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	<title>African Paper &#187; Gaspare Sammartano</title>
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		<title>BOGONG IN ACTION: Mahalo</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2015 07:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn ich meinen Recherchekünsten trauen soll, dann gibt es bislang keine deutschsprachige Netzquelle, die tiefergehendes Wissen über Bogong in Action verbreitet. Dabei ist das räudige Lärmtrio in ihrer Heimatstadt, dem süditalienischen Taranto, das ohnehin eine kleine Musikhochburg ist, längst berühmt-berüchtigt. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/03/07/bogong-in-action-mahalo/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/02/bogonginactionmahalo.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9873" title="bogonginactionmahalo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/02/bogonginactionmahalo-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn ich meinen Recherchekünsten trauen soll, dann gibt es bislang keine deutschsprachige Netzquelle, die tiefergehendes Wissen über Bogong in Action verbreitet. Dabei ist das räudige Lärmtrio in ihrer Heimatstadt, dem süditalienischen Taranto, das ohnehin eine kleine Musikhochburg ist, längst berühmt-berüchtigt. Zudem jemand mit von der Partie ist, der auch hierzulande seine Fans hat, nämlich der Drummer Gaspare Sammartano, der zusammen mit Donato Epiro das psychedelische Schweineorgelduo Cannibal Movie betreibt, wobei es dann endgültig geklingelt haben sollte. Nun sind die Kannibalen auf ihre Art durchaus schöngeistig unterwegs, und<span id="more-9872"></span> Kollege Epiro entpuppte sich auf seinem Solodebüt letztes Jahr als einer der vortuosesten neuen Ritualmusiker. Ich erwähne das deshalb, weil die Bogongs &#8211; übrigens eine Mottenart &#8211; von all dieser vergleichsweise hehren Kunst nicht weiter entfernt sein könnten, und auch gar nichts anderes wollen.</p>
<p>Noise Punk, Garage Trash, Speed Math und weiß der Geier was für Genremonster man sich noch ausdenken und am besten mit dem Suffix -core versehen könnte &#8211; man kann sie auch gleich wieder vergessen, denn die drei unverquasten Apulier hauen schlichtweg auf die Kacke, dass es kracht und rauscht. Das macht ungemein Spaß, auch wenn der Sänger einem mit seinem hohen, hysterichen Gekeife immer mal wieder eine Ladung Angst durch die Glieder jagt. Zwei Gitarristen und ein Drummer produzieren stakkatohafte Bretter von ein bis zwei Minuten Spieldauer, die mal repetitiv nach vorn preschen, mal chaotisch und unaufgeräumt auf der Stelle herumstampfen, alle Nase lang fliegen einem orgiasitische Hihats um die Ohren, wenn sich nicht alles in einem lauten Tusch erledigt. Fiese Soli und funky Breaks sorgen dafür, dass keine Gleichförmigkeit aufkommt und belegen an einigen Stellen, dass hier nicht einfach Stressmacher am Werk sind, sondern talentierte Stressmacher, was kein kleiner Unterschied ist.</p>
<p>Der Vokalist stößt verzweifelte Schreie aus, deren Enrsthaftigkeit man schon deshalb nur schwer ermessen kann, weil man die Lyrics kaum versteht, das einzige Wort, an das ich mich noch erinnere, lautet &#8220;revolution&#8221;. Aber er bewegt sich stimmlich auch immer nahe an der Grenze zur Selbstauflösung und sorgt für genau das Pensum Ambiguität, das der Platte ihr Gepräge verleiht. Das ist dann auch das einzig Kopflastige, dass mir erwähnenswet erscheint. &#8220;Mahalo&#8221; erschien erstmals vor zweieinhalb Jahren auf CD und wurde jüngst auf 300 Vinylplatten wiederveröffentlicht.</p>
<p><strong>Label: Metzger Therapie</strong></p>
