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	<title>African Paper &#187; Blind Cave Salamander</title>
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		<title>Needs Must When the Devil Drives: Drittes Soloalbum von Paul Beauchamp</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2021 06:31:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Paul Beauchamp, der neben seiner Arbeit mit Combos wie Blind Cave Salamander und Almaghest! bereits zwei Alben im Alleingang produziert und über Boring Machines heraus gebracht hatte, veröffentlicht in Kürze seinen dritten Longplayer &#8220;Needs Must When the Devil Drives&#8221;. Das &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/04/needs-must-when-the-devil-drives-drittes-soloalbum-von-paul-beauchamp/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Paul Beauchamp, der neben seiner Arbeit mit Combos wie Blind Cave Salamander und Almaghest! bereits zwei Alben im Alleingang produziert und über Boring Machines heraus gebracht hatte, veröffentlicht in Kürze seinen dritten Longplayer &#8220;Needs Must When the Devil Drives&#8221;. Das aus einem rund halbstündigen Track bestehende Album teilt mit seinen Vorgängern die ambiente Soundscape-Struktur. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/paulbeauchampneedsmust.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24066" title="paulbeauchampneedsmust" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/paulbeauchampneedsmust.jpg" alt="" width="1683" height="1515" /></a><span id="more-24059"></span>Neu ist Beauchamps momentane Abkehr von teilweise akustischen Klangquellen und seine Konzentration auf Elektronik. Ein weiteres Novum ist der Einbezug rhythmischer Elemente. Beauchamp, dessen Name entgegen der verbreiteten Gewohnheit nicht in der französischen Phonetik ausgesprochen wird, stammt aus dem Südosten der USA und zog vor Jahren nach Turin, wo er schnell Kontakte zur rührigen lokalen Musikszene knüpfte. Mittlerweile zählt er zu den renommiertesten Vertretern elektroakustischer Musik. Das Album erscheint auf zweihundert CDs bei Bare Teeth Records und Standa, dem Zwilling von Silentes Distribution.</p>
<p><a href="http://www.bareteethrecs.com/wp/"><strong>@ Bare Teeth</strong></a></p>
<p><a href="http://store.silentes.it/catalogue/standa2135.htm?"><strong>@ Standa / Silentes</strong></a></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/uNvHPgfCKe4" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>BLIND CAVE SALAMANDER: The Svalbard Suite</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Nov 2019 07:28:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die norwegische Inselgruppe Svalbard, die hierzulande als Spitzbergen bekannt ist, liegt in etwa in der Mitte zwischen Nordkap und Nordpol und ist die nördlichste der bewohnten Inseln Europas. Trotz ihres unwirtlichen Charakters ist sie bei Touristen, v.a. bei betuchten Kreuzfahrern &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/11/02/blind-cave-salamander-the-svalbard-suite/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/svalbard.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-19071" title="svalbard" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/svalbard-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die norwegische Inselgruppe Svalbard, die hierzulande als Spitzbergen bekannt ist, liegt in etwa in der Mitte zwischen Nordkap und Nordpol und ist die nördlichste der bewohnten Inseln Europas. Trotz ihres unwirtlichen Charakters ist sie bei Touristen, v.a. bei betuchten Kreuzfahrern beliebt, und wer sich entsprechend umschaut, stößt schnell auf allerhand liebenswürdige Stereotypen: Kühlschrank Europas, mehr Eisbären als Menschen, sterben verboten u.s.w. Das Archipel hat aber auch<span id="more-19070"></span> seine ganz eigenen Schwierigkeiten, so schwanken die Temperaturen immer mehr, Regen weicht Teile der Permafrost-Böden auf, Teile des von Fjorden durchzogenen Küstengebiets werden langsam, aber stetig vom Meer geschluckt. Die Gründe dürften bekannt sein.</p>
<p>Das italienisch-amerikanische Duo Blind Cave Salamander besuchte die Inseln mehrmals, zuletzt in Form einer Artist Residency im Hauptort Longyearbyen, wo eine ganze Reihe an landestypischen Sounds gesamplet und verarbeitet wurden. Doch Fabrizio Modonese Palumbo und Paul Beauchamp wären nicht die Meister der verschieden traktierten Saiten, wenn sie die Aufnahmen nicht mit Schichten atmosphärischer Texturen kombiniert hätten.</p>
<p>Bei den meisten Tracks bilden solche Sounds eine subtile Unterströmung, auf der Instrumentalparts meist eine kühle oder mollastig-besinnliche Atmosphäre entstehen lassen, die sich zu miniaturhaften Etüden in Eis und Schnee verdichten. Zu den minimalen, in ihrer dezenten Melodik gleichsam berührenden Akkorden des ersten Abschnitts gesellen sich eisig zischelnde Takte im Downtempo, die im Verlauf eine fast metronomische Form annehmen. Kernige Bassläufe kommen hinzu, eine leicht schlenkernde Unruhe und etwas, das an Zikaden erinnert, weist schon auf die aufwühlende Dramatik hin, die sich im Cello-Solo von Julia Kent, die als quasi drittes Bandmitglied selten fehlt, ereignet. Der Store Norske Mandskor steuert traditionellen Gesang bei und Xiu Xiu, in der Vergangenheit Kollaborateur der verwandten Band Larsen, beteiligt sich ebenfalls an einem Segment, das von kratzenden Rock-Ansätzen und hämmernden Rhythmen geprägt ist, aber im Wesentlichen überzeugt die Musik durch molligwarme Dröhnung, eisigen Minimalismus und jazzig angehauchten Zeitlupengroove.</p>
