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	<title>African Paper &#187; Fabio Magnasciutti</title>
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		<title>NOISE CLUSTER / CRISTIANO BOCCI: To the Moon and Back</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Nov 2024 05:11:45 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/tothemoonandback.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42972" title="tothemoonandback" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/tothemoonandback-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Noise Cluster bzw. die hinter dem Namen stehenden Flavio Derbekannte und Arianna Degni Lombardo hatten schon seit jeher ein Faible für das All, für Raumfahrt, Aliens und alles Extraterrestrische. Beim Blick auf den Titel des neuen Tapes &#8220;To the Moon and Back&#8221; fühlt man sich also gleich auf vertrautem Boden. Das Tape wurde mit dem toskanischen Musiker Cristiano Bocci eingespielt, der das Gerüst aus Synthies, Glocken und postindustriellen Trompetenklängen mit <span id="more-42970"></span>elektrischem und akustischem Bass sowie zusätzlicher Elektronik ergänzt hat. Vom ersten Track an wird klar, dass hier vertraute Elemente von Noise Cluster auf neue, zum Teil unerwartete Weise erweitert wurden. Man muss das Wort Psychedelisch hier nicht groß schreiben, aber ich war doch überrascht, dass es mir einmal bei einem Noise Cluster-Album einfallen würde.</p>
<p>Der Opener &#8220;Chariot Across the Skies&#8221; startet direkt mit einer Welle aus synthetischen Klängen, die aquatische und pochende Soundelemente miteinander verweben, zwischendrin schießen flirrende, quietschige Hochtöner ins All. Besonders bemerkenswert ist der im bisherigen Noise Cluster-Kontext nicht vorgekommene elektrische Bass, der der Komposition eine raue, kernige Erdung verleiht, während Ariannas hier etherisch anmutende Stimme durch den Raum schwebt. Mit seinen unvorhersehbaren Wendungen und der Vielzahl an Klängen, die sich scheinbar in verschiedene Richtungen bewegen, bleibt der Track doch ebenso kohärent wie spannungsvoll.</p>
<p>Mit &#8220;Endymion and Selene&#8221; wird das psychedelische Element weiter vertieft. Verstärkt durch Boccis kratzenden Bass und Flavios geheimnisvolle Trompetenklänge, entstehen dichte, spacige Soundscapes als Hintergrund zu dem mythischen Stoff, der hier umgesetzt wird – Selene, die Mondgöttin, und Endymion, der ewige Schläfer. Der Track lebt von seiner dichten Atmosphäre und dem Wechselspiel zwischen Dröhnen und subtilen, fast entrückten Melodien, und bisweilen denkt man an eine in elektrifiziertes Rauschen gehüllte Kamanche oder ein vergleichbares Streichinstrument. &#8220;Eterna Sfera Celeste&#8221; überrascht mit leiernden, tremolierenden Klängen und einer theatralischen Gesangseinlage, wie man sie von Arianna alias xXeNa selten zu hören bekommt: Eine Geschichte über tanzende Schattem im Mondlicht, die der Dramatik des Settings zum Trotz anscheinend ihren Frieden finden, entfaltet sich. Die Verschmelzung von Trompete, elektronischen Effekten und einem leichten Downtempo-Rhythmus schafft ein faszinierendes Setting, in welchem die entrückten Gesänge bisweilen in teuflisches Lachen (der Madame de la Luna persönlich?) kippen und es der oder dem Einzelnen überlassen bleibt, eine beklemmende oder eine befreiende Erfahrung zu machen.</p>
