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	<title>African Paper &#187; Sarah Best</title>
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		<title>CONSUMER ELECTRONICS: The Weight / Hostility Blues</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Oct 2018 05:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach Philip Bests Umsiedlung in den Staat der USA, in der momentan im Rennen um den Senat ein Demokrat, der Bassist in einer Punkband war, gegen einen Republikaner antritt, der gerne Schinkenspeck am Laufe eines Maschinengewehrs erhitzt, hat er sich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/10/20/consumer-electronics-the-weight-hostility-blues/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/10/CE.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16571" title="CE" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/10/CE-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach Philip Bests Umsiedlung in den Staat der USA, in der momentan im Rennen um den Senat ein Demokrat, der Bassist in einer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xNieIqqKrHs">Punkband</a> war, gegen einen Republikaner antritt, der gerne <a href="https://www.youtube.com/watch?v=EaZGaJrd3x8">Schinkenspeck am Laufe eines Maschinengewehrs erhitzt</a>, hat er sich als Verleger etabliert und in seinen kleinen Verlag <a href="https://amphetaminesulphate.bigcartel.com">Amphetamine Sulphate</a> u.a. <a href="https://amphetaminesulphate.bigcartel.com/product/jason-williamson-double-pack">Kurzgeschichten</a> von Sleaford Mods Jason Williamson veröffentlicht.<span id="more-16570"></span></p>
<p>Die Besetzung von seinem mit Unterbrechungen seit 1982 bestehenden Noiseprojekt Consumer Eletronics ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben: Best, seine Frau Sarah sowie Russell Haswell. Dabei machten die <a href="http://africanpaper.com/2016/01/02/consumer-electronics-dollhouse-songs/">letzten Veröffentlichungen</a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ADaQdFELAkI">Auftritte </a>ein paar Dinge deutlich: eine Reduktion auf einen transparenteren, minimal(istischer)en Klang, eine (vielleicht Haswell geschuldete) Integration von (kaputten) Rhythmen sowie die Etablierung von Sarah Best als zweiter Vokalistin neben ihrem als <a href="https://img.discogs.com/MvXu5KfmFJWhQ5e1cdAStSsSiZE=/fit-in/300x300/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(40)/discogs-images/R-984613-1250599617.jpeg.jpg">„dirty word specialist“</a>  apostrophierten Ehemann.</p>
<p>Die auf Harbiger Sound jetzt erschienene 7&#8221; enthält zwei Stücke: „The Weight“, das auf <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FFqb1I-hiHE">gleichnamiges Stück</a> von The Band anspielt, das von stakattohaften Rhythmen und Hochtönen durchzogen wird und auf dem sich beide die Vocals teilen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass es sich bei all den in dem langen Text adressierten Personen wie <a href="http://unidentified.wikia.com/wiki/Valentine_Sally">„valentine sally“</a> “um unidentifizierte Mordopfer handelt, wird der Kontrast zu dem von Robbie Robertson getexteten Band-Stück mehr als deutlich. Auf „Hostility Blues“ schreit Sarah Best zu Synthgebrutzel einen Text, auf dem ein apokalyptisches Szenario entworfen wird: „new diseases on the way / more and more every day /half a ton of guts ballooning out and viewed close up / bodies banked and waiting / leaking pus and pain“. Philip Bests <em>lyrics</em> sind noch immer ambi- und polyvalent (genug), sodass man die Stücke als scharfe Zeitdiagnose lesen kann – der <a href="https://boomkat.com/products/the-weight-hostility-blues">Text</a>, den Best für das Presseblatt geschrieben hat, erinnert an JG Ballard (über den Best<a href="http://etheses.dur.ac.uk/994/1/994.pdf?DDD11+EThOS%20(BL)"> promoviert</a> hat).</p>
<p>Das fragmentierte Cover passt zu Bests Art des Schreibens: Man denke etwa an den „composite text“ <a href="https://amphetaminesulphate.bigcartel.com/product/captagon">&#8220;Captagon&#8221;</a>. Musikalisch sind Conusmer Electronics (inzwischen) weit weg von traditioneller Power Electronics, aber immer noch weitaus irritierender als der Großteil verwandter Projekte und nach dem Hören dieser zwei Stücke verspürt der Hörer &#8220;no awareness/just pure / inexplicable bliss&#8221; (um abschließend die A-Seite der Single zu zitieren).  (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://harbingersound.bigcartel.com/">Harbinger Sound</a></strong></p>
