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	<title>African Paper &#187; Val Denham</title>
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		<title>Das Opium der Schönheit. Interview mit Demian von Ô Paradis</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2016 06:44:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt Attribute, mit denen man sparsam umgehen sollte, wenn man über Musik spricht, und eines davon ist sicher das Wort einzigartig. Man sollte aber nicht allzu erschrocken sein, wenn es einem im Bezug auf Ô Paradis ab und an herausrutscht, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/03/26/das-opium-der-schonheit-interview-mit-demian-von-o-paradis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/demian.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-11786" title="demian" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/demian.jpg" alt="" width="262" height="170" /></a>Es gibt Attribute, mit denen man sparsam umgehen sollte, wenn man über Musik spricht, und eines davon ist sicher das Wort einzigartig. Man sollte aber nicht allzu erschrocken sein, wenn es einem im Bezug auf Ô Paradis ab und an herausrutscht, denn für einen solchen Fauxpas gäbe es Anlässe genung: Die Kunst, mit gesampleten Sounds originelle Kollagen zu zaubern, die gekrönt mit einer<span id="more-11782"></span> warmen Baritonstimme dann doch oft eingängige Songwritermusik ergeben; ein Händchen dafür, all dies mit dem erdigen Klang von Folkinstrumenten zu verbinden und ein magisches Gefühl entstehen zu lassen, das mehr ist als Romantik; ein Set an Stimmungen, das Sehnsuchtsvolles mit meditativer Entspannung zusammenbringt und so immer ein vertrautes Ô Paradis-Feeling entstehen lässt, dem der Gestaltwandel der stets in Entwicklung begriffenen Musik kaum etwas anhaben kann &#8211; all dies versteht der in der Nähe von Barcelona lebende Demian Recio mit seinen Mitstreitern auf eine Art umzusetzen, die meines Wissen kein Pendant hat. </strong></p>
<p><strong>Demian, der im Alltag Catalan spricht, aber auf Spanisch singt, betreibt sein Projekt nun seit mehr als fünfzehn Jahren, in denen es nie zu einem Stillstand kam. Auf jedem seiner Alben überwiegen bestimmte Spielweisen, Stimmungen oder der Klang bestimmter Instrumente, so wie die Orgel im Frühwerk oder die akustische Gitarre auf dem aktuellen <em><strong>„</strong></em>Llega el Amor, Asoma la Muerte&#8221;. Dazwischen fanden sich eher experimentell ausgerichtete Werke wie das feinsinnige „Cuando El Tiempo Sopla&#8221; oder das verstörend raue „La Bocca Del Infierno&#8221;, aber auch nahezu poppige Songalben wie „Pequenos Canziones De Amor&#8221; oder das reife „Naciemento&#8221; von 2014. Wie die meisten Musiker mit einem breiten stilistischen Repertoire hat Demian einen guten Sinn für kreative Dialoge, und so kam es im Laufe der Zeit zu zahlreichen Kollaborationen, Gastbeiträgen, Produzentenarbeiten und Splits. Das Tribute <a href="https://www.discogs.com/de/Various-Nada-Que-Perder-Una-Celebraci%C3%B3n-De-Paradis/release/6354150">„Nada Que Perder&#8221;</a>, auf dem fünfzehn Musiker aus verschienenen Ländern seine Songs interpretieren, ist auch dafür ein Dankesbeweis.<br />
</strong></p>
<p><strong>Viele seiner Alben haben inhaltlich einen zuminest ansatzweisen Konzeptcharakter, und doch scheint mir seine größere Stärke in großartigen Songs zu liegen. Das berührende „El Fin Del Mundo&#8221; vom „Naciemento&#8221;-Album, das entrückte „Tierra Preguntas&#8221; aus einer Kollaboration mit <strong>Nový Svět</strong>, „Las Vias Del Viento&#8221; v.a. in diversen Live-Umsetzungen und nicht zuletzt einige Stücke seines aktuellen Albums sind nur einige der unentdeckten Schätze, die wahrscheinlich weit mehr Menschen verzaubern würden, wenn die Band die verdiente Aufmerksamkeit hätte. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben, dass das irgendwann eintritt, und v.a. seinen kleinen Teil dazu beitragen. Ein Interview mit dem Musiker war also seit langem überfällig.</strong></p>
<p><a title="The Opium of Beauty. An Interview with Demian of Ô Paradis" href="http://africanpaper.com/2016/03/26/the-opium-of-beauty-an-interview-with-demian-of-o-paradis/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Da es hierzulande nur wenige Interviews mit dir gibt, würde ich gerne mit etwas allgemeinem anfangen. Was kannst du uns über deine Anfänge als Musiker berichten? Hast du vor Ô Paradis in anderen Bands gespielt?</strong></em></p>
<p>Ja, ich spielte in Perdita Durango, einer Art Post Punk-Duo, ebenfalls in einer Tex Mex-Band namens Dusminguet und in Los Sencillos, einer populären spanischen Popgruppe. Ô Paradis kam nicht nach, sondern bereits während all dieser Unternehmungen, aber dann beschloss ich irgendwann, dass ich nur Ô Paradis brauche. Mein einziges und eigenes Projekt, wo ich niemandem Rechenschaft schuldig bin.</p>
<p><em><strong>Wie ist Ô Paradis letztlich entstanden und welche neuen Dinge konntest du dort ausleben?</strong></em></p>
<p>Ô Paradis ist, was ich schon immer in anderer Musik finden wollte, aber nur selten fand. Eine nackte, aufrichtige Idee. Wie japanischer Minimalismus, aber vermischt mit englischem Folk und einem lateinischen Herzen. Ich denke immer, dass jeder einzigartig ist, wenn er nur ehrlich mit seiner Kunst ist.</p>
<p><em><strong>Welche Dinge inspirieren dich und geben dir Ideen für deine Musik? Kommen dir Ideen, wärend du Musik machst? Oder beginnst du auch manchmal mit einem ausgearbeiteten Konzept?</strong></em></p>
<p>Ich glaube, dass alles gleichzeitig passiert. Du bemerkst, dass alles, was du ließt, die Filme, die du schaust, was deine Freunde mit dir teilen, dass all dies zusammen ein Bild in deinem Geist erschafft, ein Bild von der Welt, und dabei zählt es nicht, ob es um Liebe oder den Tod geht, um Engel oder Teufel, sondern dass das Bild eine konkrete Farbe hat. All dies wird zu dem, was du glaubst, und es verändert sich ständig, denn es unterliegt dem Einfluss der Zeit, welche die Ideen erodiert wie das Wasser den Stein. Ein bestimmter moment kommt das zum Ausruck, wenn jemand den Wind oder die Wellen hört, aber es sind die Wellen, die zu dir kommen und nicht umgekehrt.</p>
<p><em><strong>In deinen Texten und dem Artwork finden sich immer wieder religiöse und spirituelle Motive ganz unterschiedlicher Herkunft. Ist das für dich ein wesentlicher Bestandteil von Ô Paradis? Welche Rolle spielt Spiritualität in deiner eigenen persönlichen Suche?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11788" title="oparadismirame" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame-300x180.jpg" alt="" width="300" height="180" /></a>Ich glaube an die spirituelle Erfahrung als eine Form des Verstehens, und dass uns nur eine Empathie, die zur Liebe führt, für Spiritualität empfänglich macht. Die Liebe für einen anderen Menschen ist nur ein Abbild der Liebe für das Ganze. Gott ist Liebe, und alle Religionen in ihrer erhabensten Philosophie akzeptieren dies, und so beziehe ich mich auf sie alle. Für mich ist die basalste Form der Religion das Ritual. Natürlich ist meine Musik voll von all diesen Gedanken. Auf der anderen Seite sehe ich mich aber auch als jemand, der im Konflikt mit all diesen Dingen steht, und so inspirieren mich ebenso die Schatten, die wir werfen, wenn wir uns diesem Licht aussetzen.</p>
<p><em><strong>Du hast vor einiger Zeit das Album „Llega el Amor, Asoma la Muerte” veröffentlicht. Was kannst du uns über seine Hintergründe erzählen?<br />
</strong></em></p>
<p>Ich denke, es ist ein sehr freies Album, das stark vom meinen persönlichen und musikalichen Erfahrungen zehrt. Man findet dort Pop, Latin, Folk, Experimentelles, Wave … das Witzige ist, dass ich irgendwann anfing, mit der spanischen Gitarre zu liebäugeln, und das gibt dem Album einen etwas einheitlicheren Sound. Was das Konzept angeht, alle Geschichten in den Songs handeln davon, wie wir durch Raum und Zeit gehen, und dass überall, wo uns die Liebe begegnet, auch der Tod wartet.</p>
<p><em><strong>Ich hatte immer den Eindruck, dass Ô Paradis hauptsächlich dein Projekt ist, an dem verschiedene Gäste mitwirken. Ist das nach wie vor so, oder gibt es mittlerweile so etwas wie eine Bandstruktur?</strong></em></p>
<p>Ja, so ist es, ich machte Ô Paradis von Anfang an allein, und das ist auch heute noch so. Wenn ich Instrumente brauche, die ich selbst nicht spielen kann, dann wende ich mich an Kollaborateure. In jedem dieser Fälle kamen reichhaltigere Harmonien und Melodien zustande, und somit ein vollständigeres Werk.</p>
<p><em><strong>Kannst du etwas zu den Leuten sagen, die bei dem neuen Album mitgemacht haben?</strong></em></p>
<p>Auf dem neuen Album hatte ich die Ehre mit Aloma Ruiz Boada zu spielen, einer Violinistin, die auch bei einigen Konzerten von Current 93 dabei war, sowie J., der bei einem Stück singt. Ich liebe seinen Gesang und sein Verständnis von Musik. Es ist großartig, mit Leuten zu arbeiten, die du magst oder liebst.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11789" title="todoslossantos" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos.jpg" alt="" width="845" height="479" /></a></p>
<p><em><strong>Ich spreche deine Sprache nicht, aber das bisschen, das ich verstehe, scheint sehr stark vom Zusammenhang von Liebe und Tod zu handeln, du sprichst es ja gerade schon an. Falls es da eine Art Konzept gibt, wie würdest du es umschreiben?</strong></em></p>
