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	<title>African Paper &#187; the.bricoleur</title>
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		<title>R.B. RUSSELL: Heaven&#8217;s Hill</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2021 05:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/rbrusselheavenshill.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27567" title="rbrusselheavenshill" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/rbrusselheavenshill-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://africanpaper.com/2014/08/02/r-b-russell-the-dark-return-of-time/">R.B. Russell</a> und seine Partnerin Rosalie Parker betreiben einen der wichtigsten Verlage für (im weitesten Sinne) unheimliche Literatur. Tartarus Press hat sich nicht nur verdient gemacht, das Vermächtnis Arthur Machens zu wahren oder (teils vergessene) Klassiker wiederzuveröffentlichen, sondern man ist auch immer wieder auf der Suche nach neuen Autoren. Dabei fällt auf, dass der Verlag auf gewisse Weise im wahrsten Wortsinne Avantgarde ist, wiederveröffentlichte man doch schon Robert Aickman und seine <span id="more-27537"></span>„strange stories“ in wunderschönen Editionen, lange bevor ein großer Verlag wie Faber &amp; Faber die Werke in preisgünstigen Paperbacks verfügbar machte. Sie sind Heim des augenblicklich produktivsten und elegantesten Verfassers von Geistergeschichten (<a href="http://africanpaper.com/tag/reggie-oliver/">Reggie Oliver</a>) und veröffentlichten die Erstauflage von Andrew Michael Hurleys Roman „The Loney“, der den Preis für das Buch des Jahres bei den British Book Industry Awards verliehen bekam. Jüngst erschien mit Andrew Komarnyckyjs „Erza Slef“ eine an Nabokov anspielende beeindruckende metafiktionale Tour de Force. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, allerdings geht es im Folgenden weniger um Russells Qualitäten als Verleger, sondern als Autor, der eine Reihe von Romanen und Kurzgeschichten verfasst hat, die sich (natürlich, möchte man sagen) auch mit dem Unheimlichen, dem Merkwürdigen und Seltsamen beschäftigen.</p>
<p>In dem im Düsseldorfer Verlag <a href="http://africanpaper.com/tag/zagava/">Zagava</a> erschienenen Roman „Heaven&#8217;s Hill“ trifft die Hauptfigur Ruth Pritchard Oliver Dacey, einen alten Freund aus Kindertagen, wieder, der inzwischen für den britischen Nachrichtendienst arbeitet. Beim Abhören sogenannter Zahlensender, Kurzwellensender, zum Teil aus der Zeit des Kalten Kriegs, auf denen scheinbar zusammenhangslose Zahlenreihen endlos vorgelesen werden, hört Dacey plötzlich Mitteilungen, die seine und Ruths Abenteuer in fernen Ländern beschreiben, wie es sich die beiden vor Jahrzehnten in einem Kinderspiel namens International Travel ausgedacht haben. Als wäre das nicht genug, behauptet Dacey, mit Hilfe der Zahlensender könne er in der Zeit (zurück-)reisen und diese beschriebenen Abenteuer als jüngeres Selbst tatsächlich erleben. Bei dem Versuch das Mysterium zu lösen, gerät er unter Spionageverdacht und muss vor seinem Arbeitgeber fliehen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/heaven-s-hill-zagava-300.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27540" title="heaven-s hill zagava 300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/heaven-s-hill-zagava-300.jpg" alt="" width="575" height="300" /></a></p>
<p>„Heaven&#8217;s Hill“, auf den Ort verweisend, der als Schauplatz des Geschehens dient, funktioniert auf mehreren Ebenen: Der Roman ist mit seiner Darstellung von Versuchen, den Verfolgern zu entkommen und alle Rätsel zu lösen, ein wahrer<em> page turner</em>, der einen immer weiter lesen lässt, wobei er fast durchgängig von einer spielerischen Leichtigkeit geprägt ist (auch wenn an einer Stelle &#8211; Vorsicht, Spoiler!- zwei Agenten in ihrem Auto ersticken) und sicher (nicht ganz zufällig) von Stimmung und Plot an Serien wie etwa „The Avengers“ (die im Deutschen vor etlichen Jahrzehnten als „Mit Schirm, Charme und Melone“ ebenfalls sehr polulär waren) anspielt und -knüpft. An einer Stelle heißt es: „&#8217;You&#8217;re only working on theories stolen from episodes of Dr Who&#8217;“.</p>
