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	<title>African Paper &#187; Unica Zürn</title>
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		<title>UNICAZÜRN: Transpandorem</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2017 01:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/UnicaZürn.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13292" title="UnicaZürn" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/01/UnicaZürn-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auf ihrem 2013 erschienenen Album „Dark Earth Distillery“, das auf einer Reihe von Liveaufnahmen basierte, sieht man wie Stephen Thrower und David Knight &#8211; deren beider Stammbäume im Bereich experimenteller Musik weit verzweigt und verästelt sind und wohl keinerlei näheren Erläuterung bedürfen &#8211; auf Wasser schauen. Schon seit ihrem 2009 veröffentlichten Debüt „Temporal Bends” ist zur Beschreibung ihrer Musik immer wieder die Metapher des Meeres aufgetaucht (pardon the pun): „&#8230;like Jacques Cousteau meets HP Lovecraft twenty thousand leagues under the sea.&#8221;, schrieb das FREQ Magazine; <span id="more-13291"></span>„Temporal Bends is exactly the sort of music that I would expect to hear if I was rapidly losing consciousness in a pool of my own blood aboard a haunted submarine&#8221;, bemerkte der Kollege bei Brainwashed. Auch das Presseinfo zum neuen Album „Transpandorem“ thematisiert „tidal imagery, oceanic forms and the slow rhythms of coastal water“ als das Album strukturierende Elemente, verweist auf Throwers und Knights Wohnort nahe der Themse (im Falle von Knight) und der Küste von East Sussex (wo Thrower zusammen mit seinem Partner Ossian Brown seit einigen Jahren lebt).</p>
<p>Auf dem neuen Album des aus dem Improvisationsprojekt <a href="https://www.discogs.com/artist/1070772-The-Amal-Gamal-Ensemble">The Amal Gamal Ensemble</a> hervorgegangenen Duos, das sich nach der Schriftstellerin und Zeichnerin Unica Zürn benannt hat, befinden sich erneut zwei lange Tracks: Auf „Breathe the Snake“ meint man Möwenschreie und Wellenrauschen zu hören. Der Track ist fortwährend in Bewegung, die einzelnen Klangschichten scheinen ineinander überzugehen, und wenn nach drei Minuten melodische Flächen langsam einsetzen, muss man unweigerlich an Ebbe und Flut denken. „Breathe the Snake&#8221; ist ein in verdichtetes und dichtes Stück, das nach zehn Minuten hektischer wird. Bleibt man bei der am Anfang thematisierten Bildlichkeit, dann hat es etwas Strudelhafttes, eine gewsse Unruhe, die an den Sturz in den Maelstrom denken lässt.</p>
<p>„Pale Salt Seam“, auf ein <a href="http://www.poetryintranslation.com/PITBR/Spanish/FiveintheafternoonLorca.htm#anchor_Toc527959425">Gedicht</a> Frederico García Lorcas anspielend (ein Autor, nach dem der jüngst verstorbene Leonard Cohen seine Tochter benannte), klingt weniger unruhig, es beginnt mit einzelnen Tönen, die von sphärischen flächigen Klängen untermalt werden. Die Elektronica scheint hier weniger auf das Meer zu verweisen als auf andere Weiten, denn die Synthesizermotive lassen „kosmische“ Assoziationen aufkommen. Von der Stimmung wird hier fast schon ein paradiesisches Geborgensein im Hörer erzeugt. Nach etwa zehn Minuten setzt ein Mellotron ein und man fühlt sich, als wohne man einem Sonnenaufgang auf einem fernen Planeten bei. Großartig. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://touch33.net/">Touch</a></strong></p>
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		<title>Dark Earth Distillery. Interview mit UnicaZürn</title>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2014 07:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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		<description><![CDATA[Unica Zürn, Autorin, Dichterin, Verfasserin von Anagrammlyrik, Zeichnerin, Malerin, Lebensgefährtin Hans Bellmers– unter dem Namen der in Berlin geborenen Künstlerin, als Hommage an ihre kreative Kraft, wie es im folgenden Interview erläutert wird, sind mit Stephen Thrower und David Knight &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/05/17/dark-earth-distillery-interview-mit-unicazurn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/dakrearthdestillery.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8811" title="dakrearthdestillery" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/dakrearthdestillery.jpg" alt="" width="176" height="152" /></a> </strong></em><strong><strong>Unica Zürn, Autorin, Dichterin, Verfasserin von Anagrammlyrik, Zeichnerin, Malerin, Lebensgefährtin Hans Bellmers– unter dem Namen der in Berlin geborenen Künstlerin, als Hommage an ihre kreative Kraft, wie es im folgenden Interview erläutert wird, sind mit Stephen Thrower und David Knight zwei Künstler kreativ tätig, deren eigene Stammbäume der randständigen, experimentellen Musik viele Verästelungen haben und weit zurückweisen: U. a. war/ist David Knight Mitglied von Shock Headed Peters, seine eigenen dunklen Klangflächen veröffentlicht er unter dem Projektnamen Arkkon, Stephen Thrower war lange Jahre Mitglied bei Coil, ist Filmjournalist und<span id="more-8706"></span> seit Jahren zusammen mit Ossian Brown anderer Teil des Duos Cyclobe; Thrower wie Knight spielen zudem im Improvisationskollektiv Amal Gamal Ensemble mit &#8211; und die Improvisation spielt für die Musik Unica Zürns, die man sicher irgendwo im weiten All kosmischer Musik verorten kann &#8211; wenn auch als „verdrehter Ableger“ davon, wie Stephen sagt &#8211; eine große Rolle. Inspirationen, Kompositionen, Symbole waren ein paar der Themen, über die wir uns unterhalten haben.</strong></strong></p>
