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	<title>African Paper &#187; Jeremy Reed</title>
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		<title>Feasting With Panthers: Wiederveröffentlichung des Albums von Marc Almond und Michael Cashmore</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 06:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 25. April erscheint &#8220;Feasting With Panthers&#8221; von Marc Almond und Michael Cashmore erstmals in einer erweiterten Doppel-LP-Edition bei Cherry Red Records. Die ursprünglich 2011 veröffentlichte Zusammenarbeit der beiden Künstler verbindet Almonds expressiven Gesang mit Cashmores feinsinnigen Kompositionen. Das Album &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/02/03/feasting-with-panthers-wiederveroffentlichung-des-albums-von-marc-almond-und-michael-cashmore/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 25. April erscheint &#8220;Feasting With Panthers&#8221; von Marc Almond und Michael Cashmore erstmals in einer erweiterten Doppel-LP-Edition bei Cherry Red Records. <a title="MARC ALMOND &amp; MICHAEL CASHMORE: Feasting With Panthers" href="http://africanpaper.com/2011/09/04/marc-almond-michael-cashmore-feasting-with-panthers/">Die ursprünglich 2011 veröffentlichte Zusammenarbeit der beiden Künstler</a> verbindet Almonds expressiven Gesang mit Cashmores feinsinnigen Kompositionen. Das Album basiert auf Vertonungen von Gedichten aus der literarischen Tradition der Spätromanteik und Decadence und ihrer Folgen, namentlich Werke von Jean Genet, Jean Cocteau, Gerard de Nerval, Arthur Rimbaud, Paul Verlaine, Jeremy Reed, einem gewissen Zebulon Xanter und Count Eric Stenbock. Mit seinem Schwerpunkt auf französische Autoren knüpft die Sammlung auch partiell an Almonds &#8220;Absinth&#8221;-Album an, sein nach &#8220;Jacques&#8221; zweiter Longplayer mit Übersetzungen französischer Songs. Die Texte, z.T. geprägt von homoerotischen Motiven, opiumgetränkter Traumwelt und dunkler Melancholie, entfalten in Cashmores Kompositionen eine eigentümliche Eleganz zwischen Zartheit und Abgründigkeit. Die musikalische Umsetzung, die in einem rein digitalen Austausch zwischen Berlin und London entstand, zeugt von erstaunlicher Kohärenz: Cashmore komponierte und spielte alle Instrumente (u.a. Gitarre, Piano, Keyboard, Percussion) selbst ein, während Almond seine Gesangsspuren separat aufnahm. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/02/feasting-with-panthers.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44811" title="feasting-with-panthers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/02/feasting-with-panthers.jpg" alt="" /></a><span id="more-44810"></span></p>
<p>Trotz dieser räumlichen Trennung entstand ein Werk von intensiver atmosphärischer Geschlossenheit. Almonds langjährige Auseinandersetzung mit der Ästhetik der Dekadenz, die sich bereits mehrfach in früheren Werken zeigte, findet auf &#8220;Feasting With Panthers&#8221; eine konsequente Fortführung. Der Bezug zu Stenbock, einem im viktorianschien London lebenden Dichter mit Hang zu Okkultismus, Alkohol und inszenierter Exzentrik, entstand durch David Tibet (Current 93), der Almond mit dessen Werk bekannt machte. Als erstes hatten Almond und Cashmore mit der EP &#8220;Gabriel and the Lunatic Lover&#8221; erste Stenbock-Vertonungen veröffentlicht, die den Grundstein für dieses Album legten. Mit der neuen Edition erscheint &#8220;Feasting With Panthers&#8221; erstmals auf Vinyl und enthält neben einer Variante des Original-Artworks auch vier Bonus-Tracks: zwei neu orchestrierte Instrumentalversionen von &#8220;Gabriel&#8221; und &#8220;The Man Condemned to Death&#8221; sowie zwei offizielle Live-Bootleg-Aufnahmen. Die