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	<title>African Paper &#187; Sombre Sonics</title>
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		<title>Dark Ambient: 23ste Folge der Reihe auf Sombre Soniks</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2022 02:20:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sombre Sonics]]></category>

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		<description><![CDATA[Sombre Soniks bringen am 23. März die dreiundzwanzigste Folge ihrer &#8220;Dark Ambient&#8221;-Compilation heraus, deren Beiträge diesmal alle der Zahl 23 und ihrer esoterischen Bedeutungen gewidmet sind. Da die Beiträge durchweg eine Spieldauer von 23 Minuten haben, ist die Compilation diesmal &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/03/22/dark-ambient-23ste-folge-der-reihe-auf-sombre-soniks/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sombre Soniks bringen am 23. März die dreiundzwanzigste Folge ihrer &#8220;Dark Ambient&#8221;-Compilation heraus, deren Beiträge diesmal alle der Zahl 23 und ihrer esoterischen Bedeutungen gewidmet sind. Da die Beiträge durchweg eine Spieldauer von 23 Minuten haben, ist die Compilation diesmal ein sehr zeitintensives Vergnügen. Die meisten der vertretenen Künstler sind in der Vergangenheit schon auf verschiedenen der <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/darkambientXXIII.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-29132" title="darkambientXXIII" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/darkambientXXIII.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-29130"></span></p>
<p>&#8220;Dark Ambient&#8221;-Sampler vertreten gewesen oder stammen aus dem Umfeld des Labels. Mit dabei sind u.a. Akoustik Timbre Frekuency, Temple Music, Alone in the Hollow Garden, Grist, Grey Field Recordings, Embers Below Zero, The Black Swan Triad und Druhá Smrt. Mit Bön, Hybrids sowie Carl Abrahamson und seiner Partnerin Vanessa Sinclair sind dann auch ein paar bekannte Neuzugänge an Bord. Die Anthologie erscheint digital über Bandcamp.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3312886033/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SIELWOLF / NAM-KHAR: Oppressfield</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2017 02:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nam-khar]]></category>
		<category><![CDATA[Ritual]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor knapp zwei Jahren veröffentlichten die beiden hessischen Projekte Sielwolf und Nam-khar ihr erstes gemeinsames Album „Atavist Craft“, eine dunkle, geheimnisvolle und zugleich kantige Version ritueller Musik. Schon damals wirkte das Resultat sehr stimmig und einheitlich, so als wären die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/02/04/sielwolf-nam-khar-oppressfield/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13267" title="cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor knapp zwei Jahren veröffentlichten die beiden hessischen Projekte Sielwolf und Nam-khar ihr erstes gemeinsames Album „Atavist Craft“, eine dunkle, geheimnisvolle und zugleich kantige Version ritueller Musik. Schon damals wirkte das Resultat sehr stimmig und einheitlich, so als wären die beiden Gruppen im Zuge der Aufnahmen zu einer unentwirrbaren Einheit zusammengewachsen. Dass sich dieser Eindruck auf ihrem zweiten Longplayer noch verstärkt, mag auch daher rühren, dass sie mittlerweile sehr gut aufeinander eingespielt sind und einen<span id="more-13266"></span> gemeinsamen Erfahrungsschatz teilen. Doch es liegt auch daran, dass „Opressfield“ um einiges stringenter ausgefallen ist und in seiner streckenweisen Brachialität keinen Raum für Zaudereien lässt.</p>
<p>Schon die beiden Albumtitel legen es nahe: „Atavist Craft“ war ganz im Unbewussten, im Bereich der verborgenen Triebe und uneingestandenen Ideen angesiedelt, „Oppressfield“ dagegen fühlt sich an wie deren Manifestation im hier und Jetzt, hat die Wucht eines eruptiven Ausbruchs und lässt den Titeln nach – in aller Vagheit – sogar eine gesellschaftspolitische Dimension anklingen. Ob intendiert oder nicht eint die sechs Tracks eine jeweils vergleichbare Entwicklungsstruktur, stets beginnen sie eher statisch, vorsichtig tastend und oft auch recht leise, doch fast immer erweckt schon dies den Eindruck einer Ruhe vor dem Sturm, der sich bereits zusammenbraut, um nach einer Phase des Steigerns umso heftiger loszubrechen. Dabei kann die Intensität schon mal die Heftigkeit von Power Electronics bekommen.</p>
