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	<title>African Paper &#187; Ulla Tost</title>
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		<title>NOVÝ SVĚT: DeGenerazione</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jun 2024 04:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir haben schon oft auf diesen Seiten angesprochen, welch reiches Füllhorn verschiedenster Musiken das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende (und am 5.5.22 wohl endgültig aufgelöste) Duo über dem Hörer ausschüttet(e). Nový Svět bedienten sich all die Jahre an &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/06/22/novy-svet-degenerazione/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/a3028379758_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-41665" title="a3028379758_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/a3028379758_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wir haben schon oft auf diesen Seiten angesprochen, welch reiches Füllhorn verschiedenster Musiken das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende (und am<a href="https://soundcloud.com/jotasolo/25452-complete"> 5.5.22 wohl endgültig aufgelöste</a>) Duo über dem Hörer ausschüttet(e).<a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/"> Nový Svět </a>bedienten sich all die Jahre an so vielen Genres, dass man wohl eher fragen müsste, was bisher noch nicht von ihnen berührt wurde.</p>
<p><span id="more-41664"></span>Die Entstehungsgeschichte von „DeGenerazione “ ist eine für das Duo so typsiche: Das Album wurde ursprünglich sofort nach <a href="http://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">„Desde Infiernos De Flores“</a> aufgenommen, sollte der letzte Teil der mit &#8220;Fin Finito Infinito&#8221; begonnenen, so genannten &#8220;Spanish trilogy&#8221; werden. Als die beiden von Spanien zurück nach Wien zogen, wurden die Aufnahmen aber als <a href="https://novsvt.bandcamp.com/album/degenerazione">&#8220;too spanish&#8221;</a> verworfen und archiviert. Stattdessen erschien dann damals mit „Todas Las Últimas Cosas&#8221; 2008 das wahrscheinlich elektronischste Album der Band. Erst vor einiger Zeit machte Weber  auf <a href="https://soundcloud.com/jotasolo">seinem Soundcloudaccount</a> das Album verfügbar, das jetzt von Quindi Records, die vor einigen Monaten Webers großartiges Soloalbum <a href="http://africanpaper.com/2024/01/13/jota-solo-nessuno/">&#8220;Nessuno&#8221;</a> veröffentlicht haben, auf auf 150 Exemplare limitiertes Vinyl gepresst worden ist.</p>
<p>Dass &#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221; ebenfalls erst viele Jahre nach der Fertigstellung endlich veröffentlicht werden sollte, ist <a href="http://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">eine andere Geschichte</a>. Letzt genanntes Album und &#8220;DeGenerazione&#8221;  sind durchaus unterschiedlich, was sie aber beide auszeichnet, ist die Reduktion, die Kürze der Stücke, die partiell durchaus etwas Fragmentarisches haben (können): „Tibidabo“ beginnt so, als schalte jemand ein Tape zum Aufnehmen ein, man mag das als Authentizitätsmarker lesen oder aber als bewusstes Reflektieren über den eigenen Aufnahmeprozess. Man hört ein paar Töne auf dem Glockenspiel (?), Weber flüstert die Worte lediglich &#8211; und dann geht das Stück im Rauschen unter. Auch„Raja“ ist minimal und reduziert: Etwas Gitarre, auch hier ist die Stimme ein Sprechflüstern und verkündet: „la paranoia del momento es la verdad del futuro“. „Ciudacanta“ ist mit dem Strumming der Akustikgitarre ein echter Ohrwurm, der vielleicht auch nicht schlecht auf die Zusammenstellung „The