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	<title>African Paper &#187; Klammklang</title>
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		<title>MARGENROT: Obkhod</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Oct 2021 04:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Elektronische Musik, die clubtaugliche Eleganz mit einer urwüchsigen Archaik verbindet, welche sich nicht nur rein abstrakt in jedem hypnotischen Rhythmus finden ließe, gibt es viel zu selten &#8211; nicht weil kein Publikum dafür existierte, sondern weil viele Musiker zu sehr &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/10/02/margenrot-obkhod/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/margenrotobkhod.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27159" title="margenrotobkhod" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/margenrotobkhod-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Elektronische Musik, die clubtaugliche Eleganz mit einer urwüchsigen Archaik verbindet, welche sich nicht nur rein abstrakt in jedem hypnotischen Rhythmus finden ließe, gibt es viel zu selten &#8211; nicht weil kein Publikum dafür existierte, sondern weil viele Musiker zu sehr den Beschränkungen einzelner Subkulturen verhaftet sind. Taucht man etwas tiefer in die Materie, findet man natürlich immer wieder zum Teil obskure Ausnahmen, und neben<span id="more-27158"></span> einigen Acts auf Yerevan Tapes machte in diesem Kontext seit Jahren v.a. die in Moskau lebende Producerin Lusia Kazaryan-Topchyan mit ihrem Projekt Margenrot von sich reden.</p>
<p>Auf ihrer Debüt-EP &#8220;<a title="MARGENROT: Zangezur" href="http://africanpaper.com/2018/05/19/margenrot-zangezur/">Zangezur</a>&#8220;, die manch älterer und elitärerer Zeitgenosse minimal in die Länge gezogen und als LP verkauft hätte, widmete sich die Musikerin einem Stoff aus der Geschichte ihres Herkunftlandes Armenien und ließ auch auf musikalischer Ebene eine Menge Folkloristisches, Liturgisches und sonstige Klänge aus dieser Tradition in ihren rituellen Sound einfließen, der trotz zahlreicher Anleihen beim Post-Industrial kein abgegriffenes, sondern ein im besten Sinne stylisches Dunkel verströmt.</p>
<p>Erfreulicherweise hat sich Margenrot auf ihrem kürzlich erschienenen Longplayer &#8220;Obkhod&#8221; nicht komplett neu erfunden, sondern den Stil des Vorgängers weiter ausgebaut. Mehr als zuvor sind es die pulsierenden Rhythmen, die zwar immer neue Gestalt annehmen, einen aber doch wie ein verlässlicher roter Faden durch weite Teile des Albums geleiten. Im eröffnenden &#8220;Nazali&#8221; führen sie durch ein anorganisches Wald- und Sumpf-Setting voll quakender und piepender Tierstimmen und geben der Szene zusammen mit den von zackigen Trommelwirbeln flankieren Gesängen einen rituellen Touch. In &#8220;Oborona 2000&#8243; nehmen sie die Gestalt metallischen Schepperns an und führen durch eine bedrohliche Hörspielwelt, der erst die wehmütige Melodie der Synthies ein wenig von ihrer Düsternis nimmt. In &#8220;Signal&#8221; führen sie durch eine weiträumige Halle voller Stimmen und Echos, in &#8220;Sedation&#8221;, wo sie in monumentaler Wucht auf den Plan treten, kapitulieren sie dagegen vor der titelgebenden Entschleunigung und enden im eiernden (und vielleicht befreienden) Chaos.</p>
<p>In &#8220;Bitumen Poem&#8221; drängen die Rhythmen elektrifizierte Zikaden in den Hintergrund und schaffen Raum für eine traurigschöne Melodie auf der Duduk, einem u.a. in Armenien verbreiteten Blasinstrument, das den Schalmeien verwandt ist, aber weitaus fragilere Klänge hervorbringt. Sounds wie diese, die man hierzulande gerne verallgemeinernd als &#8220;orientalisch&#8221; klassifiziert, bilden eine weitere Säule der Musik, wobei bisweilen nur Fragmente eines bestimmten Instrumentenspiels zu hören sind, die aber ausreichen, um wie im Titelstück all das düstere Wummern und Rumoren zu verzaubern.</p>
<p>Laut Liner Notes bezeichnet das titelgebende russische Wort Обход (bzw. in westlicher schreibweise Obkhod) eine Art Entfesselungskunst, ein Ausweichmanöwer, um unnötige Schwierigkeiten und feindselige Konfrontationen zu umgehen, eine Handlung, die durchaus Tricksereien beinhalten kann, wenn man Gefahr läuft, selbst ausgetrickst zu werden. Ich weiß nicht, ob das Wort nur positiv oder auch in einem abwertenden Sinn verwendet wird, und sicher ist es nicht dazu geeignet, in einfacher Analogie auf Machart und Stimmung der Musik angewandt zu werden. Trotzdem wirft es ein wenig Licht auf das stets dynamische Verhältnis von (niemals nur) harschen und (niemals nur) schönen Aspekten der Musik, die vom verrauscht-noisigen Abzählreim in &#8220;Odnogolosii 2.0&#8243; bis zur Entrücktheit von &#8220;Acceptance&#8221; eine große Bandbreite abdeckt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Klammklang Tapes</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2029663207/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://margenrot.bandcamp.com/album/obkhod">Obkhod by margenrot</a></iframe></p>
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		<title>MARGENROT: Zangezur</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2018 06:12:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Akoazm]]></category>
