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	<title>African Paper &#187; Tin Angel</title>
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		<title>LITTLE ANNIE AND BABY DEE: State of Grace</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Nov 2012 09:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/11/Annie-Dee.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5866" title="Layout 1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/11/Annie-Dee-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man muss sich wundern, dass eine Zusammenarbeit zwischen Little Annie und Baby Dee erst jetzt zustandegekommen ist, denn thematisch-musikalische Parallelen zwischen dem Werk der zwei Künstlerinnen sind unübersehbar: Die Charaktere, die die Songs beider schon seit Jahren bevölkern, zeichnen sich oft auch immer durch ihre Exzentrik und durch ihre Beschädigungen aus, und auch eine teilweise anarchische Komik spielt in den Songs und insbesondere bei den Auftritten der beiden keine geringe Rolle. Annie und Dee wären sicher auch bei Vaudevilles nicht fehl am Platz gewesen.</p>
<p><span id="more-5864"></span></p>
<p>Auf &#8220;State of Grace&#8221; liegt der stimmliche Fokus ganz klar bei Annie, Dee zeichnet sich vor allem durch die großartige musikalische Untermalung am (schon für ihr Album &#8220;Regifted Light&#8221; von Andrew WK zur Verfügung gestellten) Steinway-Klavier und an der Hammondorgel aus.  Der Titel des Albums spielt wahrscheinlich an gleichnamigen im New Yorker Bezirk Hell&#8217;s Kitchen angesiedelten Film an, wodurch schon die Richtung vorgegeben wird: Annies Torch Songs, ihre Chansons, die sie mit ihrer von unzähligen Zigaretten und anderen Substanzen geprägten Stimme vorträgt, versetzen den Hörer auf die Straße, in die Bronx, auch in verr(a)uchte Jazzkneipen,  in denen versehrte Figuren zu finden sind. Oder um den ersten Song „Angels Gone Before“ zu zitieren: „Little Liza was a looker/moved down town to fashion model/Got tuned out/Became a hooker“; der Abstieg der Besungenen endet schließlich im Grab, im gewaltsamen Tod und die Schlussfolgerung „Fame&#8217;s such a fickle drug“ sollte man all denen auf die Stirn tätowieren, die sich allabendlich auf verschiedensten Kanälen der Lächerlichkeit preisgeben, um einen letztlich noch kürzeren Augenblick des Ruhms zu erhaschen, als Andy Warhol noch zugestanden hätte. Schlüpft Annie in dem auf „Angels Gone Before“ entwickelten Szenario in „suburbs just north of despair“, voller Mädchen mit „bitter sneers“, und Schönheiten „past their sell-by dates“, die sich „with weary wombs“ des einen guten Jahrs in ihrem Leben erinnern, in die Rolle der Femme Fatale, die das alles mit der Souveränität (und Distanz) derjenigen vorträgt, die schon alles erlebt, alles gesehen hat, so ist das darauf folgende „Love to Break the Fall“ von ganz anderer Stimmung, denn die (emotionale) Distanz schwindet: Aus der Beobachtenden wird die (im Spiegel) Beobachtete. Das Gesicht, das einen im Spiegel anblickt, das nach einer Spur von sich selbst abgesucht wird, ist nur noch „an illusion now ravaged by time […] avoiding the now of this nuclear winter“ und es folgt das Eingeständnis: „I&#8217;m terrified, paralyzed“. Dennoch: Ganz ohne Hoffnung ist man nicht, denn: „The creator has a marvellous plan“ (man vergleiche auch Annies Äußerungen zur Spiritualität in dem<a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/little-annie-interview"> Interview</a>, das wir mit ihr machten). Das Titelstück trägt sie im Duett mit Will Oldham vor und es ist bezeichnend, wie viel „erlebter“ Annies Stimme im direkten Vergleich mit Bonny „Prince“ Billy ist, der schließlich nicht gerade für seinen glasklaren Gesang bekannt ist. Das Stück klingt in einem Gewitter aus Schlagzeug und Saxophon aus. Das Zusammenspiel von Dees Hammondorgel und Chris Cundys Saxophonspiel leitet das beschwingte „Pilgrim Traveller“ ein, das wohl nicht zufällig von der 1976 verstorbenen Blues- und Gospelsängerin <a href="https://www.youtube.com/watch?v=W6gx88odYxo">Wynona<strong> </strong>Carr</a> stammt und die vielleicht eine ähnliche<a href="http://africanpaper.com/2012/10/13/little-annie-sing-dont-cry-a-mexican-journey-buch/"> &#8220;Stehauf-Mentalität&#8221;</a> besaß wie Annie.</p>
