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	<title>African Paper &#187; Trembling Bells</title>
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		<title>THREE QUEENS IN MOURNING / BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY: Hello Sorrow Hello Joy</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2020 06:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/threequeensinmourning.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21774" title="threequeensinmourning" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/threequeensinmourning-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als im vorigen Jahr unter dem Titel &#8220;Songs of Love and Horror&#8221; das erste Textbuch von Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy herauskam, hatten Jill O&#8217;Sullivan, Alasdair Roberts und Alex Neilson die spontane Idee, ausgewählte Stücke daraus neu zu interpretieren und gründeten dazu die wahrscheinlich einmalige Band Three Queens in Mourning, benannt nach einem berühmten Foto von der Beerdigung des englischen Königs George VI &#8211; dort wurden dessen Mutter, Frau und Tochter gezeigt, die alle<span id="more-21773"></span> Königin von England waren, sind oder einmal werden sollten. Der lockige Prinz bedankte sich und coverte je einen Song der beteiligten Musiker und steuerte als Bonus noch ein bisher unbekannten Lied bei.</p>
<p>Coverversionen von Oldhams Songs gibt es mittlerweile einige, doch die drei in Schottland lebenden Musiker sind nicht bloß Fans, sondern alte Freunde und Mitstreiter des kauzigen Barden aus Kentucky. Dieser nahm 2012 zusammen mit Neilsons Band Trembling Bells das gefeierte Album <a href="http://africanpaper.com/2012/05/26/trembling-bells-feat-bonnie-prince-billy-the-marble-downs/">&#8220;The Marble Downs&#8221;</a> auf, ein weiterer gegenseitiger Bezugspunkt ist die sich personell immer wieder neu erfindende Band Current 93. Während Oldham dort einige Gastauftritte als Sänger hinlegte, spielte Neilson über Jahre und auf mehreren ihrer Alben Schlagzeug, Roberts dagegen ist der aktuelle Gitarrist der Band. Es ist nicht auszuschließen, dass man sich dort erst näher kennelernte.</p>
<p>Obwohl so quasi ein Album des Trios und eine EP vom Meister selbst vorliegen, passt das Material, was Sound und Stil angeht, recht gut zusammen, und schon beim ersten Track &#8220;Stablemate&#8221;, das mit Frontfrau O&#8217;Sullivan (die sich Jill Lorean nennt und von der Band Sparrow and the Workshop her bekannt ist) zu einem kraftvoll hypnotischen Folkrocksong wurde. Da ihre klare Stimme den einen oder anderen sicher an Jacqui McShee (Pentangle) erinnert, entfalten die primär von ihr gesungenen Tracks &#8211; so das rührende &#8220;Tonight&#8217;s Decision&#8221; &#8211; schnell einen ganz eigenen Charakter, und nicht nur deshalb wird das bekannte &#8220;Madeline Mary&#8221; zu einem kratzigen Folkrockstück, das dem etwas filigraner anmutenden Original kaum nachsteht. Überhaupt zählen die Interpretationen der beliebtesten Stücke Oldhams zu den Höhepunkten der Sammlung, großartig ist z.B. das als Duett zwischen Roberts und Neilson interpretierte Titelstück der &#8220;I See a Darkness&#8221;, einem Album, mit dem Oldham Mitte der 90er erstmals eine größere Hörerschaft erreichte.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/bonnieprincebilly.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21775" title="bonnieprincebilly" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/bonnieprincebilly-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Neilson verpasst den von ihm gesungenen Stücken eine eigene herbe Handschrift durch seine ungekünstelte Stimme, &#8220;Lost Blues&#8221;, das auch sehr sein von The Directing Hand, Trembling Bells und einigen Current 93-Alben her bekannte verspielte Drumming heraushören lässt, zählt zu seinen größten Momenten. Roberts dagegen gibt einigen der Songs eine ganz eigene Traurigkeit, &#8220;No More Warehouse Blues&#8221; und das besinnliche &#8220;Christmas in the Mountains&#8221; könnten Stücke seiner weniger üppig instrumentierten Alben sein. Den &#8220;Ohio Boat River Song&#8221;, der auf dem schottischen Traditional &#8220;Loch Tay Boat Song&#8221; basiert und von Oldham 1993 noch unter dem Namen Palace Brothers gecovert wurde, holen die drei im mehrstimmigen Gesang quasi heim.</p>
