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	<title>African Paper &#187; Snakeskin</title>
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		<title>Land: Zweiter und dritter Teil der libanesischen Charity-Compilation</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 05:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die auch als Label fungierenden Tunefork Studios in Beirut haben gerade zusammen mit dem Beirut Synthesizer Center einen zweiten und dritten Teil der Charity-Compilation &#8220;Land&#8221; herausgebracht, deren Erlös der Versorgung der Menschen zugute kommt, die in Folge des aktuellen Krieges &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/03/24/land-zweiter-und-dritter-teil-der-libanesischen-charity-compilation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die auch als Label fungierenden Tunefork Studios in Beirut haben gerade zusammen mit dem Beirut Synthesizer Center einen zweiten und dritten Teil der Charity-Compilation &#8220;Land&#8221; herausgebracht, deren Erlös der Versorgung der Menschen zugute kommt, die in Folge des aktuellen Krieges heimatlos geworden sind &#8211; enthalten sind Beiträge von insgesamt achtundfünfzig Acts, die größtenteils aus den vielgestaltigen experimentellen, elektronischen, improvlastigen oder klangkünstlwerischen Musikszenen Libanons stammen. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-50554" title="land2" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land2.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-50553"></span></p>
<p>Mit Yara Asmar, Nour Sokhon, Sanam, Charbel Haber, Julia Sabra, Elyse Tabet, Postcards, Jad Atoui, Anthony Sahyoun, Snakeskin, Fadi Tabbal, Interbellum, Mayssa Jallad, Abed Kobeissy, Sary Moussa, Interbellum, The Incompetents, Yasmine Hamdan, Zeid Hamdan, Youmna Saba und Maud Zeinoun sind eine ganze Reihe an Künstlerinnen und Künstlern vertreten, die auch auf unseren Seiten schon eine Rolle gespielt haben. Internationale Acts wie Julia Holter und Mary Lattimore sind ebenfalls vertreten. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-50555" title="land3" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land3.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a>Die Doppel-Compilation ist mit Artwork by Carla Aouad und Design von Josette &#8216;Zooz&#8217; Khalil über Bandcamp erhältlich. Der erste Teil der Reihe erschien vor anderthalb Jahren.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3603396290/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1299316612/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SNAKESKIN: We Live In Sand</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 05:04:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Beacon Sound]]></category>
		<category><![CDATA[Fadi Tabbal]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie kann man lieben, wenn ringsum Gewalt herrscht? Die Frage wirkt einfach und vordergründig betrachtet fast etwas trivial, und doch entpuppt sie sich in den Texten von Snakeskins neuem Album wie ein kaum auflösbarer Widerspruch. Auf der einen Seite stehen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/11/snakeskin-we-live-in-sand/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/weliveinsand.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47833" title="weliveinsand" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/weliveinsand-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie kann man lieben, wenn ringsum Gewalt herrscht? Die Frage wirkt einfach und vordergründig betrachtet fast etwas trivial, und doch entpuppt sie sich in den Texten von Snakeskins neuem Album wie ein kaum auflösbarer Widerspruch. Auf der einen Seite stehen Zerstörung, Niedergang, Flucht und Ohnmacht, auf der anderen eine beharrliche, durchaus Kraftreserven benötigende Zärtlichkeit, die sich weigert, dasjenige verschwinden zu lassen, was die Einzelnen zusammenhält.<span id="more-47830"></span></p>
<p>Das libanesische Duo Snakeskin – Julia Sabra und Fadi Tabbal – widmet sich auf &#8220;We live in sand&#8221;, das größtenteils während einer Residenz in Bern produziert wurde, genau diesem Spannungsfeld. Entstanden im Oktober 2024, als die Eskalation des aktuellen Kriegens in der Region auch Beirut erreichte, markiert das Album den vielleicht radikalsten Punkt in ihrer bisherigen Arbeit. Schon der Auftakt &#8220;Ready&#8221; konfrontiert mit aufgewühltem, elektrifiziertem Rattern, das metallen vibriert und wie im Kontrapunkt zu der Genügsamkeit von Sabras entspannt-melancholischem Gesang steht. Bald mischen sich weitere Schichten darunter, flächige Sounds, die fast wie ein vorbeifliegendes Flugzeug wirken, ehe sich die Musik noch einmal überraschend melodisch öffnet.</p>
