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	<title>African Paper &#187; Stephen Stapleton</title>
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		<title>CURRENT 93: In Menstrual Night</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2024 05:51:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das 1985 mit einem mehr als soliden Line-up (neben David Tibet waren das Bee, Diana Rogerson, Hilmar Örn Hilmarsson, Keiko Yoshida, Rose McDowall und Ruby Wallis, wobei man v.a. Stephen Stapletons finaler Abmischung Respekt zollen muss) aufgenomme und als Picture Disc auf United Dairies &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/03/09/current-93-in-menstrual-night/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/inmenstrualnight.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36774" title="inmenstrualnight" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/inmenstrualnight-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das 1985 mit einem mehr als soliden Line-up (neben David Tibet waren das Bee, Diana Rogerson, Hilmar Örn Hilmarsson, Keiko Yoshida, Rose McDowall und Ruby Wallis, wobei man v.a. Stephen Stapletons finaler Abmischung Respekt zollen muss) aufgenomme und als Picture Disc auf United Dairies veröffentlichte &#8220;In Menstrual Night&#8221; nahm im Frühwerk von Current 93 insofern eine Sonderstellung ein, dass es auf die harschen Lärmelenente, die auf &#8220;Nature Unveiled&#8221; oder &#8220;Dogs Blood Rising&#8221; zu hören sind, weitgehend verzichtet und seinen <span id="more-36771"></span>hörspielhaften Kollagen-Charakter auf subtilere Weise offenbart. Dabei fallen die beiden Stücke &#8220;Sucking up Souls&#8221; und &#8220;To Feed the Moon&#8221; aber kaum weniger beängstigend aus.</p>
<p>Das einundzwanzigminütige &#8220;Sucking up Souls&#8221; basiert überwiegend auf dem Einsatz von (in der Mehrheit weiblichen) Stimmen, die zu einer unentwirrbar wirkenden Kollage montiert sind. Dabei ist die Vielfalt der Performance von Gesang über Spoken Words bis zu gespenstischem Flüstern beeindruckend: Den Auftakt macht ein liturgisch anmutender Sopran, der sich schon bald mit anderen klassischen Gesängen überlappt und mit ihnen zusammen verquere Ornamente entstehen lässt. Der Loop einer bellenden Männerstimme, die man als Reminiszenz der abgründigeren Vorgängeralben verstehen könnte, bringt etwas Kantiges ins Bild, bis sie von einem dröhnenden Rumoren gepackt und in den Hintergrund gezogen wird. Rasselnde Ketten lassen einen neuen Abschnitt beginnen, in dem verwaschene Chöre den Hintergrund bilden für eine kindliche Stimme, die einen lyrischen Text rezitiert, bis alles verschwimmt und die liturgischen Gesänge wieder an die Oberfläche dringen. All diese immer wieder abtauchenden und in der einen oder anderen Weise wieder auftauchenden Motive scheinen stets auf der Suche nach einer adäquaten Form zu sein und müssen doch immer wieder ihre Auflösung erleben, die hier in einer Feinsinnigkeit inszeniert wird, die damals wahrscheinlich Standards gesetzt hatte.</p>
<p>Das die zweite Seite füllende &#8220;To Feed the Moon&#8221; wirkt im herkömmlichen Sinne &#8220;musikalischer&#8221;: Was mit dunkler Dröhnung und hellen, entrückten Klangtupfern startet, wird schnell zum melodischen Fundament für einen fast den ganzen Track durchziehenden tribalen Trommelrhythmus, der &#8211; das ist der einzige Wermutstropfen &#8211; immer etwas aufgeklebt wirkt, und zwischen dessen leicht aus den Fugen geratenen Anschlägen sich dann auch wieder Stimmen nach oben schleichen. Neben der kindlichen Stimme (wahrscheinlich Ruby Wallis), die eine Art Kehrreim aufsagt, ist dann auch Tibet etwas deutlicher zu hören. Im Unterschied zum ersten Track ist das Stück veränderlicher und mündet nach einer Phase relativer Ruhe in ein fast rockiges Szenario, das mit etwas Fantasie wie eine Vorstufe zu einem Stück wie &#8220;Panzer Ruin&#8221; klingt.</p>
<p>Die Soundkollagen als eine Art Archiv geträumter (und gestorbener) Träume zu sehen, ist eine durchaus naheliegende Assoziation, die Tibets Ideen zu dem Album entspricht, während Stapleton die Sounds als Geräusche eines nächtlichen Sanatoriums verstand. Natürlich öffnen Album- und Tracktitel weitere Assoziationen. <span style="font-weight: 300;">Über David Tibets Interesse am Menstruationszyklus ist viel geschrieben worden, und in der Tat tauchten damit verbundene Motive, auch in für Tibet typischer Verknüpfung mit anderen Themen, für lange Zeit immer wieder im Werk von Current 93 auf, und bis heute tragen Veröffentlichungen den Mond im Titel. Bei den beiden Stücken auf &#8220;In Menstrual Night&#8221;, in denen Seelen aufgesaugt und der Mond gefüttert wird, könnte man mutmaßen, dass eventuell G.I.Gurdjieff inspirierend war. In dessen kosmologischer Theorie gibt es die Vorstellung, dass der Mond, der wie alle Himmelskörper wie ein lebender Organismus beschrieben wird, in seinem Bestreben, selbst ein Planet zu werden, Energie aus der irdischen Biosphäre saugt. Besonders die Seelen der Menschen dienen ihm als Nahrung, und entziehen können diese sich dem Sog des Mondes nur durch einen enormen Fokus auf bestimmte esoterische Praktiken. Wer zu passiv und verführbar ist und dem hypnotischen Zauber des Trabanten erliegt, endet als Energiequelle für dessen Planetwerdung. Viele Interpreten haben diese Mythologie als Reflexion über feminine Energie gedeutet, was dann den Bogen zum Periodenzyklus schlägt &#8211; zur Frage, ob Tibet sich davon inspirieren ließ und wenn ja, wie tiefgehend, gibt es keine Belege. Wundern würde es nicht. </span></p>
<p>&#8220;In Menstrual Night&#8221;, in dessen CD-Version noch der Nightmare Culture-Track &#8220;KillyKillKilly (A Fire Sermon)&#8221; enthalten war, eröffnet einen interessanten Seitenpfad in der Diskografie von Current 93, der seine spätere Fortführung in Releases wie &#8220;Faust&#8221; und in den v.a. mit Andrew Liles produzierten EPs wie &#8220;The Moons At your Door&#8221; finden sollte &#8211; einer Musik, die vielleicht eine viel zentralere Rolle gespielt hätte und noch einige elaborierte Resultate hervorgebracht hätte, wäre das folkig eingefärbte Songformat nicht dazwischen gekommen. Da dies so nicht gekommen ist, sticht &#8220;In Menstrual Night&#8221; noch deutlicher hervor. House of Mythology gehen nun zu den Ursprüngen zurück und bringen als HomAleph eine neue limitierte Picture Disc des Albums heraus.</p>
<p><strong>Label: <a href="https://en.spkr.media/en/Artists/Current-93/Current-93-In-Menstrual-Night.html">House of Mythology / HomAleph / SPKR<br />
</a></strong></p>
