<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Susan Lawly</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/susan-lawly/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 24 Apr 2026 01:55:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>At the core of Cut Hands there is darkness and there are rhythms, beyond that anything’s really possible. Interview mit William Bennett</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/03/30/at-the-core-of-cut-hands-there-is-darkness-and-there-are-rhythms-beyond-that-anything%e2%80%99s-really-possible-interview-mit-william-bennett/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2013/03/30/at-the-core-of-cut-hands-there-is-darkness-and-there-are-rhythms-beyond-that-anything%e2%80%99s-really-possible-interview-mit-william-bennett/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Mar 2013 00:08:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alhaji Ibrahim Abdulai]]></category>
		<category><![CDATA[Cut Hands]]></category>
		<category><![CDATA[DJ Bennetti]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Rouch]]></category>
		<category><![CDATA[Maya Deren]]></category>
		<category><![CDATA[Mimsy DeBlois]]></category>
		<category><![CDATA[Snoop Dogg]]></category>
		<category><![CDATA[Snoop Lion]]></category>
		<category><![CDATA[Susan Lawly]]></category>
		<category><![CDATA[Tate Modern]]></category>
		<category><![CDATA[Very Friendly]]></category>
		<category><![CDATA[Whitehouse]]></category>
		<category><![CDATA[William Bennett]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=6403</guid>
		<description><![CDATA[Seit William Bennett Whitehouse auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt hat und mit seinem Projekt Cut Hands sein Interesse an Afrika &#8211; das latent schon seit Ende der 90er bei dem in Edinburgh ansässigen Bennett da war und auf den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/03/30/at-the-core-of-cut-hands-there-is-darkness-and-there-are-rhythms-beyond-that-anything%e2%80%99s-really-possible-interview-mit-william-bennett/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthandstitle.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6404" title="cuthandstitle" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthandstitle.jpg" alt="" width="184" height="153" /></a>Seit William Bennett Whitehouse auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt hat und mit seinem Projekt Cut Hands sein Interesse an Afrika &#8211; das latent schon seit Ende der 90er bei dem in Edinburgh ansässigen Bennett da war und auf den letzten Veröffentlichungen von Whitehouse (durch Artwork, Titel und Einsatz von Perkussion) immer virulenter wurde &#8211; (weitgehend) instrumental auslebt, scheint das ehemalige Enfant terrible auf gewisse Weise salonfähig geworden zu sein, sein Schmuddelimage zumindest partiell verloren zu haben. Cut Hands teilen die Bühne inzwischen mit so unterschiedlichen Künstlern wie<span id="more-6403"></span> Andy Stott, Demdike Stare oder Phil Niblock und Bennetts und (die sich für die visuelle Gestaltung Cut Hands verantwortlich zeigende) Mimsy DeBlois&#8217; Installation <em>Extra</em> <em>Linguistic</em> <em>Sequencing, </em>die von seinem Interesse an Worten und NLP zeugt, wurde in der Tate Modern aufgeführt. Das inzwischen zweite Album „Black Mamba“ zeigt, dass Cut Hands sich von dem (ursprünglich als Genrebegriff gewählten) Afro Noise zumindest partiell entfernt und auch ein großes Interesse an atmosphärischen Stücken haben, von denen einige für Soundtracks verwendet worden sind. </strong></p>