<p><a title="Dark Earth Destillery. Interview with UnicaZürn" href="http://africanpaper.com/2014/05/17/dark-earth-destillery-interview-with-unicazurn/"><strong><strong>English version </strong></strong></a></p>
<p><em><strong><em><strong></strong></em> Ich bin ehrlich gesagt sehr neugierig, weshalb ihr für euch den Namen der deutschen Künstlerin Unica Zürn gewählt habt. Ich erinnere mich, wie ich vor einigen Jahren ihre Anagrammdichtungen entdeckte und sofort stark beeindruckt war. Leider ist sie nicht sehr bekannt. Seit ihr mehr durch ihre Texte oder durch ihre visuellen Arbeiten beeinflusst?</strong></em></p>
<p>David: Wir haben uns lange Gedanken über Namen gemacht, und obwohl wir schon seit Jahren zusammen aktiv waren, hatten wir uns bis kurz vor der Veröffentlichung der &#8220;Temporal Bends&#8221;-CD noch auf keinen Namen geeinigt. Ossian Brown las gerade eines ihrer Bücher; Steve wurde darauf aufmerksam, und das war&#8217;s. Ich hatte ihre Zeichnungen  und ihre Arbeiten mit Bellmer schon immer gemocht, weshalb ich den Namen dann auch perfekt fand. Ich finde ihre Zeichnungen inspirierender als ihre Texte, aber wenn jemand unsere Musik in Bilder konvertieren würde, würde es wahrscheinlich eher wie Rothko aussehen!</p>
<p><em><strong>Seht ihr einen Bezug zwischen ihrer Art des Schreibens/Zeichnens und eurer Art des Komponierens?</strong></em></p>
<p>David: Auch wenn ich ihre anagrammatischen Dichtungen mag, sind sie das Gegenteil von der Art, wie wir arbeiten &#8211; meistens benutzen wir keinerlei Kompositionssysteme. Wir haben damit experimentiert, aber wie es aussieht, kommen wir immer zu besseren Ergebnissen, sobald wir frei arbeiten. Unsere Adaption/Adoption ihres Namens ist eine Hommage an ihre kreative Kraft, nicht an ihre Herangehensweise.</p>
<p><em><strong>Viele ihrer Arbeiten sind in Deutschland nicht mehr erhältlich. Gibt es (eventuell mehrere) englische Übersetzungen ihrer Werke?</strong></em></p>
<p>David: I habe die Atlas Press-Ausgabe (UK) von &#8220;Der Mann im Jasmin&#8221; und &#8220;Das Haus der Krankheiten&#8221; &#8211; sie sind mittlerweile vergriffen, aber waren vor einigen Jahren noch einfach zu bekommen.</p>
<p><em><strong>Trefft ihr eine klare, programmatische Unterscheidung zwischen UnicaZürn und euren anderen Gruppen, oder ist eure Kollaboration mehr ein spontanes Ergebnis aus dem, was so passiert, wenn zwei Musiker sich treffen und zusammen improvisieren?</strong></em></p>
<p>Stephen: Ich würde sagen, es ist letzteres. Manches, was wir machen, entsteht, wenn wir allein arbeiten, und es dann dem jeweis anderen geben, um etwas damit zu machen. Aber ich schätze, dass mehr als die Hälfte unseres Materials beim gemeinsamen Improvisieren entsteht. Diese Spontaneität unterliegt dann einem Aussortieren, einer Verfeinerung und bewussteren Stufe des Entscheides, was fehlt, was herausgenommen werden muss, ein Prozess, der durch gemeinsame Absprachen und Vergleiche abläuft.</p>
<p><em><strong>Was ist der wichtigste Unterschied in der Herangehensweise, verglichen mit eurem Spiel bei Arkkon und Cyclobe?</strong></em></p>
<p>Stephen: Für mich liegt der Unterschied in dem Gewicht, das wir auf das simultane Spielen legen; in Cyclobe passiert das relativ selten, in UnicaZürn ist es die Norm. Ich denke, es resultiert aus unserer Freude am Improvisieren im Amal Gamal Ensemble, plus die Leichtigkeit, mit der wir die richtige Herangehensweise oder den passenden Kanal finden, um so zu experimentieren.</p>
<p>David: Bei mir ist es ganz ähnlich; als Teil eines (an der Basis) improvisierenden Duos zu arbeiten, bedeutet, meinen Kopf von allen vorgefertigten Ideen zu reinigen, wo es mit einem Stück hingehen soll (oder wo man überhaupt beginnt), die Luft anzuhalten und einzutauchen. Wohingegen ich bei der Arbeit an meinen Soloprojekten für gewöhnlich zumindest eine grundsätzliche Richtung vor mir sehe, wohin ich ein Stück gehen lasse.</p>
<p><em><strong>Ich glaube, The Amal Gamal Ensemble hatte seinen letzten Auftritt 2011. Ist dieses Projekt immer noch aktiv, liegt es auf Eis oder existiert es gar nicht mehr?</strong></em></p>
<p>Stephen: Amal Gamal erlebt eine lange Unterbrechung, aber es gab nie ein definitives &#8220;Ende&#8221;. Die persönlichen Verbindungen haben sich vielleicht gelockert. Ich lebe nicht mehr in London, so dass ich die anderen nicht mehr so oft sehe wie bisher. Ich könnte mir ein weiteres Explodieren der Aktivität vorstellen, vielleicht mit einem etwas anderen Line-Up: Wir hatten angefangen, die Besetzung etwas zu variieren und fanden uns vorübergehend als stabilie sechsköpfige Band wieder, vielleicht würde es Sinn machen, dieses Muster aufzubrechen.</p>
<p><em><strong>Ich habe das Gefühl, dass in der Musik des Amal Gamal Ensemble mehr (Prog-)Rock-Elemente zu finden sind als in UnicaZürn. Seht ihr UnicaZürn als eine Art Fortsetzung dieser Band? In welcher Beziehung stehen die beiden Bands zueinander?</strong></em></p>
