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	<title>African Paper &#187; Bertold Brecht</title>
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		<title>MONA MUR: The Original Band (1984 &#8211; 86)</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2022 05:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/fotor_1668437906862.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-32242" title="fotor_1668437906862" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/11/fotor_1668437906862-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bevor die Sängerin Mona Mur 1988 mit ihrem selbstbetitelten Album ihre Solokarriere startete, konnte sie bereits auf mehr als ein halbes Jahrzehnt turbulenter Aktivitäten in Hamburg, Berlin und Paris zurückblicken, und einige kennen natürlich die unter dem Bandnamen Mona Mur und die Mieter erschienene EP &#8220;<a title="MONA MUR: s/t" href="http://africanpaper.com/2021/09/04/mona-mur-st/">Jeszcze Polska</a>&#8221; von 1982, an der unter anderem die Herren Hacke, Einheit und Chung für die <span id="more-32241"></span>ansprechende musikalische Postpunk-Kulisse sorgten. Die Jahre Mitte der 80er scheinen dagegen zumindest aus heutiger Sicht in ein merkwürdiges Dunkel getaucht, denn obgleich es in dieser Zeit Konzerte gab, erschienen über Jahre keine Studioaufnahmen auf Tonträger.</p>
<p>Aufnahmen gab es aber durchaus. Zumindest acht Stücke nahm Mona Mur damals auf mit einem Line-Up, das sich hören lassen konnte: Siewert Johannsen und Alexander Hacke an den Gitarren, FM Einheit am Schlagwerk, Thomas Stern am Bass und Nikko Weidemann (heute aktiv mit dem Moka Efti Orchestra) an Keyboard und Orgel. Die Songs aus dieser Ära avancierten über die Jahre zu wichtigen Bestandteilen ihrer Karriere und erschienen in neuen Versionen auf späteren Veröffentlichungen, in der Mehrheit auf dem 2009 zusammen mit En Esch aufgenommenen Album &#8220;120 Tage &#8211; The Fine Art of Beauty &amp; Violence&#8221; (Pale Music). Die ursprünglichen Fassungen jedoch wurden, trotz einiger Angebote, beinahe vier Jahrzehnte lang nicht veröffentlicht &#8211; ein Desiderat, dem Play Loud! Productions nun entgegenwirken.</p>
<p>Roher, rauer, zugleich aber auch luftiger und minimaler als die üppigen Produktionen des späteren Albums offenbaren sich die Urversionen der Stücke, und auch wenn es Geschmackssache sein mag, erscheint mit dieses Soundgewandt noch besser zu der mal lasziven, mal aggressiven, aber stets intensiven Stimme der Protagonistin zu passen, die der Musikexpress seinerzeit als &#8220;tief, bedrohlich, erotisch fordernd, kühl und berührend&#8221; charakterisiert hatte. Von trunkener Erschöpftheit und zugleich ungemein spannend entpuppt sich der Klassiker &#8220;Surabaya Johnny&#8221;, dessen Lament über die Unzuverlässigkeit eines flatterhaften Burschen Mona und ihre Band mit müden Vocals, kreischenden Gitarren und einem fast no wave-artigen Rhythmus einen ganz eigenen Fatalismus verleihen. Dieser Song taucht später in leicht überarbeiteter Version auf ihrem Solo-Debüt auf und ist hier keineswegs die einzige Interpretation von Brecht / Weill-Liedern: Die kurze, hier mit bedächtigem Orgelauftakt beginnende &#8220;Ballade vom ertrunkenen Mädchen&#8221; mit seiner leidenschaftlich gehauchten Chansonmelodie, die einst Lotte Lenya auf den Leib geschrieben wurde, steigert sich in kurzer Zeit zu einem zornigen Wutausbruch und verzichtet noch auf die tanzbare Rhythmik, die späteren Interpretationen zugrunde lag. Fast heroisch in seinem Vertrauen auf eine Liebe, die nicht an die Zeit gebunden ist, erscheint der mit punkigen Shouts, hämmernden Drums und fast sakral anmutenden Orgelparts kraftvoll in Szene gesetzte &#8220;Song von Mandelay&#8221;. Jemand bezeichente ihre Songs einmal als brutale Chansons, wofür dieses Stück vielleicht das beste Beispiel ist.</p>
