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	<title>African Paper &#187; Hau Ruck!</title>
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		<title>MUSHROOM&#8217;S PATIENCE: Water</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 02:57:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das schon einmal &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/09/mushrooms-patience-water/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38571" title="MP_Water_mockup" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><span style="font-weight: 300;">Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das <a title="MUSHROOM’S PATIENCE: Road To Nowhere" href="http://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/">schon einmal</a> &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, in denen sich der musikalische Stil immer wieder neu ausrichtete, noch die anderen Projekte von Mastermind Raffaele Cerroni wie Microloop und Bluphonic abhandeln würde.<span id="more-38569"></span></span></p>
<p>Eine ausgesprochen fruchtbare Phase in dem, was man mit herkömmlichen Begriffen als ihre Karriere bezeichnen könnte, waren die Jahre nach 2000, als Mushroom&#8217;s Patience, die bisher ein eher lokaler Geheimtipp der italienischen Hauptstadt waren, beim österreichischen Hau Ruck!-Label unterkamen und sich zur Eroberung der weiten Welt des Post Industrial und Dark Folk mit all ihren Ausprägungen aufmachten. Ein Geheimtipp sind sie nach wie vor, was auch daran liegen mag, dass ihre surreale, z.T. proglastige Mixtur aus experimentierfreudiger Klangkunst, Zutaten aus der Jazzkiste und dadaistisch gebrochenen Folkansätzen einen breiteren Horizont fordern würde, als er in diesen Kreisen üblicherweise anzutreffen ist. Vereinzelte Ausnahmen gab es unter den &#8220;Szenegängern&#8221; aber durchaus, und die wurden gemeinhin glühende Fans.</p>
<p>In dieser Zeit kam es auch zu neuen kreativen Freundschaften, die wichtigste darunter ist ziemlich sicher die mit Jürgen Weber und Frl. Tost von Novy Svet, die damals gerade den ersten Zenit ihre eigenen Bandkarriere erlebten. Die wirkten dann auch sehr maßgeblich an den in dieser Zeit veröffentlichten Longplayern mit. Die Rede ist von den drei auf CD erschienenen Alben &#8220;Roma – Wien&#8221;, The Spirit of the Mountain&#8221; und nicht zuletzt &#8220;Water&#8221;, das jüngst in einer ersten Vinyledition neu aufgelegt wurde. Sie wurden dann aufgrund ihrer Themenkomplexe, die sich textlich um die Elemente Erde, Luft und Wasser drehten, aber auch aufgrund stilistischer Brücken, als Trilogie gefasst. Der Bemerkung des Labels, dass &#8220;Water&#8221; auch knapp achtzehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch frisch und unverbraucht wirkt, kann wahrscheinlich jeder zustimmen, der nicht aufgrund persönlicher Übersättigung die Nase voll hat von schrägem, post-industriell eingefärbtem Dadafolk, hinter dessen Triphaftigkeit man immer wieder eine subtile mystische Ernsthaftigkeit erahnen kann.</p>
<p>Mit einem echten Kracher startet die Sammlung an dreizehn lediglich durchnummerierten Tracks, einen Stück, das mit gebrochenem Rhythmen, seltsam bimmelnden Glöckchen und spontan auftretenden Klopf- und Klirrgeräuschen tatsächlich etwas Poppiges offenbart und an eine durch einen massiven Kater gefilterte Version eines ausrangierten Marc and the Mambas-Tracks erinnert. Es gibt die Richtung des Albums auch quasi in a nutshell vor, gleichwohl nur hier die Stimme Meister Cerronis halbversteckt zwischen den Säulen der restlichen Sounds zu hören ist.</p>
<p>Über weite Strecken des restlichen Albums steht Jürgen Weber am Mikro und lässt sein Markenzeichen &#8211; seine tiefe, verrauchte, immer leicht phlegmatisch wirkende Stimme &#8211; auf deutsch, englisch und spanisch durchs Wasser und seine vielfältigen Symbolwelten gleiten, und auch wenn die volle Bedeutung der Texte nicht immer verständlich ist, klingt doch vieles nach einer unverblümten Offenlegung existenziellen Leidens in einer sad world. Bei den musikalischen Motiven wechseln sich Samples aquatischen Rauschens mit Dröhnung, rumpelndem Hantieren und Klavierparts ab, die die Niños De La Bola in Erinnerung rufen, während die smoothe Trompete keines Geringeren als Flavio Rivabella die pulsierende Szenerie so gut es geht befriedet. Immer wieder gibt es Momente, in denen die akustischen Elemente der Musik, meist die Gitarre, manchmal mit Unterstützung entspannter Orgelparts, so schöngeistig und stimmungsvoll wie für Mushroom&#8217;s Patience möglich geraten, doch trötende Bläser, dadaistisches Quietschen und nicht zuletzt die unnachahmliche Monotonie mancher Gesangspassagen sorgen immer wieder dafür, dass das Idyll nicht ohne Störung bleibt.</p>
<p>Dem gegenüber stehen unverblümt sperrige Passagen von monumentalem Lärm und tosenden Winden, die den zum Flüstern verdonnerten Gesang umtoben, von apokalyptischen Pauken über einem Harmonium-Teppich im Nicostyle, von geloootem Gelächter, von flitzenden Takten, die eine zwitschernde Trompete und etwas, das verdächtig nach einem Gitarrensolo klingt, durch die Szenerie tragen. In diesen Momenten ist vielleicht Frl. Tost zu hören und ziemlich sicher Clau D.E.D.I., der laut Credits für Noises und Rituals zuständig war.</p>
