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	<title>African Paper &#187; Lingua Ignota</title>
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		<title>REVEREND KRISTIN MICHAEL HAYTER: Saved!</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Oct 2023 04:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kristin Hayter]]></category>
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		<description><![CDATA[Kristin Hayter hat auf den ersten Lingua Ignota-Veröffentlichungen (ihr Debüt &#8220;Let The Evil Of His Own Lips Cover Him&#8221; wurde kürzlich auf Vinyl wiederveröffentlicht), den rächenden alttestamentarischen Gott angerufen, damit er all die (be-)strafe, die ihr Schmerz zugefügt hatten. Bzgl. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/10/28/reverend-kristin-michael-hayter-saved/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/10/a0465488721_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38091" title="a0465488721_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/10/a0465488721_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://africanpaper.com/tag/kristin-hayter/">Kristin Hayter</a> hat auf den ersten<a href="africanpaper.com/tag/lingua-ignota/"> Lingua Ignota</a>-Veröffentlichungen (ihr Debüt &#8220;Let The Evil Of His Own Lips Cover Him&#8221; wurde kürzlich auf Vinyl wiederveröffentlicht), den rächenden alttestamentarischen Gott angerufen, damit er all die (be-)strafe, die ihr Schmerz zugefügt hatten. Bzgl. der Wiederveröffentlichung des zweiten Albums „All Bitches Die“ auf Profound Lore konnte man <a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">hier</a> lesen: <span id="more-38090"></span>„Hayter selbst bezeichnet &#8216;All Bitches Die&#8217; als &#8216;retribution&#8217; und jede Zeile der von biblischer Metaphorik durchzogenen Texte illustriert das: Das Projekt Lingua Ignota knüpft an eine Uniarbeit Hayters an und soll &#8216;misogynist content as biblically vitriolic anthems for survivors of domestic violence and sexual assault&#8217; rekontextualisieren.“</p>
<p>Musikalisch kombinierte und collagierte Hayter Elemente von Noise und Metal mit Klavier und ihrer Stimme, um wütende, über weite Strecken aufwühlende wie aufregende Musik zu machen. Ihr letztes, auf Sargeant House veröffentlichtes Album<a href="http://africanpaper.com/2021/08/28/lingua-ignota-sinner-get-ready/"> „Sinner Get Ready“</a> knüpfte zwar thematisch an die Vorgänger an, änderte aber etwas die musikalische Ausrichtung: „Zwar sind Metaphorik, Thematik und Gesang (weitgehend) gleichgeblieben, aber die Elemente extremerer Musikformen sind fast völlig weggefallen. Stattdessen integrierte Hayter, die zu dem Zeitpunkt der Aufnahmen – inmitten der Pandemie recht isoliert – in Pennsylvania lebte, lokale akustische Instrumente.“</p>
<p>Hayter hatte letztes Jahr das Ende ihres Projekts in seiner bisherigen Form <a href="https://www.instagram.com/p/CkdPdEyrcAE/?utm_source=ig_embed&amp;ig_rid=35d5b87e-d94f-49e3-a3a5-828040577366">angekündigt</a>: &#8221; I will not allow my wounds to destroy me. I want to live a healthy, happy life and have changed much in myself and my surroundings to bring light in. As such the art has to change too. It is not healthy for me to relive my worst experiences over and over through &#8221; Nach der Gründung von <a href="https://www.perpetualflameministries.com/">Perpetual Flame Ministries</a>, auf deren Seite es heißt: „today shalt thou be with me in paradise“ und sich sogar eine <a href="https://www.perpetualflameministries.com/news/1-833-im-saved-hotline-launches">Hotline </a>findet, über die man Neuigkeiten erfahren kann,  erscheint nun mit „Saved!“ ein Album unter dem neuen Namen Reverend Kristin Michael Hayter. Die religiöse Metaphorik und Ikonographie, die die ersten Lingua Ignota-Alben prägten, sind hier durch eine weitgehend ungebrochenere und (im doppelten Wortsinne) affirmativere Herangehensweise gekennzeichnet. Wenn man so will eine Reise vom zornigen Demiurgos des Alten zum liebenden Zimmermann des Neuen Testaments.</p>
<p>Musikalisch, sowohl bei den Eigenkompositionen als auch bei den Covern, findet zum großen Teil eine Fokussierung auf Stimme und Klavier statt, „<a href="https://linguaignota.bandcamp.com/album/saved">PREPARED WITH BELLS AND CHAINS“</a>. Auf dem Eröffnungsstück „I&#8217;m Getting Out While I Can“ singt sie: „On Judgment Day do you know where you’ll stand/I’m gonna sing with the celestial band/ I’m getting out, getting out while I can“, wobei durch scheinbare Aufnahmedisruptionen zu Beginn und während des Stücks  der Eindruck entsteht, das Band leiere, löse sich auf. Gegen Ende spricht sie in Zungen. „All Of My Friends Are Going To Hell“ mit einem Text, der (un-?)absichtlich an den Hochmut der &#8220;Geretteten!&#8221; erinnert (&#8220;All of my friends are going to Hell/None of them care from what I can tell/But I wanna rise from the place where I fell/Jesus said get some new friends/Cause these ones are going to Hell&#8221;) und Klavierspiel, wie man es vielleicht auch von Diamanda Galás hören könnte, geht über in „There&#8217;s Power In The Blood“: ein mehrstimmes Gospelstück mit so typischer Call and response-Struktur: „There is pow&#8217;r, pow&#8217;r, wonder-working pow&#8217;/In the blood of the Lamb;“. Darauf folgt hre Interpretation von „Idumea“ (das <a href="http://africanpaper.com/tag/current-93/ ">Current 93</a>s auf „Black Ships Ate The Sky“ extensiv coverten).  Hayters von leicht dissonantem Klavier und getragenem mehrstimmigen Gesang durchzogene Version klingt düster, ganz so, als wisse sie nicht, wie der Richterspruch ausfallen wird und ob er &#8220;Eternal happiness or woe&#8221; bringt. Auf der Klavierballade „I Will Be With You Always“ scheint die eigene Vergangenheit mit ihrem neuen Selbst kontratsiert zu werden: „Once I was as ugly as a harpy-bitten tree/And every voice within me spoke – you will never be free/Once I was as ugly as a harpy-bitten tree/But today I am as perfect as a single blade of grass/Because I am free.