<p lang="de-DE"><a title="At the core of Cut Hands there is darkness and there are rhythms, beyond that anything’s really possible. Interview with William Bennett" href="http://africanpaper.com/2013/03/30/at-the-core-of-cut-hands-there-is-darkness-and-there-are-rhythms-beyond-that-anything%e2%80%99s-really-possible-interview-with-william-bennett/"><strong>Read the English Version</strong></a></p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Es wird oft gesagt, dass erst das zweite Album die Richtung eines Musikers anzeigt und den Beweis einer gewissen Dauerhaftigkeit erbringt. Ich denke, „Black Mamba“ hat endgültig gezeigt, dass Cut Hands nicht nur ein „Projekt“ ist. Welche Konstanten und Veränderungen betrachtest du als die wichtigsten, wenn du die Anfänge von Cut Hands mit dem neuen Album vergleichst?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Danke! Du kannst dir sicher vorstellen, wie schwierig es ist, Komponenten herauszufiltern, die für dich einen besonderen Wert haben. Es war immer meine Art, jedes Stück Musik nach jeweils anderen Regeln zu gestalten. Oft zerstöre ich meine Notizen oder sogar die verwendete Technologie, um sicher zu gehen, dass der kreative Prozess nicht der Versuchung erliegt, das gleiche einfach zu wiederholen – im Inneren von Cut Hands gibt es eine Dunkelheit und es gibt Rhythmen, darüber hinaus ist wirklich alles möglich.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Einige Rezensenten haben hervorgehoben, dass “Black Mamba“ weniger rau ist als sein Vorgänger. Würdest du sagen, dass der Noiseaspekt (in) deiner Musik nach und nach abnimmt und verschwindet?</strong></em></p>
<p lang="de-DE"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands4.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6405" title="cuthands4" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands4-300x269.jpg" alt="" width="300" height="269" /></a>Aggressiver Lärm und raue Sounds haben das Potenzial für einen starken emotionalen Ausdruck und sind etwas, das ich immer verwendet habe und vielleicht immer verwenden werde – für mich kann die Veränderung der Dynamik den Lärm noch kraftvoller und unterhaltsamer machen. Natürlich muss es nicht ständig irgendwem in die Fresse gehen, ich bin immer noch dabei, verschiedene Wege zu entwickeln, das umzusetzen.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Drei der Stücke auf „Black Mamba“ wurden für Soundtracks verwendet. Waren das spezielle Auftragsarbeiten, und ist das eine Richtung, die du weiter verfolgen willst?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Ja, ich denke es sind nun schon vier oder fünf der Songs, die verwendet wurden (&#8220;54 Needles&#8221; kommt auch noch in &#8220;Bub &amp; Friendz&#8221; vor, der beim diesjährigen <a href="www.tribecafilm.com/">TriBeCa Festival</a> uraufgeführt wird). Die Stücke waren zwar Auftragsarbeiten, aber es gab keine musikalischen Vorgaben, die über vage Assoziationen hinausgingen, somit sind sie schon integrale Cut Hands-Stücke.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Snoop Dogg (oder seine Reinkarnation Snoop Lion) ist kein Künstler, den man sofort mit dem assoziiert, was du in den vergangenen Jahrzehnten gemacht hast. Was bedeutet ein Künstler wie Snoop für dich? Würdest du sagen, dass die Idee der Transformation von Dogg zu Lion dich reizt?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Die Death Row- und Dre-Produktionen der frühen 90er (zu denen auch Snoop Doggs beste Arbeiten zählen) hatten mich damals stark beeinflusst; in dem Film spürt man Snoops gute Absichten und seinen Respekt während seiner Zeit in Jamaica, trotz der späteren Ansprüche auf kommerzielle Verwertung, die abzusehen waren; das Potential einer persönlichen Transformation ist generell etwas, wozu ich immer einen starken Bezug hatte.</p>
<p lang="de-DE"><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands5.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6406" title="cuthands5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands5-300x242.jpg" alt="" width="300" height="242" /></a><em>Wie kam es zu deinem Interesse an der Droge &#8220;Krokodil” und ihren verheerenden (Neben-)Wirkungen? </em></strong></p>