<p>Oldham selbst verleiht Roberts&#8217; &#8220;Coral and Tar&#8221;, das in anrührenden Vergleichen mit der Stabilität verschiedener Bäume die menschliche Schwäche und den Wunsch nach Liebe besingt, einen leichten Country-Touch. Der intensive Vortrag macht &#8220;Coward Song&#8221;, einen Walzer aus Neilsons Soloalbum &#8220;Andromeda&#8221;, so überzeugend, dass man es für ein Original halten könnte. Von Jills Geisterballade &#8220;Dead Man&#8221; legt er eine drängende, fast schmissige Version vor. Mit dem Bonusstück &#8220;Wild Dandelion&#8221; allerdings zaubert Oldham den größten Hasen aus seinem Hut: Die heitere Revuenummer mit Honkytonk-Flair könnte problemlos ein Hit auf einem seiner Alben sein, der schalkhaft-ironische Text über ein nacktes Gänseblümchen ist mindestens so schlüpfrig wie das verführerische Pflänzchen in Döblins <em>Die Ermordung einer Butterblume</em>. Wollen wir mal hoffen, dass ihm das niemand ankreidet, man weiß ja nie.</p>
<p>Gute Coverversionen gelingen bekanntlich nicht jedem, aber bei den vier Beteiligten dieser Back to Back-Veröffentlichung ist die Nähe der Musiker zueinander in jedem Song zu spüren. Statt einer Fortsetzung wäre ein komplett neues Album mit allen Beteiligten eine tolle Überraschung. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Textile Records / A-Musik</strong></p>
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		<title>BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 31 May 2014 06:18:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billys selbstbetiteltes Album hat zwar schon ein paar Monate auf dem Buckel, verdient aber schon deshalb noch immer Erwähnung, weil es mehr als alle anderen Lebenszeichen des Sängers übergangen und in den Chroniken vermutlich einmal als obskure Randerscheinung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/05/31/bonnie-prince-billy-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/bpbst.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8865" title="bpbst" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/bpbst-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billys selbstbetiteltes Album hat zwar schon ein paar Monate auf dem Buckel, verdient aber schon deshalb noch immer Erwähnung, weil es mehr als alle anderen Lebenszeichen des Sängers übergangen und in den Chroniken vermutlich einmal als obskure Randerscheinung geführt werden wird. Oldham brachte es letzten Herbst im Eigenverlag heraus, und die größte Werbung, die dafür gemacht wurde, bestand in der Vinylversion, die relativ unkommentiert auf den Merchandise-Tischen der jüngsten Tour auslag. Interessant ist es auch deshalb, weil es, wie nicht unüblich bei<span id="more-8864"></span> selbstbetitelten Werken Jahre nach dem Debüt, auch musikalisch einen markanten Bruch darstellt.</p>
<p>Man muss die meist opulent gestalteten Arbeiten der letzten Jahre, die oft in Kollaboration mit anderen renomierten Musikern (The Cairo Gang, Trembling Bells, Dawn McCarthy) entstanden sind, bei weitem nicht als Ausverkauf und Publikumsanbiederung abtun, denn Oldham zählt zu denen, die auch im eingängigen Klanggewand ihre eigenwillige Würde zu wahren wissen. In all diesen Arbeiten, auch den Coveralben, ist ein Grundmoment enthalten, dass sich seit den Anfängen mit Palace Brothers nie verloren hat, auch wenn es unter dem dichten Klang virtuos gespielter Instrumente und den manchmal etwas gefälligen Melodien versteckt liegt: eine fragile, zerbrechliche Einfachheit, eine Indifferenz gegenüber jeder kompositorischen Akuratesse, die doch nie ins Beliebige kippt, und nicht zuletzt ein Händchen für Worte, die oft im Nebensatz Abgründe passieren, als wären sie das Gewöhnlichste der Welt. Auf dem vorliegenden Album stellt Oldham all dies wieder ins Zentrum, verzichtet auf jedes kleidende Beiwerk und agiert seit Jahren erstmals wieder im eigentlichen Sinne solo. Dass er dies beinahe heimlich macht, legt umso mehr nahe, dass die urtümlich intime Seite als halb versteckter Urgrund verstanden werden will.</p>