Flies In Dreams And Reality“ oder auf das 2011 erschienene englischsprachige Album <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/novy-svet-%e2%80%a6into-your-skies/">„Into Your Skies“ </a>gepasst hätte. „Suenos, Anos, Despues“ kombiniert das Geräusch von fließendem Wasser mit dissonanten Momenten und schleppender Perkussion, auf dem instrumentalen „Alarma“ erklingen Geräusche wie von einem Specht und Metallrohre scheinen über den Boden zu rollen. Ein Gegenpol dazu ist „Rexistencia“, ein weiterer schmissiger Song auf der Akustikgitarre. Am Ende singt Weber „rexistencia no es possible no no no“ und lacht dämonisch. Vielleicht ist ein Titel wie „Solo Un Sueno“  programmatisch zu lesen. Musikalisch hört man hier etwas Bass und schleppendes Schlagzeug: Das ist Nový Svět als Jazzcombo. „Torbellinos“ beginnt mit Backwardmasking, Knistern, man hört Geräusche wie von Kinderspielzeug. Ich erinnere mich noch, wie Jürgen Weber einmal in einem vor sehr vielen Jahren mit ihm gemachten Interview zu uns meinte, dass bei &#8220;En posesion de te&#8221; vom „Chappaqua“-Album der irrititierende Sound, der das Stück durchzieht, &#8220;das wichtigste [ist]. Er <em>ist </em>das Lied.&#8221;</p>
<p>Auf insgesamt 15 zwischen einer und knapp fünf Minuten langen Stücken zeigt das Duo erneut seine Sicht auf die Welt und vielleicht zeigen diese Miniaturen, dass Musik, Leben, <em>Existieren</em> nur fragmentarisch gedacht werden kann und darf. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.quindirecords.it/">Quindi Records</a></strong><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=749734646/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Ô PARADIS / NOVY SVET: Entre Siempre Y Jamás Suben Las Mareas, Duermen Las Ciudades</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2021 05:27:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Ô Paradis und Nový Svět kurz nach der Jahrtausendwende ein gemeinsames Album ankündigten, musste das in den kleinen Fangemeinden, die sich schon damals überschnitten, Interesse wecken. Da gab es einiges, das beide verband: eine Melancholie, die den Sinn für &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/01/30/o-paradis-novy-svet-entre-siempre-y-jamas-suben-las-mareas-duermen-las-ciudades/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/Oparadis-NovySvet.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23880" title="Oparadis-NovySvet" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/Oparadis-NovySvet-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Ô Paradis und Nový Svět kurz nach der Jahrtausendwende ein gemeinsames Album ankündigten, musste das in den kleinen Fangemeinden, die sich schon damals überschnitten, Interesse wecken. Da gab es einiges, das beide verband: eine Melancholie, die den Sinn für Lust und Leben nicht verleugnete; eine Stilmixtur aus alten und neuen, populären und nischigen Zutaten, deren roter Faden vielleicht<span id="more-23878"></span> die Entschleunigung ist; spanische Texte, was für Österreicher ungewöhnlich und für Katalanen zumindest nicht selbstverständlich ist.</p>
<p>Es gab aber auch immer deutliche Unterschiede: Die Musik Ô Paradis&#8217; strahlt eine meditativ anmutende Gelassenheit aus, die mit einem offen spirituellen Charakter einhergeht und sich musikalisch in einem deutlich hörbaren Rahmen äußert, der alle Details hegt und umfasst. Novy Svet dagegen verströmen eine Aura des Tragischen, und ihre kauzige Emotionalität würde in den eruptivsten Momenten jeden Rahmen sprengen. Eine unberechenbare Ambiguität umgab Nový Svět von Anfang an, Ô Paradis wirkte immer greifbarer. Obwohl sich beide für immer wieder neue Sound-&#8221;Konzepte&#8221; entscheiden, würde sich Ô Paradis durchaus mit radiotauglichen Produktionen vertragen, Nový Svět würden sich in den hintersten Lofi-Ecken zuhause fühlen. Was immer also in dem gemeinsamen Heimstudio am Fuße der Pyrenäen fabriziert werden sollte, konnte nicht uninteressant werden.</p>