<p lang="de-DE">Eines der Stücke war ein Auftrag für den Film ‘Krokodil Tears’, der sich speziell mit diesem Thema befasst. Ich war sehr bewegt von den schockierenden Bildern derer, die an den Nebenwirkungen der Droge leiden, und der Gegenüberstellung mit dem unglaublich schönen Panorama der sibirischen Wildnis.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Der erste Track enthält Material, das ursprünglich für deine Installation bei der Tate Modern</strong> <strong>verwendet wurde. Lyrics spielten eine immer wichtigere Rolle in den letzten Veröffentlichungen von Whitehouse, wohingegen Cut Hands primär instrumental ist. Wie betrachtest du die Beziehung zwischen Klang und Worten im allgemeinen und bei Cut Hands im besonderen?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Ja, es wird mehr von diesen Extralinguistic Sequencing-Tracks geben. Im Kern, denke ich, bin ich vor allem ein Experte für schmutzige Wörter, und sobald der Lärm in der Musik nachlässt, gibt es auch weniger Worte: Dies war einer der Gründe, zu jedem Song auf „Black Mamba” einen speziellen Text im Booklet hinzuzufügen, denn Sprache ist nach wie vor sehr wichtig.</p>
<p><em><strong>Wie fühlte es sich an, mit ”</strong><strong>Extralinguistic</strong><strong> Sequencing“ ein Teil der Kunstwelt zu sein – zumindest eine Zeitlang?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Ohne dass eine bewusste Strategie dahinter stecken würde, mache ich zurzeit überall so viel in der Mainstream-Kunstwelt, dass es sich fast wie ein vertrautes Heim anfühlt.</p>
<p lang="de-DE"><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthandsbyjimmymould.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6407" title="cuthandsbyjimmymould" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthandsbyjimmymould.jpg" alt="" width="636" height="423" /></a><em>Ich erinnere mich daran, dass bei deinem Auftritt in Köln ein paar Leute irritiert und beunruhigt waren wegen des Films, der im Hintergrund lief. Wurde dir (dort oder sonstwo) jemals vorgeworfen, solche Bilder nur wegen des billigen Effekts zu verwenden, oder als jemand aus dem Westen indigene Kultur(en) zu missbrauchen (ich frage das, weil ich mich auch an einen Leserbrief im Wire erinnere, bei dem es um ähnliches ging)?</em></strong></p>
<p lang="de-DE">Die Sache ist, dass dies keine “Mondo”-Filme sind! Die Bilder waren entweder Aufnahmen aus dem Kongo von Jean Rouch oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pFKysfDdEwo">Maya Derens Film „The Divine Horsemen“</a>, bei dem Vaudou-Rituale und Karnevalsszenen aus Haiti gezeigt werden; Reaktionen dieser Art sind nicht selten, und ich bin froh, dass das passiert, denn jeder, der so etwas empfindet, wenn er andere Menschen sieht, die feiern und etwas bedeutsames erleben, sollten sich ernsthaft ihrem eigenen gewissen zuwenden und sich fragen, was der wirkliche Grund ihrer Beunruhigung ist. Es ist keine Exploitation, es ist ein wichtiger Teil meiner Inspiration, der ich huldige, und der außerdem von großer Schönheit ist.</p>
<p lang="de-DE">Das gleiche gilt für den Chefredakteur des Wire, der es in seinem vorschnellen Versuch, mit grundlos an den Karren zu fahren, scheinbar ohne eine Spur von Ironie fertigbrachte, gleichzeitig einem westlichen Publikum gegenüber klaren Diebstahl von echter afrikanischer Musik zu rechtfertigen. Nur weil du den Begriff &#8220;ethnografisch&#8221; verwendest, macht das die Aneignung nicht weniger sträflich.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Soweit ich weiß bist du selbst bisher noch nicht in Afrika gewesen. Denkst du, dass die geografische Entfernung und das Fehlen direkter Erfahrung eine Hauptquelle deiner Kreativität sind? Immerhin erfordert es eine stärkere Stimulation der Fantasie&#8230;</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Ja, das stimmt. Kreativität entsteht aus der Einbildungskraft, Stimulation ist wichtig, um ihren Funken zu zünden – und selbst in einem leeren, fensterlosen Raum würde das stattfinden und könnte großartige Dinge hervorbringen.</p>