<p>&#8220;Kathaireseis (Lunar Eclipse)&#8221; hält einige der intensivsten Momente des Albums parat. Elektrifizierte, summende Klänge und aquatische Geräusche verschmelzen zu einer fast überwältigenden, hypnotischen Dröhnung &#8211; und erinnern ganz nebenbei daran, das Unterwasserwelten, auf die der Mond ja auch seinen Einfluss ausübt, auch immer mal ein Thema bei Noise Cluster und ihren Vorgängerprojekten waren. Der Track steigert sich zunehmend in seiner Lautstärke und Dichte, bis er in einem kratzenden, beinahe kathartischen Finale in einem undefinierbaren Setting endet. Mit &#8220;Non Guardo la Luna&#8221; erreicht das Album allerdings seinen Höhepunkt an Theatralik. Die dramatische Stimmperformance von Gastmusikerin Astrid Inouye lässt die Hörer in eine verquere sublunare Welt eintauchen, die durchzogen ist von flirrenden, verzerrten Sounddetails, die an einen intensiven, erschöpfenden (oder kathartischen?) Alptraum erinnert. Der poetische Text, im welchem der launische Mond im Vergleich zur Fragilität menschlicher Verbundenheit noch als zuverlässig gezeichnet wird, stammt im Original von Fabio Magnasciutti und wurde von Flavio für das Stück gekürzt. Der Track hat was wahnsinniges und könnte aus einem fiktiven verschollenen Pupi Avati-Thriller kurz nach <em>La Casa dalle Finestre che Ridono</em> stammen.</p>
<p>Das düstere &#8220;Secret Moonlanding&#8221; mit seinen Doom-Industrial-Untertönen scheint eine fiktive Mondlandung in einem psychedelischen Traum oder Trip darzustellen, während &#8220;The Courtship of the Sun and the Moon&#8221; die Reise mit schwebenden Ambient-Flächen, lärmigem Rauschen und rituellem Klingeln und Bimmeln fortsetzt. Besonders faszinierend ist hier die Verbindung von postpunkartig pulsierenden Basslinien und fatalistischen Trompetenklängen, die zu einem Showdown passen würden. Der gemächlich startende Abschluss &#8220;Silver Dancer&#8221; ist düstergrollend und geheimnisvoll. Mit Inouyes diesmal alarmierenden Vocals, einer entspannten Trompete und verwehten Glockenklängen beschließt der Song die Mondreise in einer unheimlichen, giallo-artigen Stimmung, womit Bocci und Noise Cluster sich zum Abschluss fast nonchalant nochmal einige der mysteriösesten Momente des Albums aus dem Ärmel schütteln.</p>
<p>Mit alldem ist &#8220;To the Moon and Back&#8221; ein Album, das Noise Cluster in ein ähnlich ungewohntes neues Licht rückt wie seinerzeit <a title="LYKE WAKE / NOISE CLUSTER: Let the Universe Fall" href="http://africanpaper.com/2020/08/08/lyke-wake-noise-cluster-let-the-universe-fall/">die Kollaboration mit Lyke Wake</a> – so druckvoll wie eh und je, doch weitaus kosmischer, dröhnender und weniger clublastig als auf den rhythmischer ausgerichteten Alben der vergangenen Jahre, was natürlich auch dem Mitwirken von Cristiano Bocci zuzuschreiben ist. Was eine schon vor Jahren vollzogene Entwicklung v.a. auf <a title="NOISE CLUSTER: Medusa, Who Else?" href="http://africanpaper.com/2023/01/07/noise-cluster-medusa-who-else/">&#8220;Medusa, Who Else?&#8221;</a> weiterführt, ist der Stellenwert der Stimmperformances. All dies wirkt wie für einander gemacht und als passende musikalische Form zu dieser Erkundung unseres zwiespältigen Trabanten, der Mythologen, Astrologen, Astronomen und anderen Geschichtenerzähler immer wieder inspiriert und herausgefordert hat. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Grubenwehr Freiburg</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=558153962/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>NOISE CLUSTER: Medusa, Who Else?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 04:38:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672043565458.