“ Das Bild der Neu-, der Wiedergeburt wird auch auf dem Video zu „All Of My Friends&#8230;“ aufgegriffen:<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/mpfxWktjEKA?si=VB13ZYjkrJqANkJj" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Auf der Rückseite des Albums heißt es: &#8220;To live&#8230;ye must be born again&#8221;. Es folgt das Countrystück „Precious Lord, Take My Hand“ mit Klatschen und Akustikgitarre.  Ein scheinbar verstimmtes Piano leitet  „May This Comfort and Protect You“ ein, bevor sie „The Wayfaring Stranger“ sehr getragen interpretiert. Als Kontrast dazu folgt das kurze, begeistert vorgetragene „Nothing But The Blood“. Auf der wunderschönen Pianoballade „I Know His Blood Can Make Me Whole&#8221;, ihrer Interpretation des Blind Willie Johnson-Stücks, gibt es stimmlich beeindruckende Momente. Den Abschluss bildet das 8-minütige „How Can I Keep From Singing“; das eigentlich harmonische Stück wird kontrastiert mit Hayters Heulen, Weinen und Husten, das in der emotionalen Selbtoffenbarung durchaus verstörend ist. Wie auch immer man zu Hayters Wandlung stehen mag &#8211; genug andere (man denke an Huysmans) haben ähnliche Entwicklungen durchlaufen &#8211; sei dahingestellt, &#8220;Saved!&#8221; ist ein durchgängig beeindruckendes Album, das man genießen kann, auch wenn man keinerlei spiritueller Erleuchtung bedarf.</p>
<p>Label: <a href="https://www.perpetualflameministries.com/">Perpetual Flame Ministries</a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2380643069/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Saved: Neues Album von Kristin Hayter</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Aug 2023 05:19:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kristin Hayter]]></category>
		<category><![CDATA[Lingua Ignota]]></category>
		<category><![CDATA[Perpetual Flame Ministries]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 20. Oktober erscheint auf Hayters Label Perpetual Flames Ministries das Album „Saved!“ unter dem Projektnamen Reverend Kristin Michael Hayter. Vor einigen Monaten hatte sie das Ende ihres Projekts Lingua Ignota angekündigt. Neben selbst geschriebenen Stücken enthält das Album u.a. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/24/saved-neues-album-von-kristin-hayter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 20. Oktober erscheint auf Hayters Label <a href="https://perpetualflamestore.com/">Perpetual Flames Ministries</a> das Album „Saved!“ unter dem Projektnamen Reverend Kristin Michael Hayter. Vor einigen Monaten hatte sie das Ende ihres Projekts <a href="(http://africanpaper.com/tag/lingua-ignota/">Lingua Ignota </a>angekündigt. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/a0465488721_16.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-37167" title="a0465488721_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/a0465488721_16.jpg" alt="" width="700" height="700" /></a><span id="more-37165"></span>Neben selbst geschriebenen Stücken enthält das Album u.a. Interpretationen von &#8220;Poor Wayfaring Stranger&#8221; und &#8220;Idumea&#8221;. Vorab wurde das Stück “All of My Friends Are Going To Hell” veröffentlicht.<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/mpfxWktjEKA" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Wurde auf den Lingua Ignota-Alben der Gott des Alten Testaments evoziert, um als Rächender die Gewalt ausübenden Männer zu bestrafen (“Frigid Father/I beg of you from a throat raw with curses/By your almighty grace intercede for me/Console me with blood”, konnte man auf<a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/"> &#8220;All Bitches Die&#8221;</a> hören), untermalt von einer &#8211; zumindest auf den ersten Alben &#8211; wüsten Mischung aus Metal, Industrial und Klassik, so scheint das neue Projekt eine andere Ausrichtung zu haben. Hätte man bei den die letzte Europatour ankündigenden <a href="https://www.instagram.com/p/Cr_B0mPL7P7/">Plakaten</a> noch denken können, hier werde durch (Über-)Affirmation Religion dekonstruiert, so hat man nun tatsächlich den Eindruck, dass sie inzwischen leidlich systematisiete Formen von Aberglauben als &#8220;heilend&#8221; ansieht:</p>
<p>&#8220;SAVED! is an apocalyptic revelation on the complex, sometimes ugly, always nonlinear process of healing. Herein, Reverend Kristin Michael Hayter documents an earnest attempt to achieve salvation through the tenets of charismatic Christianity, focusing on the Pentecostal-Holiness Movement, which dictate that one’s closeness to God is demonstrated through transcendental personal experience. Sonically and thematically, the record is both a logical conclusion to and a significant departure from Hayter’s previous work as Lingua Ignota. Mirroring her personal evolution away from pain, she sheds the moniker that made her successful for its unflinching expression of lived trauma and instead builds herself anew, claiming her full given name, determined to see value within. Musically, while she continues to use historical avant-garde technique and formal constraints superimposed over accessible frameworks, she also strips down her instrumentation and degrades audio to provide a sense of musicological antiquity. Similar to Lingua Ignota, the record is steeped in pathos, but now the wrath of God gives way to His deliverance: &#8216;His boundless love shall make you whole.&#8217;“</p>
<p><strong>@ <a href="https://perpetualflamestore.com/">Perpetual Flame Ministries </a></strong></p>