<p>Zum oben Gesagten passt, dass die basale Soundkulisse von &#8220;Entre Siempre&#8230;&#8221;, das dann 2003 beim Nekofutschata Musick Cabaret erschien, zumindest auf den ersten Eindruck eher nach Ô Paradis klang. Es ist ein warmer, breiter Sound, der die Geschichten um ein Land einhüllt, das im Schlaf vom (tatsächlichen oder metaphorisch verstandenen) Meer verschluckt wird. Das Meer und seine sanften Wellen sind auch mit das erste, das man im Intro hört, und nur ein Blick auf die an Land gespülte Tierleiche, die das Cover ziert, bricht wie ein unheilvolles apokalyptisches Omen in das Idyll der heiteren Vögel und sanft wabernden Harmoniumklänge ein.</p>
<p>Im Verlauf des Albums treten die Sänger Demian und Jürgen in fast abwechselnder Reihenfolge an den vorderen Bühnenrand, aber das ist nicht das einzige, das Abwechslung in die rund 45 Minuten bringt, denn jeder Song hat seine eigenen Stimmungen und Gangarten, und mit der Zeit kommen immer neue Facetten des Sounds hinzu, bei dem sich Akustisches und Elektronisches die Waage hält. Ziemlich zum Anfang gibt es gleich ein paar &#8220;Hits&#8221;, allem voran natürlich &#8220;Iberia Sumergida&#8221;, das Webers erschöpft wirkenden Gesang in bombastische Pauken und Rasseln hüllt und der besungenen Sintflut die Dramatik eines Monumentalfilms gibt. Ein ähnlicher Kracher ist &#8220;Barcelona!&#8221;: Hier führt erneut Weber mit nur leicht melodischem Gesang und einem knorrigen Basslauf durch die Gassen und Kneipen der Stadt, die sich als Schauplatz eines grauen und tristen Blues offenbaren. Der mysteriöse Tristan Sasao fiedelt dazu eine launige Melodie, unter der sich quakende Stimmen notdürftig verstecken. Garantiert sagen die nichts Gutes.</p>
<p>Entrückte Momente gibt es v.a. in den Stücken mit Demian am Mikro, der Walzer &#8220;La Cuna&#8221; wirkt wie ein anheimelnder Totentanz aus der &#8220;Llega el Amor&#8221;-Phase, und die wundervoll einlullende Zwischenwelt von &#8220;Tierra Gastada&#8221; mit seinem geflüsterten Text über schönen Pianoparts zählt zu den großartigsten Momenten des Albums. Nicht wenige Stücke auf &#8220;Entre siempre&#8230;&#8221; haben den Charme verkappter Popsongs, teils verlangsamt, immer zerlegt und absichtlich falsch zusammengesetzt, wie es sonst nur Coil auf ihren songorientierteren Alben konnten. Besonders das zweite der beiden &#8220;Distancia&#8221;-Stücke entpuppt sich als echter Ohrwurm, wenn man erst einmal durch die introvertierte Exzentrik geschaut hat und zum schönen Kern vorgedrungen ist. Auch in &#8220;Siento Sensacion&#8221;, in &#8220;Las Cosas Invisibles&#8221;, das wohl auf einen früheren Nový Svět-Song bezug nimmt, und im entspannten &#8220;Lluvias&#8221; findet sich diese Gradwanderung, während der Popcharakter im von Demian gecroonten &#8220;Te Vi Pasar&#8221; am deutlichsten zutage tritt.</p>
<p>Gut siebzehn Jahre später erscheint &#8220;Entre Siempre..&#8221; fast wie die Handlung eines vor langer Zeit gesehenen Films, die in der verschwommenen Erinnerung schon längst eine sepiafarbene Tönung bekommen hat. Und das betrifft alles damit zusammenhängende: das Zusammentreffen der beiden Acts, die noch ein weiteres Album aufnehmen sollten, die für viele Hörer neue Idee eines mediterranen Underground, der nicht als große Bewegung wie etwa Hauntology oder Italian Occult Psychedelia in die Annalen experimentierfreudiger Musik eingehen sollte, denn all das spielte sich unter der Wahrnehmungsgrenze der Bobo-Magazine ab, und die Mehrheit der Industrial- und Neofolk-Grufties verstand ohnehin nur Bahnhof. So wurde die diffuse Geschichte ebenfalls vom Meer verschluckt.</p>