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		<title>Our nostalgic feelings are projected towards the future. Interview mit Cannibal Movie</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jun 2013 07:33:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Teile der Menscheit begannen, sich als modern und rational zu betrachten, bedurfte es einer markanten Kehrseite, welche die eigene Zivilisiertheit im Kontrast umso deutlicher hervorscheinen ließ. Furchteinflößend musste der finstere Doppelgänger sein, war es doch seine Aufgabe, die zurückgelassene &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/01/our-nostalgic-feelings-are-projected-towards-the-future-interview-mit-cannibal-movie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7025" title="cannibalmovie1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie1.jpg" alt="" width="156" height="221" /></a>Als Teile der Menscheit begannen, sich als modern und rational zu betrachten, bedurfte es einer markanten Kehrseite, welche die eigene Zivilisiertheit im Kontrast umso deutlicher hervorscheinen ließ. Furchteinflößend musste der finstere Doppelgänger sein, war es doch seine Aufgabe, die zurückgelassene Roheit umso barbarischer und jeden Rückfall undenkbar erscheinen zu lassen. Neben übernatürlichen Gestalten musste vor allem der sogenannte Wilde dafür herhalten, und der Kannibale war einer seiner krassesten Ausprägungen, weshalb er auch nie die romantische Inversion als &#8220;edel&#8221; erfahren hat. Moderne Europäer dachten beim Kannibalen meist an Völker aus den Kolonien, freilich gibt es Verzehr von Menschenfleisch auch in der eigenen Geschichte</strong><strong>. <span id="more-7020"></span>So sind z.B. Fälle von Kannibalismus unter christlichen Kreuzfahrern dokumentiert. Mit den Kannibalenfilmen, die in den 1970er Jahren von Regisseuren wie Umberto Lenzi, Ruggero Deodato und auch Jess Franco gedreht wurden, schuf sich die spätmoderne Popkultur eine neue Folklore, in der sich vielfältige Konnotationen überlagerten: Derbe Exotik, sexualisierte Gewalt, grotesker Humor und immer noch das alte eskapistische Bedürfnis nach einer &#8220;echteren&#8221; Welt, mag diese auch den verdrehtesten Projektionen entsprungen sein. Dass reißerische Massenkost (die in &#8220;Cannibal Holocaust&#8221; freilich schon ihren eigenen Metakommentar fand) damals noch originell und ästhetich ansprechend sein konnte, ist einer der Gründe, warum die einst als Kommerzschund produzierten Filme heute eine große Wertschätzung erfahren, sei es als Zeitdokument, sei es in Form ernsthafter oder weniger ernsthafter Verkultung. Zu den Künstlern, die sich in den letzen Jahren von solchen Genres inspirieren ließen, zählen Donato Epiro und Gaspare Sammartano, die zusammen das experimentelle Rockduo Cannibal Movie bilden. Kannibalenschinken sind nur ein besonders bezeichnender Teil ihres Spektrums an Einflüssen. In ihren auf Orgel und Drums basierenden Kompositionen finden sich Referenzen auf Western und Zombiefilme, sowie auf eine Reihe an bekannten und weniger bekannten italienischen Musikern des 20. Jahrhunderts. Im folgenden Interview kommen die beiden erstmals in deutscher Sprache zu Wort.</strong></p>
<p><a title="Our nostalgic feelings are projected towards the future. Interview with Cannibal Movie" href="http://africanpaper.com/2013/06/01/our-nostalgic-feelings-are-projected-towards-the-future-interview-with-cannibal-movie/"><strong>Read the English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Cannibal Movie gelten hierzulande als recht obskur. Wollt ihr euch kurz vorstellen und erzählen, wo ihr herkommt?</strong></em></p>
<p>Wir kommen aus einer Stadt in Süditalien, Taranto. Es ist ein ganz besonderer Ort, von zwei Meeren umgeben, wo Aktivitäten wie Fischen und Ackerbau zusammen mit ländlicher Architektur und alten religiösen Traditionen mit der Massenherstellung vom Stahl und Umweltproblemen koexistieren; eine Menge Widersprüche, die einen sehr stimulierenden Ort zum Leben daraus machen. Tatsächlich ist das unser Ausgangspunkt, hier arbeiten wir und gehen unserer Leidenschaft für Musik, Biologie, Pflanzen und Kino nach.</p>
<p><em><strong>Ist Cannibal Movie euer Hauptsprojekt oder haben die anderen Gruppen, in denen ihr spielt, einen ähnlichen Stellenwert? Welche eurer Bands sind derzeit noch aktiv?</strong></em></p>
<p>Wir sind beide in andere Projekte involviert. Gaspare spielt Schlagzeug in einer Band namens Bogong in Action und ich betreibe ein Soloprojekt unter meinem eigenen Namen. Innnerhalb unserer gemeinsamen Erfahrungen entwickeln und bewegen wir uns zum Teil in entgegengesetzte Richtungen. Was wir jeweils individuell in die Band einbringen, entscheidet sich instinktiv und läuft einerseits auf freie Rhythmen, andererseits auf kontrollierte Elektronik hinaus.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7027" title="cannibalmovie2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie2-209x300.jpg" alt="" width="209" height="300" /></a>Eure Musik hat zahlreiche Referenzen an Psychedelia aus den späten Sechzigern. Was fasziniert euch am meisten an diesen Stilrichtungen? Ist es in Ordnung für euch, wenn man eure Musik als &#8220;Retro&#8221; oder als nostalgisch bezeichnet?</strong></em></p>