<p>Hatte Annie mit dem momentan am Dortmunder Schauspielhaus arbeitenden Paul Wallfisch zusammen ein beeindruckendes<a href="http://www.discogs.com/Little-Annie-Paul-Wallfisch-When-Good-Things-Happen-To-Bad-Pianos/master/86534"> Coveralbum </a>aufgenommen, auf dem u.a. Tina Turners „Private Dancer“ zu neuen Ehren kam, so interpretiert sie auf &#8220;State of Grace&#8221; als zweiten fremden Song Stevie Wonders „I Never Dreamed You&#8217;d Leave in Summer“ neu, ein todtrauriges Stück, bei dem das dezente Klavierspiel Dees und die von Jordan Hunt arrangierten Streicher Annies Stimme untermalen. Hier schlüpft sie in die Rolle einer Trauernden, die am Ende die Frage stellt, die (sich) vielleicht schon jeder einmal gestellt hat: „Why didn&#8217;t you stay?“. Auf dieses emotional berührende Stück folgt mit „Paincheck“ einer der besten Songs des Albums: Die Ausgangssituation ist erneut wenig erfreulich, in ihrer metaphorischen Übertreibung allerdings zu ertragen: „Welcome to our toxic swimming pool/The life guard is a sadist/But the water&#8217;s warm as blood“. Der einsetzende Shantyhafte Rhythmus passt zur Rolle, in der man „older but no wiser“ ist und das durchaus zelebriert: „I would have gone to hell with you/If you had only asked me to“. Es ist auch einer der wenigen Tracks, auf der Dees Stimme nicht nur im Hintergrund zu hören ist, sondern teilweise die Aussagen kommentiert. Als erneuter Kontrast dazu folgt mit dem adäquat betitelten „Gown of Tears“ eine Nummer, auf der Rückschau gehalten wird, der vergehende und vergangene Ruhm reflektiert wird: „See now how I glow under the spotlight/In my shiny sequined gown of un-cried tears/Behind the pain the pathos and bravado/So much of me that has disappeared“. Die Betrachtung des Vergangenen fällt auf dem dann folgenden „Back in the Day“ aber weniger melancholisch aus, es wird die Arroganz der Jugend besungen, eine Zeit in der man dachte: „the world started and ended with us“. Fast gegen Ende interpretiert Dee das Titelstück und hört man, wie intensiv sie Zeilen wie &#8220;We gotta get out of this place/blow this busted city/And find a state of grace&#8221; intoniert, wünscht man sich, ihre Stimme hätte noch mehr Raum auf dem Album eingenommen. Abgeschlossen wird das Album von „Perfect Gift“, einem erneut traurigen Stück, das mit den Zeilen „Yes, I&#8217;ve the perfect shade of lipstick/Draped in fabric precious/Enveloped in the finest leather/Locked in a special chamber/A vault/which once//Held my/Heart“ das Album angemessen abschließt.</p>
<p>Das einzige, was man gegen das Album einwenden kann, ist, dass es (natürlich!) nicht die Dynamik widerspiegeln kann, die entsteht, wenn die beiden in einem Livekontext (inter)agieren – denn auf eine Bühne gehören sie, wie exemplarisch der unten verlinkte Ausschnitt aus ihrem letzten Auftritt in Dortmund zeigt.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://www.tinangelrecords.co.uk/">Tin Angel</a></p>
<p><a href="http://littleanxietyannie.wordpress.com/">Little Annie</a></p>
<p><a href="http://www.babydee.org/">Baby Dee</a></p>
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		<title>Little Annie und Baby Dee: Album, Konzerte, Bücher</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Oct 2012 23:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Little Annie und Baby Dee muss man Lesern unserer Seite wohl nicht extra vorstellen. Genrebegriffe prallen ohnhin ab an der Vielfalt ihrer Ausdrucksformen, und das Namedropping zu ihren zahlreichen musikalischen Kollaborationen wäre mit Current 93, Crass, Antony und Marc Almond gerade mal auf der ersten Seite angekommen. Dass die beiden Künstlerinnen nun endlich ihre Drohung wahr und gemeinsame Sache machen, ist allerdings eine Ankündigung wert. Die beiden Sängerinnen haben zusammen ein Album aufgenommen, das Ende des Jahres bei <a href="http://tinangelrecords.tumblr.com/post/28974240974/little-annie-and-baby-dee-set-to-release-album-annie">Tin Angel Records</a> in London erscheinen wird, zu den Gastmusikern gehören u.a. Will Oldham und Eric Chenaux.