<p>Allen, die &#8220;Water&#8221; seinerzeit verpasst haben sollten und allen Neueinsteigern in den Mushpar-Kosmos sei die neue Vinyl-Edition dieses kaum gealterten Albums mit Nachdruck ans Herz gelegt. Ganz nebenbei eignet es sich auch als Teaser für &#8220;La Nueva Normalidad&#8221;, das lange angekündigte erste Studioalbum nach &#8220;Antimodernismo&#8221; (2019), von dem gerade <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OgzfnbM7L84">ein neuer Song</a> vorliegt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.enfant-terrible.nl/releases/mushrooms-patience-water/">Vrystaete / Enfant Terrible</a></strong></p>
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		<title>NAEVUS: Time Again</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 06:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/naevustimeagain.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23603" title="naevustimeagain" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/naevustimeagain-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Lloyd James war in der jüngsten Zeit derart aktiv mit anderen Bands wie Crisis, Lark Blames und der von wenigen noch erwarteten Veröffentlichung des Man Eat Man Eat Man-Debüts, dass man kaum mit einem neuen Lebenszeichen seines Stammprojektes Naevus gerechnet hätte. Anscheinend hat er und sein solides Aufgebot an Musikern die unberechenbare Situation im vorigen Jahr bestens genutzt, denn seit einiger Zeit geistert &#8220;Time Again&#8221; durch die gestreamte Welt und ist nun auch als CD erhältlich.<span id="more-23602"></span></p>
<p>Es ist nicht nur James&#8217; charakteristische Stimme, die einem gleich in den ersten Minuten ein vertrautes Naevus-Gefühl vermittelt, sondern auch die Mischung aus drängenden, punkigen Drums und geschrammelten Akustikgittaren, die dem umgekünstelten Ohrwurm &#8220;Ode to Rind&#8221;, einer obskuren Botschaft aus dem Sarg, ein stabiles Fundament geben. Nachdem der Opener (und im Laufe des Albums einige weitere Songs wie &#8220;Do it Twice&#8221;, &#8220;Shoe me Boat&#8221; und das schwermütige &#8220;The Endless Winter&#8221; mit seiner resignativen Klage über die mühsame Suche nach dem Licht am Ende des Tunnels) auf die vertraute Art daherkommen, die Rezensenten immer wieder zu Vergleichen mit so unterschiedlichen Kollegen wie Echo and the Bunnymen, Death in June oder New Model Army verführten, so stechen einige Tracks mit einem leichten Touch von Americana heraus. So der rockige Titeltrack und besonders &#8220;Not a Word&#8221;, dessen pappschachtelige Drums zunächst einfach wirken, dessen Dialog elektrischer und akustischer Gitarren aber ein feinsinniges Gewebe entstehen lässt, das mehr sagt als die Worte, deren Fehlen im Text so eindrücklich beklagt wird. Worte kommen (nicht nur) hier u.a. als hintergründiger Gesang von Aurora Lee, die zusammen mit James einen weiteren Zopf flechten. Wer sich entsprechend auskennt, kann zudem die Beiträge von Tony Wakeford, David E. Williams und Andrew Trail heraushören.</p>
<p>Viele der Songs überraschen durch halbversteckte kleine Ideen, die unerwartete Farben ins Bild bringen und so auch die belohnen, denen der Reiz der bei Naevus wichtigen Monotonie unzugänglich bleibt, und die auch die Tatsache, das sich die Songs fast immer im Verlauf wandeln, nicht entschädigt. &#8220;Fearing&#8221;, das eine alles verschlingende Angst mit Orgel, Gitarre und stoischem Gesang in ein poetisches Bild packt, wäre nicht jedem gelungen. &#8220;120 Days of Sediment&#8221;, dessen Dark Folk sich mit der Zeit immer mehr als nowaviges Monster entpuppt, projiziert nicht nur den vermeintlich göttlichen Marquis und Pasolini an eine nassgraue Betonwand, sondern entrückt die ganze Szene in die vielleicht trügerische Welt einer wunderschönen Klaviermelodie. Das schnöde Hier und Jetzt verlangt freilich seine älteren Rechte gleich in &#8220;Shame&#8221;.</p>
<p>Schön, dass Naevus zurück sind, und &#8220;Time Again&#8221; mit dem Artwork von Daniele Santagiuliana ist ein mehr als gelungenes Lebenszeichen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>MONGOLITO: Odyssee</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Apr 2017 06:55:24 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/04/mongolitoodyssee.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13626" title="mongolitoodyssee" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/04/mongolitoodyssee-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Marc De Backer, der solo unter dem Nom de guerre Mongolito auftritt, ist viel herumgekommen, und das sowohl in musikalischer als auch in geographischer Hinsicht. Im heimischen Brüssel spielt(e) der Gitarrist in diversen Bands wie der krautigen Metalcombo Wolvennest, ebenso verdiente er sich einige Meriten als Mitglied der in den 90ers ziemlich populären amerikanischen Crossoverbands Dog Eat Dog und Mucky Pup. In seinen Soloarbeiten, die er seit einigen Jahren über Hau Ruck! unters Volk bringt<span id="more-13625"></span>, lotet er die Möglichkeiten aus, die in einer einzelnen Gitarre und diversen Effekten stecken, und klingt dabei immer wieder so opulent wie eine mehrköpfige Kapelle.</p>