<p><strong>@<a href="https://evilgreed.net/collections/reverend-kristin-michael-hayter"> Evil Greed </a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2380643069/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>LINGUA IGNOTA: Sinner Get Ready</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2021 07:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kristin Hayter]]></category>
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		<category><![CDATA[Sargent House]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schon erstaunlich, wie schnell es Kristin Hayter, die unter dem an Hildegard von Bingen anspielenden Projektnamen Lingua Ignota Musik macht, gelungen ist, auch von der Mainstreampresse wahrgenommen zu werden. Das wurde schon bei ihrem letzten Album „Caligula“ deutlich, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/08/28/lingua-ignota-sinner-get-ready/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/08/187847-lingua-ignota-sinner-get-ready.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-26641" title="187847-lingua-ignota-sinner-get-ready" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/08/187847-lingua-ignota-sinner-get-ready-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist schon erstaunlich, wie schnell es Kristin Hayter, die unter dem an Hildegard von Bingen anspielenden Projektnamen <a href="http://africanpaper.com/tag/lingua-ignota/">Lingua Ignota</a> Musik macht, gelungen ist, auch von der Mainstreampresse wahrgenommen zu werden. Das wurde schon bei ihrem letzten Album <a href="http://africanpaper.com/2019/07/27/lingua-ignota-caligula/">„Caligula“ </a>deutlich, &#8220;Sinner Get Ready&#8221; schafft es erstaunlicherweise sogar bis in die<a href="https://www.ft.com/content/04480bec-ac5e-4026-b8c0-dbec7e3b316a"> Financial Times</a>. <span id="more-26640"></span>Das hat sicher mit der Qualität ihrer Musik zu tun, wahrscheinlich fällt ihre<a href="https://www.theguardian.com/music/2019/apr/18/this-has-been-fantastic-revenge-metal-musician-lingua-ignota-on-surviving-abuse"> Thematisierung von Missbrauchserfahrungen</a> im Zeitalter von „MeToo“ aber auf besonders fruchtbaren Boden. Anlässlich ihres Albums<a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/"> „All Bitches Die“ </a>hieß es auf diesen Seiten zur Genese des Projekts: „Lingua Ignota knüpft an eine Uniarbeit Hayters an und soll &#8216;misogynist content as biblically vitriolic anthems for survivors of domestic violence and sexual assault´&#8221; illustrieren.  Von Anbeginn an bediente sich Hayter einer biblisch-alttestamentarischen Ikonographie und Metaphorik, in der ein strafender Gott, ein Vertreter einer „totalen Religion“ (Jan Assmann), evoziert wurde, um Rache (aus) zu üben.</p>
<p>Während des Lockdowns veröffentlichte Hayter einige Coverversionen (von Chris Isaaks „Wicked Game“, es gab eine eine Neuaufnahme von Dolly Partons<a href="http://africanpaper.com/2019/07/20/lingua-ignota-the-rita-commissioned/"> „Jolene“</a>, außerdem Eminems „Kim“ (besonders passend zum Thema Misogynie) und Bachs „Agnus Dei“). Man mag zwar etwas zusammenzucken, wenn Hayter bezogen auf ihr neues Album (wenn auch durchaus selbstreflexiv) einen Begriff wie <a href="https://www.stereogum.com/2156234/lingua-ignota-sinner-get-ready/interviews/qa/">&#8220;Gesamtkunstwerk</a>&#8221; verwendet, aber darüber lässt sich bei der Qualität ihres neuen &#8211; bei Sargent House und nicht nicht mehr bei Profound Lore erschienenen &#8211; Albums hinwegsehen.<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/7YRMV7ffPpY" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Während auf ihren letzten Alben ihr mit Topoi der Oper spielender Gesang und ihre Feuer und Schwefel-Bildlichkeit mit Metal wie auch Industrialelementen angereichert wurden, findet sich auf „Sinner Get Ready“ eine (etwas) andere Herangehensweise: Zwar sind Metaphorik, Thematik und Gesang (weitgehend) gleichgeblieben, aber die Elemente extremerer Musikformen sind fast völlig weggefallen. Stattdessen integrierte Hayter, die zu dem Zeitpunkt der Aufnahmen &#8211; inmitten der Pandemie recht isoliert &#8211; in Pennsylvania lebte, lokale akustische Instrumente. Im Artwork finden sich Bilder aus den in Pennsylvania situierten, klimatisch kuriosen, als <a href="https://pabook.libraries.psu.edu/literary-cultural-heritage-map-pa/feature-articles/geologic-wonder-scotia-barrens">„geologisches Wunder“ </a>bezeichneten <a href="https://uncoveringpa.com/scotia-barrens">Scotia Barrrens</a>, die durchaus zur Stimmung des Albums passen.</p>
<p>„Hide your children hide your husband” – mit diesen von Klavier untermalten Worten beginnt das Album. Nur gegen Ende finden sich beim Opener “The Order Of Spiritual Virgins” kurzzeitig dissonante Momente. Auf dem darauf folgenden „I Who Bend The Tall Grasses“ wird der „Glorious father“ angerufen und es wird gefordert: „intecede for me [...] split him open [...] I don’t give a fuck Just kill him you have to I’m not asking“. Untermalt von einer dunkel-dröhnenden Orgel, singt und schreit Hayter und ihre Stimme droht zu brechen. Das erinnert von der Art des Vortrags noch am ehesten an die Vorgängeralben. Auf dem entfernt nach Blues klingenden „Many Hands”, aus dem der Albumtitel entlehnt ist, erzeugen die eingesetzten akustischen Instrumente (u.a. ein <em>mountain dulcimer</em>) leicht atonale Momente: „And rough rough fingers for every hole you have“. Es finden sich eine Reihe verhältnismäßig sanfter Klavierballaden, etwa „Pennsylvania Furnace“ (mit der großartigen Zeile „And all that I&#8217;ve learnt is everything burns“), „Perpetual Flame Of Centralia“ oder das mehrstimmige „Man Is Like A Spring Flower“. Diese Stücke könnte man, ohne den Kontext zu kennen, auch völlig affirmativ lesen. <a href="https://www.stereogum.com/2156234/lingua-ignota-sinner-get-ready/interviews/qa/">Textlich beeinflusst</a> wurde Hayter von sakralen Texten der Mennoniten und Amish. „Repent Now Confess Now“ mit mehrstimmigem Gesang Hayters und Einsatz von Banjo beschreibt die Eigenschaften des strafenden Gottes: „The surgeon’s precision is nothing/No wound as sharp as the will of God [...] He will ram your eyes with glass [...] No wound as sharp as the will of God“.</p>
