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	<title>African Paper &#187; Lost Harbours</title>
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		<title>Waterflower veröffentlicht All Art Is Ecological</title>
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		<pubDate>Thu, 11 May 2023 05:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sabina Moore alias Waterflower, eine vom Label als ökofuturistisch bezeichnete Sängerin und Künstlerin aus Lettland, bringt Ende des Monats ein Tape bei Cruel Nature heraus, an dem Richard Thompson (Lost Harbours) und Rinalds Zelmenis als Gastmusiker mitwirken. Man kann, wenn &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/05/11/waterflower-veroffentlicht-all-art-is-ecological/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sabina Moore alias Waterflower, eine vom Label als ökofuturistisch bezeichnete Sängerin und Künstlerin aus Lettland, bringt Ende des Monats ein Tape bei Cruel Nature heraus, an dem Richard Thompson (Lost Harbours) und Rinalds Zelmenis als Gastmusiker mitwirken. Man kann, wenn man will, die Ideev on &#8220;All Art is Ecological&#8221; irgendwo im weiten Feld zwischen Botanist und The Vegetable Orchstra ansiedeln insofern ökologische Fragen ganz im Zentrum des inhaltlichen Narrativs stehen, wobei der Reolle von Kunst ein wesentliches Augenmerk gewidmet wird: &#8220;The album &#8220;All Art Is Ecological&#8221; challenges us to reconsider the role of <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/Waterflower.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-35517" title="Waterflower" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/Waterflower.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-35516"></span></p>
<p>art in shaping our ecological future, featuring an array of tracks. The mostly instrumental, cinematic album includes one track recorded on a found piano during tour travels, tracks with mushroom-generated music, and an improvised duet with an orchid-generated melody. The album highlights Waterflower&#8217;s interest in ecology, originally through plant and mushroom music practices, inspired by Timothy Morton&#8217;s essay that states that every artistic practice is ecological in a philosophical sense. As we are living in the age of extinction, art can help us embrace the moment and live central in our own catastrophe&#8221;. Dazu kommt die Verwendung vom Klangquellen, die aus pflanzlichem- oder Pilzmaterial gefertigt sind. Das Album ist auch digital erhältlich.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2535623997/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>It’s very difficult to come up with just two or three words that describe an act that crosses multiple genres: Interview mit Lost Harbours</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2018 06:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Emma Reed]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit gut 10 Jahren existiert das aus Richard Thompson und Emma Reed bestehende Duo Lost Harbours. Auf inzwischen drei Alben und zahlreichen kleineren Veröffentlichungen spielen sie eine Musik, die sie selbst als „exprimental folk“ bezeichnen &#8211; und diese teils transzendentale &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/04/21/it%e2%80%99s-very-difficult-to-come-up-with-just-two-or-three-words-that-describe-an-act-that-crosses-multiple-genres-interview-mit-lost-harbours/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/LostHarbours.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15368" title="LostHarbours" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/LostHarbours-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></em><strong></strong><strong>Seit gut 10 Jahren existiert das aus Richard Thompson und Emma Reed bestehende Duo Lost Harbours. Auf inzwischen drei Alben und zahlreichen kleineren Veröffentlichungen spielen sie eine Musik, die sie selbst als „<a href="https://lostharbours.bandcamp.com/">exprimental folk</a>“ bezeichnen &#8211; und diese teils transzendentale Musik transzendiert auch tatsächlich (allzu) einfache Kategorisierungen und Genrebegrenzungen – „Hymns &amp; Ghosts“ heißt fast schon programmatisch ein Album von Lost Harbours. Ursprünglich aus Southend-on-Sea stammend, lebt Thompson inzwischen in Lettland.  <span id="more-15327"></span></strong></p>
<p><a title="It’s very difficult to come up with just two or three words that describe an act that crosses multiple genres: Interview with Lost Harbours" href="http://africanpaper.com/2018/04/21/it%e2%80%99s-very-difficult-to-come-up-with-just-two-or-three-words-that-describe-an-act-that-crosses-multiple-genres-interview-with-lost-harbours/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Kannst du ein paar Worte sagen, wie und warum es zu Lost Harbours kam? Hast du in anderen, stilistisch andersgearteten (oder ähnlichen) Bands gespielt, bevor ihr Lost Harbours gegründet hattet?</strong></em></p>
