<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Björk</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/bjork/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Apr 2026 05:43:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>CURRENT 93 / HÖH: Island</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/02/03/current-93-hoh-island/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2024/02/03/current-93-hoh-island/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Feb 2024 05:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Björk]]></category>
		<category><![CDATA[Chimed Rig'Dzin Rinpoche]]></category>
		<category><![CDATA[Current 93]]></category>
		<category><![CDATA[David Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Einar Örn Benediktsson]]></category>
		<category><![CDATA[Godkrist]]></category>
		<category><![CDATA[Hilmar Örn Hilmarsson]]></category>
		<category><![CDATA[HÖH]]></category>
		<category><![CDATA[House of Mythology]]></category>
		<category><![CDATA[Joolie Wood]]></category>
		<category><![CDATA[Liz Aster]]></category>
		<category><![CDATA[Rose McDowall]]></category>
		<category><![CDATA[Sigurjón Birgir Sigurðsson]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=36635</guid>
		<description><![CDATA[Umbrüche und Richtungswechsel hat es in der Diskografie von Current 93 immer wieder gegeben, aber rückblickend fällt dies besonders ins Auge, wenn man die Jahre um 1990 betracht, als viele kaum einzuschätzen wussten, in welche Richtung es mit David Tibet &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/02/03/current-93-hoh-island/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/Island_HÖH_and_Current_93_album.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36637" title="Island_(HÖH_and_Current_93_album)" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/Island_HÖH_and_Current_93_album-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Umbrüche und Richtungswechsel hat es in der Diskografie von Current 93 immer wieder gegeben, aber rückblickend fällt dies besonders ins Auge, wenn man die Jahre um 1990 betracht, als viele kaum einzuschätzen wussten, in welche Richtung es mit David Tibet und seinen musikalischen Begleitern in den nächsten Jahren wohl gehen könnte. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass man zu dieser Zeit <span id="more-36635"></span>Current 93 einfach noch nicht jahrzehntelang kennen konnte und dass das Frühwerk der 80er Jahre noch relativ homogen war, aber es gab auch gerade in dieser Zeit besonders viele stilistische &#8220;Ungereimtheiten&#8221;.</p>
<p>Dass folkige Songstrukturen im Kosmos Tibets keine einmaligen Ausrutscher waren, ahnte man irgendwann, dennoch erschienen auch in dieser Zeit noch experimenteller ausgerichtete Arbeiten, wenngleich diese meist älter waren wie z.B. &#8220;The Dreammoves Of The Sleeping King&#8221; auf der CD-Version von &#8220;Earth Covers Earth&#8221;. 1992 beispielsweise folgte mit <a title="CURRENT 93: Thunder Perfect Mind 2LP" href="http://africanpaper.com/2018/01/20/current-93-thunder-perfect-mind-2lp/">&#8220;Thunder Perfect Mind&#8221;</a>, das einmal eines der größten Dark Folk-Referenzalben werden sollte, eines der zumindest hinsichtlich der Mehrheit der Songs eingängigsten Current 93-Alben auf den abstrakten psychedelischen Ambient von &#8220;The Sadness of Things&#8221;, das als Kollaboration mit Stephen Stapleton konzipiert war.</p>
<p>In genau diese Phase fiel auch die Veröffentlichung von &#8220;Island&#8221;, das tatsächlich auf der nordatlantischen Insel aufgenommen wurde und bei dem der Komponist Hilmar Örn Hilmarsson (HÖH) eine so große Rolle spielte, dass er im Unterschied zu den anderen Mitwirkenden auch als Interpret genannt wurde. Ihm verdankt sich auch, dass das Album von der instrumentalen Seite her einen Sound bekam, der in Tibets Diskografie für lange Zeit einzigartig bleiben sollte. Dominiert wird die Musik, von der ein Teil des Grundmaterials in anderer Form auch in Hilmarssons melancholischem Soundtrack zum Filmdrama <em>Children of Nature</em> Verwendung fand, von einem fast poptauglichen, aber meist ambient umgesetzten Keyboardsound, der die Signatur seiner Zeit trägt und sich weder um Rauheit bemüht, noch darum, organischer zu klingen als er war. Zusammen mit Tibet und den anderen Musikern hat Hilmarsson diesen aber zu einem Rahmen gestaltet, in dem die unterschiedlichsten Dinge stattfinden konnten, und so klang &#8211; vielleicht auch, weil das Material über einen längeren Zeitraum hinweg während verschiedener Islandreisen &#8211; am Ende kein Stück wie das nächste.</p>