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/deeannie1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5453" title="deeannie" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/deeannie1.jpg" alt="" width="388" height="394" /></a>Auf das Zusammenspiel von Annies souligem Alt und Dees fragilem Falsett darf man ebenso gespannt sein wie auf die Fusion ihrer jeweils eigenen Ideen des Songwritings. Zuvor gibt es eine kleine Europa-Tournee, bei der die beiden, zum Teil in Begleitung von Paul Wallfisch und dem Violinisten Jordan Hunt, auch auf drei deutschen Bühnen zu sehen sind:</p>
<p><a href="http://www.volksbuehne-berlin.de/praxis/2_musikbuehne/little_annie_baby_dee/?id_datum=5499">Di., 16. Okt. Roter Salon der Volksbühne, Berlin</a></p>
<p><a href="http://www.theaterdo.de/detail/event/small-beast-dortmund-little-annie-baby-dee/">Fr., 26. Okt. Stadttheater, Dortmund (im Rahmen von Paul Wallfischs „Small Beast“-Reihe)</a></p>
<p><a href="http://www.kampnagel.de">Sa., 27. Okt, Kampnagel, Hamburg</a></p>
<p>Zudem ist von Annie vor kurzem ein illustriertes Buch namens „Sing, Don&#8217;t Cry“ erschienen, in welchem die Sängerin teils in Prosa, teils in Versen die Geschichte eines Mexico-Aufenthaltes erzählt, der ihr Leben verändert hat. In Kürze erscheint ihre komplette Autobiografie „You Can’t Sing The Blues While Drinking Milk “. Zum Album und den Büchern demnächst mehr in unserem Rezensionen-Teil.</p>
<p><a href="http://soundcloud.com/curatorial-issues/sets/small-beast-1-with-baby-dee-little-annie-paul-wallfisch-promo-set">Soundcloud</a></p>
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		<title>BABY DEE: Regifted Light</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:59:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/babydeeregiftedlight.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-340" title="babydeeregiftedlight" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/babydeeregiftedlight.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit „Safe Inside The Day“ bekam Baby Dee, die man hier sicher nicht extra vorstellen muss, ihr erstes großes Medienecho. Neben einer Art Durchbruch und gewissen Erfolgen bei einem größeren Publikum markierte dieses Album auch die Hinwendung zu einem etwas breiter instrumentierten Sound und die Verabschiedung ihres anfangs primär auf Stimme, Piano und Harfe reduzierten Klangbildes. <span id="more-339"></span>Die Neufassung ihres zuerst (auch klanglich) streng limitierten „Book of Songs for Anne Marie“ unterstrich diese Entwicklung, und nun ist ein neues Werk erschienen, das vor Schmiss und Fülle geradezu übersprudelt.</p>
<p>Dass „Regiftet Light“ ein Aufguss von „Safe Inside The Day“ werden würde, hatte ich ohnehin nicht erwartet, denn Baby Dee sprach letztes Jahr bereits in einem Interview von dem Plan, ein recht klassisches Album aufzunehmen. Erwartungsgemäß ist es auch hier wieder das Klavier, das im Zentrum der Aufnahmen steht, genauer ein wertvoller Steinway D, als eine Art Dauerleihgabe vermacht vom Rockmusiker Andrew WK, der das Album auch produzierte. Dazu kommen jede Menge Streicher und Bläserbeigaben, bereitgestellt durch Virtuosen wie Matthew Robinson (Cello), Mark Messing (u.a. Tuba) und den Multiinstrumentalisten Jon Steinmeier, der hauptberuflich in der Bigband MUCCA PAZZA aktiv ist und dem Album einen besonderen Stempel aufdrückte. Baby Dee und ein bisschen “Punk Circus Marching”, darauf sollte man eigentlich gewartet haben. Was man hier nun am wenigsten findet, sind die dezenten Rock- und Americana-Elemente, die ihr bislang erfolgreichstes Werk zwar nicht maßgeblich geprägt hatten, bei einigen Songs wie „Teeth Are The Only Bones That Show“ und „Fresh Out Of Candles“ aber unüberhörbar den Sound und die Atmosphäre mitbestimmten. „Regiftet Light“ knüpft, wenn man den Vergleich denn weiterspinnen will, eher an die zweite Hälfte der Platte an, wo Klavier und Streicher sich zeitweise verselbständigen und eine barocke Stimmung zwischen momento mori und purer Lebenslust versprühen.</p>
