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	<title>African Paper &#187; Aural Rage</title>
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		<title>ELECTRIC SEWER AGE: Contemplating Nothingness</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Feb 2020 07:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/02/Electa3947479471_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-20274" title="Electa3947479471_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/02/Electa3947479471_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den letzten Jahren hat Danny Hyde durch seinen – und hier setze jeder das ihm passende Adjektiv ein &#8211; Umgang mit Coil-Material für Kontroversen gesorgt. Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass die gegenwärtige Situation des Coil-Nachlasses zu den traurigsten Kapiteln der Industrial Culture gehört. Vor etlichen Jahren debütierte Hyde nach langen Jahren als Studiomann als Solokünstler unter dem Projektnamen Aural Rage mit rhythmischen Tracks und auf dem bislang einzigen Album überarbeitete er auch Stücke, die er mit/für Coil geschrieben hatte. Mit „FJ Nettlefold“ konnte man dort das letzte von Balance eingesungene Stück hören.<span id="more-20272"></span></p>
<p>Das Projekt Electric Sewer Age hat eine schwierige Genese, Hyde hat das <a href="https://thequietus.com/articles/19485-danny-hyde-coil-backwards-interview">hier</a> dargelegt. Die erste Veröffentlichung <a href="http://africanpaper.com/2012/02/18/electric-sewer-age-in-final-phase/">&#8220;In Final Phase&#8221;</a> knüpfte an Coils „Equinoxe/Solstice“-Singles an. &#8220;Contemplating Nothingness&#8221;, ursprünglich 2019 auf Old Europa Café als CD und nun von Hallow Ground auf LP veröffentlicht, erinntert durchaus etwas an den <a href="http://africanpaper.com/2017/02/11/electric-sewer-age-bad-white-corpuscle/">Vorgänger &#8220;Bad White Corpuscle&#8221;</a>. Von Labelseite wird das neue Album beschrieben als “a lysergic tapestry culled from the deep end of the collective pop cultural unconscious”.</p>
<p>Der Einfluss Coils wird thematisch und musikalisch mehr als virulent. “Still Too Far To Go” ist ein atmosphärischer Beginn: Orgelartige Drones, Beats, die wie Überbleibsel aus den “Backwards”-Sessions klingen, dunkle Streicher und pastorale Flöten untermalen, wie jemand von seinem ersten Pilztrip berichtet („My first mushroom trip. It was so profound”). Das Cover des Gnarls Barkley-Stücks “Who&#8217;se Gonna Save My Soul” (hier leider ziemlich sicher unbeabsichtigt als “Whose Gonna Save My Soul” tituliert), kombiniert orientalische Flöten, Akustikgitarre und choralartige Passagen, wobei die leicht mit Effekten unterlegten <em>spoken words</em> nicht ganz überzeugen. Auf „Chebo&#8221; wird der gesamplete Gesang auf eine Weise bearbeitet, die an das erinnert, was Peter Christopherson mit seinem <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/the-threshold-houseboys-choir-forms-grow-rampant/">Threshold Houseboys Choir</a> gemacht hat. „Surrender To The Crags“ besteht aus Sprachsamples (zum Thema Alkoholismus), orientalischen Flöten und Perkussion, die an Muslimgauze denken lässt. Eine Assoziation, die <a href="https://boomkat.com/products/contemplating-nothingness">nicht nur ich hatte</a>. „Self Doubting Trip”und „Dekotur“ mit ihren sphärischen, flächigen Passagen haben eine dezent melancholische Atmosphäre und schließen das durchaus stimmige und stimmungsvolle &#8220;Contempating Nothingsness&#8221; angemessen ab. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://hallowground.com/">Hallow Ground</a></p>