<p>Wir werden oft als eine Psychedelic-Band klassifiziert, aber ehrlich gesagt sind unsere wichtigsten Bezüge andere. Wir sind sehr stark beeinflusst von italienischer Musik von den Sechzigern bis zu den Achtzigern, vor allem von Soundtracks, frühen Electronica-Experimenten, Produktionsmusik für Filme. Wir sind immer wieder fasziniert von der Frische und Intensität dieser Musik, und für uns war es selbstverständlich, bei der Entwicklung unseres eigenen Sounds von diesen Quellen auszugehen, sie zu filtern durch Jahre neuer Entwicklungen im Rahmen von Noise, Drones, Electronik und aller Arten von Sounds, die wir mit der Zeit aufgesogen haben; als Hörer sind wir wirklich Allesfresser. Wie dem auch sei, unsere nostalgischen Gefühle sind auf die Zukunft projiziert.</p>
<p><em><strong>Was sind eure Lieblingskünstler aus dieser Ära? Irgendwelche Geheimtipps?</strong></em></p>
<p>Selbstverständlich einige der großen Komponisten wie Ennio Morricone, Riz Ortolani, Piero Umiliani, Amedeo Tommasi, Armando Sciascia, Alessandro Alessandroni, Giuliano Sorgini, Giusto Pio. Außenseiter wie Franco Battiato, Roberto Cacciapaglia, Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza, Prima Materia. Schillernde Persönlichkeiten wie Gianni Sassi.</p>
<p><em><strong>Was sind deiner Ansicht nach die “modernsten“ Elemente eurer Musik?</strong></em></p>
<p>Die Lautstärke. Spaß beiseite, wir versuchen, zeitlose Musik zu spielen, die zugleich altertümlich und futuristisch klingt.</p>
<p><em><strong>Wenn immer ich gute alte (oder auf alt gemachte) Musik höre, möchte ich den typischen Prozess der Modekonjunkturen verfluchen, der originelle Stile in etwas Gewöhnliches und letztendlich in etwas Altmodisches verwandelt. Wenngleich Retrokonzepte auch nur ein Teil dessen sind, denkst du, dass Referenzen an historische Stilrichtungen (oder sogar so etwas wie Sammeln) trotzdem gegen den Zahn der Zeit wirken können?</strong></em></p>
<p>Es könnte ein Versuch sein, den Fluss der Zeit anzuhalten und in einen zeitlosen Raum gleiten zu lassen, der aus all den Klängen, Objekten und Erfahrungen, die wir lieben, gemacht ist. Es wäre gewiss beruhigend, innerhalb dieser bequemen Blase zu leben, aber gleichzeitig kann das auch eine Herausforderung für die Kreativität und den Fortschritt sein. Neue Technologien helfen uns, all die alte Musik leichter zugänglich zu machen, im Hier und Jetzt ist es, als gäbe es keinen zeitlichen Verlauf mehr. Wir sind absolut Kinder unserer Zeit.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie5.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7029" title="cannibalmovie5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie5-300x274.jpg" alt="" width="300" height="274" /></a>Könntet ihr euch verstellen, euer Instrumentarium aus Schlagzeug und Orgel durch weitere Instrumente oder Stimme zu erweitern?</strong></em></p>
<p>Wir arbeiten gerade an einem Audio/Video-Set, das auf dem italienischen Kultfilm “La casa dale finestre che ridono” basiert, der von Pupi Avati gedreht wurde, Amedeo Tommasi komponierte damals die Musik dazu. Für die Vertonung haben wir uns für einen etwas elektronischeren Sound entschieden, wir verwenden nur manipulierte Orgelklänge, Drumcomputer und zwei weitere alte Synthies. In Zukunft werden wir weitere neue Möglichkeiten ausprobieren und gleichzeitig versuchen, den Kern unserer Klänge zu bewahren.</p>
<p><em><strong>Filmreferenzen sind ein Hauptthema eurer Veröffentlichungen. Warum war es gerade das Kannibalen-Genre, nachdem ihr euch benannt hattet?</strong></em></p>
<p>Kannibalenfilme sind ein typisch italienisches Genre, dessen Merkmale perfekt zu dem passen, was auch unsere Musik im Wesentlichen ausmacht. Auf gewisse Weise ist das sehr stark mit unserer eigenen Kultur verknüpft, nur durch die Farben verfremdet, und natürlich durch die Stimmung des exotischen Szenarios.</p>
