit Hilfe von nicht nur einem, sondern mehreren Pferdeschädeln. Ansonsten das Überleben und der tägliche Kampf auf unserem magischen, aber gequälten Sardinien.</p>
<p lang="en-US">Wir danken African Paper für das Interesse an unserer Arbeit und die Gelegenheit, uns euren Lesern vorzustellen.</p>
<p lang="en-US">(A.K. &amp; U.S., Übersetzung: N. Seckel)</p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://hbol.bandcamp.com/">HBOL @ Bandcamp</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://www.facebook.com/HermeticBrotherhoodOfLuxor/">HBOL @ Facebook</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="http://www.trasponsonic.net/HBOL.htm">Trasponsonic</a></strong></p>
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		<title>We Simply Lend our Energies to the Chaos of Creation. Interview with Hermetic Brotherhood of Lux-Or</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 09:50:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[The Hermetic Brotherhood of Lux-Or is located in the Sardinian Macomer and like the closely related label collective Trasposonic has existed since the late 1990s, but it took a while for the mysterious ritual project to make their mark outside &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-with-hermetic-brotherhood-of-lux-or/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US"><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14826" title="HBOL VULTURES AVIARY Repopulation" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>The Hermetic Brotherhood of Lux-Or is located in the Sardinian Macomer and like the closely related label collective Trasposonic has existed since the late 1990s, but it took a while for the mysterious ritual project to make their mark outside the Italian music scene. The concept of an “Italian Occult Psychedelia”, which haunted the media a few years ago, seems to have been created for them, but is a rather limiting category. Especially the term &#8216;occult&#8217; means much more to the Sardinians around MS Miroslaw than just atmosphere. Hermetic Brotherhood, whose name refers to an old esoteric order, use their releases to document their personal ritualistic acts, and strive for the emergence of a new traditional music. The interview was conducted following the “Sons of an older Cosmos” festival in Berlin, where the Hermetic Brotherhood of Lux-Or gave an intense performance.</strong></p>
<p lang="en-US"><em><strong>As there is not so much information in German media about your works, please introduce the Hermetic Brotherhood of Lux-or to our readers. How was this group formed and by whom? In which connection does the group stand to the Trasponsonic label and the community around?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Trasponsonic is a collective experience dedicated to music, extreme theater, cinema and art in general, born at the end of the 90s in Sardinia, in the middle of the island. More precisely in Macomer, the capital of the Marghine territory, which is the border line (margin) of what is called Barbagia: the land of the barbarians; so called by the Romans who never succeeded in subduing her. The heart of all ancestral traditions that still resist today. Macomer is a small post-industrial town located in an area where there are 800 archaeological sites, and which now comes to terms with its past and its identity. Here a group of local youths (MSMiroslaw, Ersilio Campostorto, Andrej Porcu, Samantha Soames, Ethan Varrs, Egon K, Der List, Gabriel LB, SolideaSurya, Laura Dem) feel the urgency to communicate their vital experience to the world and begin to experiment with various forms of expression that then flow around half of two thousand in the Hermetic Brotherhood of Lux-Or.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Which were the main ideas that led to the foundation of the group?</strong></em></p>
<p lang="en-US">The basic idea is to create new traditional music. A new popular music that can fuse together the echo of the archaic traditions with the recent industrial past to give life to a cultural renaissance through a painful but necessary mutation. To create a music that is fully representative of this situation free from stereotypes and external cultural influences.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In recent time, Hermetic Brotherhood of Lux-or consists of Laura Dem and MS Miroslaw, but on earlier recordings you&#8217;ll find some more names of contributors. So do you regard the group as an open collective around you both as core members, or did you finally become a firm duo?</strong></em></p>
<p lang="en-US">HBOL is and will always be a collective and plural experience, a living and mutant organism. Our history of life, society and economy today has led us to the form of a duo, but the choice has not been planned at the table. All Trasponsonic members have participated in HBOL records and no one can tell how this creature will evolve in the future. These are events that we cannot control.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>You are often described as Ritual Musicians, and „ritual“ is often used as a music genre term. But often it is not so clear, if this only refers to music which is used for rituals, or also to music with a ritualistic atmosphere or topics. Do you use such terms, and where would you position yourselves in that field?</strong></em></p>
<p lang="en-US">There is a lot of fashion behind the use of this term, but in our case, if we refer to the real anthropological meaning, it is fully justified. We do not take music making lightly, it&#8217;s not a hobby or a job for us. The recording of our records takes place after a very long psycho-physical preparation through the ethnographic technique. It is pure sound documentation of what happens in that moment. We do not practice every day with instruments like normal musicians, but rather the opposite. The instruments of sound production, whether acoustic or electronic, act exclusively as amplifiers of the emotional flow of the ritual put in place to get in touch with the supernatural forces around us.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14827" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg" alt="" width="960" height="621" /></a></p>
