<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Depeche Mode</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/depeche-mode/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Apr 2026 05:43:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>DEPECHE MODE: Memento Mori</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/03/27/depeche-mode-memento-mori/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2023/03/27/depeche-mode-memento-mori/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 01:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Fletcher]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Corbijn]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Eigner]]></category>
		<category><![CDATA[Columbia]]></category>
		<category><![CDATA[Dave Gahan]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[John Ford]]></category>
		<category><![CDATA[Marta Sologni]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Gore]]></category>
		<category><![CDATA[Mute]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Butler]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=34737</guid>
		<description><![CDATA[Es mag angesichts der ökonomischen wie gesellschaftlichen Verwerfungen, die die Coronakrise ausgelöst hat, vielleicht etwas geschmacklos wirken, wenn man darauf hinweist, dass dadurch zum ersten Mal Depeche Modes üblicher Vierjahresrhythmus von neuem Album,Tour und anschließender Pause unterbrochen wurde. Dass „Memento &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/03/27/depeche-mode-memento-mori/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/R-26525069-1679738346-3583.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34739" title="R-26525069-1679738346-3583" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/R-26525069-1679738346-3583-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es mag angesichts der ökonomischen wie gesellschaftlichen Verwerfungen, die die Coronakrise ausgelöst hat, vielleicht etwas geschmacklos wirken, wenn man darauf hinweist, dass dadurch zum ersten Mal <a href="http://africanpaper.com/tag/depeche-mode/">Depeche Modes</a> üblicher Vierjahresrhythmus von neuem Album,Tour und anschließender Pause unterbrochen wurde. Dass „Memento Mori“ nach dem Tode Andrew Fletchers zudem das erste Album als Duo werden würde, war zu Beginn der Arbeiten an den Songs und am Konzept noch nicht klar. <span id="more-34737"></span></p>
<p>Wir hatten hier schon bei der Besprechung von <a href="http://africanpaper.com/2013/04/06/depeche-mode-delta-machine/">„Delta Machines“ </a>thematisiert, dass trotz Stadionkonzerten und etwa 100 Millionen verkaufter Platten die Band sich den Nimbus der Kultband, der Außenseiter, beibehalten konnte &#8211; worauf jüngst noch ebenfalls der britische Guardian<a href="https://www.theguardian.com/music/2023/feb/24/depeche-mode-dave-gahan-martin-gore-interview-memento-mori"> hinwies</a>. Die New York Times <a href="https://www.nytimes.com/2023/03/19/arts/music/depeche-mode-memento-mori.html?smtyp=cur&amp;smid=fb-nytimes&amp;fbclid=IwAR3k4eVjulYEYwF73LOibJitOFcNlr1uC4vCc8YW_0DtMBle0zdtN3Np-58">skizzierte</a>, wie Depeche Mode in den USA mit ihren „misfit anthems“ über die Jahre verschiedenste Subkulturen anzog.</p>
<p>Als vor ein paar Monaten die Tracklist des Albums geleakt wurde, dachten einige Fans, es handele sich um einen Fake, da die Titel scheinbar allzu sehr auf bekannte Stücke zu verweisen schienen („Don&#8217;t Say You Love Me“, „People Are Good“, „Never Let Me Go“, „Speak To Me“). Dabei handelte es sich tatsächlich um die Songs auf „Memento Mori“ &#8211; ein Album, das zwar durchaus bewusst auf die Vergangenheit anspielt – sowohl textlich als auch musikalisch – , allerdings erstaunlicherweise ohne dass das Album ein banaler Nostalgietrip wird oder aber derivativ klingt: In der gegenwärtigen Rezeption besteht weitgehend Konsens darüber, dass „Momento Mori“ das beste Album seit dem vor 18 Jahren erschienenen „Playing The Angel“ ist.</p>
<p>Das Album beginnt mit „My Cosmos Is Mine“ (und man muss bei der Titelgebung fast unweigerlich an „World In My Eyes“ oder „Welcome To My World“ denken), auf dem Gahan fordert: „Don&#8217;t play with my world/Don&#8217;t mess with my mind“ und Gore „No war, no war“ intoniert. Dies ließe sich âuf den ersten Blick als Anknüpfung an die (allzu) explizit politischen Aussagen auf <a href="http://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/">„Spirit“</a> lesen, aber in seiner Ambivalenz ist es auch zu verstehen als Absage an die Dauerbeschallung durch in den Medien kolportierte Horrorszenarien, sozusagen als Wunsch nach Eskapismus aus einer aus den Fugen geratenen Welt. Gore war sicher auch immer dann gut, wenn er sich weniger mit Politischem als mit Privatem beschäftigte und seine häufig von Schuld- und Sühne-Metaphorik durchzogenen Texte, die auch schon einmal durchaus biblische Anklänge haben durften, sich um Beziehungen in all ihren Facetten drehten. Auf „Construction Time Again“, auf dem Depeche Mode 1983 extensiv Kritik an Umweltzerstörung etc. äußerten, findet man nach all den Jahrzehnten immer noch musikalisch viel Aufregendes, textlich allerdings einiges, was vielleicht gut gemeint war, aber ganz sicher nicht gut klang. <a href="https://www.theguardian.com/music/2023/mar/19/depeche-mode-memento-mori-review-a-life-affirming-farewell-for-fletch-andy-fletcher?fbclid=IwAR13r-zGXI4DYhbLPYdES45h0QEbICtTA7jnYNK7WsSaHBbg0P2lWAMCZwA">Kurz gefasst</a>: „Gore’s say-what-you-see lyrics are always best on the essentials of life – sex and death“. Der Opener kommt dann fast ohne Beats aus und enthält einige irritierende Sounds, ist im positivsten Sinne sperrig. Nachdem Gahan sich vor etlichen Jahren seinen kleinen Platz als Songschreiber im Bandgefüge erkämpft hat, ist „Wagging Tongue“ erst der zweite Song, den er gemeinsam mit Gore geschrieben hat (der erste, „Long Time Lie“, versteckte sich bei den Bonustracks von „Delta Machine“) und beginnt mit verspielten Synthtönen. „Ghosts Again“ war die vorab veröffentlichte Single, die eher versucht an die poppige Seite der Band anzuknüpfen, die sich in Singles wie „Enjoy The Silence“ oder „Precious“ widerspiegelt und weniger an rabiatere Tracks wie „Barrel Of A Gun“ oder „I Feel You“, die in der Vergangenheit Alben ankündigten. Im wie üblich von Anton Corbijn gefilmten Video wird – dem Thema des Albums entsprechend – an Bergmans „Das siebte Siegel“ angespielt, wenngleich vielleicht ästhetischer weniger originell als bei der Hieronymous Bosch-Hommage auf „Walking In My Shoes“.<br />
