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	<title>African Paper &#187; Damaris Trench</title>
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		<title>TEMPLE MUSIC: The Cockatrice And The Storm-Cock</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Feb 2022 06:27:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neben vielen anderen Dingen finden Alan Trench und Steve Robinson immer noch Zeit für ihr gemeinsames Projekt Temple Music, dass sie seit Jahren in gewissen Abständen von ihren beiden Inseln aus – Trench auf Euböa unweit von Athen und Robinson &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/02/26/temple-music-the-cockatrice-and-the-storm-cock/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/02/thecockatriceandthestormcock.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28653" title="thecockatriceandthestormcock" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/02/thecockatriceandthestormcock-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Neben vielen anderen Dingen finden Alan Trench und Steve Robinson immer noch Zeit für ihr gemeinsames Projekt Temple Music, dass sie seit Jahren in gewissen Abständen von ihren beiden Inseln aus – Trench auf Euböa unweit von Athen und Robinson in England – betreiben. Seit einiger Zeit scheint Trench die treibende Kraft zu sein, doch anders als auf &#8220;The Unquiet Mind&#8221; hat sein Freund und Kollege beim aktuellen Longplayer &#8220;The Cockatrice And The Storm-Cock&#8221; wieder maßgeblich mitgewirkt.<span id="more-28650"></span></p>
<p>Der Ausgangspunkt war aber auch hier wieder Euböa, wo Trench irgendwann den Plan fasste, ein Genius Loci-Stück zu Ehren der Schutzgöttin der Insel aufzunehmen, welche keine Geringere als die stolze Hera ist. Der Track sollte auf der Basis einer Orphischen Hymne und dem Einsatz von Numerologie entstehen, doch das Resultat war wohl anfangs nicht wirklich zufriedenstellend. Die urbane Legende, die sich bereits um das Werk gesponnen hat, besagt, dass Trench eigens ein Orakel aufsuchte, und dort in Richtung einer eher alchemistischen, also tranformativ ausgerichteten Herangehensweise verwiesen wurde. An diesem Punkt kam wohl auch Robinson – remote &#8211; ins Spiel, der das bisherige Material mit bearbeitete. In weiteren Arbeitsprozessen entstanden vier einzelne Tracks, die für den jeweiligen Stand des Prozesses stehen sollten. Der Basilisk und die Misteldrossel, die dem Album seinen Titel geben, fungieren als Symbol für diese Transformation &#8211; und für die Hindernisse, die sich ihr in den Weg stellen können.</p>
<p>Ganz diesen Hürden scheint der Opener &#8220;The Wrong Kind of Logic&#8221; gewidmet, dessen dunkel brodelnder Sound einer gewissen Unsicherheit verpflichtet scheint, während die bedächtige Perkussion Spannung ausstrahlt und der zitathaft eingewebte Dialog, in der die Welt als Scheibe vorkommt, dem ganzen doch einen gewissen ironischen Touch verleiht. Irgendwann kommt aufgewühlte Bewegung in die Szenerie, die Drums werden snariger, die Vocals wandeln sich zu Gesang, zugleich aber scheint alles zu verschwimmen und sich aufzulösen – ein schönes Ende für einen Song, der einem Fehler gewidmet ist.</p>
<p>Wesentlich psychedelischer zeigt sich das schwindelerregend kreisende &#8220;The Cockatrice&#8221;, dessen knackende Takte vor einem tremolierenden Hintergrund eine sturmumtoste Szenerie entstehen lassen – ein Track, zu dem man tanzen könnte, oder besser noch über Stock und Stein kraxeln, und der einen im Verlauf sogar mit einem in Trenchs Projekten immer mal vorkommenden Sound belohnt, die an Froschquaken erinnert. Schon ein retardierendes Moment, aber auch überraschend ambient und getragen kommt das auf tollem Gitarrenspiel basierende &#8220;The Storm-Cock&#8221; daher. Wie jedes wirklich gute Finale gebärdet sich &#8220;Observations on the Queen of Heaven&#8221; letztlich ohne überflüssiges Pathos und Tamtam, und doch hat man bei den kreisenden Bewegungen, dem unterschwelligen Glühen und den tribalen Rasseln das Gefühl, dass sich etwas zuspitzt, und am Ende lullt die entspannte Ekstatik des Tracks derart ein, dass sie endlos soweitergehen dürfte.</p>
