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	<title>African Paper &#187; Tesco Organisation</title>
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		<title>POST SCRIPTVM: Benommenheit</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Oct 2014 05:34:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/postscriptvmbenommenheit.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9381" title="postscriptvmbenommenheit" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/postscriptvmbenommenheit-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Interessanterweise waren es v.a. deutschsprachige Denker, die seit dem 19. Jahrhundert dem Gefühl des modernen Subjekts, in einem entmenschlichten Verwertungszusammenhang gefangen zu sein, in markanten Schlagworten Ausdruck verliehen haben. Nicht nur werden die Zumutungen monotoner Arbeit und auf Konsum gründender Heilsversprechen als stählernes Gehäuse (Max Weber) betrachtet, früh wurde zudem beobachtet, wie sehr das alltägliche Räderwerk dem Einzelnen zur zweiten Natur (Lukács) wurde. Schon bald wähnte sich der Mensch in seinem fatalen<span id="more-9380"></span> Verblendungszusammenhang (Adorno) nicht mehr nur in einer normalen, sondern in einer durchaus schönen neuen Welt, deren Raubbau an Mensch und Natur als unvermeidliche Gegebenheit abgehakt werden konnte – so ist es nun mal, deal with it. Er fiel sozusagen in eine Art Traumschlaf (Benjamin). Heidegger sprach in diesem Zusammenhang von einem Gefühl der Benommenheit und verweis damit auf den phelgmatischen Aspekt jener Betriebsblindheit, mit der wir unsere Existenzweise als alternativlos erachten.</p>
<p>Dass in New York ansässige russischstämmige Projekt Post Scriptvm ließ sich von Heideggers Begriff zu seinem aktuellen Album inspirieren, das – <a href="http://www.nonpop.de/nonpop/index.php?type=special&amp;area=1&amp;p=articles&amp;id=2612">wie Mastermind Andrej in einem Interview sagte</a> – die Biografie eines fiktiven Everyman unserer Zeit wiedergibt. Dass das Album einen stark episodisch-fragmentarischen Charakter aufweist, mag bei dem Sujet nicht überraschen. Dass der Fokus dabei fast ausschließlich auf der Gefühlswelt mit ihren vagen Stimmungen liegt und die äußere Welt allenfalls in Form verzerrter Eindrücke zur Sprache kommt, ahnt man nur, wenn man bereits mit dem Werk Post Scriptvms vertraut ist. Wenn es außer dem ausschnitthaften Kollagencharakter noch ein zweites Merkmal gibt, dass für „Benommenheit“ typisch ist, dann ist es die Tendenz, Themen und Motive nur unterschwellig anzudeuten und bei aller Drastik seine musikalischen Strukturen nur kurz und meist indirekt aufscheinen zu lassen. „Benommenheit“ ist subtil und ungreifbar und fordert eine gewisse Konzentration, um intensiv erlebt zu werden.</p>
<p>Ist man dazu bereit, erkennt man auch in der omenhaft „Horrorbirth“ betitelten Exposition, in der Statik ihres wellenförmigen Dröhnens, sehr viele Details, die sich permanent anschicken, zu einer greifbaren Form zu verschmilzen, die am Ende doch nur schemenhaft vorhanden ist. Ähnlich wie beim Vorgängeralbum „Grey Eminence“ hat man auch hier beim ersten Hördurchgang die Assoziation eines weiträumigen Gebäudes, in dem sich am Ende jedes Tracks die Tür zu einem neuen Raum öffnet, doch mit der Zeit bemerkt man, dass die einzelnen Stücke viel unverbundener sind, so als wäre jedes Stück eine weiträumige Halle für sich, mit unbekanntem Zweck und wie dafür gemacht, sich darin zu verirren.</p>
<p>Trotz einer desolaten Grundstimmung ist die hier nachgezeichnete Lebensreise nicht arm an Schönheiten. Von den lieblichen (und keineswegs ironisch anmutenden) Glöckchen im Opener über die geschliffenen Noisefragmente in „W.A.L.S.C.H.“ und „Faces Like Masks“ bis hin zu den Gesangspassagen kurz vor dem Ende zeigen Post Scriptum, dass der Tagtraum der Benommenheit durchaus Genussmomente bereithält. Ein Grund zur Entspannung ist das dennoch kaum, denn hinter jeder zweiten oder dritten Ecke lauert das Monströse und holt den (unbenommenen?) Hörer zurück auf den Betonboden der Post Scriptum-Welt. Die psychedelische Orgel in „Clinging on like Grim Death“ kündet allenfalls von einem bad trip und das Piano in „Eerie Cargo“ ist ungefähr so anheimelnd wie sein Pendant in Current 93s „Ach Golgatha“.</p>
<p>Ein Fazit wäre, dass „Benommenheit“ ein reichhaltiges und spannendes Album ist, aber das ergibt sich bereits aus der Beschreibung. Es ist jedoch auch ein gewollt distanziertes und sperriges Werk, an dem man sich den einen oder anderen Zahn ausbeißen könnte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Tesco</strong></p>