<p>Man erwacht aus dieser Musik wie aus einem luziden Traum und darf zugleich Augen und Ohren offenhalten für Kommendes, denn die &#8220;Svalbard Suite&#8221; ist Teil eines großen, von einem Turiner Theater konzipierten Werks. Teile der Aufnahmen wurden für eine Dokumentation, für einen fiktionalen Kurzfilm und für ein Theaterstück verwendet, die Soundtrack-Version mit unheimlich verfremdeten Field Recordings liegt der Veröffentlichung bei. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://hypershaperecords.bandcamp.com/">Hypershape Records</a></strong></p>
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		<title>FABRIZIO MODONESE PALUMBO: The Insincere Sympathy Of The Faraway Stars</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Oct 2018 05:47:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang Joseph Losey und Tennessee Williams die Formulierung &#8220;The Insincere Sympathy Of The Faraway Stars&#8221; verwendet haben, aber man könnte sich darunter etwas nur diffus wahrnehmbares vorstellen, dem aus menschlicher Perspektive zugleich ein Eindruck von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/10/13/fabrizio-modonese-palumbo-the-insincere-sympathy-of-the-faraway-stars/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/FMPtape.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-16361" title="FMPtape" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/FMPtape.jpg" alt="" width="150" height="233" /></a>Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang Joseph Losey und Tennessee Williams die Formulierung &#8220;The Insincere Sympathy Of The Faraway Stars&#8221; verwendet haben, aber man könnte sich darunter etwas nur diffus wahrnehmbares vorstellen, dem aus menschlicher Perspektive zugleich ein Eindruck von Ewigkeit anhaftet. Das würde zumindest gut zu der gleichnamigen Komposition passen, mit der Fabrizio Modonese Palumbo sein jüngstes Soloalbum füllt, denn die Abfolge der subtil verwobenen Sounds entpuppt sich als zirkulär und könnte sich auf diese Art endlos forsetzen.<span id="more-16359"></span></p>
<p>Ein pfeifender Sinuston eröffnet das Stück, gehüllt in warmes, mehrschichtiges Dröhnen. Hall erzeugt schnell die Illusion eines weiten Raumes. Dort zeichnet sich ein leises Rauschen ab, das schnell zu einem tosenden Wind anwächst, der durch ein wüstes Land fegt. Nach dieser Dramatik folgt der erste Bruch eher unsanft und leitet doch über in die fragilsten Tonfolgen auf einem Fender Rhodes-Piano. Fast käme dabei das perfekte Idyll zustande, doch in der mollastigen Melodie und der verlangsamt wirkenden Gangart steckt auch etwas Gespenstisches.</p>
<p>Wie in einem Panoramakino der Klänge gleiten immer wieder neue Motive ins Bild: monumentale Synthieflächen, seltsam pochende Herzschläge, Grillenzirpen, ein hochtönendes Schwebedrone, das sich eine Weile der Monotonie gönnt. Irgendwann kehren alle Details zurück, in unregelmäßiger Folge und immer etwas anderer Verfremdung, das Rauschen und Dröhnen wechselt die Klangfärbung und tönt an manchen Stellen elektrifizierter als sonst. Das eigentliche Leitmotiv in dem ständigen Gestaltwandel jedoch ist die Offenheit und Unbestimmtheit, die sich wie ein roter Faden durch die Episoden zieht und das Stück in Spannung hält.</p>
<p>Offen und unbestimmt scheint auch eine besondere Referenz in dem Stück, denn die bezaubernde Melodie des Fender Rhodes ist dem Culture Club-Song &#8220;Victims&#8221; entnommen, aber derart variiert, dass es vermutlich nur wenige erkannt hätten. Das legt die Frage nah, wieviel unterschwellige Verweise in der guten halben Stunde noch versteckt sein könnten &#8211; wie immer die Antwort ausfällt ist &#8220;The Insincere Sympathy&#8230;&#8221; ein würdiger Nachfolger des vor drei Jahren erschienenen <a href="http://africanpaper.com/2015/08/22/fabrizio-modonese-palumbo-doropea/">&#8220;Doropea&#8221;</a>, mit dem FMP damals sein Repertoire neben Bands wie <a href="http://africanpaper.com/2016/08/27/larsen-of-grog-vim/">Larsen</a> und Blind Cave Salamander oder seinem etwas songorientierteren Projekt <a href="http://africanpaper.com/2015/09/26/r-all-about-satan/">(r)</a> um eine experimentierfreudige Note bereichert hat. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://deleterec.bandcamp.com">Delete Records</a></strong></p>
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		<title>PAUL BEAUCHAMP: Grey Mornings</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/09/02/paul-beauchamp-grey-mornings/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Sep 2017 07:25:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den frühen Morgenstunden liegt nicht nur ein Zauber, der vielen Nachtmenschen entgeht, auch ist die Wahrnehmung für Inneres und Äußeres noch unverfärbt durch diversen Kram, der sich später im Geist ansammelt. Paul Beauchamps Album „Grey Mornings“ ist primär ein &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/09/02/paul-beauchamp-grey-mornings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/08/paulbeauchampgreymornings.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14136" title="paulbeauchampgreymornings" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/08/paulbeauchampgreymornings-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den frühen Morgenstunden liegt nicht nur ein Zauber, der vielen Nachtmenschen entgeht, auch ist die Wahrnehmung für Inneres und Äußeres noch unverfärbt durch diversen Kram, der sich später im Geist ansammelt. Paul Beauchamps Album „Grey Mornings“ ist primär ein Porträt der vielleicht wichtigsten Orte in seinem Leben, die zufällig noch eine Namensähnlichkeit aufweisen: Seinen Geburtsort im Piedmont County in North Carolina und die Region des Piemont um seine heutige Heimatstadt Turin im Norden Italiens. Was er in dem<span id="more-14135"></span> Album verarbeitet sind jedoch Eindrücke und Empfindungen, die diese Orte v.a. in den ganz frühen Stunden des Tages hervorrufen.</p>
