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	<title>African Paper &#187; Sark Usuk</title>
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		<title>V.A.: Alien I Creator &#8211; A Tribute To Roky Erickson Vol. 2</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 02:35:17 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[13th Floor Elevators]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselthon]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Alien I Creator – A Tribute To Roky Erickson Vol. II&#8221; setzt das Oberhausener Label Gruselthon seine im vergangenen Jahr begonnene Hommage an einen der eigenwilligsten und zugleich prägendsten Musiker der amerikanischen Gegenkultur fort. Schon der erste Teil &#8220;I &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/06/06/v-a-alien-i-creator-a-tribute-to-roky-erickson-vol-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/05/alienicreator.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-51272" title="alienicreator" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/05/alienicreator-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit &#8220;Alien I Creator – A Tribute To Roky Erickson Vol. II&#8221; setzt das Oberhausener Label Gruselthon seine im vergangenen Jahr begonnene Hommage an einen der eigenwilligsten und zugleich prägendsten Musiker der amerikanischen Gegenkultur fort. Schon <a title="V.A.: I Think Of Demons – A Tribute to Roky Erickson Vol. 1" href="https://africanpaper.com/2024/08/24/v-a-i-think-of-demons-a-tribute-to-roky-erickson-vol-1/">der erste Teil &#8220;I Think Of Demons&#8221; </a>machte deutlich, wie tief die Faszination reicht, die von Roky Erickson und seinem Werk bis heute ausgeht – und wie offen und <span id="more-51271"></span>wandelbar diese Musik und die sich dahinter entfaltende Ideenwelt geblieben ist und wie gegenwärtig sie zumindest im Rahmen kreativer Subkulturen sein kann. Die nun vorliegende zweite Sammlung, dessen Optik mit etwas Fantasie an einen Cherubim erinnert, knüpft daran an, erweitert den Kosmos aber noch einmal in andere Richtungen und wagt sich mit großer Selbstverständlichkeit an Transformationen, die manchmal weit über klassische Coverversionen hinausgehen.</p>
<p>Dass Erickson bis heute eine solche Projektionsfläche darstellt, liegt nicht allein an seiner Rolle als Frontmann der 13th Floor Elevators, die in den Sechzigern entscheidend an der Herausbildung dessen beteiligt waren, was bald Psychedelic Rock heißen sollte. Es liegt ebenso an der seltsamen Spannung seiner Musik selbst: Diese Songs wirkten oft zunächst wie energiegeladener Garage Rock oder angeblueste, rhythmusbetonte Beatmusik, bis sich in ihnen langsam etwas Fremdes, Verstörtes und Visionäres bemerkbar machte. Tremolierende Gitarren, fiebrige Dröhnungen, surreale Texte und Ericksons zwischen Euphorie und Zusammenbruch schwankende Stimme verliehen dem Ganzen eine Intensität, die selbst Jahrzehnte später kaum an Wirkung verloren hat. Gerade das Solowerk mit seinen Monstern, Geistern, Aliens, Vampiren und metaphysischen Liebesvisionen bleibt ein Faszinosum zwischen Horrorfilm, Outsider-Kunst und zutiefst menschlicher Verletzlichkeit. Im Kontext des ersten teils schrieb ich noch mehr dazu.</p>
<p>Bereits der Auftakt dieser neuen Anthologie macht klar, dass es auch hier nicht um museale Ehrfurcht geht. The Creeping Candies eröffnen die Sammlung mit &#8220;Fire in My Bones&#8221; schwülheiß und dreckig. Die Augsburger Garage Blues-Veteranen, einst von Nikki Sudden gefördert, bewegen sich zwar relativ nah am Original, doch die leicht klarere Produktion legt andere Schichten frei: quiekende Gitarrensoli, ein bluesiger, taumelnder Rhythmus und verwegene Vocals voller Tradition im Gepäck. Es klingt bisweilen, als würden The Cramps und The Raymen nachts gemeinsam durch zähes Öl waten. Das genaue Gegenteil folgt mit <a title="Die Tränen und das Zittern unter der Discokugel. Ein Interview mit L’Eglise du Mouvement Péristaltique Inversé" href="https://africanpaper.com/2024/06/15/die-tranen-und-das-zittern-unter-der-discokugel-ein-interview-mit-leglise-du-mouvement-peristaltique-inverse/">L’Eglise