<p>Abgesehen von einer Britpop-Band, in der ich als Teenager Bass gespielt hatte, ist Lost Harbours mein erstes kreatives Projekt. Es waren zum Teil diese frühen Musikerfahrungen, die mich zu meinem Soloprojekt motivierten. Ich wollte Musik machen, empfand es aber als Hindernis, mit Leuten zu spielen, die einen anderen Geschmack, andere Ziele und andere Arbeitsweisen hatten. Nachdem die Band aufgelöst war, spielte ich viel Klavier und besorgte mir eine Gitarre. Am Anfang benutzte ich Kassettenrekorder zum Aufnehmen, dann Minidisc und später einen digitalen Achtspurrekorder, mit dem die Demos des ersten Albums ‘Hymns and Ghosts’ aufgenommen wurden, plus eine Menge an anderem frühen Material. In dieser Zeit befasste ich mich auch sehr intensiv mit sehr unterschiedlichen Musikgenres und Stilen. Besonders mochte ich &#8220;Noise&#8221; sehr, Acts wie Wolf Eyes, Nackt Insectan, Kylie Minnoise und Smegma, die Industrial-Szene der 80er und außerdem frühe James Blackshaw-Sachen und Grouper.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/16-Lost-Harboursmin2.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-15394" title="16 Lost Harboursmin" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/16-Lost-Harboursmin2-1024x682.jpg" alt="" width="584" height="388" /></a>Du beschreibst Lost Harbours (bescheiden oder selbstsicher) als ein “experimentelles Folk-Duo”. In der Tat scheinen abstrakte Muster und &#8220;Soundscapes&#8221; in deiner Musik eine ähnlich starke Rolle zu spielen wie Songs und traditionelle, akustische Instrumente. Bist du mit englischer Folkmusik aufgewachsen, und falls nicht, wie hast du diese Art Musik entdeckt? Findest du, dass es immer eine Balanche zwischen Experiment und Konvention geben sollte?</strong></em></p>
<p>Ich hatte keinerlei Verbindung zu Folkmusik, bis ich in meinen späten Teenagerjahren auf das Incredible String Band-Album ‘The Hangman’s Beautiful Daughter’ gestoßen bin, plus eine Anne Briggs-Compilation, Bob Dylan und ein paar Blues-Sampler vone inem lokalen Second Hand-Plattenladen. Zu der Zeit suchte ich einfach nur nach allem,w as schräg war, aber ohne Internet waren meine einzigen Wegweiser NME, Melody Maker, The Wire und andere Musikmagazine. Manchmal hieß das, ein Album wegen seines Covers zu kaufen, das war so bei der Incredible String Band und auch bei Godspeed You Black Emperor. Zur gleichen Zeit mochte ich John Martyn sehr, v.a. &#8220;Solid Air&#8221;. Die ganze ‘Freak Folk’-Szene entstand in den Staaten, was mich sofort interessierte &#8211; einen der ersten UK-Gigs von Devendra Banhart zu sehen, war sehr inspirierend. Dann entdeckte ich durch einen Artikel im Wire finnischen Free Folk und begann alles vom Fonal-Label zu kaufen,w as ich finden konnte. Mit englischer Folkmusik hatte ich tatsächlich nie wirklich viel am Hut, bevor ich mit Lost Harbours Musik machte. Die meisten Einflüsse waren aus Amerika oder Europa, Bands wie Espers, Six Organs of Admittance, Jandek, Devendra Banhart, Popol Vuh, Amon Duul ii, Lau Nau, Paavoharju und Islaja.</p>
<p>Ob die Balance zwischen Experiment und Konvention erforderlich ist, hängt allein von dem ab, was du erreichen willst, aber das ist auch nichts, worüber ich nachdenke, wenn ich Musik mache. Ich denke, wenn das ein Teil deiner Eistellung ist, dann machst du Musik für einen bestimmten Markt, wohingegen ich Musik spiele, um mich selbst auszudrücken. Jedes Element, ob ‘experimentell’ oder ‘konventionell’, muss zuallererst im Dienste des Songs stehen.</p>
<p>Ich hatte mich immer ein bisschen schwer getan damit, einen Begriff zu finden, der zusammenfasst, was ich mit meinem Projekt versuche, ‘experimenteller Folk’ schien mir für einen Weile ganz hilfreich. Es ist sehr schwierig, mit nur zwei oder drei Wörtern etwas zu beschreiben, das mehrere Genres verbindet. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute kaum den Begriff &#8220;Folk&#8221; verwenden würden, um den größten Teil dessen, was ich mache, zu beschreiben, aber ist was ich mache wirklich experimentell im wahrsten Sinne des Wortes?</p>
<p><em><strong>Ich habe mir die Kassettenversion von “Towers of Silence” gekauft, worauf mehr von den Droneelementen enthalten sind. Du schreibst von “extra atmosphärischen und ambienten Sounds”. Fandest du, dass das Tape das ideale Medium dafür ist? Wie kam es dazu, dass du zwei (leicht) verschiedene Versionen des Albums herausgebracht hast?</strong></em></p>
<p>Um das Album für Vinyl passend zu machen ohne Soundqualität einzubüßen, musste ich viele der Ambientpassagen entfernen. Insgesamt, denke ich, habe ich ungefähr fünfundzwanzig Minuten des ursprünglichen Materials entfernt. Mit dem Release auf Kassette konnte ich das Album immer noch in zwei Teile aufteilen und dabei (fast) die ursprüngliche Länge beibehalten. Ich freue mich außerdem sehr über das heutigen Revival der Kassette und wollte ein bisschen was dazu beitragen.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/Lost-Harbours-folk-festival-steven-paul.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15374" title="Lost Harbours folk festival - steven paul" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/Lost-Harbours-folk-festival-steven-paul-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Wie ist das Verhältnis zwischen den eher komponierten Songs und den improvisierten Stücken auf deinen Alben?</strong></em></p>