<p>Die Jugend impliziert in vielen Kulturen einen Sinn von Unsterblichkeit. In meinem Fall kommt eine Ahnung von Unendlichkeit hinzu. Ich betrachtete die Welt tatsächlich als eine bewegliche Masse schwingender Energie, die uns die gleiche Schwingung erfahren lässt und uns von all dem wegholt, was wir zurücklassen. Später verlor ich allerdings diesen „Glauben&#8221; an die Ordnung hinter dem Chaos. Dies schien ein chemischer Wandel in meinem Gehirn zu sein, der mich für einige Jahre ausfüllte, gepaart mit einem Bewusstsein dafür, dass der einzige wirkliche Wandel das Altern ist, und dass der Tod uns immer häufiger besucht. Gleichzeitig bekam ich jedoch auch ein viel verfeinertes Verständnis dafür, was es bedeutet, zu lieben. All dies brachte mich dazu, ein Album aufzunehmen mit dem Titel „Kommt die Liebe, folgt der Tod.” Wir sind wieder menschlich geworden und nur wir bekamen ein Bewustsein für die Begrenzungen des Sterblichen.</p>
<p><em><strong>Der Zusammenhang von Liebe und Tod hat die Menschen immer wieder fasziniert, aus Literatur und Kunst kennt man das Motiv vom Liebestod, es gibt die Umschreibung vom „Kleinen Tod&#8221; für den sexuellen Höhepunkt. Interessieren dich solche Themen? Wie denkst du gehören sie zusammen in der tragischen Existenz des Menschen?</strong></em></p>
<p>Der Orgasmus ist einer der wenigen Momente, in denen wir das Bewustsein verlieren, ich denke, dass da etwas sehr schönes zum Akt hinzu kommt, eine magische Erfahrung. Ich denke nicht, dass die Existenz tragisch ist, denn Existenz ist alles. Aber es ist klar, dass es auch nicht unsere Bestimmung ist, das Glück im unmittelbaren Vergnügen zu suchen. Wenn wir nur für den Augenblick leben, dann werden wir sehr oft sterben, nach jedem Orgasmus zum Beispiel, wie du es erwähnst. Obwohl wir wissen, dass der Tod kommen wird, denke ich, wir sollten diesen Gedanken beiseite schieben in unserem Projekt des Lebens.</p>
<p><em><strong>Ein Song wie „El Opio de tu Belleza” klingt für mich beinahe heiter, aber ich bin sicher dass es um wichtiges geht. Wie würdest du das Opium als Element der Schönheit beschreiben?</strong></em></p>
<p>Ich werde dir einen teil des Songs übersetzen:</p>
<p>Das Opium deiner Schönheit füllt den Nebel der Straßen der Vernunft.<br />
Ich gebe mein Wesen preis durch das Lächeln, das du meinem Herzen gibst.<br />
Ich verkaufe mein Leben für eine Nacht ohne Dornen.<br />
Der Tod folgt mir aufmerksam, und seine Tochter, die Vernunft, zupft am Ärmel.<br />
Am Boden wandelt die Lust, der Boden ist, was der Wind wischen wird…</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11790" title="10609455_709436972465949_2279979132994759572_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a>Welcher symbolische oder geografische Osten ist es, den du in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=VlWUtmRPPxo">„Por el Este”</a> besingst?</strong></em></p>
<p>Meine Frau ist aus der Ukraine, und als wir uns aus der Ferne unterhielten, jeder in seinem eigenen Land, ging es natürlich auch um den Konflikt mit Russland. Ich fand es traurig, dass der Ostwind dieses mal nur Feuer brachte. Das inspirierte mich zu dem Lied.</p>
<p><em><strong>Im Vergleich zu früheren Aufnahmen hat das Album einen starken Fokus auf akustischen Gitarren. Ist das eine Richtung, die du auch in Zukunft weitergehen willst?</strong></em></p>
<p>Ich hab keine Ahnung von meiner Zukunft oder der von Ô Paradis. Wenn ich ein Album aufnehme, gibt es da meist ein prägendes Instrument oder eine bestimmte Intention. Veränderung motiviert mich, vielleicht hat die Band deshalb heute viel weniger Anhänger, da die Leute gerne wissen wollen, wie es weiter geht, damit sie Sachen kategorisieren können.</p>
<p><em><strong>Gesampelte und verfremdete Sounds sind immer noch typisch für Ô Paradis. Wo findest du normalerweise deine Sounds, und wie arbeitest du mit ihren? Neigst du mehr zum Improvisieren oder zum Komponieren?</strong></em></p>
<p>Ich spiele mit Sounds wie ein Kind, und ich hab Geräusche an den ungewöhnlichsten Orten aufgenommen. Das Komponieren ist schon eine eher aufwendige Arbeit, es macht nicht immer so viel Spaß, denn du musst dabei ja dem Spiel einen Sinn geben, aber es ist notwendig, wenn du mit dem fertigen Werk zufrieden sein willst. Was das Angenehme und das Schwierige angeht, ich mag letztlich beides, den Spaß beim Arbeiten, aber auch das fertige Ergebnis. Ich denke, anfangs war alles improvisierter, heute dagegen eher kompositorisch. Es ist schwierig, die Balance zu finden zwischen cool und elaboriert, zwischen emotional und zufrieden.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11791" title="llega" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega.jpg" alt="" width="785" height="478" /></a></p>
<p><em><strong>Im Unterschied zu vieler „experimenteller” Musik sind deine Soundkollagen meist sehr eingängig und letztlich das Fundament von fast poppigen Songs. Manchmal ist das Klangmaterial regelrecht versteckt hinter der schönen Musik. Was macht für dich den Reiz aus, schöne Melodien und Harmonien zu erzeugen und dabei nicht auf ein herkömmliches Instrumentarium zu setzen?</strong></em></p>
<p>Man könnte sagen, dass ich versuche, eine gute Komposition mit unkonventionellen Mitteln zu erschaffen. Es kann leicht passieren, dass man sich in der Produktion verliert und eine gute Atmosphäre erzeugt, was legitim ist, aber ich schaue gerne dahinter oder davor, und dort kann ein Pop- oder Folksong sein.</p>
<p><em><strong>Kannst du was damit anfangen, wenn man deiner Musik eine „alchemistische” Eigenschaft nachsagt?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11792" title="11403386_858044630938515_638481905278679115_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Ich denke nicht, dass meine Musik diese transformative Qualität besitzt, aber das hängt natürlich von der Person ab, die es hört. Wenn jemand einen Song aufnimmt, der die Saiten der Seele einer anderen Person berührt, dann bewegt das vielleicht die Sensibilität dieser Person und eröffnet ihr neue Wege der Wahrnehmung. Wie dem auch sei, eine echte Transformation sollte für den Rest des Lebens sein, aber wenn sie so lange wie ein Song dauert, ist es ebenfalls nett.</p>
<p><em><strong>Wie groß ist das lokale oder regionale Element in deiner Musik? Ich frage das, da deutsche Hörer dich oft als iberischen, spanischen oder katalanischen Musiker bezeichnen…</strong></em></p>
<p>Ich identifiziere mich nicht mit den Leuten in meiner Umgebung. Weder mit den Spaniern, noch mit den Katalanen, noch mit den Europäern. Kulturell natürlich, und mehr noch in der Musik, habe ich Wurzeln im spanischen Pop, im englischen Folk, in deutscher und japanischer Electronica, in afrikanischen Rhythmen, im Rock und im amerikanischen Country, in südamerikanischer Melancholie, in den Landschaften Kataloniens&#8230; kurz gesagt, ich denke ich trinke aus jeder Quelle, aber ich tue es in den Stunden, wenn niemand sonst es tut.</p>
<p><em><strong>Du scheinst Kollaborationen sehr zu mögen, und wenn ich Escama Serrada, Thomas Nöla, Nový Svět oder Val Denham erwähne, ist das nur eine Auswahl an besonders wichtigen Musikern, mit denen du über die Jahre gearbeitet hast. Was macht für dich eine gute Kollaboration aus, und gibt es da eine, die du als besondere Wegmarke betrachtest?</strong></em></p>
<p>Es ist wunderschön, zu kollaborieren, wenn es passt. Ich kann sagen, dass mich fast alle Erfahrungen beim Aufnehmen mit anderen enorm bereichert haben. Die intensivste Kollaboration war die mit Nový Svět, denn ich fühle eine besondere Verbindung zu J. Außerdem halte ich die Arbeit mit Val Denham für großartig, mit der ich ein ganzes Album aufgenommen habe. Escama Serrada ist auch das Resultat einer großartigen Freundschaft, und Thomas Nöla ist eine Person, die ich bedingungslos bewundere.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11787" title="naiemento" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento.jpg" alt="" width="803" height="483" /></a></p>
<p><em><strong>Arbeitest du schon wieder an neuem Material? Was steht auf dem Plan für die nächste Zeit?</strong></em></p>
<p>Ich würde gerne eine Pause machen mit Ô Paradis. Mein Leben hat einige Veränderungen erfahren, seit das letzte Album aufgenommen wurde, als ob jemand eine dieser Kugeln mit einer weihnachtlichen Landschaft umgedreht hätte. Ich lasse erst einmal den Rest des Kunstschnees fertig auf die Plastikfiguren fallen und schaue dann, wie die Szenerie aussieht. Währenddessen würde ich gerne ein Album mit den für mich vierzig besten Song von Ô Paradis herausbringen, eine Compilation, die all den Menschen gewidmet sein soll, die da waren.</p>
<p><em><strong>Vielen Dank für das Interview!</strong></em></p>
<p>Ich danke dir, mein Freund!</p>
<p><strong><a href="http://oparadis.es">Offizielle Webseite von Ô Paradis</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/oparadis.official/">Ô Paradis @ Facebook</a></strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/_1nxl-f_9ec" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/Yl8xgB95G80" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>The Opium of Beauty. An Interview with Demian of Ô Paradis</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2016 06:43:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[As there are only a few interviews with you in German, I would start with something common. What can you tell us about your first creative endeavors as a musician? Did you play in bands before Ô Paradis? Yes, I &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/03/26/the-opium-of-beauty-an-interview-with-demian-of-o-paradis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>As there are only a few interviews with you in German, I would start with something common. What can you tell us about your first creative endeavors as a musician? Did you play in bands before Ô Paradis?</strong></em></p>
<p>Yes, I was playing with Perdita Durango, a project which was kind of a post-punk duo, with Dusminguet, a band of Tex-Mex style and with Los Sencillos, a quite famous Spanish pop band. Ô Paradis didn&#8217;t come after, but during all these approaches, yet at some point I decided I just needed Ô Paradis. My one and only project where I don’t need to answer to anyone.</p>
