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	<title>African Paper &#187; Xiu Xiu</title>
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		<title>Eel: Hyunhye Seo auf den Spuren der Aale</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jul 2023 02:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mitte Juli erscheint auf Room40 eine neue CD der in Südkorea geborenen Klangkünstlerin Hyunhye Seo, deren zwei Soundscapes ganz dem zum Teil in Mythen getunkten Lebenszyklus der Aale gewidmet sind. Die beiden Tracks sind, aufbauend auf einem im weitesten Sinne &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/07/01/eel-hyunhye-seo-auf-den-spuren-der-aale/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitte Juli erscheint auf Room40 eine neue CD der in Südkorea geborenen Klangkünstlerin Hyunhye Seo, deren zwei Soundscapes ganz dem zum Teil in Mythen getunkten Lebenszyklus der Aale gewidmet sind. Die beiden Tracks sind, aufbauend auf einem im weitesten Sinne ambienten Fundament, von der beinahe infernalischen Aufgewühltheit eines dramatischen Stummfilm-Soundtracks, bei der Rauschendes und Prasselndes hinter einer Nebelwand stets wahrnehmbar bleibt und doch nie ganz in die Nähe des Ohrs gelangt. Einzelne kratzende und perkussive Details und eine wilde, unberechenbare Tastenarbeit vermag das schon eher und verstärkt den Eindruck einer äußerst turbulenten Geschichte. Hyunhye Seo ist auch unter den Namen Angela Seo aktiv und den meisten vielleicht durch ihre Teilnahme an der Band Xiu Xiu, ferner durch die Kollaboration mit Larsen unter dem Namen XXL bekannt. Unter dem koreanischen Namen produziert sie meist soundorientierte Arbeiten, auf Room40 erschien vor rund zwei Jahren das Tape &#8220;Strands&#8221;. &#8220;Eel&#8221; ist auch zum Download erhältlich, in der Version sind dann auch zwei kürzere Exzerpte der beiden Tracks enthalten. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/eel.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-35910" title="eel" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/eel.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-35909"></span></p>
<p>&#8220;Every year, the eels arrive in Sargasso. The eels that sprang to life when the sun god Atum warmed the Nile, the eels generated within the entrails of the earth, from the rubbing of the rocks and dew drops on riverbanks, they travel thousands of kilometres to Sargasso to breed. Their larvae, eels of glass, move to freshwater homes, crawling across land or up waterfalls if necessary, breathing through their skins, to get to where they want to go, although no one knows exactly where or why. Sometimes, they eat snakes and birds. After decades, when they&#8217;re ready to breed, they stop eating and develop sex organs, and they travel back to Sargasso. If they can&#8217;t go back to Sargasso, they never fully mature. They just stop ageing. No human has seen eels breed. Freud dissected over 400 eels in search of eel testicles. Aristotle thought they grew from earthworms in dirt. No one knows why they go where they go, or how they find their way back. Creatures of mud and rain, fluid in time and age, unabashed in its metamorphosis, unknown yet always found.&#8221; (Hyunhye Seo)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2116757941/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>V.A.: Hope for Her Future &#8211; A Compilation for Girls in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Sat, 20 May 2023 02:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass sich die Situation von Mädchen und Frauen in Afghanistan nach der Übernahme der neuen alten Machthaber zum Schlechteren wenden wird, wurde nach dem Abzug der westlichen Alliierten im Jahr 2021 bereits vermutet, wobei es zugleich noch beschwichtigende Stimmen gab, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/05/20/v-a-hope-for-her-future-a-compilation-for-girls-in-afghanistan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/hopeforherfuture.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34854" title="hopeforherfuture" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/hopeforherfuture-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass sich die Situation von Mädchen und Frauen in Afghanistan nach der Übernahme der neuen alten Machthaber zum Schlechteren wenden wird, wurde nach dem Abzug der westlichen Alliierten im Jahr 2021 bereits vermutet, wobei es zugleich noch beschwichtigende Stimmen gab, an die sich in unseren Breiten manche wie an einen Strohhalm klammerten. Vielleicht würden sich <span id="more-34851"></span>die Fundamentalisten ja diesmal schon im Interesse internationaler Akzeptanz etwas moderater geben? Einige klangen so. Dass Pessimismus eher angebracht gewesen wäre, zeigten die Entwicklungen der folgenden Monate, während das Thema gleichzeitig immer mehr aus den Medien verschwand und anderen Themen den Vortritt lies. Starke Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit, keine Möglichkeit eines Hochschulstudiums, die Abschaffung des Frauenministeriums, die Rückkehr zumindest zu Teilen der alten Kleidungsvorschriften und schließlich die Schließung der Schulen für Mädchen ab 13 Jahren sind nur einige wesentliche Veränderungen, die sich in den vergangenen zwei Jahren speziell für Mädchen und Frauen ergeben haben.</p>
<p>Die in Hamburg ansässige Organisation Afghan Women&#8217;s Association hat es sich zur Aufgabe gemacht, über all diese Probleme nicht nur aufzuklären, sondern ihnen v.a. im Bereich der Bildung entgegenzutreten und Homeschooling, Online-Unterricht und einiges mehr für Mädchen aktiv zu fördern. Jüngst ist in Zusammenarbeit mit der Musikplattform Underground Institute, die auch als Label fungiert, die vorliegende Compilation entstanden, auf der 25 Acts (bzw mehr, wenn man in Betracht zieht, dass es sich zum Teil um Kollaborationen handelt) in anderthalb Stunden ihren Teil zum Fundraising beitragen. Das Gros der Musik kommt aus experimentelleren Richtungen, doch mit Beitragenden wie Xiu Xiu, Julia Kent, Felix Kubin und Gudrun Gut sind auch einige bekannte Namen dabei, deren Reichweite den Rahmen avantgardistischer Nischen sprengen.</p>
<p>Um mit einer Compilation Aufmerksamkeit und Einnahmen aufzutreiben, muss man dem anvisierten Publikum natürlich etwas bieten, und wenn man Kriterien wie Qualität, Innovation und Variationsbreite Rechnung tragen will, ist Underground Institute definitiv keine schlechte Adresse. Vor allem beim Punkt Vielseitigkeit beeindruckt die Auswahl, auch wenn sich ein gewisser Avantgarde-Faktor wie eine Klammer um die vertretenden Beiträge legt. Einen Teil dieser kann man unter dem Rahmen atmosphärischer Soundscapes fassen, ein Beispiel dafür ist das berührende Cellostück &#8220;Clouds Light the Night&#8221; von Julia Kent. Kommen zunächst dunkel wirkende Wolken auf einen zu und umhüllen einen immer mehr und schaben und kratzen an allem was sie berühren, so verströmen sie doch auch etwas warmes, beruhigendes. Irgendwann jedoch bemerkt man, wie sehr sich helles Licht über die hohen Cellosaiten im Raum verbreitet. Was die Wolken angeht hatte ich ein kleines DejaVu beim Beitrag von Laure Boer, deren kurzes Stück die Soundwellen wie Wolken vorbeiziehen lässt und zwischendrin Klänge anklingen lässt, die an eine elektrifizierte Doppelblattflöte erinnern. Ähnlich soundscapig der Beitrag von DJ Flugvel Og Geimskip, der an eine kindliche, leicht asiatisch klingende Spieluhr erinnert. Hektischer geben sich die gebrochenen Rhythmen von Phtalo, oder die von einem fließenden Takt getragene Klanglandschaft von Ka Baird, ganz schön monströs das tremolierende Vokalstück von Audrey Chen und Mary Ocher und der verzerrte (und gleichzeitig melodische) Flüsternoise von Meira Asher und Uri Frost. &#8220;My Own Pace&#8221; von Eve Maret überblendet zwei Gangarten zu einem Ambienttrack der schnelleren Art.</p>