<p>Die improvisierten Stücke, auf die du dich beziehst, sind meist im Proberaum entstanden, wenn ich entweder mit Emma oder mit Sabine am Üben war; da kamen Songs heraus, die Elemente der Improvisation in ihrem Aufbau zuließen, was sich dann sehr gelöst anfühlt. Meine andere Methode besteht darin, einfach ein paar improvisierte Gitarrenparts aufzunehmen und dann zu ergänzen, nach dem Motto &#8220;die erste Idee ist die beste&#8221;. Andere Songs wirken dagegen wie vollkommen ausgearbeitet. Ich versuche, jeden Tag Gitarre zu spielen, irgendwann ist ein Riff da und in wenigen Minuten ergibt sich ein lyrischer Inhalt, und der Rest ergibt sich schnell. &#8220;Lake&#8221; kam so zustande, ebenso &#8220;Morning Song&#8221; vom ersten Album, das nur wenige Stunden vor dem ersten &#8220;ordentlichen&#8221; Lost Harbours-Auftritt geschrieben wurde.</p>
<p><em><strong>Künstler lassen sich oft von ihrer Umgebung, besonders der Natur, inspirieren, und du hast ein Album aufgenommen (”Engures Ezers”), von dem du gesagt hast, es sei inspiriert von einem Sommertrip im Norden Lettlands. Kannst du uns etwas über seine Entstehung sagen und über die Rolle von Natur und Landschaft in deinen Arbeiten?</strong></em></p>
<p>Ich hab immer ein Aufnahmegerät dabei, wenn ich auf Reisen bin und benutze die Feldaufnahmen als Grundelement in vielen Tracks &#8211; schon auf der ersten EP kannst du Vogelzwitschern aus Berlin-Mitte hören.</p>
<p>Die Reise, die du erwähnst, war eine fast surreale Erfahrung. Die ländlichen Gegenden in Lettland sind nicht sehr stark besiedelt, und oft schien es, als sei meilenweit niemand da außer uns und den Mücken. Einmal fanden wir an einem Ort hunderte toter Libellen; sie flogen hinter uns her und fielen langsam zu Boden und hinterließen eine Spur toter Körper den ganzen Weg entlang bis zum See. Ich machte einige Fotos auf der Reise, die meine Reflexion darüber ermöglichten, Ich denke, dass die tiefe melancholie der Umgebung auch eine Rolle gespielt hat, die Stille des klaren Wassers, verlassene Häuser, ein Boot am Strand, dessen Heck von sanften Wellen umspielt wurde.</p>
<p>Ich habe immer eine Affinität zu stillen, natürlichen Orten gespürt und da die Zeit, die ich habe, um solch eine Art von Umgebung zu genießen, geringer geworden ist, schätze ich die Zeit, die ich hbe, besonders. Wenn ich also mit der natürlichen Umgebung in Berührung komme, werde ich besonders inspiriert.</p>
<p>Das Album selbst entstand aus gefundenen Klängen, Schnipsel aus dem Radio, Samples von Kassetten, die ich in Riga gekauft hatte und die dann durch ein System von Gitarrenpedalen geschickt wurden. Während die ersten Tracks sich sehr schnell entwickelten, habe ich ein ganzes Jahr gebraucht, um sie zu verfeinern. Ich habe gleichzeitig an ‘In the Direction of the Sun’ gearbeitet und ähnliche Techniken angewendet &#8211; abgesehen davon, dass das Album hauptsächlich aus Feldaufnahmen und Copyright freiem Material gemacht wurde, um die Geographie der Orkney Islands hervorzurufen.</p>
<p>Bei  &#8220;Engure Ezers&#8221; war es so, dass ich für jeden Track an eine spezifische Erinnerung eines Ereignisses dachte, sei es das Schauen in das klare Wasser eines Sees oder mein mich Winden durch dichte Wälder, um dann die traumartige Eigenschaft, die die verblassende Erinnerung in dem Song hat, einzufangen: Dieses Lösen von Spezifika und das Durchsickern von Gefühlen, Zeit und Bild in einen schemenhaften Eindruck.</p>
<p><em><strong>Auf dem letzten Album bezieht ihr euch sowohl auf eure Heimat in Essex als auch erneut auf Lettland, wo ihr heute lebt. Würdest du sagen, dass die Art, wie euch diese beiden Orte inspirieren, sehr unterschiedlich ist?</strong></em></p>
<p>Das Leben außerhalb Englands hat mich dazu gebracht, zurückzuschauen und mich mit britischen Folksongs zu beschäftigen. Da ich außerdem nur ein bis zwei Mal im Jahr im Vereinigten Königreich bin, denke ich, dass die Landschaft einen stärkeren Eindruck bei mir hinterlässt als vorher. Ich bin erfrischt, neue Dinge stechen heraus, neue Eindrücke werden gewonnen, alles fühlt sich weniger vertraut an. &#8220;Towers of Silence&#8221; ist mein Versuch, diese Gefühle einzufangen.</p>
<p>Insgesamt ist meine Art und Weise, wie ich an einen Text und ans Songschreiben herangehe, dennoch die gleiche, ega ob ich jetzt von England oder Litauen beeinflusst bin. Die Art von Einflüssen, die ich von jedem dieser Orte mitnehme, sind ähnlich.</p>