<p>Inmitten des spannenden Plots finden sich dann auch immer wieder metafiktionale Kommentare: Ruth beschreibt ihre Erlebnisse selbstreflexiv als „a bizarre mixture of James Bond and Mills &amp; Boon romance“ (was auch keine schlechte Charakterisierung des Romans ist). An anderer Stelle ist zu lesen: „My inner twelve-year-old is fascinated, but I admit it can be unnerving.“  Oder aber: „&#8217;When I watch movies […] I can sometimes be swept up in the story. But I&#8217;ve never experienced a fraction of the excitement I now feel&#8230;or the trepidation.&#8217;“</p>
<p>Es gibt Reflexionen über das Zeitreisen: „There are lots of paradoxes associated with time travel, and I forget the names of them, but the self-consistency principle trumps them all.“ Aber im weiteren Verlauf der  Geschichte manisfestieren sich dann doch diese Paradoxien, die das oben genannte Prinzip ad absurdum führen; etwa dann, wenn Ruth als junge Frau nach einer Zeitreise plötzlich in der Gegenwart ankommt und ihr mitgeteilt wird: „But your older self, the real you, is in the other room“. Da blickt dann durchaus Philip K. Dick um die Ecke. Am Ende muss Ruth feststellen, dass ihre und Olivers Reisen tatsächlich etwas hervorgebracht haben, was vorher nicht existiert hat: Es gibt „a closed loop of information that had no source.“ Ruth erfährt bei ihren Zeitreisen, wie insignifikant sie letztlich ist: „She had been dreaming of vast spaces filled with vague, shifting colours – impossible vistas sculpted out of the fabric of space and time itself. Her insignificance had been both a liberation und utterly soul-destroying.“ Eine deutlich an Lovecraft anspielende Passage.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/21-09-01-RUSSELL-Heavens-Hill-LET-MOCK-6433d1be1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27551" title="21-09-01 RUSSELL Heavens Hill LET MOCK-6433d1be" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/21-09-01-RUSSELL-Heavens-Hill-LET-MOCK-6433d1be1.jpg" alt="" width="2000" height="1000" /></a></p>
<p>Auf einer weiteren Ebene gibt es auch Passagen, die ziemlich deutlich auf unsere Gegenwart verweisen: Ruth wird sich bei ihrer (Zeit-)Reise in die 60er bzgl. Lyndon B. Johnsons Voting Rights Act bewusst: „She hadn&#8217;t realised that there had still been so many means to disqualify African-Americans from voting“. Man muss fast unweigerlich an die Legion von Gesetzen denken, die in den USA in den letzten Monaten auf den Weg gebracht wurden, um Minderheiten das Abgeben der Stimme zu erschweren. Auch Überlegungen, dass vieles, was den Charakteren widerfährt, der feuchte Traum eines jeden Paranoikers ist, lässt an die hypertrophen Verschwörungserzählungen der Gegenwart denken.</p>
<p>„&#8217;It&#8217;s far more complicated than you could ever imagine.&#8217;“, heißt es gegen Ende, was man auch als Kommentar über diesen Roman sagen könnte.</p>
<p>Um auf den Anfang zurückzukommen: Dass Russell, der einen – wie oben ausgeführt – Verlag leitet, der im besonderen Maße Augenmerk auf Inhalt und äußere Präsentation legt, bei Zagava veröffentlicht, ist natürlich mehr als passend, denn schließlich hat der Verlag aus Düsseldorf sich in den vergangenen Jahren etabliert, als (Veröffentlichungs-)Ort hervorragender und herausragender zutiefst origineller genre- und gattungsübergreifender und aufwendig(st) gestalteter Bücher (von Nick Blinko, Mark Samueks, Reggie Oliver oder D.P. Watt, um nur ein paar wenige zu nennen).</p>
<p>Wer will, der kann Russells kürzlich veröffentlichtes Ambientstück „Heaven&#8217;s Hill, East Sussex“ beim Lesen  <a href="https://cousinsilas1.bandcamp.com/track/r-b-russell-heavens-hill-east-sussex">hören</a>, das der Lettered Edition als eine von Bladud Flies/The Bricoleur hergestellte Lathe Cut 7&#8221; beiliegt. (MG)</p>
<p><strong>Verlag: <a href="https://zagava.de/">Zagava </a></strong></p>