<p><em><strong>What was your impulse to form Ô Paradis, and what do you regard as new, compared to the things you did before?</strong></em></p>
<p>Ô Paradis is what I tried to find in other music but rarely found. A naked, sincere idea. Like Japanese minimalism, but mixed with English folk and Latin heart. I always thought that if you are honest with your art, then you&#8217;l be unique, because everybody is just different.</p>
<p><em><strong>Which are the things that inspire you or give you ideas for creating new music? Do you get your ideas while playing? Or do you rather tend to start with the concepts or subjects you sing about?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame-300x1801.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-11892" title="oparadismirame-300x180" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame-300x1801.jpg" alt="" width="300" height="180" /></a>I believe that everything happens at the same time. You realize that everything you read, the movies you watch, what your friends share with you, everything is gestating an image in your mind, a picture of the world. It doesn&#8217;t matter if its about love or death, about angels or devils, this image has a concrete color. All this turns into what one believes, and it changes constantly, cause it obeys time, which erodes any idea like the water does to the stones. The very moment is expressed through someone when a person hears the wind or watch the waves come, but it is the waves that come to you, and not the other way around.</p>
<p><em><strong>Your lyrics and imagery are full of religious or spiritual motifs from various sources. Do you see this as an integral part of Ô Paradis? What role do spiritual or esoteric subjects play in your personal quest?</strong></em></p>
<p>I believe that spiritual experience is born of understanding, therefore only from empathy that leads to love can comel flashes of spirituality. Love for another person is just a human replica of love for the whole. God is love, and all religions in their most sublime philosophy accept this, so I like to peck them all. For me, the most primitive aspect of religion is ritual. Of course, my music is full of all these thoughts. On the other hand I also consider myself a person in conflict with this/his life, so its also the shadows that inspire me, the shadows we project, when we&#8217;re exposed to this light.</p>
<p><em><strong>You just have released a new album named “Llega el Amor, Asoma la Muerte”. What can you tell us about its background and development? Which particular elements does it show compared to previous works?</strong></em></p>
<p>I think it’s a very free album, that drinks so much of my personal as well as my musical experiences. We can find pop, Latin, folk, experimental, wave … the funny thing is that I started flirting with the Spanish guitar, and this has given a more uniform sound to the work. As to the concept, all stories end from the point of view in which we believe that we walk through time and space, so when love comes, death always hovers.</p>
<p><em><strong>In the past I had the impression that Ô Paradis is mainly your project with changing contributors. Is this still the case or is there a band structure nowadays?</strong></em></p>
<p>You are right, from the beginning I worked alone in Ô Paradis, and this remains until today. When I need instruments that I can&#8217;t play, I call collaborators. In any case I have been enriched harmonies and melodies to enjoy a more complete work.</p>
<p><em><strong>Can you introduce the people who joined you in creating the new album?</strong></em></p>
<p>On the new album I had the honor of having Aloma Ruiz Boada on the violin, who had joined Current 93 in some concerts, and J. voice in a song, I love his vocal art and the way he understands music. Its a pleasure to work with people you like or you love.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11893" title="todoslossantos" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos1.jpg" alt="" width="845" height="479" /></a></p>
<p><em><strong>I don’t speak your language, but as far as I get some meaning, the new album deals with the connections between love and death, you have already mentioned this subject. As far as there is a (clear or vague) concept, what is the main idea behind it?</strong></em></p>
<p>In many cultures, youth implies a sense of immortality. In my case, an intuition of infinity is added. In earlier years, I really perceived the world as a shifting mass of vibrating energy, which brings us to experiences the same vibration, and moves us away from what we were leaving behind. Later on I lost this “faith” in the order behind the chaos. This was a chemical change in my brain, I guess, subject to fulfilling past years go, and awareness that the only thing that changes is our aging, and that death will visit us more often every time. At the same time I developed a more refined understanding of what it means to love. All this led me to record an album whose title is “Comes love, pokes death.” We have become humans again and only we become aware of the limitations of mortality.</p>
<p><em><strong>The context of love and death fascinated humans for ages, be it literary motifs like “love-death” or an idiom like “the little death” for the sexual climax. What fascinates you in this connection? How do you think do they belong together in the tragic existence of man?</strong></em></p>
<p>When we have an orgasm, it is one of the few times that we lose consciousness, I personally think this is a lovely thing added to the act, a magical experience. I do not think existence is tragic, cause existence is everything, but what is obvious is our mission that is not to be happy from immediate pleasures. If we think just in the moment, we will die very often, after every orgasm as you mention for example. Although we know that death will come, I think we should set aside this thought of our vital project.</p>
<p><em><strong>A song like “El Opio de tu Belleza” sounds quite uplifting in my ears, yet I’m sure the lyrics are rather sincere. How would you describe the “opiate” element in beauty itself?</strong></em></p>
<p>I will try to translate a part the song to you:</p>
<p>The opium of your beauty filled the fog of the streets of reason.<br />
I abandom my nature by a smile that you sell to the heart.<br />
I trade with my life for a night without thorns.<br />
Death follows me closely with curiosity, and her daughter, the truth, pulls her sleeve.<br />
On the ground walks pleasure, the floor is what the wind came to sweep …</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x3001.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-11894" title="10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x3001.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a>Which symbolic or geographic east is it that you evoke in “Por el Este”?</strong></em></p>
<p>My wife is Ukrainian, and as we spoke to each other from the distance, each of us in our own country, of course we tried the conflict with Russia. To me it was sad that the eastern wind just brought fire this time. This inspired the song.</p>
<p><em><strong>The album has a strong focus on acoustic guitars compared to most of your previous works. Is this a direction where you will go more often in the future?</strong></em></p>
<p>I have no idea about my future and the future of Ô Paradis. Usually, whenever I record an album, there is a predominant instrument or a specific will. Change motivates me a lot, maybe that’s why the band has far fewer followers now, I think people need to know where things will go, so they can label them.</p>
<p><em><strong>Still, sampled and treated sounds are sort of a trademark of Ô Paradis. Where do you normally find your sounds and in which way do you (technically) work with them? Are you more an improvisor or a composer?</strong></em></p>
<p>With the sounds I play like a kid, and I’ve taken noises at the most unlikely places. The composition is a more laborious task, not always great fun, because it imposes to make sense to the game, but its necessary if you want to feel more satisfied when the work is finished. Between comfortable and hard I choose both, to enjoy when working, but also to hear the final result and give it almost over. I guess at first were more improvisational and now we&#8217;re more compositional. It is difficult to find the balance between cool and sophisticated, between emotional and content.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11895" title="llega" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega1.jpg" alt="" width="785" height="478" /></a></p>
<p><em><strong>In contrast to many other “experimental” musicians your sound collages are never difficult to listen too, but integrated in often poplike song structures. Sometimes the various sound material is almost hidden beneath the beauty of the music. What is the appeal for you to create lovely melodies and harmonies not only by keyboard or the usual rock instruments?</strong></em></p>
<p>You can say I try to create a good composition without using conventional means. It’s easy to get lost in the production and create a good atmosphere, which is completely legitimate, but I&#8217;m more focused on what&#8217;s behind or in front it, and this might be a pop or folk song.</p>
