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	<title>African Paper &#187; Carmen d&#8217;Onofrio</title>
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		<title>ENTEN HITTI: Mistiche Ribelli</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jul 2025 05:21:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Enten Hitti ist ein hierzulande noch wenig bekanntes Ensemble aus Mailand um die beiden Komponisten Pierangelo Pandiscia und Gino Ape, das in seinen neoklassischen Kompositionen das Vertrauen in das Spirituelle jenseits institutioneller Dogmen als einen stillen, unaufdringlichen Widerstand feiert. Auf &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/07/05/enten-hitti-mistiche-ribelli/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/misticheribelli.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46844" title="misticheribelli" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/misticheribelli-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Enten Hitti ist ein hierzulande noch wenig bekanntes Ensemble aus Mailand um die beiden Komponisten Pierangelo Pandiscia und Gino Ape, das in seinen neoklassischen Kompositionen das Vertrauen in das Spirituelle jenseits institutioneller Dogmen als einen stillen, unaufdringlichen Widerstand feiert. Auf dem neuen Album &#8220;Mistiche Ribelli&#8221;, auf dem einige unserer Leser sicher die Stimme Carmen d&#8217;Onofrios (Camerata Mediolanense) wiedererkennen, setzen die Musiker sich mit <span id="more-46843"></span>mystischen Texten und Überlieferungen aus unterschiedlichsten religiösen und kulturellen Kontexten, vom Sufismus über das Mahayana-Buddhismus bis hin zur christlichen Mystik und okzitanischen Poesie des Mittelalters auseinander. Was als eklektisches Patchwork scheitern könnte, entpuppt sich hier als Suche nach einem zeitlosen Kern: der Sehnsucht nach Wahrheit und einer leisen Form der Auflehnung gegen Entfremdung.</p>
<p>Der Opener &#8220;L’Uomo di Dio&#8221; zieht die einen unmittelbar in diesen Spannungsraum. D’Onofrios eindringliche Stimme trägt eine freie italienische Nachdichtung der Verse Rūmīs – meditativ, fast unbewegt zunächst, eingebettet in schwebende Klänge aus Gitarre, Streicherflächen und gläsernem Schlagwerk. Mit dem Einsetzen der Percussion weitet sich der Klang, der Text entfaltet seine Kraft: Der &#8220;Mensch Gottes&#8221; überschreitet, wenn mein Wörterbuch mich nicht täuscht, alle Gegensätze, ist &#8220;Meer ohne Ufer&#8221;, &#8220;über Glauben und Unglauben hinaus&#8221; – ein Bild von existenzieller Klarheit.</p>
<p>Ein zweites zentrales Thema des Albums wird mit &#8220;Mater Mantra&#8221; angesprochen: die weiblich-göttliche Dimension. D’Onofrios lyrischer Sopran verleiht dem Text über eine universale Muttergestalt – sanft, fordernd, widersprüchlich – eine fragile Kraft. Die mehrfach geschichtete Instrumentierung aus Blech, Streicher- und Holztönen wirkt pastoral, gleichwohl keineswegs süßlich und changiert gekonnt zwischen Andacht und Aufbegehren.<br />
Spätestens bei &#8220;Carne della stessa carne&#8221; wird deutlich, dass es Enten Hitti nicht um Weltflucht geht, sondern um eine aktive Auseinandersetzung mit schwer fassbarem. Hier treffen Verse aus dem buddhistischen Herzsutra auf Navajo-Dichtung – eindringlich gesungen von einer tiefen Männerstimme, begleitet von Streichern, deren Dichte physisch wirkt. Die wiederholten Rezitationen des Mantras &#8220;Gate Gate Paragate Parasamgate&#8221; betonen das Motiv der Leere, des radikalen Loslassens und setzen es in einen nur scheinbaren Kontrast zur intensiven Präsenz der Musik selbst.</p>