<p>Was in den unverquasten Songs besonders zutage tritt, ist die sehr persönlich gehaltene kontemplative Note, die in einigen Textzeilen in unverhohlenen Pessimismus kippt. Der bessere Ort ist immer die Utopie, liegt fern oder ist gänzlich illusionär, so wie die Liebe, die stets zu Sterben verdammt ist &#8211; so in etwa verkündet es das fazitartige „Royal Quiet Deluxe“ zum Ende des Albums. Und doch wird ein merkwürdiges „Trotzdem“ angehängt, das sein Substrat in dem spirituellen Grundtenor hat, der das Album ebenso prägt. So lakonisch die Texte anmuten, bleiben sie doch oft rätselhaft, deuten ihre Themen eher an, als sie poetisch klar auszuarbeiten.</p>
<p>In „Bad Man“ wird man Zeuge einer furiosen Selbstanklage, doch klingt die darin enthaltene Warnung an ein Gegenüber wie eine Liebeserklärung. Auch musikalisch erscheint der Song mir als das Herzstück des Albums &#8211; vielleicht weil seine unscheinbare Melodie zu den großartigsten in Oldhams Werk zählt und weil das Gitarrenpicking mit seinen quietschenden Saiten den ganzen Bogen von frühen Palace Brothers zu Alben wie „I see a Darkness“ spannt, auf dem es einen Platz neben Songs wie „Black“ gefunden hätte. Neben ähnlich gearteten Songs, die zwischen Resignation und dem Licht am Tunnelende schwanken („I Will be Born Again“) kommen durlastige, verträumte Balladen zu Wort, ironisch gefärbte Liebeslieder („Triumph of Will“) und skurrile, doppelbödige Anekdoten („The Spotted Pig“).</p>
<p>Am Ende bleibt der Eindruck, dass hier eines der persönlichsten Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy-Werke vorliegt, dessen Unscheinbarkeit (im doppelten Sinne) Programm ist, denn in den simplen Versen und Melodien verschafft sich ein Ringen mit großen Themen Ausdruck, mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Liebe und Trennung und den Fragen nach Tod und Unsterblichkeit. Vielleicht ist der trocken-tiefgründige Oldham einer der wenigen Sänger, bei denen mal mal einen vagen Kafkavergleich anstellen darf, ohne sich vollends zu blamieren. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://royalstablemusic.com/">Royal Stable Music</a><br />
</strong></p>
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		<title>TREMBLING BELLS &amp; BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY: The Marble Downs</title>
		<link>https://africanpaper.com/2012/05/26/trembling-bells-feat-bonnie-prince-billy-the-marble-downs/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 May 2012 05:35:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Duette zwischen Sängerinnen und Sängern sind wahrscheinlich so alt wie die Musik selbst. Im Pop hat sich dabei besonders das Schema „böser Bube, nettes Mädchen“ bewährt, bei dem ein verwegenes Raubein seine Prinzessin umgarnt und dabei in charakterisierender Stimmlagenverteilung zum &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/05/26/trembling-bells-feat-bonnie-prince-billy-the-marble-downs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/05/themarbledowns.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4489" title="themarbledowns" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/05/themarbledowns-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Duette zwischen Sängerinnen und Sängern sind wahrscheinlich so alt wie die Musik selbst. Im Pop hat sich dabei besonders das Schema „böser Bube, nettes Mädchen“ bewährt, bei dem ein verwegenes Raubein seine Prinzessin umgarnt und dabei in charakterisierender Stimmlagenverteilung zum Ziel kommt oder auch nicht. Carter und Cash, Birkin und Gainsbourg, Campbell und Lanegan, you name it. Eine weitere, meist komödiantische, manchmal auch tragikomische Spielart davon inszeniert Kappeleien schon bestehender Paare. In nicht wenigen Fällen scheitert der männliche Part in seinen eitlen Bemühungen