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		<title>Nurse With Wounds Sylvie &amp; Babs als Picture Disc</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/04/27/nurse-with-wounds-sylvie-babs-als-picture-disc/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2021 05:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nurse With Wound bringen eine Picture Disc ihres &#8220;Sylvie &#38; Babs&#8221;-Albums von 1985 (eigentlich &#8220;The Sylvie And Babs Hi-Fi Companion&#8221;) mit neuem Artwork der legendären Babs Santini heraus. Die Platte erscheint im Mai bei United Dirter. &#8220;Sylvie and Babs is &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/04/27/nurse-with-wounds-sylvie-babs-als-picture-disc/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nurse With Wound bringen eine Picture Disc ihres &#8220;Sylvie &amp; Babs&#8221;-Albums von 1985 (eigentlich &#8220;The Sylvie And Babs Hi-Fi Companion&#8221;) mit neuem Artwork der legendären Babs Santini heraus. Die Platte erscheint im Mai bei United Dirter.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/sylvieandbabsnww.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25197" title="GD30PD.pdf" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/sylvieandbabsnww.jpg" alt="" width="2560" height="2538" /></a><span id="more-25196"></span><br />
&#8220;Sylvie and Babs is one of the most memorable, playful, and fascinating albums in the NWW oeuvre (though a decidedly unrepresentative one)&#8230;few (if any) other artists could&#8217;ve woven capricious contrarianism, low humor, bad puns, endless non-sequiturs, and chaos into such a satisfying whole&#8221; (Anthony D&#8217;Amico/Brainwashed)</p>
<p><a href="https://www.dirterpromotions.com/releases/nurse-with-wound/sylvie-babs-picture-disc/"><strong>@ Dirter</strong> </a></p>
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		<title>Sleep Has His House: Re-Issue des Current 93-Albums bei House of Mythology</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2020 05:00:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zusammen mit &#8220;Horsey&#8221; ist auch das 2000 erschienene Current 93-Album &#8220;Sleep Has His House&#8221; auf der Basis der ursprünglichen Master-Tapes und von The Bricoleur aufbereitet neu herausgekommen. &#8220;Sleep Has His House&#8221;, eines der wenigen Alben, bei denen ursprünglich die Schreibweise &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/08/04/sleep-has-his-house-re-issue-des-current-93-albums-bei-house-of-mythology/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zusammen mit &#8220;Horsey&#8221; ist auch das 2000 erschienene Current 93-Album &#8220;Sleep Has His House&#8221; auf der Basis der ursprünglichen Master-Tapes und von The Bricoleur aufbereitet neu herausgekommen. &#8220;Sleep Has His House&#8221;, eines der wenigen Alben, bei denen ursprünglich die Schreibweise Current Ninety Three verwendet wurde, entstand nach dem Tod von David Tibets Vater &#8211; die Trauer ist in vielen Texten der Songs spürbar, ganz direkt v.a. im anrührenden Titelsong, der zusammen mit &#8220;Niemandswasser&#8221; und &#8220;Good Morning, Great Moloch&#8221; zu den beliebtesten Songs der Band werden sollte und bis heute gerne als Zugabe bei Konzerten gespielt wird. Ebenfalls bekannt ist &#8220;Immortal Bird&#8221;, das vorab als Split-Single mit &#8220;Cripple and the Starfish&#8221; der damals am Beginn ihrer Karriere stehenden Antony and the Johnsons herauskam. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/08/current93sleephashishouse.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-21984" title="current93sleephashishouse" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/08/current93sleephashishouse.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-21983"></span>Musikalisch zeigen sich Current 93 hier von einer eher zurückgenommenen, auf&#8217;s Wesentliche konzentrierten Seite. Das den Sound prägende Instrument ist das Harmonium, dessen bedächtige Tonfolgen meist wie die begleitende Gitarre, Glockenspiel und anderes von Michael Cashmore eingespielt wurden. Ergänzt und ins leicht Surreale verschoben wurde dieses Klangbild von Stephen Stapletons durch Effekte, die in ihrer immer leicht tremolierenden Art bereits auf &#8220;Of Ruin Or Some Blazing Starre&#8221; vorkamen. In der Tendenz zur nur leicht melodisch eingefärbten Textrezitation knüpft Tibet mit seiner Stimmarbeit an das vorausgegangene &#8220;Soft Black Stars&#8221; an &#8211; eine Richtung, die auf dem kommenden &#8220;Hypnagogue&#8221;-Release noch verstärkt werden sollte. Neben den neun Tracks des Albums sind auf den neuen CD- und LP-Editionen zehn weitere (und jeweils unterschiedliche) Bonus-Tracks in Form meist unveröffentlichter Alternativ-Versionen enthalten.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=43046783/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>CURRENT 93: Soft Black Stars</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jul 2019 05:40:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das 1998 erschienene &#8220;Soft Black Stars&#8221; war damals ein Album, auf das man sich einlassen musste. Das ganze zurückliegende Jahrzehnt lang konnte man sich daran gewöhnen, dass Current 93 überwiegend und v.a. auf ihren Longplayern einen gitarrenlastigen Folksound hatten und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/27/current-93-soft-black-stars/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/current93softblackstars.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18256" title="current93softblackstars" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/current93softblackstars-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das 1998 erschienene &#8220;Soft Black Stars&#8221; war damals ein Album, auf das man sich einlassen musste. Das ganze zurückliegende Jahrzehnt lang konnte man sich daran gewöhnen, dass Current 93 überwiegend und v.a. auf ihren Longplayern einen gitarrenlastigen Folksound hatten und selbst die getrageneren Stücke einen eindringlichen Schmiss. Hinzu kam, dass die dunklen Folkgenres, mit denen man David Tibet und seine Band entgegen seiner Selbstbeschreibungen assoziierte, immer mehr<span id="more-18255"></span> den Charakter einer eigenständigen Szene bekamen und die damit einhergehende Klischeebildung einsetzte. Das neue Album, dessen Titel einem Thomas Ligotti-Zitat entstammte, lag zu all dem quer.</p>
<p>Anders als heute, nachdem man sich wieder mehr an häufige Stilwechsel gewöhnt hat, konnte &#8220;Soft Black Stars&#8221;, auch wenn die kurz zuvor erschienene EP &#8220;A Gothic Love Song&#8221; den Sound des Albums bereits in gebotener Kürze ankündigte, überraschen: Das Gros der Songs basierte auf einem minimalen Gerüst aus von Maja Elliott und Michael Cashmore eingespielten Klavierparts und Tibets Textvortrag, der oft nur ein leicht melodisch eingefärbter Sprechgesang war, der an Downtempo-Reduziertheit die ebenfalls stark rezitativen Stücke der &#8220;Of Ruin or Some Blazing Starre&#8221; noch um Längen übertraf: &#8220;Soft Black Stars&#8221; war eine Platte zum Runterkommen und strahlte vom ersten bis zum letzten Ton die Aura einer schwermütigen, aber auch deutlich friedvollen Besinnung aus.</p>