<p><em><strong>Is it ok for you if one attests your music an “alchemical” quality for this?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x2251.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-11896" title="11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x225" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x2251.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>I do not think my music has that transformative quality, but this depends on the listener. If someone records a song, and it touches the strings of the soul of another person, then it can perhaps stir the sensitivity of the person and open new ways for him or her to perceive. In any case, a real transformation should be for the rest of a life, but if lasts as long as a song, it is also nice.</p>
<p><em><strong>How big is the local or regional aspect in your music? I ask this because German listeners often call you the Iberian, Spanish, Catalan musician…</strong></em></p>
<p>I do not identify with the people around me. Neither the Spanish nor the Catalans, nor with Europeans. Of course culturally, and more specifically in music, I have roots in Spanish pop, English folk, German and Japanese electronics, African rhythms, rock and American country, South American melancholy, the landscapes of Catalonia … in short, I think I drink from any source, but I try to do it in hours when no one else is doing it.</p>
<p><em><strong>Seems you like collaborations a lot, and when I quote Escama Serrada, Thomas Nöla, Nový Svět or Val Denham, they are just a small number of musicians you have worked with over the years. What makes a collaboration a good one, and is there on project or album that you regard a a special milestone?</strong></em></p>
<p>To collaborate is beautiful, to tell the truth. In my case, almost any the experiences I’ve had in recording with others have enriched me enormously. The most intense collaboration was with Nový Svět, because I feel a special connection with J. I Also enjoyed working with Val Denham, with whom I recorded a great album, as I think. To work with Escama Serrada I also consider as the result of a great friendship, and Thomas Nöla is a person I admire unconditionally.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11897" title="naiemento" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento1.jpg" alt="" width="803" height="483" /></a></p>
<p><em><strong>I’m sure you are working on new stuff again. What’s on your plan for the next months?</strong></em></p>
<p>I would like to take a break from Ô Paradis. My life has undergone many changes since the last recording, as if someone had moved a Christmas ball, those that have a snowy landscape. I’ll let the false snow rest again over the plastic figurines and see how the scene will look like. While this happens, I would like to release an album with the forty best songs from Ô Paradis, in my criteria, and launch a compilation dedicated to the people who were there.</p>
<p><em><strong>Thank you very much for the interview!</strong></em></p>
<p>Thanks to you my friend!</p>
<p><strong><a href="http://oparadis.es">Website of Ô Paradis<br />
</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/oparadis.official/">Ô Paradis @ Facebook</a></strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/_1nxl-f_9ec" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/Yl8xgB95G80" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/mTi9HKlCYTY" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>TRANART &#8211; Interview mit der Sängerin und Malerin Val Denham</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/01/val-denham-interview/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Black Sun Productions]]></category>
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		<description><![CDATA[Sollte irgendwann einmal jemand die Biografie von Val Denham schreiben, so wäre das Werk im gelungensten Fall auch eine kleine Geschichte englischer Gegenkultur, gespiegelt im Leben einer facettenreich schillernden Person. Keine der unzähligen kreativen Begegnungen konnten die selbstbewusste Musikerin und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/val-denham-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/valtop.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-269" title="valtop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/valtop.jpg" alt="" width="165" height="150" /></a><strong>Sollte irgendwann einmal jemand die Biografie von Val Denham schreiben, so wäre das Werk im gelungensten Fall auch eine kleine Geschichte englischer Gegenkultur, gespiegelt im Leben einer facettenreich schillernden Person. Keine der unzähligen kreativen Begegnungen konnten die selbstbewusste Musikerin und Malerin, die einst den Entschluss fasste, kein Mann sein zu wollen, von ihrem eigenen Weg abbringen.</strong><span id="more-267"></span> <strong>Unterwegs leistete sie ihren Beitrag zur ersten und einzigen „Industrial“-Bewegung, wurde aus reinem Selbstverständnis heraus zu einer Repräsentantin einer auch spirituell grundierten Queer Culture, wie sie von den akademischen Genderphilistern seit jeher gerne ignoriert wird. Unterwegs kreuzte sich ihr Weg mit Künstlern wie den Neubauten, Merzbow, The Hafler Trio, Marc and the Mambas und unzähligen mehr, und auch heute noch ist ihr künstlerischer Drang so vital wie eh und je. Ein arriviertes Frührentnerdasein, mit dem sogenannte Szeneveteranen oft ein etwas unschönes Bild abgeben, ist ihr fremd, vielmehr ist sie stets auf der Suche nach Neuem und dabei bereit, überraschende Verbindungen zu knüpfen. So erschien zuletzt ein Album mit dem Katalanen Demian Recio alias Ô Paradis, der als Repräsentant einer Nachfolgegeneration von einigen zu Unrecht übersehen und überhört wird. Nachdem Val Denham in unserem Sprachraum viel zu selten zu Wort kam, ist das neue Album ein Anlass für das folgende Interview.</strong></p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Du hast gerade das Album “Transform Thyself” herausgebracht, zusammen mit Ô Paradis aus Barcelona. Wie bist du mit Demian in Kontakt gekommen, und wie entstand die Idee zu diesem Album?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Vor einiger Zeit nahm ich ein Album namens “Somewhere Between Desire and Despair” auf, das war 2008 zusammen mit Black Sun Productions für das amerikanische Label Tourettes Records. Demian von Ô Paradis hatte zur gleichen Zeit sein Album “Pequenas Canciones De Amor” beim gleichen Label herausgebracht. Joseph Noark, der Tourette betreibt, schickte mir einen Pack neuer Veröffentlichungen, und das einzige, was mich komplett umgehauen hatte, war Ô Paradis. Es war wohl so, dass ich ihm eine Nachricht über MySpace zuschickte, um ihm zu sagen, wie sehr ich das Album mochte. Er schrieb zurück, dass ihm meine Sachen auch sehr gut gefielen und hatte die Idee, wir könnten ja mal ein Stück zusammen aufnehmen, sozusagen als eine Art Experiment. Als er mir eine Datei zuschickte und ich dazu sang, entstand als erstes unser Song “Glow”. Wie auch immer, er war vollauf begeistert. Wir waren beide ziemlich überrascht darüber, wie gut wir zusammen arbeiten konnten, und so schickte er mir weitere Musik, und wir entschieden dann schon bald, daraus gleich ein ganzes Album zu machen.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Heat-of-Summer.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5020" title="Heat-of-Summer" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Heat-of-Summer-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Demians Kompositionsweise ist sehr experimentell, er scheint sehr am Material der Klänge orientiert zu sein. Dennoch ist das was er macht, meistens sehr schöne, eingängige Popmusik. Kennst du frühere Aufnahmen von ihm, und wie stark warst du selbst in den Aufnahmeprozess involviert?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ich hatte mit der Musik auf dem Album gar nicht so viel zu tun, dennoch hab ich sehr viel dazu beigetragen, indem ich Sachen sagte wie “nimm das lieber raus, ändere jenes, hier ist zu viel Delay, vielleicht etwas Perkussion an der Stelle, das hier hätte ich gerne nur mit Piano“ u.s.w. Ich hatte mehr oder weniger die Reihenfolge der Songs bestimmt, aber wir waren da anscheinend auch stets d’accord. Demian hat praktisch die ganze Musik und die Instrumente beigesteuert.</p>
<p align="JUSTIFY">Vor meiner ersten Veröffentlichung bei Tourette hatte ich nie etwas von Ô Paradis gehört. Es ist sehr angenehm mit ihm zu arbeiten, wohingegen ich selbst manchmal schon eine sehr anspruchsvolle Diva sein kann!</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>In deinen Texten verwendest du oft herkömmliche Formen (z.B. Paarreime), während sich inhaltlich mehr oder weniger alles um Freiheiten und um das Experimentieren dreht. Ist das eher Zufall, oder war der Kontrast zwischen Form und Inhalt beabsichtigt?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ich kontrastiere ständig. Ich liebe es, auszuprobieren was passiert, wenn du verschiedene Dinge zusammenpackst. Ich bin gerne konservativ auf eine traditionelle, historische Art und Weise. Ebenso sehr bin ich allerdings auch sehr experimentierfreudig, manchmal sogar extrem. Dualität ist der Schlüssel zur Valworld.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Transformation in verschiedenen Formen und das Rebellieren gegen Einschränkungen scheinen zentrale Motive des Albums zu sein. Der Transgender-Aspekt wird dabei sicher nicht erst durch Hintergrundwissen offenbar. Siehst du „Transform Thyself“ dahingehend als eine Art Konzeptalbum?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Hmmmm……….Ich habe nie darüber nachgedacht, ob es ein „Konzeptalbum“ ist, aber ich vermute, dass es eins ist. Ich mache einfach mit meinem persönlichen Projekt weiter, das sich komplett um mich dreht. Du kannst sagen, dass es in dem Album um Transgender-Fragen geht, aber es geht ebenso um Optimismus, im Gegensatz zu den üblichen Darstellungen der tragischen Transe, die im falschen Körper steckt und denkt „ich sollte mich umbringen, warum tut Gott mir das an?