<p lang="de-DE"><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6408" title="cuthands2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands2-300x264.jpg" alt="" width="300" height="264" /></a><em>Hast du dennoch vor, irgendwann einmal dorthin zu reisen, und welche Orte und Dinge würdest du dir in dem Fall gerne ansehen?</em></strong></p>
<p lang="de-DE">Die Sonnenuntergänge, die wilden Tiere, die Klänge des Lebens, die Gerüche, es muss sicher alles unvorstellbar sein. Es ist ein Traum, der hoffentlich eines Tages in Erfüllung gehen wird.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Was denkst du sind die wertvollsten Dinge, die jeder von der afrikanischen Musik und Ästhetik lernen und adaptieren kann?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Das beste Buch, das ich jemals über dieses Thema gelesen habe, ist das wundervolle „<a href="http://www.press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/A/bo3638026.html">African Rhythm And African Sensibility</a>“; eines der Kapitel ist im Kern ein philosophischer Monolog des Meistertrommlers Alhaji Ibrahim Abdulai; um überhaupt anzufangen, sich einen Begriff von afrikanischer Musik zu machen, muss man eine Menge an festgefahrenen Vorannahmen aufgeben über unsere Musik und was sie für uns leistet und repräsentiert – dieser Prozess selbst ins eine Art von Verwandlung und enorm bereichernd.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Ich glaube, aus einem europäischen bzw. westlichen Blickwinkel ist kein Kontinent so sehr mit Stereotypen beladen wie Afrika. Das Klischee der Warlords und Elendsviertel steht dem Klischee der archaischen Masken und malerischen Landschaften gegenüber. Während einige das Fehlen von Wolkenkratzern in Afrika beklagen und den Leuten nach unseren Standards helfen wollen, sprechen andere von einem unüberbrückbaren Unterschied zwischen ihren und unseren Kulturen. Ich fürchte, dass dabei oft vergessen wird, zuerst die Afrikaner zu fragen, wie sie sich sehen. Wie denkst du darüber?</strong></em></p>
<p lang="de-DE"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands6.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6409" title="cuthands6" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands6-300x259.jpg" alt="" width="300" height="259" /></a>Ich bin ganz deiner Meinung. Ich habe kein Problem mit der Romantisierung, das ist alles natürlich und passiert überall. Was die Leute weltweit fühlen, wenn sie an London, New York, Paris, Berlin, Bangkok, Tokyo denken, das alles sind im Kern stark romantisierte Bilder, im Guten wie im schlechten; woran Afrika leidet, das ist Europas materialistische Herablassung, die Schuldkomplexe, die paternalistischen Helfersyndrome, kapitalistische Aggression, die Missionierung u.s.w. &#8211; als ob es nicht genug wäre, schon einmal durch die Kolonisierung gestraft gewesen zu sein.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Du hattest mal in einem Interview gesagt, dass du dich wenig für religiöse Glaubenssysteme interessierst, ich glaube primär wegen des Gruppenaspektes. Würdest du sagen, dass die Musik von Cut Hands dennoch so etwas wie eine spirituelle Dimension für den Hörer/Tänzer entwickeln kann?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Ich zögere, das Wort “spirituell” zu benutzen, weil es für gewöhnlich stark mit der Sprache der Religion assoziiert wird; dennoch, die Erfahrungen, die oft durch Religion und andere soziale Phänomene hervorgerufen werden, können u.a. auch durch Musik erlebbar werden. Elemente dessen werden in dem Buch, das ich erwähnte, angedeutet, und tatsächlich auch in Maya Derens Begleitbuch zu “The Divine Horsemen”, sie machte in Haiti ihre Erfahrungen aus erster Hand – Keith Johnston erforscht dies in seinen Theaterexperimenten mit Masken in “Improv”.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Wenn du Elemente von Kultpraktiken des Voudou, Santeria etc. in Cut Hands integrierst, bewahrst du dir ein Bewusstsein für die Weltsicht dahinter, oder betrachtest du deine musikalischen Referenzen eher als eine Dekontextualisierung “okkulter” Sounds?</strong></em></p>