<p>Ähnlich wie die Songs untereinander, die durch wiederkehrende Motive und Stimmungsnuancen zu einer organischen Einheit verwoben schienen, wirkten auch Musik und Texte wie für einander geschaffen und schienen einem kohärenten Stimmungsbild zu entsprechen. Die koboldhafte Exaltiertheit, mit der Tibets Gesang immer mal die Grenzen des Bizarren überschritt, hatte hier keinen Platz, und jedes Drängen, jede Begierlichkeit, die in früheren Arbeiten den eschatologischen Grundtenor mitgeprägt hatten, waren aus den Lyrics und ihrer Darbietung verschwunden, die hier wie wehmütige Bekenntnisse eines Menschen klangen, der seinen Frieden gemacht hat: mit den angsterfüllten religiösen Ahnungen seines früheren Selbst (so in &#8220;Moonlight, or Other Dreams, or Other Fields&#8221;), mit der Substanzlosigkeit, die Zuneigung im Rahmen subkultureller Klischees annehmen kann (in &#8220;A Gothic Love Song&#8221;), v.a. aber mit dem immer noch nagenden Verlust nahestehender Menschen (in &#8220;Larkspur and Lazarus&#8221;, &#8220;Mockingbird&#8221;, The Signs in the Stars&#8221; und dem von besonderer Trauer durchdrungenen &#8220;It&#8217;s Time, Only Time&#8221;, bei dem für kurze Augenblicke die Violine Peter Vastls zu hören ist). Als eine Art Gegenstück zu diesen Bürden der Erinnerung mag man die (romantische) Utopie betrachten, die im Titelsong anklingt: im kindlich-vorsymbolischen Urzustand (&#8220;Deliver them from the book / And the letter / And the Word / And let them read the silence&#8221;) und in der Hoffnung auf einen Ort, an dem man sich wiedersieht, und an dem die sanften schwarzen Sterne scheinen.</p>
<p>All dies scheint eingetaucht in das Gefühl einer freundlichen Abgeklärtheit und etwas, das sich wie der Wunsch nach Neuerfindung anfühlt. &#8220;If I could have one wish / As in the fairy tales / I would unmake my past / And rise like Lazarus / And stand in sunlight / And banish all the dark&#8221; heist es in &#8220;Larkspur and Lazarus&#8221;, &#8220;And so I put away / All talk of death&#8217;s heads / And a little glimpse is a bloodblossomed force / And all talk of apocalypse&#8221; später in &#8220;Moonlight&#8221;, und auch wenn diese Stellen primär im Kontext der jeweiligen Songs Bedeutung haben, passen sie doch auch zu der Atmosphäre von Besinnung und selbstreflexiver Rückschau, die sich im Kleinen schon seit der &#8220;Tamlin&#8221;-EP ankündigte, aber hier erstmals zu einer zentralen Eigenschaft wurden. Dass Current 93 sich damals Current Ninety Three schrieben, mag all dies symbolisch unterstreichen, mehr noch, dass Tibet zwar nicht erstmals, aber erstmals im größeren Stil das Artwork mit eigenen Bildern schmückte. Und auch wenn man das als Trivia abtut: Current 93 wurden fortan überwiegend von denjenigen Dark Folk-Fans gehört, die wenig Interesse an einem verengten Szenedasein hatten, später dann vermehrt auch von Hörern mit den unterschiedlichsten Hintergründen.</p>
<p>Folkreferenzen gibt es durchaus, &#8220;Antichrist und Barcodes&#8221; und &#8220;Moonlight&#8221; basieren von der Melodie her auf dem Traditional &#8220;The Rolling of the Stones&#8221;, &#8220;Mockingbird&#8221; und &#8220;The Signs in the Stars&#8221; auf &#8220;O Willow Waly&#8221;, den man aus dem Film <em>The Innocents</em> (1961) kennt. Der Titelsong wiederum, der auch durch ein Antony and the Johnsons-Cover bekannt wurde, adaptiert den Renaissance-Klassiker &#8220;Une Jeune Fillette&#8221; von Jehan Chardavoine, und im in seiner Abgeklärtheit erschütternden Schlusstrack &#8220;Chewing on Shadows&#8221; tauchen dann einige traditionelle Instrumente aus dem dronigen Sirup auf.</p>
<p>Auf der im letzten Jahr von Michael Lawrence alias The Bricoleur klanglich aufgearbeiteten Neuauflage sind zwei in der Zwischenzeit entstandene Versionen dieses Songs angehängt, und man kann dieses Album, das Current 93 vielleicht von ihrer nachdenklichsten Seite und die rezitativen Vocals noch in voller Frische zeigt, immer noch jedem empfehlen, der die Band kennenlernen will. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: The Spheres</strong></p>
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		<title>NURSE WITH WOUND / THE JAMES WORSE PUBLIC ADDRESS METHOD: The Vursiflenze Mismantler</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jul 2019 04:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch seit Nurse With Wound wieder als eine Art Band agieren, gibt es von Zeit zu Zeit interessante personelle Wechsel und Neuzugänge. Einer, der in den letzten zwei bis drei Jahren von sich reden machte, ist James Worse, der mit &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/06/nurse-with-wound-the-james-worse-public-address-method-the-vursiflenze-mismantler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/nwwworse.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18109" title="nwwworse" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/nwwworse-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch seit Nurse With Wound wieder als eine Art Band agieren, gibt es von Zeit zu Zeit interessante personelle Wechsel und Neuzugänge. Einer, der in den letzten zwei bis drei Jahren von sich reden machte, ist James Worse, der mit seinem Gesang eine im Kosmos der Band eher seltene Rolle einnimmt, dessen Beitrag zwischen klassischem Gesang in verschiedenen Stimmlagen, bizarrem Gemurmel und Texten zwischem stilisiertem Englisch und Fragmenten einer Fantasiesprache zugleich gut in diesen Kosmos passt.<span id="more-18108"></span></p>
<p>Nach einigen Konzerten gibt es mit &#8220;The Vursiflenze Mismantler&#8221; nun die erste gemeinsame Studioarbeit, bei der Stapleton, Liles und Worse in einem Track noch von Timo van Luijk (Af Ursin) am Vibraphon und Petr Vastl (Aranos) an der Violine unterstützt werden. Insgesamt bieten die vierzehn Stücke, deren Titel mit ihren barocken Neologismen abwechselnd an chinesichen Akzent oder an eine Travestie des Deutschen erinnern und für die im Schnitt brottrockenen NWW-Standards etwas prätentiös wirken, eine Balance aus Bekanntem und Neuem.</p>
<p>Viele der verwendeten Sounds tragen eine unverkennbare Nurse With Wound-Signatur: In schwindelerregendes Zittern und Vibrieren versetzte Samples wie in &#8220;Smarch of the Bomberdast&#8221;, bei denen immer wieder am Tempo und an den Stereoeffekten geschraubt wird, lassen vierzig Jahre Bandgeschichte vorbeiziehen, ebenso die im Zeitrafferverfahren vorbeihuschenden Synthiebrocken, doch viele gut produzierte Details mit der eindeutigen Handschrift Liles&#8217; demonstrieren einmal mehr, dass diese Sounds nie gleich klingen, sondern in einem immer wieder neu modifizierten Rahmen wirken. Worse&#8217; Beitrag, zunächst knarzendes Grbrumme, später ein dramatischer Monolog über Tierisches und Kulinarisches, geben dem Stück endgültig sein eigenes Gepräge. &#8220;Could be Worse&#8221;, kann man da nur sagen.</p>