<p lang="en-US"><em><strong>Quite obviously, your band name refers to the initiatory order Hermetic Brotherhood of Luxor, which was active in late 19th century London. Which aspects of their history and activity caught your interest and lead you to use a variation of that name?</strong></em></p>
<p lang="en-US">The hbol was born 4451 years ago from the split between clericalists and true adepts, between Thebes and Lux-or, implemented by the followers of the divine Grand Master Hermes Trimegistos. All the occultism of the West and the pagan religious rites of the ancient western nations are in debt with this ancient order. The hermetic initiates have not drawn anything from India: the apparent consonance between names, doctrines and rituals of Hindus and Egyptians, far from showing that Egypt drew its own doctrine from India, instead reveals how the main themes of the respective doctrines derive from the same source; and this original source is not India or Egypt, but the lost island of the West.</p>
<p lang="en-US">This ancient island is Sardinia. Many studies now converge on the hypothesis that the legendary island of the towers narrated by Plato, beyond the columns of Hercules is precisely our land. We feel the ancient depositaries of this tradition. Come to Sardinia to see our megaliths, our sacred sites, the most ancient statues of the Mediterranean, drink our wine, see our carnival and you will understand.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>When you compare your recording processes to your concert performances, which of the two activities do you think is closer to the essence of your group?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Absolutely our most intimate rituals. It is very difficult to reproduce the same dimension live but not impossible.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Concerts with a ritualistic content or atmosphere often suffer from some “rock” or “pop” context in which they take place, or in other words: chattering, cheering people and cigarette smoke can sometimes destroy the aura of occult music. What would you say is the ideal mood for a listener or attendant to still benefit from it?</strong></em></p>
<p lang="en-US">It depends on many factors, and not only on the listener&#8217;s predisposition. There are, as you said, many elements of disturbance in the custom of the &#8220;rock&#8221; locations and we ourselves aren&#8217;t often indifferent. This can negatively affect a performance. The success is a set of concauses very difficult to manage. To join our music fully, it is sometimes necessary to take a long journey: a true initiation.</p>
<p><em><strong>Your latest studio work &#8220;Anacalypsis&#8221; has an intense atmosphere and appears to me as a very dense narrative </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> creating tension first, then coagulating something together and bringing it to a final eruptive climax. It&#8217;s title, a term that was used in various esoteric teachings, refers to a revelation. Which were your main ideas behind the album and how did you experience its creation process?</strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14828" title="HBOL S.ANTONIO MOUNTAIN MACOMER" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" /></a>The album is inspired by the homonymous book by Godfrey Higgins. A long disquisition on the origin of languages ​and religions. A millennial human journey made of infinite visions, divinities, rituals that rise up, condense, sublimate, shatter, vaporize, born from nothing, becoming everything and finally return to the primitive chaotic element. The pure essence of an act of instinctive procreation that drives us to live every day. The esoteric meaning of Anacalypsis is one not as a hidden revelation but always in front of our eyes in its simplicity. It seems absolutely presumptuous, but it is what we try to communicate through our sounds. Whether we succeed or not, must be decided by those who have the desire to listen to it.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In a video from 2012 you perform with Simon Ballestrazzi at a Carnival in Ottana, Sardegna, accompanied by a group of masqued actors interpreting mythical characters. What kind of traditional ritual do you perform there, and do you feel a strong connection to the ancient local myths?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Actually the ritual performance entirely conceived and realized by us took place in the archaeological site of Tamuli, one of the most important ones in the territory of Macomer. It consists of three tombs of the giants with the characteristic shape of a bull&#8217;s head, six phallic stones, three of which are androgynous, because they have female breasts, and a nuraghe surrounded by incubating huts. A site dating back to the 3rd millennium BC, where important fertility and death rituals took place. Ottana&#8217;s Boes and Merdules: the traditional masks of the Barbagia country have combined their Dionysian ritual of ancestral relationship between man and animal to our music only for this particular occasion. It was a unique experience to relate our modern musical research to our most archaic traditions in a strongly magical and sacred place. This is the ideal dimension to fully enjoy our essence.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Some of your recordings are credited to be mixed and produced at Nasprias Cave, a place somewhere in Sardegna. Is this a real place, and what does it symbolize for you?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Nasprias Cave is the magical place where we live. It&#8217;s an old house built on ancient stones and made by stones of the country, near Macomer, full of vineyards, olive groves, nuraghi, menhir, dolmen, tombs of the giants. Simply our land. Our only great inspiration. Our Mother.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Besides familiar electronic and acoustic devices, you also work with self built instruments like a &#8220;Sacred Horse Skull&#8221;. What can you tell us about this instrument? Is it inspired by a certain tradition?</strong></em></p>