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33022" title="fotor_1672043565458" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/fotor_1672043565458-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass es nicht &#8220;die eine&#8221; griechische Mythologie gibt, kann man besonders an der Figur der Medusa sehen. Dieses geheimnisvolle weibliche Wesen mit Flügeln war eine von drei Töchtern &#8211; den Gorgonen &#8211; eines Götterpaares aus archaischer Zeit. In der späteren klassischen Zivilisation, an die man meist denkt, wenn von den alten Griechen die Rede ist, wirken solche Figuren meist urig und beängstigend, und so <span id="more-33019"></span>entstand um die Medusa ein Mythos, in dem sie zur Verkörperung des bedrohlich-monströsen wurde.</p>
<p>Auch in diesen Mythen galt sie, überliefert z.B. in den <em>Metamorphosen </em>des Römers Ovid, anfangs als schön &#8211; so schön, dass der maritime Gott Poseidon sie vergewaltigte, als er ihr im Tempel der Göttin Pallas Athene, in dem sie als Priesterin tätig war, begegnete. Letztere, bestürzt über die Schändung ihres Tempels, bedachte allerdings eher sie als ihn mit ihrem Hass und verwandelte sie in eine bedrohlich aussehende Figur mit einem Gewimmel an Schlangenkörpern, wo einst Haare waren. Jeder, der sie fortan sah, erstarrte durch ihren Anblick zu Stein. Pallas Athene war nur eine von zahlreichen Göttern und Menschen, die einen Groll auf die Medusa hegten und den Recken Perseus beauftragten, das &#8220;Ungeheuer&#8221; zu enthaupten. Mithilfe verschiedener Tricks gelang ihm dies.</p>
<p>Der Mythos der Medusa ist seit der Antike immer wieder Stoff künstlerischer Darstellungen gewesen, und viele darunter &#8211; vom antiken Bildhauer Phidias über den Maler Caravaggio bis zu dessen frühmodernen Kollegen Carlos Schwabe &#8211; mischten in die Darstellung ihrer Schrecklichkeit eine Ahnung ihrer beeindruckenden Schönheit. Auch in verschiedener Musik, die auf unseren Seiten Thema ist, ist von ihr die Rede. Brendan Perry besingt sie als beinahe masochistisch verklärte Femme Fatale. In einem Stück von Elijah&#8217;s Mantle dagegen erhält sie Züge einer gnostischen Gottheit, die zahlreiche z.T. gegensätzliche Züge in sich vereint: la bella, la maledetta, l&#8217;amata, la spaventata, l&#8217;amara, la sfortunata, la solitaria, la vittima.</p>
<p>Jüngst hat das audiovisuelle römische Duo Noise Cluster, bestehend aus Arianna Degni Lombardi und Flavio Derbekannte, dem Stoff ein ganzes Album gewidmet. Auf &#8220;Medusa, Who Else?&#8221; wird die Protagonistin zu einer Allegorie des victim blaming und zum Opfer einer der Ursünden vieler patriarchal ausgerichteter Zivilisationen. Gleich zu Beginn im Opener &#8220;Meet Medusa&#8221;, dessen rauschender, schleifender, nur leicht rhythmisch angereicherter Sound wie aus einer Höhle an die Erdoberfläche dringt und von einer feierlich-endzeitigen Trompete begleitet wird, kommt die Gorgone selbst zu Wort. Ihr Medium ist die tief-raue Stimme von Klarita Pandolfi-Carr, die nach ihrer Karriere mit der Goth-Band Rosen+Kreuz nur gelegentlich musikalisch aktiv ist, und durch sie richtet sie ihren dramatischen Monolog an die Hörer und plädiert, schlicht die mythischen Überlieferungen paraphrasierend, für ein Verständnis ihrer Rolle als Opfer.</p>