<p><em><strong>Dem Anthropologen Claude Lévi-Strauss zufolge ist Kannibalismus eine Form des Inzest. Ist das ein Gedanke, den ihr nachvollziehen könnt oder würdet ihr sagen, dass das zu weit hergeholt ist?</strong></em></p>
<p>Es kann als eine Art Identifikation und Verkehr mit dem anderen betrachtet werden, als buchstäbliche Einverleibung des anderen. Mehr noch, wenn man an die katholische Tradition denkt, oder an archaische Religionen, wo die Gläubigen den Körper ihres Gottes essen.</p>
<p><em><strong>In “Cannibal Holocaust“ wird die Rolle der Medien und die Medien selbst (v.a. Film) während des Films kritisch reflektiert. Denkst du, dass “Cannibal Holocaust“ aus diesem Grund noch heute ein relevanter Film ist?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie3.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7031" title="cannibalmovie3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie3-208x300.jpg" alt="" width="208" height="300" /></a>Ohne Zweifel. Die Themen von &#8220;Cannibal Holocaust&#8221; sind ausgesprochen aktuell, und es ist ohnehin sehr reduktiv, den Film nur aufgrund der visuellen Gewalt zu diskutieren. Mediale Manipulation der Wirklichkeit ist in der Tat ein sehr reales Problem, und es ist frustrierend, festzustellen, dass die neuen Informationsmöglichkeiten diesen Vertrauensverlust nicht wirklich zu kompensieren in der Lage sind. Oft produzieren sie nur neue Verwirrungen und Widersprüchlichkeiten.</p>
<p><em><strong>Habt ihr jemals Leute aus dieser Ära persönlich getroffen? Ein Freund von mir hat vor einiger Zeit ein Interview mit Franco Prosperi geführt, der in einem Haus im Wald voll mit bizarren Exotica wohnt&#8230;</strong></em></p>
<p>Wir hatten indirekten Kontakt mit Prosperi: Unsere Musik wurde als Soundtrack verwendet für eine kurze Interview-Doku (vom VICE Magazine produziert), die im Haus des Regisseurs gedreht wurde (in Formia, nicht weit entfernt von Taranto).</p>
<p><em><strong>Musik ohne typische Songstruktur wird gerne als &#8220;Soundtrack für den imaginären Film&#8221; bezeichnet. Auch wenn es ein bisschen klischeehaft klingt, sind visuelle Assoziationen bei Musik natürlich legitim. Kannst du mit dem Gedanken etwas anfangen?</strong></em></p>
<p>Ja, und es ist besonders interessant zu sehen, was Formen &#8220;abstrakter&#8221; Musik abhängig vom jeweiligen Hörer bewirken können. Konkrete Welten und griffige Bilder können entstehen, oder der Klang selbst beschreibt abstrakte Ideen oder Dinge, die auf den ersten Blick wenig mit Musik zu tun haben, wie zum Beispiel Objekte. Es können die unterschiedlichsten Ergebnisse sein.</p>
<p><em><strong>Vor kurzem habt ihr die EP “Mondo Music“ veröffentlicht. Würde jemand eine Art Neo Mondo-Film passend zu eurer Musik drehen, wie sollte der Film aussehen?</strong></em></p>
<p>Optimal wäre, wenn er auf den Gegensatz von wissenschaftlichem und technologischem Fortschritt und den unüberwindbaren primitiven und irrationalen Instinkten des Menschen bezogen wäre. Es scheint, dass die technische Evolution nicht mit dem tatsächlichen Innenleben und der intellektuellen Entwicklung derer korrespondiert, die davon profitieren sollten.</p>
<p><em><strong>Jess Franco ist vor kurzem gestorben. Wie würde sich die passende Trauermusik von Cannibal Movie anhören?</strong></em></p>
<p>&#8220;Schiave Bianche&#8221; könnte ein guter Trauermarsch sein.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie7.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7033" title="cannibalmovie7" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie7-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Zum Schluss die obligatorische Frage nach den aktuellen Plänen &#8211; arbeitet ihr schon an neuen Aufnahmen, und was steht für den Rest des Jahres an?</strong></em></p>
<p>Aktuell steht die Vinyl-Edition von &#8220;Mondo Music&#8221; an (beim italienischen Label Yerevan Tapes), ansonsten gibt es den Sommer über eine Reihe an Konzerten, zum Abschluss eine kleine Tour in Griechenland im September. Danach fangen wir mit neuen Sachen an, dabei wird es auch ein paar neue Überraschungen geben.</p>
<p>(JJ, MG &amp; US)</p>
<p><a href="http://cannibalmovie.blogspot.com/">cannibalmovie.blogspot.com</a></p>
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