<p>Dem Reiz des Halbverblassten indes tut das Album als Tondokument keinen Abbruch, und so ist die Wiederveröffentlichung als LP durch den Enfant Terrible-Ableger Vrystaete nur zu begrüßen. (U.S.)<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_210128_082438_958.sdoc--></p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.enfant-terrible.nl/releases/o-paradis-novy-svet-%e2%80%8e-entre-siempre-y-jamas-suben-las-mareas-duermen-las-ciudades/">Vrystaete</a></strong></p>
<p><iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/964134304&amp;color=%23ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="166"></iframe></p>
<div style="font-size: 10px; color: #cccccc; line-break: anywhere; word-break: normal; overflow: hidden; white-space: nowrap; text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif; font-weight: 100;"><a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="EnfantTerribleNL" href="https://soundcloud.com/enfantterriblenl" target="_blank">EnfantTerribleNL</a> · <a style="color: #cccccc; text-decoration: none;" title="Ô Paradis &amp; Nový Svět  - Barcelona!" href="https://soundcloud.com/enfantterriblenl/o-paradis-novy-svet-barcelona" target="_blank">Ô Paradis &amp; Nový Svět &#8211; Barcelona!</a></div>
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		<title>NOVÝ SVĚT: Doce</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2014 06:39:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nový Svět, die beiden Wiener mit ihren schrägen, meist auf Spanisch gesungenen Gassenhauern, galten zeitlebens als Rarität, als Auskennerding, als von wenigen gehüteter Schatz, und doch waren sie eine der wichtigsten Bands im vergangenen Jahrzehnt, nahmen vieles vorweg und versahen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/03/01/novy-svet-doce/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/novysvetdoce.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8294" title="novysvetdoce" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/novysvetdoce-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nový Svět, die beiden Wiener mit ihren schrägen, meist auf Spanisch gesungenen Gassenhauern, galten zeitlebens als Rarität, als Auskennerding, als von wenigen gehüteter Schatz, und doch waren sie eine der wichtigsten Bands im vergangenen Jahrzehnt, nahmen vieles vorweg und versahen ebenso vieles mit einem treffenden, doppelbödigen Kommentar. In den Industrial- und Folk-Nischen, in denen sie wohl doch noch am meisten wahrgenommen wurden, nisteten sie sich nur für kurze Zeit ein, stellten dort die wichtigsten Selbstverständlichkeiten auf den Kopf, um kurz darauf zu ihrer Tour durch ungezählte musikalische Möglichkeiten aufzubrechen. Was immer Jürgen Weber, Ulla Tost und ihre temporären Mitstreiter an Klängen und Stimmungen für ihre<span id="more-8293"></span> Vision fruchtbar machten, behandeten sie mit einer Mischung aus Liebe und Respektlosigkeit. Simon Reynolds Buch „Retromania“ ist nichts als eine übergewichtige Fußnote zu ihrer Single „A Mort“ &#8211; einem liebevollen Abgesang an den klassischen Rock, den der Autor natürlich nie zu hören bekam.</p>