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		<title>POST SCRIPTVM: Grey Eminence</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jul 2013 17:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/postscriptvmgreyeminence.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7390" title="postscriptvmgreyeminence" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/07/postscriptvmgreyeminence-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auf den ersten Blick mag es fast irritieren, dass Post Scriptvm ihr (immer noch) aktuelles Album „Grey Eminence“ genannt hatten, denkt man bei dem Begriff doch unweigerlich an eine wichtige Person. „Grey Eminence“ hat jedoch wenig von einer persönlichen Message, und überhaupt macht es den Eindruck, als verschwinden die beiden Musiker im Laufe des Albums regelrecht hinter der eigens geschaffenen Düsternis, oder unter den Bergen fein bearbeiteter Klangobjekte. Natürlich, Spuren menschlichen Wirkens finden sich auf dem Longplayer zuhauf. Sie finden sich in Form etlicher Sprach- und Gesangsfetzen, die keinen geringen Teil der Samples ausmachen, auch in so manchem Zitat<span id="more-7389"></span> avantgardistischer Poesie und erst recht in dem gelungenen Artwork, das in das menschliche Abbild geradezu verliebt ist. Doch am meisten vielleicht in der Struktur der dunkeln Soundkollagen, deren Unberechenbarkeit kaum über die präzise Komposition hinwegtäuscht: Hier sind mit Andrey und Liana ganz bewusst arbeitende Subjekte am Werk, und nicht der Zufall.</p>
<p>Dennoch taucht in dem Album keine zentrale Person auf, und mit der Zeit verstärkt sich der Eindruck, dass der eigentliche Protagonist der Schauplatz ist, der von Track zu Track deutlicher vor dem Auge des Rezipienten entsteht. Bei der imaginären Ausgestaltung sind Industrial-Klischees durchaus erlaubt, und man mag sich den Ort als ein an „Eraserhead“ erinnerndes Labyrinth von Räumen vorstellen, angefüllt mit tönenden Objekten aller Art, von denen keines nur zufällig an seinem Ort ist. Fast unvermittelt betritt man die Szenerie über eine kleine, unbedeutende Schwelle, denn das lieblich-verwunschene Glockenspiel ist längst Teil des Szenarios, ebenso wie das bald einsetzende Dröhnen und das spannungsgeladene Pulsieren, das den verzerrten Klang eine Weile begleitet. Hat man erst nachvollzogen, dass es sich hier um eine weiträumige, repetitive Struktur handelt, ist man längst im nächsten Abschnitt angekommen, der mit rituellen Rasseln, subtilen Streicherklängen und rumpeligen Samples etwas heller klingt als es ein Titel wie „Abortion of Memory“ vielleicht erwarten lässt. Stets kommen naturbelassene, wiederkennbare Klänge ebenso zum Zug wie Resultate vielfältiger elektronischer Manipulation, und dass dies auch auf der Bühne funktioniert, stellten Post Scriptvm erst kürzlich auf dem zweiten <a href="http://www.transformed.de/2013.html">Epicurean Escapism Festival</a> unter Beweis.</p>
<p>Ein Track über das Vergessen kann nicht eindimensional und vorhersehbar klingen, und ihr stetiges Aufrechterhalten des Detailreichtums und der subtilen Unberechenbarkeit könnte mit ein Grund sein, weshalb sie trotz eines deutschen Labels in der hiesigen Szenelandschaft nie über den Status eines Geheimtipps hinausgekommen sind. Dabei gehören viele Einzelaspekte zweifellos in diesen Bereich. Zwischen PE und Harsh Noise rangieren die zentralen Soundkomponenten in „Up on Decadent Scum“ oder auch in „Homo Spectator“, bei dem eine der hässlichsten Stimmen des 20. Jh., die immer für ein schönes Sample gut ist, die politische Tragik der Moderne ins Spiel bringt. Die turbulente Zeit in den ersten Dekaden des letzten Jahrhunderts scheint ohnehin ein Steckenpferd der beiden Wahl-New Yorker zu sein, finden sich Techniken klassischer Avantgarde doch nicht nur in der musikalischen Herangehensweise, sondern überdeutlich auch im von Liana gestalteten Artwork, bei dem mit menschlichen Körpern das gleiche geschieht wie auf musikalischer Ebene mit zahlreichen Klängen: Sie werden zerschnitten, neu zusammengesetzt oder mutieren zu unheimlichen Chimären, und stets schafft eine stimmige Ästhetik Harmonie im Disharmonischen.</p>
<p>Post Scriptvm sind Meister der Illusionen und ihrer Zerstörung, und dass „Grey Eminence“ gegen Ende zu seinem Anfangspunkt zurückkehrt und einen zyklischen Schluss vollzieht, ist nur eines der augenfälligsten Beispiele. In den nächsten Monaten soll ein neues Album der beiden erscheinen, und bis dahin soll dieses repräsentative Werk allen empfohlen sein, die sich für feinsinniges Klanghandwerk ebenso begeistern können wie für subtile Düsternis. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.tesco-germany.com/‎">Tesco Organisation</a></strong></p>
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