Wiederveröffentlichung bringt ein mittlerweile länger vergriffenes Album zurück in den Katalog und unterstreicht seinen besonderen Platz in der gerade für Almond wichtigen diskografischen Schnittmenge von Kunstlied, Dark Folk und dekadenter Lyrik. Marc Almond hat vor einigen Monaten <a title="MARC ALMOND: I’m Not Anyone" href="http://africanpaper.com/2024/10/19/marc-almond-im-not-anyone/">ein weiteres furioses Album mit Coverversionen einiger seiner Lieblingssongs des 20. Jahrhunderts</a> herausgebracht, von Michael Cashmore erschien eine erweiterte <a title="MICHAEL CASHMORE: The Snow Abides Completely" href="http://africanpaper.com/2024/12/07/michael-cashmore-the-snow-abides-completely/">Neuauflage seines Albums &#8220;The Snow Abides&#8221; </a>unter Mitwirkung u.a. von Anohni und David Tibet.</p>
<p><a href="https://www.cherryred.co.uk/marc-almond-and-michael-cashmore-feasting-with-panthers-2lp-expanded-edition?"><strong>@ Cherry Red</strong> </a></p>
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		<title>Against Nature: Geplante Wiederveröffentlichung der Kollaboration von Marc Almond, Othon und Jeremy Reed</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/02/20/against-nature-geplante-wiederveroffentlichung-der-kollaboration-von-marc-almond-othon-und-jeremy-reed/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 02:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Marc Almond hat jüngst eine geplante Wiederveröffentlichung des Albums &#8220;Against Nature&#8221; angekündigt, das er 2015 zusammen mit dem Dichter und Librettisten Jeremy Reed und dem Komponisten und Pianisten Othon Mataragas produziert und veröffentlicht hatte. &#8220;Against Nature&#8221; ist eine musikalisch überwiegend &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/20/against-nature-geplante-wiederveroffentlichung-der-kollaboration-von-marc-almond-othon-und-jeremy-reed/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Marc Almond hat jüngst eine geplante Wiederveröffentlichung des Albums &#8220;Against Nature&#8221; angekündigt, das er 2015 zusammen mit dem Dichter und Librettisten Jeremy Reed und dem Komponisten und Pianisten Othon Mataragas produziert und veröffentlicht hatte. &#8220;Against Nature&#8221; ist eine musikalisch überwiegend auf Klavier und Gesang basierende, einfühlsame Referenz an den 1884 erschienenen Roman &#8220;A Rebours&#8221; (dt Gegen den Strich, engl. Against Nature) von Joris-Karl Huysmans, eines der Klassiker der europäischen Dekadenzliteratur, der die<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/fotor_1676805882050.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34007" title="fotor_1676805882050" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/fotor_1676805882050.jpg" alt="" width="665" height="664" /></a><span id="more-34006"></span></p>
<p>tragische Geschichte eines dem Leben und seiner Zeit überdrüssigen Antihelden erzählt, der sich in die Einsiedelei einer selbstgeschaffenen Kunstwelt zurückzieht. Die Texte der zwischen Schwermut und Aufgewühltheit wechselnden Songs geben die ambivalenten Bewusstseindvorgänge der Romanfigur in Form dramatischer Monologe wieder. Das Album war seinerzeit Thema einer längeren <a href="http://africanpaper.com/2015/12/12/marc-almond-jeremy-reed-othon-mataragas-against-nature/">Rezension</a>. Bevor eine größere Reissue realisiert wird, sind alle beim Label vorrätigen Exemplare nun über den Mailorder Lexer Music erhältlich.</p>
<p><strong><a href="https://www.lexermusic.com/marc-almond/marc-almond-jeremy-reed-othon-against-nature-limited-edition-cd-album">@ Lexer Music</a></strong><br />
<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230219_123253_081.sdocx--></p>