<p>Ihr „Ableben“ als Band kündigten Nový Svět mehrfach an, und 2008 schien es dann so endgültig, dass man fast meinen konnte, es hätte sie nie gegeben, wären da nicht die vielen Echos aus den Archiven gewesen, die Jahr für Jahr dann doch noch ihren Weg auf Tonband oder Vinyl gefunden hatten. Sollte ihr Image als obskure Band das Ergebnis einer Inszenierung sein, dann geschah dies aber auf subtile Art, denn in seinen zahlreichen Statements trat Jürgen Weber nie als Geheimniskrämer auf, zeigt sich im Gegenteil beredt im Hinblick auf Pläne und Reflexionen. Dennoch umgab die Band auch schon vor dem Rückzug aus der Öffentlichkeit etwas Enigmatisches.</p>
<p>Das vielleicht profanste Beispiel dafür ist die häufig geführte Diskussion um den musikalischen Ort Nový Světs. Konnte man sich ganz zu Anfang noch auf die merkwürdig noisige Dekonstruktion eines entschleunigten Europop einigen, fand man sich bald in einer Art Hase und Igel-Spiel wieder, bei dem die Band stets früher genau da war, wo man sie nie vermutet hätte und wo sie dennoch perfekt hinpasste. Für Momente. Auf Rezipientenseite resultierte das dann oft in einem exzessiven Termdropping um Electronica, Folk, Chanson und etliche Begriffe mehr, die immer irgendwie gestimmt haben und doch kaum von Belang waren. Interessantere Rätsel ranken sich bis heute um das nie erschienene Album aus dem &#8220;Desde Infiernos de Flores&#8221;-Zyklus, das die iberische Phase abgeschlossen hätte, dessen Material allerdings nur zum Teil auf zwei MCDs erhältlich war. Viele vermuten, dass dieses Werk das Beste, wenn nicht gar die Essenz der Band beinhaltet &#8211; sollte dem so sein, dann ist das Zurückhalten der Veröffentlichung über die Magie des Geheimnisses hinaus der beste Schutz gegen die eigene Musealisierung und schafft als Leerstelle eine Offenheit, gegen die kein noch so &#8220;finales&#8221; Album ankommt, mag es auch &#8220;fin.finito.infinito&#8221; oder &#8220;Todas las Ultimas Cosas&#8221; heißen.</p>
<p>Rückblickend mutet der Werdegang fast romanhaft an &#8211; wie eine (pikareske? mystische?) Suche, bei der man kaum um die abgedroschene Weisheit herumkommt, dass die Spuren, die die beiden unterwegs hinterlassen haben, das eigentliche Ziel der Odyssee waren. Seit &#8220;Cuori di Petrolio&#8221;, das verhalten groovige Reminiszenzen an ein jahrzehntealtes, mondänes Europa enthielt, v.a. aber seit dem drogenschwangeren &#8220;Chappaqua&#8221; haftet ihrer Musik eine Aufbruchstimmung an, die das Gedämpfte, Entschleunigte, das nie vollends aus der Musik verschwand, fast vergessen machte. Ein Pop Art-Gestus, wie er der Post Industrial-Gemeinde, von der die beiden sich schon optisch fast demonstrativ unterschieden, fremd war, fand sich fortan auf allen Veröffentlichungen. Die Klänge wurden verspielter, die Schriftzüge der Cover geschwungener, und als dann plötzlich die kühl elektronischen „Ultimas Cosas“ in den Regalen standen, war das fast schon ein etwas zu hastig geschlossener Kreis.</p>
<p>Mittlerweile häufen sich immer mehr die Gerüchte, dass es für Nový Svět wohl doch so etwas wie eine musikalische Gegenwart gibt. Neben einem weiteren Ambienttape aus dem Archivkeller, einer (medial leider untergegangenen) Split 7&#8221; mit Susa24 und der angekündigten Single mit Spettro Family ist auch die vorliegende Compilation namens „Doce“ ein hoffnungsfroh stimmendes Omen. Das Gros der zwölf Stücke ist älteren Datums und zum Teil vergriffen, ein Stück ist vollends exklusiv. Abgedeckt werden beinahe alle Schaffensphasen, wobei der Schwerpunkt eher auf dem songorientierteren Output liegt. Vertreten sind einige der bei den Fans so beliebten Akustikballaden, wobei der Schmachtfetzen „Amore, Amour, Amor“ hervorgehoben werden muss, der dem Sampler „Flies in Dreams and Reality“ damals den I-Punkt verpasste. Stets gab es Songs von scheinbar frohsinniger Natur, die fast immer einen doppelten Boden hatten – hier vertreten sind das karousellartige „Titan“ und der Spelunkenhit „Marlene“, der zu den weniger sperrigen Momenten auf dem unerreichten „Chappaqua“-Album zählt. Tief melancholische Songs wie „Espina“ und der Titeltrack des „fin.finito.infinito“-Albums bilden dazu den Gegenpart.</p>