<p lang="de-DE"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands3.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-6410" title="cuthands3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/cuthands3-300x203.jpg" alt="" width="300" height="203" /></a>Viele Leute verstehen nicht, wie offen Voudou und Santeria sind, vor allem im Vergleich mit unseren vorschriftsmäßigen monolithischen Religionen – sie ermutigen zum Mitmachen und zum freien künstlerischen Ausdruck innerhalb ihrer Traditionen, sie sind freundlich; die Traditionen annehmen ist teilnehmen ist feiern, es ist alles die gleiche Sache.</p>
<p lang="de-DE">Ebenso wie du in der Kirche nicht lachen oder jemanden küssen oder laut sprechen kannst, weil wir es gewohnt sind, auf Zehenspitzen um die Religion herumzuschleichen, um nicht zu stören, ist es leicht, all dies in anderen synkretistischen Traditionen zu vergessen. Es ist einfach nicht das Gleiche.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Die DJ Bennetti-Sets sind immer noch Teil deines Veranstaltungskalenders. Während des Italo Disco-Hype warst du gerade stark in die Noise-Szene involviert, wann und wie bist du dieser Art Musik begegnet, und was ist für dich das besondere daran?</strong></em></p>
<p lang="de-DE">Witzigerweise &#8211; und das liegt daran, dass ich alt genug bin &#8211; geschah es genau zur richtigen Zeit. Ich zog 1984/85 nach Barcelona, um dort zu leben und wurde dort süchtig danach, da man dort Italo die ganze Zeit in Clubs und im Radio zu hören bekam! Wahrscheinlich sogar noch öfter, als wenn man in Italien leben würde.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Du sagtest einmal, dass das Hauptproblem heutiger Musik in ihrem Hang zum Konformismus liegt und ihrem sklavischen Befolgen von Regeln. Gibt es da Ausnahmen, bestimmte Arten von Musik, die du noch mit Interesse verfolgst?</strong></em></p>
<p>So viel neue Musik, wie ich mit Interesse verfolgen kann und entgegen meiner Kommentare gibt es heute tatsächlich eine Menge gutes Zeug; bei der überwältigenden Auswahl, die uns heute zur Verfügung steht, ist mir klar geworden, dass du deine musikalische Umgebung einfach etwas besser kuratieren musst und ein bisschen härter arbeiten musst, um Dinge zu finden; die Ergebnis ist es wert.</p>
<p lang="de-DE"><em><strong>Um etwas Leichterem überzugehen&#8230;Du hast gerade alle „Uncle William”-Episoden gesammelt. Denkst du, du wirst noch mal neue schreiben? </strong></em></p>
<p lang="de-DE">Die Welt hat wahrscheinlich schon mehr als genug Uncle William…</p>
<p lang="en-US">(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p lang="en-US">Zeichnungen: <a href="http://mimsydeblois.blogspot.de/">Mimsy DeBlois</a>, Konzertfoto: <a href="www.theliminal.co.uk">Jimmy Mould</a></p>
<p lang="en-US"><a href="http://williambennett.blogspot.de/">williambennett.blogspot.de</a></p>
<p lang="en-US"><a href="http://djcuthands.blogspot.de/">djcuthands.blogspot.de</a></p>