<p>Hayter verwendet eine Reihe von thematisch verwandten Samples; so ist auf der Pianoballade „The Sacred Linament Of Judgement” zu hören, wie Jimmy Swaggart seiner Gemeinde beichtet, er habe Prostituierte aufgesucht. Diese Heuchelei des noch immer<a href="https://networthbro.com/jimmy-swaggart-net-worth-salary-house-cars/#:~:text=%24%2015%20Million%20What%20is%20Jimmy%20Swaggart%20Net,throughout%20the%20United%20States%20and%20around%20the%20world."> erfolgreichen </a>Fernsehevagelisten, der seit Jahrzehnten seinen Anhängern das Geld aus der Tasche zieht, führt Hayter mit Überaffirmation ad absurdum, wenn sie singt: „Bold shall I stand on that great day/In bright celestial robes arrayed/fully absolved through Christ I am/From sins too terrible to name“. Der Abschlusstrack „The Solitary Brethren Of Ephrata“ zitiert ein Interview mit einer Gläubigen, die sich gegen die Notwendigkeit einer Coronaimpfung ausspricht und es damit begründet: „I’m covered in Jesus&#8217;s blood“.</p>
<p>In God&#8217;s own country, in dem nicht unerhebliche Teile der sowieso schon extrem abstoßenden Evangelikalen einen <a href="https://time.com/6052051/anti-democratic-threat-christian-nationalism/">„Christian nationalism“</a> verfolgen und einen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xoIlSttFiok">Mann </a>bedingungslos unterstützen, der wahrscheinlich die Bibel noch nie tatsächlich aufgeschlagen hat und in dem der Glaube an das sogenannte <em>prosperity gospel</em> auch dazu führen kann, dass man es ohne mit der Wimper zu zucken hinnimmt, dass Gott einem Prediger auch schon einmal einen<a href="https://www.youtube.com/watch?v=hiHghDYvpBU"> Privatjet zugesteht</a> &#8211; die Zahl weiterer Beispiele ist Legion &#8211; wird deutlich, dass den Glauben betreffend eigentlich nichts mehr satirisiert werden kann. Lingua Ignota ist da ein schönes Antidot. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://sargenthouse.com/">Sargent House</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=396669102/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>THE BODY: I&#8217;ve Seen All I Need To See</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/02/20/the-body-ive-seen-all-i-need-to-see/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2021 06:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chip King]]></category>
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		<description><![CDATA[Das aus Lee Buford and Chip King bestehende Duo hat in den vergangenen 20 Jahren auf einer ganzen Reihe von eigenständigen Alben und zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Uniform, Thou oder Krieg) und Seitenprojekten (z.B. Sightless Pit mit Lingua Ignota) eine &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/20/the-body-ive-seen-all-i-need-to-see/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/a0754428179_161.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-24322" title="a0754428179_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/a0754428179_161-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das aus Lee Buford and Chip King bestehende Duo hat in den vergangenen 20 Jahren auf einer ganzen Reihe von eigenständigen Alben und zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit <a href="http://africanpaper.com/2019/09/28/uniform-the-body-everything-that-dies-someday-comes-back/">Uniform</a>, Thou oder Krieg) und Seitenprojekten (z.B. Sightless Pit mit Lingua Ignota) eine massive, wuchtige Musik mit Doom- und Sludgeeinflüssen gespielt, aber auch von Anfang an immer verschiedenste Instrumente in das Klangbild integriert. <span id="more-24319"></span>Waren einige der letzten Veröffentlichungen stark von elektronischen Elementen und Samples durchzogen, so sind diese schon 2019 entstandenen Aufnahmen eine (etwas) stärkere Runterbrechung auf die Basis (Schlagzeug, Gitarre, Gesang), ähnlich, wie The Body bei ihren Auftritten auf ihren letzten Touren klangen.</p>
<p>Geht man die Titel ihrer Veröffentlichungen der letzten Jahre durch, sieht man ein Panorama des Leid(en)s („All The Waters Of The Earth Turn To Blood“, „I Have Fought Against It, But I Can&#8217;t Any Longer“, „No One Deserves Happiness“, „O God who avenges, shine forth. Rise up, Judge of the Earth; pay back to the proud what they deserve.“) und auch auf dem neuen Album, dessen Titel einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0J2KE9dWslk">Stück von Adam Faucett</a> entnommen ist, entfaltet das Duo ein Tableau des Schmerzes.</p>
<p>Das Album beginnt mit „A Lament“, auf dem Douglas Dunns Gedicht <a href="https://www.poemhunter.com/poem/the-kaleidoscope/">„The Kaleidoscope“</a> rezitiert wird. Es geht um den Verlust von Dunns Frau: „Grief wrongs us so“, heißt es da, während die ultraverzerrte Gitarre den Eindruck erweckt, die Lautsprecher seien beschädigt, vereinzeltes Röcheln setzt ein, dann gibt es kurze Unterbrechungen und man hat auch noch den Eindruck, die Tonspur löse sich auf. Wuchtiges Schlagzeug leitet „Tied Up And Locked In“ ein,  dann setzen das verzerrte Brutzeln der Gitarre und das für The Body so typische Heulen ein (Schreien kann man es nicht nennen), das irgendwann zu einem Auskotzen wird, das inmitten dieser brachial-verzerrten Soundwand tönt. Egal ob die schleppenden Beats von „Eschatological Imperative“, das auf Rhtyhmus weitgehend verzichtende „A Pain Of Knowing“, die Noiseorgie &#8220;They Are Coming&#8221; oder die Spoken Words auf &#8220;The Handle/The Blade&#8221;, alle Stücke sind von solch einer brachialen Wucht und Wut, dass man am Ende erschöpft niedersinkt (ähnlich wie bei den musikalisch ganz anders ausgerichteten Portal). Sicher nicht die schlechteste Musik zur Zeit. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://thrilljockey.com/index">Thrill Jockey</a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2610158038/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>UNIFORM / THE BODY: Everything That Dies Someday Comes Back</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Sep 2019 05:42:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lingua Ignota]]></category>