<p>Viele der vertreteren Acts arbeiten mit dem Medium Text und steuern rezitative oder hörspielartige Tracks bei. Auch hier wirken Sprache und Stimme bisweilen wie ein weiterer Teil des Soundmosaiks (z.B. bei der vielschichtigen Überblendung von Elektronik, Polizesirenen, Rap und einem ausgedienten US-Prädidenten), was im fisseligen Mouse of Mars-Remix von Ya Tosiba natürlich auch an der dem Rezensenten nicht vertrauten Sprache liegen kann. Bei einigen Stücken ist ein Bezug zum Thema des Samplers gegeben, wie im kämpferischen &#8220;Hypnotizing Powerful People&#8221; von No Bra oder der provokanten &#8220;Feier&#8221; betont nicht-afghanischer Luxusprobleme bei The Mad Express. Bei anderen könnte man den Bezug vielleicht an den Haaren herbeiziehen (z.B. Felix Kubins electroclashig untermalte Interpretation von Kant, Locke und Freud).</p>
<p>Im Verlauf der Sammlung häufen sich mit der Zeit songorientierte Beiträge, unter denen einige mitreisende Ohrwürmer sind, so &#8220;The Lighthouse&#8221; von Ana da Silva, die mit ihrem fulminanten Popsopran eine spannende Geschichte erzählt. Von ähnlich sanfter Eingängigkeit ist &#8220;Incantation&#8221; von Nina Hines. Ungleich psychedelischer und zugleich in der Nähe eines Girlie Pop aus der Mitte des 20 Jahrhunderts ist der Song von Rita Braga, während Manu Louis&#8217; Beitrag wie eine Rockballade mit atmosphärischen Gitarrengeschrammel und energischem französischen Gesang daherkommt. Der vielleicht am meisten zum Mitsingen animierende Song ist der wehmütige und zugleich ein bisschen euphorische Polka-Chanson &#8220;Goodbye my Dictator&#8221; von Michelle Gurewich. Während Les Trucs mit ihrem dadaistischen Elektropop ein Stück über den Alltag von Klaviertransportern zum Besten geben und M Lamar sein Falsett über eine stimmungsvolle Pianospur schickt, liefert Gloria de Oliveira einen ambient grundierten, beinahe gehauchten Wavesong ab, der auf sanften Schritten daherkommt. Xiu Xiu überraschen mit einem semiakustischen Stück mit gemischtem Gesang, der nostalgische Erinnerungen an Echo and the Bunnymen aufkommen lässt. Gudrun Guts treibendes &#8220;Baby I Can Drive My Car&#8221; ist natürlich doppelt referenziell und nimmt mit Groove und rauer Stimme ironisch Bezug auf die aufoktroyierte Unselbständigkeit von Frauen selbst im Straßenverkehr.</p>
<p>Fast etwas schade ist es, dass nicht mehr Musiker aus der Region um Afghanistan vertreten sind – im Land selbst ist es nun schwierig überhaupt populäre Musik zu veröffentlichen. Aus dem arabischen Raum stammt die Combo El Khat, deren mitreißend stimmungsvolles &#8220;La sama&#8221; wie ein psychedelischer Marionettenanz mit Blechgeklapper und leidenschaftlichem arabischen Gesang anmutet. Das ganze hat einen Hauch vom Surfrock eines Link Wray, aber eben durch den kulturellen Fleischwolf einer ganz anderen Musiktradition gedreht. Ein besonderer Stargast ist die konsequent verschleierte Burka Band, über deren Mitglieder, die tatsächlich weiblich sind und aus Afghanistan stammen, immer wieder spekuliert wurde. Ihr Song &#8220;I care for you&#8221; ist groovige Psychedelia in girly style, aber dies ist nur das Vehikel für einen ernsthaften Text der die Unsichtbarkeit afghanischer Frauen, die wohl durch nichts mehr als durch die Burka symbolisiert wird.<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230406_191614_126.sdocx--></p>
<p>Dass es sich bei der aufwendigen Zusammenstellung und der großen Bandbreite der Beiträge letztlich um einen kleinen Baustein im wahrscheinlich noch lange unfertigen Gebäude der Rechte afghanischer Frauen handelt, sollte niemanden einschüchtern und zur Resignation verleiten, denn jender Schritt ist besser als keiner &#8211; v.a. wenn man bedenkt, wie sehr das Thema zuletzt wieder im Sumpf des medialen Allerlei versunken ist. Und allen die sich gerne polarisieren lassen sei gesagt, dass man auch bei aller zum Teil berechtigten Kritik an Aspekten westlicher Afghanistanpolitik die Augen vor der beschriebenen Situation nicht verschließen muss. Dass die Compilation aber sowieso nichts für Klischeedenker ist, zeigt schon die bei aller Stimmigkeit doch äußerst vielgestaltige Musikauswahl.</p>
<p><strong>Label: Underground Institute</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3420427690/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Ignore Grief: Neues Xiu Xiu-Album im März</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2023 00:59:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angela Seo und Jamie Stewart alias Xiu Xiu bringen Anfang März ihren neuen Longplayer &#8220;Ignore Grief&#8221; heraus, an dem der bereits auf früheren Aufnahmen beteiligte David Kendrick (Sparks, Devo, Gleaming Spires) mitwirkt. Im Begleittext wird das Album als &#8220;a record &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/01/13/ignore-grief-neues-xiu-xiu-album-im-marz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angela Seo und Jamie Stewart alias Xiu Xiu bringen Anfang März ihren neuen Longplayer &#8220;Ignore Grief&#8221; heraus, an dem der bereits auf früheren Aufnahmen beteiligte David Kendrick (Sparks, Devo, Gleaming Spires) mitwirkt. Im Begleittext wird das Album als &#8220;a record of halves&#8221; beschrieben, bei dem der Gesang quasi ganz dual zwischen den beiden aufgeteilt wird, auch ist von einer Dichotomie zwischen Realität und Imagination oder zwischen einflüssen aus Industrial und moderner klassischer Musik die Rede. Ausführlicher heißt es &#8220;The real songs attempt to turn the worst life has offered to five people the band is connected with into some kind of desperate shape that does something, anything, other than grind and brutalize their hearts and memory within these stunningly horrendous experiences. The imaginary songs are an expansion and abstract exploration of the early rock and roll “Teen Tragedy” genre as jumping off point to decontaminate the band’s own overwhelming emotions in knowing and living with what has happened to these five people. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/ignoregrief.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-33295" title="ignoregrief" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/ignoregrief.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-33294"></span></p>
<p>What none of this record does and despite the oft repeated assertion, what Xiu Xiu has never done, is attempt to superficially shock the listener. Instead, Xiu Xiu has spent twenty years grappling with how to process, to be empathetic towards, to disobey and to reorganize horror; there is no other word for it other than horror. The motivation for writing Ignore Grief to be about a child who was sold into prostitution by his mother, a junior high student who was kidnapped and murdered, incessantly choosing alcohol and cocaine over one’s family, becoming lost in the bleakest, darkest aspects of cultish spirituality and committing suicide as means to escape and protest a life of violent sex work is because the members of Xiu Xiu themselves are deeply shocked&#8221;. Das Album erscheint in allen gängigen Formaten bei Polyvinyl Records und enthält zusätzliche Lyrik in den physischen Editionen. Auf Bandcamp sind zudem zahlreiche weitere Artikel zum Album erhältlich.</p>
<p><a href="https://xiuxiu.bandcamp.com/album/ignore-grief"><strong>@ Bandcamp</strong></a></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/9A6q6bbZEEs" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>Material Interstices: Lawrence English und Jamie Stewart zum zweiten Mal als Hexa</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/08/12/material-interstices-lawrence-english-und-jamie-stewart-zum-zweiten-mal-als-hexa/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2021 04:46:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jamie Steward]]></category>