<p lang="en-US"><a href="http://www.facebook.com/afronoise">facebook.com/afronoise</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2013/03/30/at-the-core-of-cut-hands-there-is-darkness-and-there-are-rhythms-beyond-that-anything%e2%80%99s-really-possible-interview-mit-william-bennett/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>WILLIAM BENNETT (WHITEHOUSE) &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/william-bennett-whitehouse-interview/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2011/08/31/william-bennett-whitehouse-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:16:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Afro Noise]]></category>
		<category><![CDATA[Come Org.]]></category>
		<category><![CDATA[Cut Hands]]></category>
		<category><![CDATA[Susan Lawly]]></category>
		<category><![CDATA[Whitehouse]]></category>
		<category><![CDATA[William Bennett]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=1568</guid>
		<description><![CDATA[William Bennett hat mit WHITEHOUSE in den vergangenen drei Jahrzehnten extrem(st)e elektronische Musik gemacht und damit ein Genre mitgeschaffen,  dessen enge Grenzen WHITEHOUSE allerdings bereits lange gesprengt haben. Schon seit längerem sind die analogen den digitalen Geräten gewichen, sind die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/william-bennett-whitehouse-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wblive079.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1569" title="wblive079" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/wblive079-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>William Bennett hat mit WHITEHOUSE in den vergangenen drei Jahrzehnten extrem(st)e elektronische Musik gemacht und damit ein Genre mitgeschaffen,  dessen enge Grenzen WHITEHOUSE allerdings bereits lange gesprengt haben. Schon seit längerem sind die analogen den digitalen Geräten gewichen, sind die Texte (spätestens seit “Cruise”) – auch Bennetts Interesse an NLP geschuldet –komplexer geworden; <span id="more-1568"></span>seit einigen Jahren  wird auch der Einfluss des afrikanischen Kontinents, der schon länger eine Faszination auf Bennett ausübt (bereits 1997 war in der “Extreme Music…”-Serie “Extreme Music From Africa” erschienen), sowohl visuell (erstmals auf “Bird Seed”) als auch musikalisch virulent. Aus der “Extreme Electronic Music” wurde plötzlich (erstmals auf “Asceticists”) “Extreme Electronic And Acoustic Music”: Perkussive Elemente traten in den Vordergrund, wobei die komplexen Polyrhythmen wahrscheinlich wenige zum Tanzen animiert haben dürften, Bennetts Sammlung afrikanischer Perkussionsinstrumente wurde immer größer und schließlich entschied er sich dazu, ein neues  sogenanntes “Afro Noise”-Projekt zu starten, dessen erste Doppel-12’ in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Dass er unter dem Namen DJ Benetti Italodisco auflegt, wird die einen oder anderen Noisepuristen irritieren, aber diese dürften der veränderten musikalischen Ausrichtung sowieso nur bedingt Sympathien entgegenbringen –  was kaum gegen die Musik spricht. Kürzlich trat Bennett unter dem Projektnamen Cut Hands in Köln auf und kombinierte Noiseelemente mit afrikanischer Perkussion, während im Hintergrund ein französischer Dokumentarfilm über Afrika lief, der eine seltsame und teilweise verstörende Symbiose mit der Musik einging. Die Reaktion(en) einiger Anwesender dürfte(n) deutlich gemacht haben, dass auch nach fast dreißig Jahren William Bennett und seine Arbeiten noch immer irritieren (können). </strong></p>
<p><strong><em>Auf den letzten WHITEHOUSE-Alben fanden sich afrikanische Einflüsse. Jetzt, da du auch dein Afro Noise-Projekt begonnen hast, stellt sich die Frage, ob die afrikanischen Einflüsse jetzt aus der Musik von WHITEHOUSE verschwinden.</em></strong></p>
<p>Es gibt zwischen beiden Projekten enge Verbindungen. Es ist noch sehr früh, aber obwohl das neue WHITEHOUSE-Material einige elementare Veränderungen durchgemacht hat, wird meine Sammlung  afrikanischer Musikinstrumente doch mehr als deutlich zu vernehmen sein!</p>