<p>David: Ich denke, Amal verwandelte sich sukzessive in etwas, was man für gewöhnlich ein &#8220;traditionelles&#8221; Line-up nennt: Drums, Bass, Gitarre &#8211; allerdings mit drei Synthie/Keyboard-Spielern &#8211; und obwohl wir alle bekennende spontan improvisierende Musiker sind, beherrschen wir wenn nötig auch das Vokabular des Rock. Aber ich denke, wir klangen mehr wie Chrome als wie The Nitty Gritty Dirt Band! Steve und ich hatten schon zusammen gespielt, bevor Amal gegründet wurde, und das &#8220;Temporal Bends&#8221;-Album enthält einiges von diesem frühen Material &#8211; besonders &#8220;Black Glass Mask&#8221; und den Großteil des &#8220;Temporal Lapse&#8221;-Minialbums. Obwohl wir damals keinen Namen für das Projekt hatten, gab es UnicaZürn also schon vor Amal. Wir behandeln beide Bands als komplett von einander getrennte Dinge &#8211; Amal begann als fließendes Kollektiv, das erst öffentlich vollends erwachsen wurde; eine stets wechselnde Ansammlung von Musikern, die sich einmal monatlich im Londoner Horse Hospital trifft und eine Stunde lang improvisiert. Ich habe dabei sehr viel lernen können, musikalisch war es sehr intensiv, und natürlich strahlt das dann auch auf andere Projekte wie eben UnicaZürn aus &#8211; in jedem Fall hat es mir das Selbstvertrauen verschafft, die UnicaZürn-Livesets zu improvisieren, als wir anfingen, außerhalb unseres Studios zu spielen.</p>
<p><em><strong>Gab es neben euren eigenen Erfahrungen als Musiker irgendwelche wichtigen Begegnungen, Impulse oder Inspirationen, die die Grundlage schufen, auf der UnicaZürn wachsen konnte?</strong></em></p>
<p>David: Es gab auf jeden Fall Inspirationen für mich als Hörer &#8211; meine stärkste Erfahrung war, als ich This Heat zum ersten mal live gesehen hatte, in einem kleinen Keller in Covent Garden, London. Ich war wie umgehauen &#8211; es war wie Post Punk in Kollison mit Stockhausen, einem elektronischen Miles Davis, King Crimson, Faust und Henry Cow &#8211; es war ungeheuerlich, beglückend und beängstigend. Im selben Jahr sah ich TG in der London Filmmaker’s Co-Op spielen, was mir eine komplett neue Form der Dunkelheit in der Musik näherbrachte. Es waren vermutlich nur 20 bis 40 Leute bei jedem dieser Gigs, aber es braute sich zu dieser Zeit definitiv etwas zusammen, und es war von einer Spannung, die mich bis zum heutigen Tag antreibt und inspiriert.</p>
<p><em><strong>Würdet ihr sagen, dass es &#8211; vielleicht in Bezug zum Songtitel &#8220;The Infernal Kernel” &#8211; so etwas wie einen beständigen Kern oder einen roten Faden gibt, der alle Arbeiten von UnicaZürn verbindet?</strong></em></p>
<p>Stephen: Ich denke, dass unsere Arbeiten eng verbunden sind mit &#8220;Kosmischer&#8221; Musik, ein verdrehter Ableger davon, und dies bildet einen Faden, obwohl richtig gute Kosmische Musik unberechenbar und wechselhaft ist, so gesehen, ist es auch keine all zu enge Definition! Auf zuverlässige Art unberechenbar,das ist die Idee. Ein Titel wie &#8220;The Infernal Kernel&#8221; bezieht sich auf Existenz in kosmischen Begriffen, in dem Fall berührt es den Gnostizismus (das Universum als Konstruktion des Bösen); auch den nicht reduzierbaren Kern dessen, was existieren ist, das unerträgliche &#8220;Sein&#8221;, das nicht exklärt werden kann, ohne in eine Tautologie zu verfallen.</p>
<p><em><strong>Symbole, so vage sie auch sein mögen, scheinen eine große Rolle in eurem Werk zu spielen, vor allem anscheinend Bilder des Wassers, der Tiefe und des Tauchens. Auf eurer Webseite zitiert ihr sogar einen Rezensenten, der im Zusammenhang mit eurer Musik Cousteau und Lovecraft nennt. Versteht ihr eure musikalische Improvisation als eine Expedition, die &#8220;auf den Grund&#8221; geht? Wenn ja, wie ergebnisoffen ist dabei eure Suche?</strong></em></p>
<p>Stephen: Wenn du in einem solch abstrakten Bereich wie der Musik arbeitest, vor allem in der Musik ohne Texte, suchst du automatisch nach symbolischen Grenzmarkierungen zur Orientierung deiner Abstraktionen; etwa die Frage, wie herum du dein Gemälde aufhängst! Es ist etwas von einem Spiel in unserer Musik und den Songtiteln, zwischen dem Allgemeinen und dem Speziellen; wir haben elementale Bildlichkeit zusammen mit Sprachspielen und Zungentricks, die den Gegenschuss zeigen, zusammengeführt<span style="text-decoration: underline;">;</span> die spezifische Natur eines Wortspiels oder eines surrealen Kontrastes. Beim Zusammenarbeiten ist uns aufgefallen, dass es eine starke Tendenz in unseren Assoziationen gibt, das Elementare zu suchen; Wasser, hauptsächlich, und die dunkle Kompression der Erde. Wasser to Erde; das ist der Verlauf!</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/unicazurnschiphorst.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-8806" title="unicazurnschiphorst" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/unicazurnschiphorst-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Wasser wurde seit jeher mit dem Unbewussten assoziiert und das Eintauchen in Bereiche unterhalb des rationalen Bewusstseins steht in Verbindung mit der individuellen Psyche. Welche Rolle spielt in dem Zusammenhang die Tatsache, dass bei euch zwei Personen an der &#8220;Taucherfahrung&#8221; teilnehmen?</strong></em></p>
<p>Stephen: Es hat widersprüchliche Assoziationen; ich persönlich liebe es, auf Schiffen und Booten zu sein, aber als Kind hatte ich wirklich große Angst vor dem Ertrinken; es dauerte Jahre, bis ich es schaffte, eine zutiefst irrationale Angst vor Wasser zu überwinden. Es liegt darin für mich etwas sehr Beängstigendes, aber auch eine große Faszination. Panik zusammen mit Würgen, mit stockendem Atem, mit dem Gefühl zu ersticken; das waren echte Druckstellen; jetzt ist das weniger, da man diese durch das schiere Durchhaltevermögen des Lebens überwindet. Ich nehme an, der Aspekt des unter Wasser Seins, die sich auf interessante Art in die Musik schleicht, ist das Gefühl der Immersion. Unter Wasser ist es nicht wesentlich anders als im Pulsieren eines Musikstücks; sicher, wenn man Musik zu Halluzinogenen genießt, hat man eine viel taktilere Wahrnehmung davon, wie die Musik einen in ihre Wellen hineinzieht. Auch die Art, wie man unter Wasser langsamer wird, suggeriert ein verändertes Verhältnis zu Bewegung und Zeit; es dauert länger, eine einfache Bewegung zu machen, alles wird bewusster und es gibt eine Zeitverzögerung zwischen der Entscheidung, sich zu bewegen und der Bewegung selbst. Ich denke, alles, was den Fluss von Ursache und Wirkung stört oder verändert, ist interessant. Und was die Tatsache, dass wir Zwei sind, anbelangt, na ja, auf die Art kann es sicherer sein, abgesehen dann, wenn Lachgas in der Sauerstoffflasche ist oder dem seltsamen Fall von Juckpulver im Taucheranzug&#8230;</p>