<p>Grundsätzlich bleibt Beauchamp seinem Interesse an Ambient und Drone treu, und auch seine Affinität zu schwer greifbaren Stimmungsnuancen, die schon sein dunkel einlullendes Debüt „Pondfire“ geprägt haben, scheint nicht nur ungebrochen, sondern weiter verfeinert. Dies allerdings resultiert aus einer wesentlichen Entwicklung heraus, nämlich seinem merklich erweiterten Klangspektrum und dem Einbezug verschiedener Instrumente und Geräusche.</p>
<p>Einige der Feldaufnahmen werden – mit Unterstützung von Blind Cave Salamander-Kollegin Julia Kent) – in unterschiedlichem Grad im Studio unkenntlich gemacht, sodass primär der Effekt von Fülle und Detailreichtum bleibt – eine Eigenschaft, die sich vor allem durch die klare Klanggestaltung besonders deutlich abzeichnet. In „Condense“ kommt all dies aber erst mit der Zeit zur Geltung, zu Beginn klingt das leise Intro noch wie der Inbegriff eines zaghaften Morgengrauens. Im Laufe des Vollerwerdens offenbart das flächig-ambiente Erwachen jedoch immer mehr an unbestimmbaren Details: In versteckten Ecken rasselt es, fast meint man, ein Getriebe rattern zu hören, der geheimnisvolle Klang einer singenden Säge schafft einen zusätzlichen Zauber. „Crawl“ wirkt weniger wie eine Fortsetzung des Erwachens als wir ein Neustart, der alles in eine größere Klarheit emporhebt: leises Saitenkratzen auf einem Apallachian Dulcimer dringt wie Sonnenlicht durch die dicke Schicht der schwebenden Drones, Streicher oder ähnlich klingendes erschaffen freundliche Lichter, die stärker werden, sich aber Zeit dabei lassen.</p>
<p>Das alles könnte nun auf einem Smoothy hinauslaufen, und gerade bei einem Ambient-Score zum Erwachen pastoraler Landschaften würde das nichts unbedingt Gutes bedeuten, doch Beauchamp beweist hier ein Händchen dafür, subtile Spannung ins Idyll zu bringen. Mysteriöses, fast schon ein bisschen unheimliches Poltern und Kramen gibt „Tendril“ einen rätselhaften Touch, und die eher schwer verdaulichen Soundbrocken unter der Oberfläche von „Drift“ oder der beinahe folkig-schlaftrunkenen Melodie in „Haze“ sind ähnliche Spannungsmacher wie die repetitiven, hallunterlegten Saitenanschläge im vordergründig so entspannten „Enclose“.</p>
<p>Aufgelöst wird dieses Spannungsverhältnis nicht, in der einen oder anderen Form hält es sich bis zum maschinellen Ausklang von „Murk“, mit dem man schließlich im prallen Tageslicht angekommen scheint – gerade dies lässt diese dunkle, „impressionistische“ Musik so ungekünstelt wirken.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.boringmachines.it/">Boring Machines</a></strong></p>
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		<title>JULIA KENT: Asperities</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/11/30/julia-kent-asperities/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2015 15:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viele der Kompositionen Julia Kents sind so dezent gestaltet, dass beim beiläufigen Hören der Eindruck entstehen könnte, ihre Cellostücke seien alle nach einem ähnlichen Muster gestrickt und zwischen den einzelnen Alben bestünden keine großen Unterschiede. Bei genauerem Hinhören fällt auf, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/11/30/julia-kent-asperities/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/juliakent2015.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11255" title="juliakent2015" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/juliakent2015-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viele der Kompositionen Julia Kents sind so dezent gestaltet, dass beim beiläufigen Hören der Eindruck entstehen könnte, ihre Cellostücke seien alle nach einem ähnlichen Muster gestrickt und zwischen den einzelnen Alben bestünden keine großen Unterschiede. Bei genauerem Hinhören fällt auf, dass ihre mit dezenter Elektronik und Feldaufnahmen angereicherten Cello-Loops durchaus eine nachvollziehbare Wandlung erfahren haben. Ohne den repetitiven Minimalismus eines frühen Albums wie „Delay“ zu suspendieren, steht bei neueren Aufnahmen eine<span id="more-11254"></span> fließendere Dynamik im Vordergrund, und immer mehr bilden die Alben ein Gesamtnarrativ, bei dem die einzelnen Stücke mehr Kapitel als in sich abgeschlossene Teile mit freier Anordnung bilden.</p>
<p>In diesem Sinne ist „Asperities“ auch eher so etwas wie ein Konzeptwerk als z.B. das genannte „Delay“, auch wenn dessen Thematik – die Erfahrung des Wartens im Transitraum internationaler Flughäfen – greifbarer erschien als die vage Andeutung von Spannung und Konflikten, die Julia in den liner notes vornimmt. Auch der Titel, der im deutschen so etwas wie „ungünstige Voraussitzungen“ bedeutet, unterstreicht dies, ohne es merklich zu konkretisieren. Der starke Zusammenhang wurzelt in anderen Komponenten: Da wäre einmal die dunkle, abgeklärte Stimmung, die sich durch alle Stücke zieht und ihnen doch die Aura einer besinnlichen Genügsamkeit verleiht. Ebenfalls wäre da die beinahe dramatische Organisation des stets veränderlichen Tempos, das zusammen mit den Titeln, die sich auffallend oft auf Räumliches und auf Bewegung beziehen, die Vorstellung einer Handlung in einem Schauplatz evoziert, mag beides auch vage und abstrakt bleiben.</p>