<p>Im Grunde funktionieren alle Songs m.o.w. nach diesem Strickmuster aus Altbekanntem und dem spezifischen Albumsound, was aber eine große Variationsbreite zulässt: In &#8220;Gwelt Awone on a Sursibass&#8221; treffen nasse, gluckernde Sounds auf gestylte Noisefragmente. Tiefes Knurren und frickeliges Hantieren mit Kleinteiligem lassen in &#8220;Lumpless, Gloon and Muttersmuch&#8221; einen vielschichtigen Spuk entstehen. Verzerrtes Quaken, Grunzen und Schnarchen trifft in &#8220;Nana&#8221; auf derangierte Cut-up-Kollagen voll schalkhafter Komik. Viele der etwas ruhigeren, semi-ambienten Stücke enthalten zugleich etwas Monumentales, das zeigt, dass sich Komik und Erhabenheit keineswegs ausschließen müssen.</p>
<p>Dass Nurse With Wound große Entertainer sind, zeigen sie auch auf dieser seit längerem wieder auf dem eigenen Label herausgebrachten CD, und man darf gespannt sein, was die Worse-Connection &#8211; auch wenn man sagen muss, dass die umständlichen und bemüht komischen Tracktitel kein Nurse With Wound-Niveau sind -  für die Zukunt noch bereithält. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: United Dairies</strong></p>
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		<title>NURSE WITH WOUND: Sinister Whimsey to the Wretched</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2018 06:11:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt viele Musiker, die aus ungewöhnlichen Alltagsgeräuschen, Stimmen und Zitaten konventioneller Musik wilde und doch stimmige Kollagen fabrizieren, aber eine Nurse With Wound-Platte erkennt man meist sofort &#8211; an gewissen tremolierenden Sounds, an schwindeligen Spielereien mit dem Tempo, an &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/05/19/nurse-with-wound-sinister-whimsey-to-the-wretched/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/05/nwwsinisterwhimsey.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15615" title="nwwsinisterwhimsey" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/05/nwwsinisterwhimsey-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt viele Musiker, die aus ungewöhnlichen Alltagsgeräuschen, Stimmen und Zitaten konventioneller Musik wilde und doch stimmige Kollagen fabrizieren, aber eine Nurse With Wound-Platte erkennt man meist sofort &#8211; an gewissen tremolierenden Sounds, an schwindeligen Spielereien mit dem Tempo, an dröhnender Paranoia, bizarren Tierstimmen, fiesem Hohngelächter und kreischenden Frauen aus den Stuben einer Nervenklinik, die das Setting eines Jess Franco-Films sein könnte. Solche <span id="more-15614"></span>Markenzeichen kommen in allen typischen Arbeiten Stephen Stapletons und seiner Mitstreiter vor.</p>
<p>Die 2CD „Sinister Whimsy to the Wretched“ ist so ein typisches Werk und ein perfekter Einstieg in die klassische Phase der Band, denn es enthält zwei von Andrew Liles neu gemasterte Releases aus den frühen 90ern, auf denen schon damals ältere Tracks und Auszüge aus frühen, vergriffenen Alben zusammengestellt wurden. Das die erste CD füllende „Sugar Fish Drink“, das 1992 mit dem Untertitel „A Layman&#8217;s Guide To Cod Surrealism“ erschienen ist, war ein Tour de Force-Ritt durch die unterschiedlichsten Verrücktheiten der zurückliegenden zehn Jahre. „Cooloorta Moon“, Stapletons Hommage an seine Farm in Irland, eröffnet die Sammlung mit den sechs vielleicht eingängigsten und zugleich hypnotischsten Minuten Nurse With Wound, bei denen Bradford Steers smoothes Saxophon, hüpfende Quietschgeräusche und ein tobender Kuhstall aus unerfindlichen Gründen keinen Gegensatz bilden.</p>
<p>Sperrige Tracks, deren Unterhaltungswert sich erst mit einsetzenden Suchterscheinungen voll erschließt, Stücken wie „Swamp Rat“ (ursprünglich vom 1987er Album „Drunk With The Old Man Of The Mountains“) und das episodische „Creakiness“ dominieren die CD schon von der Länge her, auf ihnen geben sich Zirkusmelodien, aus dem Takt geratene Tribalbeats und mittelalterliche Flötenklänge mit bizarrem Tierbrummen, verrückten Lachkrämpfen und dem Inhalt eines Werkzeugkastens die Klinke in die Hand. Dass Nurse With Wound, die gerade in ihrer Frühphase wie aus der Zeit gefallene Hippies aussahen, durchaus Kinder ihrer Zeit waren und, wenn sie wollten, auch das Idiom des Postpunk beherrschten, zeigen Tracks wie das bedrohlich herankriechende „I am the Poison“ mit dem Bass Tony Wakefords und der Noiserocksong „Brained“ von 1984 (hier im „Unconscious Mix“) mit dem kräftigen Gesang J.G. Thirlwells.</p>
<p>Die zweite Scheibe „Large Ladies With Cake in the Oven“ erschien kurze Zeit später und enthält ebenfalls Stücke, die fast zehn Jahre in die Diskografie zurückreichten, die ältesten erschienen 1984 auf „Brained by Fallen Masonry“ und „Gyllensköld, Geijerstam and I at Rydbergs“, und gerade letztere, die das erste Drittel der CD abdecken, muten wie Objekte aus einer Wunderkammer an, die in einem neuen Raumkontext und anderer Anordnung eine komplett neue Geschichte erzählen – eine Geschichte, deren Plot angesichts hysterischer Schreie, eines Walzer spielenden Barpianos, Zeitrafferspiele und eines knurrenden David Tibet nicht leicht zu erfassen ist. In der Folge begegnet einem Diana Rogerson a.k.a. The Hornet Queen mit einem eigenen Stück von der „Crank /Wisecrack“-7&#8221;, Maultrommeln und aufgescheuchte Springteufel in „Red Flipper“, der beschwörend folkige Gesang Laura Callands und einiges mehr in „Glory Hole“, und das Finale gehört auch hier wieder einer funky Version von „Brained“.</p>
<p>Seit Nurse With Wound im letzten Jahrzehnt wieder zu einer Band mit Stammbesetzung zusammengewachsen sind, erleben sie so etwas wie einen zweiten Frühling, dessen Früchte nicht wenig mit den Soundkollagen des Frühwerks gemein haben. Zusammen mit der vor einem Jahr erschienenen „Dark Fat“, die mit live eingespieltem Material die neuere Zeit dokumentiert, kann man sich mit „Sinister Whimsey“ einen guten Überblick über diese Kontinuität verschaffen.</p>
<p><strong>Label: United Dirter</strong></p>