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		<description><![CDATA[Lawrence English, Soundartist und Betreiber des Labels Room40, und Xiu Xiu-Gründer Jamie Stewart bringen Mitte Oktober ein weiteres Album ihres gemeinsamen Projektes Hexa heraus. Vor sechs Jahren debütierten die beiden mit einer gemeinsamen Performance im Rahmen von David Lynchs Ausstellung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/08/12/material-interstices-lawrence-english-und-jamie-stewart-zum-zweiten-mal-als-hexa/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lawrence English, Soundartist und Betreiber des Labels Room40, und Xiu Xiu-Gründer Jamie Stewart bringen Mitte Oktober ein weiteres Album ihres gemeinsamen Projektes Hexa heraus. Vor sechs Jahren debütierten die beiden mit einer gemeinsamen Performance im Rahmen von David Lynchs Ausstellung Factory Photographs, die sich mit dem Niedergang des Industriezeitalters auseinandersetzte. Ihre neueste Arbeit trägt den Titel Material Interstices und befasst sich mit eigenen Erfahrungen mit wiederkehrenden Träumen in der Kindheit. Angelehnt an die Erinnerung an einen Traum Englishs hat Regisseur und Videokünstler Scott Morrison ein Video gedreht, das stark an die Bildsprache in Shinya Tsukamotos Tetsuo von 1989 anknüpft.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/hexamaterialinterstices.jpeg"><img class="aligncenter size-full wp-image-26313" title="hexamaterialinterstices" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/hexamaterialinterstices.jpeg" alt="" width="3000" height="3000" /></a><span id="more-26311"></span></p>
<p>&#8220;When I was child I had two recurring dreams. Both these dreams were tethered to the house I lived in. It was a ram-bling home which was high set but underneath it was largely unfinished. The underside of the house was a labyrinth of small rooms, concrete pits and a collection of building materials, piping and leftover furniture sat alongside beds of dirt that had a consistency of lunar dust. The first recurring dream was of a burning bird, falling from the sky past the kitchen window in the early hours of the morning. The bird I’m pretty sure was some devolved version of a tabernacle candle, that shape of the twisted eternal flame often symbolised with twitching wings. This dream has never returned to me as an adult, though I can vividly recount it.The second dream has recently emerged, albeit a distant hazy reference to the tangible intensity that I experienced when I was younger. This dream was one buried deep within the labyrinthian, unfinished features that existed under my house. The dream usually started with me playing on the lunar dirt and gradually a sound would emerge from a large concrete pit that was in the centre of the space. The sound would get louder and eventually I would have to go and inspect it. It called me in, there’s no other way to describe it. As I looked into the pit, there was always some kind of hatch, often resembling a pressure door, the type you might see in a Submarine film, and the sound would em-anate from underneath that hatch. It was also a throbbing, hammering type of sound, deeply diminished and buried, like hearing bass music from a car parked up the block. Inevitably, I would twist open the hatch and inside it was a mechanical world that today brings to mind the interior psyche of Tetsuo The Iron Man. It was dark, almost entirely duotone, shaded in heavy grey and black, and wet with a thick, humid, oil like moisture. As I climbed into the hatch and down the ladder (there was always a ladder too) the pressure of the sound increased and it was as if my whole body was being consumed by this monolithic subterranean machine.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/5gwO_J-uP5o" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>I never got to understand what the machine did, or if in fact it was a machine at all, the system was never revealed, but what I was made to feel was that there was something beyond my usual understanding that forged away night and day and was infinitely more powerful and commanding than I ever could comprehend.I was surprised that, over the past year, this dream has returned to me. Perhaps it’s a result of the general quietening of the world and that innate way our ears can open up to even the most subtle acoustic shifts when we are sleeping. Remote sounds, usually hidden in the din of the urban nightscape, were filtering into my dreams and triggering some kind of speculative consciousness. This post-hypnogogic state ushered in a return to that imagined place from my childhood dreams, but simultaneously I was never allowed full access to that place, rather it felt more reserved. I could not enter it in the same way, even if the hatch was there, I was not the same mind and could not unlock it in the same way.Last year, I mentioned this dream to Jamie, and he too reported unsteady sleep patterns. This got us to thinking about how the dynamics of the world have recently shifted towards the emergence of the natural world. Equally though it has shifted in favour of its shadow; those ongoing industrial, mechanical and other acoustic by-products of human (and unhuman) labour reach out from the hushed ambient noise floor. What is usually soaked up in the everyday (sub)urbanscape has been exhumed and in these particular moments it haunts us from a distance, an exterior force that unlocks interior uncertainties. This music is transposed of this experience and is written for those moments were consciousness is arguably speculative.&#8221; (Lawrence English)</p>
<p><a href="https://room40.org/"><strong>@ Room40</strong></a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3893286357/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Strands: Angela Seo debütiert als Hyunhye Seo</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/06/11/strands-angela-seo-debutiert-als-hyunhye-seo/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2021 03:56:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Angela Seo]]></category>
		<category><![CDATA[Hyunhye Seo]]></category>
		<category><![CDATA[Room40]]></category>
		<category><![CDATA[Xiu Xiu]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem Xiu Xiu etwas früher in diesem Jahr mit &#8220;Oh No&#8221; ein kollaboratives Album veröffentlichten, stehen die Zeichen diesmal auf Soloaktivitäten, und so bringt Mitgründerin Angela Seo in Kürze ihr erstes Album im Alleingang heraus. Das zwei längere und vom &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/06/11/strands-angela-seo-debutiert-als-hyunhye-seo/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem Xiu Xiu etwas früher in diesem Jahr mit &#8220;Oh No&#8221; ein kollaboratives Album veröffentlichten, stehen die Zeichen diesmal auf Soloaktivitäten, und so bringt Mitgründerin Angela Seo in Kürze ihr erstes Album im Alleingang heraus. Das zwei längere und vom Sound her recht unterschiedliche Tracks enthaltende Tape &#8220;Strands&#8221; ist eine <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/06/hyunhyoseostrands.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25755" title="hyunhyoseostrands" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/06/hyunhyoseostrands.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-25754"></span></p>
<p>im weitesten Sinne minimal ausgerichtete Angelegenheit, in der Percussion und Gong, Piano, zum Teil ambiente Elektronik und lärmende Passagen ein stimmungsvolles Panorama entwerfen. Das Album erscheint in wenigen Tagen bei Room40, zwei Auszüge sind bereits erhältlich &#8211; u.a. in einem von Seo selbst gedrehten Videoclip.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3812660645/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2856506014/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/AiV07ao-Kpg" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>Black Leather Jesus in Kollaboration mit Xiu Xiu</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/05/29/black-leather-jesus-in-kollaboration-mit-xiu-xiu/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 May 2021 04:58:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Black Leather Jesus]]></category>
		<category><![CDATA[Summer Interlude Records]]></category>
		<category><![CDATA[Xiu Xiu]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Sache sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist sie aber nicht: die Zusammenarbeit kreativer Musikprojekte quer über &#8220;Genre&#8221;-Grenzen und unterschiedliche Bekanntheitsgrade hinweg. Xiu Xiu waren seit jeher offen für unterschiedliche Gemeinschaftsprojekte und schmissen ihre Ideen bereits zusammen mit Merzbow in den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/05/29/black-leather-jesus-in-kollaboration-mit-xiu-xiu/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Sache sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist sie aber nicht: die Zusammenarbeit kreativer Musikprojekte quer über &#8220;Genre&#8221;-Grenzen und unterschiedliche Bekanntheitsgrade hinweg. Xiu Xiu waren seit jeher offen für unterschiedliche Gemeinschaftsprojekte und schmissen ihre Ideen bereits zusammen mit Merzbow in den Schmelztiegel der Klänge, was den Schritt in Richtung der Harshnoiser Black Leather Jesus, mit denen sie<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/blackleatherjesusxiuxiu.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25557" title="blackleatherjesusxiuxiu" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/blackleatherjesusxiuxiu.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-25556"></span><br />