<p><em><strong>Deine Art zu singen erinnert manchmal an Kirchengesänge. Hast du alte <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/PC1100432.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15371" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/PC1100432-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Gesangstechniken studiert, oder gab es irgend einen anderen Einfluss solcher Musik?</strong></em></p>
<p>Als ich klein war, sang meine Mutter in einem Chor und ich bin regelmäßig zu ihren Konzerten mitgekommen. Die zusammen mit meinen eigenen Chorerfahrungen &#8211; also dass ich Gregorianische Gesänge  und Georgianische Polyphone Gesänge gehört hatte &#8211; haben meine Art zu singen ganz entschieden beeinflusst. Aber ich habe die Gesangstechniken nie formal studiert.</p>
<p><em><strong>Auf dem oben erwähnten “Engures Ezers” gibt es einen Track namens “Forest Mass”, das ein besonders transzendentes Stück zu sein scheint (falls ein solch unspezifischer Begriff in Ordnung ist). Hast du einen Hang zum Pantheismus? In welchem Maß ist deine Musik “Hingabe” (um den Begriff &#8220;devotion&#8221; aus einem Song auf “Wooden Wires” zu zitieren)?</strong></em></p>
<p>Ich würde das nie sagen. Trotzdem ist meine Musik sicher auf eine gewisse Art als Verehrung der Natur als etwas sehr Schönes und Unkontrollierbares gemeint.</p>
<p><em><strong>Dein letztes Album beginnt und endet mit einem Traditional. War dieser Rahmen beabsichtigt, und was kannst du uns zur Bedeutung der beiden Stücke für dich und für “Towers of Silence” sagen?</strong></em></p>
<p>Bevor wir mit den Aufnahmen fertig waren, hatte ich noch keine Idee über die Reihenfolge der Tracks. Während ich die Tracks für das Vinyl zurechtschnitt, probierte ich einige Kombinationen aus. Es dauerte um die sechs Monate, um alles an seinen Platz zu bekommen. Anfangs dachten wir, &#8220;Lake&#8221; ins Zentrum zu stellen und dachten, dass könnte die &#8220;Single&#8221; sein, aber irgendwann kamen wir vond er Idee ab. Die zwei längeren Stücke mussten am meisten zurechtgeschnitten werden, um den Kern des Songs zu wahren, dann haben wir ihre Plätze auf dem Album ausgetauscht. Ich hatte keine Absicht, die Track herumzuschieben, es gab keine besondere Erzählung oder ähnliches, was ich kreieren wollte, aber es war mein Plan, alles möglichst sanft fließen zu lassen. Wie gesagt dauerte das alles sechs Monate.</p>
<p><em><strong>“Idumea” findet sich (auf eine andere Art) auch auf “In the Direction Of The Sun”. Wieso hast du es erneut verwendet?</strong></em></p>
<p>Einfach weil es einer meiner Lieblingssongs ist, und ich hatte die Gelegenheit, eine Studioaufnahme mit Diana Colliers Vocals zu machen. Wir hatten den Song schon fertig, bevor wir den Rest des Albums aufgenommen hatten und spielten es in verschiedenen Formen live. Diana spielte mit uns zusammen auf dem Leigh Folk Festival, und ich hatte etwas Zeit im No Recording Studio gebucht und sie eingeladen.</p>
<p><em><strong>“From Beyond” war beeinflusst “der Melancholie und dem brutalen Klang des <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/19-Lost-Harboursmin1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15404" title="19 Lost Harboursmin" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/19-Lost-Harboursmin1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Black Metal”. Wie kam es zu diesem Album?</strong></em></p>
<p>Ich hab sporadisch Phasen, in denen ich Black Metal höre, ich spüre einen Hang zu den Texturen und Tönen des Sounds, v.a. auf frühen Alben von Abruptum. Ich dachte, es könnte eine interessante Richtung sein, zumindest für ein paar Songs. Sämtliche Versuch meinerseits, vom Gesang her in die Richtung zu gehen, wurden aber schon lange gelöscht.</p>
<p><em><strong>Was ist dir wichtiger, das Schreiben und Aufnehmen oder das Aufführen von Musik?</strong></em></p>
<p>Ich gebe keinem von beidem den Vorzug, ich denke, sie all das nährt sich gegenseitig. Meist hab ich bei Konzerten einige noch nicht aufgenommene Songs im Repertoire, die noch im Entstehen sind, die Aufführung verfestigt ihre Form, was dazu führt, dass ich sie aufnehme. Während des Aufnehmens bin ich oft inspiriert, neues Material zu schreiben… und so geht es weiter.</p>
<p><em><strong>Wie wichtig war der Einfluss von Gruppen wie Comus für deine frühen Sachen? War es auch eine Art Hommage, Bobbie Watson auf &#8220;Hymns &amp; Ghosts&#8221; singen zu lassen?</strong></em></p>
<p>Ich kannte Comus schon lange, aber ihre Alben waren für mich immer so etwas wie die Quadratur des Kreises, und ich glaube ein früher Vergleich hat mich davon abgebracht, sie zu hören. erst als ich dann Jon Seagroatt (Bobbies Mann) traf und seine Band Red Square (ein Mit-70er Improvnoise-Trio) einludt, ihren ersten Gig seit vielen vielen Jahren in unserer gemeinsamen Heimatstadt zu spielen, ließ ich mich endlich auf sie ein. Zu der Zeit hatte ich gerade angefangen, &#8220;Hymns &amp; Ghosts&#8221; aufzunehmen, und Jon dachte, dass Bobbie vielleicht Lust hat, Gastvocals zu singen, was sie dann tat, und so ist sie auf dem letzten Track ‘Hymns &amp; Ghosts part 2’ zu hören. Ich hoffe, sie werden beide auf dem nächsten Album zu hören sein &#8211; sie haben uns beide über die Jahre sehr unterstützt.</p>