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		<category><![CDATA[Sacred Bones Records]]></category>
		<category><![CDATA[The Body]]></category>
		<category><![CDATA[Uniform]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Anfang der 00er Jahre spielen The Body, die in den letzten Jahren häufig mit Lingua Ignota aufgetreten sind und aufgenommen haben, eine Form von harter Musik, die sich einfachen Kategorisierungen entzieht. Uniform, mit denen The Body jetzt nach &#8220;Mental &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/09/28/uniform-the-body-everything-that-dies-someday-comes-back/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/09/The-Bodya1452803260_161.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18944" title="The Bodya1452803260_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/09/The-Bodya1452803260_161-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit Anfang der 00er Jahre spielen The Body, die in den letzten Jahren häufig mit Lingua Ignota aufgetreten sind und aufgenommen haben, eine Form von harter Musik, die sich einfachen Kategorisierungen entzieht. Uniform, mit denen The Body jetzt nach &#8220;Mental Wounds Not Healing&#8221; aus dem letzten Jahr zum zweiten Mal ein gemeinsames Album aufnehmen, haben sich auf ihren bisherigen Veröffentlichungen an dem orientiert, was seit etlichen Jahren etwas unglücklich als Industrial Metal bezeichnet wird.<span id="more-18942"></span></p>
<p>„Gallows in Heaven“ fängt mit Rauschen und Gebrutzel an, das an Whitehouses „Told“ erinnert, bevor sich ein stampfender Rhythmus einstellt und man kurzfristig glaubt, es werde Throbbing Gristles „Discipline“ gecovert. Was auffällt, ist der sicher beabsichtige Kontrast – von Labelseite wird der Begriff<a href="https://uniformthebody.bandcamp.com/album/everything-that-dies-someday-comes-back"> „antagonistic“</a> genannt &#8211; der aggressiven Vocals von Uniform-Frontmann Michael Berdan und dem/den irrsinnigen Schreien von Chip King von The Body, dessen Beiträge scheinbar nicht jeder Rezensent<a href="https://www.heavyblogisheavy.com/2019/08/13/uniform-the-body-everything-that-dies-someday-comes-back/"> goutiert</a>.  Man stelle sich vor, Stephen O&#8217;Malley und Greg Anderson hätten damals bei den Aufnahmen zu „Black One“ Malefic nicht einen Text über die Blutgräfin Elisabeth Bathory zum Singen/Kreischen vorgelegt, sondern hätten ihn gebeten, mit seiner Stimme einen Staubsauger zu imitieren. Das mag etwas irritieren, aber in seiner monotonen und monomanischen Konsequenz und Konsistenz ist das schon beeindruckend und ist vielleicht auch ein Antidot gegen ein manchmal zu generisches Klangbild, denn Referenzen sind schnell zur Hand. Manches erinnert an Controlled Bleeding zu Zeiten von &#8220;Penetration&#8221; respektive &#8220;Trudge&#8221;, manchmal kommt Godflesh in den Sinn. Allerdings finden sich fast schon so etwas wie Popnummern (&#8220;Vacancy&#8221;), schleppende Hip Hop-Beats durchziehen &#8220;Day Of Atonement&#8221;, weibliche Co-Vocals und Orgeleinsatz machen &#8220;Patron Saint Of Regret&#8221; in Passagen zu einem sakralen Popstück und „Waiting For The End Of The World“ ist eine dröhnende Klangfläche mit seltsamen Samples. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://www.sacredbonesrecords.com/">Sacred Bones</a></p>
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		<title>Lingua Ignota im Berliner Urban Spree</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/08/08/lingua-ignota-im-berliner-urban-spree/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Aug 2019 05:26:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lingua Ignota wird diesen Herbst ihren aktuellen Longplayer &#8220;Caligula&#8221; (Profound Lore) auf einer ausgedehnten Nordamerika- und Europa-Tour präsentieren, u.a. am 6. Oktober im Berliner Urban Spree. Ebenfalls zu sehen sind das thematisch ähnlich gelagerte Chicagoer Elektronik-Duo Hide (Sub Pop / &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/08/08/lingua-ignota-im-berliner-urban-spree/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lingua Ignota wird diesen Herbst ihren aktuellen <a href="http://africanpaper.com/2019/07/27/lingua-ignota-caligula/">Longplayer &#8220;Caligula&#8221;</a> (Profound Lore) auf einer ausgedehnten Nordamerika- und Europa-Tour präsentieren, u.a. am 6. Oktober im Berliner Urban Spree. Ebenfalls zu sehen sind das thematisch ähnlich gelagerte Chicagoer Elektronik-Duo Hide (Sub Pop / Dais) und der kanadische Producer Kontravoid (Fleisch).<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/08/linguahidevoid.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-18440" title="linguahidevoid" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/08/linguahidevoid.jpg" alt="" width="960" height="540" /></a><span id="more-18439"></span></p>
<p>Sonntag, 06.10.2019<br />
Einlass: 20 Uhr<br />
Urban Spree<br />
Revaler Str. 99<br />
10245 Berlin</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/events/358721308370083/"><strong>Event @ Facebook</strong></a></p>
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		<title>LINGUA IGNOTA: Caligula</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/07/27/lingua-ignota-caligula/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Jul 2019 05:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Full Of Hell]]></category>