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		<title>MARC ALMOND / JEREMY REED / OTHON MATARAGAS: Against Nature</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2015 00:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„I&#8217;m committing a crime against nature“ sang Marc Almond in dem Stück „In Bluegate Fields“, das extra für ein Konzert in einer viktorianischen Musikhalle unweit der so bezeichneten Gegend Londons geschrieben wurde. In diesem Song ging es – wie nicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/12/12/marc-almond-jeremy-reed-othon-mataragas-against-nature/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/almondreedmataragasagainsnature.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11340" title="almondreedmataragasagainsnature" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/almondreedmataragasagainsnature-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„I&#8217;m committing a crime against nature“ sang Marc Almond in dem Stück „In Bluegate Fields“, das extra für ein Konzert in einer viktorianischen Musikhalle unweit der so bezeichneten Gegend Londons geschrieben wurde. In diesem Song ging es – wie nicht selten in den Texten des Sängers – um dekadente Auschweifungen als Flucht aus einer profanen Alltagsexistenz, und er lehnte sich stark an Episoden aus Oscar Wildes „The Picture of Dorian Grey“ an. Dieses berühmte Buch wäre vielleicht nie so entstanden ohne den Einfluss, den ein anderer, damals noch populärerer Roman, auf Wilde ausübte, nämlich „A Rebours“ aus der Feder<span id="more-11339"></span> des Franzosen Joris-Karl Huysmans, das schon kurz nach seinem Erscheinen 1884 in allen europäischen Bohèmekreisen die Runde machte, worauf kurze Zeit später noch der berüchtigte „satanische“ Roman „Là-Bas“ folgte.</p>
<p>Das Buch, das sich schnell den Ruf als Bibel der Dekadenz einhandelte und im Englischen den Titel „Against Nature“ trug, dokumentiert die Gedanken des jungen französischen Adligen Floressas Des Esseintes, letzter Spross einer alten, nach dem damals naturalistischen Verständnis ausgelaugten Familie. An der Profanheit seiner Generation verzweifelnd, gab er sich eine zeitlang den dekadentesten Ausschweifungen hin, um sich, auch davon bald übersättigt, in die Einsamkeit eines Landhauses zurückzuziehen und sich dort allein allerlei Fetischen, Rauscherlebnissen und überspannten Reflexionen zu widmen.</p>
<p>Während sich Huysmans selbst – und er legt auch seiner Romanfigur einige Andeutungen dazu in den Mund – schon kurz nach der Veröffentlichung von „A Rebours“ und „Là-Bas&#8221; zum Katholizismus bekannte und eine mehr und mehr mönchische Existenz führen sollte, hat das Buch selbst eine Menge eher schillernder Figuren inspiriert: Stefan George, George Bataille und zahlreiche Künstler vom Jugendstil bis zum Surrealismus, zeitgenössische Dichter wie Jeremy Reed und im Rahmen der etwas abseitigeren Popkultur letztlich auch jemanden wie Marc Almond, der in den Credits seines aktuellen Albums sogar der Freundin dankt, die ihm vor Jahrzehnten einmal Huysmans&#8217; Buch schenkte. Wer weiß, vielleicht wäre seine Karriere ohne dieses Geschenk gänzlich anders verlaufen.</p>
<p>Zumindest hätte es ohne „A Rebous“ das aktuelle, über Crowdfunding entstandene Album „Against Nature“ nicht gegeben, und wie der Titel schon verrät, ist das Werk, das auf einem (bereits in Buchform erschienenen) Libretto von Reed, dem Klavierspiel des Griechen Othon Mataragas und natürlich dem Gesang Almonds basiert, eine einizge Hommage an Huysmans&#8217; Buch und seinen skurrilen Helden. In den Texten, die Almond vielleicht noch etwas überdrehter und leidenschaftlicher singt als sonst, werden sämtliche Register dessen gezogen, was die Figur Des Esseintes umtreibt: das verbrauchte Blut der alten, nicht mehr frischen Adelsfamilie, das Gefühl, in einer falschen Zeit geboren zu sein, die Langeweile, der blasierte Abscheu, den der Dandy zu Huysmans&#8217; Zeiten unter dem Begriff des „Ennui“ fasste – der Opener trägt diesen Titel und referiert ganz prägnant den ersten Teil des Romans, in welchem der Ich-Erzähler sein Leben resümiert bis zu dem Zeitpunkt, als er sich entschloss, vollends in seiner eigenen künstlichen Welt aufzugehen.</p>