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		<title>CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jan 2018 01:15:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als Current 93 in den frühen 90ern das Album „Thunder Perfect Mind“ herausbrachten, war die mediale Aufmerksamkeit und die Möglichkeit von Publicity für derartige Musik noch weitaus gringer als heute, wo diverse Kanäle wie Newsletter und Social Media die Erwartung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14761" title="current93thunderperfectmind" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Current 93 in den frühen 90ern das Album „Thunder Perfect Mind“ herausbrachten, war die mediale Aufmerksamkeit und die Möglichkeit von Publicity für derartige Musik noch weitaus gringer als heute, wo diverse Kanäle wie Newsletter und Social Media die Erwartung auf einen Tonträger anheizen und die Gespanntheit auf einen eventuellen Meilenstein schüren können. War man nicht im Postverteiler der entsprechenden Vertriebe oder stand im Kontakt mit dem einen oder anderen Musiker, dann erfuhr man irgendwann aus der einschlägigen Presse von den gerade erschienenen Releases, und so erblickte das vorliegende Album auf fast etwas<span id="more-11540"></span> unspektakuläre Art das Licht der Welt. Dass es sich dabei um eine der größten Wegmarken im Werk der Gruppe um David Tibet handeln sollte, stellte sich erst heraus, als das Album mehr und mehr Einzug in die Plattenregale nahm, mehr noch als man einige Jahre und Veröffentlichungen später auf dieses Album zurückblicken konnte.</p>
<p>Und „Thunder Perfect Mind“ war eine Wegmarke in vielfacher Hinsicht. Es war das erste Album, auf dem der christlich-esoterische Einschlag, der von Beginn an in Tibets Werk präsent war, der oft jedoch einen eher eigenwillig ambivalenten Eindruck erweckte, zur zentralen, eindeutig positiv konnotierten Säule des Grundtenors wurde. Freilich, Zeilen wie „And I believe, Christ is the Son of God“ gab es bereits, aber hier wurde ein ganzes Album nach einem gnostisch-christlichen Text in koptischer Sprache benannt, was auf Tibets später noch intensivere Beschäftigung mit solcher Literatur und der Koptologie vorausweist.</p>
<p>Ebenfalls wurde auf diesem Album deutlich, dass die seit „Swastikas for Noddy“ vollzogene Hinwendung zum Songwriting und zu akustischer, im weitesten Sinne folkiger Musik nicht als kurzlebiges Strohfeuer in die Bandgeschichte eingehen sollte, sondern für viele Jahre ein musikalisches Markenzeichen Current 93s sein sollte, die Mitwirkung von Tibets Heldin Shirley Collins ist in dem Zusammenhang ein symbolisch aussagekräftiges Statement. Auch in persönlicher bis personeller Hinsicht ist „Thunder Perfect Mind“ bedeutsam. Dass es ein identisch betiteltes Nurse With Wound-Album gibt und Stephen Stapleton nach wie vor mit an Bord war, kann als bemerkenswerte Antithese gegen Tibets Abwendung von experimentellen Klängen gelesen werden. Darüber hinaus war „Thunder Perfect Mind“ das letzte Album mit Douglas P. und Rose McDowall, dagegen das erste, auf dem Michael Cashmore der Musik mit seinem pastoralen Gitarrenpicking den Stempel aufdrücken sollte.</p>
<p>Einige der Songs auf dem Album sind heute Klassiker, werden immer mal wieder bei Konzerten gespielt und erfreuen ungebrochen das schwarze Volk in den entsprechenden Clubs. Andere dagegen sind nahezu vergessen, außer natürlich bei denen, die das Album am Stück hören. Zu den ersteren zählen „The Descent of Long Satan and Babylon“, ein mysteriöser Akustiksong mit Anspielungen auf die Offenbarung des Johannes, bei dem Tibets eigenwilliger Sprechgesang, Cashmores sanfte Gitarre und Joolie Woods Flöte einem an Collins erinnernden Folksound sehr nah kommen. Unvergessen „In the Heart of the Woods and what I Found there“, bei dem &#8211; in Anspielung auf die Legende des Heiligen Eustachius &#8211; zu einer einprägsamen Geigenmelodie Christus erscheint, oder „A Song for Douglas after he&#8217;s dead“, eine rührende Hommage an den mittlerweile verflossenen Freund inklusive Trauermarsch. Ebenfalls in die Kategorie zählen Stücke wie „A Sadness Song“, bei dem Tibet mit seiner eigenwillig androgynen Kopfstimme einen der melancholischsten Momente seiner Diskografie entstehen lässt, ferner „Mary Waits in Silence“, das von einer mir unbekannten Renate Birulf gesungene „Riverdeadbank“ oder das wunderschöne Sand-Cover „When the May Rain Comes“.</p>
<p>In diesen und ähnlichen Stücken wirkt der noch frische Folksound der Band nicht freakig oder Stilgranzen überschreitend, sondern auf eingängige Art ernsthaft, und er vermag – durchaus romantische oder nostalgische – Bilder einer pastoralen englischen Fantasiewelt heraufzubeschwören, einer Welt, die allerdings immer noch zu gebrochen erscheint für reinen Eskapismus, die einen Beigeschmack der Bitteren, Grenzwertigen gerade in ihrer unschuldig anmutenden Schönheit um so wirkungvoller zum Zug kommen lässt. Louis Wain, von dem das Artwork zum Original-Cover ist – ebenfalls erstmals im Kosmos der Band – hätte diese Landschaft malen können. Dazu passen dann auch die etwas schrägeren Akustiknummern, die sich zwischen die anderen Songs geschlichen haben, Stücke wie „Rosie Star Tears from Heaven“ oder „All the Stars are Dead now“.</p>
<p>Doch „Thunder Perfect Mind“ ist ohnehin gar nicht als homogenes Werk konzipiert, das musikalisch wie aus einem Guss wirken sollte. Ausgerechnet die beiden Teile des Titelstücks haben keine Songstruktur, mit ihren minimalen melodischen Mustern knüpfen sie aber auch wenig an frühere Soundscapes an. Mit leicht verfremdeter Stimme rezitiert Tibet Passagen über die dualistische Natur der Gottheit, begleitet von der gehauchten Stimme Rose McDowalls. Ebenfalls heraus sticht das textlich kontroverse &#8220;Hitler as Kalki (SDM)&#8221;: Zu Nick Salomans Gitarrensoli und zum Bassspiel eines Musikers, der sich heute wahrscheinlich lieber die Hand abhacken würde, als sich daran zu beteiligen, wird hier die Katastrophe des Weltkriegs mit aus dem Hindu-Kosmos stammenden Prophezeihungen über das Ende des aktuellen Weltzyklus in Verbindung gebracht. Das Lied ist, wie später ein ganzes Album, seinem Vater gewidmet, der im Krieg gegen Nazi-Deutschland im Einsatz war. Mehr noch als die eher noiserockigen Stücke auf der recht heterogen ausgefallenen &#8220;Horsey&#8221; ist dieses Stück Current 93s erster Ausflug in psychedelisch konnotierte Rockmusik.</p>
<p>Dieses breite Stilsprektrum zwischen Song und Soundscape, zwischen Folk, Abstraktem und Psychedelischem, das einem sofort ins Auge fallen muss, wenn man den Fokus nicht nur auf die &#8220;Hits&#8221; lenkt, ist sicher ein Grund, warum &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; zu den herausragenderen Alben der Band zählt, aber letztlich sind dies ebenso wie der breit gefasste inhaltliche Rahmen Dimensionen, die man mit der einen oder anderen Schwerpunktverschiebung in fast allen Current 93-Alben findet. Es gab in der Bandgeschichte immer Phasen, die von einer besonderen Frische und Aufbruchstimmung geprägt waren, während man anderen Karriereabschnitten anmerkte, dass es wieder einmal Zeit für einen Häutungsprozess war. Ich denke, dass &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; auch sehr davon lebt, in einer der erstgenannten Phasen entstanden zu sein. Unlängst wurde das Werk in von The Bricoleur remasterter Version und mit neuem Artwork von Ania Groszynska auf Doppel-LP wiederveröffentlicht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: The Spheres</strong></p>