<p><em><strong>In unserer Kultur haben Begriffe wie &#8220;Regression“ oder “regressiv“ einen eher negative Begriffe und werden oft mit Schwäche und einer Unfähigkeit in Verbindung gebracht, mit den harten Fakten des Lebens klarzukommen. Bei genauerem Hinsehen kann der Fokus auf die eher archaischen Aspekte der Persönlichkeit oder des Lebens aber eine kostbare Erfahrung sein und unseren Blick auf die Wirklichkeit bereichern. Glaubt ihr, dass dies noch immer ein Bereich ist, wo unsere Gesellschaft einen Paradigmenwechsel nötig hat?<br />
</strong></em></p>
<p>Stephen: Ich bin nicht ganz sicher, worauf du hinauswillst (oder worauf du dich beziehst)&#8230; Wenn ich deine Begriffe richtig verstehe, geht es nicht so sehr darum, dass das Regressive schlecht oder gut ist, sondern mehr auf welche Art du dich erst einmal von dem archaischen Selbst loslöst? Wie trennst du die Schnur durch? Ich würde die Vorrichtung gerne sehen, die das zustandebringt. In einer Kultur, die stillsteht, wäre meines Erachtens eine Bewegung in beide Richtungen gefährlich. Es gibt einen Unterschied zwischen Verfeinerung oder Reduktion auf das Wesentliche und Regression, die mit Flucht und einem Zurückschrecken vor der Zukunft assoziiert ist. Mit Coil hatten wir einen Songtitel, “Further Back and Faster”, den wir aus Nic Roegs und Donald Cammells <em>Performance </em>entliehen hatten. Ich mag diesen Titel noch immer sehr und er passt auch sehr gut zu dem UnicaZürn-Ansatz.</p>
<p><em><strong>Sind solche Interessen für euch mit Mystizismus oder dem Okkulten im weiteren Sinne verbunden (nicht im Sinne eines romantischen Eskapismus..)?</strong></em></p>
<p>Stephen: Ich bin den Theorien des Unerklärbaren gegenüber etwas müde geworden, aber ich bin sicher, dass es wirklich Kräfte jenseits unseres heutigen Verständnisses gibt, mit Betonung auf &#8220;heutig&#8221;.</p>
<p><em><strong>“Jack Sorrow“ enthält Lyrics und Gesang der heutzutage leider nicht sehr aktiven Danielle Dax. Könntet ihr euch vorstellen, mehr Songorientiertes in künftigen Aufnahmen von UnicaZürn zu integrieren?</strong></em></p>
<p>David: Bei &#8220;Jack Sorrow&#8221;  hatten wir ursprünglich eine Aufnahme von Steves sehr stark bearbeiteter Klarinette, die so klang, wie miaunde Katzen. Danielle hörte die Aufnahme eines Tages, als ich ihr einige unserer Stücke vorspielte, und sie hatte sofort eine Idee für eine Gesangslinie. Das Stück hat sich ganz natürlich entwickelt, genauso wie der Rest des Albums. Ich denke, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man sich hinsetzt und sagt: &#8220;OK, lass uns einen Song schreiben.&#8221; und wegen der Art und Weise, wie es sich natürlich entwickelt hatte, passte es perfekt als Koda auf das Album anstatt, dass so zu klingen, als wäre es angehängt worden &#8211; was eine Gefahr sein kann, wenn es das einzige Stück mit Gesang auf einem ansonsten komplett instrumentalen Album ist. Bei UnicaZürn wollen wir keine Regeln festlegen, insofern sehe ich keinen Grund, warum wir nicht mehr Gesangs- oder Rhythmus basierte Strukturen einfügen sollten. Wir haben definitiv schon mit ihnen experimentiert.</p>
<p><em><strong>Habt ihr, abgesehen davon, schon Pläne, wie euer nächstes Release klingen soll?</strong></em></p>
<p>David: ‘Temporal Bends’ war das Ergebnis einer langen Experimentierphase und wir haben seitdem viel gemacht. Wir haben wahrscheinlich genug Material zusammen, um ein Dreifachalbum zu veröffentlichen, aber wir sind immer noch dabei es auf eins runterzubrechen &#8211; was hoffentlich dieses Jahr zu Ende gebracht werden wird. David J Smith hat auf einigen Tracks Schlagzeug/Perkussion gespielt und ich bin sehr aufgeregt, was die möglichen Richtungen, die das nächste Album einschlagen könnte, anbelangt. In meinem Kopf klingt es wie eine Mischung aus Popol Vuhs &#8220;Affenstunde&#8221;, Fausts &#8220;So Far&#8221; und Tangerine Dreams &#8220;Electronic Meditation’&#8221; &#8211; aber das ist nur meine Vorstellung! Wir wollen auch eine Aufnahme eines Auftritts veröffentlichen, als wir vergangenes Jahr in London in den Ironmongers Baths aufgetreten sind. Klänge wurden durch Unterwasserlautsprecher zu den Schwimmern übertragen. Das war der surrealste Gig, den ich je gespielt habe. Wir ihr euch vorstellen könnt, hat den Analogsynthesizern die Feuchtigkeit nicht so zugesagt &#8211; einer von ihnen ist explodiert, als wir nach Hause gekommen sind.</p>
<p><em><strong>In den Linernotes zu “Dark Earth Distillery“ heißt es, dass die Aufnahmen von drei verschiedenen Performances stammen. Wenn man das Album hört, kann man sich darüber nur wundern, da beide Seite des Vinyls &#8220;zusammenfließen&#8221;. Könnt ihr uns etwas zum Arbeitsprozess sagen?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/UnicaZürngig1small31.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8813" title="UnicaZürngig1small3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/UnicaZürngig1small31.jpg" alt="" width="250" height="374" /></a>David: Wir hatten uns einige unserer Liveauftritte anghehört und haben uns entschieden, dass einige gut genug für eine Veröffentlichung waren. Wir beschlossen, die Liveaufnahmen genauso wie unsere im Studio improvisierten Aufnahmen zu behandeln, so wie Teo Macero und Holger Czukay jeweils Miles David und Can bearbeitet, zusammengefügt und neu komponiert haben. Das ist immer unsere Arbeitsweise im Studio, der einzige Unterschied ist, dass es diesmal Publikum gab. All das Ausgangsmaterial ist von den Auftritten, aber wir haben die Klänge bearbeitet, überblendet und haben mit den Teilen, die wir ausgewählt haben, versucht, eine neue Erzählung zu schaffen.</p>