<p>Wollte man die Musik auf seinem neuen Longplayer „Odyssee“ auf eine griffige Formel bringen, so könnte man sie kurz und knapp als psychedelische Dronemusik bezeichnen. De Baecker kennt sich allerdings zu gut aus in den Rumpelkammern der Rockgeschichte, um sich mit den gängigen Standards heutiger Post Rock-Loner zu begnügen, und so ist „Odyssee“ auch musikalisch eine Reise ins Ungewisse voll von unerwarteten Abzweigungen in alle möglichen Richtigungen.</p>
<p>Eine dieser Richtungen ist eine dunkle, entschleunigte Variante eines von schwülen, tremolierenden Twangs getragenen Surf Rock, der in Stücken wie dem eröffnenden Titeltrack, dem von Trommelwirbeln aufgewühlten „Tard Noir“ oder dem besinnlicheren „Pluviose“ an Bands wie Heroin in Tahiti erinnert, dabei in seiner monotonen Coolness aber zugleich die Brücke zu Labelkollegen wie Jastreb oder Der Blutharsch and the Infinite Church of the Leading Hand in ihren gemächlicheren Momenten schlägt. Dies kann immer mal wieder in Krautrock-Terrain abbiegen, oder aber, in Stücken wie „Lucidity“ mit einer desolaten Drummachine und hochtönenden Leadgitarren, fast Goth- oder zumindest Post Punk-Feeling aufkommen lassen.</p>
<p>Bei einigen Tracks wie dem von tiefem Saitengeknarre vorangetragene „Petite Ballade En Pathetique Mineur“ wirkt die Entschleunigung so unterkühlt wie mitternächtlicher Zeitlupenjazz, und hier und da scheint die Irrfahrt vollends ins Stocken zu geraten. Von diesen durchaus Spannung erzeugenden Momenten ausgehend verdichten sich manche Tableaus wieder, gewinnen an klanglicher Wärme und ändern mit gesampleten Vocals ihre Ausrichtung. In anderen Fällen wiederum vergehen all die evozierten Traumgesichte einfach, lösen sich im Unbestimmten auf. Trotzdem hat man am Ende, beim finalen „I Can See The Monsters“, nicht den Eindruck, dass die Reise ziellos wie ein Rinnsal im Sand verläuft, denn irgendwie lässt die balladenhafte Stimmung des Schlusspunkts ganz vage auch etwas Versönliches durchscheinen. (A. Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>JASTREB: Orient and Occident</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/07/09/jastreb-orient-and-occident/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2016 04:34:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/jastreboao.jpe"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12334" title="jastreboao" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/jastreboao-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Jastreb wurde vor etwa fünf Jahren von Niko Potočnjak a.k.a The Last Lord of Atlantis in Zagreb gegründet und würden wahrscheinlich von vielen für ein Seitenprojekt der Psychrocker Seven That Spells gehalten werden, wenn nicht noch weitere Musiker beteiligt wären, allen voran Albin Julius und Lina Baby Doll, sowie zeitweise sogar Kawabata Makoto von Acid Mothers Temple &#8211; womit die musikalische Stoßrichtung schon mal abgesteckt wäre, die man grob gesagt als satten psychedelisch gefärbten Hardrock bezeichnen kann. Nachdem nun das dritte Werk der Combo in den Regalen steht, sollte <span id="more-12333"></span>wohl kein Zweifel mehr daran bestehen, dass es sich hier um ein eigenständiges Projekt handelt.</p>
<p>Ihr drittes Album „Orient and Occident“ wirkt wie ein Stimmungsbild, das anhand von vier Ausschnitten, die zumindest textlich wie Schlusstableaus einer epischen Erzählung anmuten, ein endzeitliches Gefühl heraufbeschwört &#8211; alles ohne viel Brimborium, und doch mit einer angemessenen Portion an Mysteriösem und einer ordentlichen Hypnotik. Trotz allem zieht der Habicht („Jastreb“ ist dessen kroatische Bezeichnung, doch es gibt wohl auch einen Kampfjet und einen Raumanzug dieses Namens) eher gemächlich seine Bahnen, denn ein relaxtes Midtempo ist angesagt.</p>
<p>Im mollastigen „The Island“, in dessen schnörkellosen Rocksound geschickt eine orientalische Melodie auf der Violine eingewebt ist, wird aus der Totalen eine Geschichte wie aus einem postapokalyptischen Film entfaltet &#8211; auf der Flucht gelangt eine Menschengruppe, umgeben von der Aura letzter Überlebender einer sterbenden Zivilisation, auf eine Insel. Doch die Gestrandeten agieren dort so menschlich-allzumenschlich wie eh und je, bevor sie von der (selbstverursachten?) Katastrophe in Form eines säuredurchtränkten Ozeans eingeholt werden. Lina von Deutsch Nepal, der auch sämtliche Texte geschrieben hat, trägt die Lyrics in einem dunklen, abgeklärt wirkenden Klangegesang vor und entpuppt sich dabei einmal mehr als solider Sänger mit einem überraschenden stimmlichen Charisma &#8211; das darf man getrost hervorheben, wenn man bedenkt, dass seine Herkunft im Industrial liegt, wo im Schnitt gebrüllt oder monoton gemurmelt wird.</p>