<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/iIyrLRixMs8" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>„Don&#8217;t Say You Love Me“, das erste von vier Stücken, das Gore mit Richard Butler von The Psychedelic Furs geschrieben hat, erinnert mit seinen Streicherpassagen und Gahan als Crooner an die frühen Soloalben Scott Walkers, wie Gahan <a href="https://music.apple.com/us/station/depeche-mode-the-zane-lowe-interview/ra.1677646221">zugibt</a>. „My Favourite Stranger“ kombiniert eine fuzzy Gitarre mit einer Drummaschine, die die Band auch bei ihrem Auftritt im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=fxWm93MhsFI&amp;ab_channel=DepecheModeLive">Londoner Bridgehouse 1980</a>hätte verwenden können und zeigt textlich die ganze Abgründigkeit, die im Homo sapiens steckt: „My favourite stranger/Stands where I stand/leaves crime in my wake/And blood on my hands“.</p>
<p>Diesmal singt Gore nur ein Stück: „Soul With Me“, auf dem der Abschied von der irdischen Hülle besungen wird: „I&#8217;m going where there are no cares“. „Caroline&#8217;s Monkey“ lässt mit seiner Drogenmetaphorik an Gahans eigenen Substanzabusus denken, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte. „Before We Drown“ beginnt mit verspielten Synthsounds. Auf „People are Good“, ein Verweis auf den Song, der für viele wohl das Einstiegserlebnis war, wird an Kraftwerk angespielt. Das ist sicher als bewusste Hommage an die Band zu verstehen, ohne die es Depeche Mode vielleicht nie gegeben hätte, und die im Gegensatz zu den aus Basildon stammenden Briten sich leider nur noch als Nachlassverwalter des eigenen Werks betätigt. Auf dem Song hört man die wenig subtile, aber dennoch nicht unwahre Aussage: „Whisper it under your breath/People are good/Keep fooling yourself“. Offenbar hat ein Rezensent einer anderen<a href="https://www.rollingstone.de/reviews/depeche-mode-memento-mori-die-rolling-stone-kritik/"> Publikation</a> nur den Titel gelesen, anders hätte er kaum auf die Idee kommen können, der Text sei positiv zu verstehen. „Always You“, mit Gahans beeindruckendem Gesang und Synthflächen, die an die 80er denken lassen, ist ein Liebeslied, bei dem der Adressierten inmitten des herrschenden Wahnsinns quasi göttliche Attribute zugeschrieben werden (&#8220;Your grace and holiness are endless&#8221;). „Never Let Me Go“ ist mit verzerrter Gitarre und verhältnismäßig treibenden Beats eine potentielle nächste Single. Schließlich als Abschluss „Speak To Me“, eine von Gahan mit Livedrummer Christian Eigner, Produzenten John Ford und Marta Sologni, die das Album abgemischt hat, geschriebene Ballade. Mit den Worten „I&#8217;m found“ endet das Album, die man auch auf die Band beziehen könnte, denn „Memento Mori“ zeigt, dass nach Jahren von eher mediokren Alben sich die Band (neu) gefunden hat. Man verzichtet auf die teils missratenen Stadionklopper, die vereinzelt auf den Alben der letzten Jahre zu finden waren und bewegt sich stattdessen fast durchgängig im Midtempobereich, um ein stimmungsvolles, atmosphärisches Album einzuspielen: „We will be beacons/Shining so bright“ (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.columbiarecords.com/">Columbia</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2023/03/27/depeche-mode-memento-mori/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Memento Mori: Neues Album von Depeche Mode und Tour</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/10/05/memento-mori-neues-album-von-depeche-mode-und-tour/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2022/10/05/memento-mori-neues-album-von-depeche-mode-und-tour/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2022 04:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Dave Gahan]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Gore]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=31449</guid>
		<description><![CDATA[Auf einer Pressekonferenz in Berlin kündigten Martin Gore und Dave Gahan am 04.10. das neue Album „Memento Mori“ an, das im Frühjahr 2023 bei Universal erscheint und auf das eine in Nortdamerika beginnende Tour folgt, die Mitte Mai Europa erreicht. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/10/05/memento-mori-neues-album-von-depeche-mode-und-tour/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einer Pressekonferenz in Berlin kündigten Martin Gore und Dave Gahan am 04.10. das neue Album „Memento Mori“ an, das im Frühjahr 2023 bei Universal erscheint und auf das eine in Nortdamerika beginnende Tour folgt, die Mitte Mai Europa erreicht.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/depechemode_alldates_1080x1080051038.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-31451" title="depechemode_alldates_1080x1080051038" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/depechemode_alldates_1080x1080051038.jpg" alt="" width="1080" height="1080" /></a><span id="more-31449"></span>„Memento Mori“ ist nach dem 2017 erschienenen &#8220;Spirit&#8221; das 15. Album Depeche Modes und das erste seit dem Tod von Gründungsmitglied Andy Fletcher im Mai 2022. Das Schreiben der Stücke habe schon vor dem Tod Fletchers zu Beginn der Coronapandemie begonnen und diese habe auch die Stücke beeinflusst. Die Tickets werden ab dem 06.10. erhältlich sein.</p>
<p><a href="https://www.depechemode.com/"> Ticketlinks auf der offiziellen Website</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2022/10/05/memento-mori-neues-album-von-depeche-mode-und-tour/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Unsound Methods, Liquid, subHuman: Wiederveröffentlichungen von Recoil</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/08/11/unsound-methods-liquid-subhuman-wiederveroffentlichungen-von-recoil/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2022/08/11/unsound-methods-liquid-subhuman-wiederveroffentlichungen-von-recoil/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2022 06:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Wilder]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Mute Records]]></category>
		<category><![CDATA[Recoil]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=30882</guid>
		<description><![CDATA[Am 7. Oktober werden auf Mute drei Alben von Alan Wilders Projekt Recoil wiederveröffentlicht werden. Ursprünglich begann Wilder Recoil noch während seiner Zeit bei Depeche Mode, er selbst spricht davon, anfangs sei es eine „sideline“ gewesen: Kurz nach Erscheinen des &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/08/11/unsound-methods-liquid-subhuman-wiederveroffentlichungen-von-recoil/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. Oktober werden auf Mute drei Alben von Alan Wilders Projekt Recoil wiederveröffentlicht werden. Ursprünglich begann Wilder Recoil noch während seiner Zeit bei Depeche Mode, er selbst spricht davon, anfangs sei es eine „sideline“ gewesen: Kurz nach Erscheinen des DM-Albums „Black Celebration“ erschien mit dem lapidar betitelten Minialbum „1+2“ das erste Lebenszeichen von Recoil. Wilder löste sich hier von Songformat und präsentierte zwei lange, im weitesten Sinne experientelle instrumentale Stücke. Das klanglich daran anknüpfende Album „Hydrology“ erschien 1988. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/open-uri20220805-10648-qj1wlg1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-30887" title="open-uri20220805-10648-qj1wlg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/open-uri20220805-10648-qj1wlg1.jpg" alt="" width="370" height="370" /></a><span id="more-30882"></span></p>
