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	<title>African Paper &#187; Zagava</title>
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		<title>Fabulous Aesop: Texte und Bilder von Baby Dee und vielen anderen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2022 03:48:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aesop]]></category>
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		<description><![CDATA[Baby Dee, über deren Musik wir immer wieder ausführlich berichtet haben, hat eine Anthologie zusammengestellt, auf der zahlreiche Künstlerinnen und Künstler literarische und visuelle Neuinterpretationen der berühmten Fabeln des Aesop beigesteuert haben. Eine zentrale Idee war die Frage, wie die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/02/07/fabulous-aesop-texte-und-bilder-von-baby-dee-und-vielen-anderen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Baby Dee, über deren Musik wir immer wieder ausführlich berichtet haben, hat eine Anthologie zusammengestellt, auf der zahlreiche Künstlerinnen und Künstler literarische und visuelle Neuinterpretationen der berühmten Fabeln des Aesop beigesteuert haben. Eine zentrale Idee war die Frage, wie die Fabeln und v.a. die heute etwas angestaubt wirkende Moral der Texte wohl aussähen, wenn sie in unserer Zeit entstanden wären. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/02/fabulousaesop.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-28617" title="fabulousaesop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/02/fabulousaesop.jpg" alt="" width="1040" height="697" /></a><span id="more-28616"></span></p>
<p>Zu den Beitragenden zählen einige bekannte Namen wie Little Annie, Michel Faber, Ania Goszczyńska, David Tibet, Andrew Liles, Jordan Hunt, Dawn McCarthy, Alex Neilson, Rosalie Parker, Fabrizio Modonese Palumbo, Anh Vu und natürlich Dee selbst &#8211; Namen, die in der einen oder anderen Form bereits auf diesen Seite -meist im Zusammenhang mit Musik &#8211; Thema waren. Das Buch erscheint im Frühjahr in drei verschiedenen Editionen beim Verlagshaus Zagava.</p>
<p><a href="https://www.zagava.de/shop/fabulous-aesop-classic-tales-revisited?edition=19"><strong>Alles Weitere @ Zagava</strong></a></p>
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		<title>R.B. RUSSELL: Heaven&#8217;s Hill</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2021 05:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bladud Flies!]]></category>
		<category><![CDATA[R.B. Russell]]></category>
		<category><![CDATA[Tartarus Press]]></category>
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		<description><![CDATA[R.B. Russell und seine Partnerin Rosalie Parker betreiben einen der wichtigsten Verlage für (im weitesten Sinne) unheimliche Literatur. Tartarus Press hat sich nicht nur verdient gemacht, das Vermächtnis Arthur Machens zu wahren oder (teils vergessene) Klassiker wiederzuveröffentlichen, sondern man ist &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/10/30/r-b-russell-heavens-hill/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/rbrusselheavenshill.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27567" title="rbrusselheavenshill" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/rbrusselheavenshill-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://africanpaper.com/2014/08/02/r-b-russell-the-dark-return-of-time/">R.B. Russell</a> und seine Partnerin Rosalie Parker betreiben einen der wichtigsten Verlage für (im weitesten Sinne) unheimliche Literatur. Tartarus Press hat sich nicht nur verdient gemacht, das Vermächtnis Arthur Machens zu wahren oder (teils vergessene) Klassiker wiederzuveröffentlichen, sondern man ist auch immer wieder auf der Suche nach neuen Autoren. Dabei fällt auf, dass der Verlag auf gewisse Weise im wahrsten Wortsinne Avantgarde ist, wiederveröffentlichte man doch schon Robert Aickman und seine <span id="more-27537"></span>„strange stories“ in wunderschönen Editionen, lange bevor ein großer Verlag wie Faber &amp; Faber die Werke in preisgünstigen Paperbacks verfügbar machte. Sie sind Heim des augenblicklich produktivsten und elegantesten Verfassers von Geistergeschichten (<a href="http://africanpaper.com/tag/reggie-oliver/">Reggie Oliver</a>) und veröffentlichten die Erstauflage von Andrew Michael Hurleys Roman „The Loney“, der den Preis für das Buch des Jahres bei den British Book Industry Awards verliehen bekam. Jüngst erschien mit Andrew Komarnyckyjs „Erza Slef“ eine an Nabokov anspielende beeindruckende metafiktionale Tour de Force. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, allerdings geht es im Folgenden weniger um Russells Qualitäten als Verleger, sondern als Autor, der eine Reihe von Romanen und Kurzgeschichten verfasst hat, die sich (natürlich, möchte man sagen) auch mit dem Unheimlichen, dem Merkwürdigen und Seltsamen beschäftigen.</p>
<p>In dem im Düsseldorfer Verlag <a href="http://africanpaper.com/tag/zagava/">Zagava</a> erschienenen Roman „Heaven&#8217;s Hill“ trifft die Hauptfigur Ruth Pritchard Oliver Dacey, einen alten Freund aus Kindertagen, wieder, der inzwischen für den britischen Nachrichtendienst arbeitet. Beim Abhören sogenannter Zahlensender, Kurzwellensender, zum Teil aus der Zeit des Kalten Kriegs, auf denen scheinbar zusammenhangslose Zahlenreihen endlos vorgelesen werden, hört Dacey plötzlich Mitteilungen, die seine und Ruths Abenteuer in fernen Ländern beschreiben, wie es sich die beiden vor Jahrzehnten in einem Kinderspiel namens International Travel ausgedacht haben. Als wäre das nicht genug, behauptet Dacey, mit Hilfe der Zahlensender könne er in der Zeit (zurück-)reisen und diese beschriebenen Abenteuer als jüngeres Selbst tatsächlich erleben. Bei dem Versuch das Mysterium zu lösen, gerät er unter Spionageverdacht und muss vor seinem Arbeitgeber fliehen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/heaven-s-hill-zagava-300.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27540" title="heaven-s hill zagava 300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/heaven-s-hill-zagava-300.jpg" alt="" width="575" height="300" /></a></p>
<p>„Heaven&#8217;s Hill“, auf den Ort verweisend, der als Schauplatz des Geschehens dient, funktioniert auf mehreren Ebenen: Der Roman ist mit seiner Darstellung von Versuchen, den Verfolgern zu entkommen und alle Rätsel zu lösen, ein wahrer<em> page turner</em>, der einen immer weiter lesen lässt, wobei er fast durchgängig von einer spielerischen Leichtigkeit geprägt ist (auch wenn an einer Stelle &#8211; Vorsicht, Spoiler!- zwei Agenten in ihrem Auto ersticken) und sicher (nicht ganz zufällig) von Stimmung und Plot an Serien wie etwa „The Avengers“ (die im Deutschen vor etlichen Jahrzehnten als „Mit Schirm, Charme und Melone“ ebenfalls sehr polulär waren) anspielt und -knüpft. An einer Stelle heißt es: „&#8217;You&#8217;re only working on theories stolen from episodes of Dr Who&#8217;“.</p>
<p>Inmitten des spannenden Plots finden sich dann auch immer wieder metafiktionale Kommentare: Ruth beschreibt ihre Erlebnisse selbstreflexiv als „a bizarre mixture of James Bond and Mills &amp; Boon romance“ (was auch keine schlechte Charakterisierung des Romans ist). An anderer Stelle ist zu lesen: „My inner twelve-year-old is fascinated, but I admit it can be unnerving.“  Oder aber: „&#8217;When I watch movies […] I can sometimes be swept up in the story. But I&#8217;ve never experienced a fraction of the excitement I now feel&#8230;or the trepidation.&#8217;“</p>
<p>Es gibt Reflexionen über das Zeitreisen: „There are lots of paradoxes associated with time travel, and I forget the names of them, but the self-consistency principle trumps them all.“ Aber im weiteren Verlauf der  Geschichte manisfestieren sich dann doch diese Paradoxien, die das oben genannte Prinzip ad absurdum führen; etwa dann, wenn Ruth als junge Frau nach einer Zeitreise plötzlich in der Gegenwart ankommt und ihr mitgeteilt wird: „But your older self, the real you, is in the other room“. Da blickt dann durchaus Philip K. Dick um die Ecke. Am Ende muss Ruth feststellen, dass ihre und Olivers Reisen tatsächlich etwas hervorgebracht haben, was vorher nicht existiert hat: Es gibt „a closed loop of information that had no source.“ Ruth erfährt bei ihren Zeitreisen, wie insignifikant sie letztlich ist: „She had been dreaming of vast spaces filled with vague, shifting colours – impossible vistas sculpted out of the fabric of space and time itself. Her insignificance had been both a liberation und utterly soul-destroying.“ Eine deutlich an Lovecraft anspielende Passage.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/21-09-01-RUSSELL-Heavens-Hill-LET-MOCK-6433d1be1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27551" title="21-09-01 RUSSELL Heavens Hill LET MOCK-6433d1be" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/21-09-01-RUSSELL-Heavens-Hill-LET-MOCK-6433d1be1.jpg" alt="" width="2000" height="1000" /></a></p>