<p>Eine besonders beeindruckende Passage kommt auch in Reeds Text zu &#8220;Foggy Harbour Day&#8221; zur Sprache, nämlich die imaginäre London-Reise des Helden, die in einer einfachen Pariser Kaschemme mit englischen Seeleuten endet. An der Stelle hat Des Esseintes seine verfeinerte Imaginationskraft endgültig unter Beweis gestellt, denn die schnöde Realität kann ihm die Vorstellung, wirklich in London zu sein, kaum mehr verderben &#8211; kaum, denn letztlich endet im Buch auch diese Episode in einem Lamento über die Begrenzungen der Realität, statt die Entgrenzug schlicht zu feiern, wie Almond, Reed und Mataragas es hier tun und somit den magischen Charakter einer solchen Fantasie betonen.</p>
<p>Es ereignet sich viel in &#8220;Against Nature&#8221;: Rauscherlebnisse mit Absinth, Haschisch und dem psychedelischen Spiel von Farben, die Lust, sich in verschlungenen arabesken Ornamenten zu verlieren, aber auch die Erfahrung, dass doch alles irgendwann im fatalen Schwarz enden muss, das das Album wie ein eben nicht roter Faden durchzieht &#8211; &#8220;black flowers please&#8221;, möchte man an einigen Stellen zitieren. Die krampfhaften Versuche, der Erzfeindin Natur, von Hysmans die &#8220;große Schwätzerin&#8221; genannt, zu zeigen, was wahre Schöpferkraft heißt – Reed und Almond besingen die kaum lebensfähigen, hybriden Pflanzen des Romanhelden, die berühmte Schildkröte mit dem juwelengespickten Goldpanzer, die schon bald an ihrer künstlichen Schönheit verenden soll. Überhaupt schätzt Des Esseintes im Künstlichen auch das Tote, der rührenden Neigung, Bücher als Freunde zu betrachten, steht die Tendenz entgegen, Menschen generell durch Dinge zu ersetzten oder als Dinge zu betrachten; nicht zuletzt auch die hier wiederholt besungene Lust an allem Kranken.</p>
<p>„Against Nature“ ist eine Platte, auf der Inhalt und musikalische Umsetzung besonders gut übereinstimmen. Almonds Gesang fehlt diesmal das Rührende und bisweilen Sentimentale, das vielen seiner neueren Veröffentlichungen ein zwispältiges Gepräge verpasst, und weicht einer Überspanntheit, die das lustvolle Suhlen in verzweifelten Ausschweifungen bestens illustriert, und da Almond sich immer noch nicht wie ein über fünfzigjähriges Sänger anhört, funktioniert die Umsetzung heute nicht weniger gut, als es vor dreißig Jahren der Fall gewesen wäre. Das musikalische Gewand aus Piano und Streichern – nur beim finalen „Liturgy“ kommt ein Frauenchor hinzu, der dem Song das Flair eines 70er Jahre-Filmscore gibt – akzentuiert Almonds Charisma, ohne zu sehr vom Gesang abzulenken. Mit seinem Klavierspiel irgendwo zwischen Romantik und Avantgarde kehrt Othon, der sich zuletzt mehr diversen Formen der Elektronik und mystischer Ethnomusik zugewandt hat, wieder zu den Stärken seiner früheren Arbeiten zurück, und man denkt beim melodramatischen Feuer seiner von spontan wechselnden Tempi bestimmten Musik zwangsläufig an sein unerreichtes Debüt „Digital Angel“.</p>