<p>Schon in diesen frühen Versionen zeigt sich Mona Murs gutes Händchen für Stimmung und Theatralik, und man kann sie sich gut als Hauptfigur und zugleich Regisseurin vorstellen, die ihre Begleitmusiker, die allesamt nicht als fügsam ausführende Geister bekannt sind, im Interesse dieser Stimmungen ausrichtet. Das kann dann im Resultat spannungsgeladen ausfallen wie der von pochenden, paukenden und federnden Rhythmen getragene de Sade-Seufzer &#8220;120 Tage&#8221; oder charmant-verspielt wie der Jahrmarktswalzer &#8220;Mon Amour&#8221;. Dieses französische Lebensgefühl, dass die Sängerin immer wieder in späteren Songs aufgriff und nicht ohne die gebührenden Abgründe inszenierte, lag ihr seit eh und je. Mit ihrer ungekünstelt heiseren Stimme, die einem &#8220;das Blut rückwärts fließen lässt&#8221; (Bewegungsmelder Zürich) würde sie in diesem Stück noch heute eine perfekte Duettpartnerin für Marc Almond abgeben. Meine Favoriten sind die dreckigeren Stücke wie &#8220;Snake&#8221; und das schon mit den Mietern aufgenommene &#8220;Eintagsfliegen&#8221;: Nirgendwo tritt die Sängerin derart als Femme Fatale auf als in &#8220;Snake&#8221;, das sich nach einem fiesen Intro von Hacke ordentlich groovig auf leisen Sohlen anschleicht und einen fast urtümlichen Blues-Vibe entfaltet, &#8220;Eintagsfliegen&#8221; dagegen zeigt Mona und ihre Band von ihrer zerfleddertsten Seite &#8211; fast erinnern die schleifenden Feedback-Sounds, die hintergründigen Bläser, die scheinbar orientierungslosen Handdrums und die heiser vorgebrachte Prosa in ihrer implodierenden Schönheit an die Situation der kurzlebigen Fliegen und der Schweine auf der Schlachtbank, die im Text beschworen wird.</p>
<p>In ihrem neu abgemischten Sound sind diese urtümlichen Versionen keineswegs nur historisch intetessant, gleichwohl man sich wundern mag, dass sie so lange unter Verschluss gehalten wurden. Play Loud!, die übrigens <a href="https://playloud.org/archiveandstore/monamur/">einiges an Hintergrundinformationen</a> zu Geschichte der Aufnahmen gesammelt haben, hat zeitgleich zur vorliegenden LP noch zwei weitere Raritäten der Sängerin herausgebracht, nämlich eine Live-Aufnahme m.o.w. der gleichen Stücke, die 1985 in der Hamburger NDR Studios gemacht wurde, sowie ein Live-Set mit einigen der Songs von 2005. Noch ist einiges davon erhältlich! (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Play Loud! Productions</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1963707792/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=731515152/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2118862259/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>MONA MUR: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2021 00:58:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Mona Mur 1988 ihr selbstbetiteltes Album herausbrachte, mischte die gebürtige Hamburgerin schon einige Jahre v.a. im Berliner Musik-Underground mit. Zusammen mit ihrer frisch formierten Band, zu der u.a. drei damalige Mitglieder der Einstürzenden Neubauten gehörten, entstand 1982 die erste &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/09/04/mona-mur-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/08/pl-109_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-26691" title="+++pl-109_MonaMur_KlappCover_NEU_PDFX" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/08/pl-109_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Mona Mur 1988 ihr selbstbetiteltes Album herausbrachte, mischte die gebürtige Hamburgerin schon einige Jahre v.a. im Berliner Musik-Underground mit. Zusammen mit ihrer frisch formierten Band, zu der u.a. drei damalige Mitglieder der Einstürzenden Neubauten gehörten, entstand 1982 die erste EP &#8220;Jeszcze Polska&#8221;, deren rumpeliger Post Punk-Sound inklusive krätschender Gitarrenriffs bestens in die damalige Zeit passte und auch an Pop-Appeal nichts vermissen ließ.<span id="more-26689"></span></p>