<p>Auch der weniger „folkige“ Teil des Samplers dringt nicht in die unwegsamsten Bereiche der Nuevo Mundo vor, ebenso wenig in den Lofi-Sound des latent punkigen „Nuevo Babylon“ oder der frühen Aufnahmen, bei denen das „Authentische“ vermutlich eher den damals noch begrenzten Möglichkeiten geschuldet war – dem am nächsten kommt noch das schwerwiegende „Punished with Longing“ vom Benzinherzen-Album. Die hier vertretene (und live anmutende) Neuaufnahme von „Ninos de la Bola“ (original auf „Faccia a Faccia“) zählt allerdings zu den Höhepunkten. Selten klang Webers immer etwas testosteronschwangere Whiskey und Tobak-Stimme derart leidend und mitreißend, doch vom Phlegma der ursprünglichen Version ist kaum etwas übrig. Das Scratchen und der verquere Beat der Grime-Nummer „Juntos“ mag hier wie ein Sonderweg anmuten, im zeitlichen Kontext jedoch war das genau Nový Světs Ort, und auch bei „Yo No“ erscheint mir der tanzbare Takt und das sanguinische Dubstep-Feeling kaum unpassend. Der Song entstand 2010 und war wohl ursprünglich für eine Compilation geplant und erscheint stattdessen hier als einzig komplett neuer Beitrag.</p>
<p>Ob zukünftige Releases in diese Richtung gehen werden, und wie viele das sein werden? Man darf gespannt sein, und sollte doch nicht zu sehr spekulieren und &#8220;puro rumore&#8221; verbreiten. Nový Svět waren immer schwer einzuschätzen und werden (wird?) das auch in Zukunft sein, weswegen sich jedwedes Deuteln verbietet. Ein gutes Omen ist „Doce“ dennoch (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://killshaman.com">Kill Shaman</a></strong></p>
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		<title>NOVÝ SVĚT: …Into Your Skies</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:56:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Laufe der Jahre haben wir eine Reihe von sehr fruchtbaren Interviews mit Jürgen Weber geführt, die seine Herangehensweise(n) an die Musik beleuchteten und manchmal erhellten. Gleichzeitig sagte er uns zuletzt, wie sehr ihn an Interviews die oft zu Missverständnissen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/novy-svet-%e2%80%a6into-your-skies/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Novy-Svet-Skies.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-393" title="Novy-Svet-Skies" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Novy-Svet-Skies.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Laufe der Jahre haben wir eine Reihe von sehr fruchtbaren Interviews mit Jürgen Weber geführt, die seine Herangehensweise(n) an die Musik beleuchteten und manchmal erhellten. Gleichzeitig sagte er uns zuletzt, wie sehr ihn an Interviews die oft zu Missverständnissen führende Zitierbarkeit störe. Insofern sollte man vorsichtig sein, wenn man sich jetzt auf frühere Äußerungen bezieht.<span id="more-392"></span></p>