<p>Auf den darauf folgenden Alben sollte Wilder mit einer Reihe von Gastsängern – und -sängerinnen zusamenspielen (u.a. Douglas McCarthy von Nitzer Ebb, Carla Trevaskis, Diamanda Galás, Joe Richardson, Siobhan Lynch ) und sich insbesondere seit dem 1997 erschienenen Album „Unsound Methods“ stärker dem Song annähern.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/288dqyQFsF4" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Über die einzelnen Alben heißt es von Labelseite:  &#8220;Unsound Methods&#8221; war Wilders viertes Album unter dem Moniker Recoil und seine erste Veröffentlichung nach der Bekanntgabe seines Ausstiegs bei Depeche Mode im Jahr 1995. Für &#8220;Unsound Methods&#8221;, das er in seinem Studio in Sussex aufnahm, arbeitete er mit vier sehr unterschiedlichen Personen zusammen &#8211; Douglas McCarthy von Nitzer Ebb, der New Yorker Spoken-Word-Künstlerin Maggie Estep und den Sängerinnen Siobhan Lynch und Hildia Campbell -, um eine Welt dunkler Dub-infizierter Landschaften zu erschaffen, die von zitternden Klavieren, verführerischen Streichern und einem tiefen elektronischen Pulsschlag widerhallen.</p>
<p>&#8220;Liquid&#8221; folgte im Jahr 2000, diesmal in Zusammenarbeit mit unter anderen Diamanda Galás, Nicole Blackman, Samantha Coerbell, Rosa Torras, The Golden Gate Jubilee Quartet &#8211; ein Album für die nicht ganz so gelassene Kontemplation in Gesellschaft der eigenen dunklen Seite.</p>
<p>&#8220;subHuman&#8221; entstand nach einer siebenjährigen Pause, in der Wilder mit der Sängerin Carla Trevaskis und dem Louisiana-Bluesman Joe Richardson zusammenarbeitete, dessen Stimme durch Gitarren- und Mundharmonikaeinlagen ergänzt wird. Darin eingeschlossen sind die Erfahrungen von Jahren auf der eher düsteren Seite des Lebens in New Orleans, ein Kommentar zu einer ganzen Reihe an Konflikten, Religion, Inhaftierung und persönlichen Kämpfen. &#8220;subHuman&#8221; fordert uns auf, in uns selbst zu gehen und die Essenz dessen zu finden, was uns menschlich macht &#8211; und fragt, wer oder was zum Teufel uns eigentlich erlaubt, in einem Akt der Anmaßung andere Menschen zu unterdrücken, manchmal mit den brutalsten Konsequenzen: We are all subHuman in somebody’s eyes.&#8221;</p>
<p>„Unsound Methods“, „Liquid“, „subHuman“ werden als Download, CD sowie auf farbigem Vinyl erhältlich sein.</p>
<p>Die ersten drei Recoilveröffentlichungen (&#8220;1+2&#8243;, &#8220;Hydrology&#8221; und &#8220;Bloodline&#8221;) werden gerade remastered und sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.</p>
<p><iframe style="border: none; overflow: hidden;" src="https://www.facebook.com/plugins/video.php?height=476&amp;href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fmuterecords%2Fvideos%2F1184891592072338%2F&amp;show_text=false&amp;width=476&amp;t=0" frameborder="0" scrolling="no" width="476" height="476"></iframe></p>
<p><a href="https://mute.com/">@ Mute Records</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2022/08/11/unsound-methods-liquid-subhuman-wiederveroffentlichungen-von-recoil/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>MARTIN GORE: The Third Chimpanzee</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/01/30/martin-gore-the-third-chimpanzee/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2021/01/30/martin-gore-the-third-chimpanzee/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2021 05:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Gore]]></category>
		<category><![CDATA[Mute]]></category>
		<category><![CDATA[VCMG]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=23973</guid>
		<description><![CDATA[Martin Gore, immerhin seit Jahrzehnten Hauptsongschreiber einer der erfolgreichsten Popbands überhaupt, hat auf eine sehr sympathische und unspektakuläre Weise über all die Jahre immer mal wieder sporadisch Arbeiten abseits von Depeche Mode veröffentlicht. 1989 debütierte er mit der „Counterfeit EP“, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/01/30/martin-gore-the-third-chimpanzee/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/a2809751882_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23975" title="a2809751882_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/a2809751882_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Martin Gore, immerhin seit Jahrzehnten Hauptsongschreiber einer der erfolgreichsten Popbands überhaupt, hat auf eine sehr sympathische und unspektakuläre Weise über all die Jahre immer mal wieder sporadisch Arbeiten abseits von Depeche Mode veröffentlicht. 1989 debütierte er mit der „Counterfeit EP“, auf der er u.a. Stücke der Sparks und von Tuxedomoon coverte, ein Vollzeitnachfolger erschien erst 14 Jahre später (dort wurde u.a. Nick Cave und Hank Williams Tribut gezollt) und  es gab eine kurze Tour anlässlich der Veröffentlichung.<span id="more-23973"></span> Mit Vince Clarke nahm er unter dem Projektnamen <a href="http://africanpaper.com/2012/03/17/vcmg-ssss/">VCMG </a>ein Technoalbum auf, das 2012 veröffentlicht wurde, schließlich folgte 2015 schlicht unter seinen Initialien das selbstbetitelte Album „MG“ mit atmosphärischen Synth-Vignetten, auf dem Gore, der wahrscheinlich eine der<a href="https://www.facebook.com/depechemode.news/photos/pcb.1412521738877011/1412515148877670/?type=3&amp;theater"> größten</a> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ixp8OyiMCR8&amp;feature=emb_rel_pause">Sammlungen</a> von <a href="https://www.gearnews.de/studioporn-bei-martin-gore-ueber-die-schulter-geguckt/">Eurorackmodulen</a> hat, seine Liebe zu modularen Synthesizern auslebte.</p>
<p>„The Third Chimpanzee“ ist eine EP mit fünf Tracks, die sich thematisch-konzeptionell mit nahen Verwandten des Homo Sapiens beschäftigt. Das Cover stammt von einem Kapuzineraffen mit dem Namen<a href="https://pocketswarhol.blogspot.com/"> Pockets Warhol</a>, der Titel der EP verweist auf Jared Diamonds Buch gleichen Namens, in dem der Autor die (enge) Verwandtschaft zwischen Affen und Menschen untersuchte. Zur Genese des Minialbums<a href="http://www.martingore.com/news.html"> meint </a>Gore dann auch: „Howler was the first track I recorded for The Third Chimpanzee EP, […] I resynthesized some vocals that almost sounded human, but not quite. That&#8217;s why I decided to name the track after a monkey. I thought that would be a good theme to carry on with the rest of the tracks.&#8221;</p>