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		<title>CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jan 2018 01:15:37 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14761" title="current93thunderperfectmind" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/current93thunderperfectmind-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Current 93 in den frühen 90ern das Album „Thunder Perfect Mind“ herausbrachten, war die mediale Aufmerksamkeit und die Möglichkeit von Publicity für derartige Musik noch weitaus gringer als heute, wo diverse Kanäle wie Newsletter und Social Media die Erwartung auf einen Tonträger anheizen und die Gespanntheit auf einen eventuellen Meilenstein schüren können. War man nicht im Postverteiler der entsprechenden Vertriebe oder stand im Kontakt mit dem einen oder anderen Musiker, dann erfuhr man irgendwann aus der einschlägigen Presse von den gerade erschienenen Releases, und so erblickte das vorliegende Album auf fast etwas<span id="more-11540"></span> unspektakuläre Art das Licht der Welt. Dass es sich dabei um eine der größten Wegmarken im Werk der Gruppe um David Tibet handeln sollte, stellte sich erst heraus, als das Album mehr und mehr Einzug in die Plattenregale nahm, mehr noch als man einige Jahre und Veröffentlichungen später auf dieses Album zurückblicken konnte.</p>
<p>Und „Thunder Perfect Mind“ war eine Wegmarke in vielfacher Hinsicht. Es war das erste Album, auf dem der christlich-esoterische Einschlag, der von Beginn an in Tibets Werk präsent war, der oft jedoch einen eher eigenwillig ambivalenten Eindruck erweckte, zur zentralen, eindeutig positiv konnotierten Säule des Grundtenors wurde. Freilich, Zeilen wie „And I believe, Christ is the Son of God“ gab es bereits, aber hier wurde ein ganzes Album nach einem gnostisch-christlichen Text in koptischer Sprache benannt, was auf Tibets später noch intensivere Beschäftigung mit solcher Literatur und der Koptologie vorausweist.</p>
<p>Ebenfalls wurde auf diesem Album deutlich, dass die seit „Swastikas for Noddy“ vollzogene Hinwendung zum Songwriting und zu akustischer, im weitesten Sinne folkiger Musik nicht als kurzlebiges Strohfeuer in die Bandgeschichte eingehen sollte, sondern für viele Jahre ein musikalisches Markenzeichen Current 93s sein sollte, die Mitwirkung von Tibets Heldin Shirley Collins ist in dem Zusammenhang ein symbolisch aussagekräftiges Statement. Auch in persönlicher bis personeller Hinsicht ist „Thunder Perfect Mind“ bedeutsam. Dass es ein identisch betiteltes Nurse With Wound-Album gibt und Stephen Stapleton nach wie vor mit an Bord war, kann als bemerkenswerte Antithese gegen Tibets Abwendung von experimentellen Klängen gelesen werden. Darüber hinaus war „Thunder Perfect Mind“ das letzte Album mit Douglas P. und Rose McDowall, dagegen das erste, auf dem Michael Cashmore der Musik mit seinem pastoralen Gitarrenpicking den Stempel aufdrücken sollte.</p>
<p>Einige der Songs auf dem Album sind heute Klassiker, werden immer mal wieder bei Konzerten gespielt und erfreuen ungebrochen das schwarze Volk in den entsprechenden Clubs. Andere dagegen sind nahezu vergessen, außer natürlich bei denen, die das Album am Stück hören. Zu den ersteren zählen „The Descent of Long Satan and Babylon“, ein mysteriöser Akustiksong mit Anspielungen auf die Offenbarung des Johannes, bei dem Tibets eigenwilliger Sprechgesang, Cashmores sanfte Gitarre und Joolie Woods Flöte einem an Collins erinnernden Folksound sehr nah kommen. Unvergessen „In the Heart of the Woods and what I Found there“, bei dem &#8211; in Anspielung auf die Legende des Heiligen Eustachius &#8211; zu einer einprägsamen Geigenmelodie Christus erscheint, oder „A Song for Douglas after he&#8217;s dead“, eine rührende Hommage an den mittlerweile verflossenen Freund inklusive Trauermarsch. Ebenfalls in die Kategorie zählen Stücke wie „A Sadness Song“, bei dem Tibet mit seiner eigenwillig androgynen Kopfstimme einen der melancholischsten Momente seiner Diskografie entstehen lässt, ferner „Mary Waits in Silence“, das von einer mir unbekannten Renate Birulf gesungene „Riverdeadbank“ oder das wunderschöne Sand-Cover „When the May Rain Comes“.</p>