<p>Musikalisch und textlich wirken die vier Songs mit ihren Geschichten wie endzeitliche Szenen, die das letzte Aufbäumen einer schal gewordenen Kultur beschreiben, und ob René Guenons gleichnamiges Buch titelgebend war &#8211; man weis es nicht, denn alles scheint nur vage und assoziativ verknüpft, stellt es dem Hörer frei, zu kombinieren oder sich auch nur auf die Musik und ihre Stimmung zu konzentrieren. Mit „Amanda Lear“ und dem ganz ohne Drums auskommenden „Pasolini Nightmare“ werden zwei Nachtgesichte gereiht: Eine queere Disco-Queen leitet den Hörer mit schrägen Violinen durch eine schwüle Vollmondnacht. Dann schwebt man auf einem wabernden Teppich aus kleinteiligen Gitarrenornamenten in ein Szenario aus einem Film, der wie eine Inversion von Pasolinis Matthäus-Evangelium erscheint und den Träumenden verstört zurücklässt. „Let Go“ ist aufgeweckter, verspielter, doch auch hier wird kein beruhigender Abspann daraus.</p>
<p>Insgesamt wirkt Jastreb kompakter, d.h. weniger episch und bombastisch als die wohl wichtigsten Bezugsgrößen Seven That Spells und Der Bluthasch and the Infinite Church of the Leading Hand, doch diese Zurückgenommenheit ist es gerade, die das Hypnotische und den dunklen, fatalistischen Grundtenor umso mehr aufscheinen lassen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>BLACK LIGHT ASCENSION: Post Future Recordings</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 06:46:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wer bei „Post Future Recordings“ eine besonders progressive, noch nie dagewesene Musik, also den Sound der vollendeten Zukunft erwartet, wird schnell eines besseren belehrt, denn Black Light Ascension, die Truppe um den KnifeLadder-Veteranen Andrew Trail, spielen eine Musik, die man &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/11/28/black-light-ascension-post-future-recordings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/blapfr.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11209" title="blapfr" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/blapfr-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wer bei „Post Future Recordings“ eine besonders progressive, noch nie dagewesene Musik, also den Sound der vollendeten Zukunft erwartet, wird schnell eines besseren belehrt, denn Black Light Ascension, die Truppe um den KnifeLadder-Veteranen Andrew Trail, spielen eine Musik, die man schwer ohne Querverweis auf die seit Jahren anhaltende 80er-Retromanie charakterisieren kann. Die düsteren Synthies und die zum Teil harten Electrobeats wecken Erinnerungen an klassische Human League und Depeche Mode, stellenweise sind sie nur unwesentlich poppiger<span id="more-11208"></span> als die EBM-Stücke von Gruppen wie Agent Side Grinder. Der Bezug zum Übermorgen ist vielmehr inhaltlicher Natur, und wenn man sich an den Tracktiteln entlanghangelt, so beginnt die Zeitreise ganz dystopisch um fünf vor zwölf und endet beinahe idyllisch in einem neuen Jahr Null. Aus der Asche, die dem Debüt „Ashes“ den Namen gab, scheint sich hier ganz zaghaft ein Phoenix emporzuringen.</p>
<p>Die ersten Minuten beginnen erwartungsvoll, denn „10 Minutes To Midnight“ basiert auf einem monotonen, hypnotisierenden Takt, der nicht verrät, in was für eine Zukunft er die Hörer trägt. Schon bei den nächsten beiden Tracks offenbart sich der Grundcharakter des Albums in nuce. „Safe at Home“ zeigt sich von der kühlen, minimalistischen Seite, fordert die Schwarzgewandeten dieser Welt mit Eispickelbeats zum Tanz auf, und die Sicherheit, die hier besungen wird, ist natürlich trügerisch. „Gerouge“ dagegen gibt sich radiotauglich, die poppige Synthiemelodie ist vielleicht etwas einfach gestrickt, doch der bedeutungsschwere Gesang Trails, nicht unähnlich dem seines Freundes Lloyd James, gibt dem ganzen dann doch ein gewisses Charisma. Und so geht die Reise ihren Gang, illusionslos, doch nicht ohne Neugier auf das ungewisse Morgen, dass im „Year Zero“ mit entspannten Synthieflächen beginnt, die es dem Hörer überlassen, als pastoral oder doch eher als genügsam empfunden zu werden.</p>
<p>Was die meisten Stücke von gängigem Elektro unterscheidet, ist das Faible für dröhnende Klangflächen, die zwar oft und gerne hinter den Takten der Drummachines und den mitreisende Vocals versteckt sind, die subkutan aber ihre Wirkung nicht verfehlen. Auch ist der Sound zwar übersichtlich und geschliffen, jedoch nie glattgebügelt und ohne spontane Überraschungsmomente. (J.G.)<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>PETER HOPE &amp; THE EXPLODING MIND: Hot Crow on the Wrong Hand Side</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2015 07:13:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der Klischeewahrnehmung war Psychedelic in den 80ern tot und erst im Rahmen jüngerer Retrophänomene wieder auferstanden, und wahrscheinlich existiert immer noch das Vorurteil, dass all dies kaum mit Post Punk und Wave vereinbar sei. Gegen solche Schwarzweißmalerei sprechen nicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/03/07/peter-hope-the-exploding-mind-crow-on-the-wrong-hand-side/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/petehopeexplodingmindcrowwronghandside1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-9771" title="petehopeexplodingmindcrowwronghandside" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/petehopeexplodingmindcrowwronghandside1.jpg" alt="" width="180" height="150" /></a>In