		<category><![CDATA[Kristin Hayter]]></category>
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		<category><![CDATA[The Body]]></category>
		<category><![CDATA[The Rita]]></category>
		<category><![CDATA[Uniform]]></category>

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		<description><![CDATA[Kristin Hayter ist mit ihrem nach Hildegard von Bingen benannten Projekt innerhalb kurzer Zeit relativ erfolgreich geworden: Wurde „All Bitches Die“ ursprünglich im Selbstverlag veröffentlicht, fand das Album ein Jahr später bei Profound Lore eine Heimat und der Nachfolger „Caligula“ &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/27/lingua-ignota-caligula/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/Lingua.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18346" title="Lingua" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/Lingua-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kristin Hayter ist mit ihrem nach Hildegard von Bingen benannten Projekt innerhalb kurzer Zeit relativ erfolgreich geworden: Wurde <a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">„All Bitches Die“ </a>ursprünglich im Selbstverlag veröffentlicht, fand das Album ein Jahr später bei Profound Lore eine Heimat und der Nachfolger „Caligula“ hat inzwischen einiges an medialer Resonanz gefunden – sowohl in alternativen Publikationen (<a href="https://thequietus.com/articles/26824-lingua-ignota-caligula-review">Lead Review bei The Quietus)</a> als auch in der <a href="https://www.theguardian.com/music/2019/jul/19/lingua-ignota-caligula-review-profound-lore-kristin-hayter">Mainstreampresse</a>.<span id="more-18344"></span></p>
<p>Vielleicht lässt sich ein Teil des Erfolgs mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichungen und dem Sujet ihrer Arbeiten erklären, passt ihre Thematisierung von Gewalt und Missbrauch (u.a. durch einen Musiker aus der Noise-Szene in Providence) gut in die #Me too-Debatte(n) &#8211; gleichzeitig sprengt Hayter einen Diskurs, in dem Frauen allzu oft (ausschließlich) Opfer sind, passive Erdulderinnen männlicher Aggression. Denn ihre von Zorn, Rache(phantasien) und religiöser Bildlichkeit durchzogenen Texte situieren sie näher an Künstlerinnen wie Diamanda Galás oder (Film-)Figuren wie <a href="https://www.imdb.com/title/tt0077713/videoplayer/vi3817865497?ref_=tt_ov_vi">Jennifer Hill</a>. So <a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">hieß</a> es auch bzgl. von „All Bitches Die“ auf diesen Seiten: „Im Zeitalter von #Me Too ließe sich Hayter sicher eher im Lager derjenigen situieren, die „weibliche Potenz“ fordern. Hayter selbst sagt: &#8216;The music is about reclaiming power that has been stolen.&#8217;&#8221;</p>
<p>Nach der<a href="http://africanpaper.com/2019/07/20/lingua-ignota-the-rita-commissioned/"> Split mit The Rita</a>, auf der sie Scott Walker und Dolly Parton coverte, folgt nun mit „Caligula“ ein Album, das thematisch wie musikalisch an „All Bitches Die“ anknüpft. Diesmal gibt es Gastbeiträge von The Rita, The Body (mit denen sie schon vielfach getourt ist), Full Of Hell und Uniform. Der Opener „Faithful Servant Friend Of Christ“, auf dem traurige Geigen mit Hayters sakralem Gesang verbunden werden, klingt textlich noch ungebrochen. Ein erster Höhepunkt ist „Do Not Doubt Me Traitor“, das mit von Klavier begleitetem Klagegesang beginnt: „If you sleep down in hell / I have chains to bind you“. Perkussion setzt ein und dann (ver-)wandelt sich der Gesang, wird zum markerschütternden Schreien, das in seiner Selbstoffenbarung wirklich beeindruckend ist: „How do I break you before you break me“. Am Ende dann singt sie: „I am the cuntkiller“. „Butcher of the World“ wird von Purcells „Funeral Music for Queen Mary“ durchzogen, Musik, die Kubrick in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=o40w2ph7rZM">„A Clockwork Orange“</a> einsetzte und die auch Current 93s <a href="https://www.discogs.com/de/93-Current-93-Sickness-Of-Snakes-Nightmare-Culture/release/104001">„Killy Kill Killy (A Fire Sermon)“</a> einleitete. Hayters schreit, brüllt, klagt: „I am the fucking deathdealer / I am the butcher of the world“, bevor das Stück sich ändert und einen getragenen Charakter bekommt und die Forderung fällt: „May there be no kindness“. „May Failure Be Your Noose“ ist eine Klavierballade, in die Dissonanzen einbrechen. „If The Poison Won&#8217;t Take You My Dogs Will“ changiert zwischen Noisekaskaden und Klavierpassagen. Das von Orgel eingeleitetete „Day of Tears And Mourning“ ist mit Einsatz von Schlagzeug und Gitarre eine wahre schleppende Doomnummer, während das von einem dezenten Klavier begleitete „Sorrow! Sorrow! Sorrow!“ musikalisch wie textlich (fast) auch in einer der zahllosen Kirchen der USA gesungen werden könnte und durch ein bizarres Lars Ulrich-Sample fast ein Moment des<em> comic reliefs</em> darstellt, etwas, das bei „Spite Alone Holds Me Aloft“ kaum gelingen könnte, klingt der Gesang Hayters doch von einem Moment zum nächsten wie der einer<a href="https://www.youtube.com/watch?v=bSxuXQCEC7M"> Besessenen</a>. Mit dem Aufruf “Kill Them All“ klingt das Stück aus. Das nicht gerade subtil betitelte „Fucking Deathdealer“ ist ein rein akustisches (Stimme und Psalterium) Stück. Mit „I am the beast“ klingt das Album mit brutaler Wucht und Wut aus und wenn es dort heißt „All I know is / violence“, dann glaubt man das nach diesen knapp 70 Minuten sofort.</p>
<p>Natürlich ist auch Heyter nicht aus dem Nichts enstanden. Vielleicht hat sie in Rhode Island einmal einen Auftritt von <a href="https://bonedustprov.bandcamp.com/album/fruit-of-the-ash">Bonedust </a>erlebt, sie selbst hat die einzelnen Stücke des Albums<a href="https://www.loudersound.com/features/lingua-ignotas-track-by-track-guide-to-new-album-caligula"> an anderer Stelle</a> detailliert seziert, aber insgesamt ist &#8220;Caligula&#8221; ein durchgängig beeindruckendes Werk aus <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qNDWBWFrpjM">&#8220;sound and fury&#8221;</a>. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.profoundlorerecords.com/">Profound Lore</a></strong></p>