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		<title>ELECTRIC SEWER AGE: Bad White Corpuscle</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2017 05:04:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/electricseweragebadwhitecorpusclehallowground.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13358" title="electricseweragebadwhitecorpusclehallowground" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/electricseweragebadwhitecorpusclehallowground-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine dumpf dröhnende Sci Fi-Atmosphäre verbreitet sich im Raum, irgendwann beginnen kosmische Synthies das Dickicht zu durchleuchten, das sich nach und nach als fein ziseliertes klangliches Amalgam offenbart. Vocoder-Stimmen verschaffen sich Gehör und geben dem futurischtischen Narrativ schon bald einen nostalgischen, retrolastigen Anstrich, doch was am meisten beeindruckt ist die Vielzahl an kleinen klirrenden und glühenden Ereignissen, die fast versteckt hinter kontinuierlich kreisenden Sounds aufblitzen, um sich schnell wieder in ihre Verstecke zurückzuziehen. Denn dass die<span id="more-13246"></span> spannendsten Momente beinahe im Verborgenen stattfinden, scheint hier Programm zu sein. So in etwa lässt sich die klangliche Gestalt von „Grey Corpuscle“, dem kompakten Auftakt des bisher einzigen und vor kurzem wiederveröffentlichten Electric Sewer Age-Albums umschreiben.</p>
<p>Es ist zugleich der Versuch, eine Danny Hyde-Besprechung einzuleiten, ohne gleich auf eine der charismatischesten Bands überhaupt, nämlich Coil, zu verweisen, deren Name aus seiner künstlerischen Biografie ebenso wenig wegzudenken ist wie aus der von Black Sun Productions. Dass Hyde seit den späten 80ern Coil produzierte, ist hinlänglich bekannt, und sein Einfluss auf den Sound der Gruppe, der sicher über die eines reinen Technikers hinausging, wird wohl für immer Stoff für Spekulationen sein. War er die große graue Eminenz oder sogar &#8211; weit über ein Nebenprojekt wie Black Light District hinaus &#8211; so etwas wie ein inoffizielles Mitglied? Viel interessanter finde ich die Beobachtung, dass es im Coil-Kontext kaum als epigonaler Makel erscheint, als Ableger zu gelten und dabei einen Sound recht nah an dem der großen Referenzband zu produzieren.</p>
<p>Auf der vorausgegangenen EP „In Final Phase“ war die Referenz noch offenkundig, durch den Titel, der auf die „Moon&#8217;s Milk (In four Phases)“-Reihe und weitere Veröffentlichungen verwies, sowie durch das Mitwirken Sleazys, und ursprünglich, nach einer Idee des Divine Frequency-Gründers John Deek, war das Projekt ohnehin als offenes Ventil Coil-naher Musiker gedacht und inkarnierte zunächst als Hydes und Christophersons Duo. Auf „Bad White Corpuscle“ erscheint Electric Sewer Age eindeutig als eine Art zweites Soloprojekt nach Aural Rage. Ein großer Vorteil besteht nun darin, dass das Album sich viel weniger stark mit dem Referenzmaterial messen lassen muss. Gerade in seiner Balance aus relativer Eigenständigkeit und immer noch starker musikalischer Nähe zu späten Coil jedoch weiß es mehr als die vorausgegangenen Aufnahmen zu überzeugen.</p>
<p>Irgendwie bilden die drei ersten, noch verhältnismäßig kompakten Tracks eine Art Einheit, der Auftakt geht nahtlos über in das orgellastig tremolierende „Corpuscular Corpuscle“, das etwas mehr Dynamik in den verwaschenen Sound bringt, und am Ende des einlullenden „Amber Corpuscle“ hat man endgültig das Gefühl, im Sound des Albums angekommen zu sein. Mit dem ausladenden „Rising Corpuscle“ dagegen zieht es ordentlich an, und wie der Titel schon suggeriert, steigt die Spannungskurve immens. Zerfleddert wirkende, halbperkussive Synthies übernehmen spontan das Ruder und geleiten durch ein Labyrinth aus Lärm, der stellenweise in diabolisches Lachen kippt. Der darauf folgende Titeltrack ist für mich der Höhepunkt des Albums, wozu der irritierende Verlauf des Stücks nur zusätzlich beiträgt. Gerade hier drängen sich Coil-Vergleiche geradezu auf, an „Red Queen“ erinnernde Passagen leiden den fast orchestralen ersten Teil an, und bevor das Stück gegen ende in fette Beats kippt, lässt der ergreifende Chorgesang irgendwie „Going up“ erinnern.</p>