“ Ich sage nur „ist es nicht wunderbar!“</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Diese mutigere und selbstbewusste Alternative scheint dir ein besonderes Anliegen zu sein..</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ja, es ist höchste Zeit für eine positivere Einstellung gegenüber der eigenen Transsexualität. Anscheinend sind wir da, wo die Schwulen und Lesben in den frühen Sechzigern waren. Ängstlich, unterwürfig, verlegen und voller Furcht vor irgendwelchen Angriffen. Ich denke, wir sollten aus der Deckung heraus kommen und sagen „Ich bin Transgender und stolz darauf!“ Wenn du daraufhin deine Familie oder deine Freunde verlierst, dann können die dich eben mal, auf solche Leute bist du in deinem Leben sowieso nicht angewiesen. Hör auf zu jammern und danke Gott für das Geschenk, Transgender zu sein. Wenn ich irgendwelche Formulare ausfüllen muss, dann heißt es da immer „Männlich/Weiblich“, ich streiche es jedes mal durch und schreibe “Transgender”. Wenn die Leute meinen, sie müssten lachen, geh weiter! Die Wahrheit ist natürlich, dass das alles auch witzig ist. Ich bin kein Mann, ich bin keine Frau. I’m a chick with a dick, I’m transgender. Get over it.</p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Copy-2-of-Cyclobe-inner-full.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5021" title="Copy-2-of-Cyclobe-inner-full" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Copy-2-of-Cyclobe-inner-full.jpg" alt="" width="723" height="367" /></a></p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Ich denke, dass das Leben für jemanden außerhalb des Mainstreams über die Jahre leichter geworden ist, aber manchmal bekommt man das Gefühl, dass sich da eine Art Rückschlag anbahnt. Siehst du das ähnlich?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Sollen sie einen doch am Arsch lecken. Na kommt schon ihr hirntoten debilen Aschlöcher, verbrennt mich doch, ich bin eine Scheiß Hexe.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Mut, Optimismus, Lebensbejahung, aber das ganze ohne abgedroschenen „Think Pink“-Kitsch. Dazu fällt mir dein Faible für klassisches Kabarett und für frühe Filmstars wie Louise Brooks ein. Was fasziniert dich so an dieser Periode des 20. Jahrhunderts, und wo siehst du Parallelen zu deiner eigenen kreativen Arbeit?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ich sehe mich oft als jemanden, der immer noch im 20. Jahrhundert lebt! Meine Malerei ist stark beeinflusst von den Malern des 20. Jahrhunderts, und es ist wohl nicht zu überhören, dass meine Musik ihre Wurzeln in den 70ern hat! Was kommt wohl dabei heraus, wenn du David Bowie, Iggy Pop, The Velvet Underground, Tiny Tim, Marc Bolan, Kate Bush, John Lydon und Syd Barrett zusammenmischst? Richtig, die schrille Stimme der Val Denham! Ich will nicht wie Take That klingen, ich will mich anhören wie Alice Cooper! Ich sammle Keramiken der 50er und 60er Jahre, sie stehen überall bei mir herum. All die Filme, die ich liebe, Fernseh-Shows, Platten, Bücher stammen aus dem letzten Jahrhundert. Ich stehe total auf Lotte Lenya und Kurt Weil! “Oh moon of Alabama! We now must say goodbye!” Ich liebe es, mit meiner Frau dazu zu tanzen. Wir tanzen ebenso wie die Verrückten zu dem Rolf Harris-Song “Sun Arise”. Ich würde am liebsten Coveralben aufnehmen mit all den Songs, die ich aus der alten Zeit liebe. Gelegentlich mag ich schon auch neuere Sachen, ich mag Seasick Steve und Portishead, aber auch die haben sowieso eine Art Retro-Feeling.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>In einem Interview erwähntest du mal, dass dein früheres Album “TransBrtiannia” auf den Film “Transamerica” anspielt. Ich denke für einen Mainstream-Film ist die sympathische aber keineswegs gönnerhafte Darstellung einer Person, die von der Norm abweicht, sehr gelungen. Wie denkst du generell über die Präsentation von Menschen außerhalb der (sexuellen) Norm in Film und Fernsehen?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Louise-absintheTranart-news-copy-854x1024.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5023" title="Louise-absintheTranart-news-copy-854x1024" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Louise-absintheTranart-news-copy-854x1024-250x300.jpg" alt="" width="250" height="300" /></a>Ich mag den Film “Transamerica” sehr, wenngleich die Besetzung der transsexuellen Rolle mit einer „genetischen“ Frau ein ziemlicher Makel ist! Felicity Huffman hat wirklich einen großartigen Job gemacht, aber es ist wie wenn du einen weißen Kerl schminkst, damit er einen Farbigen spielen kann. Gibt es denn keine transsexuellen Schauspieler in Hollywood? Es ist wirklich bedauernswert, dass Leute aus der Transgender-Ecke oft als psychopathische Killer präsentiert werden. Sie wirken schräg und furchteinflösend, also müssen sie gefährlich sein. Beispiele wie Norman Bates, Buffalo Bill in “Silence of the Lambs”, der Killer in “Dressed to Kill”, sogar Heath Ledger als Joker in BatMan kleidete sich als eine Krankenschwester, wo er ja ebenso gut ein Krankenpfleger sein könnte. Dennis Hopper trug Lippenstift in “Blue Velvet“. Es gibt anscheinend nichts angsteinjagenderes als ein Mann in einem Kleid mit einem Messer in der Hand.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>In einigen deiner Lyrics (etwa in “I Try to Kill the Man” oder “Flowers in the Trenches”) kommt die Wichtigkeit sexueller Identität zur Sprache, auch wenn das mit dem biologischen Geschlecht, das einem in die Wiege gelegt wird, nicht zwangsläufig übereinstimmen muss. Was hältst du von akademischen Theorien wie denen von Judith Butler, nach denen Geschlechteridentitäten nicht nur als fiktiv, sondern auch als schädlich verstanden werden, insofern dass es eigentlich egal ist, ob man Mann oder Frau ist?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Das mag ja eine nette Idee sein, aber wahr ist, dass ich in einer grobschlächtigen Bar voll mit betrunkenen jungen Männern grundsätzlich vortäusche, zu 100% Frau zu sein. Denn sogar aggressive junge Männer behandeln mich respektvoll, da ich theoretisch deren Mutter sein könnte. Ich trage kein T-Shirt mit der Aufschrift “I’m a Tranny!” quer über der Brust. So kann ich militant sein, aber nur wenn es auch sicher genug ist. Ich habe keine Lust, den Märtyrer zu spielen. Manchmal muss man vorsichtig sein.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Auf „Transform Thyself“ beziehst du dich auf den Mythos von Ikarus und dessen Versuch, zur Sonne zu fliegen, der üblicherweise als pessimistische Allegorie menschlicher Hybris gewertet wird. War es auch ein bisschen provokant gemeint, den Mythos zu dekonstruieren und den Helden zum erneuten Flug aufzufordern?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ja, es geht einfach darum, dich wieder aufzuraffen. Wer fällt, kann auch wieder aufstehen. Es ging im Grunde nur um mich selbst. Ich bin durch eine ziemlich verzweifelte Phase gegangen, ich wurde geschieden, verlor meinen Beruf und meine Kinder und mein Zuhause und fühlte mich in jeder Hinsicht überflüssig. Ich hasste mich selbst, nahm Drogen und wollte eine Frau sein.</p>
<p align="JUSTIFY">Dann verließ ich London, nachdem ich einundzwanzig Jahre dort gelebt hatte und ging zurück nach Yorkshire, von wo ich eigentlich komme. Ich traf meine erste Freundin, heiratete wieder und wurde eine Frau. Ich war nie zuvor glücklicher in meinem Leben, wie ein Phoenix entstand ich neu aus der Asche. Ich mag die Idee eines Ikarus, der sich immer wieder neu erhebt, weil es so unmöglich ist. Aber unmögliche Dinge passieren ständig. Allein die Vorstellung, dass ich meine erste Liebe heirate und ein großes Mädchen bin. Unglaublich.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Wolf-Cross-T-shirt-small-670x1024.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5025" title="Wolf-Cross-T-shirt-small-670x1024" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Wolf-Cross-T-shirt-small-670x1024-196x300.jpg" alt="" width="196" height="300" /></a>Siehst du ein tragisches Element in deiner Musik und Malerei? Du hast Formulierungen wie „Somewhere (In-)Between Desire And Despair“ wiederholt in Titeln verwendet…</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ja, ich liebe ein bisschen Tragödie in der Kunst, ich denke es ist einfach interessanter. Ich kann fröhliche, heitere Musik nicht ausstehen! Ahhhhhhhhh! Dieser eine Song von den Carpenters, “I’m on the top of the world”. Ich hasse das! Aber ich verehre “Superstar”. Ich habe eine dunkle Seite und die kommt häufig in meiner Kreativität zum Vorschein, mehr als in der Realität. Ich bin am Unterbewussten interessiert, und an den Schatten in unseren Träumen.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Es gibt von dir ein älteres Motiv mit einem gekreuzigten Wolf, der seinem Schicksal mit einem wilden Schrei trotzt, irgendwie passt das ja auch ganz gut zu der Stimmung des neuen Albums. Da du auch schon heftige Kritik am Papst geäußert hattest, würde mich interessieren, wie deine Haltung generell gegenüber dem Christentum und Werten wie Demut ist.</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ich bin kein Christ, aber spirituell. Irgendwie links von der Mitte auf gewisse Weise agnostisch. Ich glaube an den Altruismus. Das Richtige zu tun. Aber das sollte mit Empathie geschehen. Manchmal kann ich ganz schön Scheiße sein, und muss den Menschen in meinem Leben vor den Kopf stoßen. Aber ich bin nicht gut darin, mit Schuld umzugehen. Ich mag es, ein einigermaßen reines Gewissen zu haben. Wenn die Religion den Leuten hilft, bessere Individuen zu sein, dann ist es mir recht, aber ich brauche das nicht. Ich weiß was richtig und falsch ist. Demut? Nein……..wozu? Ich weiß, dass ich besonders bin. Soll ich so tun, als wäre es anders?