<p>Dass das Album ganz leise beginnt und der erste Song sich fast schleichend auf den Hörer zubewegt, trägt irgendwie schon seinem Titel Rechnung, der auf eine schöne Pflanze mit einem schleichend wirkenden Gift deutet. Ist der Song erst einmal auf seinem Plateau angekommen, bringt Julia mit ein paar langen und tiefen Strichen die ganze Erhabenheit der Musik mit einem mal auf die Bühne: die ungekünstelte Einfachheit der Tonfolgen, die nichts vermissen lassen, der ernste Fatalismus, der dieses Album so deutlich von seinen Vorgängern unterschiedet und nicht besser in den trüben Spätherbst passen könnte. Ganz langsam zieht die Musik an, und wenn das folgende „Lac des Arcs“ das Konzept wieder anders zusammensetzt und mit einer monotonen Dröhnung unterfüttert, ist vielleicht der eine oder andere Groschen mehr für die besondere Stimmung des Albums gefallen.</p>
<p>In den folgenden Stücken wird immer deutlicher, dass es in „Asperities“ um einen Aufbruch geht, mag sein Beginn auch von Gift durchdrungen sein, mag der Weg sich noch so sehr durch unwegsames und gefahrvolles „Terrain“ (wie eines der Stücke heißt) schlängeln und keineswegs linear verlaufen. In der Mitte des Albums stehen Rhythmen als Bewegungsmotoren im Zentrum, in „The Leopard“ und (das mich leicht an Sieben erinnernde) „Flag for No Country“ noch in Form dezenter Pizzicati, die zuerst von wehmütigen Strichen, später von allerhand gesampleten und perkussiven Spannungsmachern begleitet werden, im energiegeladenen „Terrain“ dann durch hypnotische Bässe und an Metallfedern erinnernde elektronische Rhythmen.</p>
<p>Während das schicksalsschwere „Empty States“ durch sein kraftvolles Downtempo dem retardierenden Moment trotzt, gibt sich ihm „Heavy Eyes“, das auch im Titel das Räumliche loslässt, vollends hin und offenbart sich als berührende Ode an einen erlösenden Schlaf. Nach diesem kurzen Idyll jedoch geht die Fahrt weiter, stets im Halbdunkel, und „Invitation to the Voyage“ leitet über in das Finale „Tramontana“, das mit seinen Loops, die wie der Beginn von etwas Endlosem klingen, aber so gar nicht final anmuten. Tramontana heißt auf Italienisch auch ganz passend „Über die Berge“.</p>
<p>Auch nach mehrmaligem Hören erscheint „Asperities“ als ein äußerst ambiges Werk, doch darin liegt auch seine Stärke. Es inszeniert eine Reise in eine Art Herz der Finsternis, in dem an alle Wände Julia Kents alter Slogen „It&#8217;s not ideal&#8230;“ gepinselt ist. Doch der Trip streift Orte von ungewöhnlicher, melancholischer Schönheit, hält Momente von beeindruckender Energie bereit und kommt v.a. nicht zum Stillstand. (A. Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.theleaflabel.com/en/index.php">The Leaf</a><br />
</strong></p>
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		<title>(r): All About Satan</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/09/26/r-all-about-satan/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2015 05:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Satan musste schon viele Platten über sich ergehen lassen, einige gute und zahllose schlechte, mitunter ganze Musikgenres, aber ganz sicher ist ihm das ziemlich egal, und ob er sich in einer der Vorstellungen über ihn &#8211; einer biblischen, einer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/09/26/r-all-about-satan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/rallabout.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10880" title="rallabout" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/rallabout-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Satan musste schon viele Platten über sich ergehen lassen, einige gute und zahllose schlechte, mitunter ganze Musikgenres, aber ganz sicher ist ihm das ziemlich egal, und ob er sich in einer der Vorstellungen über ihn &#8211; einer biblischen, einer mittelalterlichen, einer gegenaufklärerischen oder einer libertären &#8211; besonders wiedererkennt, bleibt sein Geheimnis. Es ist heute schwer, ihm ein Album zu widmen, mit dem man nicht abgedroschen wirkt, und genau genommen gibt es nur zwei Wege, dies auf die Beine zu bringen. Der eine besteht darin, alle<span id="more-10879"></span> Klischees konsequent zu bejahen, wie das am besten im erdigen Stonerdoom a la The Devil&#8217;s Blood gelingt. Ein anderer Weg besteht darin, Schrägheit, Humor und atmosphärische Düsternis derart krude zu mischen, dass daraus so etwas wie ein diabolisches Cabaret Voltaire entsteht. Zeit für den Auftritt von (r) alias Fabrizio Modonese Palumbo.</p>
<p>Auf eine gewisse Weise gibt &#8220;All About Satan&#8221; nicht nur das Bizarre, sondenr auch die schiere Unübersichtlichkeit des Gegenstandes wieder, denn im Verlauf des Albums reihen sich musikalische, textliche, bildliche und filmische Zitate (die nicht zwangsläufig mit dem Teufel zu tun haben müssen, mit Palumbos Idee dazu aber in Bezug gesetzt werden können) aneinander, und bei der Suche nach dem musikalischen Ort des Ganzen sieht man sich so mancher Finte ausgesetzt. Mag der kleinste gemeinsame Nenner auch die grosteske, bisweilen schalkhafte Düsternis sein, so manifestiert sich diese jedoch in äußerst welchselhafter Gestalt: schwere Drones und infernalischer Soundbrei, gruselige Kinderstimmen und grummelige Spoken Words, groovige Jazzklänge und Black Metal-Gekeife &#8211; all dies reicht sich hier die Hand, um die Gestalt des Albums in steter Transformation zu halten.</p>