allenfalls einen jeweils eigenen Bezug zu Queerness teilen, etwas weniger überraschend erscheinen lässt. &#8220;Moira&#8221;, über dessen etwaige inhaltliche Konzeption keine Informationen vorliegen, enthält zwei längere Noisetracks, die in ihrem verzerrten Rauschen deutlich die Handschrift der Herrschaften Ramirez tragen. Dass die beiden Gebilde jedoch über eine lärmende Wand hinaus eine Reihe an peitschenden und anderen rhythmischen Ideen enthalten, könnte auf Xiu Xiu zurückzuführen sein. &#8220;Moira&#8221; erscheint Anfang Juli digital und als limitierte LP bei Summer Interlude Records.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2754101175/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Xiu Xiu mit neuem Longplayer auf Polyvinyl Records</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/01/30/xiu-xiu-mit-neuem-longplayer-auf-polyvinyl-records/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2021 05:26:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Xiu Xiu]]></category>

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		<description><![CDATA[Im zwanzigsten Jahr der Bandgeschichte bringen die kalifornischen Xiu Xiu ein neues Album heraus und tragen einer ihrer zentralsten Eigenschaften, dem musikalischen Austausch Rechnung. Die im diffusen Grenzland zwischen Ambient, Postrock und experimenteller Elektronik rastlos beheimateten Vielveröffentlicher um Jamie Stewart &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/01/30/xiu-xiu-mit-neuem-longplayer-auf-polyvinyl-records/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im zwanzigsten Jahr der Bandgeschichte bringen die kalifornischen Xiu Xiu ein neues Album heraus und tragen einer ihrer zentralsten Eigenschaften, dem musikalischen Austausch Rechnung. Die im diffusen Grenzland zwischen Ambient, Postrock und experimenteller Elektronik rastlos beheimateten Vielveröffentlicher um Jamie Stewart haben immer wieder Gastmusiker unterschiedlicher Natur eingeladen, auf ihren Ausnahmen mitzuwirken, zahlreiche Duette und Splits mit so unterschiedlichen Geistern wie Deerhoof, (r), Merzbow, Lawrence English oder Father Murphy kamen zustande. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/xiuxuialbumohno.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23963" title="xiuxuialbumohno" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/xiuxuialbumohno.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-23962"></span>&#8220;Oh No&#8221;, das Ende März über Polylinyl Records erscheinen wird, enthält 15 Duette mit unterschiedlichen Vokalist*innen, die alle bereits im Dustkreis von Xiu Xiu aufgetaucht sind, so u.a. mit Liz Harris (Grouper), Greg Saunier, Chelsea Wolfe mit einem The Cure-Cover, Sharon Van Etten, Alice Bag und Fabrizio Modonese Palumbo von den genannten (r), dessen andere Band Larsen bereis mit Xiu Xiu zu XXL verschmolzen ist und mehrere Alben hervorgebracht hat.</p>
<p><a href="https://www.polyvinylrecords.com/splash"><strong>@ Polyvinyl</strong> </a></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/yialek4fUUg" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>BLIND CAVE SALAMANDER: The Svalbard Suite</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/11/02/blind-cave-salamander-the-svalbard-suite/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Nov 2019 07:28:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blind Cave Salamander]]></category>
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		<category><![CDATA[Hypershape Records]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Kent]]></category>
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		<description><![CDATA[Die norwegische Inselgruppe Svalbard, die hierzulande als Spitzbergen bekannt ist, liegt in etwa in der Mitte zwischen Nordkap und Nordpol und ist die nördlichste der bewohnten Inseln Europas. Trotz ihres unwirtlichen Charakters ist sie bei Touristen, v.a. bei betuchten Kreuzfahrern &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/11/02/blind-cave-salamander-the-svalbard-suite/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/svalbard.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-19071" title="svalbard" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/svalbard-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die norwegische Inselgruppe Svalbard, die hierzulande als Spitzbergen bekannt ist, liegt in etwa in der Mitte zwischen Nordkap und Nordpol und ist die nördlichste der bewohnten Inseln Europas. Trotz ihres unwirtlichen Charakters ist sie bei Touristen, v.a. bei betuchten Kreuzfahrern beliebt, und wer sich entsprechend umschaut, stößt schnell auf allerhand liebenswürdige Stereotypen: Kühlschrank Europas, mehr Eisbären als Menschen, sterben verboten u.s.w. Das Archipel hat aber auch<span id="more-19070"></span> seine ganz eigenen Schwierigkeiten, so schwanken die Temperaturen immer mehr, Regen weicht Teile der Permafrost-Böden auf, Teile des von Fjorden durchzogenen Küstengebiets werden langsam, aber stetig vom Meer geschluckt. Die Gründe dürften bekannt sein.</p>
<p>Das italienisch-amerikanische Duo Blind Cave Salamander besuchte die Inseln mehrmals, zuletzt in Form einer Artist Residency im Hauptort Longyearbyen, wo eine ganze Reihe an landestypischen Sounds gesamplet und verarbeitet wurden. Doch Fabrizio Modonese Palumbo und Paul Beauchamp wären nicht die Meister der verschieden traktierten Saiten, wenn sie die Aufnahmen nicht mit Schichten atmosphärischer Texturen kombiniert hätten.</p>
<p>Bei den meisten Tracks bilden solche Sounds eine subtile Unterströmung, auf der Instrumentalparts meist eine kühle oder mollastig-besinnliche Atmosphäre entstehen lassen, die sich zu miniaturhaften Etüden in Eis und Schnee verdichten. Zu den minimalen, in ihrer dezenten Melodik gleichsam berührenden Akkorden des ersten Abschnitts gesellen sich eisig zischelnde Takte im Downtempo, die im Verlauf eine fast metronomische Form annehmen. Kernige Bassläufe kommen hinzu, eine leicht schlenkernde Unruhe und etwas, das an Zikaden erinnert, weist schon auf die aufwühlende Dramatik hin, die sich im Cello-Solo von Julia Kent, die als quasi drittes Bandmitglied selten fehlt, ereignet. Der Store Norske Mandskor steuert traditionellen Gesang bei und Xiu Xiu, in der Vergangenheit Kollaborateur der verwandten Band Larsen, beteiligt sich ebenfalls an einem Segment, das von kratzenden Rock-Ansätzen und hämmernden Rhythmen geprägt ist, aber im Wesentlichen überzeugt die Musik durch molligwarme Dröhnung, eisigen Minimalismus und jazzig angehauchten Zeitlupengroove.</p>
<p>Man erwacht aus dieser Musik wie aus einem luziden Traum und darf zugleich Augen und Ohren offenhalten für Kommendes, denn die &#8220;Svalbard Suite&#8221; ist Teil eines großen, von einem Turiner Theater konzipierten Werks. Teile der Aufnahmen wurden für eine Dokumentation, für einen fiktionalen Kurzfilm und für ein Theaterstück verwendet, die Soundtrack-Version mit unheimlich verfremdeten Field Recordings liegt der Veröffentlichung bei. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://hypershaperecords.bandcamp.com/">Hypershape Records</a></strong></p>
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		<title>(r): All About Satan</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2015 05:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blind Cave Salamander]]></category>
		<category><![CDATA[Cheap Satanism Records]]></category>
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		<category><![CDATA[Nilla Pizzi]]></category>