<p>Auf einer weiteren Ebene gibt es auch Passagen, die ziemlich deutlich auf unsere Gegenwart verweisen: Ruth wird sich bei ihrer (Zeit-)Reise in die 60er bzgl. Lyndon B. Johnsons Voting Rights Act bewusst: „She hadn&#8217;t realised that there had still been so many means to disqualify African-Americans from voting“. Man muss fast unweigerlich an die Legion von Gesetzen denken, die in den USA in den letzten Monaten auf den Weg gebracht wurden, um Minderheiten das Abgeben der Stimme zu erschweren. Auch Überlegungen, dass vieles, was den Charakteren widerfährt, der feuchte Traum eines jeden Paranoikers ist, lässt an die hypertrophen Verschwörungserzählungen der Gegenwart denken.</p>
<p>„&#8217;It&#8217;s far more complicated than you could ever imagine.&#8217;“, heißt es gegen Ende, was man auch als Kommentar über diesen Roman sagen könnte.</p>
<p>Um auf den Anfang zurückzukommen: Dass Russell, der einen – wie oben ausgeführt – Verlag leitet, der im besonderen Maße Augenmerk auf Inhalt und äußere Präsentation legt, bei Zagava veröffentlicht, ist natürlich mehr als passend, denn schließlich hat der Verlag aus Düsseldorf sich in den vergangenen Jahren etabliert, als (Veröffentlichungs-)Ort hervorragender und herausragender zutiefst origineller genre- und gattungsübergreifender und aufwendig(st) gestalteter Bücher (von Nick Blinko, Mark Samueks, Reggie Oliver oder D.P. Watt, um nur ein paar wenige zu nennen).</p>
<p>Wer will, der kann Russells kürzlich veröffentlichtes Ambientstück „Heaven&#8217;s Hill, East Sussex“ beim Lesen  <a href="https://cousinsilas1.bandcamp.com/track/r-b-russell-heavens-hill-east-sussex">hören</a>, das der Lettered Edition als eine von Bladud Flies/The Bricoleur hergestellte Lathe Cut 7&#8221; beiliegt. (MG)</p>
<p><strong>Verlag: <a href="https://zagava.de/">Zagava </a></strong></p>
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		<title>REGGIE OLIVER: Virtue in Danger</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Sep 2013 06:59:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ex Occidente Press]]></category>
		<category><![CDATA[Reggie Oliver]]></category>
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		<description><![CDATA[Der auch als Schauspieler tätige Reggie Oliver ist als Autor nicht auf eine Gattung beschränkt: Ursprünglich Dramatiker, verfasste er eine Biographie seiner Tante &#8211; der Autorin Stella Gibbons -, dürfte allerdings einigen der Leser unserer Seiten durch seine in inzwischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/09/21/reggie-oliver-virtue-in-danger/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/Reggie-Oliver1.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-7609" title="Reggie-Oliver" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/Reggie-Oliver1.gif" alt="" width="155" height="232" /></a>Der auch als Schauspieler tätige Reggie Oliver ist als Autor nicht auf eine Gattung beschränkt: Ursprünglich Dramatiker, verfasste er eine Biographie seiner Tante &#8211; der Autorin Stella Gibbons -, dürfte allerdings einigen der Leser unserer Seiten durch seine in inzwischen mehreren Bänden gesammelten unheimlichen Geschichten bekannt sein, die weniger durch Drastik auffallen als vielmehr in der Tradition britischer Geistergeschichten stehen und einen Autoren zeigen, der ein begnadeter Stilist ist, Figuren scharf zeichnen kann und ein Ohr für Dialoge hat.<span id="more-7598"></span></p>