<p>Auf der Binnenebene wird bei Sounds und Stimmungen ein breit gefächertes Register gezogen: Schon das Hubschraubergewubber in „Platium Insert“ wirkt diesseitig, und der weder maschinell noch organisch anmutende Sound hat einen ganz eigenen Charakter. Die subtile Hektik in „Cron Tabs“ wird von markanten Detonationen aus der Reserve geholt, Rituelles, das man gerade bei Nam-khar erwartet, klingt hier erstmals, wenn auch eher unterschwellig, an. „Failed States“ und „Crypt Trap“ dringen zu den Grenzen des Unangenehmen, Nervenaufreibenden vor, sei es in der kaum berechenbaren Unaufgeräumtheit des ersteren oder in der schleppenden Düsternis des letzteren Tracks. Oft ist es die hörspielartige Gestaltung der Szenarien, die eine Brücke zum Vorgänger schlägt, wobei das labyrinthische Klangpanorama des Titelstücks oder die pulsierende Dynamik im abschließenden „Exorial“ am ehesten an dessen Ritualsound anknüpft.</p>
<p>Ein starkes Album, und das große Fragezeichen, das den Hörer am Ende heimsucht, ist sicher gewollt: Was immer mit den eruptiven Ausbrüchen auch für eine Blockade durchbrochen, welche Schwelle auch immer dabei überwunden wird – atmosphärisch lässt sich kaum ausmachen, ob das ganze zu einem guten oder zu einem unguten Ende führt. Vielleicht sollte man das Ende in „Oppressfield“ auch gerade nicht suchen und gespannt bleiben, ob die beiden Acts den Faden ein weiteres Mal aufgreifen. (U.S.)</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/YpzG6jQbl7Q" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
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		<title>HOWLING LARSENS / NICOLAOS LYMPEROPOULOUS: Parmenides Proem</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/07/23/howling-larsens-nicolaos-lymperopoulous-parmenides-proem/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2016 03:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Howling Larsens]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolaos Lymperopoulous]]></category>
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		<category><![CDATA[Sombre Sonics]]></category>
		<category><![CDATA[Temple Music]]></category>
		<category><![CDATA[The Gray Field Recordings]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor zirka zweieinhalb Jahrtausenden befasste sich im süditalienischen Elea, das damals dem griechischen Kulturraum angehörte, ein Weiser namens Parmenides mit Reflexionen, die man später, vielleicht aber auch schon damals Philosophie nannte. Wie viele Aufzeichnungen es von ihm oder über ihn &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/07/23/howling-larsens-nicolaos-lymperopoulous-parmenides-proem/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/parmenidesproem.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12421" title="parmenidesproem" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/parmenidesproem-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor zirka zweieinhalb Jahrtausenden befasste sich im süditalienischen Elea, das damals dem griechischen Kulturraum angehörte, ein Weiser namens Parmenides mit Reflexionen, die man später, vielleicht aber auch schon damals Philosophie nannte. Wie viele Aufzeichnungen es von ihm oder über ihn gegeben hat, ist ungewiss, ein (eventuell fragmentarischer) Text allerdings existiert und zählt bis heute zu den wichtigsten Traktaten der Geistesgeschichte. Unter dem Titel „Über die Natur“<span id="more-12420"></span> geht der Denker auf kurzem Raum der Frage nach, welchen Weg der Mensch auf sich nehmen muss, um Einsicht in die Verbundenheit aller Dinge und das Wesen des Seins zu erlangen.</p>
<p>Der Text ist reich an Bildern und Symbolen, hat einen stark spirituell ausgerichteten Grundzug und wirkt aus heutiger Sicht eher wie ein Prosagedicht als wie eine Erörterung von Erkenntnisfragen. Im ersten der drei Teile, genannt „Proem“, begibt sich das Bewusstsein des Menschen auf eine Wagenfahrt ins Ungewisse, lässt alle Kontrolle los und überlässt die Richtung den Pferden, die gemeinhin als die Gedanken interpretiert werden. Auf seinem emotional fordernden Weg hat der Suchende, motiviert von als Jungfrauen allegorisierten Musen, Schwellen zu passieren und Türen mit dem richtigen Schlüssel zu öffnen – ist er im Einklang mit sich und der Natur der Dinge, so öffnen sich ihm die Tore, und Dike, die Göttin der Gerechtigkeit, empfängt ihn.</p>