<p><em><strong>Gibt es andere Künstler (heutige oder aus der Vergangenheit), denen du dich nah fühlst?</strong></em></p>
<p>Espers, Popol Vuh, Richard Youngs, Richard Dawson und Current 93.</p>
<p><em><strong>Auch wenn es vielleicht ein bisschen konventionell klingt, aber was sind deine Pläne für die nächste Zeit?</strong></em></p>
<p>Hoffentlich mehr Konzerte und Touren. Es gibt so viele Länder in Europa, in denen ich noch nie gespielt habe. Ich würde sehr gerne dieses Jahr in Italien, Spanien und Portugal spielen, und in kleineren Städten in Deutschland und Polen. Ich genieße das Touren sehr: Leute treffen, vor unterschiedlichen Zuhörern spielen, lange Busfahrten; es kann sehr lohnenswert sein.</p>
<p>Ich habe ein neues Album so gut wie fertig gestellt, mit Material, das mehr die Ambient / Drone-Seite des Lost Harbours-Sound repräsentiert. Es geht teilweise in Richtung &#8220;Engure Ezers&#8221;, nur ohne Gitarren.</p>
<p>In den letzten zwei Jahren verbrachten Sabine und ich einige Zeit in verschiedenen Proberäumen und haben neues Material eingespielt. Ich hoffe, dass wir es bald in einem Studio in Lettland aufnehmen können. Jeder, der uns im letzten Jahr live gesehen hat, hat diese Songs gehört. Sie sind etwas schwerer mit Sabines Synthies, Sampler und Rhythmen. Wir hatten zwischendrin auch mit einem Bassspieler geprobt, und das ist etwas, das ich in der Zukunft öfter ausprobieren möchte.</p>
<p>Ich gehe bald zurück nach England, um die Folksongs, die Sagen und die Mythologie meines Landes &#8211; Essex &#8211; zu studieren. Das ist ein sehr langfristiges Projekt, ein Album aus diesen Forschungen zu kreieren, alten Songs ein neues Gewandt zu geben.</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p>Fotos: Sarah Mitrikė, Steven Paul, Jan Dobry and Katie O&#8217; Neill</p>
<p><a href="https://lostharbours.bandcamp.com/"><strong>Lost Harbours @ Bandcamp</strong></a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/LostHarbours/"><strong>Lost Harbours @ Facebook</strong></a></p>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2018 06:18:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lost Harbours, the duo consisting of Richard Thompson and Emma Reed, has existed for about ten years. On three albums and a number of smaller releases they play a music that they themselves call “experimental folk”; and this sometimes transcendent &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/04/21/it%e2%80%99s-very-difficult-to-come-up-with-just-two-or-three-words-that-describe-an-act-that-crosses-multiple-genres-interview-with-lost-harbours/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/LostHarbours1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15398" title="LostHarbours" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/LostHarbours1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></strong></em><strong>Lost Harbours, the duo consisting of Richard Thompson and Emma Reed, has existed for about ten years. On three albums and a number of smaller releases they play a music that they themselves call “<a href="https://lostharbours.bandcamp.com/">experimental folk</a>”; and this sometimes transcendent music indeed transcends simple categories or genre limitations – maybe the title of the album “Hymns &amp; Ghosts” can be read programmatically. Originally from Southend-on-Sea, Thompson now lives in Latvia.</strong><strong></strong><em><strong> <span id="more-15325"></span></strong></em></p>
<p><em><strong>Could you briefly say a few words about how and why Lost Harbours started? Did you play in other, stylistically different (or similar) groups before you founded Lost Harbours?</strong></em></p>
<p>Other than playing bass in a Britpop style band during my teenage years, Lost Harbours has been my main musical creative outlet. It was partly those early musical experiences that drove me towards a solo project. I longed to make music, but felt hampered by playing with people who had very different tastes, desires and working methods. After the band petered out, I started playing piano more and obtained a guitar. At first I used tape players to self record, then mini disc and finally a digital 8 track, on which the demos for the first album ‘Hymns and Ghosts’ were recorded, plus a lot of the other early material. This period coincided with an intense period of exposure to different musical genres and styles. In particular I was digging ‘noise’ a lot, acts like Wolf Eyes, Nackt Insectan, Kylie Minnoise and Smegma, the industrial scene of the 80s and also early James Blackshaw and Grouper.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/16-Lost-Harboursmin3.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-15399" title="16 Lost Harboursmin" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/16-Lost-Harboursmin3-1024x682.jpg" alt="" width="584" height="388" /></a>You describe Lost Harbours (self-consciously and self-confidently) as an “experimental folk duo”. Abstract patterns and &#8220;soundscapes&#8221; seem to play a role in your music as much as a traditional, acoustic instrumentation. Did you grow up with English folk music, or if not, in which contexts did you discover it? Do you feel that there has to be a balance between experiment and convention?</strong></em></p>