<p>Dabei beginnt zunächst alles so trügerisch schön mit dem shmoothen Bowie-Cover &#8220;Five Years&#8221; und Palumbos Stimme, die ganz nah am Ohr und ultrarelaxt die Zeilen zu stilvollen Twangs vorträgt, doch schon dieses intime Idyll wird konterkariert durch anstrengende Backing Vocals und eher störendes Pfeifen und Rattern. Gerade die stärksten Songs leben von dieser ständigen Gratwanderung zwischen Wohlklang und Disharmonie, in der hypnotisch pulsierenden Interpretation des Klassikers &#8220;Bolero Triste&#8221; sind es unheilvolle Schleif- und Kratzgeräusche, die nach einiger Zeit jedoch mit einer groovigen Orgel verschmelzen und in eine orientalisch anmutende Melodie übergehen. Weitere atmosphäriche Highlights sind die um eine Rede aus John Boormans Film &#8220;Zadok&#8221; gebaute Perkussionsnummer &#8220;Oslide Sint Verlac Pink &#8221; und &#8220;Moira&#8217;s Hands&#8221;, das mit einer Sopranstimme und einem pittoresken Wolkenbruch die Stimmung von Gothic Horror-Filmen a la Sergio Martino in Erinnerung rufen.</p>
<p>In all seinen schwierigen und grotesken Seiten ist &#8220;All About Satan&#8221; allem voran eine gelungene Kraftplatte, für die (r) und für den Feinschliff der immer zu Unrecht als Softie verschriene Jamie Steward (Xiu Xiu) Anerkennung verdienen.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.cheapsatanism.com/">Cheap Satanism Records</a></strong></p>
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		<title>FABRIZIO MODONESE PALUMBO: Doropea</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Aug 2015 04:41:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/palumbodoropea.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10705" title="palumbodoropea" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/palumbodoropea-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass der Titel „Doropea“ wie ein Personenname klingt, könnte mit dem äußerst lebendigen Bild zusammenhängen, dass Fabrizio Modonese Palumbo auf dem so betitelten Tape-Album von seiner Heimatstadt Turin zeichnet. Ohne den zusätzlich eingeschmuggelten Vokal wäre das Wort lediglich eine annagrammatische Verschachtelung der Namen zweier Flüsse, die an diesem Ort zusammenfließen: der bekannte Po und die kleine Dora, auch genannt Dora Riparia. Mit Mitteln, die einem von dem früheren Aufnahmen des Larsen- und Blind Cave Salamander-Musikers, der auch als &#8220;(r)&#8221; firmiert, her<span id="more-10704"></span> bekannt sind, zeichnet er zunächst ein eher ruhiges, fast verbummeltes Bild der Stadt, in der scheinbar ruhige Gewässer gemächlich an Altbauten und mit Koniferen gesäumten Uferpromenaden vorbeifließen.</p>
<p>Das Stück, das die erste Seite ausfüllt, zeigt „Doropea“ von seiner gemächlichen Seite, lässt zunächst nur monotones Brummen erklingen, erst durch ein paar sorgsam dosierte Anschläge am Klavier und das dezente Summen eines Streichinstrumentes kommt etwas Bewegung ins Bild – das könnte der Hintergrund sein für den Auftritt eines der vielen Gastsänger, die in Palumbos früheren Arbeiten &#8211; man denke an Little Annie, Michael Gira, David Tibet, Ernesto Tomasini &#8211; oft erst für Dramatik sorgten, doch diesmal nimmt der Musiker selbst den vorderen Bühnenbereich ein und geht weitgehend instrumental zu Werke. Erst mit der Zeit merkt man, dass auf diesem Weg eine melodische Spannungskurve aufgebaut wird und das Klangbild sich in seiner Dichte steigert. Zu einer unerhörten Begebenheit kommt es jedoch nicht, zu gut fügen sich kleine Klavierakkorde, die wie Stromschnellen anmuten, und das Knattern undefinierbarer Soundquellen in den Fluss der Klänge ein.</p>
<p>Dass „Doropea“ v.a. live ein Kracher ist, dankt sich der zweiten Seite, die sich im Laufe der Komposition wesentlich dynamischer gestaltet, auch wenn sie zunächst ganz anders, nämlich mit einem zünftigen Schnarchen beginnt. Wabernde Orgelklänge bringen eine amerikanische konnotierte Edward Hopper-Stimmung ein, die sich sonst eher auf seinem Coypu-Projekt mit Ben Chasny und anderen findet, aber auch in einigen der vokallastigen Stücke aus Palumbos Liverepertoire, bei dem er wie ein Leonard Cohen-Zombie durch ein merkwürdigen imaginären Roadmovie torkelt. „Doropea pt. 2“ ist rauer und sampleorientierter, die tremolierenden Orgelklänge und das rhythmisch Wasserrauschen sorgen für eine Hypnotik, die gegen immer mehr anschwillt und sich in sturzbachartigem Lärm entläd. Aqua Alta im Piemont?</p>
<p>Gerüchten zufolge soll es von dem Tape noch das eine oder andere Exemplar geben, der Rest ist bandcamp und in jedem Fall ein Release, dass sich dazu eignet, Palumbo als Solomusiker kennen zu lernen.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://oldbicyclerecords.blogspot.it/">Old Bicycle Records</a></strong></p>
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		<title>ALMAGEST!: Messier Objects</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Oct 2013 00:17:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Gruppe Almagest! wurde erst im letzten Jahr gegründet, doch man muss nicht einmal besonders italophil sein, um dem Lineup zu entnehmen, dass es sich um eine Allstar-Combo aus gestandenen Musikern handelt. Im Zentrum des Geschehens steht Sänger und Performer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/10/19/almagest-messiers-objects/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/almagestmessierobjects.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-7681" title="almagestmessierobjects" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/almagestmessierobjects.jpeg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Gruppe Almagest! wurde erst im letzten Jahr gegründet, doch man muss nicht einmal besonders italophil sein, um dem Lineup zu entnehmen, dass es sich um eine Allstar-Combo aus gestandenen Musikern handelt. Im Zentrum des Geschehens steht Sänger und Performer Ernesto Tomasini, der – vermutlich eher aufgrund als trotz seines Charismas – nie ein Soloalbum herausgebracht hat, sondern die Zusammenarbeit mit ebenso markanten Musikern bevorzugt. Hinlänglich bekannt sind zudem die Turiner Fabrizio Palumbo und Paul Beauchamp, deren Stammbands Larsen und Blind Cave Salamander ebenfalls von dynamischen Konstellationen zehren. Ebenfalls kein unbekannter ist der Mailänder Evor Ameisi, dessen Soloprojekt Northgate<span id="more-7680"></span> nur einen Teil seiner Aktivitäten abdeckt. Alle vier Virtuosen (die noch von zwei Studiomusikern an der Elektronk unterstützt werden) haben bereits zusammen gearbeitet, vor allem die „Canes Venaciti“-Kollaboration zwischen Palumbo und Tomasini kann als Vorläufer von Almagest! betrachtet werden.</p>