<p><em><strong>Wollt ihr mit dem Titel “Dark earth distillery“ ausdrücken, dass es (mit Hilfe der Kunst?) möglich ist, positive Elemente aus einer (zunehmend) dunklen Welt herauszudestillieren?</strong></em></p>
<p>Stephen:Es ist ein Bündel von Bildern. Für mich lässt das an den Lehm, das Gedränge, das Gewicht der Materie,  die &#8220;Schwere&#8221; von all dem denken, verdichtet, komprimiert und verfeinert, und davon ein ursprünglicher ein belebendes Rauschmittel oder ein Gift, um es zu beenden. Eine &#8220;dunkle Erde&#8221; ist eine verfinsterte Erde, eine Erde in vollem Schatten, Nacht überall. Und dann sind es die Erinnerungen vom Reisen bei Nacht durch fremde Länder, Konzerte spielen, Musik aus den osteuropäischen Schatten oder der Londoner Düsternis herausziehen. Außerdem habe ich vor einiger Zeit mit dem Trinken aufgehört und gegen Ende war das ein melancholisches Unterfangen, sehr einsam, meistens mitten in der Nacht. Symbolismus mal beiseitegelassen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Welt dunkler wird, als sie es je war. Wir haben Antibiotika für eiternde Wunden, Kopfhörerreisen statt elende Plackerei, wir können alles essen anstatt, dass alles uns isst. Ich bin nicht so naiv, was die Vergangenheit anbelangt. Ich denke, ich habe verdammtes Glück hier und jetzt geboren worden zu sein. Wenn der Preis dafür ist, die Postmoderne und 24 Stunden am Tag den Mist im Fernsehen zu ertragen, dann habe ich in der kosmischen Lotterie <strong><em>ziemliches Glück </em></strong>gehabt!</p>
<p><em><strong>David, ich erinnere mich, dass du, als ich dich vor ein paar Jahren interviewt habe, sagtest, du würdest in ein Büro gehen, wenn du Menschen hinter Laptops sehen willst. In welchem Ausmaß betrachtest du das Zusammenspiel zwischen elektronischen und akustischen Instrumenten als wesentlich für das, was du machst?</strong></em></p>
<p>David: Ha! Persönlich finde ich Laptop-Performances eher langweilig anzusehen als Live-Spektakel… Aber jeder wie er mag… Wenn es gut klingt, arbeite damit.</p>
<p>Was die Überblendung elektronischer und akustischer Instrumente angeht, denke ich, dass akustische Instrumente derart viele Obertöne haben, eine derart starke klangliche Komplexität, dass man sie nicht ignorieren kann, wenn man wirklich daran interessiert ist, auditive Muster zu kreieren und zu gestalten. Ich würde sagen, dass die Mehrheit der Klänge auf “Temporal Bends&#8221; mit verfremdeter Gitarre, Saxophon und Klarinette erzeugt wurde. Wir hatten uns außerdem bewusst bemüht, jeden Synthiesound unkenntlich zu machen und auf der anderen Seite jedes akustische Instrument synthetisch klingen zu lassen. Zu unseren favorisierten Live- Instrumenten zählt ein kleines Yamaha-Minikeyboard, das ich für einen Pfund auf dem Flohmarktgekauft hatte &#8211; wenn du es erst einmal an ein paar Pedale angeschlossen hast, klingt es schön und sehr einzigartig &#8211; man hört es fast überall auf &#8220;Dark Earth Distillery&#8221;.</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p><a href="http://www.unicazurn.com/"><strong>UnicaZürn</strong></a></p>
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		<title>Dark Earth Destillery. Interview with UnicaZürn</title>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2014 07:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unica Zürn]]></category>

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		<description><![CDATA[I must say I&#8217;m curious what made you choose the name of the German artist UnicaZürn. I remember that some years ago I discovered her anagram poetry and it really struck me right away. Unfortunately not many people know her. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/05/17/dark-earth-destillery-interview-with-unicazurn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/dakrearthdestillery1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8815" title="dakrearthdestillery" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/dakrearthdestillery1.jpg" alt="" width="176" height="152" /></a>I must say I&#8217;m curious what made you choose the name of the German artist UnicaZürn. I remember that some years ago I discovered her anagram poetry and it really struck me right away. Unfortunately not many people know her. Were you more influenced by her texts or rather by her visual work?</strong></em></p>
<p>David: We’d been throwing names around for a long time, and although we’d been working together for some years we hadn’t decided on a name until just before the ’Temporal Bends’ CD was released. Ossian Brown had been reading one of her books; Steve noticed it, and that was it. I had always loved her drawings, and her work with Bellmer, so I agreed it was a perfect name. I find her drawings more inspirational than the texts, but if you were to convert our music into images I think it would look more like a Rothko!</p>
<p><em><strong>Do you see a relationship between her way of writing/drawing and your way of composing?</strong></em></p>