<p>Fragen des Seins, philosophisch gesprochen der Onthologie, und die Vorstellung der Einheit aller Dinge haben den Menschen des abendländischen Kulturraumes nie losgelassen, und wenngleich eine Lehre wie die des Vorsokratikers Parmenides seit Platon an den Rand gedrängt wurden, ließ da Interesse an seiner Schrift nie nach – Romantiker und Symbolisten, Denker wie Heidegger, an östlicher Spiritualität und am Okkulten interessierte Rezipienten haben sich immer wieder mit ihm befasst, und jüngst kam es in Griechenland zu einer musikalischen Umsetzung namens „Parmenides Proem“.</p>
<p>Die Geschichte dieser Aufnahme begann genau genommen bereits vor einigen Jahren, als Rebecca Loftiss und Alan Trench, die neben einigen anderen Projekten zusammen die Howling Larsens bilden, auf die südlich von Athen gelegene Insel Euböa zogen, wo sie den einheimischen Okkultisten Nikolaos Lymperopoulous kennenlernten. Mit ihm zusammen entstand die Idee, den Text in drei Teilen zu vertonen, wovon der erste Abschnitt nun in einer interessanten Umsetzung vorliegt. Konzipiert wurde die Interpretation zunächst für rituelle Performances – eine fand im Haus der Theosophischen Gesellschaft in Athen statt, eine weitere in einer Schule in Aliveri. Erst danach entschieden die drei sich, das Stück für eine Veröffentlichung aufzunehmen.</p>
<p>Während es in den letzten Jahren schien, dass Howling Larsens eher die folkig songorientierte Seite der beiden ausdrückt, ist „Parmenides Proem“ wieder abstrakter gestaltet, besteht die Musik doch aus einer gut 45minütigen Klangreise, die man, wenn man sie genremäßig verorten solle, wohl irgendwo zwischen Gitarrenambient und Progressive einordnen müsste, mit Folk, den man gemeinhin mit Loftiss und Trench in Verbindung bringt, hat die Musik eher wenig zu tun. Lymperopoulous&#8217; Vocals und Trenchs Gitarre wurden zunächst live aufgenommen, später steuerte Loftiss Glocken und diverse Sounds bei.</p>
<p>Eine gleitende Fläche bildet den Hintergrund für ein interessantes Duett zwischen Lymperopoulous und Loftiss: In einer langgezogenen, vokallastigen Weise trägt Lymperopoulous den griechischen Originaltext in einem evokativen Gesang vor, der besondere Stellen durch (auch von der Musik durch einen Wechsel der Tonarten untermalte) Dramatik akzentuiert und an schamanischen Singsang erinnert. In den Pausen setzt Loftiss auf ihre charakteristische Art mit der englischen Übersetzung ein. Durch den warmen Klang und den gleitenden Grundzug erinnert das Album streckenweise an eine Traumsequenz, doch sich davon einlullen zu lassen, wäre ein Weg, der ins Leere führt – erst mir einer gewissen Konzentration vermag man bis in die tieferen Schichten der Musik und der Worte vorzudringen.</p>
<p>Es gibt Pläne, die beiden folgenden Teile des Textes ebenfalls zu vertonen, was sicher ein interessantes Unterfangen ist, denn textlich gestalten diese sich wesentlich komplexer. Dann würde &#8220;Parmenides Proem&#8221; in seiner originellen Umsetzung vielleicht auch musikalisch wie ein Prolog anmuten. Man darf gespannt sein. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.sombresoniks.com/">Sombre Sonics</a></strong></p>
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		<title>SIELWOLF &amp; NAM-KHAR: Atavist Craft</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/05/09/sielwolf-nam-khar-atavist-craft/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2015 06:10:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nam-khar]]></category>
		<category><![CDATA[Sielwolf]]></category>
		<category><![CDATA[Sombre Sonics]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn mit Sielwolf und Nam-khar keine krassen Gegensätze aufeinanderprallen, sind die beiden im Raum Frankfurt ansässigen Projekte doch verschieden genug, um eine wenig vorhersehbare Kollaboration auf die Beine zu bringen. Die seit den späten Achtzigern aktiven Sielwolf fröhnen einem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/05/09/sielwolf-nam-khar-atavist-craft/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/04/sielwolfnamkhar.