<p>Das Albumdebüt „Messier Objects“, benannt nach einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Messier-Katalog">vom Astronomen Charles Messier zusammengestellten Katalog an Himmelskörpern</a>, ist ein merkwürdiger, aber keinesfalls reizloser Hybrid aus poppigen, melodramatischen Songsansätzen und gewagten Klangexperimenten, bei denen Musical-Pathos, dröhnende Klangflächen und deftiger Bluesrock keine Gegensätze darstellen. Dass alle Beteiligten in unterschiedlichen Kontexten aktiv sind, mag seinen Teil zu dem beeindruckenden Stilhybriden beitragen, mehr noch allerdings scheint mir der Spaß am Zerlegen von Songstrukturen der Hauptgrund für das irgendwie dann doch harmonische Durcheinander zu sein. Der Titel des Openers „Dolci Momenti“ ist dabei nicht einmal ironisch zu verstehen, denn trotz des schrägen Bläsereinsatzes ist der Auftakt ein schönes Variete-Stück, der sirenenhafte Gesang zeichnet Tomasini einmal mehr als großartigen Falsettsänger aus. Die Reminiszenzen an Kleinkunst, bei Tomasini ohnehin nichts seltenes, kommen mehrfach zum Zug, vielleicht am Gelungensten im balladesken, ja fast hippiesken „Under Here“, dessen trauriger Text in der ergriffenen Stimmung paradoxerweise etwas Erhebendes bekommt.</p>
<p>Dass es auf „Messier Objects“ u.a. um die Dekonstruktion von Popstrukturen geht, wird am deutlichsten in zwei Coverversionen, die zudem zeigen, dass das Zerlegen und Neu-Zusammensetzen von bekanntem Material zu ganz unterschiedlichen Resultaten führen kann. Die Interpretation von Duran Durans „The Chauffeur“ verleiht dem Song vor allem etwas Überreales. Von der Klangfülle her wirkt der Song gewollt unfertig, und auch kompositorisch meint man Züge eines verfremdend Provisorischen zu erkennen. Wenn sich die klanglichen Leerräume mit Palumbos psychedelischem Orgelspiel und den stets nur ein Stück überdreht wirkenden Falsettpassagen Tomasinis füllen, entsteht der Eindruck, dass durch Reduktion und gleichzeitige Überzeichnung das Wesentliche des Songs herausgekitzelt wird, dass man beim stylishen Original eher zu überhören neigt &#8211; man müste auch ein trauriger Geselle sein, wenn man angesichts des <a href="http://vimeo.com/9976137">Videos</a> dazu über Strukturen nachdenkt. Ein einlullendes Interludium, das nur mit Walzertakt noch beschaulicher ausfallen könnte, leitet sogleich über in den drogengeschwängerten Jefferson Airplane-Hit „White Rabbit“. Ich will hier keine Intention unterstellen, doch meines Erachtens dokumentiert die Version vor allem die bedauerliche Obsoletheit eines einst mutigen (gegen)kulturellen Entdeckergeistes: Der Trip wirkt mittelmäßig, die Phrasen scheinen verbraucht und die Transgression – die die Welt zwar prägte, doch längst nicht in dem Maße, wie sie es sich erträumte – ist zu einer Altherrensache herabgekommen. Dies ist keineswegs als Kritik gemeint, denn gerade auch angesichts <a href="http://www.youtube.com/watch?v=89OT7R3KQoA">eines früheren „Breaking the Law“-Covers</a> halte ich diese Musiker für berufen, sich auf originelle Weise an der klassischen Ära des Rock mit all ihrer Größe und Banalität abzuarbeiten. Ein Bad Trip ganz anderer Art verschafft einem – nomen est omen – „Night Mares“, bei dem Beauchamps singende Säge des schönsten Blues zersägt, bis das ganze zu einem geschwätzigen Hörspiel verkommt, aus dem man mit Händel geweckt wird.</p>
<p>Mir ist nicht bekannt, ob Almagest! weiterhin in Erscheinung treten wird, oder ob es doch bei dem temporären Projekt bleiben wird. Nicht nur aus Geschmacksgründen würde ich mich über eine Fortführung freuen, denn dafür gäbe es durchaus Relevanzkriterien. Das stichhaltigste ist wohl, dass sich alle vier Musiker unverkennbar einbringen, „Messier Objects“ jedoch kaum wie irgendeines ihrer anderen Projekte klingt. Gerade von Tomasini wird gelegentlich behauptet, dass es sich bei der Intensität seines Gesangs fast erübrige, ob ihm Othon Mataragas&#8217; Klavierspiel oder beispielsweise die Soundart Andrew Liles&#8217; zur Seite steht. Bei manchen Stücken mag man das so sehen können, vergleicht man aber das zerfledderte Klangbild Amalgest!s mit der elaborierten Klanggestalt von Othon und Tomasinis „Impermanence“, dann werden die Unterschiede überdeutlich. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://touretterecords.com/">Tourette</a></strong></p>