<p lang="en-US">The sacred horse skull is born naturally and without planning. I found him in a repopulating aviary of the Sardinian vulture. Completely scarified. The vulture goddess was venerated as the mother goddess of regeneration, because in antiquity the deceased were exposed to the open air to be ritually fleshed out; the white bones, a sign of rebirth, could then be buried. Practice also diffused in Sardinia. Do the towers of the Tibetan silence remind you of something? In any case I used it first as a percussion instrument, and then subsequently not fully satisfied I added some strings using the handle of an old Arabian violin that fits perfectly into the recess of the spine. In the following years, doing some research, I discovered that Leonardo Da Vinci had conducted studies on the acoustics of animal skulls (first harmonic cases in history) and considered the horse skull as the best one. The Mongolian igil originally had to be built with a real horse skull, but it has kept its symbol in the shape of the handle and in the use of horsehair for the strings and the bow. I have come to the construction of my instrument before knowing this information. Our ancestral DNA evidently contains a myriad of information that must be known to re-emerge through a particular psychic processes. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p lang="en-US"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14829" title="HBOL Live NUOVO PANIFICIO CAGLIARI" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg" alt="" width="1196" height="700" /></a>In Laura&#8217;s section in the list of instruments you also listed “Ghosts”. In which way are you channeling something? </strong></em></p>
<p lang="en-US">The question mainly concerns the song &#8220;Phantams of the Living&#8221;. At the end of the 800, the Society for Psychical Research gave life to a series of scientific studies on paranormal phenomena, opening the way to what will later become modern psychoanalysis. &#8220;Phantasms of the Living&#8221; by Podmore, Myers and Gurney is in particular a collection of documented cases concerning phenomena of xenoglossia, glossolalia, trance breathing, possessions, clairvoyance. The study is based on a new approach to spiritualism, which believes that ghosts are not so much those of the deceased but rather those of people in the flesh. We have used authentic samples in the song to refer to the most famous cases in order to create a concentrate of mental energy in an attempt to channel it into a ritual and liberating invocation.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In some earlier statements you mentioned the religious historian Mircea Eliade, mainly his works on Shamanism, and the theater concepts of Antonin Artaud as some main influences on how you work. Which aspects of their ideas are interesting for you, and in which way do their concepts fit together?</strong></em></p>
<p lang="en-US">As we have already said, our approach to music is far from any recreational use, but more inherent to the sphere of the sacred. Antonin Artaud was one of the pioneers of ethnobotany research, just think of his &#8220;Journey to the Country of the Tarahumara&#8221;, before he continued his journey in an attempt to bring the theater back to its original condition: ritual, religious and shamanic. Since the dawn, the purpose of the theater was to get in touch with the divine. Artaud&#8217;s &#8220;cruelty&#8221; brings us back to a dimension that is not merely representative and fictional but precisely to the &#8220;raw&#8221; reality of what happens in the theatrical act. Eliade in his &#8220;The Shamanism and the Techniques of Ecstasy&#8221; highlights and offers us endless possibilities to realize this perspective given by the ancient religion.</p>
<p lang="en-US">The rituals of Sardinian Carnival are emblematic in this sense, because they stage, albeit with small variations, the annual killing of the sacred King. When the mask is worn, the animal spirit truly takes possession of the human being and leads it fully. This is not a staging. This really happens.</p>
<p><em><strong>Do you </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> also in regards to Artaud&#8217;s ideas of a rather physical Theater of Cruelty </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> think that language can be a dead end street in many quests for knowledge and experience?</strong></em></p>
<p lang="en-US">In the sense that it is an obligatory path, a difficult and tiring road full of obstacles and pitfalls that can lead, as in the case of Artaud himself, to self-destruction and death, but the only possible way. There is only the narrow way. No shortcut. The Artaudian parable is the same as those of many men who have traveled before and after. As he himself said &#8220;I am all the names of History&#8221;. He was a predestined one. A shaman. A medicine man. A Christ. A sacred King. A man sacrifice. A human being.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In The Wire, the reviewer linked your music to Italian Horror cinema. As you work with multi media, I can guess that there is some influence of that kind. Is there some style in film history or some particular movie(s) that have strongly influenced you?