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	<title>African Paper &#187; Zeena</title>
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		<title>ZEENA SCHRECK: Transcend</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Apr 2025 03:53:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeena Schreck]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Hat man Charakterstärke, dann kann man sie als Treibstoff nutzen &#8211; nicht nur um zu überleben, sondern auch um über das bloße Überleben hinauszuwachsen, indem man eine innere Alchemie benutzt, die etwas Verrottetes, Schreckliches in Gold verwandelt&#8221;, sagt Zeena Schreck &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/04/05/zeena-schreck-transcent/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/transcent.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36041" title="transcent" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/transcent-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>&#8220;Hat man Charakterstärke, dann kann man sie als Treibstoff nutzen &#8211; nicht nur um zu überleben, sondern auch um über das bloße Überleben hinauszuwachsen, indem man eine innere Alchemie benutzt, die etwas Verrottetes, Schreckliches in Gold verwandelt&#8221;, sagt Zeena Schreck anlässlich ihres bereits vor knapp zwei Jahren erschienenen Albums &#8220;Transcend&#8221;, das vor seiner Veröffentlichung als Soundrack einer Ausstellung in New York fungierte. Die mit westlicher Prägung an die Transformationsvorstellungen der <span id="more-36038"></span>Alchemisten erinnernde Denkfigur spielt auch eine große Rolle im tantrischen Buddhismus, in welchem – im Unterschied zu anderen Ausprägungen der buddhistischen Lehren – auch allgemein als gefährlich oder gar als unrein betrachtete Handlungen zum Motor des inneren Erwachens werden können.</p>
<p>Dieser Zusammenhang ist schon deshalb interessant, weil Zeena seit vielen Jahren als Yogini und Lehrerin der Karma Kagyu-Linie des tibetischen Buddhismus aktiv ist. Das Album veröffentlichte sie am Saga Dawa Düchen-Feiertag, der im Jahr 2023 auf den 4. Juni fiel und an dem Buddhisten der Geburt, des Erwachens und des Parinavana des historischen Buddha gedenken. Die drei Stücke des knapp einstündigen Albums, deren Titel &#8220;Ascent&#8221;, &#8220;Parting Clouds&#8221; und &#8220;Gone Beyond&#8221; bereits auf buddhistische Themen anspielen, sind laut Zeena konzipiert als &#8220;meditative Reisen der Kontemplation und klanglichen Katharsis, die mit einem berauschend triumphalen Gefühl des Rasens durch Raum und Zeit enden, das den Ballast aller Schmerzen und Leiden abwirft und als Sieger hervorgeht&#8221;. Die kämpferische Wortwahl entstammt dabei keineswegs einem persönlichen Spleen der Künstlerin, sondern der buddhistischen tradition selbst, denn Buddhas werden oft als Sieger (Sanskrit: Jina) bezeichnet, weil sie als diejenigen gelten, die die inneren Feinde – insbesondere Unwissenheit, Gier und Hass – überwunden haben.</p>
<p>In einer einfachen Beschreibung könnte man die in der Tat meditativ ausgerichtete Musik auf &#8220;Transcend&#8221; als von zahlreichen Details durchmischte Ambientdröhnung beschreiben und in der Tradition der elektronischen Avantgarde der frühen 80er und der sogenannten kosmischen Musik verorten, die sich stark von der hörspielartigen Musik auf der <a title="ZEENA SCHRECK: Bring Me The Head Of F. W. Murnau" href="http://africanpaper.com/2022/11/12/zeena-schreck-bring-me-the-head-of-f-w-murnau/">F.W. Murnau gewidmeter EP</a> der früheren Radio Werewolf-Musikerin unterscheidet. &#8220;Ascent&#8221; offenbart anfangs eine flächige Struktur und erscheint vom Sound sehr klar, doch schnell registriert man Details wie zum Beispiel etwas, das an himmlische Chöre erinnert und subtil zwischen die Dröhnung gemischt ist, auch offenbart die Musik mit der Zeit immer mehr von ihrer wellenförmigen, gezeitenhaften Gestalt. Zwischendrin ist es, als würde eine Lawine losbrechen, doch diese wird schnell, ähnlich dem stürmischen Rauschen, das an eine Fahrt im Regen erinnert, vom Fluss der Klänge absorbiert. Von großer melodischer Schönheit ist diese Musik nie wirklich einlullend, aber sie scheint eine Ehrfürchtigkeit anklingen zu lassen, die sich vor allem in den gehauchten Stimmfragmenten zu offenbaren scheint.</p>