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		<title>LINGUA IGNOTA / THE RITA: Commissioned</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/07/20/lingua-ignota-the-rita-commissioned/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Jul 2019 06:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dolly Parton]]></category>
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		<category><![CDATA[Scott Walker]]></category>
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		<category><![CDATA[Total Black]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Split-Veröffentlichung mit zwei Bands kann sich aus den verschiedensten Gründen anbieten, stilistische Ähnlichkeiten und die Erwartung, damit ein ähnliches Publikum anzusprechen, sind nur zwei davon. Lingua Ignota, das über zahlreiche Genregrenzen hinweggehende Projekt der Sängerin Kristin Hayter und der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/20/lingua-ignota-the-rita-commissioned/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/LinguaIgnotaTheRita.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18172" title="LinguaIgnotaTheRita" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/LinguaIgnotaTheRita-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine Split-Veröffentlichung mit zwei Bands kann sich aus den verschiedensten Gründen anbieten, stilistische Ähnlichkeiten und die Erwartung, damit ein ähnliches Publikum anzusprechen, sind nur zwei davon. Lingua Ignota, das über zahlreiche Genregrenzen hinweggehende Projekt der Sängerin Kristin Hayter und der unter dem Namen The Rita firmierende Harsh und Sleaze Noise-Veteran Sam McKinlay und seine Mitstreiter sind musikalisch zumindest auf<span id="more-18171"></span> den ersten Blick so unterschiedlich, dass man im Vergleich die 2009 erschienene gemeinsame LP von Zola Jesus und Burial Hex als geradezu homogen betrachten könnte.</p>
<p>Auf der ersten Seite präsentiert Lingua Ignota mit &#8220;The Girls From The Streets&#8221; und &#8220;Jolene&#8221; zwei der Coverversionen, die Hayter 2018 ursprünglich für ein eigenständiges Album eingespielt hatte. &#8220;The Girls From The Streets&#8221; ist eine schleppende und mehrfach gebrochene Interpretation eines leider etwas unterrepräsentierten Scott Walker-Klassikers von 1968, der auf herrlich ambivalente Art ein berauschendes Nightlife-Szenario entwirft, in welchem immer wieder Signale von Ausbeutung, Verdinglichung und Auswüchsen eines &#8220;toxischen&#8221; Geschlechterverhältnisses durchscheinen, die dem lyrischen ich, wie es scheint, kaum auffallen. Durch den melancholische Gesang und gelegentliche durchscheinende aggressive Momente, die einem Swans-Song mit Jarboe zur Ehre gereicht hätten, lässt Lingua Ignota die abgründigen Aspekte des Songs, freilich zu Ungunsten der subtilen Ambiguität, deutlicher hervortreten, die minimalen, spannungsgeladenen Tonfolgen auf dem Klavier und ihr Touch von lyrischem Sopran unterfüttern all dies. Hier scheinen die Mädchen von der Straße selbst die Perspektive des lebenshungrigen Aufreißers zu übernehmen und seine Worte selbst in originalgetreuer Wiedergabe dunkel einzufärben.</p>
<p>Das exaltierter vorgetragene und etwas weniger schleppende &#8220;Jolene&#8221; funktioniert nach einem ähnlichen Muster, wobei Dolly Partons Country-Klassiker seinerzeit weniger auf Ambiguität als auf ungebrochenen Selbstausdruck setzte. Vielleicht war das im Popkontext selten unkaschierte Verpacken von Ohnmachts-, Unterlegenheits- und Abhängigkeitsgefühlen in einen Song einer der Gründe, warum er einer der meistgecoverten Songs des 20. Jahrhunderts wurde. Hayter zieht das Stück weit über die Grenze der Verzweiflung und gibt ihm eine fast wahnhafte Schmerzlichkeit.</p>
<p>Monoton und schleppend sind auch die beiden The Rita-Tracks &#8220;Black Eye Makeup Headband&#8221; und &#8220;Red Makeup Circles On The Cheeks&#8221;, eine weitere Gemeinsamkeit mit Lingua Ignota, so man eine solche denn unbedingt finden muss, besteht darin, dass auch die Musik der Kanadier Rückgriffe auf Älteres beinhaltet &#8211; zum einen, weil ein verzerrter, rauschender, knarzender und immer mal wieder im Fluss stockender Harsh Noise wie der hier präsentierte ohnehin kaum wie individueller Selbstausdruck anmutet, sondern wie das Channeln von etwas, das in versteckten Ecken unserer akustichen Deponien aufs Anzapfen wartet. Zum einen aber auch, weil auf der holprigen Wegstrecke Spuren einer nur diffus wahrnehmbaren Geigenspur durchschimmern, die an eine Komposition von Igor Stravinsky angelehnt ist. Absolut in your face, und alle weiteren Verquastheiten dazu wären eine Beleidigung für die Musik.</p>
<p>Wenn Lingua Ignota, deren <a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">letzter Longplayer &#8220;All Bitches Die&#8221;</a> schon viel Lob bekam, mit der Zeit an Bekanntheit gewinnt, werden einige vielleicht The Rita als Kuriosität abtun, doch eine solche Split ist ohnehin für die wenigen anderen gedacht, und mit der Zeit wird die Veröffentlichung ein weiterer Beleg dafür sein, dass Trennungen zwischen Musik und Non-Musik, schön und hässlich und allen möglichen und unmöglichen Genres nur dann gelten, wenn man sich selbst zu ihrer Gültigkeit entscheidet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Total Black</strong></p>
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		<title>LINGUA IGNOTA: All Bitches Die</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jul 2018 04:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kristin Hayter]]></category>