und wird<span id="more-4487"></span> von der Duettpartnerin abserviert, entweder in Form eines ätzenden Korbes, eines gepfefferten Laufpasses oder eben einer lebenslangen Karriere als belächelter Pantoffelheld, der sich im äußersten Fall nicht mal mehr losreißen kann. Anita Lane und Nick Cave haben in „Bedazzled“ die erste Variante mit beißender (Selbst-)Ironie inszeniert, Nancy Sinatra und Lee Hazlewood haben in Songs wie &#8220;Jackson&#8221; und &#8220;Big Red Balloon&#8221; das Pantoffelheldentum zu großem Slapstick heranreifen lassen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Im jüngst erschienenen Album „The Marble Downs“ liefern sich der bekannte Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy und Lavinia Blackwall, Sängerin der in Glasgow beheimateten Band Trembling Bells, ein paar großartige Wortschlachten solcher Art und lassen es bei dieser Qualität keineswegs bewenden, denn die Aufnahmen sind auch musikalisch äußerst gelungen. Eine wichtige Zusatzinformation impliziert schon die Anordnung der Interpreten auf dem Cover, denn es handelt sich bei „The Marble Downs“ nicht einfach um eine Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy-Platte mit neuer Begleitband. Die Trembling Bells entstammen einem musikalischen Biotop, dass sich irgendwann in Schottland und im Norden Englands herausbildete, und in dem traditionelle britische Musik einer Dekonstruktion unterzogen wird, die dem Wirken der ersten Freejazzer auf die afroamerikanische Musiktradition vergleichbar ist. Die Wurzeln dieses Millieus reichen bis in die 80er zurück. Traditionalisten wie Alasdair Roberts und Richard Youngs haben dieses Phänomen ebenso mitgeprägt wie der Musiker, Verleger und Autor David Keenan mit seinen avantgardistischen Projekten Taurpis Tula und Tight Meat. An denen wirkte auch der in Yorkshire geborene Alex Neilson mit, ein famoser Drummer, der außerhalb seiner schottischen Wahlheimat mit Größen wie Current 93, Baby Dee und Jandek zusammenarbeitet und daheim neben seinem (beinahe)-Soloprojekt Directing Hand eben auch die Trembling Bells ins Leben rief. Die spielen eine recht zugängliche Version zeitgemäßen Folkrocks und mussten auf Vergleiche mit allseits bekannten 60er Jahre-Größen nicht lange warten. Bei diversen Kollaborationen lernten sich Oldham und Neilson kennen, wurden Freunde, und nach einigen kleineren Projekten war dann der Grundstein zu „The Marble Downs“ gelegt. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die Platte enthält Titel wie „I Made a Date (With an Open Vein)“, die man sich nur in einer in Whisky und schwarze Galle getauchten Tom Waits-Stimmung ausdenken kann. Die Musik, die sich dahinter verbirgt, ist so dramatisch wie ein guter Western, an den man bei Oldhams Stimme sowieso gerne denken mag, und überdies schon durch die bedeutungsschwere Kirchenorgel und die feierlichen Bläser mit viel tragikomischer Ironie durchzogen. Auf dem schmalen Grad zwischen Ergriffenheit und Galgenhumor wandernd, verweist hier auch Neilsons Songwriting immer wieder auf die Absurdität im Abgründigen. Kommen nun Beziehungen direkt vor, dann sind sie meist gerade am Auseinanderbrechen, wie im musicalartigen „I can tell you&#8217;re leaving“, in dem der männliche Part, wohl ein trinkfreudiger Taugenichts, mit Nachdruck in der Stimme um seine Chance fleht. Die zum gehen entschlossene Dame, die einen Mann und kein Baby will, bleibt hart, ihr Gegner bemitleidet sich ja schließlich schon selbst. Fast zum Rundum-Bashing des metrosexuellen Männerbildes wird in dem Kontext das Traditional „My Husband&#8217;s Got No Courage In Him“, das die beiden in wunderschönem A Capella-Gesang vortragen. Unerbittlichkeit und Lieblichkeit gehen in diesem einzigen echten Folksong des Albums Hand in Hand.