<p>Das knapp halbstündige &#8220;Parting Clouds&#8221; ist so etwas wie das Herzstück des Albums. Es beginnt mit organischeren Klängen, die an das Surren tiefer Saiten erinnern, und scheint mir mit seinen hypnotischen und doch nie gänzlich regelmäßigen Wellen das gelungenste und beeindruckendste der Stücke zu sein &#8211; es weckt Erinnerungen an längst zu Klassikern ambienter Dröhnung gewordene Werke wie Nurse With Wounds &#8220;Salt Marie Celeste&#8221; und His Divine Grace&#8217; &#8220;Reverse Aleph&#8221;, im Netz findet man verschiedene Vergleiche mit Brian Eno. Hier vernimmt man irgendwann Zeenas geloopte Stimme, die einen wie ein Mystagoge durch verschiedene Schichten der sirrenden Klänge führt und irgendwann wie ein sanfter Chor zum Teil des Hintergrundes wird. Das passt dann auch gut zu den immer melodischeren Sounds, die etwas warmes, tröstendes und fast liturgisches ausstrahlen.</p>
<p>Das anschließende &#8220;Gone Beyond&#8221; hat etwas von einem Ausblick in eine neue Welt, die dem ungewohnten Ohr, das noch von der entspannten Welt der sich teilenden Wolken verzaubert ist, ungewohnt ereignisreich vorkommen mag. Hier wirken die liturgisch eingefärbten Melodien wie von Stürmen geschüttelt, Stürmen, die auch die verwaschene Klangsubstanz in feurigen Intervallen voranpeitscht. Mit seinen Verfremdungseffekten, die wieder eine Erinnerung an krautige Elektronik besserer Zeiten wachruft, ist es das &#8220;psychdelischste&#8221; der Stücke und, ohne es überinterpretieren zu wollen, wunderbar geeignet zur klanglichen Begleitung einer Idee &#8211; gone beyond, auf Sanskrit paragate, ist in der buddhistischen Weisheitstradition, wie sie in Texten wie dem &#8220;Herz-Sutra&#8221; niedergeschrieben sind, ein zentraler Begriff für das Hinübergehen in einen Zustand jenseits dualer Vorstellungen. <!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230607_152051_368.sdocx--></p>
<p>Gleichwohl &#8220;Transcend&#8221; erfahren werden will, kann man die Titel als Hinweisschilder sehen, in welche Richtung das Album bei all dem geht &#8211; die drei Stücke künden von Wegen, die an einen anderen Ort führen, ganz gleich, ob sie &#8211; ähnlich den Leitern auf dem Covermotiv &#8211; krumm oder gerade sind. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1099100137/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ZEENA SCHRECK: Bring Me The Head Of F. W. Murnau</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2022 06:45:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Hisham A. Bharoocha]]></category>
		<category><![CDATA[Radio Werewolf]]></category>
		<category><![CDATA[Zeena]]></category>
		<category><![CDATA[Zeena Schreck]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht muss man weitgereist sein, um zu erkennen, dass man zu den Menschen gehört, die sich nicht auf die Illusion eines Zuhauses &#8211; und ich spreche hier von einer Illusion insofern, dass die Ideen, die man vom eigenen Leben hat, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/11/12/zeena-schreck-bring-me-the-head-of-f-w-murnau/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/zeenaschreckmurnau.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-31510" title="zeenaschreckmurnau" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/zeenaschreckmurnau-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vielleicht muss man weitgereist sein, um zu erkennen, dass man zu den Menschen gehört, die sich nicht auf die Illusion eines Zuhauses &#8211; und ich spreche hier von einer Illusion insofern, dass die Ideen, die man vom eigenen Leben hat, auf eine gewisse Weise immer illusiorisch sind -  einlassen können oder wollen. Der bekannte Stummfilm-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau schrieb seiner Mutter aus Tahiti, wo er gerade seinen<span id="more-31509"></span> letzten Film <em>Tabu</em> drehte, dass er das Heimweh nur bedingt spüre, denn kein Land, kein Haus, kein Mensch als Gesellschaft könne ihm wirklich ein Gefühl von Heimat vermitteln. Gerade auf der Insel am anderen Ende der Welt, von der er sich verhext fühlte, wurde ihm diese Erkenntnis besonders bewusst.</p>