<p>Das die EP eröffnende „Howler“ wird durchzogen von einer Stimme, die sich tatsächlich animalisch anhört, dazu gibt es karge, verzerrte Beats, erst nach drei Minuten kommen melodische Passagen dazu. Im dazugehörigen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=osewmILqfck&amp;feature=youtu.be">Video</a> wird der Gedanke der engen Beziehung zwischen Mensch und Affe umgesetzt. Gore sagt: „On first hearing ‘Howler’ there was a feeling of being inside a monkey’s brain, its consciousness. It was brutal and primitive but, at the same time, so smart and almost human. The video is an attempt to reflect that, portraying the precise moment when apes evolved into a man or maybe a human regressed into an animal form.” „Mandrill“ ist mit den schweren Beats etwas harscher. „Capuchin“ wird ebenfalls von schleppender Rhythmik durchzogen, es gibt leicht dissonante Momente, die an eine E-Gitarre erinnern, Melodietupfer und Synthflächen. „Vervet“ ist mit achteinhalb Minuten der längste Track dieser EP mit seltsamer Rhythmik und im Hintergrund schwirrenden Tönen . Das kurze „Howler&#8217;s End“ ist anders als die vorangegangen Tracks, verzichtet völlig auf Beats, sondern ist eine melodische, aus lediglich ein paar Tönen bestehende analoge Fläche, die das Album leicht melancholisch ausklingen lässt. Insgesamt ist das – um noch einmal auf den Anfang zurückzukommen – keine spektakuläre Veröffentlichung, diese EP zeigt aber jemanden, der fünf stimmige und stimmungsvolle Tracks komponiert hat, die auch unabhängig vom Konzept überzeugen. Beim Livestream des Albums am 28.01. schrieb Gore auf Facebook: &#8220;I feel like whenever a writer tries to talk the audience through the artistic thought process it never goes well. Maybe these things are best left unexplained.&#8221; (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://mute.com/">Mute</a></strong><br />
<iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3179040127/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2021/01/30/martin-gore-the-third-chimpanzee/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neue Solo-EP von Martin Gore</title>
		<link>https://africanpaper.com/2020/11/23/neue-solo-ep-von-martin-gore/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2020/11/23/neue-solo-ep-von-martin-gore/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 04:54:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Gore]]></category>
		<category><![CDATA[Mute Records]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=23177</guid>
		<description><![CDATA[Martin Gore, dessen Soloarbeiten abseits von Depeche Mode immer auf eine sympathische Weise unspektakulär waren, veröffentlicht Ende Januar auf Mute eine EP namens „The Third Chimpanzee“ mit fünf Instrumentals. 1989 debütierte Gore mit der „Counterfeit EP“, auf der er u.a. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/11/23/neue-solo-ep-von-martin-gore/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Gore, dessen Soloarbeiten abseits von Depeche Mode immer auf eine sympathische Weise unspektakulär waren, veröffentlicht Ende Januar auf Mute eine EP namens „The Third Chimpanzee“ mit fünf Instrumentals.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/a2809751882_10.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-23179" title="a2809751882_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/a2809751882_10-1024x1024.jpg" alt="" width="584" height="584" /></a><span id="more-23177"></span></p>
<p>1989 debütierte Gore mit der „Counterfeit EP“, auf der er u.a. die Sparks coverte, erst 2003 folgte ein ganzes Album mit Coversongs unter dem Titel &#8220;Counterfeit²&#8221;. 2012 veröffentlichte er unter dem Projektnamen VCMG mit dem ehemaligen Depeche Mode-Kollegen Vince Clark ein <a href="http://africanpaper.com/2012/03/17/vcmg-ssss/">Technoalbum</a>, zuletzt erschien 2015 schlicht unter seinen Initialien MG ein Album mit instrumentalen analogen Miniaturen.</p>
<p>Über seine neue EP sagt Gore: „“The first track I recorded had a sound that wasn’t human,” erklärt Gore. “It sounded primate-like. I decided to name it ‘Howler’, after a monkey. Then, when it came time to name the EP, I remembered reading the book ‘The Rise and Fall of the Third Chimpanzee’. It all made sense to call it that, as the EP was made by one of the third chimpanzees.&#8221; Den Track &#8220;Mandrill&#8221; kann man schon hören.</p>
<p><strong><a href="https://martingore.bandcamp.com/">@ Bandcamp</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://mutebank.co.uk/collections/mg">@ Mute</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3179040127/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2020/11/23/neue-solo-ep-von-martin-gore/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>V.A.: Stumm 433</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/10/19/v-a-stumm-433/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2019/10/19/v-a-stumm-433/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Oct 2019 05:02:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[A Certain Ratio]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Balanescu]]></category>
		<category><![CDATA[Cabaret Voltaire]]></category>
		<category><![CDATA[Carter Tutti Void]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Carter]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Einstürzende Neubauten]]></category>
		<category><![CDATA[Erasure]]></category>
		<category><![CDATA[Fad Gadget]]></category>
		<category><![CDATA[Gareth Jones]]></category>
		<category><![CDATA[Goldfrapp]]></category>
		<category><![CDATA[John Cage]]></category>
		<category><![CDATA[Laibach]]></category>
		<category><![CDATA[Lee Ranaldo]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Gira]]></category>
		<category><![CDATA[Mick Harvey]]></category>
		<category><![CDATA[Mute Records]]></category>
		<category><![CDATA[New Order]]></category>
		<category><![CDATA[Nitzer Ebb]]></category>
		<category><![CDATA[NON]]></category>
		<category><![CDATA[The Normal]]></category>
		<category><![CDATA[Wire]]></category>
		<category><![CDATA[Yann Tiersen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=19118</guid>
		<description><![CDATA[In Paul Austers Opus Magnum 4321 bekommt der Protagonist (respektive eine Inkarnation von ihm) John Cages Buch Silence mit den Worten geschenkt: „You have to read this […], or else you&#8217;ll never learn how to think about anything except what &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/10/19/v-a-stumm-433/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/STUMM433-box.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-19121" title="Exclusive Mockups for Branding and Packaging Design" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/10/STUMM433-box-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In Paul Austers Opus Magnum<em> 4321</em> bekommt der Protagonist (respektive eine Inkarnation von ihm) John Cages Buch <em>Silence</em> mit den Worten geschenkt: „You have to read this […], or else you&#8217;ll never learn how to think about anything except what other people want you to think.“ Er blättert durch das Werk und stößt auf das Zitat: „The world is teeming: anything can happen.“ Für Mutechef Daniel Miller ist Cage ebenfalls eine enorm wichtige Bezugsgröße und er betont, von welch zentraler Bedeutung<span id="more-19118"></span> John Cages „4&#8217;33“ für ihn sei: „John Cage’s 4’33 has been present in my musical life for as long as I can remember as an important and inspiring composition.“ Insofern mag es konsequent sein, jetzt eine umfangreich(st)e Labelcompilation zu veröffentlichen, auf der ein Who&#8217;s Who von Künstlerinnen und Künstlern vertreten ist, die in den letzten Jahrzehnten auf Mute veröffentlicht haben &#8211; dem neben Factory vielleicht wichtigsten unabhänigen Label ever, das es fast durchgängig schafft, Experimentelles neben Pop zu veröffentlichen, das Heimat ist für so unterschiedliche Musiker wie Erasure oder NON.</p>