<p><em>Virtue in Danger</em>, der am Genfer See im Jahre 1963 angesiedelte Roman, handelt von einer christlichen Bewegung, dem sogenannten Moral Regeneration Movement &#8211; oder auch kurz MRM &#8211; deren Mitglieder sich als „repair crew for a disabled world“ (oder wie es eine der Hauptfiguren ausdrückt: „we&#8217;re not a church, we&#8217;re a radical movement we&#8217;re a campaign, we&#8217;re a war against darkness“) verstehen. Oliver ließ sich von seinen eigenen Erfahrungen mit der Gruppe <a href=" http://en.wikipedia.org/wiki/Moral_Re-Armament ">Moral Re-Armament </a>inspirieren. Im Vorwort ztiert Reggie Oliver Sören Kierkegaard mit den Worten: „The humorist, like the wild animal, walks alone“ und begründet damit seine eigene Zurückhaltung, was Bewegungen und Organisationen anbelangt. In einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=T5gEDg_cA9k">Interview</a>, das der Autor anlässlich der Veröffentlichung des Romans gab, berichtet er von den autobiographischen Bezügen und legt etwas von seinen poetologischen Überlegungen dar: Ein starker Einfluss sei der Dramatiker Alan Ayckbourn gewesen, dessen Fähigkeit Figuren durch ihre Worte zu charakterisieren er schätze. Prinzipiell seien seine Prosarbeiten dann auch stark von seinen Erfahrungen als Dramatiker geprägt und dementsprechend denke er vielfach in Szenen, Dialogen und Handlung – etwas, das sich auch in dem Roman <em>Virtue in Danger</em> zeigt, der der Gattung der „metaphysischen Romanze” zugeordnet wird.</p>
<p>Während unter der Leitung des ehemaligen Tennisspielers und Journalisten David Bayard („Leadership for Bayard was not so much an achievement as a calling.“) das von ihm selbst verfasste Theaterstück <em>Land of Challenge, </em>das die Weltanschauung der Bewegung widerspiegeln und verbreiten soll und das demenstsprechend von einem recht simplen manichäischen Dualismus geprägt ist („In the Land of Challenge all motives were either corrupt or pure and all choices were between darkness and light“) – bester christlicher Agitprop also -, aufgeführt wird, liegt der Gründer und (An)Führer der Gruppe Arnold Breitman, kurz AB (: „There were moments when [Bayard] was as sickened as any outsider by MRM jargon“ ) im Sterben liegt. Verschiedenste Personen aus dem engeren Zirkel versuchen mit allerlei Ränkespielen die Nachfolge zu regeln. Da ist etwa der Arzt Bill Hubbard („Like most reasonably well-educated Englishmen, he knew nothing about art“), der im Verlauf des Romans eine ziemliche psychische Desintegration durchmacht, Geoffrey Balfe, ein ehemaliger, extrem hässlicher, Gewerkschafter, die hagere, ihren Führer mehr als nur verehrende Mrs Argone (ersterer und letztere beiden sind sich in inniger Feindschaft verbunden, wie der Leser erfährt) oder der dämonische Nazi Otto Stolz, der seinen ursprünglichen Nachnamen von Stollenberg, nicht aber seine Weltanschauung abgelegt hat und für den der Kampf gegen Unmoral vor allem ein Kampf gegen den Kommunismus ist.</p>
<p>Weitere Spannungen entstehen dadurch, dass die einzigen (drei) professionellen Schauspieler, die in dem Stück mitspielen, keine MRM-Anhänger sind: der Afrobrite und ehemalige Othello-Darsteller Moses Robinson, Sylvia, die im Stück die tugendhafte Mary spielt („Like most characters in fiction who are strong in virtue, &#8216;Mary&#8217; was weak in personality“) und sich im Laufe des Romans immer stärker von der MRM-Weltanschauung angezogen fühlt und der einer gescheiterten Ehe und schwächelnden Karriere zu entkommen versuchende Ivor Smith, der zur Hauptfigur des Romans wird und der sich irgendwann zwischen zwei Frauen findet &#8211; nämlich seiner Kollegin Sylvia und Alice, der 17-jährigen Tocher des exilierten slavonischen Königs. Der Unterteitel des Romans heißt dann auch bezeichnenderweise „The Princess and the Actor“. Darüber hinaus versucht das MRM zwei verfeindete Gruppen aus dem afrikanischen Staat Bokondo in ihrer Residenz an den Verhandlungstisch zu bringen, wobei die Motive (natürlich) nur bedingt altruistischer Natur sind.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/VirtueinDanger011.