<p>Wenn man sich schon etwas intensiver durch die Arbeiten von Current 93 gehört hat, dann fällt vielleicht auf, dass &#8220;Island&#8221; eines der wenigen Alben ist, die ohne ein vorspannartiges Intro auskommen. Vielmehr fällt man sprichwörtlich beim eröffnenden &#8220;Falling&#8221; ohne einleitendes Brimborium in eine von Handdrums und warmen Klangflächen beschallte nordische Parallelwelt, in deren halllastigem Soundsetting man sich so gemütlich fühlen kann wie in einem gut geheizten Haus mit Blick in eine winterliche Nacht. Einige Schreiber sprachen damals nicht ganz willkürlich von einer Weihnachtsplatte, von einer Schlagseite in Richtung New Age war die Rede und irgendwer zog sogar einen Vergleich zu Enya, doch dabei sollten einen das Erlöschen aller Sinneswahrnehmung und letztlich des Universums in Tibets Text aufhorchen lassen. Eine der beiden Sängerinnen, die hier zusammen mit ihm zu hören sind, ist Björk, deren Solokarriere in Pop-Dimensionen damals noch ein paar Jahre auf sich warten lassen sollte.</p>
<p>Es gibt einige Songs auf dem Album, bei denen die heimelige Seite besonders betont wird. Dazu zählt besonders &#8211; und v.a. im Kontrast zu dem verstörenden Text &#8211; die Version von &#8220;Fields of Rape&#8221;, das endzeitliche &#8220;To Blackened Earth&#8221; und auch das mit seinem chorartigen Background-Gesang großartige &#8220;Oh Merry-Go-Round&#8221;. &#8220;A Dream of a Shadow of Smoke&#8221; bewegt sich ebenfalls in dieser Stimmung und geht doch darüber hinaus: Nicht aufgrund der Vanitas-Symbolik des von dem Theologen Jeremy Taylor inspirierten Textes, der zu angenehm plätschernden Rhythmen und entrückten Synthietupfern die Existenz als halluzinierten Trip beschreibt und nur Asche und Staub real erscheinen lässt, denn dies sind Motive, die sich in unterschiedlicher Deutlichkeit durch das ganze Album ziehen. Eher weil all dies zum Höhepunkt des Stücks, wenn die zusammen mit Tibet singende Ása Hlín Svavarsdóttir vom &#8220;sound of rudderless ships&#8221; singt, ins Hymnenhafte ausgeweitet wird.</p>
<p>Um einiges weniger anheimelnd, dafür von einer erhabenen Dramatik sind Stücke wie &#8220;Passing Horses&#8221;, die von unheilschwangeren Orchestralsynthies untermalte Version von &#8220;Lament for my Suzanne&#8221; und &#8220;Anyway, People Die&#8221;. Gerade letzteres, von dem später auch eine kurze Akustikversion auftauchen sollte, ist mit seiner dunklen Dröhnung, für die Hilmarsson das abgründigste Grollen aus dem eigentlich so angenehmen Sound herausholt, und seinen rituellen Glöckchen der Höhepunkt des Albums. Das Bimmeln stammt hier von dem buddhistischen Lama Rig&#8217;dzin Rinpoche, von dem Tibet bereits eine längere Rezitation auf CD herausgebracht hatte. An der Stelle kann man hervorheben, dass neben den schon damals wichtigen Bildern und Denkfiguren christlicher Esoterik auch immer wieder Einflüsse buddhistischer Philosophie in den Texten zu finden waren, wobei Tibet mehr an den kosmologischen und eschatologischen Fragen interessiert zu sein schien als am Ethos. Erst Mitte der 90er waren diese Aspekte nicht mehr spürbar.</p>