<p>In diesen und ähnlichen Stücken wirkt der noch frische Folksound der Band nicht freakig oder Stilgranzen überschreitend, sondern auf eingängige Art ernsthaft, und er vermag – durchaus romantische oder nostalgische – Bilder einer pastoralen englischen Fantasiewelt heraufzubeschwören, einer Welt, die allerdings immer noch zu gebrochen erscheint für reinen Eskapismus, die einen Beigeschmack der Bitteren, Grenzwertigen gerade in ihrer unschuldig anmutenden Schönheit um so wirkungvoller zum Zug kommen lässt. Louis Wain, von dem das Artwork zum Original-Cover ist – ebenfalls erstmals im Kosmos der Band – hätte diese Landschaft malen können. Dazu passen dann auch die etwas schrägeren Akustiknummern, die sich zwischen die anderen Songs geschlichen haben, Stücke wie „Rosie Star Tears from Heaven“ oder „All the Stars are Dead now“.</p>
<p>Doch „Thunder Perfect Mind“ ist ohnehin gar nicht als homogenes Werk konzipiert, das musikalisch wie aus einem Guss wirken sollte. Ausgerechnet die beiden Teile des Titelstücks haben keine Songstruktur, mit ihren minimalen melodischen Mustern knüpfen sie aber auch wenig an frühere Soundscapes an. Mit leicht verfremdeter Stimme rezitiert Tibet Passagen über die dualistische Natur der Gottheit, begleitet von der gehauchten Stimme Rose McDowalls. Ebenfalls heraus sticht das textlich kontroverse &#8220;Hitler as Kalki (SDM)&#8221;: Zu Nick Salomans Gitarrensoli und zum Bassspiel eines Musikers, der sich heute wahrscheinlich lieber die Hand abhacken würde, als sich daran zu beteiligen, wird hier die Katastrophe des Weltkriegs mit aus dem Hindu-Kosmos stammenden Prophezeihungen über das Ende des aktuellen Weltzyklus in Verbindung gebracht. Das Lied ist, wie später ein ganzes Album, seinem Vater gewidmet, der im Krieg gegen Nazi-Deutschland im Einsatz war. Mehr noch als die eher noiserockigen Stücke auf der recht heterogen ausgefallenen &#8220;Horsey&#8221; ist dieses Stück Current 93s erster Ausflug in psychedelisch konnotierte Rockmusik.</p>
<p>Dieses breite Stilsprektrum zwischen Song und Soundscape, zwischen Folk, Abstraktem und Psychedelischem, das einem sofort ins Auge fallen muss, wenn man den Fokus nicht nur auf die &#8220;Hits&#8221; lenkt, ist sicher ein Grund, warum &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; zu den herausragenderen Alben der Band zählt, aber letztlich sind dies ebenso wie der breit gefasste inhaltliche Rahmen Dimensionen, die man mit der einen oder anderen Schwerpunktverschiebung in fast allen Current 93-Alben findet. Es gab in der Bandgeschichte immer Phasen, die von einer besonderen Frische und Aufbruchstimmung geprägt waren, während man anderen Karriereabschnitten anmerkte, dass es wieder einmal Zeit für einen Häutungsprozess war. Ich denke, dass &#8220;Thunder Perfect Mind&#8221; auch sehr davon lebt, in einer der erstgenannten Phasen entstanden zu sein. Unlängst wurde das Werk in von The Bricoleur remasterter Version und mit neuem Artwork von Ania Groszynska auf Doppel-LP wiederveröffentlicht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: The Spheres</strong></p>
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		<title>THE BRICOLEUR: First Matter</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Feb 2014 07:41:35 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/01/thebricoleurfirstmatter.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8194" title="thebricoleurfirstmatter" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/01/thebricoleurfirstmatter-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vom visuellen Eindruck her ist „First Matter“, das Solodebüt des Briten Michael Lawrence, von einer fast unscheinbaren Eleganz, und könnte schon deswegen so manchen Freunden dunkler, sakraler Klangwelten entgehen – denn dass solche auch ohne Gargoyles und okkulte Symbole auskommen können, gerät bisweilen in Vergessenheit. Wer sich jenseits des Plakativen orientiert, kann bei The Bricoleur eine Musik entdecken, die nicht nur finster und urtümlich dröhnt, sondern auch sehr ausgereift wirkt, denn „First Matter“ ist nicht nur ein Erstling, sondern auch der Abschluss einer längeren Zeit des Experimentierens und Kollaborierens, bei der sich Lawrence Wege mit Musikern wie<span id="more-8193"></span> Richard Moult, Andrew Liles oder auch David Tibet kreuzten.</p>