<p>I didn’t have any connection with folk music in general until my late teens when I picked up the Incredible String Band’s album ‘The Hangman’s Beautiful Daughter’, plus an Anne Briggs compilation, Bob Dylan and some blues comps from a local second hand record store. At that time I was just looking for anything weird, but not having access to the internet meant my only guides were the NME, Melody Maker, The Wire and other music magazines. Sometimes this meant buying an album based on its cover, which is what happened with the Incredible String Band and also Godspeed You Black Emperor. At the same time I was digging John Martyn a lot, especially Solid Air. The entire ‘Freak Folk’ scene kicked off in the States, which I picked up on &#8211; seeing Devendra Banhart play one of his first UK gigs was quite inspirational. Then through a Wire article I discovered Finnish Free Folk and started buying everything I could find from the Fonal Label. So, really, I never properly engaged with traditional English folk music until I had already started making music under the name of Lost Harbours. Most of the formative influences were from America or Europe, bands like Espers, Six Organs of Admittance, Jandek, Devendra Banhart, Popol Vuh, Amon Duul ii, Lau Nau, Paavoharju and Islaja.</p>
<p>Whether a balance is required between experiment and convention is entirely down to what you are trying to achieve, but it’s not something I think about when creating music. I feel that if that is part of your mindset, then you are making music for a perceived market, whereas I’m making music to express myself. Any element, whether ‘experimental’ or ‘conventional’, I add has to, first and foremost, serve the song.</p>
<p>I’ve always struggled with a term that neatly encapsulates what I’m trying to achieve with the project, ‘experimental folk’ seemed to serve as well as any other for a while. It’s very difficult to come up with just two or three words that describe an act the crosses multiple genres. I would imagine there are many people who certainly wouldn’t use the term ‘folk’ to describe the vast majority of what I do, at the same time is what I am making really experimental in the truest sense of the word?</p>
<p><em><strong>I bought the cassette version of “Towers of Silence” and there are more of the droney elements. You write that there are “extra atmospheric and ambient sounds”. Did you think that the tape was the ideal medium for that? What made you decide to release (slightly) different versions of the album?</strong></em></p>
<p>For the album to fit onto the vinyl and not lose sound quality I had to remove a lot of the ambient passages. In total, I think I removed about 25 minutes off the original length. Releasing the album on cassette allowed me to still keep the album split in two and retain the original length (almost). Also, I’m really enjoying the current revival of the cassette and wanted to contribute to that in some small way.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/Lost-Harbours-folk-festival-steven-paul1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15400" title="Lost Harbours folk festival - steven paul" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/Lost-Harbours-folk-festival-steven-paul1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>What is the relationship between the more composed songs and the improvised pieces on your albums?</strong></em></p>
<p>The improvised pieces you refer to have usually come out the rehearsal space, playing with either Emma or Sabine, creating a song that allows for elements of improvisation within its structure, giving it a loose feel. The other method I’ve applied is to just record improvised guitar pieces, then layer on top, working with a ‘first idea, best idea’ approach. There are other songs which seem to just appear fully formed. I try to play guitar every day, sometimes a riff appears and within minutes there is lyrical content and the rest flows together very quickly. Lake was like that, also Morning Song from the first album. The latter written just a few hours before the first ‘proper’ Lost Harbours show.</p>
<p><em><strong>Artists can be influenced by their surroundings, especially nature, and you recorded an album (”Engures Ezers”) about which you write that it was influenced by a summer hike in North Latvia. Can you tell us something about the development of this album in particular and the role that landscape/nature plays in your work in general?</strong></em></p>