du Mouvement Péristaltique Inversé</a> und ihrer Version von &#8220;White Faces&#8221;, hier &#8220;Visages Blancs&#8221; genannt und vollständig auf Französisch gesungen. <a title="You’re Mine Again: Reissue des Albums von Nick Grey And The Random Orchestra" href="https://africanpaper.com/2026/05/24/youre-mine-again-reissue-des-albums-von-nick-grey-and-the-random-orchestra/">Nick Grey</a> und Charles Pietri verwandeln den Song vom Soloalbum &#8220;The Evil One&#8221; in eine geisterhafte Cold Wave-Meditation. Der halb geflüsterte Gesang, die eleganten Synthesizerlinien und die latent cembaloartigen Klangfarben erzeugen eine seltsam feierliche Abgründigkeit und sorgen für einen der frühen Höhepunkte der Sammlung.</p>
<p>Weltraumservice gehen mit &#8220;Splash 1&#8243; noch stärker in Richtung Auflösung und Traumlogik. Gitarrenpickings tauchen aus verrauschtem Rumoren auf und werden davon beinahe verschluckt, ehe elektronische Rhythmen allmählich Struktur hineinbringen. Der fragile Tenorgesang und die weiblichen Backing Vocals verleihen dem Stück eine empfindsame Schwerelosigkeit. Aus dem ohnehin schon entrückten Elevators-Original wird hier ein schimmernder Schwebezustand zwischen kosmischem Folk und zerfledderter Erinnerung. Ganz anders wiederum Eklipse beziehungsweise Maline Zickow und Justin, die &#8220;You Don’t Love Me Yet&#8221; in ein melancholisches Kammerstück überführt. Wo das Original noch deutlicher in hippiesker Songwriter-Tradition verwurzelt war, dominieren nun kratzige Streicher, verrauschte Texturen und eine eigentümliche Eleganz. Dass das Ganze instrumental bleibt, verstärkt die Wehmut zusätzlich. Das Stück wirkt wie ein kurzer Blick in ein verlassenes Theater kurz nach Mitternacht.</p>
<p>Mit Crayon Moon wird es wieder laut und exzessiv. &#8220;The Wind and More&#8221; bleibt recht dicht am Original von &#8220;The Evil One&#8221;, doch die belgischen Musiker um Aldo Struyf – der unter anderem mit Mark Lanegan und Masters of Reality gearbeitet hat – verwandeln den Song in ein derbes Nachtstück psychedelischen Hardrocks. Besonders eindrucksvoll ist die Stimme des Sängers mit ihrer deutlichen Patina &#8211; die trägt eine unterschwellige Paranoia in sich, die sich hinter der Ekstase verbirgt und dadurch umso stärker wirkt. Der aus Brooklyn stammende Komponist Kyle Acheson, der inzwischen viel Musik für Film und Theater schreibt, macht aus &#8220;Anthem (I Promise)&#8221; eine der originellsten Neuinterpretationen des Albums. Das schmissige Strumming und die heulenden Vocals des Originals verschwinden hinter Staubwolken aus Synthesizer-Glissandi und verträumter Distanz. Zweieinhalb Minuten lang scheint man durch eine surreale Traumlandschaft zu schweben, halb romantisch, halb verloren.</p>
<p>Auch Heron &amp; Crane bleiben vergleichsweise nah an Ericksons Vorlage von &#8220;I Had to Tell You&#8221;, versehen den Song aber mit subtilen räumlichen Verschiebungen. Das psychedelisch-elektronische Minimalisten-Duo erzeugt eine leicht schwindelerregende Tiefenwirkung, als würde man &#8211; auch die Liner Notes legen das nah &#8211; alte Science-Fiction-Literatur in einem langsam rotierenden Planetarium lesen. Ein weiteres Highlight folgt mit Santa Maria Death Trip und ihrer Interpretation von &#8220;Reverberation&#8221;. Tremolierende Gitarren, ein insgesamt vibrierender Sound und Emmanuelle Dayons starke Stimme machen aus dem Klassiker vom 1966er Elevators-Debüt ein rauschhaftes Psych-Stück voller nächtlicher Energie. Zwar geht dabei etwas von der subtilen Nervosität des Originals verloren, doch dafür entsteht ein hypnotischer, beinahe euphorischer Sog, in dem irgendwo auch Klapperschlangen mitrasseln.</p>