<p>Die ersten beiden Stücke sind (wie übrigens rund zwei Drittel des neuen Albums) instrumental, und dennoch tragen sie unverkennbar Baby Dees Handschrift. Wer sich durch das Pianospiel an Kirchenmusik des 17. oder 18. Jahrhunderts erinnert fühlt oder bei den schmissigen Snaredrums an Varieté-Musik (oder an eine Parade von Cheerleadern) denken muss, der ist bereits mitten in der Welt der Ausnahmemusikerin angekommen, die sich erst im Titelsong mit ihrem anrührenden Falsett zu Wort meldet. Verhaltener als die meisten Instrumentalstücke, bei denen Bläser, Streicher und zum Teil sogar verspielte Bongos für ein stetes Abwechseln von Stau und Fluss sorgen, ist „Regiftet Light“ ein sehr persönlicher, unaufdringlicher Lovesong, der eine ganze Reihe früherer Songs in Erinnerung ruft: „Black But Comely“, „My Hearts Come Home To Me“ und wie sie alle heißen.</p>
<p>Trotz dieser „klassischen“ und somit europäisch konnotierten Elemente klingt Baby Dee auf der anderen Seite ebenso amerikanisch wie ihr früherer Weggefährte Antony, wenn auch auf ganz andere Weise. Man denkt an Musicals und Sitcoms, an 50erjahre und Schwarzweiß, und das alles natürlich mit einem gehörigen Schuss Ironie versehen, der eine ganz eigentümliche Liaison eingeht mit einem Ernst und einer Liebe und Lebensfreude, die Respekt einfordern. „On The Day I Died“ behandelt auf anrührende wie unverkrampfte Art die Frage nach einem Leben nach dem Tod, und ist wohl einer der persönlichsten Songs der Künstlerin. Dem stehen humorvolle Momente gegenüber in Songs wie „Brother Slug and Sister Snail“ oder dem herrlich absurden Slapstick in „The Pie Song“, bei dem alle Freunde des Pisspots und des Big Titty Bee Girl auf ihre Kosten kommen sollten. So sehr man die brüchige Stimme der Sängerin sonst auch schätzt, muss man anerkennen, dass sie hier gesanglich über sich selbst hinauswächst. Inhaltlich geht es um eine Torte, die unbedingt gegessen werden muss, und ich halte den Song für den Hit des Albums und für eines der Besten Baby Dee-Stücke überhaupt.</p>
<p>„Regifted Light“ ist berührend, tiefgreifend und voller Energie. Um mit einem Seitenhieb zu schließen: In einigen Fankreisen von CURRENT 93 hat sich (weil vermutlich viele nach wie vor eher die Alben der frühen Folkphase hören), das Vorurteil eingeschlichen, neben anderen stünde Baby Dee für eine eher softe, lasche Seite der Band. Das ist, um es kurz zu machen, kompletter Käse, und auch auf ihren Soloplatten gesellt sich neben Glockenspiel, Streicher und feinsinnige Liebesbekundungen eine Derbheit, die alles andere aufkommen lässt als Larmoyanz und Langeweile. Tolles Album! (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
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		<title>BABY DEE: A Book of Songs for Anne Marie</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die meisten dürften wissen, dass „A Book of Songs…“ nicht der wirkliche Nachfolger zu dem 2008 auf Drag City erschienenen „Safe Inside the Day“ ist, handelt es sich doch um eine Überarbeitung und Neuinterpretation – und nicht um eine Wiederveröffentlichung, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/baby-dee-a-book-of-songs-for-anne-marie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Book-of-songs.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-543" title="Book-of-songs" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Book-of-songs.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die meisten dürften wissen, dass „A Book of Songs…“ nicht der wirkliche Nachfolger zu dem 2008 auf Drag City erschienenen „Safe Inside the Day“ ist, handelt es sich doch um eine Überarbeitung und Neuinterpretation – und nicht um eine Wiederveröffentlichung, wie in einigen Rezensionen fälschlich zu lesen war – des 2004 auf Durtro in einer Miniauflage von 150 Exemplaren veröffentlichten gleichnamigen Albums.<span id="more-542"></span></p>