<p>Während die ursprüngliche LP mit &#8220;Oh Merry-Go-Round&#8221; endet, enthielt bereits die damalsige CD-Version fünf weitere Songs, die man trotz weiterer knapp 25 Minuten Musik eher als Bonusmaterial betrachten sollte, denn die zusätzlichen Stücke weichen musikalische z.T. stark vom Stil des Albums ab und lassen zudem eine erkennbare Richtung vermissen. &#8220;Crowleymass Unveiled&#8221; ist eine Neufassung des 1987 auf einer EP erschienenen &#8220;Crowleymass&#8221;, das mit seinem Text über eine Weihnachtstravestie für im Geiste Thelemas erzogene Kinder ganz unterhaltsam ist, gleichwohl es musikalisch etwas an eine EBM-Band erinnert, die sich im Rap versucht. Der Song war als Jux gemeint, und ähnliches gilt vielleicht auch für &#8220;Paperback Honey&#8221;, bei dem Tibet zu Bossa Nova-Musik singt. &#8220;The Fall of Christopher Robin&#8221; dagegen, in dem der Junge aus A. A. Milnes <em>Winnie-the-Pooh</em>-Geschichten einen Teufelspakt eingeht, hat mit seinem manischen Sprechgesang durchaus beklemmende Seiten und ist wahrscheinlich für viele der relevanteste unter den Bonustracks. Das von Einar Örn auf Islandisch gesungene &#8220;Fields of Rape and Smoke&#8221; und die Instrumentalversion &#8220;Merry-Go-Round And Around&#8221; runden dann auch die CD im Geiste des Kernalbums ab.</p>
<p>Genau dieses wurde nun, wie sich in Fankreisen sicher umfassen herumgesprochen haben sollte, neu aufgelegt und erscheint zur Freude so mancher in Kürze auf Vinyl &#8211; ein im Grunde lange überfälliges Projekt, denn &#8220;Island&#8221; ist, unabhängig davon, wie man es im ganzen beurteilt, ein Ausnahmealbum in der Diskographie Tibets und auch Hilmarssons. Im <a title="Es ist besser, ein guter Heide als ein schlechter Christ zu sein: Interview mit Hilmar Örn Hilmarsson" href="http://africanpaper.com/2013/11/23/es-ist-besser-ein-guter-heide-als-ein-schlechter-christ-zu-sein-interview-mit-hilmar-orn-hilmarsson/">Interview, das wir vor einigen Jahren mit Hilmarsson führten</a>, erwähnte dieser das damals geplante zweite gemeinsame Album, das dann letztlich aber niemals realisiert wurde. Eine Art Entschädigung dafür könnte vielleicht das Album von Tibets Projekt <a title="HYPNOPAZŪZU: Create Christ, Sailor Boy" href="http://africanpaper.com/2016/09/10/hypnopazuzu-create-christ-sailor-boy/">Hypnopazuzu</a> sein, das ein Vierteljahrhundert später mit leicht anderer Instumentierung eine in Teilen ähnliche Atmosphäre erzeugte. Doch wirklich klingen wie &#8220;Island&#8221; kann vielleicht nur &#8220;Island&#8221; selbst. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://store.houseofmythology.com/product/119291">House of Mythology</a><br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2024/02/03/current-93-hoh-island/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ROBERT WYATT: Different Every Time (2CD)</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/11/08/robert-wyatt-different-every-time-2cd/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/11/08/robert-wyatt-different-every-time-2cd/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Nov 2014 06:52:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anja Garbareck]]></category>
		<category><![CDATA[Björk]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Eno]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Andrews]]></category>
		<category><![CDATA[Clive Langer]]></category>
		<category><![CDATA[Domino Records]]></category>
		<category><![CDATA[Elvis Costello]]></category>
		<category><![CDATA[Hot Chip]]></category>
		<category><![CDATA[John Cage]]></category>
		<category><![CDATA[Marcus O'Dair]]></category>
		<category><![CDATA[Matching Molt]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Wyatt]]></category>
		<category><![CDATA[Soft Machine]]></category>
		<category><![CDATA[Working Week]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=9535</guid>