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		<title>NURSE WITH WOUND: The Great Ecstasy of the Basic Corrupt</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2017 06:49:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die beiden Alben „The Great Ecstasy of the Basic Corrupt“ und „Silver Bromide“ erschienen vor knapp drei Jahren auf streng limitierten LPs als art edition und sind seitdem gesuchte Sammerstücke, die Preise, die dafür im Netz geboten wurden, horrend. Da &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/02/18/nurse-with-wound-the-great-ecstasy-of-the-basic-corrupt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/nwwthegreatacstasy.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-13280" title="nwwthegreatacstasy" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/nwwthegreatacstasy.jpeg" alt="" width="173" height="150" /></a>Die beiden Alben „The Great Ecstasy of the Basic Corrupt“ und „Silver Bromide“ erschienen vor knapp drei Jahren auf streng limitierten LPs als art edition und sind seitdem gesuchte Sammerstücke, die Preise, die dafür im Netz geboten wurden, horrend. Da Nurse With Wound aber mehr als nur ein paar Dutzend Fans haben, war in diversen Kommentarspalten schon seit längerm der Wunsch nach regulären Wiederveröfentlichungen zu vernehmen. Dies ist nun seit kurzem geschehen, und ich erwähne beide Alben deshalb, weil<span id="more-13279"></span> Stephen Stapleton und Andrew Liles, die den spärlichen Informationen zufolge wohl allein an dem Material gearbeitet haben, sich für die Dirter-Auflage von „The Great Ecstasy“ noch für einen Bonus entschieden haben &#8211; „Circles of Confusion“, das im Original eben auf „Silver Bromide“ enthalten war.</p>
<p>Das Material nun in realistischer Stückzahl und über einen professionellen Vertrieb zugänglich zu machen, ist nicht nur sinnvoll, um die Neugier der Fans zu befriedigen, sondern auch der überragenden Qualität zumindest der beiden langen „Great Ecstasy“-Tracks angemessen. Das gut zwanzigminütige „No Meat for the Dogma“ entpuppt sich nach kurzem Maschinengefrickel schon bald als dynamisches Dronestück, dessen kraftvoll kreisender Klangteppich sich schnell in den Vordergrund spielt und alle Sounds, die am Wegesrand auftauchen, absorbiert: ein dezenter Regenschauer, gesampletes Saitenspiel vermutlich indischer Herkunft, plötzliche Spannungsmacher wie metallische Detonationen. Erst eine nostalgisch anheimelnde Melodie auf einem immer lauter erklingenden Cembalo behauptet sich dagegen und vollendet den Grundcharakter des Stücks. Über wenige Minuten entsteht eine schaurig-schöne Gothic Horror-Atmosphäre wie aus dem surrealistischen Frühwerk von Jean Rollin, die all den vielen kleinen augenzwinkernden Soundideen &#8211; unschlagbar hier die knarrende Tür wie einst auf der sinkenden Salt Marie Celeste &#8211; eine ganz eigene schaurige Poesie verleiht.</p>
<p>Wer NWW kennt, weiß, dass hier kein ernstes Pathos verbreitet wird, das gilt auch für das zunächst merklich leiser anklingende „Feed The Loathing“ mit der angenehm einlullenden Repetition seiner etwas lichtdurchwirkteren Dröhnung. Rituelle Glöckchen und dazu passendes Gerumpel stehen etwas exponierter da als die Sounds im vorangegangenen Stück, ebenso die undefinierbaren organische Klänge, die an Steicher erinnern. Erst in den letzten Minuten machen Stapleton und Liles, was sie am liebsten tun, nämlich grotesken Spielereien nachgehen, v.a die Handschrift von Monsterliles ist im dumpfen Brummen unschwer zu erkennen. „Circles of Confusion“ setzt sich klanglich und atmosphärisch schon ziemlich stark von den beiden anderen Tracks ab und ist somit ganz klar ein Bonustrack &#8211; aber ein solcher, der immer noch passt, und in den mahlenden Bewegungen des Klangteppichs und der ausladenden, repetitiven Struktur finden sich die stärksten Anknüpfungspunkte. Der Sound ist allerdings von deftig knarrenden Egitarren geprägt, und in seiner doomig-schleppenden Gangart und der sich kontinuierlich steigerten Verzerrtheit erinnert der Track fast ein bisschen an die Zusammenarbeit mit Sunn O))).</p>
<p>Ob es sinnvoller gewesen wäre, die beiden Alben, also auch „Silver Bromide“, in Gänze neu zu veröffentlichen, vermag ich nicht zu sagen, da ich die beiden anderen Tracks auf letztgenanntem nicht kenne &#8211; als zusätzlicher Track fügt sich „Circles of Confusion“ jedenfalls gut in das Konzept von „The Great Ecstasy“, und überhaupt sollte man die Neuauflage als ein Geschenk betrachten. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dirterpromotions.com">United Dirter</a></strong></p>
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		<title>CURRENT 93: Swastikas for Noddy &amp; Crooked Crosses for the Nodding God (2LP-Re-Release)</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2015 14:45:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Für viele ist &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; eines der essenziellen Current 93-Alben, und schon allein im Hinblick auf den musikalischen Richtungswechsel, den die Platte einleitete, spricht einiges für ihren Ausnahmestatus. In der ersten Schaffensphase der englischen Band, die sich über die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/10/02/current-93-swastikas-for-noddy-crooked-crosses-for-the-nodding-god-2lp-re-release/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10679" title="swast1-250x250" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/swast1-250x250-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für viele ist &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; eines der essenziellen Current 93-Alben, und schon allein im Hinblick auf den musikalischen Richtungswechsel, den die Platte einleitete, spricht einiges für ihren Ausnahmestatus. In der ersten Schaffensphase der englischen Band, die sich über die gesamte Mitte der 80er Jahre hinzog, stand Current 93 für lange, alptraumhafte Soundscapes, in denen David Tibet auf Alben wie &#8220;Nature Unveiled&#8221;, &#8220;Dog&#8217;s Blood Rising&#8221; und &#8220;Dawn&#8221; seine Hörer wie ein vollends dem Wahn verfallener Vergil auf einen Höllentrip mitnahm, bei der er ein tobendes Inferno aus Okkultismus, Paranoia und apokalyptischen Visionen entfachte. Keine noch so<span id="more-10678"></span> bemühte Doom- oder Death Industrial-Band kam später an diese tiefe Schwärze heran, die einzige Ausnahme &#8211; die schwedischen Abruptum &#8211; stammt aus dem Black Metal. Nach etwa drei bis vier Jahren schien dieses Konzept in seiner Reinform ausgereizt, immer mehr suchte Tibet nach anderen, stilistisch offeneren und atmosphärisch subtileren Ausdrucksweisen, und so entstanden Alben wie &#8220;In Menstrual Night&#8221; und das &#8211; letztlich verspätet erschienene &#8211; &#8220;Imperium&#8221;, bei dem erstmals lange Textpassagen und in Teilen akustische Klänge jenseits von Samples vorkamen.</p>