<p>Dem Namen entsprechend verfolgt Lawrence tatsächlich einen an der musique concrète geschulten Bricolage-Ansatz, wobei der fast etwas trockene Begriff die vielfäligen Legierungen der verwendeten Klänge unterschlägt &#8211; auf „First Matter“ wird nicht nur gesamplet und montiert, viele Komponenten werden zur Unkenntlichkeit verfremdet und durchmischt. Was dabei zu einer dröhnenden Substanz verschmilzt, ist ausgesprochen düster. Die Tonfolgen, die anfangs durch das metallische Dröhnen und Rauschen wie durch eine massive Decke dringen, könnte den tieferen Tasten eines Klaviers entstammen, besser zu erkennen sind die choralartigen Gesangsspuren, die mehreren Stücken einen sakralen Ton beimengen. Ähnlich wirkungsvoll sind die Orgelbeiträge des primär als Thereminspieler bekannten Armen Ra. Lichtere Momente mit Soprangesang schaffen kurzzeitig etwas, das einer Song-Atmosphäre nahe kommt und mit kernigen, statischen Noise-Passagen kontrastiert.</p>
<p>Was nun, wie leider oft, in Effekthascherei ausarten könnte, gerät unter Lawrence&#8217; sensiblen Bastlerhänden zu einer subtilen Sache, deren Tiefe man erst bei voller Aufmerksamkeit registriert. Was einen dann erwartet ist eine dunkle, meditative Musik, die beim Hörer eine gewisse emotionale Leidensfähigkeit voraussetzt und niemals zum regressiven Wegdösen einläd. Bei entsprechendem musikgeschichtlichen Interesse hat man längst Assoziationen parat – mehr noch als die (lauteren und schrilleren) Current 93 der Anfangsjahre fallen mir die frühen, rituellen Arbeiten Ain Sophs ein. Der Current 93-Bezug ist dennoch nicht wegzudenken, denn kein Geringerer als David Tibet bereichert eines der Stücke mit einem beschwörenden, fragmentiert wirkenden Monolog und bedankt sich so auch für Lawrence&#8217; Beitrag zu Myninerest.</p>
<p>Die schlechte Nachricht: „First Matter“ ist schon eine ganze Weile draußen, und ob von den nacheinander erschienenen Releases auf Vinyl, Tape oder Lathe noch Exemplare erhältlich sind, ist fraglich. Man sollte es beim Label versuchen, ansonsten sind eine Neuauflage und natürlich eine Fortsetzung mehr als erwünscht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://bladudflies.com">Bladud Flies</a>!</strong></p>
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		<title>MYRNINEREST: „Jhonn“, Uttered Babylon</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Sep 2012 05:23:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Myrninerest, unter dem Namen, den die Outsider-Künstlerin Madge Gill dem sie kreativ leitenden Geist gab, und der im Current 93-Kontext erstmals auf dem ersten Teil der „InmostLight“-Trilogie, der Maxi „Where the Long Shadows Fall“, 1995 auftaucht, veröffentlicht Tibet, der sich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/09/08/myrninerest-%e2%80%9ejhonn%e2%80%9c-uttered-babylon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Myrinerrest.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5164" title="Myrinerrest" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Myrinerrest-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Myrninerest, unter dem Namen, den die Outsider-Künstlerin Madge Gill dem sie kreativ leitenden Geist gab, und der im Current 93-Kontext erstmals auf dem ersten Teil der „InmostLight“-Trilogie, der Maxi „Where the Long Shadows Fall“, 1995 auftaucht, veröffentlicht Tibet, der sich auf diesem Album wieder David Michael nennt, zusammen mit James Blackshaw ein Album, das im Booklet als „Hallucinatory Cartoon Channelling of my Love for Jhonn Balance“ beschrieben wird. Für Tibet gibt es kein Stillstehen, wobei vielleicht die Gründung dieses neuen Projekts<span id="more-5163"></span> (und des extra dafür ins Leben gerufenen Labels The Spheres) auch pragmatischen Gründen geschuldet ist, ergibt sich doch so die Möglichkeit, in einem personell kleineren Rahmen aufzutreten als mit dem oft expansiven Current 93-Lineup der letzten Jahre. James Blackshaw gehört seit einigen Jahren zu eben diesem, hatte auf Konzerten bislang aber selten die Chance, sein exquisites Fingerpickung zu zeigen &#8211; etwas das er auf „&#8217;Jhonn&#8217;, Uttered Babylon“ nachholt. Bis auf drei Stücke, auf denen er Harmonium spielt, werden die Texte Tibets von seiner Akustikgitarre untermalt.</p>