<p>I’ve always carried a Zoom or similar around on trips and used field recordings as a base element in many tracks &#8211; even on the first EP you can hear bird song from central Berlin.</p>
<p>The hike in question was a slightly surreal experience. The rural areas of Latvia aren’t highly populated and it often felt that there was no one around for miles, just us and the mosquitos. On one part of the trek we discovered hundreds of dead dragonflies; they flew past us and slowly drifted into the ground leaving a trail of broken bodies all the way to the lake. I took a number of photos on this hike that enabled later reflection on the experience. I think also the heady melancholia of the environment played a role, the stillness of the clear water, abandoned houses, a boat on the beach with the un-ebbing sea lapping gently at its stern.</p>
<p>I’ve always felt an affinity for quiet natural places and as the time I have to enjoy that sort of environment has diminished, I really value the time I do get. So when confronted with the natural environment I become very inspired.</p>
<p>The album itself was created from found sounds, snippets of radio, samples from cassettes brought in Riga which were then fed through a system of guitar pedals. Whilst the initial tracks were put together quite quickly, it took a year to really hone them. I was working on ‘In the Direction of the Sun’ at the same time, and applying similar techniques, except that album was mainly made from field recordings and copyright free material and attempting to evoke the geography of the Orkney Islands.</p>
<p>With Engure Ezers, for each track I tried to think back to a specific memory of an event, be it staring into the clear waters of the lake or winding my way through thick woodland, and encapsulate the dreamlike quality fading memory has in the song. That loosening of specifics and the oozing of feelings, time and picture into an indistinct impression.</p>
<p><em><strong>On your latest album you refer to your native Essex as well as to Latvia again and you now live in Latvia. Would you say that the way in which these two places have inspired you is of a very different kind?</strong></em></p>
<p>Living away from England has caused me to look back and engage more with British folk song. Also, with my trips to the UK now just once or twice a year, I think the landscape makes a greater impression on me now than before, it is refreshed in my mind, new things stand out, new impressions are made, everything feels less familiar. Towers of Silence is my attempt to capture these feelings.</p>
<p>However, on the whole, the way I approach lyric and song writing is still the same whether I’m taking influences from England or Latvia. The type of influences I take from each place are similar.</p>
<p><em><strong>Richard, as your way of singing sometimes reminds me of sacred chant, have you <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/PC1100433.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15401" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/PC1100433-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>ever studied old singing techniques, or have you drawn specific influence from such works in another way?</strong></em></p>
<p>When I was very young my Mum sang in a choir and I’d be regularly taken to her concerts, this combined with my own choir experiences, also time spent listening to Gregorian Chant and Georgian Polyphonic singing has massively influenced the way I sing. I’ve never studied these singing techniques in a formal manner though.</p>
<p>On the above-mentioned “Engures Ezers” there is a track called “Forest Mass” which seems to be a particularly transcendental piece (if you allow such vague a term). Have you any pantheistic leanings? To what extent is your music “devotion” (to quote a song from “Wooden Wires”)?</p>
<p>I’ve never put a word to it. But certainly my music is meant to be worship, of a kind, to nature as a whole, as something uncontrollable and beautiful.</p>
<p><em><strong>Your latest album starts and finishes with a traditional. Was this framing intentional and what can you tell us about the relevance of these two songs for you and for “Towers of Silence”?</strong></em></p>
<p>I didn’t have much idea of the track order until well after we had finished the recording process. I played around with different combinations through the process of trimming tracks for the vinyl. It took about 6 months to get everything in order. In the beginning we were going to lead with Lake, feeling that it would be the ‘single’, but somewhere in the process that idea was lost. The two longer tracks needed to be cut down the most, keeping the core song and then swapped around from where I thought they would originally be. I didn’t really have any compunction about moving the tracks around, there wasn’t a grand narrative or anything similar that I was trying to create, but certainly I was aiming for everything to flow smoothly. As I have previously stated, this process took about 6 months.</p>