<p>&#8220;Evren Mantra&#8221;, mit Kompositionseinflüssen von Theo Allegretti, lässt in seiner klaviergetragenen, fast liedhaften Struktur Momente poetischer Melancholie aufscheinen. Es ist ein intensives, kurz aufglühendes Stück, mit schneller, drängender Stimme vorgetragen – weniger in religiöser Verklärung, als in einem zutiefst gegenwärtigen Erstaunen über Liebe und Schmerz. Von da an führt das Album durch eine Folge von Stücken, die sich in ihrer emotionalen Tiefe und musikalischen Handschrift zwar unterscheiden, aber stets einer gemeinsamen Idee folgen: dass aus Verletzlichkeit, Verlust, sogar Wahnsinn – wie im okzitanischen &#8220;Le Consolazioni delle Ninfee&#8221; – eine Form innerer Klarheit entstehen kann. Carmen D’Onofrios Gesang wirkt hier besonders reduziert und nah, der Klangraum dagegen weit und lichtdurchlässig.</p>
<p>&#8220;Mantra del Soffio&#8221; bringt diese Dualität von Intimität und Größe erneut auf den Punkt. Inspiriert von Texten aus den Essener-Schriftrollen, entfaltet sich hier ein bewegtes, rhythmisch aufgeladenes Geflecht aus Pianofiguren, Streichern und Gesang, das in der sich steigernden Bitte &#8220;Chiamami in te – Ruf mich in dich hinein&#8221; gipfelt. Wieder geht es um Nähe, um Verschmelzung. Enten Hitti arbeiten seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von Ritual, Musik und Performance. Ihre Klangsprache greift auf traditionelle Instrumente zurück – Salterio, Saiten, Naturmaterialien –, setzt aber auch auf elektronische Texturen. Was sie interessiert, ist nicht das Authentische im musealen Sinn, sondern die Korrespondenz: Wenn das Rauschen einer digitalen Fläche die gleiche Wirkung entfaltet wie ein Flötenhauch aus Bambus, so erfährt man auf ihrer Webseite, dann ist darin für Enten Hitti auch der gleiche Gehalt auffindbar. Diese Offenheit zeigt sich in vielen der Stücke, etwa im fast trancehaften &#8220;Mantra delle Ombre&#8221;, in dem sich Sprache und Klang zu einer fortwährenden Spiegelung von &#8220;ombre e parole – Schatten und Worte&#8221; verdichten.</p>
<p>Eine besondere Rolle nimmt &#8220;Our Needs for Consolation&#8221; ein: Gesungen von Dorothy Moscowitz Falaski, bekannt aus der New Yorker Avantgarde, erinnert die Nummer mit ihrer varietéartigen, exaltierten Stimmarbeit, filmischer Streicherführung und englischem Text inklusive William Blake-Anspielung an eine Theatralik, wie sie Little Annie, Marc Almond und Ernesto Tomasini zusammen auf die Bühne bringen könnten. Der Text selbst – eine Mischung aus Alltagsbeobachtung und existenzieller Miniatur – formuliert, wie sehr auch das scheinbar Banale trösten kann. Eine Blüte. Eine Geste. Ein Film von Truffaut. Eine paradoxe Mischung aus Ironie und Echtheit, in der sich Schmerz und Trost berühren.</p>
<p>Das abschließende &#8220;Mantra delle Onde&#8221; schließt den Kreis: Eine sanfte, verwehte Komposition, in der sich Gesang und Rezitation überlagern, bis sie sich im Wind zu verlieren scheinen. Die &#8220;geheimen Lieder des Wassers&#8221;, von denen hier gesprochen wird, klingen wie ein Echo auf das ganze Album, das trotz einer Vielzahl an Quellen, Sprachen und musikalischer Mittel einen inneren Zusammenhalt entfaltet. &#8220;Mistiche Ribelli&#8221; ist ein Album, das weder demonstrativ archaisch noch betont zeitgemäß wirken will. Stattdessen spricht es von einer Kraft, die sich in der Stille zeigt und in der Bereitschaft, zuzuhören. (U.S.)</p>