		<description><![CDATA[Man könnte vielen Best of-Sammlungen den Titel „Different Every Time“ verpassen, denn fraglos haben sehr viele Musiker mit der Zeit markante Wandlungen durchlaufen. Selten jedoch lässt gerade dies die Konstanten des musikalischen Ausrucks und der persönlichen Aura derart deutlich aufscheinen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/11/08/robert-wyatt-different-every-time-2cd/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/robertwyatt_differenteverytime.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9536" title="robertwyatt_differenteverytime" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/robertwyatt_differenteverytime-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man könnte vielen Best of-Sammlungen den Titel „Different Every Time“ verpassen, denn fraglos haben sehr viele Musiker mit der Zeit markante Wandlungen durchlaufen. Selten jedoch lässt gerade dies die Konstanten des musikalischen Ausrucks und der persönlichen Aura derart deutlich aufscheinen wie bei Robert Wyatt, der in den 60ern als Schlagzeuger und einer der Sänger von Soft Machine debütierte und bis heute feinsinnige Bande zwischen den Gefilden des Prog, des Jazz und sensibler Songwritermusik knüpft. Dabei geht er stets etwas anderes vor als die meisten – gewitzter, freundlicher, bissiger und doch stets genießbar. Auch so kann man den Titel begreifen.<span id="more-9535"></span></p>
<p>„Different Every Time“ ist nicht die erste Compilation von Robert Wyatt, sehr wohl aber die erste, die sämtliche Schaffensphasen abdeckt und zugleich einen Über- oder besser Einblick in seine enorme Kollaborationstätigkeit gibt. Selbstredend setzt auch diese vom Musiker selbst vorgenommene Auswahl, die ein Werk von (Soft Machine und die kurzlebige Nachfolgeband Matching Mole mitgerechnet) achtzehn Alben und etlichen Kleinreleases abdeckt, Schwerpunkte und erhebt keinen ultimativen Anspruch.</p>
<p>Wyatt bezeichnete die Soft Machine-Single „Moon in June“ einmal scherzhaft als sein erstes Solostück, da es so stark von seinem Gesang geprägt war wie keines der anderen Stücke der Band, und so ist es kein Wunder, dass neben der ans Falsett grenzenden Stimmarbeit noch andere typische Wyatt-Muster in der beatlastigen Psych Rock-Nummer zu finden sind – genau bemessene Klangkomponenten, intelligente Breaks und nicht zuletzt Lyrics von feinsinniger Doppeldeutigkeit. In den beiden Songs seiner 1972 gegründeten Band Matching Mole kündigt sich bereits das Jazzfaible an, seine ironischen Verse knüpfen sich das Songschreiben vor und legen in kindlicher Direktheit kompositorische Klischees bloß. Selbst vor der frohen Botshaft als nicht mehr genießbarem Song des Herrn wird nicht Halt gemacht, wobei die Beichte nicht ausbleibt &#8211; „pardon me, I&#8217;m very drunk“.</p>
<p>Die Auswahl der Soloarbeiten richtet sich kaum nach dem Bekanntheitsgrad der Stücke, so ist von seinem erfolgreichsten Album „Rock Bottom“ nur ein Song in Liveversion enthalten, wohingegen mit seinem verdröhnten Cover von Chris Andrews&#8217; „Yesterday Man“ (viele halten es für einen Beatles-Song) ein eher obskurer EP-Track enthalten ist. Viele Beiträge demonstrieren Wyatts Kunst, zeitgemäßes aufzunehmen und seinem eigenen Stil anzuverwandeln. Das etwas an Peter Gabriel erinnernde „Age of Self“, bezeichnenderweise mitte der 80er auf der LP „Old Rottenhead“ erscheinen, zeigt dies vielleicht am besten. Dabei bleibt Wyatt stets in einem Rahmen, den man vorsichtig als Pop bezeichnen kann, was heißt, dass seine Musik fast immer auch als Hintergrundbeschallung oberflächlich genießbar wäre, und auch in einem nicht allzu ausgefallenen Radioprogramm die anspruchsloseren Gemüter nicht unbedingt stören würde. Vielleicht registrieren diese die vielen subversiven doppelten Böden seiner Songs und vor allem seiner Texte unbewusst &#8211; jedenfalls ist Wyatt auch in der Hinsicht &#8220;different every time&#8221;.</p>
<p>Wyatt kollaborierte über die Jahre mit hunderten von Leuten, und was die zweite CD am ehesten vermittelt, ist die stilistische Bandbreite, die er sich zutraute, zurecht ohne dabei auch nur einen Moment um seine stilistische Kohärenz zu bangen. Auch hier ist er also der große Anverwandler. Duette mit Sängerinnen wie der Jazzerin Anja Garbareck oder mit Björk in einem „Medulla“-Stück stehen neben Bossa Nova und experimentierfreudigem Pop von Working Week und Hot Chip. Heraus stechen – konzeptuell – ein von Elvis Costello und Clive Langer verfasstes Solo Wyatts mit einem bissigen Text zum Falkland-Krieg, das ebenso gut auf die erste Scheibe gepasst hätte und – als Höhepunkte – ein folkig angehauchtes a capella mit Cage, Steele und Eno, sowie nicht zuletzt das apokalyptisch düstere „Jellybabies“ mit Epic Soundtracks.</p>