<p>&#8220;Medusa Who Else?&#8221; Ist ein stark kollaborativ ausgerichtetes Album, doch auch ohne die vielen mitwirkenden Stimmen und Klaviertasten offenbaren die einzelnen Stücke allesamt ihre ganz eigene klangliche und stimmungsmäßige Charakteristik. Das darauffolgende &#8220;Walled In&#8221; beginnt mit einer viel schrilleren Free Form-Trompete und geizt, nach deren Zügelung, auch nicht mit holzig rumpelnden Elektrorhythmen. Im Zentrum steht diesmal die dunkle Stimme des eher als Illustrator bekannten Fabio Magnasciutti, der in einem ähnlich eindringlichen Monolog eine männliche Existenz hinter Mauern beklagt. Was in seinem Lamento fehlt ist die Frau, doch die meldet sich alsbald in gleich zweifacher Form störend zu Wort, um das Bild gerade zu rücken. Die Medusa verwandelte jene zu Stein, so scheint das am Ende des Songs, deren Herzen ohnehin versteinert sind, weil sie immer mehr zu den Mauern geworden sind, die sie umgeben &#8211; womit das &#8220;Who Else?&#8221; des Albumtitels schon beinahe beantwortet ist.</p>
<p>Sind die beiden ersten Stücke so etwas wie das Herzstück des Grundkonzeptes, so wird dieses in den restlichen vier Tracks weiter verfeinert und ausdifferenziert. Rein musikalisch kreieren die einzelnen Songs ein wechselvolles und spannungsvolles Narrativ. &#8220;The Gorgons&#8221;, das wie die vorausgegangenen Stücke mit einer diesmal badalamenti&#8217;esken Trompete beginnt, erweist sich als wesentlich orchestraler, und auch wenn aquatische Sounds und saubere minimale Elektrobeats auf den Plan treten, bleibt ein soundtrackartiger Charakter gewahrt. Wesentlich weiter vor in klassische Filmsounds des 20. Jahrhunderts dringt &#8220;Death by Stone&#8221;, in welchem KimsonJas Sopran wie von eineralten Shellackplatte in das verwehte Rumoren der Streicher dringt. Hier wird die Frage nach der Möglichkeit der Versteinerung aus &#8220;Walled in&#8221; wieder aufgegriffen, doch der Titel erinnert auch an die Hinrichtungsmethode der Steinigung und schlägt so vielleicht die Brücke zu misogynen Rechtsvorstellungen. In &#8220;Perseus Not A Hero&#8221; richten Klarita und Arianna im Duett und gleich mehrsprachig über den zur Marionette erklärten Helden und Monsterbezwinger, dem ein verrücktes Lachen hinterher geschickt wird.</p>
<p>Mit dem instrumentalen &#8220;Pegasus&#8221;, das mit dem Piano von Flavios Sohn Pusio und einem fließenden Uptempotakt das Nachleben der Gorgone in dem mit Poseidon unfreiwillig gezeugten Mischwesen nur andeutet, erhält das Album ein offenes Ende, und ebenso offen ist auch die Zukunft des Erbes der Medusa. Die Frage nach der nach der Rolle der Frau in modernen Zivilisationen ist nach wie vor ungeklärt zwischen dem Wunsch nach einem Ende patriarchaler Strukturen und Vorstellungen vom bedrohlich-weiblichen, die im äußersten Fall die Opfer von Gewalt und Unterdrückung zu Sündenböcken erklären.</p>
<p>&#8220;Medusa Who Else?&#8221; erscheint in einem interessanten Format &#8211; ein faltbares, wiederverwertbares DIN -A 3-Poster mit neosymbolistischen Zeichnungen Ariannas und den Lyrics bildet den analogen Teil. Die Musik selbst ist aufgrund der Plastikvermeidung über einen Code zum Download erhältlich. Ganz nebenbei ist es überaus erfreulich, dass Flavio hier mehr als in den meisten Noise Cluster-Releases wieder als &#8220;postindustrieller Trompeter&#8221; zu hören ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: GattoAlieno</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1978687380/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>DBPIT AND GUESTS: Dark Lights [Frantic Cityscapes]</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Mar 2015 07:47:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Der bekannte postindustrielle Trompeter]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter einem urbanen Lebensstil kann man sehr unterschiedliche Dinge verstehen. Gerade der kreative, hippe Großstädter, der einem großen Teil der Musik- und Kunstwelt seinen Stempel aufdrückt, hat meist wenig Bezug zu den Banlieues dieser Welt, was deren Tristheit gelegentlich verstärken mag &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/03/21/dbpit-and-guests-dark-lights-frantic-cityscapes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/03/darklightsdbpitguests.