<p>Dabei kommt es bei „Stumm 433“ zwangsläufig zu gewissen Anachronismen und Paradoxien. Eine ganze Reihe der Künstler, die „4&#8217;33“ (scheinbar) covern, existieren schon lange nicht mehr (z.B. Miranda Sex Garden, Duet Emmo, He Said), andere haben das Label verlassen (Depeche Mode), von Daniel Millers Projekten The Normal und Silicon Teens sind das die ersten Lebenszeichen seit Jahrzehnten und Fad Gadget ist vor einigen Jahren verstorben – insofern ist es vielleicht auch nur konsequent, dass er mit völliger Stille vertreten ist.</p>
<p>Der größte Teil der anderen Beiträge ist dem Sujet entsprechend ebenfalls reduziert: Vieles klingt wie Feldaufnahmen. Die hier beschworene Stille kann sich noisig manifestieren (Daniel Blumberg), knisternd (Richard Hawley), verrauscht (Komputer), brummend (Modey Lemon), als fast völlige Abwesenheit von Klang (Einstürzende Neubauten), kann von Möwenschreien (Polly Scattergood), Insektensummen (Pole), einem krähenden Hahn (Goldfrapp), Autohupen und Lachen (Lee Ronaldo) oder Atmen (Nonpareils) durchbrochen werden, kann so klingen, als laufe ein Filmprojektor (Josh T. Pearson) oder als ginge man durch eine Bahnhofshalle (Renegade Soundwave). Aus dem Rahmen fällt da schon der ruhig zählende Michael Gira oder das leicht hysterische Zählen bei Pink Grease, das vorgetragene Gedicht von Cold Specks und das Ticken einer Uhr/eines Metronoms bei Alexander Balanescu. Das musikalischste Stück des Albums liefert vielleicht Moby ab, bei dem sich „4&#8217;33“ als pochender und pulsierender Track manifestiert, bei dem das Dröhnen sogar zwischendurch etwas die Klangfarbe wechselt.</p>
<p>Vieles bzw. fast alles mag interessant sein, wenn man das dazugehörige Video sehen kann (wie z.B. bei<a href=" https://www.youtube.com/watch?v=mM90X-9m_Zc"> Laibach</a>), aber insgesamt ist das eine in jedem Wortsinn erschöpfende Veröffentlichung, und als Hörer ist man dann nach 58 Versionen/Variationen/Interpretationen auch ziemlich erschöpft. Diese Compilation ist konzeptionell vielleicht interessanter als beim tatsächlichen Hören. Vor etlichen Jahren meinte Andrew Eldritch in einem Interview, er besitze augenblicklich zwar keinen Plattenspieler, aber er habe sich kürzlich die 12&#8221; von George Michaels „Careless Whisper“ gekauft, weil es wichtig sei, das Artefakt zu besitzen. Das war sicher (mehr als nur) ironisch gemeint, bezogen auf „Stumm 433“ ist es aber bestimmt schön, die (aufwendig gestaltete) Vinylbox oder (bei kleinerem Geldbeutel) die CDs zu besitzen (wie auch schon in der konkret bemerkt wurde). Dennoch: Was macht diese Veröffentlichung deutlich? Warum ist sie wichtig? Zum einen, dass Mute Records nach all den Jahrzehnten (und nach der vor einigen Jahren neu gewonnenen Freiheit/Unabhängigkeit) immer noch konsequent ihren Weg gehen (können) und zum anderen, dass im Zeitalter des Streamings diese Box sicher ein gutes Statement für die Wichtigkeit physischer Tonträger ist. Dass der Erlös der britischen Tinnitusgesellschaft und Music Minds Matter zugute kommt, ist dann vielleicht noch ein weiterer Grund sich &#8220;Stumm 433&#8243; zuzulegen. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://mute.com/">Mute</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2019/10/19/v-a-stumm-433/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ERASURE / ECHO COLLECTIVE: World Beyond</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/03/10/erasure-echo-collective-world-beyond/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2018/03/10/erasure-echo-collective-world-beyond/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Mar 2018 01:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Bell]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Echo Collective]]></category>
		<category><![CDATA[Erasure]]></category>
		<category><![CDATA[Mute]]></category>
		<category><![CDATA[PIAS]]></category>
		<category><![CDATA[Vince Clarke]]></category>
		<category><![CDATA[Yazoo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=15018</guid>
		<description><![CDATA[Im letzten Frühjahr brachten Erasure mit &#8220;World be Gone&#8221; ihr mittlerweile siebzehntes Studioalbum heraus, und nach über dreißig Jahren und ohne längere Pausen oder abrupte Stilwechsel ist aus ihrem eingängigen Synthiepop, mit dem Andy Bell und Vince Clarke Mitte der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/03/10/erasure-echo-collective-world-beyond/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/erasureworldbeyond.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15019" title="erasureworldbeyond" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/erasureworldbeyond-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im letzten Frühjahr brachten Erasure mit &#8220;World be Gone&#8221; ihr mittlerweile siebzehntes Studioalbum heraus, und nach über dreißig Jahren und ohne längere Pausen oder abrupte Stilwechsel ist aus ihrem eingängigen Synthiepop, mit dem Andy Bell und Vince Clarke Mitte der 80er auch ein bisschen die erste Inkarnation von Depeche Mode beerbten, ein feinsinniger Producer-Pop mit leicht angesoulten Untertönen geworden. Bells immer noch androgyne Stimme ist um eine kleine Note herber geworden, die Texte mit der einen oder anderen<span id="more-15018"></span> gesellschaftskritischen Schlagseite noch ein bisschen schwermütiger, als man es von früher gewohnt war.</p>
<p>Kurze Zeit später kontaktierte Clarke das in Belgien beheimatete Echo Collective, ein siebenköpfiges Klassik-Ensemble, um zur Single-Auskopplung des Titeltracks eine Version im Gewandt &#8220;post-klassischer&#8221; Kammermusik einzuspielen. Da die Belgier bereits auf Erfahrung beim Zusammenspiel mit nicht klassischer Musik zurückblicken können (die Gruppe spielte in der Vergangenheit u.a. mit Stars of the Lid, Radiohead und dem jüngst verstorbenen Johann Johansson), entwickelten sie wohl auch an anderen Tracks Interesse , so dass man sich nach nur kurzer Bedenkzeit dazu entschloss, das ganze Album neu zu interpretieren. Das Resultat nennt sich &#8220;World Beyond&#8221;, und kein Generation Gap sollte Fans von Antony and the Johnsons oder Rufus Wainwright davon abhalten, dem Werk ein Ohr zu leihen.</p>