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Alle eigenen Lyrics stammen aus der Feder Neilsons. Dass sie von einem Mann geschrieben wurden, mag für einige interessant sein, dass Sänger Oldham als Typ darüber hinaus weder in die klassische Machoschiene, noch in die des gelackten androgynen Beau passt, verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Spannung und untermauert den inszenierten Charakter der Duette – ihre Geschichten haben etwas gewöhnliches und vertrautes, wirken aber an vielen Stellen wie Ausschnitte des Alltags einer fremdartigen Welt. Interessant ist vor allem auch das Zusammenwirken des gegensätzlichen Stimmpaares Oldham und Blackwall, denn hier trifft ein klassisch ausgebildeter und an Mittelaltermusik geschulter Sopran auf eine zwar ungewöhnliche, aber auch weitgehend naturbelassene Stimme, die sich im Grunde keiner Gesangstechnik bedient – glasklar versus brüchig, um es in gängiges Vokabular zu packen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Musikalisch dominiert auf den meisten Songs der Rock über den Folk. Ausnahmen bilden – neben dem besagten Traditional – zwei weitere Adaptionen, nämlich eine fast kammermusikalische Dorothy Parker-Vertonung sowie das versöhnliche „Lord Bless All“, im Original von Bee Gee Robin Gibb (R.I.P.) und hier das Schlussstück mit einem letzten rasanten Spannungsbogen. Die dynamischen Rocknummern haben nicht selten einen Touch von gelöstem Sixties-Beat, dem bisweilen wie in „Ferrari in a Demolition Derby“ humorige Kirmesbläser beigemischt werden. Am meisten nach vorn prescht „Riding“, bei dem Oldham sich selbst covert, denn es ist ein Song der frühen Palace Brothers-Zeit. Unter treibenden Drums und kraftvollen Gitarrensoli wird der verzweifelt Liebende zum inzestuösen Untoten, die ebenfalls tote Sister Lisa zur einzig symbiotisch verfügbar zu machenden Frau.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Kurzum: Auf „The Marble Downs“ versteckt sich so mancher Abgrund, und dennoch ist es auf seine schwarzhumorige Art vor allem ein sehr unterhaltsames Werk. Zu hoffen bleibt zum einen, dass die Trembling Bells nun auch hierzulande über ihren Geheimtippstatus hinaus wahrgenommen werden, zum anderen, dass sie zusammen mit Oldham auch in Zukunft wieder gemeinsames aushecken werden. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Label: <a href="http://www.honestjons.com/">Honest Jon&#8217;s </a></strong></span></span></p>
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		<title>V.A.: Rough Trade Shops Psych Folk 10</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:24:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich Psychedelic Folk? Die Kenner werden die Nase rümpfen, und wenn sie auf dem neuesten Stand der Dinge sind, dürfen sie, schon um sich um eine allzu schulmeisterliche Definition zu drücken, auf die Monografie „Seasons They Change“ von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/v-a-rough-trade-shops-psych-folk-10/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/psychfolk.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-507" title="psychfolk" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/psychfolk.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Was ist eigentlich Psychedelic Folk? Die Kenner werden die Nase rümpfen, und wenn sie auf dem neuesten Stand der Dinge sind, dürfen sie, schon um sich um eine allzu schulmeisterliche Definition zu drücken, auf die Monografie „Seasons They Change“ von Jeanette Leech verweisen, die in Kürze erscheinen wird, und bei entsprechender Zeit und Muse auch bei Black Online gewürdigt werden soll. Das Lästern über diverse Folk-Präfixe und ihre allzu vollmundige Verwendung hat ja auch in diesem Magazin eine gewisse Tradition. Anlässlich der gerade beim vermeintlichen Indie-Riesen Rough Trade erschienenen „Psych Folk 10“-Compilation sollte man vielleicht noch einmal rekapitulieren, wovon man spricht.<span id="more-506"></span></p>