<p>In seiner finalen Gestalt ist &#8220;The Cockatrice And The Storm-Cock&#8221; nicht nur eine Hommage an die Schutzpatronin des Entstehungsortes, sondern ebenso sehr ein freimütiges Dokument der Herausforderungen, die ein solcher Preisgesang mit sich bringt. Natürlich würde das Werk auch ohne den thematischen Überbau funktionieren und dann wahrscheinlich wie eine kleine Reise von der Holprigkeit zu einer betörenden Harmonie (oder auch von Ironie zu ernsthafter Gelöstheit) anmuten. einmal mehr mit Artwork von Damaris Fae würde es sich auch vorzüglich auf Vinyl machen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Sombre Soniks</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=253474851/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Summer Trees Dissolve</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2021 06:21:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem Alan Trench das vorige Temple Music-Album &#8220;The Unquiet Mind&#8221; im Alleingang produziert hatte, entstand dessen aktueller Nachfolger &#8220;Summer Trees Dissolve&#8221; wieder in der gewohnten Stammbesetzung mit Steve Robinson. Trench hielt sich im Summer of the Plague, also vor einigen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/13/temple-music-summer-trees-dissolve/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/templemusicsummertreesdissolve.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-24023" title="templemusicsummertreesdissolve" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/templemusicsummertreesdissolve-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nachdem Alan Trench das vorige Temple Music-Album &#8220;The Unquiet Mind&#8221; im Alleingang produziert hatte, entstand dessen aktueller Nachfolger &#8220;Summer Trees Dissolve&#8221; wieder in der gewohnten Stammbesetzung mit Steve Robinson. Trench hielt sich im Summer of the Plague, also vor einigen Monaten, in England auf, um mit seinem Kollegen ein seit längerem geplantes Album Namens &#8220;Green Man&#8221; vorzubereiten. <span id="more-24021"></span>Auf verschiedenen Ausflügen wurde allerlei Material aufgenommen und anschließend in eine skizzenhafte Form gebracht. Die fertige Fassung ergab einen Longtrack von knapp einer Stunde und wurde vor kurzem als Zweiteiler über Bandcamp herausgebracht.</p>
<p>&#8220;Summer Trees Dissolve&#8221; ist eine schöne, ambiente Melange aus naturbelassenen Geräuschen und zu filigraner Dröhnung bearbeiteten Sounds und entfaltet ihr dezentes Charisma erst mit der Zeit und &#8211; da einen das Auf und Ab der Musik schon ordentlich einlullen kann &#8211; bei konzentrierter Aufmerksamkeit. Zu Beginn erklingt ein Loop aus zirpenden Grillen oder Zikaden, deren Klang nach einiger Zeit von einem staubigen Wind verweht wird. Nach und nach dringen immer mehr Synthiesounds an die Oberfläche und schieben sich wie ein anheimelnder Teppich unter die anderen Details.</p>
<p>Wenn &#8220;unltrarepeptitiv&#8221; eine neue Bedeutung bekommen kann, dann durch die beiden Tracks oder zumindest durch ihre vordergründige Gestalt, denn alle Motive, die nach und nach auf der Bildfläche erscheinen, kehren in scheinbarer Regelmäßigkeit wieder: u.a. leises Quaken, das an Passagen des jüngsten Black Lesbian Fishermen-Albums erinnert und das Setting für Augenblicke prähistorisch einfärbt oder auf einen sumpfigen Planeten entrückt, einsame, glasklare Pianotupfer, die eine fast schüchterne Melodie anstimmen, spontane Zusammenballungen, die das ambiente Soundgewandt vorübergehend dichter und fülliger machen.</p>