<p>David: Although I like the anagram poems, they are the opposite to the way we work &#8211; mostly we do not use compositional systems. We have experimented with them, but we always seem to get better results using an open freeform approach. Our adaption/adoption of her name is a tribute to her creativity, not her methodology.</p>
<p><em><strong>A lot of her work is no longer available in Germany. Are there (m)any English translations of her work?</strong></em></p>
<p>David: I have the Atlas Press (UK) publications of ‘The Man of Jasmine’ and ‘The House of Illnesses’ &#8211; they are out of print now, but were easy to get a few years ago.</p>
<p><em><strong>Do you make a clear, programmatic distinction between UnicaZürn and your other groups, or is your collaboration more like the spontaneous result of what happens when two musicians meet and improvise together?</strong></em></p>
<p>Stephen: It’s the latter, I would say. Some of what we do arises from one of us working alone and then bringing the results to the other to get their take on it. But I would estimate that more than half of the material comes from improvisation together. That spontaneity is then subject to winnowing, refinement, a more considered stage of deciding what is missing or what needs to be removed, a process that comes through conversation and comparison.</p>
<p><em><strong>What is the main difference with regard to the creative process, compared with your playing in Arkkon and Cyclobe?</strong></em></p>
<p>Stephen: For me, the difference lies in the importance we place on playing together simultaneously; in Cyclobe it happens comparatively rarely, in UnicaZürn it’s the norm. It comes, I think, from our enjoyment of improvisation in The Amal Gamal Ensemble, plus the ease with which we seem to find the right vein or channel to explore in this way.</p>
<p>David: It’s a very similar situation for me too; working as part of (what is basically) an improvising duo usually means clearing my head of any preconceived ideas of where a piece may go (or even start), holding my breath, and diving in. Whereas working on my solo projects I usually envisage at least a general direction of where I want a piece to go.</p>
<p><em><strong>I think The Amal Gamal Ensemble last played in 2011. Is this project still active, does it lie dormant or is it dead?</strong></em></p>
<p>Stephen: Amal Gamal is on a long hiatus, but there’s been no decisive ‘end’. The social connections have loosened perhaps. I don’t live in London any longer so I don’t see the others as often as I used to do. I can imagine another burst of activity, perhaps with a varied line-up again: we started off varying the personnel and then drifted into being a stable six-piece for quite a while, so maybe shaking up the pattern would make sense.</p>
<p><em><strong>I’ve got the feeling that in the music of The Amal Gamal Ensemble there are somehow more (prog)rock elements than in UnicaZürn. Do you somehow regard UnicaZürn as a kind of successor to this band? In what relation do the two groups stand to each other?</strong></em></p>
<p>David: I think Amal gradually morphed into what could be considered a more ‘traditional’ line-up: drums, bass, guitar &#8211; albeit with three synth/keyboard players &#8211; and although we are all committed left-field improvising musicians, we would call upon the vocabulary of rock when necessary. But I’d like to think we sounded more like Chrome than The Nitty Gritty Dirt Band! Steve and I had actually started recording together before Amal had been formed, and the ‘Temporal Bends’ album contains some of this early material &#8211; specifically ‘Black Glass Mask’ and most of the ‘Temporal Lapse’ mini-album. So although we didn’t have a name for the project at the time, UnicaZürn actually pre-dates Amal. We treat both bands as entirely separate entities &#8211; Amal started as a fluid collective which did its growing-up entirely in public; an ever-changing collection of performers would assemble at The Horse Hospital in London once a month and improvise an hour’s set. I learnt a lot from that experience, it was musically very intense, and of course this feeds back into other projects such as UnicaZürn &#8211; it certainly gave me the confidence to be able to improvise the UnicaZürn live sets when we started doing them outside of our studio.</p>
<p><em><strong>Apart from your own experience as musicians, have there ever been some indispensable encounters, impulses or inspirations in the past that created the basis on which UnicaZürn could grow?</strong></em></p>
<p>David: There’s definitely been inspiration as a listener &#8211; my most powerful experience was seeing This Heat play live for the first time, in a small basement in Covent Garden, London. I was blown away &#8211; it was a post-punk clash of Stockhausen, electric Miles Davis, King Crimson, Faust and Henry Cow &#8211; it was monstrous, exhilarating and scary. That same year I’d seen TG play at The London Filmmaker’s Co-Op, which introduced me to an entirely new form of darkness in music. There were probably only about 20 to 40 people at either of these gigs, but there was definitely something brewing in the air around that time, and its an excitement which still fuels and inspires me to this day.</p>
<p><em><strong>Would you say that there is &#8211; maybe in reference to your song title &#8220;The Infernal Kernel” &#8211; something like a constant core or a read thread that combines all UnicaZürn works?</strong></em></p>