<p>Im Small Talk bzw. in der Selbstrubrizierung in gängigen Netzportalen reicht meistens schon ein fehlender Schrammelfaktor und das Vermeiden betulich-nostalgischer Stimmungen, um Folkmusik mit dem Attribut „psychedelisch“ zu versehen. Und bei Erzeugnissen neueren Datums muss die Assoziation möglich sein, dass solche Musik auch schon irgendwie in der Zeit um 1970 funktioniert hätte, das Stichwort lautet „hippiesk“. Bei der Frage, wie melancholisch der oftmals traumwandlerisch anmutende Psych Folk sein darf, scheiden sich die Geister, was vielleicht daran liegt, dass sich unter seinen Anhängern auch manch abtrünniger Darkfolker findet. Für die meisten gilt psychedelische Musik wohl eher nicht als „schöne Kunst der Kopfhängerei“ (U. Horstmann), ihr Fokus liegt schon eher auf ekstatischen Glücksmomenten ohne allzu wehmütige Töne – was Vertreter wie BIRCH BOOK dann zu interessanten Grenzfällen macht. Soweit zur Klischeekiste, etwas konkreter wird es, wenn man auf das häufige Integrieren von Instrumenten und Spielweisen sogenannter Weltmusik in das westliche Rahmeninstrumentarium verweist, auf Zithar, Oud oder auf die Kompositionsweisen indischer Klassik. Auf entrückt anmutenden Gesang, den repetitiven Aufbau und die dröhnende Sogwirkung der oftmals langen Stücke, deren Texte und visuelle Begleiterscheinungen häufig um spirituelle Themen kreisen. Und am Ende sollte einem klar sein, dass es bei solchen Fachsimpeleien nicht um Normativismus gehen darf, sondern um den Versuch, inflationäres Termdropping zu vermeiden.</p>
<p>Zur Mitte der Nullerjahre war Folk jedweder Art eine zeitlang mal wieder richtig in – zumindest in urbanen, bohèmehaften Kreisen, denn mich würde es stark wundern, wenn in meinem 300seelen-Geburtsort irgendwer Notiz genommen hätte selbst von einer Vorzeigefigur wie Devendra Banhart. Was immer man vom Folk als Modephänomen halten wollte, kommerzielle Zugpferde Marke CocoNewsom ebneten sicher auch „kleineren“ Künstlern und Labels nachhaltig manche Wege. Dass die Kulturindustrie sich nach zwei, drei Jahren anderen Gebieten zuwenden würde, war abzusehen, und der Bruch vom Hype zum Schnee von gestern lässt sich ganz passend an einem recht uncharmanten Alela Diane- und Marissa Nadler-Verriss aufzeigen, der vor zwei Jahren in einem bekannten Magazin für Popkultur erschien, in welchem er ein/zwei Jahre zuvor kaum denkbar gewesen wäre. Dort verwies der Verfasser – nicht ohne Ausnahmen zu benennen – in einem polemischen Rundumschlag auf die Spießigkeit weiter Teile der Folkcommunity und markierte so in wohl unfreiwillig symbolischer Handlung das Ende einer medialen Kleinstepoche (Exkurs: Der Vorwurf des „nur Netten“ bei beiden Sängerinnen ist natürlich legitim, wenngleich Nadlers vordergründige Bravheit von einer leisen, eigenbrötlerischen, mitunter spukhaften Exzentrik ist, die man allerdings mögen muss, um sie recht zu erkennen). Mittlerweile, nach dem Abebben des Booms, fallen verstärkt epigonale Erzeugnisse ins Auge, auf der anderen Seite behaupten manche Taktiker, eigentlich niemals Folk gemacht zu haben und berufen sich auf ein recht enges Genreverständnis. Der übliche Lauf der Dinge eben, den man nicht aufhalten kann und wohl auch nicht sollte. Im Ganzen ist Folk heute schlicht Teil eines musikalischen Gesamtspektrums und aus diesem nicht mehr wegzudenken, und somit wirkt die Folkausgabe der Rough Trade-Reihe (deren Nummerierung auf die Jahreszahl verweist) nicht nur als Appetitmacher auf aktuelle Alben, sondern auch wie ein kleiner rückblickender Kanon zur Erinnerung an ein gar nicht mal so unergiebiges Revival.</p>
<p>Die Sammlung enthält einundzwanzig Songs aus den letzten zwei Jahren, meist von Künstlern, die selbst über Rough Trade vertrieben werden – man muss nicht auf alle Stücke eingehen, aber einige besonders repräsentative Perlen sollten pflichtbewusst hervorgehoben werden. Den eröffnenden Part übernimmt gleich eine der renommiertesten Hauptfiguren amerikanischer Folklore: JACK ROSE, dessen früher Tod vor einigen Monaten eine große Lücke hinterließ, ebenso wie den berechtigten Verweis vieler Kollegen auf die Unsterblichkeit seiner Musik. Sein „Moon In The Gutter“ vom „Luck in the Vally“-Album ist ein so simples wie rauschhaftes Zusammenspiel auf Banjo und hypnotischer Steelgitarre, das keiner Worte bedarf. Wer an der Bedeutung von Country Blues und Rootsmusik im traditionellen Americana Folk interessiert ist, bekommt hier ein repräsentatives Beispiel geboten. Eine von Modefolkern oft