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		<category><![CDATA[The Rolling Stones]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Satan musste schon viele Platten über sich ergehen lassen, einige gute und zahllose schlechte, mitunter ganze Musikgenres, aber ganz sicher ist ihm das ziemlich egal, und ob er sich in einer der Vorstellungen über ihn &#8211; einer biblischen, einer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/09/26/r-all-about-satan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/rallabout.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10880" title="rallabout" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/rallabout-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Satan musste schon viele Platten über sich ergehen lassen, einige gute und zahllose schlechte, mitunter ganze Musikgenres, aber ganz sicher ist ihm das ziemlich egal, und ob er sich in einer der Vorstellungen über ihn &#8211; einer biblischen, einer mittelalterlichen, einer gegenaufklärerischen oder einer libertären &#8211; besonders wiedererkennt, bleibt sein Geheimnis. Es ist heute schwer, ihm ein Album zu widmen, mit dem man nicht abgedroschen wirkt, und genau genommen gibt es nur zwei Wege, dies auf die Beine zu bringen. Der eine besteht darin, alle<span id="more-10879"></span> Klischees konsequent zu bejahen, wie das am besten im erdigen Stonerdoom a la The Devil&#8217;s Blood gelingt. Ein anderer Weg besteht darin, Schrägheit, Humor und atmosphärische Düsternis derart krude zu mischen, dass daraus so etwas wie ein diabolisches Cabaret Voltaire entsteht. Zeit für den Auftritt von (r) alias Fabrizio Modonese Palumbo.</p>
<p>Auf eine gewisse Weise gibt &#8220;All About Satan&#8221; nicht nur das Bizarre, sondenr auch die schiere Unübersichtlichkeit des Gegenstandes wieder, denn im Verlauf des Albums reihen sich musikalische, textliche, bildliche und filmische Zitate (die nicht zwangsläufig mit dem Teufel zu tun haben müssen, mit Palumbos Idee dazu aber in Bezug gesetzt werden können) aneinander, und bei der Suche nach dem musikalischen Ort des Ganzen sieht man sich so mancher Finte ausgesetzt. Mag der kleinste gemeinsame Nenner auch die grosteske, bisweilen schalkhafte Düsternis sein, so manifestiert sich diese jedoch in äußerst welchselhafter Gestalt: schwere Drones und infernalischer Soundbrei, gruselige Kinderstimmen und grummelige Spoken Words, groovige Jazzklänge und Black Metal-Gekeife &#8211; all dies reicht sich hier die Hand, um die Gestalt des Albums in steter Transformation zu halten.</p>
<p>Dabei beginnt zunächst alles so trügerisch schön mit dem shmoothen Bowie-Cover &#8220;Five Years&#8221; und Palumbos Stimme, die ganz nah am Ohr und ultrarelaxt die Zeilen zu stilvollen Twangs vorträgt, doch schon dieses intime Idyll wird konterkariert durch anstrengende Backing Vocals und eher störendes Pfeifen und Rattern. Gerade die stärksten Songs leben von dieser ständigen Gratwanderung zwischen Wohlklang und Disharmonie, in der hypnotisch pulsierenden Interpretation des Klassikers &#8220;Bolero Triste&#8221; sind es unheilvolle Schleif- und Kratzgeräusche, die nach einiger Zeit jedoch mit einer groovigen Orgel verschmelzen und in eine orientalisch anmutende Melodie übergehen. Weitere atmosphäriche Highlights sind die um eine Rede aus John Boormans Film &#8220;Zadok&#8221; gebaute Perkussionsnummer &#8220;Oslide Sint Verlac Pink &#8221; und &#8220;Moira&#8217;s Hands&#8221;, das mit einer Sopranstimme und einem pittoresken Wolkenbruch die Stimmung von Gothic Horror-Filmen a la Sergio Martino in Erinnerung rufen.</p>
<p>In all seinen schwierigen und grotesken Seiten ist &#8220;All About Satan&#8221; allem voran eine gelungene Kraftplatte, für die (r) und für den Feinschliff der immer zu Unrecht als Softie verschriene Jamie Steward (Xiu Xiu) Anerkennung verdienen.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.cheapsatanism.com/">Cheap Satanism Records</a></strong></p>
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		<title>I believe each one of us has to deal with a personal void. Interview mit Father Murphy</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/04/12/i-believe-each-one-of-us-has-to-deal-with-a-personal-void-interview-mit-father-murphy/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Apr 2014 06:11:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reverend Freddie Murphy]]></category>
		<category><![CDATA[Will Oldham]]></category>
		<category><![CDATA[William S. Burroughs]]></category>
		<category><![CDATA[Xiu Xiu]]></category>

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		<description><![CDATA[Die italienische Band Father Murphy, die jüngst vom Trio zum Duo geschrumpft ist, lässt sich nicht leicht in gängige Begriffe fassen &#8211; zumindest, wenn man damit ihre Musik unmittelbar kategorisieren will. Ihre lärmenden, basslastigen Klanglandschaften, die manchmal ganz plötzlich etwas &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/04/12/i-believe-each-one-of-us-has-to-deal-with-a-personal-void-interview-mit-father-murphy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fm1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8412" title="fm1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fm1.jpg" alt="" width="209" height="155" /></a>Die italienische Band Father Murphy, die jüngst vom Trio zum Duo geschrumpft ist, lässt sich nicht leicht in gängige Begriffe fassen &#8211; zumindest, wenn man damit ihre Musik unmittelbar kategorisieren will. Ihre lärmenden, basslastigen Klanglandschaften, die manchmal ganz plötzlich etwas Meditatives bekommen, ihre wuchtigen, eruptiven Klagelieder, strafen jede subkulturelle Spartenlogik Lügen. Die Konturen ihrer Welt werden deutlicher, wenn man sich ihr über Inhalte nähert und den Worten folgt, die Freddy Murphy und Chiara Lee selbst immer wieder in Songs und Liner notes fallen lassen. Im Zentrum ihres Denkens erscheinen<span id="more-8409"></span> Begriffe des Scheiterns, der Schuld und der Introspektion. In ihren Texten offenbart sich die Welt als ein Ort, an dem der Einzelne stets dem Druck der Entscheidung ausgesetzt ist. Für platten Optimismus und die Betriebsblindheiten des Alltags ist bei Father Murphy wenig Raum, umso mehr für unaufgesetzte, manchmal ironisch gefärbte Freundlichkeit. Father Murphy touren derzeit mit der jazzfunkigen Formation oAxAcA durch Europa und <a href="http://www.lastfm.de/event/3838586+Father+Murphy+-+oAxAcA+">sind gerade in unseren Breiten unterwegs</a>. Dies war Anlass zum folgenden Interview, bei dem nicht nur um die letzte EP, sondern auch um das religiöse Erbe Italiens, um Amps und William S. Burroughs Feier des Parasitären ging. </strong></p>
<p><a title="I believe each one of us has to deal with a personal void. Interview with Father Murphy" href="http://africanpaper.com/2014/04/12/i-believe-each-one-of-us-has-to-deal-with-a-personal-void-interview-with-father-murphy/"><strong>English version</strong></a></p>
<p><em><strong>Father Murphy gibt es nun schon seit mehr als zehn Jahren, und es dauerte ein paar Jahre, bis die deutsche Presse (wir eingeschlossen) wirklich Notiz von euch nahm. Was könnt ihr uns über diese frühe Zeit erzählen? Welche Umstände und Impulse führten zur Gründung der Band?</strong></em></p>
<p>Wir verbrachten diese frühe Zeit wie eine durchgeknallte Tributeband für die beiden Künstler, die wir mehr als alle anderen liebten, Syd Barrett und Os Mutantes. Die Impulse, das waren hautsächlich ein Drang nach Ausdruck und der Wunsch, eine Spur zu hinterlassen. Wir waren jung, aber hatten dennoch Angst vor dem Tod. Jetzt, wo wir älter werden, finden wir mehr und mehr unseren Frieden, so als ob wir Medien wären, die Sounds reproduzieren, die in der Natur ohnehin schon existieren. Nur dass es uns wichtig ist, diese Klänge und Atmosphären zu verdauen und komplett anders wiederzugeben.</p>
<p>Wir nahmen “&#8230;And He told us to turn to the Sun“ auf und dachten, es könnte ein letztes Father Murphy-Album sein, eine Art Requiem für die Jahre, die wir zusammen verbrachten. Doch wir merkten schnell, dass wir einfach weitermachten mit unserem Leben &#8211; als das eine zusammenhängende Ding, das wir waren, zusammen mit der Musik, die wir wiedergeben wollten.</p>