<p>Aufgrund der Dominanz von Streichern, in dem Fall je einmal Violine, Bratsche und Cello, sowie des Verzichts auf Rhythmus im engeren Sinne, ist &#8220;World Beyond&#8221; um einiges flächiger ausgefallen als &#8220;World be Gone&#8221;. An dramatischer Aufgewühltheit steht es dem Original aber in nichts nach. Die mit Wucht herausgepressten Worte Bells und die unruhige Inbrunst der String Section machen &#8220;What a World&#8221; zu einem ungestümen Auftakt, der die leicht sentimentalen Untertöne, im Unterschied zu einigen der folgenden Songs, fast vergessen macht. &#8220;Be Careful What you Wish for&#8221; (das nichts mit einem ähnlich betitelten Coil-Song zu tun hat) besingt auf ernst-melancholische Art die Fallstricke des Begehrens und entspricht dabei schon eher der Grundstimmung des Albums.</p>
<p>Insgesamt gelingt der Kollaboration aber eine beachtliche Bandbreite an Stilschwerpunkten, von langsam auf einen Höhepunkt zusteuernden Kunstliedern und leicht Rhythm&#8217;n'Blues-angehauchter Leichtigkeit bis hin zu mitreißenden Klageliedern zu Harve und Cello und pastoralen Kopfhängerballaden, die ein bisschen an die Pianostücke von Circe, mehr noch vielleicht an die Zusammenarbeit von Marc Almond und Michael Cashmore erinnern, ist vieles dabei, was das schwermütige Herz in verständnisvolle Sanftheit hüllt. Das auch in den neuen Versionen Vince Clarke zweimal zum Mikro greift, trägt ebenfalls zur Variationsbreite bei.</p>
<p>Punktete &#8220;World be Gone&#8221; mit der Kontrastwirkung von nachdenklichem Gesang und einer feinziselierten Produktion, die den Songs auch eine gewisse schüchterne Heiterkeit verlieh, so hat man bei &#8220;World Beyond&#8221; den Eindruck, tiefer ans Eingemachte zu gehen. In einigen Momenten verwandelt dies die Songs so stark, dass man jegliche Vorstellung, es mit einem Alternativwerk zu tun zu haben, vergisst. (J.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.pias.com/">PIAS</a> / <a href="http://mute.com/">Mute</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2018/03/10/erasure-echo-collective-world-beyond/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>DEPECHE MODE: Spirit</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Apr 2017 06:26:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Wilder]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Fletcher]]></category>
		<category><![CDATA[Columbia]]></category>
		<category><![CDATA[Dave Gahan]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Gore]]></category>
		<category><![CDATA[Vince Clarke]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=13543</guid>
		<description><![CDATA[Als Depeche Mode nach dem Weggang Vince Clarkes 1982 „A Broken Frame“ veröffentlichten, so war das (noch) eine etwas unausgegorene Mischung, auf der sich neben recht seichten Popsongs wie „The Meaning of Love“ mit „Leave in Silence“ schon die Momente &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/DepecjeModeindex.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13544" title="DepecjeModeindex" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/DepecjeModeindex-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Depeche Mode nach dem Weggang Vince Clarkes 1982 „A Broken Frame“ veröffentlichten, so war das (noch) eine etwas unausgegorene Mischung, auf der sich neben recht seichten Popsongs wie „The Meaning of Love“ mit „Leave in Silence“ schon die Momente von Düsternis und Schwere fanden, die das Werk der Band in den nächsten Jahrzehnten charakterisieren sollten und die es ihnen ermöglichten, sich trotz Millionen verkaufter Tonträger einen kleinen Nimbus Subkultur zu bewahren. Als ein Jahr später<span id="more-13543"></span> „Construction Time Again“ mit dem neuen Mitglied Alan Wilder &#8211; dessen Klangtüfteleien die Musik der Band bis zu seinem Weggang 1995 prägten &#8211; erschien, versuchten Depeche Mode den erwachseneren Sound mit im weitesten Sinne sozialkritischen Themen zu kombinieren: Umweltzerstörung wurde auf „The Landscape is Changing“ angeprangert, Gier auf „Everything Counts“. Auch wenn es nach diesem Album Aufrufe zu Toleranz („People Are People“) und Kritik an Religion (“Blasphemous Rumours“, „Personal Jesus“) gab, lag der Schwerpunkt der Texte aber klar auf dem (allzu)menschlichen Miteinander, auf (devianter) Sexualität, Schuld und Sühne.</p>
<p>Es ist also eine amüsante Koinzidenz, dass ausgerechnet kurz vor Veröffentlichung des 14. Studioalbums Richard Spencer <a href="http://www.factmag.com/2017/02/23/depeche-mode-richard-spencer/">behauptete</a>, Depeche Mode sei die offizielle Band der Alt-Right, ist „Spirit“ doch das politischste Album, das die Band seit oben genanntem veröffentlicht hat und es lässt sich als Kritik an all den Entwicklungen verstehen, die ihre offensichtlichste Manifestation in dem Präsident mit den<a href="http://www.huffingtonpost.com/entry/donald-trump-handprint-size_us_57a23518e4b0104052a0cf68"> kleinen Händen</a> gefunden haben (auch wenn das Album schon früher geschrieben wurde). Gahan betitelte Spencer dann auch bezeichnenderweise als <a href="http://www.billboard.com/articles/columns/rock/7723868/depeche-mode-dave-gahan-spirit-politics-interview">„educated cunt“.</a></p>
<p>Der Opener „Going Backwards“ beklagt die zunehmende Regression, die Rückkehr des Homo sapiens zu einer „cavemen mentality“ (der von Teilen der Alt-Right geschätzte Jack Donovan wird diese Entwicklung sicher begrüßen). Die vorab veröffentlichte Single „Where’s the Revolution“ kritisiert die „patriotic junkies“, die ihre Entscheidungen von ihren Regierungen und ihrer Religion treffen lassen. Gahan fordert dann dazu auf, den Zug der Revolution zu besteigen. Zum Teil mag es Gores schon immer vorhandener Orientierung an traditionellen Reimschemata geschuldet sein, dass sich die (sicher wohlgemeinten) Texte anhören, als seien sie der Feder eines Zehntklässlers entsprungen (und nicht der eines Mittfünfzigers): „Once there were solutions/Now we have no excuses/They got lost in confusion/So we&#8217;re preparing the nooses“ heißt es (völlig ironiefrei) auf „The Worst Crime“. Bei Dave Gahan, der insgesmt vier Songs dieses Albums (mit)geschrieben hat, klingt das auch nicht überzeugender: „Hey, there&#8217;s no news/Poor man still got the blues/He&#8217;s walking around in worn out shoes/With nothing to lose“, singt er auf dem bluesigen „Poorman“. Auf dem von Gore gesungenen „Eternal“ wird die nukleare Apokalypse beschworen: “And when the black cloud rises/And the radiation falls/I will look you in the eye/And kiss you”. Anne Clark machte schon 1983 auf „Poem For a Nuclear Romance“ deutlich, dass angesichts der nuklearen Vernichtung Zwischenmenschliches zur Bedeutungslosigkeit verdammt ist: &#8220;your marble flesh will soon be raw and burning /and kissing will reduce my lips to a pulp&#8221;. Trotz Gores sich auf &#8220;Eternal&#8221; offenbarender Naivität ist das gerade einmal zwei Minuten lange Stück, das klingt, als habe er auf eine seiner analogen Synthminiaturen seines unter dem lapidaren Namen MG veröffentlichten Soloalbums zurückgegriffen, vielleicht das ergreifendste Stück des Albums.</p>