<p><strong><em>Bei der Afro Noise-Doppel-12’ scheint es einige Verzögerungen gegeben zu haben. War das größte Problem das Design(en) oder hat es so lange gedauert, die Musik fertigzustellen?</em></strong></p>
<p>Es ist ein ziemlich komplexes Projekt, das eine echte Herausforderung ist und zwar deswegen, weil ich zwei wichtige Regeln angewendet habe: Keine Sequenzersoftware, keine gesampelten Loops – das bedeutet, dass alles per Hand gemacht werden muss und auch wenn ich ein gutes Verständnis davon habe, wie komplexe Polyrhythmen musikalisch funktionieren, benötigt man ziemlich viel Editieren und Spielen um es richtig hinzubekommen. Deswegen hoffe ich, dass die Hörer es ebenfalls so sehen und denken,  dass sich das Warten auf das Ergebnis, wenn es dann fertig ist, gelohnt hat.</p>
<p><strong><em>Hast du seitdem dein Interesse an Afrika begonnen hat, einige afrikanische Länder besucht? </em></strong></p>
<p>Leider nein. Uns wurde angeboten, auf einem gossen Festival in Angola zu spielen, aber ganz ehrlich, ist dieser Vorschlag etwas zu beängstigend; ich ziehe es vor, als anonymer Tourist zu reisen!</p>
<p><strong><em>Ich denke, dass DJ Benetti und Cut Hands komplett andere Leute anziehen. Wie unterscheiden sich die Reaktionen des Publikums und wie unterscheidet sich deine Vorbereitung?</em></strong></p>
<p>Cut Hands hab ich ursprünglich eher als einen Sammelbegriff als als Gruppennamen gesehen, mit anderen Worten als eine Clubnacht, ein Musikprojekt, einen DJ, Visuelles etc. Dennoch scheint es sich langsam zu einem Solomusikprojekt zu entwickeln, was die Handhabung leichter macht.</p>
<p>Benetti war eine Spaßsache, die ich vor sechs, sieben Jahren bei der Cocadisco in London begonnen habe. Richard James und Russell (Haswell) haben ebenfalls da Sets gespielt und als Italo plötzlich angesagt war, kamen mehr Angebote. Ich habe einen wöchentlichen Abend in einem Club und mache noch eine Reihe anderer Auftritte, aber ich sehe es dennoch immer noch als eine reine Spaßsache.</p>
<p><strong><em>Der Split zwischen dir und Philip kam (zumindestens für Außenstehende) als ziemliche Überraschung. Kürzlich hast du in einem Interview erwähnt, dass es zumindest teilweise mit Philips Auftreten zu tun hatte, als du verletzt warst und nicht auftreten konntest. Kannst du ein paar Worte dazu sagen? </em></strong></p>
<p>Ich will keine spezifischen Kommentare über die Auftrittsgeschichte abgeben. Wie auch immer, ist es sicherlich wahr, dass die Richtung, die CONSUMER ELECTRONICS eingeschlagen haben, sich etwas zu sehr auf dem WHITEHOUSE-Terrain bewegt hat und ich hatte den Eindruck, dass Philip nicht beides machen sollte.</p>
<p><strong><em>Ich denke, dass ich nicht der einzige war, der über den langen Bericht im WIRE überrascht war. Wie ist es dazu gekommen?</em></strong></p>
<p>Keine Ahnung! Wir wurden von dem Magazin wegen eines Berichts angesprochen, sie waren sehr nett und respektvoll und das war’s…</p>
<p><strong><em>Vor einiger Zeit hast du geschrieben, dass du keine Vocals mehr machen willst. Hast du deine Meinung geändert oder werden auf dem nächsten Album andere Sänger sein (für einige scheint es von großen Interesse zu sein, ob es weiblichen Gesang geben wird)?</em></strong></p>
<p>Ja, das ist der Plan – und es wird sich wirklich ganz besonders anhören, du musst mir das nur glauben.</p>
<p><strong><em>Du hast geschrieben, dass du gerade die endgültige Version von “Dumping…” aufgenommen hast. Wird es Texte geben und/oder wird die nstrumentierung anders sein? </em></strong></p>
<p>Nein, es wird mehr vom Gleichen sein. ? Ich denke wirklich, dass es die definitive Version ist. Wenn erst einmal weiteres Material fertig ist, entscheiden wir, ob es in das Große und Ganze hineinpasst und verdient dabei zu sein.</p>
<p><strong><em>Wird “Pains Part Of The Dilemma” auf dem nächsten WHITEHOUSE-Album enthalten sein oder wird es auf einer 12’ veröffentlicht?</em></strong></p>