<p>Das lose Hamburger Kollektiv Dreaming Strange Pedal Steel Orchestra verwandelt &#8220;Be and Bring Me Home&#8221; anschließend fast vollständig. Nach einem kurzen Auftakt mit weiblichem Gesang (wohl solo, gleichwohl es an Mehrstimmigkeit erinnert) übernimmt die Pedal Steel das Kommando und zieht das Stück in verträumte Americana-Weiten. Aus dem schrammeligen, hypnotischen Original wird eine sehnsüchtige instrumentale Meditation über Sehnsucht und Trost. Mit Jeff Gallagher a.k.a. Jeff, Unfortunately und Kryssi B. wird es deutlich folkiger. &#8220;For You&#8221; erscheint hier als verschlafene, verstaubte Ballade mit Akustikgitarre und Mundharmonika. Alles klingt gedämpft, als läge eine Filzdecke über den Mikrofonen, und gerade diese Müdigkeit verleiht dem kindlich-direkten Liebesbekenntnis des Originals jedoch eine eigentümliche Zerbrechlichkeit.</p>
<p>Besonders faszinierend gerät Clay Cameros Version von &#8220;She Lives (In a Time of Her Own)&#8221;. Field Recordings von Schritten und aufgewühlten Vögeln eröffnen das Stück, ehe sich helle Droneflächen darunter schieben. Darüber liegen wehmütige Pianoparts und somnambule Vocals an der Grenze zum Flüstern. Ericksons Text über eine Frau, die gleichsam außerhalb der linearen Zeit existiert und Liebe als eine spirituelle Kraft verkörpert, erhält dadurch etwas geisterhaft Intimes. Später brechen plötzlich kratzigere Psychrock-Elemente und ein tänzelnder Beat herein, als würde die ganze Szenerie unbewusst in eine nächtliche Clublandschaft kippen. Die Griechin Ren Water, hauptberuflich Frontfrau bei Echo Train, liefert mit &#8220;Burn the Flames&#8221; schließlich einen hochdramatischen Beitrag. Ihre eindringliche Stimme wechselt zwischen leidenschaftlichem Gesang, Sprechpassagen und dem dämonischem Lachen, das auch durch das Original spukt, begleitet von psychedelischer Orgel, griffigen Gitarren und Klängen, die wie Theremin oder singende Säge wirken. Der Song, dessen Original in <em>The Return of the Living Dead</em> zu hören war, entfaltet hier erneut seine vampirische Bildwelt aus Dunkelheit und nie verlöschenden Flammen.</p>
<p>Mit Sarg Usuk und Dispens erreicht die Sammlung ihren vielleicht hypnotischsten Moment. Ihre fast achtminütige Version von &#8220;Slip Inside This House&#8221; baut sich langsam aus verrauschten Klanglandschaften, Fingerpicking-Motiven und orientalisch anmutenden Arabesken auf. Das Original wird nur noch geisterhaft angedeutet; man meint seine melodischen Konturen eher zu erinnern als tatsächlich zu hören. Die geflüsterten Lyrics im letzten Drittel wirken wie Botschaften aus einer postapokalyptischen Traumwelt. Den Abschluss bildet Karen Zanes mit &#8220;Unforced Peace&#8221;. Orgelartige Synthies, rasselnde Percussion und ein entrückter Gesang verschmelzen beinahe vollständig miteinander. Nach all den Nachtstücken, Geistererscheinungen und psychedelischen Umwegen wirkt dieses Finale wie ein leiser, hoffnungsvoller Ausblick – ein ruhiger Nachhall inmitten des so kurzweiligen wie abgründigen Roky-Universums.</p>
<p>Im Vergleich zu &#8220;I Think Of Demons&#8221; wirkt &#8220;Alien I Creator&#8221; insgesamt etwas geschlossener. Der erste Teil, auf dem einige unserem Leserinnen und Lesern vertraute Gestalten wie Allysen Callery, Violet Nox, Walker Phillips und Caira Paravel, Giant Crow und nicht zuletzt Trappist Afterland vertreten waren, setzte stärker auf stilistische Sprünge zwischen Acid Folk, Synth-Wave, Doom, Garagenrock und elektronischer Psychedelia, während Vol. II die nokturnale Traumlogik und das Somnambule deutlicher zusammenführt. Elektronische Elemente bleiben zwar wichtig, treten diesmal aber subtiler in Erscheinung, stattdessen dominieren verrauschte Nachtstimmungen, tremolierende Gitarren, geisterhafte Stimmen und eine eigentümliche Form von sehnsüchtiger Introspektion.</p>
<p>Gerade dadurch gelingt Gruselthon erneut weit mehr als eine bloße Tribute-Compilation: Diese Anthologie zeigt, wie lebendig, wandelbar und inspirierend Roky Ericksons Werk geblieben ist – und wie viele verborgene Türen in diesen Songs auch heute noch darauf warten, geöffnet zu werden. Und übrigens besticht die Veröffentlichung auch diesmal wieder durch tolles Bonusmaterial &#8211; neben einem Sticker, einem stylischen Pop Art-Poster zwischen Pharaonenkult und extraterrestrischem Fiebertraum ist auch ein Bastelspaß für die ganze Familie dabei. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Gruselthon</strong></p>
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