<p>Dabei geht es auf „Spirit“ natürlich nicht nur um Politisches, auch Sex wird abgehandelt: “If you give me something that you and I can play/Let me ring your bell/I don&#8217;t need you, I don&#8217;t need your ball and chain/There&#8217;s no water in that well/But I like the way you move/I like the way you move for me tonight”, heißt es auf &#8220;You Move&#8221;. Metaphorisch origineller wurde so etwas auf “World In My Eyes” thematisiert. Das treibende „So Much Love“ spielt musikalisch an „A Question of Time“ an, die bearbeiteten Vocals auf &#8220;Scum&#8221; lassen an &#8220;Barrel of a Gun&#8221; denken.</p>
<p>Das größte Problem des Albums sind weniger diese (vielleicht) selbstreferenziellen Zitate, sondern die Tatsache, dass sich das Album auf weiten Strecken wie eine Bricolage der eigenen musikalischen Biographie anhört. Der Band scheint etwas der Esprit zu fehlen, was vielleicht nach 36 Jahren nicht unbedingt überraschend ist. &#8220;Oh, we&#8217;ve failed&#8221; singt Gore auf dem letzten Stück des Albums &#8211; natürlich in einem anderen Kontext. Dass dieses Versagen dennoch hörbarer ist als das, was andere Künstler nach so langer Zeit zustande bringen, mag vielleicht ein kleiner Trost sein. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.columbiarecords.com/">Columbia</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>7JK:  Ride the Solar Tide</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/12/03/7jk-ride-the-solar-tide/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2016/12/03/7jk-ride-the-solar-tide/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Dec 2016 08:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[7JK]]></category>
		<category><![CDATA[Cabaret Voltaire]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Job Karma]]></category>
		<category><![CDATA[Maciek Frett]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Howden]]></category>
		<category><![CDATA[Redroom]]></category>
		<category><![CDATA[Sieben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=13031</guid>
		<description><![CDATA[7JK haben schon auf ihrem Debüt vor vier Jahren demonstriert, dass ihr Interesse nicht darin besteht, die Stile ihrer beiden Stammprojekten Sieben und Job Karma perfekt zu verschmelzen, dass sie mehr sein wollen, als die bloße Summe ihrer Teile. Auf &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/12/03/7jk-ride-the-solar-tide/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/11/7jkridethesolartide.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13032" title="7jkridethesolartide" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/11/7jkridethesolartide-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>7JK haben schon auf ihrem Debüt vor vier Jahren demonstriert, dass ihr Interesse nicht darin besteht, die Stile ihrer beiden Stammprojekten Sieben und Job Karma perfekt zu verschmelzen, dass sie mehr sein wollen, als die bloße Summe ihrer Teile. Auf dem gerade erschienenen „Ride the Solar Tide“ offenbaren Matt Howden und Maciek Frett ihren gemeinsam erarbeiteten Stil noch deutlicher.<span id="more-13031"></span></p>
<p>Auf einer internationalen Raumstation kommt es zum Frontalaufprall zwischen Depeche Mode und Cabaret Voltaire – so in etwa heißt es im Begleittext, und wenn zwei so ernsthafte Musiker so freimütig wie irgendwer zu klingen behaupten, dann heißt das erst einmal zweierlei: zum einen, dass sie es können, zum anderen, dass hier zwar einiges, aber längst nicht alles mit ernsten Dingen zugeht. „Ride the Solar Tide“ bietet fünfundvierzig Minuten Scifi und Dystopie voll paradoxer Aufbruchstimmung und ambivalenter Technophilie – ein nerdiges Interessengemenge auf die Art, wie es Mitte der 80er hip war.</p>
<p>Der Sound dazu, wen wundert es bei einem Sheffielder an Bord, klingt in den meisten Stücken tatsächlich sehr nach den Cabs, und an Clock DVA darf man sich auch hier und da erinnert fühlen: Nach einem filmreifen Piano-Auftakt reihen sich groovige Uptempos an tolle Synthie-Melodien, technoides Rasseln und blechernes Scheppern an Radiosamples, toll machende Raumklangeffekte und Geigenparts, die manchmal wunderschöne Sieben-Motive in einen völlig anderen Kontext setzen, manchmal die passenden Synthies nachempfinden und vor dreißig Jahren sicher den einen oder anderen Hit hervorgebracht hätten.</p>
<p>An Entertainment-Qualität wird nicht gespart, runde, kompakte Songs allerdings werden nicht geliefert. Einige furiose Gesangspassagen Howdens und die Kombination aus Harmonie und detailverliebter elektronischer Opulenz bilden dann quasi – wenn man den Vergleich noch einmal aufgreifen will – den Depeche Mode-Part dazu, und das finale „Starseed“ ist tatsächlich äußerst radiotauglich. Bei all dem entsteht ein ganz eigener Sound, der den Vorbildern ebenso ähnelt wie den Stammbands der beteiligten Musiker, doch letzteres ist nur bis zu einem gewissen Grad der Fall: „Ride the Solar Tide“ hat weniger von der archaischen Aura, welche die perkussive Wucht Job Karmas umgibt, und würde man Howden hier zum ersten mal hören, wäre man wohl überrascht zu hören, dass er für einige als Folkmusiker gilt.</p>
<p>Doch wie dem sei, eine solche Platte braucht markante Texte, und in denen wird von dunkler Materie über das Gesetz der Entropie alle Register gezogen, und an griffigen Slogans wird ebenfalls nicht gespart. „Do you like boiled rice?“ heißt es an einer Stelle, und ich dachte schon, ich hätte mich verhört, „we are the centre of the universe“ ganz dreist an einer anderen. Ironie? Keineswegs, denn „The centre is everywhere“. Wie schon Giordano Bruno wusste, ist das Universum unendlich, und 7JK erkunden darin ausgesprochen stilsicher einen interessanten Ausschnitt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Redroom</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2016/12/03/7jk-ride-the-solar-tide/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SYLVAIN CHAUVEAU &amp; ENSEMBLE NOCTURNE: Down To The Bone &#8211; An Acoustic Tribute to Depeche Mode</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/09/19/sylvain-chauveau-ensemble-nocturne-down-to-the-bone-an-acoustic-tribute-to-depeche-mode/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2015/09/19/sylvain-chauveau-ensemble-nocturne-down-to-the-bone-an-acoustic-tribute-to-depeche-mode/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Sep 2015 00:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Wilder]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Fletcher]]></category>
		<category><![CDATA[Dave Gahan]]></category>
		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Ensemble Nocturne]]></category>
		<category><![CDATA[Ici d'ailleurs]]></category>
		<category><![CDATA[Martin L. Gore]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvain Chauveau]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=10856</guid>