<p>Wollte man Coil-Bezüge wie Ostereier suchen, so könnte man bei „Redocine (Death of the Corpuscle)“ an „Lorca not Orca“ vom „Love&#8217;s Secret Domain“-Album denken, denn hier bildet eine feurige Flammenco-Gitarre das Leitmotiv, das den zwischen kratzigen Sounds, verschwommenem Chorgesang und basslastigem Pulsieren changierenden Song zumindest ein bisschen zusammenhält. Beim finalen „Black Corpuscle“ zieht Hyde noch einmal alle Register &#8211; ein unterschwelliger, nicht ganz akurater Takt hangelt sich durch Klänge alter Instrumente und bildet zugleich das Fundament für einen abgeklärten Monolog, bevor das Album recht harmonisch ausklingt. Bereits vor etwas über zwei Jahren erschien dieses erste vollwertige Album von ESA bei Old Europa Café, vor kurzem wurde es beim Schweitzer Label Hallow Ground neu aufgelegt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://hallowground.com/">Hallow Ground</a></strong></p>
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		<title>ELECTRIC SEWER AGE: In Final Phase</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 06:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In meiner Rezension zu „The Ape of Naples“, die gleichzeitig (auch) eine Art Nachruf auf Jhonn Balance war, schrieb ich, dass Trauer oftmals etwas Egoistisches ist, man darüber betrübt sei, nicht mehr in den Genuss weiterer künstlerischer Werke der Verstorbenen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/18/electric-sewer-age-in-final-phase/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/Electric-sewer-age.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3760" title="Electric sewer age" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/Electric-sewer-age-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>In meiner Rezension zu „The Ape of Naples“, die gleichzeitig (auch) eine Art Nachruf auf Jhonn Balance war, schrieb ich, dass Trauer oftmals etwas Egoistisches ist, man darüber betrübt sei, nicht mehr in den Genuss weiterer künstlerischer Werke der Verstorbenen zu kommen. Dabei wurde das 2005 bekannt gegebene Ende Coils durch die postumen Veröffentlichungen verzögert. Nach Sleazys Ableben hat das alles nun eine endgültige, eine finale Note und man sucht verzweifelt nach noch ungehörten und unerhörten Stücken. <span id="more-3757"></span><br />
Als Coil 1998 den Reigen der Equinox/Solstice Singles begannen, die später als „Moon’s Milk (In Four Phases)“ auf einer Doppel-CD zusammengefasst wurden, war das für viele nach den Experimenten unter anderen Namen (ElpH, Black Light District, The Eskaton) eine Rückkehr zu alter Form, leiteten diese vier Singles doch die produktive Spätphase der Band ein, die für viele zur stärksten der Bandgeschichte zählt. Die teilweise improvisierten Stücke bekamen durch William Breezes E-Geige einen organischeren Klang, und das Korsett des Zyklischen gab Coil den äußeren Zwang, den sie scheinbar brauchten. David Keenan nannte das Ergebnis in „England’s Hidden Reverse“ etwas umständlich „a weird Anglo-American polyglot of traditional folk and contemporary avant theory“. Dies wie auch die magisch-okkulten (Unter)Töne mögen Nicolas Roeg dazu bewogen haben, sich dieses musikalischen Materials extensiv für den Soundtrack seines ziemlich holprig inszenierten Films „Puffball“ zu bedienen.</p>
<p>2002 veröffentlichten Sleazy und Balance einen mit Hilfe des inzwischen zur Band gestoßenen Thighpaulsandra (ohne den die Neu(er)findung als Liveband wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre) aufgenommenen weiteren Teil auf handgestalteten CD-Rs. Die drei darauf enthaltenen Tracks knüpften atmosphärisch durchaus an den Ursprungszyklus an, wobei durch das Fehlen von William Breezes E-Geige die musikalische Ausrichtung etwas anders war, auch das die CD-R abschließende Instrumental „Ü Pel (Intense Offering)“, das wahrscheinlich hauptsächlich von Thighpaulsandra eingespielt wurde, erinnert eher an die Synthie-Space-Tracks („Red Birds&#8230;“, „Tiny Golden Books“), die sich auf den beiden Teilen von „Musick to Play in the Dark“ fanden, als an die Musik der ersten vier Singles.</p>