<p>&#8220;October sun&#8221; knüpft mit elektrifiziertem Hauchen und Summen daran an, getragen von einer monochromen Kulisse, die warm im Hintergrund liegt. Hier entfaltet sich eine Stimmung des Ausharrens, in der Sabras Stimme von verlorenen Orten und einem Himmel voller Drohnen singt. &#8220;This time there’s no escape&#8221;, heißt es und verweist auf die Unausweichlichkeit der Gegenwart, in der das Private untrennbar mit der politischen Situation verschränkt ist. Rhythmischer und beschwingter setzt &#8220;Blindsided&#8221; ein, doch unter den luftigen Takten liegt eine ambient geerdete Grundierung. Hier wird auch der zentrale Gedanke des Albums zwischen Verzweiflung und Beharren besonders eindringlich formuliert: &#8220;How to love in the face of this death&#8221;.</p>
<p>Mit &#8220;Olive groves&#8221; verändert sich die Stimmung spürbar. Feierliche Orgelklänge begleiten eine andächtige, fast schwebende Stimme, die in wenigen Worten jahrzehntelange Konflikte anruft. Auch &#8220;Black water&#8221; bleibt im Gestus reduziert, getragen von dumpfen Schlägen, folkig eingefärbten Saitenklängen und Bläsern, was der Komposition wie Musik für einen abgedunkelten Kurzfilm anmuten lässt. &#8220;The fear&#8221; dagegen klingt im Ansatz poppiger, mit klopfenden, rauschenden Texturen, hochtönendem Gesang und einem melodischen Brummen im Hintergrund &#8211; eine Eingängigkeit, die den bitteren Text umso deutlicher akzentuiert, in dem persönliche Erinnerungen an Kindheitsängste mit gegenwärtiger Bedrohung verschränkt. Ein wiederholtes Traume ist bekanntlich umso stärker in seiner Wirkung.</p>
<p>Im Titelstück schiebt sich ein metallisches Rasseln, Brummen und Bläserartiges in den Vordergrund, ehe Feedback und Kratzen die Klangfläche zerreißen. Der Gesang ist stark verfremdet, mal kaum verständlich, mal glasklar, und entwirft Bilder von Flammen, Steinen und einer &#8220;bloodied sun&#8221;. Der Abschluss &#8220;In the pines&#8221;, als einziges Stück außerhalb der Residency entstanden, führt schließlich in tiefe Melancholie. Bedächtige Pianolinien und verfremdete Stimmen verweben sich zu einem düsteren Duett. Zwischen Erinnerungsverlust, brennender Stadt und dem Ruf der Grillen entsteht eine Schwere, die keinen Ausweg mehr anbietet.</p>
<p>Von Anfang bis Ende ist &#8220;We live in sand&#8221;, trotz seiner voerdergründigen Zugänglichkeit, ein Album ohne beschönigende Zwischentöne. Während das selbstbetitelte Debüt noch von den Nachwirkungen der Beiruter Hafenexplosion geprägt war und &#8220;They Kept Our Photographs&#8221; im Schatten des beginnenden Kriegs entstand, ist die Gewalt hier endgültig im Alltag angekommen. Karl Matar, als Interbellum selbst Musiker, erfasst dies in den Liner Notes als Zeugnis ohne Fluchtpunkt: Wo frühere Werke Hoffnungsräume offenhielten, bleibt diesmal nur der entschlossene Realismus.</p>
<p>Am Ende bleibt ein Werk, das so bedrückend wie notwendig wirkt, eine fragile, aber klare Stimme aus der Mitte der Zerstörung. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured Records / Beacon Sound</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3334254828/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3334254828/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://snakeskinband.bandcamp.com/album/we-live-in-sand-2">We live in sand von Snakeskin</a></iframe></p>
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		<title>JULIA SABRA: Natural History Museum</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Nov 2024 05:11:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Julia Sabra, bekannt als Stimme der libanesischen Dreampopcombo Postcards und unter ihrem persönlichen Namen bereits auf dem Album &#8220;Snakeskin&#8221; in Erscheinung getreten, eröffnet mit ihrem Solodebüt &#8220;Natural History Museum&#8221; ein neues und sehr persönliches musikalisches Kapitel. Es handelt sich dabei &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/11/02/julia-sabra-natural-history-museum/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/Screenshot-2024-10-03-182134.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42914" title="Screenshot 2024-10-03 182134" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/Screenshot-2024-10-03-182134-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Julia Sabra, bekannt als Stimme der libanesischen Dreampopcombo Postcards und unter ihrem persönlichen Namen bereits auf dem Album &#8220;Snakeskin&#8221; in Erscheinung getreten, eröffnet mit ihrem Solodebüt &#8220;Natural History Museum&#8221; ein neues und sehr persönliches musikalisches Kapitel. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Songs, die zwischen 2020 und 2024 inmitten der schwierigen <span id="more-42913"></span>politischen und sozialen Lage des Libanons entstanden sind, und ist ein Werk, das mit bemerkenswerter Rohheit und zugleich Zerbrechlichkeit überzeugt.</p>