<p>Stephen: I think our work is closely allied to ‘kosmische’ music, a twisted outgrowth of it, and that provides a thread, although since really good kosmische music is unpredictable and mercurial it’s not what you’d call a tight or restricting definition! Reliably unpredictable, that’s the idea. A title like The Infernal Kernel refers to existence in cosmic terms, in this case touching on Gnosticism (the universe as evil construct); also the irreducible core of what it is to exist, the maddening ‘isness’ that cannot be explained without lapsing into tautology.</p>
<p><em><strong>Symbols, as vague as they might be, seem to play a great role in your works, perhaps most prominently images of water, depth and diving. On your website you even quote a reviewer who mentions Cousteau and Lovecraft with regard to your music. Do you see your musical improvisation process as an expedition that goes “to the ground“? If yes, how open-ended is your quest?</strong></em></p>
<p>Stephen: When you’re working in such an abstract area as music, especially music without lyrics, you find yourself looking for symbolic markers to orientate your abstractions; like, which way up do you hang the painting! There’s a play in our music, and the song titles, between the wide-angle and the particular; we’ve brought elemental imagery into play alongside language games and tricks of the tongue that play the reverse angle; the specific nature of a pun or surreal juxtaposition. We’ve discovered as we’ve worked together that there’s a strong tendency to look for the elemental in our associations; water, mainly, and the dark compression of the earth. Water to soil; that’s the human trajectory!</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/unicazurnschiphorst1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-8808" title="unicazurnschiphorst" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/unicazurnschiphorst1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Water has of course also been associated with the subconcious and usually the practice of submerging into realms below rational consciousness is associated with the individual psyche. In what respect does the fact that you are two persons play a role in your “diving“ experiences?</strong></em></p>
<p>Stephen: It has conflicting associations; I personally love being on ships and boats but as a kid I was really very scared of drowning; it took me years to overcome a deeply irrational fear of being in the water. There’s a lot of fear and a lot of fascination there, for me. Panic to do with choking, stifling, smothering, being unable to breathe; these were real pressure points; less so now, as you tend to overcome them by the sheer persistence of living. I suppose the aspect of being underwater that maps onto music in an interesting way is that sense of immersion. Being underwater is not unlike being inside the pulsations of a piece of music; certainly if you’ve enjoyed music on hallucinogens you tend to have a much more tactile sense of the way music immerses you in its waves. Also, the way you become slower in water suggests a different relationship to movement and time; it takes longer to make a simple movement, everything becomes more deliberate, and there’s a time-lag between your sense of deciding to move and the movement happening. Anything that disrupts or alters the flow of cause and effect is interesting, I think. As for there being two of us, well, it can be safer that way, except for the odd occasion of the laughing gas in the airtank or the curious case of the itching powder in the wetsuit…</p>
<p><em><strong>In our culture, terms like “regression“ or “the regressive“ mostly have a rather negative connotation and are often linked to weakness and an inability to deal with the hard facts of life. Upon a closer look, giving room to the more archaic aspects of your personality or of life in general can be turned into a precious experience and enrich our perspective on reality. Do you think that this is still a field where our society is in need of a paradigm shift?</strong></em></p>
<p>Stephen: Not quite sure where you’re going (or coming from) with this? If I understand your terms, I’d say it’s not so much that regressiveness is bad, or good, more like how do you detach yourself from your archaic self in the first place? How do you cut the cord? I’d love to see the utensil that could perform that operation. In a culture that seems to be standing still I would say that violent motion in either direction is valuable. There’s a difference between refinement or reduction to the elemental, and regression, which has connotations of escape and shrinking from the future. In Coil we had a song title, “Further Back and Faster”, lifted from Nic Roeg and Donald Cammell’s Performance; I still love that title and it fits pretty well with the UnicaZürn approach too.</p>
<p><em><strong>Are such interests for you connected to mysticism or the occult in the broader sense (not in the stereotypical sense of romantic escapism..)?</strong></em></p>
<p>Stephen: I’m wary when it comes to theories of the unknowable, but I’m sure there really are forces beyond our current comprehension; emphasis on ‘current’.</p>
<p><em><strong>In “Jack Sorrow“, you included lyrics and vocals of (the nowadays unfortunately not so active) Danielle Dax. Could you imagine to include more song based structures in future works of UnicaZürn?</strong></em></p>