<p>Damals führten uns verschiedene Wege zum gleichen Punkt, weshalb wir entschieden, dass es Zeit sei, auf die Zufälle zu achten, als wären sie Zeichen, die auf verschiedene Optionen/Routen/Möglichkeiten deuten. Es wurde Zeit, uns zu positionieren, deshalb begannen wir, uns in endloser Wiederholung an uns selbst zu wenden: vergiss nie, dass du die Wahl hast. Zögere nicht, Zweifel sind schöner, nachdem du dich entschieden hast.</p>
<p><em><strong>Falls ihr davor noch in anderen Bands wart, wie hörten die sich an und welche Spuren haben sie in Father Murphy hinterlassen?</strong></em></p>
<p>Die wenigen Erfahrungen, die es in der Zeit davor gab, waren insofern nützlich, dass wir Leute trafen, die uns lehrten, wie wichtig die Haltung hinter deinem Werk ist. Für mich, glaube ich, lag die bemerkenswerteste Erfahrung in dem Schluss, keine Amps zu benutzen, sondern einfach alles in den Mischer zu stöpseln. Statt an einem sauberen Amp-Sound zu arbeiten entschieden wir uns für einen vorsintflutlichen Fake-Gitarren oder -Orgelsound.</p>
<p>Es war nicht einfach nur ein jugendlicher Drang, eine Art &#8220;teenage kick&#8221;, Musik zu machen, diese unbefriedigenden ersten Erfahrungen zwangen uns, bessere Wege des Selbstausdrucks zu finden.</p>
<p><em><strong>Erzählt uns bitte, ob ihr euch wirklich nach der gleichnamigen NBC-Serie benannt habt, oder – was wahrscheinlicher sein könnte – nach dem berüchtigten Priester Father Lawrence Murphy, der viele Kinder meisbrauchen konnte, da seine Taten lange Zeit von der Kirche verschleiert worden sind.</strong></em></p>
<p>Die Frage wird uns oft gestellt&#8230; Es ist tatsächlich keine dieser Referenzen. Unser Name stammt aus einer Kurzbeschichte von William Seward Burroughs, erschienen als 10“ mit einem Soundtrack von Kurt Cobain, unter dem Titel „The Priest they called him“. Es ist ein netter Text, ein typischer Burroughs, und ich bin sicher, Cobain war sehr glücklich, dass er die Gelegenheit hatte, mit einem seiner Idole zu arbeiten. Für uns ebenso, der Name Father Murphy war eine Möglichkeit, gleich zweien unserer frühen Idole Dank auszusprechen, und zugleich einen unserer Haupteinflüsse im Leben und der Musik zu benennen, nämlich dass wir als (katholische) Christen zur Welt gekommen sind.</p>
<p><em><strong>Gibt es bei euch eine Art Rollentrennung innerhalb der Band, die über das Instrumentarium hinaus geht &#8211; beispielsweise was eure Art, Songs zu schreiben oder zu improvisieren betrifft?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fathermurphy1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8414" title="fathermurphy1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fathermurphy1-300x238.jpg" alt="" width="300" height="238" /></a> Von „…and He told us to turn to the Sun“ an begannen wir zuerst, an der Atmosphäre der Songs zu arbeiten, erst danach kümmerten wir uns um die Noten. Jeder Veröffentlichung ist ein Konzept für sich, ein weiterer Schritt in Father Murphys steter Abwärtsspirale, um etwas zu erreichen, vielleicht die Wahrheit, oder besser eine Methode, um ein respektvolles und wahrhaftiges Leben zu führen. Wir haben von &#8220;Heresy&#8221; bis zum jüngsten Konzept des Scheiterns [auf der "Pain is on our side"-EP] haben wir so gearbeitet, dass wir hauptsächlich mit Input begonnen haben, der mit Klängen in bestimmten Situationen zu tun hat, um dann zu versuchen eine bestimmte Atmosphäre zu beschreiben oder ein Gespräch zwischen uns auch für den Hörer verständlich zu machen.In jedem kleinen Schritt versuchen wir, den Zeichen um uns herum zu folgen, auf der Suche nach Eingebungen, in welche Richtung es weiter gehen soll. Anfangs mögen es die Medien von dieser und der anderen Welt gewesen sein, doch seit C.Lee mit dabei ist und schon an den ersten Arbeitsschritten neuer Kompositionen beteiligt ist, erscheint mir alles viel harmonischer und weniger künstlich. Das ist gut, aber auf sehr seltsame Weise, denn auf der anderen Seite wollen wir gerade artifiziell sein und die vorhandenen Dinge und Klänge musikalisch imitieren.</p>
<p><em><strong>Ihr sagtet einmal in einem Interview, dass ihr euch Father Murphy nur schwer ohne Texte und Gesang vorstellen könntet. Welche Rolle spielen Worte/Gesang im übergeordneten Konzept der Band?</strong></em></p>
<p>Jemand sagte einmal, singen sei wie dreimal beten. Vielleicht ist es sogar ein Zitat aus der Bibel, ich bin nicht sicher (und muss leider zugeben, wie schlecht meine Erinnerung manchmal ist). Wir wollen unsere Stimmen als Instrument benutzen, sie sind das beste Mittel, um Klänge direkt mit dem Körper auszudrücken. Doch selbst wenn Worte in erster Linie Sounds sind, haben sie dennoch Bedeutung, und wir suchen jedes Wort, das wir singen, mit Bedacht aus. Wir meinen alles so, wie wir es sagen. Es gibt nur wenige Beispiele, wo wir weder Worte noch Stimmen benutzt haben, hauptsächlich weil wir fanden, dass ein Fehlen von Stimmen nötig war, oder weil ein anderes Mittel benutzt wurde, um eine Stimme zu imitieren (wie z.B. die Bläser in „Let the wrong rise with you“, die unserer Meinung nach Engelsstimmen sind).</p>
<p><em><strong>Es ist meiner Meinung nach schwer, Father Murphy nicht als ein eigenes Paralleluniversum zu betrachten, als eine Erzählung in Episoden, die Schritt für Schritt einen eigenen Mikrokosmos entwirft. Wenn Father Murphy ein Film oder ein Buch wäre, wie müsste man sich die Geschichte vorstellen?</strong></em></p>
<p>In zyklischer Folge wird jeweils ein neuer Autor wichtig für uns, neben Burroughs, den wir als eine Art Schutzengel betrachten. Das war so mit Don DeLillo, mit Cormac McCarthy und, erst kürzlich, Ballard. Ich beantworte diese Frage direkt nachdem C.Lee und ich 14 Ballard-Bücher in Folge gelesen haben, so dass ich mir Father Murphy heute als eine Summe der Charaktere in Ballards<em> The Crystal Forest</em> [World?] und <em>The Drowned World</em> vorstelle, die in einem von Cormac McCarthy entworfenen Naturszenario agieren..</p>
<p><em><strong>Würdest du sagen, dass die Band eine Art Rollenspiel für die Mitglieder ist, streng getrennt von euren anderen Aktivitäten, oder seid ihr immer ein stückweit Father Murphy?</strong></em></p>
<p>Father Murphy in Aufnahmesessions, das sind wir, wie wir versuchen, verschiedene Sounds zu nutzen, um zu zeigen, was wir sehen, und welche Erfahrungen wir machen, sei es in uns oder in der äußeren Welt. Father Murphy auf der Bühne, das sind wir, wie wir all den schwarzen Teer, den wir in uns haben, auskotzen, um bessere Menschen zu werden, und ehrlich gesagt, um das zu repräsentieren, was wir um uns herum sehen. Wir sind keine traurigen Menschen, aber, auch wenn wir jedem wünschen, ein friendvolles Leben zu führen, ist es nicht das, was wir sehen (frei nach einem schönen Will Oldham-Song). Ich denke, ich würde sagen, dass wir immer irgendwie Father Murphy sind.</p>
<p><em><strong>Was könnt ihr uns über die Entstehung eurer letzten Veröffentlichung „Pain Is On Our Side Now“ erzählen? Wie kam es dazu, dass ihr Teile davon auf diesem schönen Schloss in Lazio aufgenommen hattet?</strong></em></p>
<p>„Pain Is On Our Side Now“ handelt lyrisch und klanglich von unserer Idee des Scheiterns. Es kostete uns Monate, bis wir soweit waren, überhaupt zusammenzufassen, was Scheitern für uns bedeutet, und wie wichtig es für Father Murphy ist, das Scheitern an diesem Punkt des Weges zu finden.</p>
<p>Was den Klang betrifft, wollten wir mit etwas arbeiten, das etwas &#8220;natürlichere&#8221; Sounds mit einer kalten und toten Synthese aus perkussiven Klängen vermischt, gefiltert durch unterschiedliche Klangräume. Um das auf die Beine zu bringen, arbeiteten wir an zwei unterschiedlichen Orten.</p>
<p>Das war zum einen Bombanella Soundscapes, ein sehr gutes Studio/Soundlabor in der Nähe von Bologna, wo du mit benutzerdefiniertem Equipment arbeiten und zeitgleich analog und digital aufnehmen kannst, und wo wir uns darauf konzentrieren konnten, eine Menga an &#8220;Fake&#8221;-Sounds zu generieren. Auch wenn es vielleicht nicht das richtige Wort ist, haben wir vor allem versucht, hinter die Grenzen dessen zu gehen, was man als einen spezifischen Sound erkennt.</p>