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		<title>ARBEIT/BEAUCHAMP/PALUMBO: Torino 012010</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 09:32:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, wann Jochen Arbeit erstmals auf das schon länger befreundete Gespann Beauchamp und Palumbo gestoßen ist, das meist noch zusammen mit Julia Kent unter dem Namen BLIND CAVE SALAMANDER firmiert. Die Zusammenarbeit der drei Klangbastler stand jedenfalls von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/02/arbeitbeauchamppalumbo-torino-012010/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/arbeitbauchamppalumbo.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-290" title="arbeitbauchamppalumbo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/arbeitbauchamppalumbo.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich weiß nicht, wann Jochen Arbeit erstmals auf das schon länger befreundete Gespann Beauchamp und Palumbo gestoßen ist, das meist noch zusammen mit Julia Kent unter dem Namen BLIND CAVE SALAMANDER firmiert. Die Zusammenarbeit der drei Klangbastler stand jedenfalls von Beginn an unter einem guten Stern. Seit Jahren touren sie inklusive Verstärkung, und die sanfte Dröhnung ihrer gemeinsamen Jams dürfte gerade für den Gitarristen der EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN eine willkommene Abwechslung darstellen.<span id="more-289"></span></p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Viele dieser kleinen Shows finden im Rahmen von Arbeits „Soundscapes“-Improvisationen statt, „Torino 012010“ ist nun der zweite gemeinsame Auftritt, der als Tonträger dokumentiert worden ist. Die erste Seite enthält ein live im Turiner Studio eingespieltes Tondokument, und beginnt mit wellenförmigen Ambientklängen. Diese geben sich zunächst sehr reduziert, und leiten eine entspannte Atmosphäre ein, die für die komplette Aufnahme typisch sein wird. Entspanntheit muss jedoch bei weitem nichts mit Ereignislosigkeit zu tun haben, und schon zu Beginn ereignet sich Großes im Kleinen. Wie ein heller Lichtstrahl bahnt sich Hochfrequentes seinen Weg durch das samtige Fundament der summenden Saiten. Auch das Summen selbst, hervorgezaubert aus Arbeits Gitarre und der elektrischen Viola Palumbos, bleibt keineswegs gleichförmig, intensiviert sich im Vibrato und beweist, dass auch solche Klangfiguren nach wie vor faszinieren können. Die Basis all dieser Soundschichten bilden elektronische Klänge, die gut mit dem Rest harmonieren, wenngleich ich mir an einigen Stellen schon Julia Kents sanfte Cello-Saiten gewünscht hätte. Verhaltenes Kratzen macht sich bemerkbar, so dass die Klänge niemals in reine Schöngeisterei ausarten. An einer Stelle des zehnminütigen Openers kommt man der beinahe perfekt vermiedenen Statik sehr nah, und fühlt sich an NURSE WITH WOUNDS “Salt Marie Celeste” erinnert, das in seiner Repetition ungleich opulenter ist. Nach diesem intensiven Drone-Erlebnis gerät das zweite, kürzere Stück verspielter, seine schöne Melodie entfaltet sich erst nach und nach, elektrische Gitarren rufen fast rockige (oder je nach Assoziation folkige) Reminiszenzen in Erinnerung. Ob einen die Computerspiel-Sounds eher stören, bleibt freilich Geschmackssache. Jeder der folgenden Abschnitte hat seine speziellen Stärken, es gibt Stücke mit kleinen Abstechern in noisige Gefilde, auch dezent rhythmische Passagen, sogar Monumentales, doch stets ist es die dezente Dröhnung, die den Rahmen der Aufnahme bestimmt.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Die zweite CD dokumentiert ein Konzert, welches Arbeit zusammen mit dem Toningenieur Paolo Dellapiana in einem Turiner Theater aufgenommen hat. Hier wirkt das Arrangement der Klänge noch zurückgenommener, die ausgedehnten Klangbögen noch hintergründiger, wobei die Aufnahmen ohnehin von der Studioversion abweichen. Die dronigen Aspekte stehen hier noch mehr im Vordergrund, und gerade dort sind einige Motive und Strukturen der Originalaufnahmen wiederzuerkennen. Gibt es rauschige Momente, dann sind sie beabsichtigt – so gegen Ende, wenn sich ein unbehagliches orchestrales Etwas, vermutlich ein Filmsample, herauskristallisiert, das den infernalischen Höhepunkt der Aufnahme markiert.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">„Torino…“ folgt dem Tondokument „Halle 27022010“, welches einen Auftritt in der legendären Palette dokumentiert und als Vinyl beim deutschen Behind S.R.B.-Label erschienen ist. Beide Releases sollten das Zeug haben, Interesse an den Livejams zu wecken. Und hätte ich einen Wunsch frei, so erschien als nächstes eine Aufzeichnung des Sechzig Minuten-Drones, das Arbeit, Beauchamp, Kent und Palumbo letztes Jahr im Berliner Eschloraque zum besten gaben. (U.S.)</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><strong>Label: <a href="http://www.touretterecords.com/">Tourette</a></strong></p>
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		<title>V. A.: Free Music Impulse. A Double Disc Compilation To Keep Hybrida Alive</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie ein Rundumschlag durch die unterschiedlichsten Black-relevanten Musiksparten mutet diese Compilation an, auf der insgesamt dreiunddreißig Künstler das italienische Hybrida-Netzwerk in Erinnerung rufen – und einen kleinen engagierten Beitrag zu dessen Fortbestand leisten. Hybrida ist nicht nur ein Label, sondern &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/v-a-free-music-impulse-a-double-disc-compilation-to-keep-hybrida-alive/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/hybrida.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-322" title="hybrida" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/hybrida-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie ein Rundumschlag durch die unterschiedlichsten Black-relevanten Musiksparten mutet diese Compilation an, auf der insgesamt dreiunddreißig Künstler das italienische Hybrida-Netzwerk in Erinnerung rufen – und einen kleinen engagierten Beitrag zu dessen Fortbestand leisten.