</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Zu deinen Bildern generell: Kannst du unseren Lesern etwas über deinen Werdegang als Malerin erzählen?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Oh Mann. Na ja, ich habe auf meiner Webseite eine Biographie, die sich ausführlich mit meiner Vergangenheit auseinandersetzt, aber was soll’s: Von 1974 bis 1979 besuchte ich das Bradford College of Art und von 1979 bis 1981The Royal College of Art in London. Ich habe Cover für Künstler wie Marc Almond, Marc and the Mambas, PTV, Throbbing Gristle etc. gemacht. Ich hatte eine Reihe von Jobs, z.B. war ich der Hausgraphiker der Waltham Forrest Council Welfare Benefits-Abteilung. Das habe ich 13 Jahre lang teilzeit gemacht. Das ist mein beschissener Lebenslauf!</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Da du in verschiedenen Bereichen arbeitest, würde es uns interessieren, auf welches Medium du dich konzentrieren würdest, wenn du dich für eines entscheiden müsstest.</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Beides ist wichtig für mich. Ich liebe das Malen, aber ich mache ebenso gerne Musik. Es ist für mich das gleiche. Manchmal nenne ich die Aufnahmen “Audiozeichnungen”. Ich mache einen neuen Song oder ich male ein neues Bild, es ist beides aufregend für mich.</p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Val-drawing.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5026" title="Val-drawing" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/Val-drawing.jpg" alt="" width="929" height="675" /></a></p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Ein wiederkehrendes Motiv in deiner Malerei sind Porträts, viele kennen wahrscheinlich deine Darstellungen von Jhonn Balance, Marc Almond, David Tibet oder Antony. Du scheinst sehr oft typische Elemente und Symbole mit einzubeziehen, um die Essenz der Person einzufangen. Kannst du etwas über deine Arbeitsweise sagen? Wie wichtig ist die Freundschaft zu den Personen und die Tatsache, dass du ihre Musik magst?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Du musst die Musik mögen. Wie könnte ich ein Bild von N Dubz malen? Ich könnte es einfach nicht. Wie könnte ich ein Porträt von Billy Bragg anfertigen? Ich könnte es nicht! Ich denke nicht, dass man mit den Musikern befreundet sein muss, aber man muss mögen, was sie machen. Ich versuche, Elemente in die Gemälde zu integrieren, die auf gewisse Weise Teil der Person sind. So ist auf dem Porträt von David Tibet auch ein Auszug aus einem seiner Gemälde zu sehen. So ist das fertige Bild dann sehr nah an David Tibet. Es ist fast als hätte ich diese Leute in den Bildern eingefangen.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>In meiner Rezension habe ich deine Bilder sehr allgemein mit Popart umschrieben. Das Cartoonhafte, und überhaupt der „Lowbrow“-Zugang zur Welt erinnerten mich daran, wohingegen deinen Motiven das Konsumverliebte fehlt, das man immer gerne mit Popart assoziiert.</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ich interessiere mich nicht für Konsum oder für Produkte oder Objekte. Dennoch, “Popart” passt schon irgendwie ganz gut. Ich denke, Amerikaner würden es “Pop Surrealism” nennen. Für mich ist es reiner “Valismus”, ich ändere meinen Stil sehr oft, und so mutiert der Charakter meiner Bilder ständig vor und zurück. Das einzig verbindende Element ist meine eigene Psychologie. Ich gehe vom Realismus zum Expressionismus, je nach dem was mir mein Unbewusstes gerade sagt. Valismus hat nicht sehr viele Regeln.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Beobachten, Sehen und Gesehenwerden scheint in deinen Bildern eine Rolle zu spielen: Augen kommen häufig vor, und auch bei deinen Selbstporträts scheint das zur Schau stellen eine Rolle zu spielen. Was fasziniert dich daran?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Wer weiß? Ich müsste mein Unbewusstes danach fragen!</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Waren deine Arbeiten mit Massimo und Pierce und zuletzt mit Demian einmalige Sachen, oder sind Fortsetzungen geplant?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Ich bin jederzeit bereit wieder mit Black Sun Productions zu arbeiten, sie sind so tolle Jungs. Was Demian betrifft, wir spielen mit dem Gedanken an ein weiteres Album. Wer weiß? Aber ich bin definitiv bereit dazu.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Bist du immer noch in Kontakt mit Bruce La Fountain von The Sword Volcano Complex?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Oh Gott! Ja!!!! Wir mailen uns und telefonieren häufig! Bruce ist einer meiner besten Freunde. Ich liebe ihn über alles. Bruce hat ein fantastisches Album fertig, das rauskommen wird, sobald er das mit den Labeln geregelt hat. “Cinnamon for the Phoenix”. Ich habe das Cover gemacht und ich singe auf drei Stücken. Es ist wirklich ein Hammeralbum. Der Typ ist ein Genie und einer der süßesten, loyalsten, authentischsten Menschen, denen ich je begegnet bin. Wenn ich nicht schon verheiratet wäre, würde ich ihn heiraten.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/The-Blue-Lovers.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5028" title="The-Blue-Lovers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/The-Blue-Lovers-221x300.jpg" alt="" width="221" height="300" /></a>Diese Frage bezieht sich auf die (weit zurückliegende) Vergangenheit, aber kannst du uns ein paar Sachen über deine frühe Band The Death and Beauty Foundation (Einflüsse etc.) sagen? Wo siehst du die meisten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen damals und heute?</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Na ja, The Death and Beauty Foundation waren wirklich eine Art “Industrial”-Band. Anfangs sehr experimentell und dann beschloss ich, dass anständige Melodien herbei mussten. Deswegen gab es am Ende nur noch Oli Novadnieks, den Gitarristen, und mich. Wenn wir auftraten, improvisierten wir ziemlich, und uns gefiel es, die Leute zu nerven, indem wir ihnen das Gegenteil von dem boten, was sie eigentlich erwartet hatten. Oft hielt ich zu Beginn eine Rede und manchmal war es wie Performancekunst mit Klang. Oli und ich hatten dann eine lange Phase, in der wir Alben auf Kassetten aufnahmen, die allein für uns bestimmt waren! Jetzt mache ich meine eigenen limitierten CD-Rs, aber die sind ziemlich „lo-fi“, weil ich immer das gleiche Fostex-4-Track-Aufnahmegerät verwende, auf der Oli und ich die Kassettenalben aufnahmen. Das letzte dieser Alben hieß „MAD“. Jetzt bin ich gerade auf digital umgestiegen und habe etwas besseres Equipment, so dass künftig die selbst veröffentlichten CD-Rs endlich etwas professioneller klingen! Es gab immer einen ziemlichen Unterschied zwischen meinen limitierten CD-Rs und den offiziellen Alben, aber der ist jetzt kleiner geworden. Ich benutze Computerprogramme wie “Acid-Pro” und ich passé jetzt eher auf, was ich künftig veröffentlichen werde. Mein Sohn hat mir ein schickes Mikrofon besorgt, es ist das gleiche, mit dem auch Amy Winehouse aufnimmt! Deswegen ist es mit dem amateurhaften Schlafzimmerklang vorbei. Das Ende einer Ära. Geburt einer neuen.</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><em>Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine nächsten Abenteuer.</em></strong></p>
<p align="JUSTIFY">Danke, es war mir ein Vergnügen! Val XX</p>
<p align="JUSTIFY">(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://www.valdenham.com">valdenham.com</a></p>
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		<title>VAL DENHAM &amp; Ô PARADIS: Transform Thyself</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:30:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Demian]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn es etwas Offensichtliches gibt, das die englische Künstlerin Val Denham und den katalanischen Experimentalpopper Demian Recio verbindet, dann ist es die Affinität zu interessanten Kollaborationen. Beide scheinen immer auf der Suche nach Gegensätzen zu sein und drücken den unterschiedlichsten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/val-denham-o-paradis-transform-thyself/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/transform.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-232" title="transform" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/transform-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn es etwas Offensichtliches gibt, das die englische Künstlerin Val Denham und den katalanischen Experimentalpopper Demian Recio verbindet, dann ist es die Affinität zu interessanten Kollaborationen. Beide scheinen immer auf der Suche nach Gegensätzen zu sein und drücken den unterschiedlichsten Gemeinschaftsarbeiten doch stets ihre unverkennbaren Stempel auf. Was bei dem einen mediterrane Wärme, ist bei der anderen das forsche Draufgängertum einer leider noch viel zu unbekannten Transgender-Ikone.<span id="more-230"></span></p>
<p>Dass sich die beiden irgendwann einmal treffen und auf die Idee eines gemeinsamen Albums kommen, war kaum zu erwarten und zählt zu den erfreulichen Zufällen der Musikwelt, waren beide doch bisher in ganz unterschiedlichen Umlaufbahnen unterwegs. Demian hat mit seinem Projekt Ô PARADIS eine treue Schar Fans, ist jedoch nach Maßstäben alternativer Popmusik immer ein Geheimtipp geblieben. Man würde sich darüber nicht wundern, wäre sein Stil zwischen bodenständiger Folklore und einem urbanen Triphopsound nicht ebenso beeindruckend wie sein eingängiger Gesang in Moll. Was sein Musikerhandwerk betrifft, ist er vor allem ein leidenschaftlicher Bastler, der hervorragend mit Fieldrecordings arbeitet. Dabei zeigt er, dass Klangkollagen nicht, wie es das Klischee will, “schräg” sein müssen, sondern schönste Popmusik sein können. Val Denham führt eine Doppelexistenz als Malerin und Sängerin, und ist einigen Lesern sicher aus dem erweiterten Umfeld der „England’s Hidden Reverse“-Bands und TG-Abkömmlinge bekannt. Eine solche Einordnung reduziert die forsche Künstlerin mit der hellen Stimme natürlich, die bisweilen eine Brücke zwischen HAWKWIND-inspiriertem Hardrock zu Loop-Dilettantismus schlägt, und die mit ihren bonbonfarbenen Popartgemälden die vermeintliche Wirklichkeit ebenso gern suspendiert wie mit ihren Texten, in denen sie leidenschaftlich gegen das Diktat einer geschlechtlichen Natur ansingt.</p>