<p>Denkt man aber an das postum veröffentlichte Album „…Into Your Skies“, kommen einem unweigerlich die Worte in den Sinn, mit denen er in einem frühen Interview den Schaffensprozess beschrieb, die teils unglaubliche – von Besessenheit zeugende – Geschwindigkeit, mit der manche der Stücke entstanden. Vielleicht nahm da ein Getriebener auf, aber Getriebene haben auch Antrieb und so entstand innerhalb weniger Jahre ein umfangreiches Werk, wobei die kürzeren Veröffentlichungen, die Zusammenarbeit mit anderen den eigentlichen Alben in nichts nachstanden. Die Faszination, die Nový Svět immer ausübten, war vielleicht zum Teil der sprachlichen Distanz geschuldet, die durch die Verwendung des (u.a.) Spanischen entstand, insofern ist es interessant zu betrachten, inwiefern die Verständlichkeit dem Duo den Nimbus des Besonderen, die  Aura nimmt (das Cover scheint ironisch mit dem Ganzen zu spielen), denn bislang gab es nur wenige veröffentlichte englische Stücke (etwa „Resistant“ oder das 9/11-Stück „Crushed“). Die zwischen 2001 und 2003 gemachten Aufnahmen (22 Stücke, das längste Stück knapp dreieinhalb Minuten, das kürzeste etwas unter einer Minute) knüpfen an die von Akustikgitarre geprägten Singer-Songwriterartigen Stücke an, die sich erstmals auf der Compilation „The Flies in Dreams and Reality“ fanden und dann auch in leicht anderer Form auf dem vorgezogenen Schwanengesang „Fin Finito Infinito“ auftauchten. Erstmals sind zudem alle Texte auf dem sich zu einem großen Poster auffaltbaren Cover abgedruckt. Nach dem Einleitungssong „All Purity Quenched“, bei dem der Gesang nur vom Akkordeon untermalt wird, konzentriert sich der Rest fast ausschließlich auf Akustikgitarre.</p>
<p>Es gab bei Nový Svět zwei Wörter, die (gefühlt) in fast jedem Stück vorkamen: „corazón“ und „nada“. Natürlich ließe sich sagen, dass der, der mit dem Herzen lebt, irgendwann vielleicht unvermeidlich vor dem Nichts steht und „…Into Your Skies“ lässt den Sänger erneut eine Vielzahl von Emotionen durchleben und -leiden (und auch Leid zufügen). Da gibt es den Falsettgesang, der das Leiden angesichts des Verlusts des für Selbstverständlich-Gehaltenen illustriert („Blind“), dann aber direkt darauffolgend rauer Gesang („Violet“), der Liebeserklärungen macht. Es gibt durchgängig das Bewusstsein, dass die Welt der Beziehungen aus „bittteren Orten“ besteht und man vielleicht der Aufforderung nachkommen muss, „wie ein Wolf zu heulen“. Dabei können die Songs durchaus drastisch-derb ausfallen („Try It All“ oder das großartig betitelte „Meat and Sex“ – ein rechtlicher Terminus für Geschlechtsverkehr war im Englischen früher bezeichnenderweise „carnal knowledge“) und auch voller Humor („Sober Song“, „Sober“ – man denke dann an die von Drogen(-erfahrungen) verschiedenster Art geprägte „Chappaqua“). Dabei gelingen auch immer wieder tolle Momente: „the fire was always yours/but the ashes that of others“ („Ashes“). Um auf die Frage zurückzukommen, ob das Englische Nový Svět beschädigt, kann man nur sagen, dass das nicht so ist.</p>
<p>Nový Svět waren schon immer ein postmodernes Wunderwerk an Intertextualität, Referenzen, zitierten Zitaten (wie etwa auf „Aspiral III“). Auf „…Into Your Skies“ zitieren sie COIL, die THE SMITHS zitieren („Nature is a language“), ein Stück heißt „Always On My Mind“ und am Ende des Albums hört man Pound seinen 17. Cantos rezitieren, bevor er abrupt unterbrochen wird und das Album endet. Trotz der vielleicht schnell eingespielten und komponierten Stücke und der Einfachheit des Aufbaus gelingen (wie auf jeder vorherigen Veröffentlichung auch) immer wieder echte Ohrwürmer und Augenblicke, die einem eine Gänsehaut machen und bei einigen der Stücke (z. B. bei “Days Will Come”) fragt man sich, ob sie in einer besseren Welt nicht sogar in die Charts kommen könnten.</p>
<p>„…Into Your Skies“ lässt einen bewusst werden, wie sehr Nový Svět fehlen. Die Hoffnung, dass das vor einigen Jahren angekündigte und bislang nicht veröffentlichte „Desde Infiernos De Flores<em>“</em> doch noch erscheint, habe ich noch nicht aufgegeben.</p>
<p>(M.G.)</p>
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