unterschätzte graue Eminenz ist GREG WEEKS aus Philadelphia, der sich seit Jahren als Musiker, Produzent und Verleger verdient gemacht hat. Sein wohl beliebtestes Projekt ESPERS ist mit „I Can’t See Clear“ vom leider etwas untergegangenen Album „III“ vertreten, einem fast poppigen Song mit kräftigen Gitarren, heller und weniger „subterranian“ als frühere Werke. Die Engländer von THE OWL SERVICE wären für diese Compilation sicher zu romantisch-pittoresk, hätten sie einen Song ihres bisher erfolgreichsten Albums „A Garland of Songs“ beigesteuert. „Ladies Don’t Go A-Thieving“ wirkt verspielter, aber zugleich trockener und unverkitschter, und macht auf das neue Album „A View From A Hill“ gespannt. Zum Pflichtprogramm zählt Laura Naurikonnen alias LAU NAU mit ihrem kindlich-verzückten Gesang, bei dem man nie so richtig weiß, ob er sich des Finnischen oder einer Fantasiesprache bedient. Das zwei Jahre alte „Pacific Siren“ von ZAK RILES ist einer der Höhepunkte der Sammlung: Das gelassene Gitarrenpicking und die westernartige Stimmung sind hier weniger psychedelisch als sein rockigeres (und bekannteres) Bandprojekt GRAILS, deren „Stray Dogs“ aus der fantastischen „Black Tar Prophecies“-Reihe sich hier nahtlos eingefügt hätte.</p>
<p>Einigen Blacklesern wird natürlich auch die starke Präsenz der erweiterten CURRENT 93-Familie auffallen, hier vertreten durch das Zusammenspiel von Sopran und Schlagwerk bei TREMBLING BELLS, von Falsett und Acidriffs bei HUSH ARBORS und von krachigem Soundwall und chorartigem Gesang bei SIX ORGANS OF ADMITTANCE – gerade die beiden letztgenannten Gruppen verkörpern meines Erachtens in Reinkultur, was man heute unter Psych Folk versteht, v.a. diejenigen Six Organs-Scheiben, die Ben Chasny auf Drag City herausbringt, zählen zum Eingängigsten des Genres, ohne im geringsten nach trendigem Hype zu riechen. Alex Neilsons Trembling Bells-Projekt wiederum demonstriert, dass ein Revival des klassischen PENTANGLE- und FAIRPORT CONVENTION-Sounds keineswegs wie ein reines Fanprojekt klingen muss. Doch all das ist wie gesagt nur eine repräsentative Auswahl, Steven R. Smith von den dronigen ULAAN KHOL und der diesmal Blues- und Ragtime-inspirierte ALASDAIR ROBERTS bleiben ebenso im Ohr, andere würden vielleicht SLEEPY SUN, WOODS oder KATH BLOOM hervorheben.</p>
<p>Um es kurz zu machen, „Psych Folk 10“ fasst nicht willkürlich ein paar hippe Bands mit Akustikgitarre unter einem Schlagwort zusammen, um ein paar Jahre nach „Golden Apples Of The Sun“ noch ein bisschen Kohle zu scheffeln. Da die CD irgendwie auch Vertriebsschau ist, erübrigt sich das Lamento, warum etwa NICK CASTRO, die FAUN FABLES und welche Lieblingsband auch immer nicht mit von der Partie sind, wobei der Labelfaktor und der recht allgemein gehaltene Titel sicher nicht ganz so gut zusammen passen. Natürlich wären auch ein paar mehr Finnen und der eine oder andere Totengräber aus Benelux wünschenswert gewesen. Vielleicht dann bei einer späteren Fortsetzung. (U.S.)</p>
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		<title>TREMBLING BELLS: Abandoned Love</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:01:52 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Alex Neilson]]></category>
		<category><![CDATA[Current 93]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tremblingbells-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-708" title="tremblingbells-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tremblingbells-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Alex Neilson ist ein Drummer vom Kaliber eines Emil Amos, und Lesern des Black ist er wahrscheinlich noch am ehesten vom jüngeren CURRENT 93-Lineup her bekannt. Neben seinen zahlreichen Beiträgen zu anderen renommierten Künstlern (zu nennen wären außerdem BABY DEE, JANDEK, THE RED KRAYOLA und das menschliche Theremin JOSEPHINE FOSTER) hat Neilson eigene Gruppen ins Leben gerufen. Nach dem Glasgower Folkkollektiv SCATTER ist dies vor allem das weniger experimentelle Songprojekt TREMBLING BELLS, welches im vorigen Jahr mit dem Album “Carbeth” debütierte. <span id="more-129"></span>Laut Label will Neilson mit seiner Fusion aus klassischem Rock, traditionellem Folk und mittelalterlichen Einflüssen die versteckten mythischen Landschaften Yorkshires und der Gegend um Glasgow erkunden.<!--more--></p>