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10208" title="sielwolfnamkhar" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/04/sielwolfnamkhar-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn mit Sielwolf und Nam-khar keine krassen Gegensätze aufeinanderprallen, sind die beiden im Raum Frankfurt ansässigen Projekte doch verschieden genug, um eine wenig vorhersehbare Kollaboration auf die Beine zu bringen. Die seit den späten Achtzigern aktiven Sielwolf fröhnen einem sperrigen Stil, der zwischen industriellen Soundscapes und derbem Crossover rangiert und auch aus den späteren Ambientarbeiten (z.T. veredelt von Mick Harris) nicht verschwunden ist. Das Kollektiv Nam-khar spielt einen rituellen Ambientsound, der wesentlich harmonischer angelegt ist und die Hörer eher durch Sogwirkung und atmosphärische Dichte herausfordert. Wo Sielwolf vertrackte Rhythmen und<span id="more-10207"></span> spontane Brüche einbauen, setzt Nam-khar auf dezente Ethnobeats und subtile Übergänge, der trockenen Apokalyptik der Band steht eine geheimnisvolle spirituelle Aufbruchstimmung gegenüber, die auch eine klassisch schöne Seite hat, so sehr der Kopf des Projektes sich auch immer wieder, wie er sagt, vom Leiden der menschlichen Seele inspirieren lässt.</p>
<p>Es ist meist etwas mühsam zu beurteilen, ob eine Kollaboration nun auf die Summe ihrer Teile hinausläuft oder dabei etwas Drittes entstehen lässt, schlicht weil Künstler sich ja auch im Alleingang entwickeln und neue Facetten hervorbringen. „Atavist Craft“ jedenfalls, eine Art Konzeptalbum, das der Wiederkehr des Archaischen nach dem Nierdergang der modernen Industriegesellschaft mit ihren ideologischen Kollateralphänomenen gewidmet ist und an dem Sielwolf und Nam-khar wohl zu gleichen Teilen gebastelt haben, ist reichhaltig in vieler Hinsicht. Vor allem die ersten drei Stücke sind reich an überraschenden Wendungen und spontan eingeschlagenen und wieder abgebrochenen Umwegen, bei denen die Musiker einiges in die Waagschale werfen – im körnig dröhnenden Opener „Ateul“ lassen verrottete metallene Klanglandschaften und rituelles Trommeln eine interessante Textur entstehen, die problemlos für sich wirken könnte, sich aber schnell als Hintergrund für mysteriöse Sounds schwer definierbarer Herkunft entpuppt. Bisweilen erschrecken aufblitzende Details, doch meist werden sie sehr dezent eingesetzt, sind laut genug, um nicht verloren zu gehen und wirken doch soweit im Hintergrund, dass sie v.a. die Fantasie beflügeln. Insgesamt breitet der Track ein recht weiträumiges Terrain aus, erst gegen Ende bündeln sich die Strukturen und münden in einen dichten, straight rhythmisierten Sound.</p>
<p>Die dunkle Stimmung und der Drang, die Hörer auf falsche Fährten zu führen, bilden auch den roten Faden für den weiteren Verlauf, wobei v.a. die mittleren Stücke „Amei“ und „Clost Indukt“ herausragen. „Amei“ ist pulsierender, gelöster, und könnte mit seinem unterschwelligen Rhythm Noise das Album noch in eine ganz andere Richtung lenken. Doch auch hier sind es Doppelbödigkeiten wie das kaum definierbare hintergründige Pfeifen, das man zunächst für einen Oberton halten könnte, die einen an der Einfachheit zweifeln lassen. „Clost Indukt“ ist ein wahrer Irrgarten, der zwischen urigem Klangschrott auch Schöngeistiges anklingen lässt. Längst hat man die anfangs noch interessante Frage, was wohl von Sielwolf, was von Nam-khar stammen könnte, aufgegeben und versucht, der zahlreichen Verstörungen Herr zu werden – dem unverständlichen Murmeln und Flüstern, den vermeintlichen Tierstimmen, dem intervallhaft anklingenden Blasinstrument, das ebenso sehr eine knarrende Tür sein könnte. Nach diesem Höhepunkt, der dem Hörer automatisch eine interaktive Rolle zuweist, gebärdet sich „Repron“ als lupenreiner Downer, der einen derart paralysiert, dass die rumpelnden Fässer ebenso wie die lieblichen Glöckchen am Ende nur noch vorbeiziehen. Vor dem vergleichsweise hellen Ausklang „Repron“ hätte ich mir dann noch einen weiteren wilden Strudel gewünscht, trotz des Eindrucks konzeptueller Stimmigkeit.</p>
<p>Letztlich lebt das Konzeptuelle auch vom Andeutungscharakter des ganzen, der allerhand Archaisches und Archetypisches anklingen und den Rezipienten mit den Assoziationen allein lässt – was immer dabei herauskommt, Nam-Khar sollte mit „Atavist Crat“ endgültig ins kollektive Gedächtnis subtiler Dröhnungen eingegangen sein, und im Fall von Sielwolf sollte das Album die Vorurteile all derer korrigieren, die bei dem Bandnamen lediglich an „Magnum Force“ und „Das neue Fleisch“ denken. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://sombresoniks.bandcamp.com/">Sombre Soniks</a></strong></p>
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