<p>Angesichts dieser eher gemächlichen &#8211; und in Subkulturen (vgl. Swans, Bad Seeds, Neubauten) nicht ungewöhnlichen &#8211; Entwicklung von Abstraktion und Härte zu einer wohlklingenderen und inhaltlich zugänglicheren Ästhetik musste das 1988 erschienene Swastikas-Album wie ein Hoax wirken. Eingebettet in launig anmutende Beschwörungen der Runen, latent xenophobe Verwünschungen aus einem furchteinflößenden Druidenmund und cartoonhaft-nihilistische Kommentare über den Stand der Menschheit bietet die Platte vor allem kurzweilige Folksongs, eingespielt von einer Horde zugedröhnter Dilletanten, die weder vor Traditionals wie &#8220;Oh Coal Black Smith&#8221; noch vor Klassikern wie Blue Oyster Cults &#8220;Summer of Love&#8221; und Strawberry Switchblades &#8220;Since Yesterday&#8221; halt machten &#8211; und warum sollten sie auch, war Rose McDowall von letzterer Band doch eine der zentralen Figuren von Tibets Combo, in der hier außerdem Douglas P., Freya Aswynn, Ian Read und Boyd Rice eine zentrale Stellung einnahmen.</p>
<p>Dass die im besten Fall drei Akkorde, die Pearce auf dem Album zusammenschrammelt, nicht langweilen, verdankt sich den vielen bizarren Ideen, die hier verbraten werden, und dass das Stelldichein von Noddy (in der Melodie von &#8220;Ein Schneider fing &#8216;ne Maus&#8221;) und Nietzsche (&#8220;That which is falling&#8230;&#8221;) zusammen mit der Schlarlachroten Frau und dem einäugigen Gott harmoniert, muss man erst einmal so gut hinbekommen. Dass hier die Spätphase der Flower Power-Ära, als die schönen Hippie-Ideale zu bröckeln begannen, beschworen wird, ist für die Subkultur der 80er nicht ungewöhnlich und knüpft deutlich an Psychic TV und die Industrial Culture an, ebenso nimmt es einiges von der Neofolk-Attitüde vor allem im angelsächsischen Raum vorweg, die hier eine ihrer Initialzündungen erfuhr. Dass Tibet von solchen Genre- und Szenekontexten später nichts wissen wollte und sich wenn eher ironisch bis ablehnend darauf bezog, ist eine andere, durchaus lange Geschichte.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10970" title="crookedcrossesc93" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/crookedcrossesc93-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn in der darauffolgenden Zeit viele Releases der Band einen (im weitesten Sinne) folkigen Touch hatten, wirkt &#8220;Swastikas for Noddy&#8221; rückblickend doch eher wie eine Ausnahmeerscheinung &#8211; der unbekümmerte Dilettantismus des Albums verschwand schnell aus dem Stilrepertoire Tibets, ebenso der trotz allen Augenzwinkerns ätzende, nihilistische Ton und der wohl primär Aswynn und Read geschuldete Bezug zum nordischen Heidentum. Vor allem aber würden wohl die meisten Fans heute sagen, dass ein Current 93-Album ohne die Mitwirkung zumindest eines Nurse With Wound-Mannes (im Klartext damals: Stephen Stapleton) doch eine eher halbe Sache ist. Stapleton hat auf &#8220;Swastikas&#8221; tatsächlich ein paar Schräubchen gedreht, doch seine Stunde sollte erst kurz darauf kommen, als er aus den Songs ein komplettes Remixalbum unter dem Titel &#8220;Crooked Crosses for the Nodding God&#8221; anfertigte. Was &#8220;Crooked Crosses&#8221; gegenüber &#8220;Swastikas&#8221; ausmacht, ist der surreale &#8211; manche würden vielleicht sagen psychedelische &#8211; Grundcharakter, der sich in verschwurbeltem Dröhnen und in klanglichen Spielereien ausdrückte, die in dem Fall eher dilirierend als kindlich wirkten. Sehr stark ist z.B. das noisige Rauschen, das das aus &#8220;Benediction&#8221; und &#8220;Malediction&#8221; entstandene &#8220;He is Everywhere Nowhere&#8221; umhüllt, oder die noch schmissigere Version des schwarzen Schmiedes mit Tony Wakeford an der Gitarre.</p>
<p>Ob man nun eher &#8220;Swastikas&#8221; oder &#8220;Crooked Crosses&#8221; mag, ist unter Current-Fans seit jeher eine interessant Gretchenfrage, und oft markiert sie eine Trennlinie zwischen denen, die eher dem Neofolk oder doch eher experimentelleren Musikformen zugeneigt sind. Dass das Material aber überhaupt in zwei Versionen erschien, implizierte schon recht früh eine Spaltung durch die World Serpent-Family, deren Tragweite erst zum Ende des Kult-Vertriebes Jahre später deutlich werden sollte. Gerade diejenigen Fans, die eher den Gothic- und Dark Folk-Communities zuzurechnen sind, stehen im Verdacht, die neuen Alben zwar alle brav zu erwerben, sie aber nach einmaligem Auflegen ins Regal verbannen um dann wie gewohnt nur &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; und eben &#8220;Swastikas&#8221; zu hören &#8211; jüngere Semester oft nur noch über Bandcamp. Gerade die dürfen sich freuen, dass die beiden lange vergriffenen Platten nun wieder zu haben sind, direkt im Doppelpack und in klanglich merklich verbesserter Gestalt nebst bislang unbekanntem Bildmaterial von Ruth Beyer.</p>
<p>Wer Current 93 dagegen über die David Keenan-Schiene rezipziert und am liebsten in der Volksbühne und der Berliner Zeitung getagged wissen will, der muss die Tatsache, dass die Swastika hier in einem Kontext steht, in dem das Schwache zertreten wird, der Ruin des schönen (oder blonden) Landes durch Brunnenvergifter beklagt wird und zum zweiten Mal der Satz &#8220;This destiny did not tire&#8221; verbraten wird, wohl über die Komik abwiegeln. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.copticcat.ca/">Coptic Cat</a></strong></p>
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		<title>NATURE AND ORGANISATION: Snow Leopard Messiah</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2015 05:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Um den Werdegang von Michael Cashmore zu verstehen, muss man sich v.a. von der Vorstellung verabschieden, dass der Kopf einer Band oder eines Musikprojektes immer die Person am Mikrophon sein muss. Schon in seiner Zeit bei Current 93 war der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/09/26/nature-and-organisation-snow-leopard-messiah/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/NatAndOrgSnowLeopardMessiah.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-10632" title="NatAndOrgSnowLeopardMessiah" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/NatAndOrgSnowLeopardMessiah.jpg" alt="" width="167" height="150" /></a>Um den Werdegang von Michael Cashmore zu verstehen, muss man sich v.a. von der Vorstellung verabschieden, dass der Kopf einer Band oder eines Musikprojektes immer die Person am Mikrophon sein muss. Schon in seiner Zeit bei Current 93 war der Gitarrist weit mehr als ein ausführendes Organ, sondern drückte der Musik seinen unverkennbaren Stempel auf. Seine scheinbar einfachen, in Wirklichkeit aber äußerst feinsinnigen Kompositionen bezeugen eine ganz eigene Handschrift, die man im Vergleich zu Current 93-Alben ohne seine Mitwirkung sofort heraushört. Als in den frühen 90ern vermehrt Tonträger von Cashmores eigenem Projekt<span id="more-10631"></span> Nature and Organisation erschienen, betrachteten es einige als reines Nebenprojekt, da David Tibet bei den meisten Stücken sang. Man musste mit Platten wie „Beauty Reaps the Blood of Solitude“ oder der EP „A Dozen Summers Against the World“ schon eine tiefere Freundschaft eingehen, um ihren eigenen Stil zu erkennen.</p>