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		<title>CAMERATA MEDIOLANENSE: Le Vergini Folli</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Nov 2017 07:54:38 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/cameratamediolanenseverginifolli.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14464" title="cameratamediolanenseverginifolli" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/cameratamediolanenseverginifolli-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Laufe ihrer mittlerweile bald fünfundzwanzig Jahre umspannenden Karriere haben die Mailänder Kammermusiker um Komponistin und Musikwissenschaftlerin Elena Previdi immer wieder Veränderungen zugelassen und wahrscheinlich auch angestrebt. Eine der Konstanten im bisherigen Werk war die Zusammenführung alter Musikarten schwerpunktmäßig aus Renaissance und Barock mit einer Dynamik, die an Post Industrial-Kollektive wie Test Dept und <a href="http://africanpaper.com/2017/06/17/officine-schwartz-colonna-sonora-di-remanium-dentaurum-cr-co-mo-cd-dvd-reissue/">Officine Schwartz</a>, aber auch an reißerische Filmscores erinnerte und oft<span id="more-14463"></span> hymnenartige Züge trug. Auf ihren Platten kann man sich wie in einem symbolistischen Gemälde fühlen, nur um sich Minuten später in einem Monumentalfilm wiederzufinden, und nicht selten überblenden sich beide Szenerien auf immer wieder neue Art. Dass dies nie wie ein zusammengekleisterter Stilhybrid wirkte, ist eine nennenswerte Leistung und selbstverständlich mit abgegriffenen Wörtern wie Neoklassik kaum zu fassen.</p>
<p>Eine weitere Konstante war das Zusammenspiel von männlichem und weiblichem Gesang, seit dem zweiten Album „Campo di Marte“ primär verkörpert durch die Stimmen von Daniela Bedeski und dem umtriebigen Trevor a.k.a. 3Vor. Dass Daniela nach „Vertute, Honor, Bellezza“, dem bislang elektronischsten Album, die Camerata verließ, bedeutete einen markanten Schnitt, der sicher von den meisten Fans bedauert wurde. Will man trotzdem etwas Positives darin sehen, so kann man festhalten, dass es durch diesen Bruch gewissermaßen zu einer kreativen Vervielfältigung kam, denn während<a href="http://africanpaper.com/2015/10/10/rosarubea-chrysalide/"> Daniela ihr RosaRubea-Projekt</a> zu einer festen Band ausbaute und in der Zwischenzeit ein überaus gelungenes Album herausgebracht hat, hat sich auch die Camerata neu formiert und die Lücke mit gleich drei neuen Sängerinnen gefüllt.</p>
<p>Man könnte nun auf die Idee kommen, dass hier auf Quantität gesetzt wurde, doch solche Bedenken konnten schon auf den Konzerten der letzten Jahre zerstreut werden, denn die Sängerinnen Desiree Corapi, Carmen D&#8217;Onofrio und Chiara Rolando entpuppen sich als sehr verschiedenartiges Gespann, bei dem sich die einzelnen Stimmen wunderbar ergänzen. Desiree Corapi, eine Studentin des Conservatorio G.Verdi di Milano, an dem Elena Previdi unterrichtet, singt in einem klaren, unmanirierten Sopran, ihrer berührenden, oft versöhnlich anmutenden Stimme kommt mittlerweile ein großer Anteil des Gesangs zu. In Chiaras Gesang ist ein erdiger und zugleich poptauglicher Ton beigemischt. &#8220;Soprano Punk&#8221; Carmen machte als einzige der drei schon länger von sich reden und sang u.a. bei Argine und Ballo Delle Castagne. Ihr aufwühlender lyrischer Sopran ist eines der großen Ornamente der Camerata und schraubt sich immer wieder in lichte Höhen empor, um besondere Akzente zu setzen.</p>