<p>Gerade wenn man sich mit der ständigen Wiederkehr des gleichen angefreundet hat, fällt jedoch eine anfangs noch subtile Variation ins Auge, die mehr oder weniger alle Motive erfahren: Manches erscheint lauter oder vordergründiger abgemischt als zuvor, ein Instrument dudelt intensiver und die Melodien verändern sich leicht, und ein fast aggressives Schaben dringt deutlicher ins Ohr. Alles nur eine Fata Morgana? Wenn ja, dann eine ausgesprochen hypnotische, doch irgendwann nimmt die Musik eine so aufgewühlte Gestalt an, dass man nicht bis zu dem offensichtlichen Break im zweiten Track warten muss, um die Veränderung in den stets ineinander verschwimmenden Strukturen zu erkennen.</p>
<p>Temple Music erfinden sich immer neu, und &#8220;Summer Trees Dissolve&#8221; offenbart eine filigrane Seite ihres Stils, die sicher v.a. denen gefallen sollte, die Freude an den &#8220;Epoxes&#8221;-Alben hatten. Das ansprechende Artwork von Trenchs Tochter Damaris Fae ist nur ein weiterer Grund, der für eine Veröffentlichung auf einem physischen Tonträger sprechen würde. (U.S.)<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_210130_183947_055.sdoc--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2198771813/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ORCHIS: A Dream</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jan 2014 07:13:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Geschichte des World Serpent-Vertriebes ist eine Geschichte von Licht und Schatten, in deren Verlauf so manche musikalische Wegmarke gesetzt wurde, aber auch eine Reihe an mittelmäßigen Erzeugnissen zu Ruhm gelangten. Im Schatten der großen Namen, mit denen jeder Musikinteressierte &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/01/11/orchis-a-dream/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Orchis_A_Dream_Cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8056" title="Orchis_A_Dream_Cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Orchis_A_Dream_Cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Geschichte des World Serpent-Vertriebes ist eine Geschichte von Licht und Schatten, in deren Verlauf so manche musikalische Wegmarke gesetzt wurde, aber auch eine Reihe an mittelmäßigen Erzeugnissen zu Ruhm gelangten. Im Schatten der großen Namen, mit denen jeder Musikinteressierte heute etwas verbindet, gediehen auch eine Reihe an unscheinbareren Geheimtipps, die musikalisch oft etwas spröder waren und sich schwerer zuordnen ließen. In diese Gruppe gehörte auch die Folkband Orchis, die mit WSD besonders verknüpft war, da Mitinhaber Alan Trench zugleich eine ihrer treibenden Kräfte war.<span id="more-8055"></span></p>
<p>An Orchis&#8217; Folk haben sich schon immer die Geister geschieden, da ihre Spielweise bisweilen improvisiert wirkt und oft ins Disharmonische kippt, was mit dem sehr klaren Gesang Tracy Jefferys, der an Stimmen aus reizvolleren Zeiten erinnert, ein interessantes Spannungsverhältnis erzeugt. Dieses Paradox lässt sich vielleicht am besten als eine Art spröde Geschmeidigkeit beschreiben, die immer stimmig wirkt und schon deshalb einen ebensolchen Reiz hat wie Orchis&#8217; Hang zum Ritual und zu einem paganen Weltverständnis. <a href="http://africanpaper.com/2012/03/03/to-fuck-up-tradition-interview-mit-dem-folkmusiker-und-verleger-alan-trench/">In unserem Interview</a> kann man sich davon überzeugen, dass das wenig mit weltfremder Fantasterei oder dem biederen Gemütskitsch einiger Kollegen zu tun hat. Jeder, der die berühmte <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PIBmo0QyWqI">Opferszene in Pasolinis „Medea“</a> neofolkiger findet als Breitband-Fantasy à la Pete Jackson, sollte verstehen, was gemeint ist und Orchis dafür schätzen. Irgendwann nach der Jahrtausendwende wurde es ruhiger um die Band, was aber nicht heißt, dass die Mitglieder unkreativ waren – andere Projekte wie Twelve Thousand Days, Temple Music und zuletzt Howling Larsens beweisen das Gegenteil.</p>