<p>Als interessierter Laie mit bisher eher punktuellen Einblicken bleibt mir nur ein kurzes Fazit, nämlich dass die Sammlung einen guten Einstieg vermittelt, der sich bei Interesse mit der gleich betitelten Biografie von Marcus O&#8217;Dair vertiefen lässt.</p>
<p><strong>Label: Domino</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/11/08/robert-wyatt-different-every-time-2cd/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ANGEL HAZE: Dirty Gold</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/03/15/angel-haze-dirty-gold/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/03/15/angel-haze-dirty-gold/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Mar 2014 07:39:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Angel Haze]]></category>
		<category><![CDATA[Arcade Fire]]></category>
		<category><![CDATA[Björk]]></category>
		<category><![CDATA[Coldplay]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Ocean]]></category>
		<category><![CDATA[Kanye West]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Dravs]]></category>
		<category><![CDATA[Mele]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Dean]]></category>
		<category><![CDATA[Universal]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=8337</guid>
		<description><![CDATA[Über Angel Haze&#8217; Debütalbum wurde im Vorfeld bereits so viel Wirbel gemacht, dass es zum Jahresbeginn gerade noch rechtzeitig erschienen ist, bevor die launische Fortuna, die in populärer Musik immer eine gewisse Torschlusspanik rechtfertigt, die Wogen der Aufmerksamkeit schon vorzeitig &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/03/15/angel-haze-dirty-gold/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/angelhazedirtygold.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8338" title="angelhazedirtygold" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/angelhazedirtygold-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Über Angel Haze&#8217; Debütalbum wurde im Vorfeld bereits so viel Wirbel gemacht, dass es zum Jahresbeginn gerade noch rechtzeitig erschienen ist, bevor die launische Fortuna, die in populärer Musik immer eine gewisse Torschlusspanik rechtfertigt, die Wogen der Aufmerksamkeit schon vorzeitig geglättet hätte. In der Warteschleife unterhielt die Klatschpresse mit Szene-Rangeleien, darüber hinaus wurden die biografischen Sujets der Rapperin, die von traumatischen Kindheitserfahrungen im Paralleluniversum einer religiösen Subkultur handeln, auch außerhalb der Texte genüsslich breitgetreten. Nun bräuchte es bei all dem Rummel einen echten Hammer, eine besonders unerhörte Wendung, mit der<span id="more-8337"></span> das Album nach dem langen Vorspann noch einmal richtig überraschen könnte. Doch es wäre eine sehr wohlwollende Auslegung, diese in der geschliffenen Produktion und den poppigen Gesangspassagen zu sehen, die die Schroffheiten der ersten Lebenszeichen ersetzen.</p>
<p>Angel Haze&#8217; Stimme wird gerne als schneidend beschrieben, ihre Raps hier und da mit einem Schnellfeuergewehr verglichen – durchaus zurecht, und auf „Dirty Gold“ hat auch dies noch so manchen großen Moment. Im Kontext der elaborierten Synthies und der nett gesungenen Hookline jedoch offenbart das schon im programmatischen Opener „Sing About Me“ die Handschrift eines Produzententeams, das meist in gefälligen Indie-Bereichen (Coldplay, Arcade Fire) unterwegs ist. „Battle Cry“ mit Gastsängerin Sia und einem Piano a la Westcoast-Pop klingt wie Musik, die ich sonst nur beim Friseur zu hören bekomme. Beiwerk wie dieses weiß die Hauptfigur durchaus in expressive Gesten umzuwandeln, z.B. wenn sie sich in „Rose Tinted Suicide“ von den melodramatrischen Streichern nahezu überwältigen lässt und und dabei die Standfestigkeit ihrer Stimme kunstvoll zerbrechen lässt. Doch was anderswo Indiegitarren verderben, erledigt hier eine Überdosis Retortenchöre. „Deep Sea Diver“ bietet den Höhepunkt an Klangdesign mit rauen, hypnotischen Flächensounds und vertrackten Handclaps, weshalb man die poppigen Gesangspassagen durchaus in Kauf nimmt.</p>