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		<category><![CDATA[Profound Lore]]></category>
		<category><![CDATA[The Body]]></category>

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		<description><![CDATA[Ursprünglich 2017 als zweites Album in Eigenregie des nach einer von Hildegard von Bingen erfundenen Schrift benannten Projekts von Kristin Hayter veröffentlicht, kommt nun auf Profound Lore eine leicht erweiterte Version des in einem „shed in the woods“aufgenommenen Albums heraus. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/Lingua-Ignota.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15971" title="Lingua Ignota" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/Lingua-Ignota-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ursprünglich 2017 als zweites Album in Eigenregie des nach einer von Hildegard von Bingen erfundenen Schrift benannten Projekts von Kristin Hayter veröffentlicht, kommt nun auf Profound Lore eine leicht erweiterte Version des in einem <a href="https://www.discogs.com/de/Lingua-Ignota-All-Bitches-Die/release/12169689">„shed in the woods“</a>aufgenommenen Albums heraus.<span id="more-15969"></span> Hayter selbst bezeichnet &#8220;All Bitches Die&#8221; als &#8220;retribution&#8221; und jede Zeile der von biblischer Metaphorik durchzogenen Texte illustriert das: Das Projekt Lingua Ignota knüpft an eine <a href="https://kristinhayter.com/2017/01/04/burn-everything/">Uniarbeit</a> Hayters an und soll <a href="https://linguaignota.bandcamp.com/album/all-bitches-die-2">„misogynist content as biblically vitriolic anthems for survivors of domestic violence and sexual assault“</a> rekontextualisieren.</p>
<p>Wenn man die klassisch ausgebildete Hayter singen und schreien hört, dann muss man vielleicht unweigerlich an eine griechischstämmige Amerikanerin denken, die einmal &#8220;wilde Frauen mit Steakmessern&#8221;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=mIVWqn1AvAc"> besang</a>. Musikalisch gibt es sicher Unterschiede, aber über den hier evozierten Zorn und die Rachefantasien gibt es sicher eine Reihe von Anknüpfungspunkten – so sampelt Hayter auf zwei Stücken die amerikanische Serienkillerin Aileen Wuornos, der Diamanda Galas einmal e<a href="http://exclaim.ca/music/article/diamanda_galas-diva_of_dispossessed">in Stück und mehrere Konzerte widmete</a>. Im Zeitalter von #Me Too ließe sich Hayter sicher eher im Lager derjenigen situieren, die  <a href="https://www.deutschlandfunk.de/feminismus-nach-metoo-freiheit-ist-eine-harte-aufgabe.911.de.html?dram:article_id=422108">„weibliche Potenz“</a> fordern. Hayter selbst<a href="http://thequietus.com/articles/23861-lingua-ignota-kristin-hayter-interviewed"> sagt</a>: „The music is about reclaiming power that has been stolen.“ Camille Paglia <a href="https://www.goodreads.com/author/quotes/10733.Camille_Paglia">schrieb</a> einmal: &#8220;Yes, we are indeed formed by traumas that happen to us. But then you must take charge, you must take over, you are responsible.&#8221;</p>
<p>Der Opener „Woe To All (On The Day Of My Wrath)“ beginnt mit wuchtigen perkussiven Schlägen, dazu schreit Hayter markerschütternd und nähert sich mit ihrem Gesang dem Black Metal an. Nach fünf Minuten ändert das Stück jedoch die musikalische Ausrichtung und es setzen zaghafte Klavierpassagen ein, zu denen Hayter singt. Aus einer persönlichen Vendetta wird ein apokalyptisches Szenario: „The teeth of seven thousand men adorn my silver crown […] Every mountain shall crumble […] woe to all who inhabit the earth”. Das Stück endet in einer Kaskade aus Glöckchen und atonalen Bläsern (?). „God Gave Me No Name (No Thing Can Hide From My Flame)“ besteht aus sakralem Gesang, Orgelspiel und dissonanten Verzerrungen im Hintergrund : “Shoot to kill/No sickness spreads like mine will”. Auf dem Titelstück singt Hayter primär vom Klavier begleitet und &#8220;All Bitches Die (Bitches All Die Here)&#8221; weist textlich und von der Art des Vortrags Blueseinflüsse auf: “Sinner you’d better get ready/Hallelujiah/For the time is coming that the sinner must die“. “For I Am The Light (And Mine Is The Only Way Now)” beginnt mit einem Sprachsample und knüpft dann mit dem wütenden Gesang und den verzerrten Orgel- und Klavierpassagen an den Anfang des Albums an. Das ist ein beeindruckendes sakrales Stück (von <a href="https://noisey.vice.com/en_ca/article/kzqzwn/lingua-ignotas-liturgical-noise-is-a-celebration-of-obliteration">&#8220;liturgical noise&#8221;</a> spricht die Kollegin von Vice): „I repay evil with evil&#8221;. Es folgt die Anrufung eines strafenden Gottes: “Frigid Father/I beg of you from a throat raw with curses/By your almighty grace intercede for me/Console me with blood”. Mit „Holy is the Name (Of My Ruthless Axe)“, fast schon eine Klavierballade, wird das Album auf getragene, fast todtraurige Weise beendet, wobei die Wut sich weiterhin textlich manifestiert: &#8220;All my rapists lay beside me/All my rapists still and grey&#8221;.</p>
<p>Das ist nicht nur auf Tonträger, sondern auch live durchaus<a href="http://www.yardhawk.net/everybodytalking/wp-content/uploads/2018/07/thebody-32.jpg"> beeindruckend</a>, auch wenn man auf ihrer aktuellen Tour mit The Body den Eindruck hatte, dass (nicht nur) Männer ihren Auftritt, auf dem die Grenze zwischen Künstlerin und Publikum partiell <a href="http://www.yardhawk.net/everybodytalking/wp-content/uploads/2018/07/thebody-30.jpg">niedergerissen</a> wurde, zu sehr selbstgefällig als transgressives Spektakel goutierten und weniger als eine authentische und teilweise im positivsten Sinne irritierende Artikulation von „Lärm und Wut“. (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.profoundlorerecords.com/">Profound Lore</a></strong></p>
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