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9991" title="darklightsdbpitguests" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/03/darklightsdbpitguests-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Unter einem urbanen Lebensstil kann man sehr unterschiedliche Dinge verstehen. Gerade der kreative, hippe Großstädter, der einem großen Teil der Musik- und Kunstwelt seinen Stempel aufdrückt, hat meist wenig Bezug zu den Banlieues dieser Welt, was deren Tristheit gelegentlich verstärken mag und ihnen zugleich eine gewisse Ehrlichkeit lässt – schließlich findet man ihn doch meist in Stadtteilen, die ihre raueren Zeiten bereits hinter sich haben, in beschaulich-unordentlichen Altbaugegenden in Brooklyn, Neukölln oder dem Römischen Pigneto. Das resultiert nicht selten in einem Erfahrungshorizont, der immer noch näher an der<span id="more-9990"></span> <em>grande bellezza</em> ist als an dem tristen Erwachen, das auf die fordistischen Träume von Gropius und Corbusier folgen sollte.</p>
<p>Die Metropole als Identifikationsraum ist nach wie vor oder vielleicht sogar mehr denn je durch das geprägt, was Phrasenschleuder Roland Barthes einmal die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen nannte, eine akademisch abgewirtschaftete Bezeichnung, an die man beim Thema Stadt dennoch ab und zu erinnern sollte, da in vielen urbanen Millieus eine Art Dorfmentalität vorherrscht, die nur ihren eigenen partikularen (Nachbarschafts-)Horizont mit Assoziationen belegt. Das urbane Ganze, die vielfältige Mischung aus Alt und Neu, bleibt die Domäne kopflastigerer Diskurse.</p>
<p>Umso erfreulicher, dass der Soundbastler Flavio Rivabella alias Der Bekannte Post-Industrielle Trompeter, kurz DBPIT mit Partnerin XxeNa und zwei weiteren Gästen dem Sujet gerade ein Album gewidmet hat, dass mit acht Tracks und ebenso vielen Fotografien der ambivalenten Vielgestaltigkeit großer Städte Rechnung trägt. Wie nicht untypisch für Rivabellas neuere Aufnahmen gibt sich die Musik pulsierend elektronisch und ist recht weit entfernt von den offen dadaistischen Klanggebilden des Frühwerks im Dunskreis von Novy Svet und Mushroom&#8217;s Patience. Die monotonen Takte des Openers lassen Serielles vom Fließband assoziieren und knüpfen direkt an einen Teil der Fotoaufnahmen an, die ebenso serielle Wohnfabriken und ähnliches zeigen.</p>
<p>Nun wäre all dies arg tendenziös, käme es ohne einen eigenen ästhetischen Reiz daher, der sich im Schattenspiel der Aufnahmen ebenso findet wie im Clubfeeling einiger Stücke (herausragend die Kraxelbeats in „Loud and Clear“). Und es wäre noch einseitiger, würde der genannte Inner City-Charme mit seiner hippen Nostalgie fehlen, der sich nicht nur in den verwunschenen Verfallsszenarien einiger Fotos zeigt: Blues-Reminiszenzen wie in „Eternal Blue“ und vor allem Rivabellas stoisch abgeklärte Trompetenparts bringen nicht nur die nötige Coolness, sondern – altmodisch gedacht – auch ein bisschen Kultur in die zivilisierte Monotonie. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://dhaturarecords.bandcamp.com/">Dhatura</a></strong></p>
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