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Cinema is definitely one of our greatest sources of inspiration. If we have to think of real Italian influences we can not fail to mention Pasolini, Carmelo Bene, Cavallone, Corrado Farina, Schifano, Cipri and Maresco and all the surrealist and Dadaist cinema of the beginnings, by which we were inspired to creating our film &#8220;La Rivolta di Iside&#8221;. The horror strand has fun and interests us for some experimental solutions, but nothing more.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>The series called “Ethnographics” is a concert recording, where the sujet is found later. At the end, topics of civilization, from psychiatry to mass entertainment and beyond, seemed always quite dominant. Are these things that you have a critical interest in, and what can you tell us about the connection to the records? </strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-14830" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN 2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>Every job is always the snapshot of a particular moment in our life. Our literary, cinematographic, anthropological, philosophical passions at that moment merge alchemically and fall out in the form of sound waves. Everything takes shape in a very natural way and is made up of countless pieces launched at a mad speed on the magnetic canvas. Only at the end we move away from the picture to observe it from the outside, and we realize that it has a fully completed form. That all your seemingly senseless gestures inevitably lead you to the creation of something that comes to life and no longer belongs to you. We simply lend our energies to the chaos of creation. This is everything we are experiencing.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>After the release of “Anacalypsis” and “Ethnographics III” you played live with Hermetic Brotherhood and other projects. Which are the endeavors you are up to in the nearer future?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Soon there will be an ep of MSMiroslaw entitled &#8220;Les Organes de la Voix&#8221;, inspired by the archaic vocal traditions of the peoples and as soon as there will be the ideal astral conditions we will record a new ritual of HBOL with the aid, not of one, but of two sacred horse skulls. For the rest it is about continuing to survive and fight daily on our magical but tormented Sardinia.</p>
<p lang="en-US">We thank African Paper for the interest shown in our work and for the chance to introduce us to your readers.</p>
<p lang="en-US">(A.K. &amp; U.S.)</p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://hbol.bandcamp.com/">HBOL @ Bandcamp</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://www.facebook.com/HermeticBrotherhoodOfLuxor/">HBOL @ Facebook</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="http://www.trasponsonic.net/HBOL.htm">Trasponsonic</a></strong></p>
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		<title>SIELWOLF / NAM-KHAR: Oppressfield</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2017 02:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nam-khar]]></category>
		<category><![CDATA[Ritual]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor knapp zwei Jahren veröffentlichten die beiden hessischen Projekte Sielwolf und Nam-khar ihr erstes gemeinsames Album „Atavist Craft“, eine dunkle, geheimnisvolle und zugleich kantige Version ritueller Musik. Schon damals wirkte das Resultat sehr stimmig und einheitlich, so als wären die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/02/04/sielwolf-nam-khar-oppressfield/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13267" title="cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor knapp zwei Jahren veröffentlichten die beiden hessischen Projekte Sielwolf und Nam-khar ihr erstes gemeinsames Album „Atavist Craft“, eine dunkle, geheimnisvolle und zugleich kantige Version ritueller Musik. Schon damals wirkte das Resultat sehr stimmig und einheitlich, so als wären die beiden Gruppen im Zuge der Aufnahmen zu einer unentwirrbaren Einheit zusammengewachsen. Dass sich dieser Eindruck auf ihrem zweiten Longplayer noch verstärkt, mag auch daher rühren, dass sie mittlerweile sehr gut aufeinander eingespielt sind und einen<span id="more-13266"></span> gemeinsamen Erfahrungsschatz teilen. Doch es liegt auch daran, dass „Opressfield“ um einiges stringenter ausgefallen ist und in seiner streckenweisen Brachialität keinen Raum für Zaudereien lässt.</p>
<p>Schon die beiden Albumtitel legen es nahe: „Atavist Craft“ war ganz im Unbewussten, im Bereich der verborgenen Triebe und uneingestandenen Ideen angesiedelt, „Oppressfield“ dagegen fühlt sich an wie deren Manifestation im hier und Jetzt, hat die Wucht eines eruptiven Ausbruchs und lässt den Titeln nach – in aller Vagheit – sogar eine gesellschaftspolitische Dimension anklingen. Ob intendiert oder nicht eint die sechs Tracks eine jeweils vergleichbare Entwicklungsstruktur, stets beginnen sie eher statisch, vorsichtig tastend und oft auch recht leise, doch fast immer erweckt schon dies den Eindruck einer Ruhe vor dem Sturm, der sich bereits zusammenbraut, um nach einer Phase des Steigerns umso heftiger loszubrechen. Dabei kann die Intensität schon mal die Heftigkeit von Power Electronics bekommen.</p>
<p>Auf der Binnenebene wird bei Sounds und Stimmungen ein breit gefächertes Register gezogen: Schon das Hubschraubergewubber in „Platium Insert“ wirkt diesseitig, und der weder maschinell noch organisch anmutende Sound hat einen ganz eigenen Charakter. Die subtile Hektik in „Cron Tabs“ wird von markanten Detonationen aus der Reserve geholt, Rituelles, das man gerade bei Nam-khar erwartet, klingt hier erstmals, wenn auch eher unterschwellig, an. „Failed States“ und „Crypt Trap“ dringen zu den Grenzen des Unangenehmen, Nervenaufreibenden vor, sei es in der kaum berechenbaren Unaufgeräumtheit des ersteren oder in der schleppenden Düsternis des letzteren Tracks. Oft ist es die hörspielartige Gestaltung der Szenarien, die eine Brücke zum Vorgänger schlägt, wobei das labyrinthische Klangpanorama des Titelstücks oder die pulsierende Dynamik im abschließenden „Exorial“ am ehesten an dessen Ritualsound anknüpft.</p>