		<description><![CDATA[Von allen Popgruppen mit Wurzeln im New Wave haben die Jungs aus der Londoner Trabantenstadt Basildon, die im letzten Schnipsel der 70er als Composition of Sound firmierten und sich kurz darauf in Depeche Mode umbenannten, die vielleicht konstanteste Erfolgsgeschichte hinter &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/09/19/sylvain-chauveau-ensemble-nocturne-down-to-the-bone-an-acoustic-tribute-to-depeche-mode/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/sylvainchauveaudowntothebone.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10857" title="sylvainchauveaudowntothebone" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/sylvainchauveaudowntothebone-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Von allen Popgruppen mit Wurzeln im New Wave haben die Jungs aus der Londoner Trabantenstadt Basildon, die im letzten Schnipsel der 70er als Composition of Sound firmierten und sich kurz darauf in Depeche Mode umbenannten, die vielleicht konstanteste Erfolgsgeschichte hinter sich, und es gibt außerdem wenige, die in den Jahrzehnten ihres Bestehens in aller Harmlosigkeit derart polarisiert haben. In meiner Teenagerzeit, in der sich auch immer wieder Depeche Mode-Platten in meinem Regal einfanden, gab es die einen, die in der Combo fast so etwas wie ein Mysterium dunkler Avantgarde sahen und sich anhörten, als sprächen sie über<span id="more-10856"></span> Coil oder die Neubauten.</p>
<p>Andere wiederum sahen in dem (damaligen) Quartett nur eine gelackte Teeniekapelle, wobei sich Prolls und elitäre Auskenner oft aufallend wenig in der Wortwahl unterschieden. Tatsache ist, dass Depeche Mode in ihren frühen Jahren atmosphärisch wie soundmäßig durchaus Dinge geschaffen hatten, die wenig mit dem Synthiepop ihrer zahlreichen Epigonen zu tun hatten, man denke nur an mysteriöse Samplekollagen wie &#8220;Pipeline&#8221; oder urige Semigoth-Nummern wie &#8220;More than a Party&#8221;, beide vom &#8220;Construction Time Again&#8221;-Album. Tatsache jedoch ist außerdem, dass Depeche Mode immer eine Affinität zu allzu gefälligen Refrains hatten und Martin L. Gores frühe Texte in ihrer bemühten Tiefsinnigkeit oft an das Dr. Sommer-Team einer verschrienen Postille erinnerten. Ganz schlimm wurde es, wenn dann auch noch Gesellschaftskritik mit ins Spiel kam.</p>
<p>Erst in der zweiten Hälfte der 80er veränderten sich das Auftreten und das musikalische Image der Band. Waren sie zuvor etwas, dass man mit heutigen Begrifen, wenn auch unter Vorbehalt, als Hipster bezeichnen könnte (ein damals üblicher Begriff wie Popper hätte aufgrund ihrer ständigen Hinwendung zu subkulturellen Motiven kaum gepasst), so wandelten sie sich schrittweise über Alben wie &#8220;Black Celebration&#8221;, &#8220;Music for the Masses&#8221; und &#8220;Violator&#8221; in ein Rockstar-Gebilde. Man täte ihnen jedoch Unrecht, würde man das als reinen Qualitätsschwund abtun, denn obwohl die &#8220;kultigen&#8221; Elemente mehr und mehr verschwanden, gestaltete sich der Sound immer virtuoser ohne je ins Glatte und nur noch Kitschige zu kippen. Die wichtigste Entwicklung in dieser Zeit war textlicher Natur, denn irgendwann wurden die Lyrics poetischer, Interaktionen mit einem lyrischen Gegenüber standen stärker im Vordergrund. Wortungetüme wie &#8220;situations&#8221; reimten sich nicht mehr auf &#8220;diplomatic relations&#8221; und die Hörer bekamen auch keine Weisheiten wie &#8220;be flexible&#8221; oder &#8220;get the balance right&#8221; mehr aufgezwungen. Der Grundstein war gelegt für die Depeche Mode der 90er, die trotz Dave Gahans narzisstischer Selbstdarstellung zu den anspruchsvollsten Popacts ihrer Zeit wurden bei immer noch bestehendem Interesse an kleinen Experimenten.</p>
<p>Es mag nicht von ungefähr kommen, dass Sylvain Chauveau, den man ansonsten von beeindruckend verstörenden Werken wie dem von Robert Kurz inspirierten &#8220;Black Book of Capitalism&#8221; her kennt, überwiegend Stücke aus dieser mittleren Schaffensphase aussuchte, als er vor zehn Jahren seine persönliche Hommage an die Gruppe schuf. Chauveaux arbeitet hier ganz als Minimalist, versucht die elf Songs auf ihr wesentliches Minimum bzw. seine Idee davon herunterzubrechen und spielt darauf schon im Titel an – „down to the bone“, ein Zitat aus dem hier eröffnenden Song „Stripped“ von 1986, referiert nicht nur auf die Skellettiertheit der Interpretationen, sondern auch – ganz im Einklang mit dem symbolischen Subtext des Songs – auf etwas, das man wesentlich nennen könnte. Dass das Ganze sehr unspektakulär in Szene gesetzt wurde, trägt definitiv dazu bei.</p>
<p>Die meisten Versionen basieren auf Klavier und Streicher, stimmen wie das eröffnende „Stripped“ einen fast meditative Ton an und holen doch aus dem Melodien alle Emotionalität heraus. In Songs wie „The Things You Said“, das mit mehreren Gesangsspuren arbeitet, kommen anheimelde Holzblasinstrumente dazu, und stets ist es eine gewisse Genügsamkeit, die die Versionen vor jeder Schwülstigkeit bewahrt. Besonders überzeugend ist in der Hinsicht die kammermusikalische Umsetzung von „In your Room“, einer Hymne an eine sadomasochistisch eingefärbte Liebe, die so stark ist, dass sie den Liebenden zum lustvollen Verschwinden bringt.</p>
<p>Einige der Hits der Band werden hier im Schnitt ähnlich radiotauglich, doch stets eine Spur dezenter umgesetzt: „Blasphemous Rumours“ als einzig älteres DM-Stück, beliebte Songs wie „Enjoy the Silence“, das gleich zweimal vertreten ist, einmal allerdings als wenige Sekunden andauernde Stille. Als Sänger ist Chauveau vielleicht nicht der stärkste, aber in einem Martin Gore-Stück wie „Home“ kommt er der Stimmung des Originals recht nahe. „Policy of Truth“ ist fast amerikanische Singer Songwriter-Musik, und genau diese rettet das Stück, das über die Jahre von zu vielen Sekretärinnen und Bankangestellten mit Fitness-Abo zutodegeliebt wurde. Eine kleine Wegmarke ist „Death&#8217;s Door“, das Gore damals im Alleingang für Wenders&#8217; Film „Paris, Texas“ aufnahmen &#8211; ein verstaubt klingendes Stück Desert Pop, das hier mit schmetternden Akustikgitarren und fatalistischem Gesang zur Kenntlichkeit entstellt wird.</p>
<p>Es gibt zwei Hörergruppen, an die sich das jüngst bei Ici d&#8217;ailleurs wiederveröffentlichte Album nicht in erster Linie richtet: zum einen an die überzeugten Fans von Chauveaus wesentlich amstrakterem Frühwerk, zum anderen an unbeirrbare Depeche Mode-Fanatiker. Wer sich dem Album jedoch ohne Scheuklappen nähert, den erwartet ein besinnlicher Songzyklus, der nicht zuletzt auch dadurch überzeugt, dass er – im Unterschied zahlloser weiterer Tributalben für diese Band – nicht ihre schlagerhafte Seite in den Vordergrund stellt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ici d&#8217;ailleurs</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2015/09/19/sylvain-chauveau-ensemble-nocturne-down-to-the-bone-an-acoustic-tribute-to-depeche-mode/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