<p>Die aufgeregte, bisweilen wütende Emotionalität in den gerappten Passagen entspricht den Texten mit ihrer nach wie vor brutalen, drastischen Bildlichkeit. Beinahe konstant wird ein eigentlich paradoxes Spannungsverhältnis zwischen Ungeduld und Abgeklärtheit aufrecht erhalten, das den rebellischen Charme altkluger Adoleszenz ausstrahlt und auch vor Stereotypen („haters gonna hate“) nicht halt macht. Stets zeugen ihre Verse, wie schon der Albumtitel andeutet, vom Widersinn des schönen Scheins und der harten, hässlichen Realität, von einer Wildnis, in der die Gesetze eines rüden Sozialdarwinismus regieren, kaschiert durch den Zuckerguss der Doppelmoral. Zum Pessimismus neigt sie dabei keineswegs, mahnt vielmehr zum Wachsein, zum Anvisieren von Zielen, mit Durchhalteparolen, die Gestalten wie Ayn Rand und Dale Carnegie zur Ehre gereicht hätten. Eines Tages bist du stärker als alle, die dich verletzt haben, so die simple Conclusio in „Battle Cry“.</p>
<p>Was all dies vom allgemein kolportierten Lebensgefühl des Hiphop, von dem stets ambivalenten Verhältnis zur Ethik und Bildwelt des Kapitalismus abhebt, ist eine religiöse – und letztlich religionskritische – Note, die sich um so mehr erschließt, wenn man um ihre Kindheit in einer Pfingsgemeinde weiß. Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, doch dies gibt es nur um den Preis von „masses of blood“ &#8211; so heißt es „Black Synagogue“, bevor sie einen Gospel imitiert und persifliert. Sehr autobiografisch in dem Zusammenhang ist „Black Dahlia“, das sich direkt an die eigene Mutter richtet und textliche und musikalische Derbheit vorübergehend verschmilzen lässt. Sakralsamples zur Illustration sorgen wie anderswo orientalische Instrumente dafür, dass das Klangbild nicht eindimensional gerät.</p>
<p>„Dirty Gold“ ist eine solide, virtuose Angelegenheit und ein gutes Stück jugendlich ungestümer Unterhaltungsmusik – vielleicht mag es etwas affektiert wirken, wenn ausgerechnet in einem Webzine mit einem Schwerpunkt auf experimentellere Musik das Glatte, streckenweise nur-Poppige zum Anstoß genommen wird. Doch gerade in der Hinsicht wiesen die frühen Tracks eben in eine andere Richtung, so dass dieser Kritikpunk nicht nur für Zaungäste relevant sein sollte. (U.S.)<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Label: Universal</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/03/15/angel-haze-dirty-gold/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>VINCENT VON FLIEGER: Day 1</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/01/19/vincent-von-flieger-day-1/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2013/01/19/vincent-von-flieger-day-1/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Jan 2013 07:34:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Björk]]></category>
		<category><![CDATA[DNA]]></category>
		<category><![CDATA[Mio Myo]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Crutchfield]]></category>
		<category><![CDATA[The Great Park]]></category>
		<category><![CDATA[Vincent von Flieger]]></category>
		<category><![CDATA[Vivian Void]]></category>
		<category><![CDATA[Woodland Recordings]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=6066</guid>