<p>Ein starkes Album, und das große Fragezeichen, das den Hörer am Ende heimsucht, ist sicher gewollt: Was immer mit den eruptiven Ausbrüchen auch für eine Blockade durchbrochen, welche Schwelle auch immer dabei überwunden wird – atmosphärisch lässt sich kaum ausmachen, ob das ganze zu einem guten oder zu einem unguten Ende führt. Vielleicht sollte man das Ende in „Oppressfield“ auch gerade nicht suchen und gespannt bleiben, ob die beiden Acts den Faden ein weiteres Mal aufgreifen. (U.S.)</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/YpzG6jQbl7Q" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
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		<title>AIN SOPH: Ars Regia (LP Re-Release + Buch)</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 05:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ain Soph]]></category>
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		<category><![CDATA[Trips und Träume]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nicht leicht, etwas Allgemeines über Ain Soph zu sagen. Die Interessen und Ausdrucksweisen der römischen Band haben sich in den knapp drei Jahrzehnten seit ihrer Gründung zum Teil extrem gewandelt. Das gleiche lässt sich über die Stimmung ihrer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/29/ain-soph-ars-regia-lp-re-release-buch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/ainsopharsregia.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7285" title="ainsopharsregia" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/ainsopharsregia-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist nicht leicht, etwas Allgemeines über Ain Soph zu sagen. Die Interessen und Ausdrucksweisen der römischen Band haben sich in den knapp drei Jahrzehnten seit ihrer Gründung zum Teil extrem gewandelt. Das gleiche lässt sich über die Stimmung ihrer Musik sagen, ähnliches über die Haltung des von einigen Umbesetzungen geprägten Kollektivs, die immer deutlich präsent ist, auch dann, wenn sie vordergründig vage und ungreifbar bleibt. Vergleicht man bestimmte Referenzen im Bandkosmos untereinander oder mit den Interessen der einzelnen Musiker in ihren anderen Aktivitäten<span id="more-5820"></span>, so lässt sich auch ein Fan sicher nicht von allem gleichermaßen anstecken, schätzt vielleicht auch nicht jeden Sampler, auf dem die Band vertreten war. Doch nur ein unbefugter Zaungast würde dahinter Beliebigkeit vermuten, aus Unempfänglichkeit gegenüber dem gleichbleibend starken Moment des Auratischen, das sich wie ein dunkelroter Faden durch das Oeuvre der Italiener zieht und auf kaum greifbare Weise Traditionales und Rock&#8217;n'Roll, Sakralität und urbanen Lifestyle zusammenhält. Dieses Moment ästhetisch oder inhaltlich zu definieren erscheint mir als hoffnungsloses Unterfangen und soll hier erst gar nicht versucht werden.</p>
<p>Ein besonderer Bruch stellte bekanntlich ihre zu Beginn der 90er vollzogene Hinwendung zum Songwriting dar, die sich mit dem Wandel Current 93s vergleichen lässt und eine inhaltliche Verschiebung von esoterischen zu weltlicheren Themen nach sich zog. Bei genauerem Hinsehen hat es allerdings viel häufigere Brüche gegeben, und die gerade über Trips und Träume als LP wiederveröffentlichte „Ars Regia“ markierte Mitte der 80er den Abschluss der rein rituellen Tape-Releases, auf die mit „Kshatriya“ und anderen Veröffentlichungen eine ebenso produktive Übergangszeit folgte, in der Ain Soph zwar noch keine reinen Songalben aufnahmen, aber schon wesentlich extravertierter klangen. Als Mitte der 90er auf dem Höhepunkt ihrer folkigen Phase Mastermind Crucifige aus persönlichen Gründen die Band verließ, ereignete sich ein weiterer Bruch, der Sound wandelte sich in Richtung Rock, die Lebenszeichen erfolgten in weit größeren Abständen und die verbleibenden Mitglieder widmeten sich verstärkt anderen Projekten. Doch nun zurück zum finsteren Frühwerk.</p>
<p>Es ist fraglich, ob man heute noch ein der Alchemie und verschiedenen mystisch/okkulten Traditionen verpflichtetes Album wie „Ars Regia“, dass die königliche Kunst schon im Namen trägt, herausbringen könnte, ohne dass es überkommen wirken oder auf Witch House-Spielereien hinauslaufen würde – in den 80ern, in denen man noch Zeit und Mühen investieren musste, um sich überhaupt einen Einblick in diese Themenwelt zu verschaffen und lange bevor selbsternannte Klassikfans das sakral Düstere für sich entdeckt und trivialisiert hatten, war ein Tape voll ungreifbarer, hintergründiger Dunkelheit wie dieses in all seiner klanglichen Reduziertheit radikal innovativ. Ist man im richtigen Modus für solche Musik, erkennt man in den einfachen Klängen eine große Opulenz. Verwehte Stimmen, die an Choräle erinnern, repetitive, verwischte Bläser- und Streicherklänge und nicht zuletzt gemurmelte Beschwörungsformeln erschaffen zusammen mit den anspielungsreichen Titeln eine Szenerie, in der trotz der beängstigenden Atmosphäre eine starke Erhabenheit erfahrbar wird. Auch wenn eine der Spoken Word-Passagen zeitweise in diabolisches Grunzen übergeht, bleibt die Stimmung doch ausgesprochen dezent und letztlich viel geheimnisvoller als jede plakative Effektversessenheit. Bezeichnenderweise entpuppten sich die Musiker nach dem Verlassen ihrer dunklen Nische auch nicht als Hochglanzgrufties, sondern als virile Psych Rocker mit Sinn für kräftige Farben und anarchischen Humor.</p>
<p>Dass die Musik &#8211; auch und gerade, wenn man sie lange nicht gehört hat &#8211; noch immer zu wirken weiß, spricht für ihren Ausnahmecharakter. Gehalt, Tiefe, Echtheit und all die abgegriffenen Wörter, die man kaum noch verwenden mag, sind doch angebrachter, als wenn man das Album auf Schnöseldeutsch als ein Stück Erinnerungskultur feiern würde, als bloses Dokument einer Zeit, als musikalische Regionen entdeckt wurden, die heute weitgehend ausgelaugt sind. Denn dafür steht es viel zu sehr für sich. Die Neuauflage erscheint in 200er Auflage, zusammen mit einer 52seitigen Sammlung zum Teil unveröffentlicher Essays, und findet hoffentlich nicht nur Gehör bei denen, die es bereits kennen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com/news.html">Trips und Träume</a></strong></p>