der Klischeewahrnehmung war Psychedelic in den 80ern tot und erst im Rahmen jüngerer Retrophänomene wieder auferstanden, und wahrscheinlich existiert immer noch das Vorurteil, dass all dies kaum mit Post Punk und Wave vereinbar sei. Gegen solche Schwarzweißmalerei sprechen nicht nur zahlreiche Aufnahmen von The Residents bis LPD, die zeigten, dass sich das Psychedelische nur neue, vielleicht subtilere Wege gesucht hat. Und heute sprechen<span id="more-9769"></span> eine ganze Reihe an punkigen Psychrockern eine ganz eigene Sprache. Wie all dies mit dem Flair nordenglischer Industriestädte zusammengeht, zeit jüngst Peter Hope mit seiner Band The Exploding Mind.</p>
<p>Hope ist kein Unbekannter, tobte sich in den 80ern im Dunstkreis von Clock DVA und anderen Sheffielder Größen aus, hatte erste Erfolge mit seiner Band The Box und gründete später The Bone Orchestra und das Label Wrong Revolution. Die etwas rumpeligen aber ungemein groovenden Drummmachines im Opener &#8220;Red C&#8221; ist die erste Reminiszenz an diesen Werdegang, auch wenn ihr zittriger Takt gegen das grobkörnige Gitarrenbrett regelrecht verblasst.</p>
<p>Mit &#8220;Crow on the wrong hand side&#8221; hat Hope ein kaputtes und zugleich ungemein vitales und viriles Album vorgelegt, dessen verwilderte Rohheit nicht besser illustriert werden könnte als mit der Serie aus acht Fotos, die das Digipack schmücken. Ein schrottreifer PKW aus älteren Tagen, Außen- und Innenansichten eines Wohnhauses, und stets zeigt die von Menschen geschaffene und verlassene Ruine neben Zeichen des Verfalls auch solche übersprudelnder Sinnlichkeit, und sei es nur durch die zufällige Farbgebung eines mit dem Rest kontrastierenden Details. Ganz ähnlich stampft oder tänzelt Hope mit seiner Stimme, bei der ich oft an Labelkollege Bain Wolfkind denken musste, durch die schrottig-charmante Szenerie des fortgeschrittenen Niedergangs und sprüht (auch textlich) vor Kraft und Witz.</p>
<p>Stets animiert der Groove zum Tanzen, ganz gleich ob der Sound ins Noisige abdriftet (&#8220;She Talks Wild&#8221;), hektische Drum&#8217;n'Bass-Anleihen anklingen lässt (&#8220;Super Love Pharmacy&#8221;) oder so klingt, als würden die Cabs und Suicide zusammen durch eine Studiosession der Velvets stolpern (&#8220;Deface&#8221;).</p>
<p>Was Hope und Kollegen hier entstehen lassen, könnte eine Konsensplatte sein, macht sich aber im Zweifelsfall auch als Geheimtipp. (A. Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
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		<title>JOSEF DVORAK feat. FUCKHEAD &amp; DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND: Sous L&#8217;Arbre De Sience</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2015 07:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Wiener Josef Dvorak ist Theologe und Psychoanalytiker mit Wurzeln im Wiener Aktionismus. Mir ist er in erster Linie als Autor eines Buches über den Satanismus bekannt, das sich wie die Zusammenfassung einer halben Spezialbibliothek liest und aufgrund der enormen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/01/31/josef-dvorak-feat-fuckhead-der-blutharsch-and-the-infinite-church-of-the-leading-hand-sous-larbre-de-sience/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/dvorakfuckheadinvisiblechurch.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9779" title="dvorakfuckheadinvisiblechurch" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/dvorakfuckheadinvisiblechurch-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Wiener Josef Dvorak ist Theologe und Psychoanalytiker mit Wurzeln im Wiener Aktionismus. Mir ist er in erster Linie als Autor eines Buches über den Satanismus bekannt, das sich wie die Zusammenfassung einer halben Spezialbibliothek liest und aufgrund der enormen Dichte an Namen und Begriffen v.a. ein gutes Nachschlagewerk abgibt. Keine Frage, dass er ein äußerst untypischer Vertreter seines Faches ist und seine Anhänger weniger in den akademischen Fakultäten als in einschlägigen Subkulturen findet, wo es an nonkonformen Suchern nicht mangelt. Gelegentlich hört man ihn<span id="more-9778"></span> auf Platte, das jüngste Ergebnis trägt den Titel &#8220;Sous L&#8217;Arbre De Sience&#8221; und erreichte soeben etwas verspätet meinen Briefkasten.</p>