<p>Mit „A Dream“ erscheint dann auch Orchis selbst zurück auf der Bildfläche. Ihre Handschrift ist nach wie vor die gleiche, die ihre Musik schon in den 90ern prägte, und in ihrem Fall ist das durchweg als Kompliment gemeint. Schon der einleitende Track „No Return“, der wie drei weitere Songs bereits auf der vergriffenen Chimaera-EP zu hören war, besitzt diese trügerische Schönheit nahezu aller Orchis-Werke – trügerisch deshalb, weil das erbaulich wirkende ein eher oberflächliches Phänomen ist. Dazu muss man nicht einmal das naturmystische amor fati betrachten, dass in dem mantraartigen Text anklingt, denn schon der rituelle Paukenschlag und das immer stärker anschwellende Dröhnen und Rasseln setzt Gesang und Melodie in einen Kontext, der mit Verklärung und Nostalgie nur ungenügend erfasst wäre.</p>
<p>Viele der folgenden Songs pendeln zwischen diesen Polen, ohne sich je ganz für ein Extrem zu entscheiden. Während das minimal instrumentierte „Grim King of the Ghosts“ mit spielerischem Ernst dem Experiment fröhnt, zeigen Traditionals wie „Kishmul&#8217;s Galley“ und „Fisherman&#8217;s Girl“ die Band von ihrer aufgeweckten, fast poppigen Seite. Dies allerdings ohne völlig auf die spröden Überraschungsmomente zu verzichten, die in bitter-fatalistischen Texten oder im dronigen Klang eines tastenlosen Miniatur-Harmoniums vesteckt sind. Die Ballade „Just As The Tide Was Flowing“, die bei Orchis leicht mediterran klingt, präsentiert ein Frauenbild jenseits idyllischer Weichzeichnung. Auch hier klappert und dröhnt es hinter dem fast etwas zu schönen Glockenspiel, und vielleicht ist es gerade das Unaufgeräumte in allen geheimen Ecken, das den Song als merkwürdigen Grenzgang enden lässt, bei dem die ewige Wiederkehr – „the tide flows in, the tide flows up“ &#8211; nicht mehr nur tragisch, sondern auch etwas wahnsinnig anmutet.</p>
<p>Kein wirkliches Novum, aber eine klare Akzentverschiebung findet sich im verstärkten Interesse an ambientuntermalten Textrezitationen, wofür Alans Duo Howling Larsens sicher ein gutes Experimentierfeld bietet. Neben der hörspielartig umgesetzten Passage aus Robert Herricks „The White Island“ soll vor allem ein Auszug aus der altenglischen Elegie „The Wanderer“ hervorgehoben werden. Hier holten sie sich Unterstützung von einem versierten Kenner der alten Sprache, und ebenso wie bei den ähnlich gearteten „Whaler&#8217;s Lament“ und „Gaia“ offenbart der melierte Dronesound und Tracys Harfenspiel ein Interesse am feinsinnigen Klang, der durchaus in neue Richtungen zu gehen scheint.</p>
<p>Orchis stehen nachwievor für sich selbst, und sind zugleich ein Vorzeigebeispiel dafür, dass zeitgenössische Musik mit Folkwurzeln ihren stereotypen Ruf nicht verdient, wenn man einfach mal abseits ausgetretener Pfade sucht. Ähnliches lässt sich über das vorchristliche Element ihrer Musik sagen, das von einer vitalen, erdigen Natur ist, wie sie nur selten derart ernsthaft umgesetzt wird. &#8220;A Dream&#8221; knüpft an das Niveau von Alben wie &#8220;Mandragora&#8221; und &#8220;A Thousand Winters&#8221; an und ich hoffe sehr, dass das nächste Album keine weiteren fünfzehn Jahre auf sich warten lässt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://infinitefog.ru/en/">Infinite Fog</a></strong></p>
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