<p>Der Absage an Beschränkungen aller Art ist auch das Album „Transform Thyself“ gewidmet, und Denhams Texte sind hier zum Teil so klar und vordergründig, dass sie etwas fast schon Verpöntes wagen – sie transportieren eine explizite Message. Ihr Adressat: kein geringerer als Ikarus. Die Message: Rise Again! Es scheint, als habe Denham einfach mal eben ein paar Epochen Geistesgeschichte mit all ihrer Griechenversessenheit gegen den Strich gebürstet, denn sie zeigt den berühmten mythischen Helden einmal nicht als Allegorie des Scheiterns und der vergeblichen Hybris. Statt Phrasen aufzuwärmen wie „to fail is human“ oder „never will you reach the sun“, wird der Held dazu angehalten, aus einem einmaligen Absturz keine Gesetzmäßigkeit abzuleiten. Wörtlich kommt dieses Thema zwar nur im letzten Stück vor, doch ist jede Minute von „Transform Thyself“ durchzogen vom kämpferischen Optimismus einer Person, die sich abzufinden weigert. Wer ein bisschen zu Denhams Biografie, zu ihrer Kindheit im Körper eines Jungen und ihrer geschlechtlichen „Verwandlung“ recherchiert, ahnt schon ganz gut, auf welche persönlichen Themen diese Bekenntnisse zu Mut und Subversion gemünzt sind. Ihre Weigerung wirkt berechtigt, ihr Mut von Erfolg gekrönt.</p>
<p>Kämpfergeist auch im Ohrwurm „Glow“: Hier wird ein verstecktes, vitales Glühen im Adressaten beschworen, das sich gegen eine langweilige, verzerrte Realität behaupten muss. „Glow“ ist musikalisch eines der Glanzlichter des Albums, erinnert wie viele andere Passagen beinahe an die COIL der frühen 90er, und ist doch auch ein typisches Ô Paradis-Stück. Mehr denn je fällt auf, wie sehr Demians Klänge ihre Farben je nach Gesangsstimme ändern – die englische Frische, die durch den zu Teil sehr schrillen Gesang in die Musik gebracht wird, könnte der Grund sein, weshalb „Transform Thyself“ immer einen Sonderstatus in der Diskographie des Katalanen einnehmen wird, mehr noch als seine Alben mit NOVY SVET. In den Momenten, in denen Demian selbst zum Mikrofon greift, wird dieser Unterschied sehr deutlich, denn die beiden Stimmen sind so verschieden wie absinthgrün und weinrot.</p>
<p>Auch bei anderen Stücken zieht Demian alle Register seiner Soundkünste, greift auf, transformiert und treibt auf die Spitze. Lässt Aufnahmen von fließendem Wasser vorbeiziehen, unternimmt Ausflüge in folkiges Terrain, lässt wie in „You’re Not My Type“ die Tage alter Discomusik anklingen. Das typische Beiwerk sind hier jedoch Zitate alter Showtunes und chansonartige Melodien, die allesamt das Cabaret-Flair des Albums prägen und auch den Bogen zu Denhams letztem Album mit BLACK SUN PRODUCTIONS spannen. Das wird vortrefflich umgesetzt beim eröffnenden „She’s a Witch“, bei dem in der Aufzählung unzähliger Widerborstigkeiten die perfekte Femme Fatale beschworen wird. Beeindruckend, wie sich Denhams Stimme von Bosheit zu Bosheit steigert, dabei wie ein ewig junger Johnny Rotten klingt, während der Schalk eines Gavin Friday allgegenwärtig ist und gelegentlich sogar eine gespenstische Tante Gen um die Ecke schielt. Um weibliche Mythen, wenngleich anderer Art, geht es auch in „Thinking of My Girl“: Besang Antony Hegarty das „Konstrukt Frau“ in „The Rapture“ noch anhand des traurigen Abschmink-Rituals („Eyes are falling, Lips are falling, Hair is falling to the ground…“), so kommt in Denhams Garderobe, passend zur Aufbruchstimmung des Albums, das Ankleiden, die gelungene Verwandlung, zur Sprache.</p>
<p>Auch wenn Denham oft einen direkten Adressaten ansingt, hat man doch schnell das Gefühl, dass der eigentliche Adressat die Künstlerin selbst ist – natürlich stellvertretend für alle anderen „Gender Dysphoric People“, denen die CD gewidmet ist. Ist „Transform Thyself“ nun mehr etwas für Spezialinteressierte? Meines Erachtens wirkt der trotzige Optimismus ansteckend, und beim mehrmaligen Hören offenbart sich das gelungene Zusammenspiel von Gesang und Musik umso mehr. (U.S.)</p>
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		<title>BLACK SUN PRODUCTIONS AND VAL DENHAM: Somewhere Between Desire And Despair</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:46:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Black Sun Productions]]></category>
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		<description><![CDATA[Interessanterweise hat dem Schweizer Performance- und Electronica-Kollektiv BLACK SUN PRODUCTIONS der Vergleich mit renommierten Idolen nie wirklich etwas ausgemacht. Warum ist dies so? Vielleicht weil Gruppen, die ausgerechnet der wandlungsfähigen Musik von COIL mit ihren komplexen Themen derart konsequent nacheifern, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/black-sun-productions-and-val-denham-somewhere-between-desire-and-despair/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/valsundesire.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23" title="valsundesire" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/valsundesire-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Interessanterweise hat dem Schweizer Performance- und Electronica-Kollektiv BLACK SUN PRODUCTIONS der Vergleich mit renommierten Idolen nie wirklich etwas ausgemacht. Warum ist dies so? Vielleicht weil Gruppen, die ausgerechnet der wandlungsfähigen Musik von COIL mit ihren komplexen Themen derart konsequent nacheifern, rar gesät sind. Immerhin haftet dem Konzept von Massimo, Pierce und ihren Gästen, die sich seit dem Coil-Remix-Projekt „Plastic Spider Thing“ (<em><span style="font-size: xx-small;">ESKATON</span></em> 2002) offiziell als Groupies outeten, schon deshalb etwas Originelles an. <span id="more-21"></span>Vielleicht auch, weil sie selbst nie einen Hehl aus ihrem Fansein gemacht haben und zudem immer auch selbstironisch mit ihrer Abhängigkeit umzugehen wussten. Slogans wie „Our biggest Dream: being Coil“ und Textzeilen wie „A Black Sun Rose From A Leather Couch“ fallen sofort ins Auge und lassen ihren Enthusiasmus sympathisch wirken.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Vielleicht auch, weil den beiden von Beginn an eine auffallend große Akzeptanz aus dem Dunstkreis ihrer „großen Brüder“ entgegen gebracht wurde, viel mehr noch als etwa von Hörerseite. Vielleicht zuguterletzt, weil trotz der vordergründigen Ähnlichkeit auch eigenständiges Potenzial in ihren Arbeiten und ihrem Auftreten steckt, das die beiden von Jhonn Balance und Peter Christopherson unterscheidet und somit zusätzlich interessant macht. Da mag man nun zuerst an ein paar Skandale rund um ihren Zürcher Fetisch-Club denken, oder an bestimmte Aspekte des Artworks. BSP hatten aber auch von Anfang an einen viel größeren intermedialen Schwerpunkt, was ihre Klassifizierung als Gesamtkunstwerk rechtfertigt.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Ein Versiegen ihrer Kreativität scheint jedenfalls auch nach Jahren nicht in Sicht, und wer weiß, vielleicht schaffen die beiden ja tatsächlich einmal das, was nur wenigen Fan-Combos gelingt, nämlich ohne Unabhängigkeitskämpfe und große Stilwechsel nach und nach aus dem Schatten ihrer Idole heraus zu wachsen und die jahrelang aufgenommenen Einflüsse in einen eigenen originellen Stil zu transformieren. Über die mittlerweile schon beachtliche Bandgeschichte kann man sich u.a. in einer rund drei Jahre alten <a href="http://www.nonpop.de/nonpop/index.php?type=review&amp;area=1&amp;p=articles&amp;id=1292&amp;high=doppelalbum"><span style="font-size: xx-small;">NONPOP</span></a><a href="http://www.nonpop.de/nonpop/index.php?type=review&amp;area=1&amp;p=articles&amp;id=1292&amp;high=doppelalbum">-Rezension</a> informieren – dort erfährt man auch etwas über die vielen künstlerischen Zusammenarbeiten der Gruppe. Zu den vielen Gästen im Line-Up der Band zählt auch die umtriebige englische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Transgender">Transgender</a>-Künstlerin VAL DENHAM alias Princess Valhalla alias Silverstar Amoeba, deren Rolle bei der neuesten Veröffentlichung so zentral ist, dass eine gleichberechtigte Kollaboration dabei heraus gekommen ist. Weitere Beitragende sind die beiden italienischen Projekte BAHNTIER und TESTING VAULT, deren Rolle aber vergleichsweise marginal ist. Der wichtigste Aspekt von Denhams kreativem Output betrifft gleich eine wesentliche Gemeinsamkeit zu BSP, nämlich die schon angesprochene intermediale Ausrichtung, womit in ihrem Fall eine kreative Doppelexistenz als Musikerin und Malerin gemeint ist. Musikalisch bewegt sich Denham seit den späten 70ern in einem Feld zwischen Tape-Musik und Rock, das sie mit einer eigenwillig autodidaktischen Do it Yourself-Mentalität beackert. Meist mit Unterstützung ihres langjährigen Freundes OLAV „OLI“ NOVADNAIEK kreiert sie mit alten Instrumenten und einem bescheidenen Aufnahme-Equipment Werke von rauem Charme und besticht mit einer originellen Stimme. Und auch wenn ich nicht immer ein Freund von Vergleichen bin, die einen Künstler als „Mischung“ aus X und Y bezeichnen, so würde ich eine Verortung von Denhams Gesang im Grenzbereich zwischen MICK JAGGER, JOHN LYDON, GAVIN FRIDAY und GENESIS P-ORRIDGE nicht von der Hand weisen. Schrill, androgyn und ein bisschen „quäkig“? Ja, aber im besten Wortsinne. Im Laufe der Jahre trat sie im Zusammenhang unterschiedlicher Szenekünstler in Erscheinung, von denen mit THROBBING GRISTLE, PSYCHIC TV, den NEUBAUTEN und THE HAFLER TRIO nur die bekanntesten genannt sein sollen. Auch als Malerin hat sie sich einen Namen gemacht. Neben einigen Arbeiten mit direktem Bezug zur Musik (Plattencovers beispielsweise für MARC AND THE MAMBAS, Sängerporträts von BALANCE, FRIDAY, ALMOND, TIBET und zuletzt ANTONY), kombiniert sie in ihrem restlichen Werk gekonnt Qualitäten vermeintlich gegensätzlicher Richtungen wie Pop- und Outsider-Art, vereint cartooneske Elemente mit idyllischen Landschaftssujets und kindlich wirkender Folklore. Auf einer Stufe mit Malern wie RAY CESAR oder dem genialen TRAVIS LOUIE ist sie eine wichtige Vertreterin der „New Weirdness“ unseres bald zurückliegenden Jahrzehnts.