<p>Auf der vorliegenden EP trägt der Meister Textpassagen aus der Genesis vor, untermalt mit geschmeidigen psychedelische Klängen, für die zwei berüchtigte Wiener Kapellen zu einer temporären Einheit verschmolzen sind &#8211; die provokanten Elektroniker Fuckhead und die bekannte Infinite Church of the Leading Hand um Albin Julius, der die Platte auch gleich auf seinem Label herausgebracht hat. Nachdem alle beteiligten Künstler in der Vergangenheit bereits in irgendeiner Form kollaboriert hatten, ist wie zu erwarten ein recht stimmiges Minialbum zustande gekommen, dessen vier Abschnitte wunderbar ineinander übergehen und am Ende den Eindruck entstehen lassen, dass erst die vier Stücke in ihrer Gesamtheit inklusive Intro und Ausklang so etwas wie einen Song ergeben. An einigen Stellen dominiert ein dezent rockiges Klangbild mit grummelnden Bassläufen und krautigen Gitarren, dann steht die mal sphärische, mal beinahe clubtaugliche Elektronik mehr im Vordergrund und ruft Zeiten in Erinnerung, als Krautrock und deutscher Wave sich gerade zeitlich ablösten und ganz beiläufig überlappten. Alles in allem kann man die Elektronik mehr mit Fuckhead assoziieren und das &#8220;Hippieske&#8221; mehr mit Albins Combo, doch sind gerade letztere einem stetigen Wandel unterworfen, so dass ein solches Sezieren mühsam ist, denn letztlich liegt hier eine große klangliche Einheit vor. Sowohl Fuckhead als auch Der Blutharsch und die Invisible Church haben in der Vergangenheit wildere, chaotischere Klänge fabriziert, hier nehmen sie sich wahrscheinlich bewusst etwas zurück, um Dvorak die Bühnenmitte ganz und gar zu überlassen. Sein evokativer Vortrag auf deutsch und französisch kreist um den Baum der Erkenntnis im Garten Eden, um verbotene Früchte und lockende Verführung, und welch ambivalenter Reiz im versprochenen Wissen liegt, das bisher nur Gott zugänglich war. Die christliche bzw. monotheistische Deutung der Geschichte ist bekannt, dass Dvorak die Dinge anders interpretiert, liegt im Grunde auf der Hand, doch hier wird das Thema nur angeschnitten, denn schließlich soll es ja nicht zu einer Predigt verwurstet werden.</p>
<p>Dvoraks trägt die Bibelverse mit dem Pathos eines finster dreinblickenden alten Zauberers vor, was zwischen dem Ernst der Darbietung eine schalkhafte Selbstironie vermuten lässt, und an einigen Stellen klingt die Rezitation wie der Auftakt zu einem spannenden Hörbuch. Fraglos eignet sich so etwas auch für den Budenzauber der Darkdisco, wo man seit jeher vergnügt im Tiefsinn badet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: WKN </strong></p>
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		<title>NOVÝ SVĚT: Doce</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/03/01/novy-svet-doce/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2014 06:39:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nový Svět, die beiden Wiener mit ihren schrägen, meist auf Spanisch gesungenen Gassenhauern, galten zeitlebens als Rarität, als Auskennerding, als von wenigen gehüteter Schatz, und doch waren sie eine der wichtigsten Bands im vergangenen Jahrzehnt, nahmen vieles vorweg und versahen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/03/01/novy-svet-doce/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/novysvetdoce.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8294" title="novysvetdoce" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/novysvetdoce-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nový Svět, die beiden Wiener mit ihren schrägen, meist auf Spanisch gesungenen Gassenhauern, galten zeitlebens als Rarität, als Auskennerding, als von wenigen gehüteter Schatz, und doch waren sie eine der wichtigsten Bands im vergangenen Jahrzehnt, nahmen vieles vorweg und versahen ebenso vieles mit einem treffenden, doppelbödigen Kommentar. In den Industrial- und Folk-Nischen, in denen sie wohl doch noch am meisten wahrgenommen wurden, nisteten sie sich nur für kurze Zeit ein, stellten dort die wichtigsten Selbstverständlichkeiten auf den Kopf, um kurz darauf zu ihrer Tour durch ungezählte musikalische Möglichkeiten aufzubrechen. Was immer Jürgen Weber, Ulla Tost und ihre temporären Mitstreiter an Klängen und Stimmungen für ihre<span id="more-8293"></span> Vision fruchtbar machten, behandeten sie mit einer Mischung aus Liebe und Respektlosigkeit. Simon Reynolds Buch „Retromania“ ist nichts als eine übergewichtige Fußnote zu ihrer Single „A Mort“ &#8211; einem liebevollen Abgesang an den klassischen Rock, den der Autor natürlich nie zu hören bekam.</p>
<p>Ihr „Ableben“ als Band kündigten Nový Svět mehrfach an, und 2008 schien es dann so endgültig, dass man fast meinen konnte, es hätte sie nie gegeben, wären da nicht die vielen Echos aus den Archiven gewesen, die Jahr für Jahr dann doch noch ihren Weg auf Tonband oder Vinyl gefunden hatten. Sollte ihr Image als obskure Band das Ergebnis einer Inszenierung sein, dann geschah dies aber auf subtile Art, denn in seinen zahlreichen Statements trat Jürgen Weber nie als Geheimniskrämer auf, zeigt sich im Gegenteil beredt im Hinblick auf Pläne und Reflexionen. Dennoch umgab die Band auch schon vor dem Rückzug aus der Öffentlichkeit etwas Enigmatisches.</p>