<p>Beim ersten Hören des Nachfolgers “Abandoned Love” mag einem auffallen, dass die Musik weitaus weniger fragil und filigran daherkommt, als es der schon auf Akustisches anspielende Bandname nahelegt. Vielmehr spielen die TREMBLING BELLS eine pralle, sehr lebendige Variante englischen Folks, die sich auch sehr gut in der Zeit gemacht hätte, als Innovatoren wie PENTANGLE traditionelles angelsächsiches Liedgut mit modernen, elektronisch verstärkten Mitteln kombinierten, die den Grundstein späterer Rockmusik legen sollten. Ein Stilmittel, dass die vier Musiker gerne einsetzen, ist mehrstimmiger Chorgesang, der bei “September Is The Month Of Death” fast hymnische Züge trägt und auch beim Opener “Adieu, England” zu fesseln weiß. Zum Gesang, der am markanstesten vom Sopran Lavinia Blackwalls geprägt ist, gesellt sich zunächst eine verspielt vor sich hindröhnende Orgel, gegen Ende dann natürlich auch Neilsons Schlagzeug und das restliche Rockinstrumentarium, so dass man recht schnell in die Klangwelt der Schotten eingeführt ist. Wer die Künste Neilsons am Schlagzeug kennt und schon live erleben durfte und auch um dessen Liebe zu ekstatischem Freejazz weiß, mag sich wundern, wie sehr er sich hier zurückhält und sein solides Spiel in ausgewogener Relation zu den übrigen Instrumenten einbringt. Das ist ja nicht immer der Fall bei Bandprojekten, deren Kopf und Gründer ein Drummer ist. Die schönsten Passagen des Albums sind meines Erachtens dort zu finden, wo die Stimmarbeit dezent Züge eines Klagegesangs trägt, wie beispielsweise bei “Man Is As A Garden Born”, das im Unterschied zu einigen anderen Songs nie ins Freundlich-Betuliche tendiert, oder bei dem stimmungsvollen Lovesong “Darling”, der es schafft, trotz bekannter Strukturen immer noch berührend zu sein. Die Melodramatik einiger Songs umschifft gekonnt allzu liebliche Gefilde, wie man sie beispielsweise bei den Kollegen von THE OWL SERVICE findet, deren Musik immer wieder das Idyll sucht. Auch die dynamische Seite vom “Abandoned Love” weiß zu gefallen: So gibt es einige Ausflüge in simplen lebensfroh-angefolkten 60s-Beat, bei dem nach vorn preschende, poppige Drumarbeit und Kurzweil verbreitende Maultrommeln mit einem naiv-verträumten Glockenspiel eine nur schwer greifbare und gerade deshalb spannungsreiche Stimmung heraufbeschwören – da haben wir sie übrigens, die zitternden Glocken. Sicher haben gerade diese Songs das Zeug, recht unterschiedlichen Hörern zu gefallen, auch solchen, die wenig Bezug zu den ganzen musikgeschichtlichen Hintergründen einer solchen Band haben und sich einfach freuen, wenn mal wieder die BEATLES im Radio laufen. Dass die TREMBLING BELLS eine Musik spielen, die vor mehr als vierzig Jahren zum Innovativsten gehörte und heute als ein reiner Rückgriff betrachtet werden kann, ist eine Beobachtung, mit der die Band leben muss, und mancher Folkspezialist wird es ihnen vielleicht kritisch ankreiden. Dennoch ist nicht allein die banale Tatsache, dass derartige Musik immer wieder aus dem Bewusstsein einer größeren Hörerschicht zu verschwinden droht, aber prinzipiell auch noch heute funktionieren kann, Grund genug, ein Album wie “Abandoned Love” relevant erscheinen zu lassen.</p>
<p>Denn während vergleichbare Bands wie die Südengländer MARY JANE trotz des pittoresken Wohlklangs ihrer Folkrocksongs oftmals ins Museale abgleiten, erscheint mir Neilsons Band eher von Forscherdrang auf der Suche nach so etwas wie dem wahren Kern solcher Musik getrieben zu sein. Was sie auf ihren Expeditionen erkunden ist ein vom Dunst des frühen Morgens noch halb verhangenes Land voller tragisch-romantischer Geschichten und farbenfroher Turbulenzen, und bei längerem Aufenthalt entdeckt man sicher noch manch einen unerforschten Fleck.</p>
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