<p>Es ist geplant, dass die nächste Veröffentlichung eine 12’ ist. Es ist ein neues Stück; was die B-Seite sein wird, ist noch nicht entschieden, vielleicht ist es “Pains Part Of The Dilemma”, wobei ich im Augenblick eher sagen würde, dass es auf einem Album enthalten sein wird.</p>
<p><strong><em>Noisefans scheinen sehr konservativ zu sein. Ich erinnere mich, mit einem selbsternannten Power Electronics-Enthusiasten gesprochen zu haben, der meinte, dass “Asceticists” und “Racket” “scheiße” seien. Bist du mit ähnlichen Reaktionen  konfrontiert gewesen? </em></strong></p>
<p>Ja, ich stimme dir zu. Mit der Zeit gewöhnt man sich an dieses Phänomen: Ich kann mich an kein einziges WHITEHOUSE-Album erinnern, das nicht solche Reaktionen hervorgerufen hätte – zehn Jahre später oder so erklären es dieselben Enthusiasten zu einem “Klassiker”. Menschen, die einen sehr speziellen Geschmack haben, scheinen sehr dickköpfig zu sein, was ihre Erwartungen anbelangt und diese entwickeln sich nur sehr langsam.</p>
<p><strong><em>Deine Einstellung gegenüber illegalen Downloads ist ziemlich klar. Ich erinnere mich daran, dass du jemandem, der WHITEHOUSE-Alben auf seinem Blog hatte, sagtest, er solle die Dateien löschen und das Lustige war, dass einige (wie verzogene Kinder) beleidigt waren und meinten, “WHITEHOUSE sind eh scheiße.” Wie stehst du der ganzen Sache gegenüber (momentan gibt es auf der Website des Guardian eine große Diskussion zu dem Thema und man findet Leute, die sagen: “Es ist kein Diebstahl. Es ist eine Copyrightverletzung.” Als ob das alles erklären würde.)?</em></strong></p>
<p>Ich habe gelernt, dass Menschen –  unabhängig davon, was sie machen, ob eher fragwürdig oder nicht –  das Bedürfnis verspüren, das, was sie tun, moralisch zu rechtfertigen und zu rationalisieren – ich ziehe einen ehrlichen Dieb diesen schleimigen Heuchlern vor.</p>
<p><strong><em>Dein Blog ist immer sehr inspirierend. Du meintest mal, der Blog habe eine “therapeutische” Funktion. Haben sich die Beweggründe mit der Zeit geändert? </em></strong></p>
<p>Danke schön, freut mich das zu hören. Ich habe herausgefunden, dass kreatives Schreiben eine gute Übung ist.  Zuerst war der Blog ein Experiment und jetzt erkenne ich, dass es eine tolle Weise ist, den Geist aktiv zu halten und Ideen etwas ausführlicher zu behandeln.</p>
<p><strong><em>Die Art und Weise, wie du dich präsentierst, hat sich verändert, es scheint mehr “Selbstenthüllung” zu geben (z.B. auf deinem Blog). War das eine bewusste Entscheidung oder ist das einfach wegen des Mediums Internet passiert?</em></strong></p>
<p>Ja, beides hat eine Rolle gespielt. Vergiss nicht, dass, wenn man sich in einer musikalischen Subkultur bewegt, wie ich das jetzt fast 30 Jahre lang gemacht habe (Schluck!), einem Zugang zu Mainstreammedien wie dem Fernsehen, dem Radio, der Presse – die konventionellere Musikgenres haben –  , verwehrt ist und das schafft natürlich  einen gewissen Nimbus des Geheimnisvollen, obwohl auch ein unglaubliches Maß an Fehlinformationen und (manchmal bösartigen) Gerüchten da ist. Man muss das einfach in Freud und Leid  akzeptieren…</p>
<p><strong><em>Eine letzte Frage: Würdest du sagen, dass du in den letzten paar Jahren der Welt der Kunst näher gekommen bist, als je zuvor? </em></strong></p>
<p>Vielleicht. Nicht unbedingt, weil ich mich selbst in diese Richtung bewegt habe, aber vielleicht weil der Bereich der “Kunst”  im letzten Jahrzehnt oder so enorm angewachsen ist und dabei viele subkulturellen Formen voller Gier verschlungen hat, die normalerweise nicht als diesem Bereich zugehörig betrachtet worden wären.</p>
<p>- M.G. –</p>
<p><a href="http://williambennett.blogspot.com/">williambennett.blogspot.com</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2011/08/31/william-bennett-whitehouse-interview/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