<p>Natürlich ist „Against Nature“ nicht nur eine gelungene Hommag, sondern auch eine stark subjektiv gefärbte Deutung des Franzosen und seiner Romanfigur. Marc Almond ist eine glamouröse Figur und wirkt außerdem wie einer der freundlichesten Menschen auf diesem Planeten. Das konservativ Katholische, das schon in frühen Werken Huysmans&#8217; anklang und nach „A Rebours“ manifest werden sollte, muss daher ebenso ins Hintertreffen geraten wie das oft hasserfüllte Schopenhauer-Minimum, das der Roman auf jeder Seite durchscheinen lässt – beides gelingt schon persönlichkeitsbedingt viel eher einem anderen großen Huysmans-Verehrer, nämlich Michel Houellebecq. Almond, Reed und Mataragas dagegen betonen eher die lustvolle, ästehetisch feinsinnige, libertäre Seite des Romans. Gerade dies macht die Umsetzung so aufregend, inspirierend und sympathisch und letztlich auch zu einem eigenständigen Werk. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.againstnature.co.uk">Self Released</a></strong></p>
<p><a href="https://www.kickstarter.com/projects/againstnature/against-nature-by-marc-almond-jeremy-reed-and-otho?"><strong><a>Kickstarter</a></strong></a></p>
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		<title>MARC ALMOND &amp; MICHAEL CASHMORE: Feasting With Panthers</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/04/marc-almond-michael-cashmore-feasting-with-panthers/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 10:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Festmahl mit Raubtieren &#8211; eine ebenso reizvolle wie bedrohliche Situation, bei der es zwangsläufig vom Wesen des einzelnen abhängen muss, welche der beiden Empfindungen als stärker wahrgenommen wird. Im spätviktorianischen England, als dekadente Ausschweifungen vor der Fassade bürgerlicher Prüderie &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/04/marc-almond-michael-cashmore-feasting-with-panthers/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/feastingpanthers.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-370" title="feastingpanthers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/feastingpanthers-150x142.jpg" alt="" width="150" height="142" /></a>Ein Festmahl mit Raubtieren &#8211; eine ebenso reizvolle wie bedrohliche Situation, bei der es zwangsläufig vom Wesen des einzelnen abhängen muss, welche der beiden Empfindungen als stärker wahrgenommen wird. Im spätviktorianischen England, als dekadente Ausschweifungen vor der Fassade bürgerlicher Prüderie gerade einen rebellischen Geist versprühten, bezeichnete man mit dieser Wendung eine konkrete Situation. Es ging um die Neigung reiferer Herren, sich die Gunst weniger betuchter Jünglinge zu erwerben. Und um das Risiko, dadurch Opfer eines Skandals zu werden.<span id="more-369"></span></p>
<p>Schließlich konnten die Eskapaden schneller ans Licht der Öffentlichkeit kommen, als dem Gentleman lieb war. Und oft war es gerade die Angst und der Nervenkitzel, die dabei als besonders erregend empfunden wurden. Oscar Wilde, dem eine ähnliche Situation bekanntermaßen einmal zum Verhängnis werden sollte, betonte gerne, wie belanglos ihm der herablassende Spott seiner konservativen Zeitgenossen war, und gebrauchte die Formulierung &#8220;Feasting with Panthers&#8221; an einer Schlüsselstelle seines Werks. Poptheoretiker weisen gelegentlich darauf hin, wie sehr in den vielzähligen Folgeerscheinungen des Punk etwas von der ästhetizistischen Dandykultur des späten 19. Jahrhundert neu zum Leben erwacht ist. Die filigrane Weiblichkeit des Jugendstils, der androgyne Charme des versnobten Flaneurs; in Absinth getränkte Schmerzlust und ein Befinden zwischen ausschweifender Regression und dem Bewusstsein einer drohenden Endzeit. Wenn es in den letzten dreißig Jahren musikalische (Gegen)-Kulturen gab, in denen dieser Geist des Dandys erneut zu spüren war, dann in dem weiten Feld zwischen New Romantic, Wave und endzeitlich dunkler Folklore. Ein Sänger, dessen Wurzeln unter anderem in jenen Genres zu finden sind, hat sich immer wieder mit den Mythen der Dekadenz und ihren Spuren im 20. Jahrhunderts befasst: Marc Almond. Er nahm ein Album mit dem Titel &#8220;Absinth&#8221; auf, vertonte dabei unter anderem Baudelaire und Rimbaud. Spuren der Decadence finden sich zuhauf in seinen eigenen Texten, für eine gewisse Zeit liebäugelte er gar mit dem Satanismus.</p>