<p>Die Aufnahmen, die größtenteils live auf Tape ohne Overdubs entstanden sind, tragen die Unmittelbarkeit und Intimität von Sabras späten Nachtstimmungen in sich, die sie in Sprachnachrichten an ihre Bandkollegen festhielt. Aufgenommen wurden die Stücke teils im Studio, teils in der Kirche des Ortes, in welchem die Sängerin aufgewachsen ist. Sabra und ihr langjähriger musikalischer Partner Fadi Tabbal entschieden sich bewusst für einen klanglich reduzierten Ansatz, um die Songs in ihrer vulnerabelsten Form zu bewahren. So werden die Hörer direkt in Sabras tief persönliche Welt gezogen, die von der Verarbeitung der Explosionskatastrophe im Beiruter Hafen, von zahlreichen Kindheitserinnerungen, von Verlusten und der Suche nach einem Platz inmitten von Gewalt und Unsicherheit geprägt ist.</p>
<p>Das eröffnende &#8220;White Walls&#8221; beginnt mit einem sanften Rauschen und schwebendem Gesang, während die melancholische Moll-Melodie die Atmosphäre einer tiefen emotionalen Introspektion entstehen lässt. Sabras poetische Texte schaffen ein Gefühl von Raum und Erinnerung, das sich durch das gesamte Album zieht: „Somewhere in my dreams when I fall asleep, I’ll find it all as it was, as we were.“ Es sind alltägliche, vertraute Dinge, die sie (wie etwas später in &#8220;Home Is Sad&#8221;) beschreibt – und doch brechen große, traumatische Ereignisse in diese fragile Welt ein, wie der Rückblick auf eine jugendliche Flucht vor Gewalt irgendwo in den Straßen ihrer Stadt, und neben den großen Ereignissen geht es auch die kleinen Abgründe, die das Leben mit sich bringt. Und ganz alltägliche Dinge wie der kotzgrüne Teppich in einem weiß gestrichenen Raum.</p>
<p>&#8220;Skyscape&#8221;, mit filigranem Gitarrenpicking und einer leisen, meditativen Stimmung, erinnert an die introspektive, von kontinuierlichen, fisseligen Mustern geprägte Musik eines Robbie Basho. Auch hier weht ein Hauch von Wehmut durch die Melodie, passend zu dem von lichtdurchfluteten Erinnerungen, aber auch von versteckten Omen durchzogenen Text: „As waters slowly rise“ – vielleicht eine Anspielung auf eine langsam herannahende Katastrophe, die im Hintergrund lauert? Der emotionale Höhepunkt des Albums scheint mir &#8220;I Want It All&#8221; zu sein. Mit dem Pathos eines tränenschweren Gitarrenstrumming beschreibt das lyrische Ich seine Erinnerungskollektionen und den Wunsch nach einem friedvollen Leben und der Suche nach Liebe und Geborgenheit, Verse wie &#8220;Is my faith still there after all those years?&#8221; verdeutlichen die zwischen Zweifel und Hoffnung changierende Ambiguität, die den Song von der ersten bis zur abschließenden Note durchzieht. Unterstützt von den zurückhaltenden Backing-Vocals des v.a. as Drummer bekannten Pascal Semerdjian, wird dieser Song zu einer bewegenden Hymne des Sehnens und der inneren Zerrissenheit.</p>
<p>In &#8220;Goodbye&#8221; schwingen Abschied und Verlust von Orten und Menschen mit. Sabras hochtönende Stimme erhebt sich über akustische Gitarren und erzählt von persönlichen und kollektiven Tragödien, die untrennbar mit der Geschichte des Libanons verbunden sind. Zedern und Berge – Symbol für das Land selbst – tauchen im Text auf, bevor das titelgebende Naturkundemuseum und ein dort stattfindendes tragisches Ereignis plötzlich in den Fokus rückt und den Schmerz des Verlustes, der das Album durchzieht, noch einmal verdichtet. &#8220;Love conquers all, but I feel so small&#8221;, heißt es gegen Ende, und wieder kommt die leitmotivische Zerrissenheit zwischen Resignation und Zuversicht zu Wort, die immerhin verhindert, das nichts in Stein gemeiselt ist. Kurz darauf, in &#8220;Fall From Grace&#8221; ist über einer tollen Melodie auf einem E-Piano von einem Licht die Rede, das irgendwo scheint, doch die Sprecherin hat die Suche danach aufgegeben.</p>
<p>Nach dem aufgeweckteren &#8220;Hands&#8221;, das anscheinend die Erinnerung an eine Jungendliebe wie ein mystisches Ereignis besingt, und einem sanften Cover des Chansons &#8220;Dis, quand reviendras-tu?&#8221; der französischen Sängerin Barbara, wieder ein Song über das Warten, schließt das Album mit &#8220;Minor Detail&#8221;, der das Album mit seiner subtilen, fast orchestralen Synthie-Landschaft ausklingen lässt. Und mit einem Gesang, der näher am Ohr als je zu vor anmutet. Auch hier klingen subtil Abgründe an, die einen simpel positiven Schlusspunkt verweigern, und irgendwie hätte auch nichts anderes gepasst.</p>
<p>&#8220;Natural History Museum&#8221; ist, was das Solodebüt einer Bandmusikerin sein sollte &#8211; ein zutiefst persönliches Album, das die kleinen Momente des Lebens einfängt und sie in den größeren, tragischen Kontext von Kriegen, Verlusten und einer Suche nach Hoffnung setzt, deren Motivation niemals versiegt. Julia Sabra gelingt es, diese beiden Ebenen so subtil zu verweben, dass man sich in den intimen Erzählungen verlieren kann, während im Hintergrund die Schatten einer bewegten Vergangenheit lauern. Ein außergewöhnliches Debüt, das zugleich zart und kraftvoll, persönlich und (man verzeihe das große Wort) universell ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2322700858/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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