<p>Was die vier Songs dieses Debüts damals aus der Masse eines allzu gefälligen NDW-Einerleis herausholte, war &#8211; noch vor der nowavigen Schwere des Songs &#8220;Ein bisschen Frieden&#8221; und dem hymnisch geschmetterten Polnisch des Titelstücks &#8211; die ernste, tiefe Schwermut, der Touch von Chanson, der sich schon damals in ihrer warmen Stimme fand und wahrscheinlich schon früh Vergleiche mit Zarah Leander nach sich zog. Die nächsten Jahre vergingen anscheinend schnell, es gab eine weitere Single namens &#8220;Casablanca&#8221; und einige Konzerte, wohl auch eine Reihe Songs, die nie ihren Weg auf Tonträger fanden.</p>
<p>Ich kann mir vorstellen, dass einige ihrer Fans der ersten Stunde große Augen machten, als der Longplayer irgendwann in den Regalen stand, denn vordergründig betrachtet hatte das neue musikalische Gewand nur noch wenig mit dem Punk&#8217;n'Wave der ersten Aufnahmen gemein. Enttäuschung wäre aber fehl am Platz gewesen, zumindest bei all denen, die die chansonhafte Melancholie ihres Gesangs liebten, denn die kam auf &#8220;Mona Mur&#8221; nun noch stärker zum Zug und erhielt mit Hilfe einer neuen Band eine besondere Kulisse.</p>
<p>Schon in den ersten drei Stücken  &#8211; dem Schmachtfetzen &#8220;Ritz&#8221;, der wunderbar in eine Serie wie Babylon Berlin passen würde, dem mexikanisch angehauchten &#8220;Mezcal&#8221; und dem verspielten Synthie-Chanson &#8220;Bastard&#8221; &#8211; entfaltet sich die ganze Bandbreite aus Abenteuer, Rausch und Revue, aus sinnenfroher Exotix und schwermütig gefärbter Erotik, die dem Album ihr Gepräge geben sollte. Dass sie und ihre Band sich für einen Synthie-Rahmen entschieden haben, der ziemlich nah an den damals populären Euro Disco kam, könnte man selbst heute nicht gegen das Album ins Feld führen, denn Mona Mur weiß dieses Gerüst so sehr mit Würde, Tiefe und dem einen oder anderen Abgrund zu füllen, wie es außer ihr nur Marc Almond auf &#8220;Tenement Symphony&#8221; und v.a. &#8220;Enchanted&#8221; vermocht hatte. Zudem sorgen J.J. Burnell und Dave Greenfield &#8211; beide ursprünglich von den Stranglers &#8211; mit viel rumpelnder Detailverliebtheit dafür, dass jedes Stück ein kleiner Irrgarten wurde.</p>
<p>Solche Abgründe öffnen sich in poppigen Stücken wie &#8220;Venus&#8221;, das den Widerhall von Sacher-Masochs berühmtester Novelle in eine Atmosphäre wehmütiger Heiterkeit packt, ebenso im großen Pathos der schwindelerregenden Nachtmusik von &#8220;Jealous&#8221;. Eifersucht und sonstige Liebesleidenschaften sind ohnehin ein wiederkehrendes Thema in den Songs &#8211; schlüpfrig und hochemotional wird in &#8220;Auf Immer&#8221; die Lust am gemeinsamen Untergang gefeiert, exaltierter dagegen die Billie Holiday-Ballade &#8220;My Man, und für viele ist Brechts Schwein &#8220;Surabaya Johnny&#8221;, bei dem Einheit und Hacke für Krach sorgen und Monas Stimme wie durch eine offene Tür klagt, der Höhepunkt des Albums. Hacke ist dann auch noch mal in der sleazigen bluesnummer &#8220;Snake&#8221; zu hören, die ebenfalls den Rahmen sprengt.</p>
<p>Dank Playloud! und dem Händchen von En Esch (KMFDM, Pigface u.a.) ist das Album nun in remasterter Form auf LP erhältlich  &#8211; zusammen mit zwei Alternativversionen sowie den Songs von &#8220;Jeszcze Polska&#8221;, und man kann schließen, dass all diese Aufnahmen wie ein guter Wein in die Jahre gekommen sind. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.playloud.org/">Play Loud!</a></strong></p>
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