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		<title>CONSUMER ELECTRONICS: Dollhouse Songs</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2016 06:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/ConsumerR-7525760-1443343795-9801.jpeg1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11466" title="ConsumerR-7525760-1443343795-9801.jpeg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/ConsumerR-7525760-1443343795-9801.jpeg1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Überraschend schnell legen Philip Best, seine Frau Sarah und Russell Haswell nach dem im letzten Jahr veröffentlichten<a href="http://africanpaper.com/2014/11/15/consumer-electronics-estuary-english/"> „Estuary English“</a> mit „Dollhouse Songs“ einen Nachfolger vor, der an den Vorgänger textlich wie musikalisch anknüpft. Eröffnet wird das Album, dessen Cover Trevor Brown gestaltet hat, mit „History of Sleepwalking“, einem Stück aus verzerrten, brutzelnden Sounds, und (kaum zum Tanzen animierenden) Beats.<span id="more-11464"></span> Best flüstert (und erinnert damit anfänglich an die dieses Jahr auf Diagonal veröffentlichte 12‘ „Repetition Reinforcement“). Dann aber kommt die Eruption, Best brüllt, würgt, erbricht sich: „Now raise the toilet lid […] Smell of rot and freedom / Smeared pig lipstick“, um am Ende dann (wieder nur flüsternd) den Ratschlag zu geben: „Become a fucking insult / And kill them in their beds“.</p>
<p>Natürlich lässt sich das Album politisch lesen, etwa dann, wenn Best in biblischer Diktion auf „The Push“ verkündet: “Woe to the bloody city full of lies and robbery/Today I hear the beat of death in all things/I hear it in the streets and in the parks/You will all die”. Die Vocals werden teilweise nur von ein paar Beats untermalt, am Ende spricht er: „ I hate men and their violence/Their weak murderous minds“. Das ist für Bests Verhältnisse ein (extrem direkt) politisches Stück und auch wenn er jetzt in Texas lebt, so dürften diese Zeilen doch auf Camerons Toryregierung gemünzt sein, auf den Zustand des Vereinigten Königreichs. Aber man sollte nicht vergessen, dass Consumer Electronics nicht die Sleaford Mods sind (auch wenn sie das Label, <a href="http://www.discogs.com/Consumer-Electronics-Sleaford-Mods-Murder-Your-Masters-The-Committee-/release/6532873">eine 7‘</a> und ganz sicher eine gute Portion Zorn teilen), denn es finden sich auf dem Album genug Stücke, die -wie so oft bei Best- gängige Täter-Opfer-Zuschreibungen zum Verschwimmen bringen und auflösen, wie etwa „Knives Cut“, das mit Hochtönen beginnt, bevor brutale Verzerrungen einsetzen. In seiner Hysterie erinnert dieses Analogmassaker an japanische Acts wie z.B. Masonna. Zeilen wie „Let&#8217;s pretend you have a brain that functions/Independent of cunt” scheinen bar jeder Empathie zu sein. Dann am Ende aber erneut eine Aufforderung: “slumped spine straighten up/count to 10/ take a breath and burn it all fucking down”. Auf “Condition of a Hole” schreit Sarah Best zu verzerrten Beats: “Bruised from falling/ Bruised from the belt/Repetition repetition/This condition of a hole”. Im Vorfeld der Veröffentlichung mag sich der eine oder andere vielleicht darüber echauffiert haben, dass Best seiner Frau einen Platz am Mikrofon gibt, aber Sarah Best klingt auf diesem Album auf eine wirklich passende Weise unangenehm derangiert, so dass man auch ihr jedes Wort, das sie ausstößt, glaubt. Auf „Murder your Masters“ brüllt sie: “You are a sour leaking body /Wrapped in towels and dropped /Shivering to centre-stage / I am not here to help you”. Auf dem mit fiesen Analogverzerrungen beginnenden “Colour Climax” werden die Vocals mit der Musik scharf kontrastiert, denn Best trägt den Text nur sprechend vor. Inmitten dieser Apotheose der Invektiven fällt „Nothing Natural“ auf: Hochtöne, Lasershots, weitgehend instrumental, lediglich gegen Ende ist Gurgeln und Stöhnen zu hören.</p>
<p>Musikalisch ist interessant, dass – sicherlich auch Haswells Einfluss geschuldet – (kaputte) Rhythmen einen nicht kleinen Teil des Klangbilds ausmachen, ganz so, als wolle Best William Bennett zeigen, dass es nicht nur in Afrika perkussive Musik gibt.</p>
<p>In einer Zeit, in der zunehmend Studenten nach <a href="http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/09/the-coddling-of-the-american-mind/399356/"><em>trigger warnings</em></a> verlangen und überall <a href="http://www.nytimes.com/2015/03/22/opinion/sunday/judith-shulevitz-hiding-from-scary-ideas.html?_r=1">Mikroaggressionen</a> zu erkennen glauben (gleich Psychotikern, die sich von Mächten jedweder Couleur verfolgt fühlen), damit jedweden Diskurs zum Erliegen bringen und sich letztlich in eine wahrlich selbstverschuldete Unmündigkeit begeben -denn die (Ver-)Weigerung der Auseinandersetzung mit nicht nur queeren, sondern auch queren Gedanken, ist auch eine Weigerung zu denken, man scheint zu vergessen, dass im Adjektiv &#8220;bedenklich&#8221; eben dieses Verb steckt -, tut es mehr als gut, eine Band zu hören, die die personifizierte Makroaggression ist und deren Werke von einer Vielzahl von <em>trigger warnings </em>begleitet werden müssten. (J.M.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.harbingersound.bigcartel.com/">Harbinger Sound</a></strong></p>
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