<p>Die letzten Jahre hatten gezeigt, dass Sleazy sich nach seinem Umzug nach Thailand sowohl solo (als Threshold HouseBoys Choir) als auch mit Ivan Pavlov (als SoiSong) wesentlich weniger mit dem beschäftigte, was bei Coil als dunkel wahrgenommen wurde &#8211; die „vibrant rays of spiritual psychosis“ lagen weitgehend in der Vergangenheit; ein Stück auf der Amulettedition des THHBC mit dem Titel „Be Happy“ dürfte paradigmatisch für diese neue und lichtere Version seiner Visionen gewesen sein. Dies schlägt sich zum Teil auch auf den um 2006 entstandenen und jetzt unter dem Namen Electric Sewer Age veröffentlichten Stücken nieder, die mit dem langjährigen Tonmann Danny Hyde entstanden sind und ursprünglich einer erweiterten Neuauflage von „Moon’s Milk“ beiliegen sollten. „Moon’s Milk (Waxing)“ lässt sowohl Einflüsse von THHBC und SoiSong erkennen (die Ethno-Elemente, die nach Xylophon klingende Instrumentierung, die leicht verzerrten Bläsersätze) als auch von rhythmischeren Coil-Tracks. Insgesamt klingt das Stück in meinen Ohren allerdings atmosphärisch weniger dicht als die stärksten Stücke von Sleazys Coilnachfolgeprojekt(en), auch wenn – oder gerade weil – im Verlaufe des Tracks immer wieder weitere Sounds hinzugefügt werden. „Moon&#8217;s Milk (Waning)“ ist von der Stimmung wesentlich (be)drückender, es wird völlig auf die rhythmischen Momente des Openers verzichtet und der Track nähert sich dem Ambient: Eine verfremdete Stimme scheint inmitten der Klangschichten auf- und abzuschwellen. Das erinnert etwas an Sleazys Solobeitrag zu Throbbing Gristles „Part Two: The Endless Not“ mit dem doppeldeutigen Titel „After the Fall“. Nimmt man „Moon’s Milk“-Aufnahmen als Referenzpunkt, erinnert es vielleicht noch am ehesten an „The Coppice Meat“, der Vertonung eines Angus MacLise-Texts, die auf der 2002 veröffentlichten Bonus-CD enthalten war. Das ist beileibe kein schlechtes Stück, aber natürlich war ein Merkmal der ursprünglichen Tracks, dass endlich wieder Balances Stimme zum Einsatz kam, insofern ist allein schon durch ihre Abwesenheit ein Vakuum da, das nur bedingt gefüllt werden kann. „Moon’s Milk (Eternal Phase)“ knüpft wieder an den Anfang an, verbindet leichte Ethnomomente mit rhythmischen Elementen und ein paar flirrenden Sounds, die man auch bei einigen Liveaufnahmen Coils hören konnte. Als nicht genannter Track findet sich ein 2004 entstandenes Stück, das laut Hyde „Therebealiensoutthere“ heißt und zu dem Balance ursprünglich Gesang beisteuern wollte. Der Track erinnert durch seine vertrackten Rhythmen stark an Hydes Arbeit mit Coil Mitte der 90er und an seine Soloarbeiten als Aural Rage. Stimmungsmäßig ist das (sehr) weit von den restlichen Tracks entfernt (es erinnert noch am ehesten an „Fire of the Green Dragon“ von „The New Backwards“) und man kann sich fragen, warum man das nicht auf eine separate Veröffentlichung gepackt hat.</p>
<p>Insgesamt also eine etwas durchwachsene EP, die qualitativ deutlich von den anderen Teilen abfällt, gleichzeitig aber auch Momente aufleuchten lässt, die einem bewusst machen, wie sehr Coil fehlen. Auf „In Final Phase“ wird sicher kein „astrales Feuer“ („A Warning From the Sun“) entfacht, aber es ist beileibe auch kein „vergifteter Kelch“ („Rosa Decidua“). Vielleicht könnte man als Fazit die folgenden ambivalenten Zeilen aus „A White Rainbow“ zitieren, um das zu beschreiben, was die Hörer vielleicht empfinden mögen: „Laughing like skeletons clattering at midday“<br />
(M.G.)</p>
<p>Label:<a href="http://www.divinefrequency.com/"> Divine Frequency </a></p>
<p>Bestellen bei <a href="http://www.auralrage.com/infinalphase.htm">Danny Hyde</a></p>
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