<p>Der andere Ort war das Schloss Itri, eine schöne mittelalterliche Festung, wo wir 2010 schon die Gelegenheit hatten, auf dem Muviments Festival zu spielen. Das Festival (das zu unseren absoluten Lieblingsfestivals gehört!) wird von den Leuten von Brigadisco Records organisiert, die uns die Gelegenheit gaben, für künftige Aufnahmen im Schloss zu arbeiten. Es gibt dort schier unendliche Räume, und wir wählten den größten im letzten Trakt, um so das beste aus dem natürlichen Hall herauszuholen. Die Stimmen, die wir <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fathermurphy2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-8415" title="fathermurphy2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fathermurphy2-300x220.jpg" alt="" width="300" height="220" /></a>dort aufnahmen, sind zusammen mit den Bläsern das einzige, das komplett ohne Effekte auskommt.</p>
<p>Es ist witzig, dass der erste, der uns empfohl, dort aufzunehmen, Arrington De Dyonyso war, nachdem wir eine Show zusammen in seiner Heimatstadt gespielt hatten. Wir waren nur ein paar Meter entfernt von den Dub Narcotics-Studios, dennoch erkannte er das Schloss in Itri als den richtigen Platz für uns.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Wie in vorherigen Veröffentlichungen spricht die Diversität der Musik für ein Interesse an den Möglichkeiten von Musikgenres, aber zugleich für eine Zurückweisung eines jeglichen Dogmatismus. Würdet ihr zustimmen?</strong></em></p>
<p>Ich stimme dem zweiten Teil absolut zu, Dogmatismus ist steril. Was die Möglichkeiten von Musikgenres angeht, wir sind eher interessiert daran, verschiedenartiges Input in eigene musikalische Stimmungen zu übertragen, als in Genres. Wir können nicht von vornherein abschätzen, wie das Input transformiert wird, und wie das am Ende klingt, und so arbeiten wir uns einfach immer näher und näher an die Impulse heran.</p>
<p><em><strong>Die beiden Seiten von „Pain“ sind so gedacht, dass man sie sowohl nacheinander als auch simultan abspielen kann, was zu einem anderen, aber nicht weniger kohärenten Werk führt. In den liner notes betont ihr die Wahl der Hörer, die Musik ihren eigenen Vorlieben entsprechend zu &#8220;vollenden&#8221;. Was war die grundsätzliche Idee dahinter? Würdet ihr sagen, dass eine zu passive Haltung ein Hauptproblem unserer Zeit darstellt?</strong></em></p>
<p>Die Idee soll mehr die Tatsache unterstreichen, dass die Leute einen Grund und vor allem das Recht haben, zu Wählen, aber auch dass dies mit einem Aufwand verbunden ist. Im Grunde laden wir die Leute einfach zum Mitmachen ein, während sie sich unserer Musik annähern, und so werden sie Teil des Vorgangs. Ich denke irgendwie nicht, dass es ein spezielles Problem unserer Zeit/Gesellschaft ist, weil es wahrscheinlich schon immer so war, aber allgemein gesprochen kann ich es nicht leiden, wenn ich die Qual der Wahl haben. Ich treffe gewiss die falsche Wahl und kann dann nur mir selbst die Schuld geben.</p>
<p><em><strong>In welchem Maß beeinflusst die politische Situation in Italien eure Musik?</strong></em></p>
<p>Es ist unmöglich, nicht durch die Umwelt beeinflusst zu sein, in der du lebst, manchmal bahnt es sich seinen Weg durch die unterschiedlichsten Ausdrucksweisen. Wir tun aber alles, um dies möglichst auf das allerbasalste zu begrenzen. Father Murphys Welt ist ein Mittel, der realen Welt zu entkomen, auch wenn es ebenfalls von dieser beeinflusst ist.</p>
<p><em><strong>Einige eurer Stücke (z.B. “Go sinister“) haben einen beinahe religiösen, metaphysischen Beiklang. Sind das Aspekte, die ihr mit eurer Musik erreichen wollt?</strong></em></p>
<p>Wenn wir unsere Musik komponieren, beschäftigen wir uns andauernd mit Zweifeln, es gibt lange und tiefe Reisen ins unser Selbst. In dieser Abwärtsspirale, selbst wenn du dir vorgenommen hast, abzusteigen, brauchst du immer ein wenig Licht an deiner Seite. Manchmal fühlen wir, dass jeder Klang, den wir hervorbringen, an ein tiefes, uns eigenes Gefühl von Religiosität gebunden ist.</p>
<p>In manchen Track übertragen wir diese Gefühle von Religiosität mehr als in anderen in die Sounds.</p>
<p><em><strong>Ihr schreibt ja, dass ihr den &#8220;Sound der katholischen Idee von Schuld&#8221; verkörpert. Denkt ihr also, dass in euren Arbeiten auch eine schwierige Konfrontation stattfindet mit euren christlichen Erbe und dem eures Landes?</strong></em></p>
<p>Ununterbrochen. Es ist stark verwurzelt in unserer Kindheit. Father Murphy ist unser Weg, das auszudrücken, die Zweifel auszudrücken, die konsequente Schuld, aber vor allem ist es ein Weg, all diese Gefühle zu repräsentieren, um ihnen einen Namen zu geben, der nur mit uns zu tun hat. Und das ist der Punkt, an dem wir heretisch sein mussten, um eine eigene Religiosität zu finden, weil wir nicht mehr an die Religionen glauben konnten, aber zugleich immer noch das religiöse Gefühl haben.</p>
<p>Was die Konfrontation mit unserem Herkunftsland betrifft, Italien ist ein großartiges Land, wo man eine gewisse Zeit verbringen kann, aber absolut keines, um dort zu leben. Dies brachte uns dazu, mehr und mehr Energie in unsere Musik zu stecken. Unter diesem Gesichtspunkt hat uns Italien sicher dabei geholfen, das zu tun was wir tun.</p>
<p><em><strong>Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber es scheint, als ob Religion heute zurückkehrt aus den unterschiedlichsten Ecken und in allen Größen und Formen. Seht ihr eine solche Entwicklung auch?</strong></em></p>
<p>Leute haben immer in der Religion nach Hilfe und Zuflucht gesucht, vor allem, wenn sie das Andere fürchteten (im Sinne von anderen Menschen, als auch im Sinne des Anderen an sich = des Unbekannten). Ist dies der Fall, dann wächst auch die Abwesenheit von Empathie. Ich denke, dass jeder von uns das kennt, diese Situationen, in denen die Abwesenheit von Empathie wächst. Ich denke, dass sich jeder von uns in verschiedenem Maß und zu unterschiedlicher Zeit mit seiner eigenen persönlichen Leere beschäftigen muss, und wenn es soweit ist, sind Religionen in der Regel da, um zu Zeigen, wie man dies macht.</p>
<p><em><strong>In einer Besprechung eurer Labelkollegen Mamuthones in The Wire werdet ihr ebenfalls erwähnt, der Autor bezeichnet euch beide als “Italiens erste okkulte Psychedeliker“. Ist das ein Schlagwort, mit dem ihr leben könnt, bzw. etwas, das eure Musik angemessen repräsentiert?</strong></em></p>
<p>Schlagworte werden dazu benötigt, Dingen Namen zu geben. Ich mag sie nicht unbedingt, aber ich sehe auch ihren Nutzen. &#8220;Okkult&#8221; und &#8220;Psychedelia&#8221; sind Begriffe, die beide unsere Arbeit irgendwie/allgemein beschreiben können. Der beste Weg allerdings, ist, direkt zur Quelle zu gehen, und das ist immer die Musik.</p>
<p><em><strong>Diese Frage ist ziemlich nah an der vorherigen: Über &#8220;Italian occult psychedelia“ wurde mittlerweile viel geschrieben, und einige betrachten das Phänomen als Italiens Gegenstück zu &#8220;Hauntology&#8221;, nur wesentlich dunkler und weniger poppig. Denkst du, dass das stimmt, und wenn ja, wie würdest du es erklären, dass die Musik einiger so bezeichneter Künstler etwas derart Düsteres und Verstörendes an sich hat?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fathermurphy42.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-8421" title="fathermurphy4" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/fathermurphy42.jpg" alt="" width="249" height="376" /></a>Ich denke &#8211; wenn ich einmal von mir und einigen Bekannten ausgehe, die unter diesem Label gefasst werden &#8211; dass ein gemeinsamer Hintergrund unsere Herangehensweise an Musik beeinflusst hat. Wir sind alle zirka um die 30/40 Jahre alt, wir verbrachten unsere Jugend in einer Gesellschaft, in der die Angst vor einer nuklearen Kathastrophe zwar zurückging, aber immer noch da war, einer Gesellschaft mit immer noch rigiden katholischen Normen und Heuchelei. Wir haben eine gemeinsame Angst und zugleich Faszination gegenüber dem Tod und eine ähnliche Liste an Orten (mentale ebenso wie physische), um uns zu verstecken.</p>
<p>Es stimmt, wir alle hörten uns die Soundtracks zu den Giallo-Filmen der 70er an, aber ehrlich gesagt erinnere ich mich, dass ich noch besessener war von italienischen Jingles und den Soundtracks japanischer Zeichentrickserien, als von Goblins. All dies hatte einen starken Beigeschmack des Scheiterns, als ob Helden die einzige Hoffnung auf bessere Zeiten wären, wohl wissend, dass dies nicht ausreichen würde.</p>