<p>Das vielleicht profanste Beispiel dafür ist die häufig geführte Diskussion um den musikalischen Ort Nový Světs. Konnte man sich ganz zu Anfang noch auf die merkwürdig noisige Dekonstruktion eines entschleunigten Europop einigen, fand man sich bald in einer Art Hase und Igel-Spiel wieder, bei dem die Band stets früher genau da war, wo man sie nie vermutet hätte und wo sie dennoch perfekt hinpasste. Für Momente. Auf Rezipientenseite resultierte das dann oft in einem exzessiven Termdropping um Electronica, Folk, Chanson und etliche Begriffe mehr, die immer irgendwie gestimmt haben und doch kaum von Belang waren. Interessantere Rätsel ranken sich bis heute um das nie erschienene Album aus dem &#8220;Desde Infiernos de Flores&#8221;-Zyklus, das die iberische Phase abgeschlossen hätte, dessen Material allerdings nur zum Teil auf zwei MCDs erhältlich war. Viele vermuten, dass dieses Werk das Beste, wenn nicht gar die Essenz der Band beinhaltet &#8211; sollte dem so sein, dann ist das Zurückhalten der Veröffentlichung über die Magie des Geheimnisses hinaus der beste Schutz gegen die eigene Musealisierung und schafft als Leerstelle eine Offenheit, gegen die kein noch so &#8220;finales&#8221; Album ankommt, mag es auch &#8220;fin.finito.infinito&#8221; oder &#8220;Todas las Ultimas Cosas&#8221; heißen.</p>
<p>Rückblickend mutet der Werdegang fast romanhaft an &#8211; wie eine (pikareske? mystische?) Suche, bei der man kaum um die abgedroschene Weisheit herumkommt, dass die Spuren, die die beiden unterwegs hinterlassen haben, das eigentliche Ziel der Odyssee waren. Seit &#8220;Cuori di Petrolio&#8221;, das verhalten groovige Reminiszenzen an ein jahrzehntealtes, mondänes Europa enthielt, v.a. aber seit dem drogenschwangeren &#8220;Chappaqua&#8221; haftet ihrer Musik eine Aufbruchstimmung an, die das Gedämpfte, Entschleunigte, das nie vollends aus der Musik verschwand, fast vergessen machte. Ein Pop Art-Gestus, wie er der Post Industrial-Gemeinde, von der die beiden sich schon optisch fast demonstrativ unterschieden, fremd war, fand sich fortan auf allen Veröffentlichungen. Die Klänge wurden verspielter, die Schriftzüge der Cover geschwungener, und als dann plötzlich die kühl elektronischen „Ultimas Cosas“ in den Regalen standen, war das fast schon ein etwas zu hastig geschlossener Kreis.</p>
<p>Mittlerweile häufen sich immer mehr die Gerüchte, dass es für Nový Svět wohl doch so etwas wie eine musikalische Gegenwart gibt. Neben einem weiteren Ambienttape aus dem Archivkeller, einer (medial leider untergegangenen) Split 7&#8221; mit Susa24 und der angekündigten Single mit Spettro Family ist auch die vorliegende Compilation namens „Doce“ ein hoffnungsfroh stimmendes Omen. Das Gros der zwölf Stücke ist älteren Datums und zum Teil vergriffen, ein Stück ist vollends exklusiv. Abgedeckt werden beinahe alle Schaffensphasen, wobei der Schwerpunkt eher auf dem songorientierteren Output liegt. Vertreten sind einige der bei den Fans so beliebten Akustikballaden, wobei der Schmachtfetzen „Amore, Amour, Amor“ hervorgehoben werden muss, der dem Sampler „Flies in Dreams and Reality“ damals den I-Punkt verpasste. Stets gab es Songs von scheinbar frohsinniger Natur, die fast immer einen doppelten Boden hatten – hier vertreten sind das karousellartige „Titan“ und der Spelunkenhit „Marlene“, der zu den weniger sperrigen Momenten auf dem unerreichten „Chappaqua“-Album zählt. Tief melancholische Songs wie „Espina“ und der Titeltrack des „fin.finito.infinito“-Albums bilden dazu den Gegenpart.</p>
<p>Auch der weniger „folkige“ Teil des Samplers dringt nicht in die unwegsamsten Bereiche der Nuevo Mundo vor, ebenso wenig in den Lofi-Sound des latent punkigen „Nuevo Babylon“ oder der frühen Aufnahmen, bei denen das „Authentische“ vermutlich eher den damals noch begrenzten Möglichkeiten geschuldet war – dem am nächsten kommt noch das schwerwiegende „Punished with Longing“ vom Benzinherzen-Album. Die hier vertretene (und live anmutende) Neuaufnahme von „Ninos de la Bola“ (original auf „Faccia a Faccia“) zählt allerdings zu den Höhepunkten. Selten klang Webers immer etwas testosteronschwangere Whiskey und Tobak-Stimme derart leidend und mitreißend, doch vom Phlegma der ursprünglichen Version ist kaum etwas übrig. Das Scratchen und der verquere Beat der Grime-Nummer „Juntos“ mag hier wie ein Sonderweg anmuten, im zeitlichen Kontext jedoch war das genau Nový Světs Ort, und auch bei „Yo No“ erscheint mir der tanzbare Takt und das sanguinische Dubstep-Feeling kaum unpassend. Der Song entstand 2010 und war wohl ursprünglich für eine Compilation geplant und erscheint stattdessen hier als einzig komplett neuer Beitrag.</p>
<p>Ob zukünftige Releases in diese Richtung gehen werden, und wie viele das sein werden? Man darf gespannt sein, und sollte doch nicht zu sehr spekulieren und &#8220;puro rumore&#8221; verbreiten. Nový Svět waren immer schwer einzuschätzen und werden (wird?) das auch in Zukunft sein, weswegen sich jedwedes Deuteln verbietet. Ein gutes Omen ist „Doce“ dennoch (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://killshaman.com">Kill Shaman</a></strong></p>