<span id="more-320"></span></p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Hybrida ist nicht nur ein Label, sondern ein ganzer Mikrokosmos an kulturellen Projekten und Aktivitäten, die sich vor gut acht Jahren in Tarcento, einer Kleinstadt in der norditalienischen Provinz Udine zu organisieren begann. Konzerte, Festivals, diverse Aufnahmemöglichkeiten, kleine Ausstellungen, Workshops, ein Newsportal, sogar ein kleines Hostel und eben das Label – insgesamt das, was man früher mit der etwas abgegriffenen Phrase “bunte Mischung” bezeichnet hätte: Hybrid eben, aber keinesfalls beliebig und konzeptlos. All diesen Unternehmungen liegt der Leitgedanke zugrunde, ungewöhnlicher, neuartiger und jenseits banaler Markterwägungen angesiedelter Kunst einmal außerhalb der einschlägigen Metropolen ein Forum zu bieten. Im Zuge dessen bricht Hybrida auch generell eine Lanze für die Provinz, die oft mehr zu bieten hat als Verprollung, Monotonie und Triviales. Dass solche Unternehmungen eher rar sind, hat natürlich mit der überschaubaren Nachfrage zu tun, durch die allein solche Projekte in Kleinstädten nur schwer finanzierbar sind. Eine gute Portion Leidensfähigkeit und die Bereitschaft zu Risiken und Kompromissen zählen zu den Kardinaltugenden solcher Projekte. Der Wagemut brachte allerdings auch schon mal Engpässe mit sich – Durststrecken, die den gängigen Wertvorstellungen einer von Kosten und Nutzen geprägten Mentalität geschuldet sind, denn zuletzt zeigte die Rechnung, dass konkurrierende Investoren natürlich eine größere Lobby haben als subkultureller Idealismus. Muss Hybrida unter Umständen bald das Feld räumen und sich andere, eventuell weniger reizvolle Orte suchen? Das Ende der Geschichte ist noch offen, die Betreiber jedenfalls reagieren auf solche Hässlichkeiten des Alltags keineswegs mit Resignation, sondern mit dem vorliegenden Sampler, dessen Einnahmen als Kraftspritze in den eigenen Wiederaufbau fließen sollen.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Die musikalische Bandbreite des Samples ist beeindruckend, vor allem angesichts der Stimmigkeit der Songauswahl. Den einen großen Part bilden krachige Aufnahmen, bei denen vor allem röhrendes Gitarrenfeedback in unterschiedlicher Lautstärke den Ton angibt. Der Auftakt ist recht punkig und könnte, was die Gesamtausrichtung der CD betrifft, fast ein wenig in die Irre führen. Mir bisher nicht bekannten Bands wie ALEJANDRO QUITEDELUXE und ARINGTON DE DIONYSO decken Bereiche von Anarcho bis Oi ab und haben eine Wut gemeinsam, die mit absurden Klängen auf eine absurde Welt reagiert. Ob ein straighter Rhythmus hoffnungslos in den unübersichtlichen Weiten einer Kakophonie verloren geht, nur um dort mit Dixiejazz einen Territorialkampf auszufechten, ob ein Sänger seine Stimme wie ein Pornostar in Aktion einsetzt – immer geben sich Wut und persiflierender Humor die Hand. Typischer und auch irgendwie passender zur trendigen Coverillustration sind jede Menge Noiserockacts in unterschiedlichen Graden der Derangiertheit. Das hintergründige Rauschen bei FATHER MURPHY featuring DADA TRASH COLLAGE, das mit indischen Elementen angereicherte Stück von G.I. JOE und die von Gitarrenfeedback und schrägen Synthies überschütteten Schreie der GEISHA NOISE RESEARCH GROUP stehen auch hier für eine große Bandbreite. Eines der interessantesten Stücke stammt von der italienischen Band ZU, die neuerdings mit David Tibet kollaboriert. Zwischen dem Gitarrengebrumme, dem fiesen Saxophon und den scheppernden Drums meint man immer wieder für Momente, bei den WOLF EYES zu sein.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Einen Link zu Black Metal findet man bei den in Berlin lebenden Italienern OVO, deren aktionsgeladenes Drumming in flächige Strukturen überleitet und die Brücke zum Ambientteil der Sammlung schlägt. Hier sind ASABIKESHIINH besonders hervorzuheben – die Band mit dem Zungenbrechernamen liefert ein Dronestück ab, dass mit der Zeit immer rauer wird und hintergründiges Trommeln in ein wahres Schlagwerkinferno steigert. Ebenso interessant ist der Beitrag von STEFANO PILLA, der aus Feedbackloops und Schöngeistereien auf dem Fender Rhodes interessante Kontrasteffekte erzeugt. BLIND CAVE SALAMANDER, fast so etwas wie Stargäste, warten mit einem kratzigen Ambientstück auf, das anscheinend auf dem Sound von herumgewirbelten Sandkörnern basiert. Mir ist die Aufnahme leider etwas zu lang geraten, vielleicht entfaltet sich das Stück in einem homogeneren Album-Kontext etwas wirkungsvoller. Den letzten großen Themenblock bilden folkinspirierte und allgemein akustische Songs. MARISSA NADLER zählt hier zu den bekanntesten Vertretern: Ihre Version von ECHO &amp; THE BUNNYMENS „The Killing Moon“ besticht durch eine schöne Sehnsuchtsmelodie, vermag die eine oder andere seichte Stelle jedoch nicht vollends zu umschiffen. Ein Gegenstück zu ihrer traumwandlerischen Melancholie ist die aufgeweckte Kunstballade von LARRY YES. Ein kleines Highlight steuerte MATT ELLIOTT in Form eines seiner „Failing Songs“ bei – wer nicht glauben will, dass Schunkeln keineswegs gemütlich sein muss, der glaubt es spätestens beim schwer trunkenen „Chains“.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Den Schlusspart (aber keineswegs das Schlusslicht) bilden TOPMODEL, eine mir bislang unbekannte Berliner Band, die mit Piano, Harmonika und schrillem Gesang eine Hommage an die großen Zeiten lateinamerikanischer Schlager mit folkigem Einschlag anstimmen. Natürlich kann man nicht auf jeden Song eingehen, und jeder wird für sich vielleicht einen anderen kleinen Ausfall bezeichnen. Insgesamt ist die Compilation jedoch ausgesprochen gehaltvoll, und gerade unter den unbekannteren Interpreten findet sich manch interessanter Geheimtipp. Black wünscht Hybrida alles Gute für ihre zukünftigen Unternehmungen. (U.S.)</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://www.hybridaspace.org/site/">www.hybridaspace.org</a></p>
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