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7603" title="VirtueinDanger01" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/VirtueinDanger011-300x213.jpg" alt="" width="300" height="213" /></a>Oliver sieht als ein zentrales Motiv in seinen Geschichten die Thematisierung der spirituellen Seite des Menschen und wie diese durch Egoismus verdorben werden kann. Dies spiegelt sich auch in weiten Teilen von <em>Virtue</em> <em>in</em> <em>Danger</em> wider. Wenn Bayard nach dem Tode Breitmans zu dessen Nachfolger wird (obwohl dieser -soviel sei verraten- auf dem Sterbebett jemanden anderen bestimmt hatte) und seine Antrittsrede getreu dem Motto „To the Puritan all things are impure“ hält, die er wie der im gleichen Jahr seine berühmteste Rede haltende Martin Luther King mit den Worten des Protestliedes „We shall overcome“ beendet, dann geht es bei Bayard nicht um die Beseitigung von Diskriminierung, sondern um die Überwindung der von ihm als verdorben betrachteten Welt, (in) der es an „Faith“ und „decency“ mangele und stattdessen „filth“ (vulgo „sodomy, […] masturbation, […] adultery, […] smoking, […] gambling, […] drinking“, „foul abomination of homosexuality“ ) vorherrsche. Dies erinnert  an die etwa zeitgleich Bekannheit erlangende Mary Whitehouse und ihr Wüten und Wettern gegen (vermeintliche) Unzucht und Pornographie. Bayards Äußerungen zur Homosexualität haben aber (nicht nur wegen des in scheinbar permanenter Hemdlosigkeit posierenden Putins und seines prunksüchtigen Popen) eine traurige Aktualität. Oliver lässt den auktorialen Erzähler präzise beschreiben, wie die Begeisterung der Massen &#8211; „This crowd […] who would never have let so much as a sip of alcohol touch their lips, was drunker than a silor on shore-leave“ bemerkt Smith &#8211; Bayard zuerst ängstigt, dann jedoch zu der Erkenntnis kommen lässt: „God was with him; God was in him; he was God.“ Dass in einer wenig später stattfindenden Begegnung zwischen Bayard und Silvia dieser nur durch die in das Zimmer kommende Mrs Argone davon abgehalten wird, den zuvor noch gegeißelten Ehebruch zu begehen, ist dann eine schöne Pointe und Entlarvung von Doppelmoral (Während Smith die Rede Bayards in ihrem jakobinischen Rigorismus abstößt, so stört Sylvia sich nicht an der Botschaft, sondern an der Diskrepanz zwischen Wort(en) und Tat(en)). Diese Szene hat durchaus einen gewissen Slapstickcharakter, gleichzeitig ist Oliver aber nie auf billige Schenkelklopfer aus. Sein Werkzeug ist auch eher die Ironie als der Sarkasmus. Selbst die Stelle, als Dr. Hubbard, der nach einem von Smith vereitelten Anschlag auf AB auf den schwulen Polizisten Bobby trifft, in dessen Hotelzimmer landet und feststellt, dass beide unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was der jeweils andere unter „gun“ versteht, ist von einer beeindruckenden Komik, der aber misanthropische Momente gänzlich fern sind.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/Virtue2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7604" title="Virtue2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/09/Virtue2-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a>Auf diesen knapp 300 Seiten, auf denen auch noch das Motiv des Doppelgängers (in Form von Alices moralisch rigider Zwillingsschwester Vicky) variiert wird, Telefongespräche zwischen Bayard und seiner Frau großartige Beispiele von gescheiterter Kommunikation sind und man einem Geistlichen begegntet, der seine Ziegen über alles liebt, entlarvt Oliver (Doppel-)Moral, illustriert, wie Macht korrumpiert und zeigt auf mehrfache Weise, wo und wann Tugend in Gefahr ist – wobei das von den einzelnen Figuren sicher unterschiedlich gesehen wird.</p>
<p>Ein Wort noch zum Schluss: Streift man heute durch eine der zahllosen Filialen großer Buchhandelsketten, so meint man oft, man befinde sich in Elektrogroßmärkten, so viel Platz nehmen Tablets, Lesegeräte für E-Books etc. im Sortiment ein. Man muss kein Luddit sein, wenn man dieser Entwicklung nicht gerade enthusiastisch begegnet. Wie wenig ein gebundenes Buch mit einer Datei gemein hat, zeigt diese limitierte erste Veröffentlichung des kleinen deutschen Verlages Zagava in Zusammenarbeit mit Ex Occidente Press aufs Trefflichste.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Verlag: <a href="http://zagava.de/">Zagava</a></p>
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