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	<title>African Paper &#187; Grumbling Fur</title>
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		<title>GRUMBLING FUR: Furfour</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2017 03:36:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/grumblingfurfurfour.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13101" title="grumblingfurfurfour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/grumblingfurfurfour-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Manche sagen, mit Grumbling Fur leben Alexander Tucker und Daniel O&#8217;Sullivan ihre poppige Seite aus. Hört man dann noch, dass ihre Musik oft Gesangsduette im Stil des in den Fünfziger Jahren beliebten Harmoniegesangs enthält, könnte man sich darunter zunächst etwas sehr gefälliges, vielleicht sogar langweiliges vorstellen. Man darf aber beruhigt sein, denn bei aller Liebe zur Harmonie führen die beiden, die auf ihrem aktuellen Album „Furfour“ Verstärkung von Charles Bullen (This Heat) und Isobel Sollenberger (Bardo Pond) bekommen, so ziemlich<span id="more-13100"></span> alles ad absurdum, was man sich so unter glatten, kompakten Songs vorstellt – und das ganz nebenbei, denn primär verarbeitet das Album persönliche Erfahrungen der letzten Jahre.</p>
<p>Das harmonischste an den Songs ist fast immer der Gesang: Stets in Moll gehalten mit wehmütigen Refrains bringt er so manchen Ohrwurm zustande, und schon das frühe „Strange the Friends“ ist in der Hinsicht ein Höhepunkt. Doch Grumbling Fur sind kleine Spielverderber, denn sie lassen dem Gesang nie vollends den vorderen Bühnenraum, lassen ihn viel eher zu einem Teil der jeweiligen Kulissen werden, aus der er nur deshalb manchmal herausragt, weil er eines der wenigen Leitmotive abgibt. Andere Komponenten – beschwingte, schlacksige Takte, blubbernde Synthloops, melodramatiche Streicher, helle Snares aus der Drummachine und schnelles Gitarrenpicking – wechselt oft recht unverhofft von Song zu Song.</p>
<p>Die Arrangements all dessen geben dem dekonstruierten Pop gerade sein ungreifbares Gepräge: die stellenweise Holprigkeit der wie aufgeklebt wirkenden Takte in zahlreichen Songs, das zittrige Tremolo, das „Pyewacket Palast“ und „Acid Ali Khan“ wie durch einen verschwommenden Film zum Hörer durchdringen lassen, das schlaftrunkene Piano in „Heavy Days“, das Rauschen und Rumoren in „Perfect Reader“ &#8211; all dies taucht die Musik in eine impressionistisch anmutende Vagheit, die die Songs noch sensibler wirken lässt, als es klare Konturen vermocht hätten.</p>
<p>Wenngleich O&#8217;Sullivan und Tucker ihren Gesang wie nie zuvor in seiner Schönheit vervollkommnet haben, ist „Furfour“ doch nicht minder fordernd als das in etwa zeitgleich entstandene „Preternaturals“ mit seinen repetitiven Abstraktionen oder die teils ungeschlachten Epen auf „Glynnaestra“. Und so entfaltet das Album seinen ganzen Gehalt auch erst nach einiger Zeit. Und das ist eine Menge, denn das Album ist wie Laniakeas „A Pot of Powdered Nettles “ in Ian Johnstones Haus entstanden, und ich habe den Eindruck, dass der Ort mit seinen vielen Erinnerungen zu keinem geringen Teil am Album mitgeschrieben hat. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://thrilljockey.com/">Thrill Jockey</a></strong></p>
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		<title>LANIAKEA: A Pot Of Powdered Nettles</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jun 2016 05:26:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Platten, die in musikalisch-textlicher Hinsicht eine solche Reichhaltigkeit und Tiefe aufweisen, dass ihr Charisma ganz ohne einen besonderen Hintergrund auskommt. Erfährt man dann doch etwas über die Raison d&#8217;Être eines solchen Albums, bekommt man eine Ahnung, woraus sich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/06/11/laniakea-a-pot-of-powdered-nettles/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/laniakeaapotofpowderednettles.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12267" title="laniakeaapotofpowderednettles" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/laniakeaapotofpowderednettles-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt Platten, die in musikalisch-textlicher Hinsicht eine solche Reichhaltigkeit und Tiefe aufweisen, dass ihr Charisma ganz ohne einen besonderen Hintergrund auskommt. Erfährt man dann doch etwas über die Raison d&#8217;Être eines solchen Albums, bekommt man eine Ahnung, woraus sich diese Fülle speist. Im Fall von „A Pot of Powdered Nettles“, dem Debüt des aus Daniel O&#8217;Sullivan und Massimo Pupillo bestehenden Duos Laniakea, ist dieser Hintergrund nicht etwa in theoretischen Überlegungen zu finden, sondern in der Vorgeschichte, die bis in die Spätphase von Coil zurück reicht<span id="more-12266"></span>. John Balance verbrachte seine letzten Monate bei seinem letzten Freund, dem Künstler Ian Johnstone a.k.a. Mr. Todd, und lebte quasi in dessen Haus in Tottenham im Norden Londons.</p>