<p>In Italien schleppen wir immer noch die Dekadenz des Römischen Reiches mit uns herum, und dies ist eine schwere Bürde, die jede mögliche Wende erstickt &#8211; mit einem falschen und dummen Stolz, und mit Faulheit. Und Bigotterie ist dort immer noch weit verbreitet.</p>
<p>Ich denke, dass die Künstler in diesem Millieu die Musik als ein Medium gewählt haben, um sich vom Alltag abzugrenzen, um sich selbst zu isolieren und eine notwendige und stimulierende Alternative zu schaffen. Meist passierte das, wenn man andere Kumpanen getroffen hat, um einfach zusammen etwas zu spielen und zu sehen, wie die Tage kommen und gehen. Aber sobald die meisten dieser Bands zu touren anfingen, wurden sie auf ganz ähnliche Situationen um sie herum aufmerksam und erlangten nach und nach ein Bewusstsein dafür, was man dann auch in der Musik hören konnte. Sie hinterlassen ihre eigenen merkwürdigen Spuren, indem sie ihr Leben leben und gerade durch diesen Drang ihren eigenen Ort finden.</p>
<p><em><strong>Ihr schreibt, dass ihr gerne auf den “Grund der Höhle geht, um dann [...] noch tiefer zu graben“. Habt ihr euch schon mal in einer Situation wiedergefunden, wo ihr das Gefühl hattet, zu tief gegraben zu haben?</strong></em></p>
<p>Schuldgefühle treiben mich zum Graben an, wenn ich das Gefühl hatte, zu tief gegraben zu haben, dann weil ich die Schuld gefunden hatte. Der Schuld gegenüber zu stehen offenbart all meine Grenzen, vor allem dann, wenn es mir schwer fällt, die Verantwortung dafür zu übernehmen.</p>
<p><em><strong>Spielt die “No room for the weak“-EP auf Joy Divisoins “Day of the Lords“ an?</strong></em></p>
<p>Ja, das tut sie. Einer meiner ewigen Lieblingssongs. Wir hatten einmal die Gelegenheit, den Song live zusammen mit Deerhoof und Xiu Xiu zu spielen, alle zusammen auf der Bühne. Als Jamie diese Zeile sang, zeigte er auf mich und reichte mir das Mikrophon. Es ist eine meiner Lieblingserinnerungen aus all unseren Konzerttouren.</p>
<p><em><strong>In euren Internetauftritten erwähnt ihr eine Reihe an Musikern als Einflüsse. Wie (und wie direkt) funktioniert Inspiration bei euch, und kann es manchmal auch eine Last sein? Gibt es Momente, wo ihr andere Musik leisedrehen müsst, um kreativ zu sein?</strong></em></p>
<p>Ich zitiere hier direkt von unserem geschätzten W.S. Burroughs: „Aus den Toiletten und in die Museen, Bibliotheken, Baudenkmäler, Konzerthallen, Buchhandlungen, Ton- und Filmstudions der Welt hinein. Alles gehört dem inspirierten und engagierten Dieb. Alle Künstler der Weltgeschichte, von den Höhlenmalern bis Picasso, alle Poeten und Schreiber, die Musiker und Architekten, bieten ihre Werke an, bedrängen ihn wie Straßenhändler. Sie flehen ihn aus den gelangweilten Köpfen der Schulkinder, aus den Kerkern unkritischer Ehrfurcht, aus toten Museen und staubigen Archiven heraus an. Bildhauer strecken ihre Kalkarme aus, um die lebenspendende Transfusion zu erhalten, während ihre abgeschlagenen Glieder Mister America aufgepropft wurden. Mais le voleur n&#8217;est pas presse&#8217; &#8212; der Dieb hat keine Eile. Er muss sich selbst der Qualität der Ware und ihrer Zweckmäßigkeit versichern, bevor er die große Ehre und den Segen seines Diebstahls erhält.“</p>
<p>Und wenn wir kreativ sein müssen, werden wir sogar noch durstiger nach neuen Einflüssen!</p>
<p><em><strong>Auf der oben erwähnten EP interpretiert ihr &#8220;There is a war&#8221; von Leonard Cohens (einem Künstler, in dessen Werk Spiritualität durch all die Jahrzehnte seiner Karriere zu finden ist). Habt ihr den Song wegen der Lyrics, der Musik oder beidem ausgewählt?</strong></em></p>
<p>Ich würde sagen wegen beidem. Wir verwendeten allerdings nur ein paar Zeilen aus den Lyrics, und wir veränderten sie ein wenig. Es war der erste Song, bei dem Ving Ngo (der Künstler, der sich um all unsere Plattencover und Bilder kümmert) mit uns sang.</p>
<p>Ich finde Leonard Cohens Original unheimlich obsessiv mit dem Rhythmus, der sich im Hintergrund aufbaut, während seine Stimme fast zurückhaltend ist, bis zu dem Punkt, wenn der besungene Krieg ausbricht, und er gar nicht berührt davon ist. Unsere Idee war, unser Cover mehr als ein Mantra zu gestalten, um die Leute dazu zu bringen, durch einen Rückfall in den Krieg ein tieferes Bewusstsein zu erlangen. Der Taxt sagt „going back“, als wäre der Krieg eine permanente Situation, an die wir bloß die Erinnerung verloren haben.</p>
<p><em><strong>Manche Musiker machen eine starke Unterscheidung zwischen dem Aufnehmen und der Performance. Hat eines von beidem eine größere Bedeutung für euch?</strong></em></p>
<p>Wir lieben das Auftreten, aber wir lieben ebenso das Aufnehmen. Wir schätzen den Prozess des Abmischens nicht so sehr, weshalb wir angefangen haben, mit Greg Saunier zu arbeiten. Wenn wir mit den Aufnahmen fertig sind und eine kleine Vorabmischung fertig haben, schicken wir alle Tracks zu ihm und warten die Ergebnisse ab. Es begann, weil wir es uns nicht leisten konnten, für die Abmischung nach NYC zu fliegen, aber so mögen wir es dann auch. Wir sind sicher, das Greg weiß, wo er unsere Sounds anbringt. Und wir lieben die Vorstellung, jemandem all unser Vertrauen entgegen zu bringen.</p>
<p><iframe src="//www.youtube.com/embed/uLoMiPI2Pu4" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>Ihr habt gerade in Italien, Frankreich und auf der Iberischen Halbinsel gespielt. Wie waren eure Erfahrungen?</strong></em></p>
<p>Wir haben gerade neun Wochen Tournee durch ganz Westeuropa hinter uns. Es hat Spaß gemacht, und es war das erste mal, dass wir als Duo zusammen gespielt haben.</p>
<p>Manchmal denke ich, dass Touren schon das ist, was wir am besten können. Irgendwie vergessen wir dabei, wo wir herkommen im alltäglichen Sinne, und alles dreht sich ums Schlafen und ums gut Essen, darum stark und vorbereitet zu sein für die nächste Performance, wo wir dann mit uns selbst beschäftigt sind und unserem Versuch, etwas durch unsere Musik zu kommunizieren.</p>
<p>Wir haben nun drei Wochen Ost- und Mitteleuropa vor uns, danach geht es für sieben Wochen in die Staaten und nach Kanada. Nach dem Sommer dann sogar nach Mexico. Wenn das alles vorbei ist, unterhalten wir uns über all das Feedback und fangen wieder von vorn an.</p>
<p><em><strong>Dummer Vittorio Demarin hat vor kurzem die Band verlassen. Welche Veränderungen bringt das mit sich?</strong></em></p>
<p>Der Hauptunterschied besteht wohl unterm Strich darin, dass wir uns entschieden haben, „implosiv“ zu werden statt „explosiv“. Als Duo graben wir nun tief in uns hinein, werfen alles in die Mitte und versuchen, rein voreinander zu stehen: Die Live Performances werden persönlicher, man merkt, wie etwas passiert bzw. sich materialisiert in der Mitte, in dem Raum auf der Bühne zwischen uns beiden.</p>
<p><em><strong>Macht ihr schon Pläne für neue Aufnahmen und weitere Aktivitäten?</strong></em></p>
<p>Neben all dem Touren arbeiten wir gerade an einem neuen Album, das wir im Mai aufnehmen werden, auf dem Höhepunkt unserer Tour in New Mexico zusammen mit dem Gitarristen von Deerhoof (und Powerdove und Gorge Trio&#8230;), John Dieterich. Wir können die Arbeit mir ihm kaum erwarten, er hat so frische Ideen zu unserem Sound, er ist ein großer Fan davon, keinen Amp für eine Gitarre zu benutzen. Er hat uns immer unterstützt, seit wir einmal eine Show zusammen in der Bay Area hatten, wo er Gitarre für unsere geliebte Carla Bozulich spielte. Greg Saunier (wieder Deerhoof) wird den Mix machen. Es bekommt den Titel &#8220;Croce&#8221;, was auf Italienisch &#8220;Kreuz&#8221; heißt. Wir haben uns für den italienischen Titel entschieden wegen des Klangs, wie lieben den Klang des harten &#8220;c&#8221; und des &#8220;r&#8221;. Und weil es eines der Wörter ist, die du in diesem Land am meisten hörst. Sind wir ein bisschen besessen? Definitiv!</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p>Bandfotos: Elena Toniolo, Visuelle Bearbeitung: Caratteri Nobili, Sara Xiayu</p>
<p><a href="http://fathermurphy.bandcamp.com/">Father Murphy @ Bandcamp</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/fathermurphyband">Father Murphy @ Facebook</a></p>
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