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		<title>KORPSES KATATONIK: Œvres Complètes</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 06:18:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bevor Michael DeWitt sein Ritualprojekt Zero Kama begann, dessen Widerhall und Kultstatus sicher sowohl mit der Musik als auch mit dem gewählten Instrumentarium zu tun hat, existierte für etwa ein Jahr von 1982 bis 1983  Korpses Katatonik, ein Projekt, das &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/06/02/korpses-katatonik-oevres-completes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/korpses.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4543" title="gg157 Booklet.indd" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/korpses-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bevor Michael DeWitt sein Ritualprojekt Zero Kama begann, dessen Widerhall und Kultstatus sicher sowohl mit der Musik als auch mit dem gewählten Instrumentarium zu tun hat, existierte für etwa ein Jahr von 1982 bis 1983  Korpses Katatonik, ein Projekt, das ganz offensichtlich visuell-musikalisch-thematisch an der ersten Industrialgeneration orientiert war. Von den in den Linernotes als Einfluss genannten Bands (Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire, SPK) waren es sicher die letztgenannten, die eine entscheidende konzeptionelle Orientierung boten. Die <span id="more-4541"></span>Beschäftigung mit dem Abjekt, mit dem Verdrängten wird damit begründet, dass all dies als Metapher für die dunkle Seite einer entmenschlichten Gesellschaft gesehen werden könne, die – um die bestehenden Machtverhältnisse nicht zu gefährden – das Abnorme von der Populärkultur fernhalte und unterdrücke. Damit lässt sich Korpses Katatonik in der aufklärerisch-emazipatorischen Tradition der ersten Industrialgeneration verorten, wobei dieser Impetus natürlich auch immer ambivalent gedacht werden kann bzw. muss: Die Beschäftigung mit dem und die Präsentation dieses Verfemten, dieses Geschwisterkindes, das die Gesellschaft lieber auf dem Dachboden ankettet, ist auch immer verbunden mit einer (un)heimlichen Freude an der Transgression und man kann sich vorstellen, dass DeWitt bei einem Titel wie „kcock transzplant“ [sic] diebische Freude hatte. Es ließe sich jedoch nach der Relevanz für heute fragen, wo doch alle Exzesse, Abseitigkeiten in jeder medialen Spielart und Verkleidung zu bestaunen und inzwischen schon lange (ein) Teil der Populärkultur sind. Dass aber die Beschäftigung mit als psychisch abnorm wahrgenommenen Personen (DeWitt entlehnte Tracktitel den Schriften von Patienten der inzwischen geschlossenen Anstalt Maria Gugging) auch heute noch Desiderat ist, zeigt sich darin, dass psychische Erkrankungen viel eher als physische verschwiegen werden. Auch der Tod der schizophrenen Aktivistin Janey Antoniou in England zeigt, dass nicht alles nur zeit- und kontextgebunden ist.</p>
<p>Verglichen mit der Mitte der 90er veröffentlichten CD-Version (des ursprünglich 1983 auf DeWitts Label Necrophile veröffentlichten Tapes) im schlichten Pappschuber, die durch das Artwork einen okkulten Fokus erhielt, ist diese Veröffentlichung visuell wieder etwas näher am Originaltape, zeigt das schlichte Artwork doch das Zerstören eines Teils des menschlichen Körpers, der elementar mit dem Menschsein verbunden ist – ohne Augen kann der Märtyrer hier nur noch durch seine Versehrung (be)zeugen.</p>
<p>Musikalisch erzeugt das Album weniger durch ungezügelte Aggression Irritation als vielmehr durch die teils gespenstisch anmutenden Geräusche: Auf dem Opener „shatok“ murmelt eine kaum verständliche Stimme stockend und stotternd immer wieder das gleiche Wort, dazu kommt verzerrter Rhtyhmus. Auf „enzephallik mortuor“ wird ebenfalls eine Stimme eingesetzt: Es wird gemurmelt und zwischendurch hört man Schreien. Untermalt wird dieses Schreckensszenario von monotoner Perkussion und analogen Geräuschschleifen. Wesentlich aggressiver sind dagegen das ebenfalls von primitiven Rhythmen und Störgeräuschen durchzogene „skarzisko“ oder das von verzerrten, hoch frequenten Bohrgeräuschen bestimmte „okzipital slash“. Dagegen ist „nekom“ fast schon rauer, unruhiger Dark Ambient. Der Höhepunkt des Albums ist das lange „kaltfleisch corporor“, das mit Hilfe eines simplen Mittels ein an Assoziationen reiches Schmerzszenario entfaltet: Die ganzen 15 Minuten über kehrt immer inmitten der dunklen Klangfläche ein Geräusch wieder, das an berstende Knochen denken lässt. Zwischendurch hört man wieder entmenschlichtes Schreien. Hier zeigt sich der Mensch in all seiner Kreatürlichkeit und Versehrtheit, er verlässt die Erde nicht ruhig und banal wie „a cell of/dry skin/Soon to be shed from the earth’s old eyebrows“ (R. Jeffers), sondern als physisch und psychisch deformierter Fleischklumpen.</p>
<p>Der verglichen mit dem Ursprungstape einzige Bonustrack ist „choronzon“ &#8211; ursprünglich auf der Necrophile-Compilation „The Beast 666“ veröffentlich, der – wie die Linernotes erklären &#8211; etwas anders angelegt und schon der Brückenschlag zu Zero Kama ist: Es wird der Text des von Anfang des 17. Jahrhunderts stammenden Gedichts „Tom o&#8217; Bedlam“ intoniert, den Crowley während eines Rituals 1909 rezitierte. Allerdings ist der Track aber musikalisch fast schon der industriell klingendste. Es scheppert und kracht und der Text wird eher gebrüllt als gesprochen. Als zusätzliche Klangspur scheint DeWitt noch einen Auszug aus Diamanda Galás erster 12&#8242; verwendet zu haben. Auch wenn also der einzige Boustrack den Umschwung zur Beschäftigung mit dem Okkulten schon andeutet, die eben bei Zero Kama konsistenter und konsequenter umgesetzt wurde, so passt er rein musikalisch problemlos zu den anderen acht Stücken, klingt eher nach Schlachthaus als nach Abtei. Dieses Gesamtwerk ist also in sich durchaus stimmig und schaut man sich die Preise für Nekrophile-Veröffentlichungen (seien es die Originaltapes, seien es die CD-Wiederveröffentlichungen über Staalplaat) an, so schließt diese CD eine große Lücke.</p>