<p>Vielleicht braucht es eine gewisse Distanz, um Trauer künstlerisch fruchtbar zu machen. Unmittelbar nach dem Tod Balances hatte Tibet das Gedicht „Moonbird“ geschrieben, acht Jahre später folgt ein komplettes Album. Bei solch einem konzeptionell dichten Werk steht natürlich – letztlich wie bei den meisten Arbeiten der letzten Jahre &#8211; der Text im Vordergrund und seit einiger Zeit schon führen die Textkonvolute (natürlich) zu einer anderen Art des Vortrag(en)s. Eine konventionelle Vers-Chorus Struktur, die bei Current 93 sowieso selten eine Rolle spielte, fehlt völlig, stattdessen werden die sich aus einer immer komplexer und hermetischer werdenden Privatmythologie Tibets speisenden Texte (in denen die verstorbenen Katzen Tibets ebenso Platz finden wie Tiny Tim, Shirley Collins oder Thomas Ligotti; auf Kairo im Jahr 1904, als Aiwass Crowley das Buch des Gesetzes offenbarte, ebenso verwiesen wird wie auf Jerusalem; Logarithmen ebenso wie Keilschrift auftauchen) mehr rezitiert als gesungen. In einer kürzlich veröffentlichten Besprechung des Myrninerest-Auftritts auf dem von Antony kuratierten Meltdown Festival sprach der Rezensent von Tibets „surrealen“ Texten, wobei das ein Adjektiv ist, das Tibet selbst weit von sich weisen würde, denn „&#8217;Jhonn&#8217;, Uttered Babylon“ ist vielmehr der Entwurf einer individuell als kohärent erscheinenden Kosmologie jenseits einer Phantasmagorie. Exemplarisch für die (nur) scheinbar assoziative Aneinanderreihung von auf den ersten Blick disparaten Bildern seien folgende Zeilen aus „The Dog is Unwell“ (die Titel beziehen sich auf die CD-Version, auf der LP tragen alle Stücke andere Namen, dieses heißt dort „Meanwhile The Helocopter“) zitiert: „I heard the Time/Spill Drinks whilst/The BarMaid Bakes/At that specific Island/The Chiffre was marked/Not known by the Vulva who/Showered You with Armageddon/And Tetragrammaton/And lottery winners“. Wie auf den Alben der letzten Jahre steht hier erneut Heiliges neben Profanem und insofern ist es nicht nur ein Album über Balance und über Tibets Freundschaft zu ihm, sondern auch ein Album über Tibet selbst, wobei sich in den Texten natürlich immer wieder Anspielungen an Stücke von Coil finden: so ist u.a. die Rede von „limnal bats“, gegen Ende wird die Frage „WHERE ARE YOU“ gestellt, man gedenkt der von Blake entliehenen „Rose“ und nennt die „Time Machine&#8221;. Auch werden immer wieder die von Alkoholabusus geprägten letzten Lebensjahre des Freundes angesprochen: „There were no stars left/Towards the end“, „He stared too long into the /Abyss“; aber auch das eigene Werk wird verfremdet angesprochen: „Under the Rain and/Grit and Dogs/Under the Pain of/Keeping Hooded Eyes“ heißt es auf „CatNip Pastures“.</p>
<p>Das kontemplative „Chaos In His ChoirBoy“ gehört zu den zugänglicheren Stücken, am beeindruckendsten &#8211; wenn auch für diejenigen, die mit dem Ouevre Tibets nicht vertraut sind, irritierendsten &#8211; sind die Stücke, auf denen der Vortrag sich zur völligen Selbstoffenbarung steigert und Tibet kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen scheint, so etwa auf „Roadworks For TinkerBell“, „The Green Sothis Bottles“,  „BadLuckClock“ (mit fast schon atemlosen Vortrag) oder besonders auf dem Abschlusstrack „Long Home Sick Tonight“.</p>
<p>Halluzinatorisch ist diese Reise tatsächlich, wieviele bereit sind, daran teilzunehmen, ist eine andere Frage, denn nach diesen zwölf Stücken und dieser Thematik kann es dem Hörer wie im letzten Stück beschrieben gehen: &#8220;Drowning/In Language and/Exhaustion&#8221;.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label:The Spheres/<a href="http://www.copticcat.com">Coptic Cat</a></p>