<p>David: With ‘Jack Sorrow’ we originally had a recording of Steve’s heavily-processed clarinet, which sounded like cats meowing &#8211; Danielle heard it one day when I was playing her some of our pieces and she immediately came up with the vocal line. It evolved naturally, in the same way the rest of the album had &#8211; I find there’s nothing worse than sitting down and saying “OK, let’s write a song”, and because of the way it had naturally evolved it fitted perfectly into the album as a coda, instead of just sounding like it had been tagged-on &#8211; which can be a danger when it’s the only vocal piece on an otherwise completely instrumental album. We don’t want to set any rules with UnicaZürn, so I can see no reason why we shouldn’t incorporate more vocal or rhythm-based structures &#8211; we’ve definitely been experimenting with them.</p>
<p><em><strong>Having asked that, have you already planned what your next release is going to be/sound like?</strong></em></p>
<p>David: ‘Temporal Bends’ was the result of a long period of experimentation, and we’ve done a lot of work since then; we’ve probably got enough material recorded to release a triple album, but we’re still in the process of distilling it down into one, which will hopefully be finished this year. David J Smith has played drums/percussion on some of the tracks and I’m very excited by the potential directions this next album could go in. In my head it’s sounding like a cross between Popol Vuh’s ‘Affenstunde’, Faust’s ‘So Far’ and Tangerine Dream’s ‘Electronic Meditation’ &#8211; but that’s just me! We also plan to release a recording of a performance we played at the Ironmongers Baths in London last year &#8211; sounds were transmitted via underwater speakers to an audience of swimmers &#8211; it was the most surreal gig I’ve ever played. As you can imagine, the analogue synths didn’t like the humidity &#8211; one of them exploded when we got it home.</p>
<p><em><strong>In the liner notes of “Dark Earth Distillery“ it says that the recordings are from three different performances. When listening to the album one can but wonder how that is possible as both sides of the vinyl “flow“ together. Can you say a few words about the working process?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/UnicaZürngig1small32.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8816" title="UnicaZürngig1small3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/UnicaZürngig1small32.jpg" alt="" width="250" height="374" /></a>David: We had been listening back to some of our live performances and decided that there were some which were good enough to release. We decided to treat the live recordings in exactly the same way we treat our studio improvisation recordings, the same way that Teo Macero and Holger Czukay would edit, splice and re-compose Miles Davis and Can respectively. It’s the way we always work in the studio, the only difference is that there was an audience this time. All the source material is from the live recordings, but we have processed the sounds, cross-faded them, and tried to create a new narrative with the sections we chose.</p>
<p><em><strong>Did you try to express with the title “dark earth distillery“ that it is possible to distill some positive elements (with the help of art?) from a world that is (becoming increasingly) dark?</strong></em></p>
<p>Stephen: It’s a cluster of images. For me it suggests the loam, the crush, weight of matter, the ‘heaviness’ of it all, condensed and compressed and refined, and from it some primal draft; an invigorating fuel, a new intoxicant, or a poison to end it. Also a ‘dark earth’ is an eclipsed earth, an earth in full shadow; night everywhere. And then it’s memories of travelling at night through foreign countries, playing concerts, pulling music out of East-European shadows or the London gloom. Also, I quit drinking some time ago and towards the end it was a melancholy pursuit, very solitary, conducted in the dead of night mostly.</p>
<p>Symbolism aside, I’m not sure the world is getting any darker than it’s ever been; we have antibiotics for pus-filled wounds, headphone voyages instead of backbreaking drudgery, we get to eat everything instead of everything eating us. I’m not dreamy-eyed about a past, I think I’m damn lucky to have been born in these times and in this place; if the burden I have to bear is postmodernism and 24-hour rolling misery on TV I think I’ve come out of the cosmic lottery <em><strong>pretty well!</strong></em></p>
<p><em><strong>I remember that when I interviewed you (David) years ago, you said that if you wanted so see people crouched behind laptops, you would go to an office. To what extent do you consider the interplay between electronic and acoustic instruments essential for that what you do?</strong></em></p>
<p>David: Ha! Personally I do find laptop performances rather boring to watch as a live spectacle… but each to their own… if it sounds good, use it.</p>
<p>As for blending electronic and acoustic instruments, I think acoustic instruments have so many overtones, such complexity of sound, that they cannot be ignored if you are interested in creating and manipulating audio textures. I’d say that the majority of sounds on “Temporal Bends’ were created with processed guitar, sax and clarinet. We also made a conscious effort to make any synths sound unrecognisable, and likewise, the acoustic instruments probably sound like synths. One of our favourite and most used live instruments is a little Yamaha mini keyboard which I bought in a car boot fair for a pound &#8211; once you put it through a couple of pedals it sounds beautiful and quite unique &#8211; it’s all over most of ‘Dark Earth Distillery’.</p>
<p>(M.G., U.S.)</p>
<p><a href="http://www.unicazurn.com/"><strong>UnicaZürn</strong></a></p>
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