<p>Abschließend ließe sich noch bemerken, dass es vielleicht kein Zufall ist, dass nach dieser Phase, in der der Mensch als Schmerz gesehen wurde, unweigerlich der Zwang da war, das Fleisch zu transzendieren.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.klanggalerie.com/">Klanggalerie</a></p>
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		<title>ATZMANN ZOUBAR: Aut Sperma In Terram Effundit</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 07:32:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Century,serif;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/01/atzmannzoubar.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3432" title="atzmannzoubar" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/01/atzmannzoubar-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den letzten Jahren ist das Wort &#8220;Ritual&#8221; in einschlägigen Musikszenen seltener gefallen. Allgemein ist man sich einig, dass die genrebildenden Werke in den 80ern und frühen 90ern aufgenommen wurden – in einer Zeit, als die Idee, durch repetitive Musik und geheimnisvolle Symbole Türen in unerforschte Räume der Psyche zu öffnen, noch unverbraucht war. Ain Soph mit ihren frühen Aufnahmen sollten eine der ersten Referenzen sein, natürlich auch die berühmte Bonusplatte zum Erstling von Psychic TV.<span id="more-3431"></span> Ebenso die frühen Hybryds, die das Ganze in modern-urbane Zusammenhänge stellten, oder die Live-Dokumentationen von Zero Kama und die an der Musik Tibets orientierten Raksha Mancham. Dass die Musik solcher Gruppen bei oberflächlicher Rezeption auch einfach als reizvoller Spuk funktioniert und obendrein formal oft leicht zu spielen ist, machte sie für die unterschiedlichsten Nachzügler interessant. Freilich gab es immer noch interessante Neulinge (C.O.T.A., um nur ein Beispiel zu nennen) und eine immer größer werdende Grauzone rituell &#8220;angehauchter&#8221; Musik. Es traten aber auch eine Menge Trittbrettfahrer auf den Plan.<br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Century,serif;">Nach einer Phase, die größtenteils von kreativer Belanglosigkeit geprägt war, setzte der Witch House-Boom der letzten Jahre mit seiner bewusst pseudo-okkulten Attitüde einen ironischen Schlusskommentar zum Niedergang mystisch okkulter Undergroundmusik – ich erwähne das hier aus zwei Gründen: Zum einen ist mit dem Debüt des deutschen Projektes Atzmann Zoubar ein Album erschienen, das eine neue Zeit ernsthafter ritueller Musik einleiten könnte. Zum anderen ist der eröffnende Titelsong selbst, ob gewollt oder nicht, von einem chillwavigen Vibe durchzogen. Begleitet von geheimnissvollen Rasseln macht sich ein verhalltes Ambientdrone im Raum breit und bildet das Fundament für eine demonstrativ heruntergepitchte Flüsterstimme, wohl die von K.Makiri selbst, dem Nukleus des von zahlreichen Gästen geprägten Projektes. Sie erzählt von dem mythenumwobenen Galgenmännlein, einer halb menschlichen, halb knollenartigen Kreatur, die der Sage nach aus dem Schoß der Erde entsprungen ist, nachdem sie den letzten Samen eines Gehenkten in sich aufgenommen hat. Botanisch handelt es sich dabei um ein Nachtschattengewächs, das spätestens seit dem Altertum als Heilpflanze verwendet wurde, und dem in mehreren Kulturen Zauberkräfte nachgesagt werden. „Aut Sperma In Terram Effundit“ ist ein vielschichtig durchdachtes Konzeptalbum, das sich dem Mythos dieser auch als Alraune oder Mandragora bekannten Figur widmet, die in der Literatur als gnomartiger Finsterling oder auch als schöne Frau auftritt. In seiner thematischen Stimmigkeit steht das Album bisher allein da. <span style="font-family: Century,serif;">Verbindet der Eröffnungstrack urtümliche Kauzigkeit mit Trockeneis-Spuk, so entpuppt sich „The Magic Root“ als ein mehrfach in Fetzen gerissenes Stück Psychedelik. Es dröhnt in den verschiedensten Klangfarben, und was sich etwas organischer anhört, entpuppt sich nach und nach als Sitar. Weiblicher Gesang leitet über zum beinahe orchestralen „Main de Gloire“. In Hanns Heinz Ewers berühmtem Roman wird die mädchenhafte Alraune zum Inbegriff der dämonischen Verführerin, und keine Stelle des Albums unterstreicht dies so deutlich wie das laszive Flüstern der französischen Sängerin.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Century,serif;">Schon nach der ersten Hälfte wird deutlich, dass Atzmann Zoubar etwas gelungen ist, für das rituelle Musik nicht gerade berühmt ist: Jedes Stück auf dem Album hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Stimmungen, Rhythmen und Klangfarben. Dies ist nicht nur den zahlreichen Gastmusikern zu danken, die sich an jeweils einem Song beteiligen – der Künstler hat sich viel Zeit gelassen und die Aufnahmen über einen Zeitraum von fünf Jahren langsam heranreifen lassen. Abgesehen von dem eher zurückhaltenden „Una Planta Que Sonba“ befinden sich die markantesten Stücke eher in der zweiten Hälfte. Hervor sticht „Menschenwurz“, bei dem das improvisierte Spiel des bekannten Geigers Matt Howden (Sieben) und der schwermütige Gesang der russischen Sängerin Berkana in einem turbulenten Klangstrudel durcheinander geworfen werden – Momente, in denen Makiris Erfahrung mit Harsh Noise zur Geltung kommt, die er mit seinem älteren Projekt Tarsus machen konnte. Seine Vorstellung von ritueller Musik jedenfalls ist weit entfernt von jeglichem Ethnokitsch für Chillout-Bedürfnisse. Ebenso hervorstechend „Rotes Gold und junge Liebe“, das mit Beiträgen aus den Gefilden von C.O.T.A. und Shava Sadhana für die folkloristische Seite des Albums steht. Eine Art Koda bildet das letzte Stück, bei dem das Zusammenspiel von Didgeridoo, Maultrommel und Stonergitarren ebenso überzeugt wie der kraftvolle „Mandragora“-Chorgesang. Atzmann könnte eine gute Liveband sein (&#8230;und wer sie verpasst könnte Makiri stattdessen als Statist im Film &#8220;Iron Sky&#8221; sehen) – die dominaten Vocals klingen mir jedoch zu sehr nach Mittelaltermarkt und wollen mir nicht so recht zum Rest dazu passen.</span></p>