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Die gerade bei <em><span style="font-size: xx-small;">TOURETTE</span></em> erschienene Zusammenarbeit zwischen Denham und den Schweizern trägt den Titel „Somewhere Between Desire And Despair“ – eine Phrase, die schon auf den ambivalenten Charakter der hier evozierten Stimmung verweist. Sie erinnert daran, dass jedem Verlangen ein Mangel zugrunde liegt, der bisweilen als schmerzhaft empfunden werden kann. Im besten Fall durchsetzt er das Begehren selbst mit einer Spur Bitterkeit, die es zu einem spannungsgeladenen Erlebnis macht. Der im Netz kundige Hörer könnte das Werk fälschlicherweise für eine Wiederveröffentlichung halten, da Val vor einigen Jahren eine ultralimitierte LP namens „Somewhere In Between Desire And Despair“ herausbrachte, die ich nie zu hören bekam. Abgesehen von ein paar bereits live eingespielten Songs ist das hier vorliegende Material allerdings neu, was den wohl leitmotivischen Status der anklingenden Thematik nahe legt. Dreiundzwanzig leidenschaftliche Fans haben (vielleicht noch) die Gelegenheit, über das Label eine aufwendige Box-Edition zu ergattern, bei der neben der regulären CD noch eine signierte Postkarte, jeweils individuelles Artwork und eine CD-ROM mit einem exklusiven Experimentalstück zu finden ist, welches selbstverständlich dreiundzwanzig Minuten lang ist. Als Intro fungiert eine im resoluten Tonfall rezitierte Passage aus CHARLES DICKENS&#8217; Historienroman „A Tale Of Two Cities“, die das Zeitalter der Aufklärung samt seinen dunklen Seiten wiedererstehen lässt. Das später immer wieder aufgegriffene Thema geschlechtlicher Zwänge als Folge überzogenen Normdenkens macht unmissverständlich deutlich, dass die in dem Zitat geäußerte Rationalismuskritik nicht als Stimme aus der Vergangenheit zu verstehen ist. Die Musik ist hier auf einen Flächensound reduziert, der eine Frauenstimme und bedrohliches Brummen in einem Drone verschmelzen lässt, das mit der Zeit recht laut wird und klar werden lässt, dass dies kein Auftakt zu einer Ambientplatte ist. Der erste richtige Song „Cobald Blue“ gibt dann die Richtung vor für den Sound der Platte: Eine Basis aus nassem Gluckern und metallischem Klicken bildet den Teppich für einen sehr geradlinig pulsierenden Beat, der eine hypnotische Wirkung auf den Hörer zu entfalten weiß. Bei diesem Song hört man nur beim Ausklang kurz die Stimme Denhams, ansonsten übernehmen Massimo und Pierce selbst den Gesangspart. Das sorgt für Abwechslung, fällt aber hinter das Charisma der Sängerin zurück und verdeutlicht, dass die stimmlichen Fähigkeiten generell nicht die stärkste Seite der Band darstellen. Klingt „Cobald Blue“ noch recht aufgeräumt, so ist das nachfolgende „Stars“ schon komplexer aufgebaut und beinahe housig. Glamourös, wie es der Titel verlangt, und mit einer gewissen Forschheit beim Gesang weckt dieser Song dann traditionsgemäß COIL-Assoziationen, hier speziell zu der verspielt acidlastigen Phase um „Love’s Secret Domain“. Erfreulicherweise verlieren sich diese Eindrücke aber mit der Zeit, vielleicht weil Denhams Gesang so prägend ist und dem Ganzen einen eigenständigen Klang und Charakter verleiht. Später gibt es auch erhabenere, von Pathos durchdrungene Momente – wenn man will kann man darin bei entsprechendem Vorverständnis wieder eine Brücke zum Frühwerk der Engländer sehen, dem Massimo und Pierce ja bekanntlich besonders zugetan sind.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Während „When In Danger“ darauf wartet, von einem zwanzigjährigen MARC ALMOND gecovert zu werden, bildet die glamrockig angehauchte Nummer „Eat Us Mother!“ einen ersten Höhepunkt des Albums. Unglaublich hypnotisch ist das Stück so mitreißend, dass gegen Ende die Scheiben bersten. Bei diesem Song, dessen Lyrics wie die meisten aus der Feder Denhams stammen, hat auch der besagte Novadnaiek einen Gastauftritt als Gitarrist. Das nicht weniger beeindruckende „Absinth“ bildet einen Kontrapunkt dazu: Ein seltsam pumpender Basslauf, merkwürdig verwehte Bläser und ein leicht verstimmt wirkendes Klavier lassen den Song, der den Absinthrausch im fortgeschrittenen Stadium beschreibt, so deformiert wirken wie das eigene Spiegelbild auf einem Silberlöffel oder einem Rohr aus glänzendem Metall. Was könnte eine schon leicht ins Verkaterte übergehende Trunkenheit am Ende einer langen Nacht besser zum Ausdruck bringen? Eine Mundharmonika lässt am Ende das Lied vom Tod erklingen und verleiht dem Ganzen einen Hauch von Fatalismus, voller Größe, aber auch voller Humor – schließlich geht es ja „nur&#8221; um die grüne Fee. Diese selbst trägt das Gesicht der Stummfilmdiva <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Louise_Brooks">LOUISE BROOKS</a> und ziert als stolze Allegorie aus Denhams eigenem Malpinsel das ansehnliche Digipack. Dabei macht sie jedoch überraschenderweise einen wenig dionysischen Eindruck. Als Verursacherin des im Song so anschaulich demonstrierten Rausches könnten ihre selbstsichere Pose, ihr asketischer Blick und alle weiteren Aspekte einer Girls-Erotik der Roaring Twenties kaum weiter von der zerfließenden Stimme im Lied entfernt sein. Im Vollbesitz aller Verführungskraft bleibt sie dennoch unnahbar.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Nach derart verschlungenen Zusammenhängen des Begehrens, bei denen lacaninfizierten Kunstnerds eigentlich das Wasser im Mund zusammen laufen müsste, ist mein dritter Anspieltipp von schlichterer und direkterer Natur: Das schon vor zwei Jahren live eingespielte Kabarett-Stück „I Try To Kill The Man“ zelebriert auf gewollt plakative Art den Exorzismus jeglicher Männlichkeit aus dem Bewusstsein dessen, der sich im falschen Körper wähnt. Ein wahrer Ohrwurm und Tanzbodenfüller, keineswegs tiefschürfend, aber grundehrlich. Es gibt weitere Songs, die sich mit Fragen der Gender-Ambiguität befassen, wobei das Fehlen theorielastiger Didaktik angenehm auffällt. Das schließt implizite Positionierung natürlich nicht aus: Wenn in dem von Spoken Words geprägten „Flowers In The Trenches“, das von den Schützengräben des Ersten Weltkrieges handelt, dem Klischee des feigen fahnenflüchtigen Soldaten mit der Frage entgegnet wird, ob es sich vielleicht um Frauen in Männerkörpern gehandelt hat, wird deutlich, dass geschlechtliche Identität in Denhams Welt gerade aufgrund ihrer Fragilität von enormer Wichtigkeit ist und nichts per se Schädliches darstellt. Ohne diesen Bereich wirklich zu überblicken habe ich den Eindruck, dass viele Werke zu diesem Thema, die sich in der Tradition postmoderner Theorien sehen, eher das Gegenteil propagieren und darauf hinweisen, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu vernachlässigen seien. Val Denham dagegen erzählt in ihren Songs die Geschichte von Männern, die ganz entschieden Frau sein wollen. Natürlich kann man einräumen, dass das alles längst nicht mehr neu ist und dass man damit heute bestenfalls auf einem gemütlichen Kirchenbasar noch provozieren kann. Dies dem Album anzukreiden würde aber für ein Missverständnis des Konzeptes sprechen, denn die Songs erwecken gar nicht den Eindruck, unbedingt innovativ und besonders provokant sein zu wollen. Die Stücke scheinen sehr persönlich gefärbt zu sein und setzen die Transgender-Thematik als etwas Selbstverständliches in Szene, das mit dem Flair des Weimarer Kabarett und alter Burleskfilme beinahe klassisch wirkt. In dieser Selbstverständlichkeit sehe ich die eigentliche Originalität, zumal darin auch eine Alternative zur oft etwas angestrengt wirkenden Indie-Attitüde angesagter Queerstars zu erkennen ist, mögen sie nun GOSSIP heißen oder auch DEVENDRA BANHART.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Musikalisch sticht des weiteren ein campiger Chanson mit Banjo und MARLENE DIETRICH-Sample hervor, sowie ein Ambienttrack mit dezent eingesetztem Barpiano, bei dessen Keyboardteppich mir erst auffällt, dass mir BSP bei so viel Augenmerk auf Val Denham fast ein wenig abhanden gekommen sind. Da stellt sich nun die Frage, ob sie das verdient haben. Wohl eher nicht, zumindest spricht das mit der Zeit eher unterschwellige Wahrnehmen ihrer Sounds für die Kongenialität dieser Zusammenarbeit, bei der die vordergründige Rolle der Sängerin eindeutig zum Konzept gehört. Auch beim Bandporträt auf dem Cover stehen Massimo und Pierce ja bezeichnenderweise ein Stück hinter ihr. Schon aufgrund dieser Rollenverteilung ist „Somewhere Between Desire And Despair“ auch eine Aufnahme geworden, bei der man den Coil-Vergleich weniger in den Mittelpunkt stellen muss – wäre zu hoffen, dass BSP das in Zukunft auch im Alleingang etwas mehr anstreben und damit für die eine oder andere Überraschung sorgen werden. Insgesamt ist das Werk eine schöne Sammlung bizarrer Songs irgendwo zwischen 90er-Jahre-Electronica und ironisch gebrochenem Revue-Sound, bei der mir nur frei nach einer den Zylinder zum Gruße ziehenden Val Denham „Dankeschön, merci!“ zu sagen bleibt.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">(U.S.)</p>
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