<p>Weibliches spielt auf dem neuen Album „Le Vergine Folli“ &#8211; „Die närrischen Jungfrauen“ &#8211; nicht nur eine stimmliche, sondern auch eine inhaltliche Rolle. Alle acht Tracks sind Gedichtvertonungen, und das Thema Frau, ihr Image und ihre fragile, oft gebrochene „Reinheit“ zieht sich in unterschiedlicher Deutlichkeit leitmotivisch durch alle Texte, die entweder von heute weitgehend unbekannten italienischen Dichterinnen wie Vittoria Aganoor Pompilj oder Isabella di Morro stammen, oder aus der Feder des berühmten Dichters der frühen Renaissance, Francesco Petrarca, der schon auf „Madrigali“ und besonders „Vertute, Honor, Bellezza“ eine Rolle spielte, und dessen Lobgesänge auf die geheimnisvoll entrückte Madonna Laura eine ganze lyrische Tradition begründeten. Mit „Canzone alla Vergine“ und „Vergine Bella“ gab es auch in der letzten Phase schon Stücke, in denen dieses Thema vorkommt, und die man trotz ihres religiöseren Inhalts als Vorläufer des neuen Albums betrachten kann.</p>
<p>Vielleicht wäre es etwas überinterpretiert, den getragenen, diesmal auf wuchtige Perkussion fast völlig verzichtenden Musikstil auch auf den stark weiblichen Schwerpunkt der Songs zu beziehen – bei der Instrumentierung jedenfalls nimmt „Le Vergine Folli“ eine Sonderstellung ein, denn erstmals steht das Piano, genauer Klaviere von Steinway &amp; Sons und andere Flügel aus der Zeit um 1900, im Zentrum des Geschehens, Streicher und leichte elektronische Bearbeitung ergänzen den Sound. Die beiden ersten Stücke umfassen bereits die Bandbreite des Stils: „Lacrime de Gioia“ beginnt fast soundscapig verweht und entpuppt sich als opulentes, impressionistisches Schattenidyll mit verhalltem Chorgesang, vor dessen Kulisse die Stimme Carmens aufscheint, bevor alle Stimmen der Camerata kurz zu Wort kommen. „ Scrissi Con Stile Amaro“ dagegen mit Chiara am Mikro exponiert in feierlicher Simplizität Stimme, Piano und Violine in ihrem Minimalismus gleichermaßen, ein anrührendes Lied über das Glück, das wie einige andere Songs an die Cembalostücke auf früheren Alben erinnert.</p>
<p>Es fällt schwer, einzelne Songs hervorzuheben: „Mi Vuoi“ mit Carmens virtuosem Leadgesang, ein dunker, gegen Ende atemloser Chanson mit mittelalterlichen Anklängen, begeistert ebenso wie das erschütternd eindringliche Traumgebilde „Notte Ancora“, der buchstäblich petrarkistische Walzer „Pace Non Trovo“ mit dem Duett zwischen Desiree und Trevor ebenso wie „Dolce Salire“, dessen verzauberte Pianospur interessante Harmonien mit dem kräftigen Bariton Trevors entstehen lässt. Und da ist noch nichts zu „Quando l&#8217;Sol“ gesagt, dem melancholischen Abschluss, der für vier Minuten eine ganze Welt zu versöhnen vermag.</p>
<p>Eine subtile Spannung aus Reinheit und kleinen, störenden Details, aus teilweise wahnhafter Sehnsucht und einer ruhigen, an Herbststimmung erinnernden Einkehr durchzieht dieses Album, und obwohl man sich bei den närrischen Jungfrauen vielleicht etwas anderes vorgestellt hatte, passt bei genauerem Hinhören doch alles wunderbar zusammen – ein Eindruck, der sich angesichts der Lyrics sicher noch verstärkt, die in der Liebhaber-Edition zusammen mit einer Bonus-CD und anderen Beigaben gleich in fünf Sprachen zu finden sind. Aus der aktuellen Richtung auf die Zukunft der Camerata Mediolanense zu schließen, halte ich für gewagt, ganz abschwören dürfen sie dem perkussiven Bombast ohnehin nicht, denn sicher will nicht nur ich irgendwann den Kracher „Embryo Ventosa“ einmal auf Platte hören. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://prophecy.de">Auerbach Tonträger / Prophecy</a></strong></p>
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