<p>Es war David Tibet, der ihn vor einigen Jahren mit dem Werk des aus Litauen stammenden Dekadenzdichters Eric Count Stenbock bekannt machte, einer schillernden Figur, die die Themen der eigenen Poesie auch im Alltag auslebte und somit die Grenze zwischen Kunst und Lebenskunst verwischte. Alkohol und Opium, okkulte Obsessionen, homoerotische Abenteuer. Eine Holzpuppe, an deren Beseeltheit er glaubte, als ständiger Begleiter. Ein frühes Ende nach einem rauschhaften und zugleich lichtscheuen Dasein. All dies sind Aspekte seines Werks und Eckpunkte einer Biografie, die wie geschaffen schien, einmal das Interesse Almonds zu wecken. Vor zwei Jahren erschien dann eine kleine EP namens &#8220;Gabriel and the Lunatic Lover&#8221;, in der zwei merkwürdige Liebesgedichte Stenbocks vertont wurden, seltsam meditative Akustiksongs, in denen es um wahnhaftes Begehren und kleine „orale“ Paradiese ging. Almond nahm das kleine Juwel mit prominenter Unterstützung auf &#8211; mit auf dem Cover stand der in Friedrichshain lebende Michael Cashmore, Gitarrist und Schöpfer impressionistischer Klänge, dessen einst tragende Rolle bei Current 93 längst legendär ist.</p>
<p>Bei der EP sollte es nicht bleiben, und schon kurz darauf sprachen beide von der Idee eines ganzen Albums, auf dem dekadente Gedichte von Paul Verlain, Jean Genet, Jeremy Reed und anderen in Kunstlieder verwandelt werden sollten. In einem Zeitraum von über zwei Jahren widmeten sich Almond und Cashmore nun räumlich getrennt ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Lyrik &#8211; während der Sänger in London die Texte einsang, feilte der Komponist in Berlin am musikalischen Rahmen. Immer wieder schickten sie sich die Zwischenergebnisse zu, und am Ende ist dieses Album dabei heraus gekommen, bei dem man sich wundert, wie stimmig es trotz der räumlichen Distanz doch ausgefallen ist. Obwohl es bei &#8220;Feasting With Panthers&#8221; keineswegs um musikalische Perfektion geht, fällt die Stimmigkeit nicht nur von Gesang und Begleitung, sondern auch der einzelnen Instrumente untereinander auf. Cashmore hat nicht nur die komplette Musik komponiert, er hat auch alle Parts selbst eingespielt. Ja &#8211; gewissermaßen ist das Puzzlearbeit, Reisbrettmusik, aber das Tolle daran ist, dass man es dem Endresultat kaum anhört.</p>
<p>In Genets &#8220;The Thief and the Night&#8221; vermag Cashmore ein kleines Trio zu ersetzen, liefert Piano, Drums und einen dunklen Dronesound ab, als perfekte kammermusikalische Grundierung für Almonds manierierten Gesang. Das Piano klingt hell, fast wie auf Cashmores Kollaboration mit Antony Hegarty, und doch bekommt es durch Almonds leidenschaftliche Schwermut eine andere Farbe, wirkt kraftvoll trotz aller Schwärze. Wenn in der Mitte des Songs das Schlagzeug einsetzt, scheint es dies untermauern zu wollen. Setzt die Schwermut hier an einigen Stellen recht plötzlich ein, so ist die Gitarrenballade, die aus Stenbocks &#8220;Sonnet XI&#8221; entstanden ist, durchgehend lieblich. Jahre der Sehnsucht, ein endlich in Erfüllung gehender Wunsch, das sind die Themen, die der Marc Almond-Fan zur Genüge kennt. Und wer dessen ganz eigene Melodramatik liebt, der weiß längst, dass der Sänger ihr eine Tiefe zu verleihen versteht, die über peinlichen Kitsch erhaben ist. Das fängt auch die euphorisierte Traurigkeit in Paul Verlains „Crimes of Love“ auf, bei der Almond Versen wie „the countyside blooms with roses, the night is a diamond“ seine Stimme leiht &#8211; typische Zeilen des vielleicht romantischsten der französischen Dekadenzdichter. Aus dem provokanten Paradiesvogel der Soft Cell-, Mambas- und Willing Sinners-Zeit ist jedenfalls längst ein lebenserfahrener, freundlicher Ironiker geworden, selbstverständlich jung wie eh und je &#8211; &#8220;the eternal boy&#8221;.</p>