<p><span style="font-family: Century,serif;">Atzmann Zoubar steht in einer ganzen Reihe von literarischen und musikalischen Traditionen. Neben den oben genannten Klassikern des Ritual Industrial gibt es Künstler, die sich </span><span style="font-family: Century,serif;">mit Pflanzenmagie und Phytoritualistik befasst haben. </span><span style="font-family: Century,serif;">Projekte wie Alraune und Waldteufel sind bekannt, ebenso fantastische (und sträflichst unterrepräsentierte) Folkalben wie das konzeptuell offenere „Mandragora“ von Orchis oder das ethnobotanische „Mycorrhizae Realm“ der im Umfeld von Greg Weeks groß gewordenen Fursaxa. Makiris Debüt macht keinen Hehl daraus, in solchen schon bestehenden Kontexten zu stehen, doch innerhalb dieses Rahmens einen ganz eigenen Stil zu bearbeiten, ist ihm mehr als gelungen. </span><span style="font-family: Century,serif;"> „Aut Sperma In Terram Effundit“ wird neben der Standardversion auch als limitiertes Boxset mit zahlreichen Extras erscheinen, welches ausschließlich beim Label erhältlich sein wird. (U.S.)<br />
</span></p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.myspace.com/binturongmusic">Binturong Music</a><br />
</strong></p>
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		<title>HYBRYDS: Urban Rituals</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 09:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mitte der 80er rief ein Künstler namens Sandy Viktor Nijs, der sich Magthea nennt, ein Musikprojekt ins Leben, das für Jahre die Vorstellung dessen mitprägen sollte, was man gängigerweise unter dem Genre “Ritual Industrial” versteht: die HYBRYDS. Weitgehend unerkannt von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/hybryds-urban-rituals/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/urbanrit.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-504" title="urbanrit" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/urbanrit.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mitte der 80er rief ein Künstler namens Sandy Viktor Nijs, der sich Magthea nennt, ein Musikprojekt ins Leben, das für Jahre die Vorstellung dessen mitprägen sollte, was man gängigerweise unter dem Genre “Ritual Industrial” versteht: die HYBRYDS. Weitgehend unerkannt von den Augen und Ohren der Musikethnologen impliziert ihr Sound die Vorstellung einer archaischer Ritualistik, transponiert in ein post-industrielles Setting. Auch nach rund fünfundzwanzig Jahren verfolgen die Hybryds ihre Richtung weiter, soeben erschien ihr neuestes Album.<span id="more-503"></span></p>
<p lang="en-GB">Die Engführung archaischer Perkussion mit futuristischen Settings hatte für den Belgier mit seinem überschaubaren, aber wechselnden Bandgefüge seit jeher seinen Reiz, was erstmals seit “The Ritual of the Rave” offenkundig wurde. Doch konträr zum Endlospulsieren repetitiver Tamtams zeigt das aktuelle Werk “Urban Rituals” die Rhytmen in ihrer derangierten Form und macht die zersetzte Struktur zum zentralen Element der entworfenen (Gegen-)Welt. Geschickt zwischen reizvoller Utopie und reizüberladener Dystopie angesiedelt inszenieren Magthea, seine neue Kreativpartnerin Madeline Arndt und der Drummer mit dem allzu originellen Pseudonym TraumaSutra (wo bleibt der numerische Appendix?) vor allem eine Spähre voller Überraschungen.</p>
<p lang="en-GB">Zu den markantesten Bestandteilen des urbanen Rituals zählen erneut Perkussionen alles Art. Bongoartiges und Metallkrachen wechseln sich ab mit Freejazzdrumming, wie man es auch bei einigen neueren MERZBOW-Stücken findet – alles schön derangiert, was Songansätzen und allzu harmonischen Momenten vorbeugt. Das heißt <em>fast</em> immer, denn im Verlauf wird “Stay Away From Me” schon mal zum perfekten Triphop-Schlager in der Manier <em>nach</em> dem Bristol-Hype. Ansonsten werden jedoch wenig Songs gesungen, allerdings einige Geschichten erzählt: Es begegnen einem Figuren aus einem mehrere Jahrhunderte in die Zukunft verlegten dystopischen Film Noir, Räume öffnen sich, aus denen coole Bässe und bizarres Blubbern hervor dringen. Eine Killerin auf High Heels stolziert durch “Traffic Waves”, zeigt ihre verführerische Seite in gehauchtem Stimmeinsatz und verschwindet im Nichts. Für einen Moment findet man sich in der beinahe perfekten Welt, beschallt durch ein fast ungestörtes Solo auf dem Tenorsaxophon. Dann wieder Momente, die fast schlichter EBM sind, doch alles (vor allem sicher auf ordentlichen Boxen) ein Fest für die Ohren.</p>
<p lang="en-GB">Bei der Klangqualität angekommen könnte man nun eine euphorische Schlussbetrachtung anstimmen und “Urban Rituals” als beste derangierte technophile Ritualmusik für Soundfetischisten anpreisen. Meines Erachtens liegt aber gerade darin ein Problempunkt. Ähnlich wie die visuelle Aufmachung des Albums ist nämlich die Soundgestalt allerorts ein Tick zu sehr auf Hochglanz poliert, was die Archaik der Improvisationen doch merklich mindert. Der oben angesprochene Film Noir erscheint letztlich als Blockbuster mit vielen Spezialeffekten, und man rechnet von Zeit zu Zeit geradezu mit der obligatorischen Werbeunterbrechung. Immerhin, so könnte man einräumen, ist auch dies “hybrid”.</p>
<p lang="en-GB">Magthea und Kollegen wirken nicht, als wüssten sie nicht was sie wollen, und somit erscheint “Urban Rituals” durchaus als runde Sache. Wer allerdings mit High End nichts anfangen kann und in rauem Dilletantismus mehr Schönheit und Wahrheit findet, der sollte sich Zeit für einen Probedurchlauf nehmen. (U.S.)</p>
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