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		<title>DÈRNIERE VOLONTÉ: Mon Meilleur Enemie</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jul 2012 05:57:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/07/dvmme.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4745" title="dvmme" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/07/dvmme-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass bei dem ganzen Vintage-Wirbel, der in den letzten Jahren um die 80er, primär um deren erste Hälfte, gemacht wurde, auch der Synthie Pop nicht zu kurz kam, wurde auch in diesem Magazin bereits anhand von Gruppen wie Agent Side Grinder gewürdigt. Es gibt in dem Kontext die Fraktion der Computerfreaks und die der waschechten Popper, und der Franzose Geoffroy zählt mit seinem Projekt Dèrniere Volonté zur zweiten Kategorie. Popper, das sind in dem Fall ebenfalls Computerfreaks, aber man sieht ihnen die Technikbegeisterung nicht an, da sie eine ebenso große Leidenschaft für Mode besitzen und dem nerdigen Jungenzimmer dann doch die angesagten Clubs vorziehen. <span id="more-4744"></span>Ganz unnerdig in Geoffroys Fall war dann auch seine Kollaboration mit Schauspielerin und Autorin Ovidie, eine Art neoliberale Antwort auf Sasha Grey.</p>
<p>Für jeden, der den Werdegang des Franzosen in den letzten Jahren verschlafen hat, war das wohl gerade eine etwas unpassende Einleitung, denn generell gilt Dèrniere Volonté wohl allem Synthiepop zum Trotz v.a. als abtrünniger Vertreter des Martial Industrial. In diesem Genre zwischen orchestraler Filmmusik und den Techniken des Post-Industrial, das Ende der 90er den Ästhetizismus von In The Nursery und die radikale Performance früher Laibach zusammenführte und nur in wenigen Fällen an das Niveau dieser Vorläufer heranreichte, nahm er seinerzeit eine Sonderstellung ein, denn er machte aus dem stilistischen Ausgangsmaterial mit das beste, was man in der Zeit daraus noch machen konnte: Pop. Das kurz zuvor im deutschsprachigen Blätterwald eher en passant entstandene Wort Military Pop bekam so dann auch gleich seinen einzigen wirklichen Vertreter nachgereicht.</p>
<p>Dass das Konzept „uniform chic goes boygroup“ nicht noch viel mehr Schule machte, ist fast etwas verwunderlich, aber wahrscheinlich hätte das einfach besser in einer Szene funktioniert, die tatsächlich von Laibach inspiriert die uniformen und zugleich autoritären Unterströmungen des popkulturellen Schönheitsideals spielerisch auslotet. Vielleicht übernehmen das ja irgendwann mal ein paar Hipster. In einer Community indes, in der konzeptloser Fetischismus, Ideologeme und vorhersehbare Provokationsbemühungen die Weichen stellen, war für solche Experimente wenig Raum. Ähnlich wie beim Dark Folk waren die Stereotypen dann auch irgendwann ausgereizt, und wer etwas auf sich hielt, suchte sein Glück in anderen Gefilden, man nahm Versatzstücke des Psych Rock, des Cabaret oder des Post Punk mit in die Umkleidekabine, was passte wurde angeeignet, und in einigen Fällen kam sogar etwas Gutes dabei heraus. In vielen auch nicht. Geoffroy fand seine neue Heimat im Minimal Synth, der seit Jahren wieder ein Substrat für eingängige Songs voll wehmütiger Euphorie ist – so, als hätten Visage und Boytronic nie aufgehört zu existieren.</p>
<p>Mit „Mon Meilleur Enemie“ bewegt sich Dèrniere Volonté nun zum zweiten mal auf dem Terrain kompakter Synthiesongs. Vergleicht man das Album allerdings etwas genauer mit dessen Vorgänger „Immortel“, so fällt auf, dass Geoffroy an einigen Stellen wieder deutlicher die Brücke zu den klassischen Soundtrack-Elementen geschlagen hat, für die seine Musik früher bekannt war. Viele der neuen Stücke besitzen wieder eine etwas deutlichere orchestrale Grundierung, und zur Betonung markanter Stellen wird wieder verstärkt auf perkussive Spannungsmacher gesetzt. Das von plätscherndem Regen stimmungsvoll eingeleitete „Le Chant de la Pluie“, bei dem das Pathos der tonangebenden Keyboardflächen von monoton beschwörenden Pauken untermalt wird, ist da ein ebenso gutes Beispiel wie die schwermütige Orgel in „Le Quay de la Quare“. Schon die instrumentalen Soundcapes im Intro mit seinem leichtfüßigen, aber geradlinig nach vorn preschenden Beat gehen in diese Richtung.</p>
<p>Dem entgegen stehen Momente, die fast alles haben, was Pop braucht – aufgeweckte Rhythmen, Melodien mit Ohrwurmpotential und ein buntes, aber stets überschaubares Soundrepertoire, welches immer auch Momente in petto hat, die die Grenzen des Erwartbaren überschreiten, so beispielsweise die originelle Bläsersektion, die „Une Claquement de Doie“ eine interessante Retronote verpassen und einen guten Teil zu seiner Airplay-Tauglichkeit beitragen. Der einzige Wermutstropfen liegt allerdings im Gesang. Nicht, dass Geoffroy keine angenehme Stimme hätte, aber seine Fähigkeit zur Intonation, die bei etwas wilderer Musik wenig Wünsche offen ließe, reicht kaum, um den eingängigen Songs auf diese Weise die schöngeistige Krone aufzusetzen. Dort generell die etwas rauere Methode zu wählen und mehr auf Markanz zu setzen, würde der poppigen Musik mit ihren dezent kämpferischen Orchestralzitaten nicht schlecht zu Gesicht stehen.</p>
<p>Ich bin immer noch der Ansicht, dass Geoffroys stilistischer Werdegang von einer positiven Entwicklung zeugt, und die neuen Songs offenbaren eine durchaus eigene, charakteristische Stimmung und Soundgestalt. Bei der auf sechshundert Exemplare limitierten Vinylversion soll noch eine Single mit einem anderswo nicht erhältlichen Stück enthalten sein.</p>
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