		<category><![CDATA[Fanny Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Klammklang]]></category>
		<category><![CDATA[Lusia Kazaryan-Topchyan]]></category>
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		<description><![CDATA[Kühle, monumentale Elektronik an der Grenze zum Industrial, mysteriös wabernde Melodien und ein noch mysteriöserer Gesang, der kaum verständlich aus den Tiefen eines Schachtes nach oben dringt, dazu die einlullende Melodie eines orientalisch anmutenden Blasinstrumentes &#8211; in den Tagen vor &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/05/19/margenrot-zangezur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/05/margenrotzangezur.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15631" title="margenrotzangezur" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/05/margenrotzangezur-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kühle, monumentale Elektronik an der Grenze zum Industrial, mysteriös wabernde Melodien und ein noch mysteriöserer Gesang, der kaum verständlich aus den Tiefen eines Schachtes nach oben dringt, dazu die einlullende Melodie eines orientalisch anmutenden Blasinstrumentes &#8211; in den Tagen vor der universellen Verfügbarkeit von fast allem, als man außer Booklets und Fanzines kaum Informationsquellen zu obskuren Projekten hatte, hätte ein Act wie Margenrot unter<span id="more-15630"></span> &#8220;elitären&#8221; Auskennern der Underground-Künste einen kleinen Kult ausgelöst. Wie man damals auf das stylische, griffige Sounddesign reagiert hätte, muss für immer Spekulation bleiben.</p>
<p>Erst nach Jahren wäre irgendwo ein Interview erschienen, in dem Lusia Kazaryan-Topchyan, die in Moskau lebende Frau hinter Margenrot, etwas Licht ins Dunkel gebracht hätte. Von ihrem Wave-Trio Fanny Kaplan, in dem sie singt und Keyboard spielt, hätte sie kurz berichtet, mehr noch von der armenischen Herkunft ihrer Familie und ihrem Interesse an der ins Mythische getauchten Geschichte dieses Landes. Dort, in den Wirren des 14. Jahrhunderts, als der mongolische Feldherr Timur Leng (Current 93 widmeten ihm einst einen Song) seine Horden bis in den Kaukasus schickte, findet sich auch der Ursprung des Titels ihres ersten Albums: &#8220;Zangezur&#8221;, zu deutsch &#8220;Das Läuten war vergebens&#8221;, bezieht sich auf den Sabotageakt eines verräterischen armenischen Prinzen, der die Alarmglocken der Grenzregion abmontierte und so das Land den anrückenden Reitern preisgab.</p>
<p>Ob die Musikerin diesem Prinzen den Titel des Openers &#8211; &#8220;Why am I doing this?&#8221; &#8211; in den Mund legt? Man müsste den halb gemurmelten Sprechgesang verstehen, der allerdings so weit nach hinten gemischt wurde, dass er nur schemenhaft durch die kantigen Synthiebrocken dringt, die dem verquer hinkenden und dennoch kraftvollen Midtempo-Rhythmus das Fundament geben. Das schafft schon eher der folkige Klang einer Duduk oder eines ähnlich Schalmei-artigen Instruments, der wie ein florales Ornament die Ritzen ausfüllt. Interessanterweise stößt sich das keineswegs ab, und ein kurzes Affengelächter scheint einen für die Verwunderung zu verhöhnen. Schrille Schleifgeräusche künden von Fatalismus und Trockeneis.</p>
<p>Glücklicherweise ist Margenrot keineswegs auf kühle Monotonie begrenzt, und einige Stücke entpuppen sich aus ausgesprochen vielschichtig. &#8220;Lame Leading the Blind&#8221; scheint sich direkt auf den besagten Eroberer zu beziehen, denn Timor Leng bedeutet auf deutsch &#8220;Timor, der Lahme&#8221;. Titel und Musik allerdings entsprechen sich zumindest vom Tempo her kaum: Stück für Stück baucht sich der Track in forscher Dynamik auf, zu den Stakkatorhythmen kommt nach und nach alarmistisches Pfeiffen, rituelles Klappern, hektische Stahlgewitter und erneut betörende Melodiebögen auf dem armenischen Blasinstrument. Beeindruckend ist, wie die Musikerin es schafft, trotz dieser Opulenz immer einen etwas spartanische Eindruck zu wahren. &#8220;Ligatur&#8221;, ein kurzes kratziges Zwischenspiel, mischt an Philip Glass erinnernde Akkorde mit subtilem Noise, &#8220;Aghves&#8221;, das groovige &#8220;Halas W Samolocie&#8221; und der Titelsong, vielleicht die drei Herzstücke des Albums, mischen z.T. fast poppige Elektronik mit Raubtierknurren und allerlei weiteren brummenden und gluckernden Field recordings. Ganz bestimmt zieht irgendein Spezialist da den obligatorischen Vergleich mit Coil.</p>
<p>Ein kraftvolles und bei all der jugendlichen Frische überraschend durchdachtes Debüt hat die Künstlerin da auf die Beine gebracht, das fast durchgehend die stählerne Tanzfabrik mit den Schlachtfeldern eines mittelalterlichen Kaukausus überblendet. Da beide Regionen reich an dramatischen Ereignissen sind, sollte eine Fortsetzung des Konzeptes kein Problem darstellen. &#8220;Zangezur&#8221; ist neben der LP und dem Download &#8211; noch &#8211; als ultralimitiertes Tape zu haben. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Klammklang / Akoazm</strong></p>
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