<p>Das kompakte, aber intensive klangkollagenhafte Album, das Zeena Schreck &#8211; ehemals Radio Werewolf &#8211; über eine fiktive post-biografische Episode um Murnau komponierte und begleitenden Videos von einem gewissen Tnopud Salocin ergänzte, beginnt mit einem Auszug dieses Briefes, passend gerahmt durch die Klänge tropischer Gezeiten und vorgetragen mit einer verlangsamten, androgynen Stimme. Die Spukgeschichte, die den Hintergrund der Musik bildet, handelt von der Entführung des Kopfes des Regisseurs vom Friedhof in Stahnsdorf bei Berlin &#8211; was manche für eine urbane Legende halten mögen, hat sich vor gut siehen Jahren tatsächlich zugetragen, und so überdauert die Heimatlosigkeit des Meisters dessen physisches Leben.</p>
<p>Ein Merkmal des Albums liegt in der ständigen Überblendung von Leben und Werk des Regisseurs. &#8220;Ill Omens&#8221;, dessen Melange aus verfremdeten, vielleicht gesampleten Instrumenten an ein leicht in Sepia getöntes Grau erinnert, könnte ein kongenialer Score zu dem bizarren Schädelraub sein, und doch erinnert die Spannung, das grobkörnig und flickernd anmutende Brummen und Rauschen, nach dem nur noch die Totelglocke bleibt, an so manche Filmszene aus Murnaus Oeuvre. &#8220;Drive up the Coast&#8221; ist wie eine kleine und friedvolle Miniatur: Orgel und Walzertakt evozieren eine Jahrmarkts-Atmosphäre, und auch wenn man später die Klänge des Regens und das Hupen eines Oldtimers hört, mag man vielleicht auch an Kalifornien denken, wo Zeena selbst ihre frühen Jahre verbrachte.</p>
<p>Wirkten die ersten drei Tracks noch wie eine milde Einführung, so geht es bei den restlichen Kompositionen stärker zur Sache. &#8220;Tabu&#8221;, das Textauszüge aus dem gleichnamigen Film enthält, ist mit der rituellen Perkussion von Drummer Hisham A. Bharoocha, mit seinen Handdrums und Rasseln, den seltsamen Reverbs und den Orchester-Zitaten eine furiose Feier der dunklen Seite der Exotik, und es enthält in Zeenas Rezitation die Warnung, das titelgebende Tabu besser zu achten. In &#8220;The Phantom Bridge&#8221;, das eine prägnante Szene aus Murnaus bekanntestem Film <em>Nosferatu</em> aufgreift, schwebt diese Stimme wie Rauschen in den Raum, flankiert von hellen Glocken und ihrem Staub. Im Flüsterton kündet die Stimme von ungekannten Orten und Dingen, aber auch vom Leben, das den Körper verlässt, während im Hintergrund Wasser plätschert. Für alle, denen Zeenas Hintergrund im tantrischen Buddhismus des Vajrayana bekannt ist, könnte sich hier, in den Zitaten des Vampirs, ganz andere Dimensionen eröffnen.</p>
<p>Im finalen, mit ratternder Filmrolle eröffneten Stück &#8220;Endlich Daheim&#8221;, dessen Lyrics von Zeena selbst stammen, offenbart sich die ganze Spukgeschichte um das offene Grab, bei der der Regisseur Jahrzehnte nach seinem physischen Ableben anscheinend tatsächlich sein Zuhause gefunden zu haben scheint.</p>
<p>&#8220;Bring Me The Head Of F.W. Murnau&#8221; ist ein schönes kurzes Stück Musik, das die Aura alter fantastischer Filmscores in ein reizvolles experimentelles Gewand packt und dabei keine Sekunde unglaubwürdig wirkt. All dies und die Würdigung des Meisters wird keineswegs gestört dadurch, dass auch die Signatur der Musikerin selbst stets präsent ist und manchmal durch kleine und weniger kleine Hinweise explizit wird. Das schon genannte Echo einer irgendwo in Karloffornien verblassten Jahrmarkts und der Bezug zum Tantra könnten auch dem Zufall geschuldet und eine Projektion des Rezensenten sein. Weniger allerdings der Titel, der auf ein Radio Werewolf-Release (und indirekt auf einen anderen Filmklassiker, <em>Bring me the Head of Alfredo Garcia</em>) Bezug nimmt &#8211; damals ging es um den Kopf eines unliebsamen Journalisten.</p>
<p>Wenn auf diese Weise Vergangenheit und Gegenwart, Leben und Nachleben, Eigenes und Fremdes verquickt werden, wird einmal mehr deutlich, wie illusionär die Empfindungen von Zeit, Raum und dem, was man für das Selbst hält, an Ende sind. Dass man Zeena und die Welt Murnaus dennoch durchgehend spürt, ist dabei kein Widerspruch. (U.S.)</p>
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