<p>Der aus der Region um Birmingham stammende Cashmore begründete Nature and Organisation schon Jahre vor dieser Zeit. 1986 erschien ein Tape, auf dem er unter diesem Namen sowie als Bone Clinic noisige Kollagen herausbrachte, die im Kern vieles enthielten, was seine Musik bis heute ausmacht: Schöne, damals an spanische Folklore angelehnte Gitarrenmotive und eher harsche Sounds, die noch sehr in der Tradition der Industrial Culture standen; emotionaler Überschwang in Form eines heillosen Chaos, ebenso wie die zahlreichen Details zur Ruhe gezwungen durch eine fast bildhauerische Form, bei der kein Aspekt dem Zufall überlassen scheint. So ausbalanciert Cashmores Musik seit jeher anmutet, herrscht unter ihrer Oberfläche ein mühsam gebändigter Widerstreit, der sich – ob intendiert oder nicht – auch im Bandnamen spiegelt. Er scheint für eine Art asketischer Strenge zu stehen, die sich bis heute in Cashmores Arbeiten findet, auch wenn man sie oft nur vage hinter der sanften Schönheit seiner Musik erahnt.</p>
<p>Auf der bald erscheinenden 2CD „Snow Leopard Messiah“ sind diese Aufnahmen nicht enthalten, doch ihr Echo findet sich auch in den Werken, die in den 90ern im Dunstkreis der World Serpent-Family entstanden sind. Das 1994 erschienene und seit einer gefühlten Ewigkeit vergriffene „Beauty Reaps the Blood of Solitude“ gilt vielen als einer der Klassiker des Apokalyptik Folk, enthielt es doch die dramatische ebenso wie die wehmütige Seite dieser Musik in einer bemerkenswerten Ausgewogenheit, und mit David Tibet, Douglas P. und Rose McDowall sind einige der Protagonisten des vermeintlichen Genres beteiligt. Das Werk beginnt mit einem monumentalen Intro, das auf ein bedrohlich-apokalyptisches Szenario einstimmt. Wenn Rose die Hörer in der darauf folgenden Version des „Wickerman Song“ sanft in den Schlaf wiegt, ist alles wieder offen, denn bis dahin erinnert die atmosphärische Bandbreite an ein kleines Spagat.</p>
<p>Das Gros der Platte machen Stücke mit Texten und Gesang von Tibet aus, dessen Stimme damals auch in den rezitativeren Momenten noch Markanz bewies, ganz im Gegenteil leider zu den eher müden Endlosvorträgen von heute, an deren Saft- und Kraftlosigkeit auch die berühmtesten Folk-, Rock-, und Jazzmusiker der Welt nichts ändern. Das beliebte „Bloodstreamruns“, aber auch „Bonewhiteglory“, „Skeletontonguedworld“ und „Tears for an Eastern Girl“ hätten sich teilweise gut auf Current 93s „Of Ruin or Some Blazing Starre“ gemacht &#8211; die apokalyptischen Reiter, lachende und weinende Kinder, die London Bridge in Flammen und viele weitere Motive waren damals Current pur, ebenso Cashmores finger pickings und die durch all dies evozierte pastorale Besinnlichkeit. Es sind nicht nur die Streicher, die den Stücken etwas Eigenes verleihen, denn der Gesamteindruck wirkt in Ganzen konzentrierter als die vergleichsweise erratischen Werke von Tibets bekannterer Band. Einen Kontrapunkt zu den folkigen Stücken bilden zudem die weitgehend instrumental gehaltenen Interludien, die – besonders „Obsession Flowers as Torture“– recht martialisch anmuten, ebenso Pierce&#8217; Beitrag „My Black Diaries“, das auch als DIJ-Track auf einem Sampler veröffentlicht wurde. Dier hier enthaltene Version ist die dynamischere.</p>
<p>Von den beiden Bonustracks, die die erste Seite abrunden, gehört nur „A Dozen Winters of Loneliness“ in diese Phase, das Brel/McKuen-Cover „To You“ (mit Gesang von Stephen Harry Mason eines der schönsten Stücke von Nature and Organisation) könnte man als Link zur Spätphase betrachten, die ganz im Zeichen des zweiten Albums steht. „Death in a Snow Leopard Winter“ ist ein Fragment geblieben, bei dem Cashmore am Piano von einem Streichquartett begleitet wird, ursprünglich waren Bläser, Gesang und einiges mehr vorgesehen. Man sollte das Wort Fragment aber Cashmores Bescheidenheit zuschreiben, denn ohne entsprechendes Wissen fällt die Unvollendetheit nur an wenigen Stellen auf. Die aus zwölf Sätzen bestehende Musik ist leitmotivisch aufgebaut, findet immer wieder ihren Ausgangspunkt bei zurückgenommenen Passagen, die beinahe in Stille übergehen. Ausgehend von diesen kontemplativen Momenten schwingt sich die Musik jedoch mit expressivem Streichereinsatz zu immer wieder neuen Höhen empor. Was die musikalischen Zutaten betrift, hat das Album nur wenig mit seinem Vorgänger gemein, und von der Musik her hätte es auch schon in die Zeit gepasst, als Cashmore unter seinem eigenen Namen veröffentlichte – man denke an die EP „The Snow Abides“ mit Antony und das aller (Melo-)Dramatik enthobene „Sleep England“.</p>
<p>In der meditativen Konzentriertheit des „Snow Leopard“-Albums oder des gerade genannten Soloalbums entdeckt man vieles, was sich etwas versteckter auch da findet, wo diverse Sänger den vorderen Bühnenraum einnehmen. Ein ganzer symbolischer Kosmos an Nature and Organisation-Motiven öffnet sich aber beim Blick auf Außermusikalisches wie Titelgebung und Artwork. In diesem Motivkomplex aus Vitalität und Vergänglichkeit, Begierde und Schmerz, Schönheit und Trauer – mit einer pathosgetränkten Bildwelt aus Rosen und Statuen, die oft mehr an Death in June als an Current 93 erinnert – steckt vieles, das gerade in den Kollagen des Coverartworks chaotisch durcheinander gewirbelt wird und seltsame Hybride aus Organik und Mechanik, aus Mensch, Tier und Kunstwerk bildet. Die Kollagen selbst wirken wie eine Momentaufnahme davon, wie die für ein Sekundenbruchteil eingefrorene Unruhe, in der all dies koexistiert. Auch hier, die Strenge und der Wunsch, alles in eine umfassende Form zu bringen. All dies bildet den Rahmen, der die Beiträge von Tibet und anderen so ganz anders kontextualisiert. Gerade das Pathos aber und die offene Brutalität dieses Symbolismus ist aus Cashmores späteren Arbeiten nahezu verschwunden. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trisol.de/">Trisol</a></strong></p>
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