<p>Dee sprach vor einigen Jahren in einem Interview, das ich mit ihr führte, davon, dass die Lieder auf „Songs for Anne Marie“ schmuddelige kleine Kinder seien, damit auf das etwas Unfertige des ursprünglichen (von ihr allein in mehr oder weniger einem Take eingespielten) Albums anspielend, eine Metaphorik, die im Booklet  aufgegriffen wird, wenn David Tibet, der die erste Version veröffentlicht hat, als Ersatzvater und Maxim Moston, der das Album jetzt neu instrumentiert und produziert hat, zum geliebten und sich sorgenden Onkel wird, der die Kinder jetzt in ihren besten Sonntagsanzügen in die Welt entlässt.</p>
<p>Befanden sich auf den ersten Alben Dees („Little Window“ und “ Love’s Small Song“ – beide ebenfalls auf Durtro erschienen) getragene, mininal mit Klavier und/oder Harfe eingespielte Stücke, die einen von der Stimmung etliche Jahrhunderte zurückkatapultierten, fanden sich auf „Safe Inside The Day“ erstmals auch die grotesken Cabaret- und Vaudeville-Nummern (es ist kein Zufall, dass eines der stärksten Stücke von „Safe Inside the Day“ – das auf Goethe verweisende „The Earlie King“ – kürzlich auf einer Kompilation namens „Twisted Cabaret“ veröffentlicht wurde), die auf ihren Konzerten für Heiterkeit und ungläubiges Staunen sorgten. Dee sang bei ihren Auftritten von Grizzlybären, die die Unterwäsche von Mormonen schätzten, Inkontinenz oder aber, dass Jesus „deinen fetten Arsch in der Hölle schmoren lassen“ werde. Diese Elemente wurden auf dem mit Maxim Moston, Andrew W.K., William Breeze, John Contreras, Matt Sweeney und Will Oldham  hervorragend besetzten Album partiell aufgegriffen und es spricht für Dees Qualitäten, dass diese Mischung aus grotesken und ernsten und getragenen Stücken wunderbar funktionierte.</p>
<p>Verglichen mit diesem Album muss „A Book of Songs…“ auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirken, knüpft das Album von der Stimmung doch an die Stücke ihrer ersten beiden Studioalben und der EP „Made for Love“ (von der sich das Stück „Morning Fire“ jetzt auch auf „A Book of Songs…“ findet) an. Das von Maxim Moston mithilfe von John Contreras, Rob Moose und anderen neu instrumentierte Album (u.a. kommen Cello, Geige, Trompete und Mandoline zum Einsatz) klingt natürlich fertiger als die erste Version. Interessanterweise gibt es aber (ganz) kurze Momente, die durch die zusätzliche Instrumentierung fast schon zu gefällig klingen, z.B. „Lilacs“; anderen Stücken hingegen fügen die Streicher eine noch größere Tiefe und Intensität hinzu („Black but Comely“).  Insgesamt klingt  das Album sehr geschlossen und homogen, es wird zudem mit jeder Zeile deutlich, dass Dee eine begnadete Texterin ist und wenn sie singt „As sunlight comes to sorry stone/So come, my love/And take this sorriest stone of all/To find a grateful place” (“A Book of Songs for Anne Marie”) möchte man einfach nur dahin schmelzen. Dabei dürfte deutlich werden, dass Dee trotz ihrer Qualitäten als Songschreiberin nie in einem Maße Alben verkaufen wird wie Antony oder gar wie selbiger dazu eingeladen werden wird, ein Lied für Lavazza zu singen, dafür ist ihr Gesang zu eigen, zu sehr gegen den Strich gebürstet, changiert er doch zwischen barockartigen Intonationen und einem Meckern, das sie auch gerne live unter Beweis stellt. Auch dürfte ihr Auftreten mit Springerstiefeln und Micky Maus-Pulli nicht jedermann goutieren (können). Es mag bezeichnend sein, dass Dees Auftritt im Krefelder Hof Gäste wie Bedienstete – die sich unter einem Harfenkonzert etwas anderes vorgestellt hatten –  sehr irritierte. Das spricht aber natürlich nicht gegen Dee (sondern vielmehr für sie).</p>
<p>Fast am Ende des Albums heißt es: „No more sad songs, no more/No more night skies, I’ve got a sunrise“ und natürlich: Wer dieses Album besitzt, hat die Möglichkeit einem Sonnenaufgang beizuwohnen, bei dem man sich völlig der Melancholie hingeben kann. Wem bei diesem Album nicht die Tränen kommen, der hat kein Herz.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.tinangelrecords.co.uk ">Tin Angel Records</a></strong></p>
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