<p>Aber nicht nur die bekannte Stimme prägt das Pantherfest, auch die Musik hat ihre ganz eigene Qualität. Wenn immer ich Kompositionen von Cashmore höre, bekomme ich den Eindruck eines Menschen, der sich sehr für feine Muster interessiert, kollagenhafte Muster, die trotz ihrer Schlichtheit eine Vielzahl winziger Details enthalten und am Ende den Eindruck einer gewissen Symmetrie erwecken &#8211; einer faszinierenden Symmetrie, weil sie nur an der Oberfläche existiert und ihre Vielgestaltigkeit gar nicht zu leugnen sucht. Das offenkundigste Zeugnis dafür sind Cashmores selbstgestaltete Cover einiger Solo-Alben. Sie scheint von einem vordergründig introvertierten, im Kern aber aufgeschlossenen Charakter zu zeugen, von einem Menschen, der sich hinter dem glamouröseren Sänger Almond keineswegs verstecken muss. Gerade mit diesem Gespür und der Leidenschaft für Details hat der Komponist auch dieser CD ihren Stempel aufgedruckt. Schon die Anordnung der Songs zeugt von einem Sinn für sensible Strukturen, was manchen sicher nur unbewusst auffällt, anderen vielleicht pedantisch erscheinen mag. Letztlich schafft sie aber eine Kohärenz, die einigen der hitverdächtigeren Alben von Almond fehlt. Colin Potter (u.a. Nurse With Wound) war es dann, der als Produzent für den finalen Feinschliff sorgte.</p>
<p>Es wäre sicher übertrieben, die Stücke in Songtypen einzuordnen – romantische Kunstlieder, die sich mit Songs von Antony oder Rufus Wainwright messen können, sind sie alle. Doch die unterschiedlichen Komponenten treten von Song zu Song verschieden stark hervor. So gibt es rockige Momente wie in Reeds „Boy Cesar“ oder dem finalen Titelsong aus der Feder eines Rob Zander. Dann schlicht Wohlklingendes, wie das schon bekannte „Gabriel“ Stenbocks oder „The Patron Saint of Lipstick“ (Reed), dessen Umsetzung an Bill Fay denken lässt, den beide schätzen. Entspannte Singer Songwriter-Balladen sind „Hotel de France and Poetry“ (Cocteau) und „The Sleeper in the Valley“ (Rimbaud), bei dem Almond ein weiteres mal eine seiner Lieblingsfiguren, den Beautiful Loser besingt. Sie wechseln sich ab mit emotional aufwühlenden Chansons wie „The Song of the Unweapt Tear“ und „El Desdichado“ (beide nach Jean Cocteau). Diese Komponenten bilden die größeren Eckpunkte einer Klanglandschaft, in der jeder Ton an der richtigen Stelle ist, und ein einzelner Klang bisweilen wie ein bitterer Tropfen Wermut einen ganzen Song verwandelt und verzaubert.</p>
<p>&#8220;Feasting With Panthers&#8221; braucht seine Zeit, es bietet weniger Kurzweil als das letztjährige „Varieté“. Ist man bereit, sich auf die Musik und die Texte einzulassen, so entfaltet sich ihre Schönheit nach und nach und wächst mit jedem Hören. In Almonds Diskografie wird es vielleicht einen Platz einnehmen wie einst &#8220;Jacques&#8221; oder &#8220;Absinth&#8221; – als Ausdruck eins introvertierteren, dunkleren Almond, den man weniger auf Hitalben wie &#8220;Tenement Symphony&#8221; und &#8220;The Stars We Are&#8221; fand. Eine Neuerung ist die ausdrückliche Hervorhebung eines einzelnen Weggefährten, und dies zurecht. Michael Cashmore hat mit diesem Album den Beweis erbracht, dass er weit mehr ist als eine graue Eminenz. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.cherryred.co.uk/">Cherry Red Records</a></strong></p>
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