		<description><![CDATA[Die Musik Vincent von Fliegers ist so eigenwillig wie sein einprägsamer Künstlername. Man sollte ihn allerdings nicht mit Bombast und großen Worten ankündigen, nicht nur, weil er das nicht nötig hätte, sondern weil die Songs, die der junge Nürnberger jüngst &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/01/19/vincent-von-flieger-day-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/vincentvonfliegerday1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6067" title="vincentvonfliegerday1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/vincentvonfliegerday1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Musik Vincent von Fliegers ist so eigenwillig wie sein einprägsamer Künstlername. Man sollte ihn allerdings nicht mit Bombast und großen Worten ankündigen, nicht nur, weil er das nicht nötig hätte, sondern weil die Songs, die der junge Nürnberger jüngst auf sein Debüt gepackt hat, weit entfernt sind von großen Gesten aller Art. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist Markanz und Eindringlichkeit durchaus vorhanden.<span id="more-6066"></span></p>
<p>Als Solokünstler erschien Vincent erst im letzten Jahr auf der Bildfläche. Aus Liebe zu Worten, wie es irgendwo hieß, formte er sein Projekt, und dafür ist die Attitüde des souveränen, nachdenklichen Einzelgängers, der im Alleingang schreibt, singt und sich auf der Gitarre begleitet, wohl nach wie vor eines der besten musikalischen Ausdrucksmittel. Eine Vorgeschichte gibt es aber dennoch, denn der Künstler ist bereits seit einigen Jahren Teil der Band Mio Myo, deren elektronischer „Ghost Rock“ bereits auf Album zu hören ist und im Vorprogramm von bekannten Bands wie The Whitest Boy Alive zu sehen war. Solo tourte er zuletzt mit Acts wie Vivian Void und The Great Park, was dann auch die Brücke zu seiner Labelheimat Woodland Recordings schlägt. Die Musik auf „Day 1“ lässt sich nur grob in Kategorien pressen. Freilich kann man allgemeine Begriffe wie Singer Songwriter oder Acoustic Folk in den Raum stellen und jedem, der durch die Musik von Will Oldham oder Bon Iver die Welt schon mal mit ganz anderen Augen gesehen hat, raten, sich das Werk nicht entgehen zu lassen. Was an den Songs fesselt hat allerdings mit einer ganz eigenen Stimmung zu tun – einer oftmals dunklen Stimmung, die flüchtig und ungreifbar sein kann, da in den Songs schon mal ruhige, relaxte Passagen spontan in intensive, spannungsgeladene Momente übergehen. Im Titelsong, dessen schlichtes Saitenspiel so hypnotisch ist, dass man fast wünscht, es würde sich soundscapeartig verselbständigen, kommt eine abgeklärte Note hinzu, die mir jedoch nie resigniert oder betont cool erscheint, sondern von einer Akzeptanz und Genügsamkeit zeugt, die den Musiker von der eitlen Selbstdarstellung so mancher Kollegen unterscheidet. Vielleicht ist dies auch der Grund, weshalb sein Gesang, der sich in einigen Stücken zu einem androgynen Falsett emporschwingt, kaum an den Stil typischer Indie-Kids erinnert. In &#8220;22:22&#8243;, bei dem Vincent mehrmals die Stimmlage wechselt, kommt die Ernsthaftigkeit des souveränen Loners besonders zur Geltung, ebenso in der Desolatheit des rauen &#8220;Skin &amp; Bones&#8221;. Andere Songs wie das fragile &#8220;Yolk&#8221; oder das gospelartige &#8220;Final&#8221; geben sich viel offener emotional. Andere geraten fast zu hymnischen Klageliedern, &#8220;Mission&#8221; mit seiner verhaltenen Euphorie, oder das DNA-Cover &#8220;New York Mugshots&#8221;, das den Abspann eines Abel Ferrara-Streifens untermalen könnte und sich hier ebenso ins Ganze einfügt wie eine akustische Interpretation von Björks &#8220;Happiness&#8221;, die wohl als Hommage und Bonus gedacht ist.</p>
<p>&#8220;Day 1&#8243; ist eine der Platten, denen man heimlich wünscht, sie hätte schon viel früher das Licht der Welt erblickt &#8211; in einer Zeit, in der folkige Akustikalben noch seltener waren, man mit Eigenständigkeit noch deutlicher herausragen konnte und die entsprechende Wahrnehmung und Würdigung fast sicher war. Will man heute aus der schieren Masse an Singer Songwriter-Releases herausragen, ist um so mehr Originalität und Durchhaltevermögen gefordert. In gewisser Hinsicht mag dies sein Gutes haben, und im Falle Vincent von Fliegers bin ich recht zuverlässig, dass sich seine kreativen Stärken auszahlen werden.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.woodlandrecordings.com/news.html">Woodland Recordings</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2013/01/19/vincent-von-flieger-day-1/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