<p>Johnstone hatte vielseitige Interessen, getaltete Cover von Coil und anderen Bands, war außer Künstler noch Imker, zudem sammelte er okkulte Gegenstände und allerlei Kuriositäten, und nach Balance Tod befand sich sicher auch einiges aus dessen Nachlass in seinem Haus. Dieses hatte immer eine offene Tür für befreundete Künstler und Musiker, und war jemand in Not, konnte er dort auch ein provisorisches zuhause finden. Einer dieser Freunde war der Musiker Daniel O&#8217;Sullivan, der in Bands wie Mothlite, Guapa, <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/aethenor-faking-gold-and-murder/">Æthenor</a>, Grumbling Fur und Ulver spielte, und nachdem im letzten Jahr auch Johnstone verstarb, war er es, der sich um die Hinterlassenschaften kümmerte.</p>
<p>Dass daraus, aus der Trauer, dem Ordnen von Gegenständen und der Zeit in Johnstones Haus ein Album hervorgehen sollte, war nicht geplant, es ergab sich beinahe wie von selbst, als O&#8217;Sullivans Freund <a href="http://africanpaper.com/2016/05/04/oren-ambarchi-massimo-pupillo-stefano-pilia-aithein/">Massimo Pipillo</a>, Bassist u.a. bei Zu und <a href="http://africanpaper.com/2015/05/16/ardecore-vecchia-roma/">Ardecore</a>, auf einen Besuch vorbeikam und man sich gemeinsam all den starken Emotionen hingab. Irgendwann floss all dies in eine ganz neue kreative Bahn, und die Band Laniakea war geboren, ein Projekt, das sich ganz dem Channeln und Umwandeln starker emotionaler Energien verschrieben hat.</p>
<p>„A Pot of Powdered Nettles“ ist ein Album voller Melancholie geworden, das gleichzeitig vor Kraft und Schönheit geradezu übersprudelt, ein Amalgam aus verwaschenen Soundbrocken, Song-Ansätzen im Downtempo und jeder Menge etherischer Schönheit, das nie ganz zu einer Einheit verschmilzt, und dessen Stimmung Himmel und Hölle eher überblendet, als sie ineinander aufzulösen. Im eröffnenden „The Contagious Magick Of The Superabundance“ klingen in den Ritzen monumentaler Dröhnwellen pittoreske Regenfälle an, und ätherische Chorgesänge und sanfte Melotron-Passagen erreichen mit einfacher Klangrhetorik eine große, sich graduell steigernde Intensität, die mit Pupillos Bassknarren in einem lodernden Brand gipfelt.</p>
<p>In allen vier Stücken offenbart ich über lange Strecken ein Widerstreit zwischen Lieblichem und rauer Dunkelheit, und lange Drones, deren Richtung immer vage bleibt, halten zusätzliche Spannung aufrecht. Dennoch entsteht der Eindruck, dass in all dem Harmonie und das Gefühl vom Linderung am Ende obsiegt. In „The Sky is an Egg“ winden sich aus infernalischem Rauschen und einer Vielzahl erratischer Streicher Pupillos gedämpfte Akkordfolgen heraus, und die entspannte, eher fragile Stimme O&#8217;Sullivans erreicht auch hier im glühenden Aufruhr die Verwandlung ins Schöne. Ähnlich „Zone in Parallel Rose“, das schrägste, zugleich aber auch am ehesten songorientierte Stück des Albums, bei dem sich die Echolalien verrückter Frauen und bedrohlich ratternde Takte in ein „kosmisches“ Vokalstück verwandeln. Auch hier füllt O&#8217;Sullivan alles mit einer Trauer, die einer diffusen Hoffnung Raum gibt.</p>
<p>Doch „A Pot&#8230;“ hat wenig von einer Schnulze mit einem simplen Happy End, und so wirft einen das ausladende „Calcite“ ein weiteres mal in einen undefinierbaren emotionalen Strudel. Freilich, das liebliche ist hier noch durchgehender präsent, in den Vocals des von Coils „The Ape of Naples“ her bekannten Contertenors Francois Testory, im Bimmeln von Glöckchen, aus denen sich pastorale Akkorde herauswinden, in den entrückten Klängen einer asiatischen Flöte, doch Dinge irgendwo zwischen Verfremdung und Realitätsschock sind nicht weit, wenn es quietscht und schleift, wenn ein Kind unverständliches auf einen AB spricht und einmal mehr wenn Pupillio seinen abgründigen Bass knarren lässt.</p>
<p>Wenn diese musikalische Wunderkammer eines kann, dann eine Vorstellung davon zu geben, welche Wunderkammer Johnstones Kosmos gewesen sein muss, idyllisch, aber – etwas profan gesprochen – mit Ecken und Kanten, bei der Schalk und comic relief hinter zahlreichen Kuriositäten hervorlugen. Letztlich eine liebevolle Hommage, die – natürlich primär wegen des Bezugsg zu John Balance – auch in einem Atemzug mit <a href="http://africanpaper.com/2012/09/08/myrninerest-%e2%80%9ejhonn%e2%80%9c-uttered-babylon/">Myrninerests „&#8217;Jhonn&#8217;, Uttered Babylon“</a> genannt werden kann. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://houseofmythology.com/">House of Mythology</a></strong></p>
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