<p><a href="http://www.myrninerest.com/">Myrninerest</a></p>
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		<title>MOMICK: s/t (Vinyl-Edition lim. 500)</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 07:03:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei Momick handelt es sich um ein noch recht junges Projekt, doch die beiden Betreiber Richard Moult und Michael Lawrence sind keine Unbekannten. Moult ist seit langem in verschiedenen Bereichen tätig. Wäre Magritte Landschaftsmaler gewesen und dazu Brite, dann hätten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/10/22/momick-st-vinyl-edition-lim-500/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/momick.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3073" title="momick" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/momick-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bei Momick handelt es sich um ein noch recht junges Projekt, doch die beiden Betreiber Richard Moult und Michael Lawrence sind keine Unbekannten. Moult ist seit langem in verschiedenen Bereichen tätig. Wäre Magritte Landschaftsmaler gewesen und dazu Brite, dann hätten seine etwas dunkleren Gemälde vielleicht ein bisschen wie die des frühen Moult ausgesehen, der in seiner jüngsten Schaffensphase einen abstrakteren, doch nicht minder dunklen Stil für sich entdeckt hat. <span id="more-3072"></span>Ähnlich seinen Bildern zeugen auch seine Klavierkompositionen von einem großen Verständnis für sensible Stimmungen in all ihren leisen, verhuschten Nuancen. Michael Lawrence, besser bekannt unter dem Namen the.bricoleur, ist Komponist von kernigen und niemals gefälligen Drones, die eine streckenweise sakral anmutende Qualität besitzen.</p>
<p>Schon in ihren angestammten Projekten konnten die beiden Musiker zeigen, dass ihre sichere Hand für schöne, sensible Klänge zugleich auch ein Schutzschild gegen Triviales ist. Allzu leicht nämlich laufen impressionistische Pianoteppiche und verhalten glühende Drones Gefahr, ins süßliche oder in nebelverhangene Naturromantik abzudriften. Lawrence und Moult ist das jedoch niemals passiert. Bei Moults letztjährigem Album „Ethe“ kümmerte sich unter anderem Lawrence um Aufnahme und Produktion, und eventuell legte die Erfahrung, wie gut die beiden musikalischen Visionen harmonieren, den Grundstein für ihr gemeinsames Projekt. Die sieben nur nummerierten Stücke auf dem gemeinsamen Album sind von einer meditativen Ruhe, die durch ein leichtes Auf- und Abbebben noch verstärkt wird. Im Zentrum steht ein verhalltes Piano, auf dem Akkorde von spröder Unaufdringlichkeit erklingen.</p>
<p>Die improvisierten Stücke spielte Moult ursprünglich live in einer kleinen Kirche ein, und überließ sie anschließend Lawrence&#8217; Bearbeitung im Studio. Der Aufnahmesituation geschuldet ist ein dumpfer und verrauschter Klang, durch den eine Hintergründigkeit gewahrt wird, die auch dann Bestand hat, wenn eine Melodie sich intensiviert und für Augenblicke pastoral wird. Ähnlich wie bei vielen Gemälden Moults erscheinen (Klang-)Figuren ganz plötzlich, tauchen nur schemenhaft auf, und fügen sich ins Bild, bis Lawrence&#8217; Dröhnen alles wieder in reine Form auflöst. Einige Momente von besonderer Intensität stechen heraus, der bedrohliche Klang in „two“ die verzweifelte Melancholie in „four“, das durch Mark Baigents Solo auf der Oboe an Markanz gewinnt. Oder zuletzt der fragile mantraartige Gesang eines weiteren prominenten Gastes in „five“: David Tibet, dessen Stimme sich übergangslos in den stetigen Fluss der Klänge einfügt.</p>
<p>Momick spielen eine Musik, die Aufmerksamkeit fordert, die beim hastigen Durchhören zu unrecht als dröge empfunden werden könnte und sich kaum als schöngeistige Hintergrundbeschallung eignet. Ihre feine Emotionalität kommt nur gelegentlich an die Oberfläche der verhuschten Klänge, wie ein kaum hörbares Echo aus einer anderen Zeit.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://bladudflies.com/">Bladud flies!</a></strong></p>
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