<p><em><strong>“Idumea” can also be found on “In the Direction Of The Sun” (in a different form). Why did you decide to use it again?</strong></em></p>
<p>Simply because it’s one of my favourite songs and I had the chance to do a studio version of it with Diana Collier leading the vocals. We completed this song before even starting to record the rest of the album and were playing it live in various forms prior to that. Diana played with us at the Leigh Folk Festival, and I had some time booked at No Recording Studio and invited her to come in.</p>
<p><em><strong>“From Beyond” was influenced “by the melancholia and brutal tones of Black <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/19-Lost-Harboursmin2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15405" title="19 Lost Harboursmin" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/04/19-Lost-Harboursmin2-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Metal”. Can you say something about how that album came into being?</strong></em></p>
<p>I sporadically go through periods of listening to Black Metal, I feel an affinity with the texture and tone of the sound, especially on early Abruptum albums. I felt it could be an interesting direction to go in, even just for a few songs. Any takes of me attempting that vocal style have been long deleted though.</p>
<p><em><strong>Do you prefer to write and record or perform music?</strong></em></p>
<p>I have no preference for one over the other. I find they feed each other. Usually when playing live I have some unrecorded songs in the set that are in a formative state, the process of performance solidifies their form, which leads me to record them. During recording I usually end up being inspired to write new material… and so it goes on.</p>
<p><em><strong>How big was the influence of bands such as Comus on your earlier works? Does it also have the character of homage for you to have Bobbie Watson contributing vocals on &#8220;Hymns &amp; Ghosts&#8221;?</strong></em></p>
<p>I was aware of Comus at the beginning, but their albums were rare like hens teeth, plus, I think, an early comparison put me off listening to them. It wasn’t until I met Jon Seagroatt (Bobbie’s husband) and booked his band Red Square (a mid 70’s improv-noise trio) to play their first gig in many, many years in our joint home town, that I felt I should probably give them a go. At this point I had just started recording Hymns &amp; Ghosts, Jon thought that Bobbie might be keen to do a guest vocal and so she did, appearing on the last track ‘Hymns &amp; Ghosts part 2’. I’m hoping they will both make an appearance on the next album – they’ve both been very supportive over the years.</p>
<p><em><strong>Are there other artists (contemporary or from the past) that you feel an affinity with?</strong></em></p>
<p>Espers, Popol Vuh, Richard Youngs, Richard Dawson and Current 93.</p>
<p><em><strong>It may be a bit of a conventional ending but can you tell us about your future plans?</strong></em></p>
<p>Hopefully a lot more shows and tours. There are lots of European countries I’ve never played. I really want to go to Italy, Spain and Portugal this year, and play more towns across Germany and Poland. I thoroughly enjoy the touring process: meeting new people, playing to different audiences, long bus journeys; it can be very rewarding.</p>
<p>I have nearly finished a new album of material which is more on the ambient / drone side of the Lost Harbours sound. It’s somewhere along the lines of Engure Ezers, but without any guitar.</p>
<p>Over the last two years Sabine and myself have spent some time in various rehearsal studios writing new material. I’m hoping we can get it recorded in a studio in Latvia. Anyone who has seen us live in the last year or so will have experienced these songs. They’re a touch heavier, using Sabine’s array of synths, samplers and drum beats. We had a bass player at one point and this is something I’d like to explore more.</p>
<p>I’ll be heading back to the UK to research the folk songs, lore and mythology of my home county &#8211; Essex. This is a long term project, to create an album from these investigations, giving old songs a new sheen.</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p>Photos: Sarah Mitrikė, Steven Paul, Jan Dobry and Katie O&#8217; Neill</p>
<p><a href="https://lostharbours.bandcamp.com/"><strong>Lost Harbours @ Bandcamp</strong></a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/LostHarbours/"><strong>Lost Harbours @ Facebook</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>LOST HARBOURS: Towers Of Silence</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Dec 2017 08:24:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das vor einigen Monaten veröffentlichte dritte Album des aus Richard Thompson und Emma Reed bestehenden „experimental folk duo“ Lost Harbours beginnt mit einer Interpretation von “Black Is The Colour”, die die musikalische Ausrichtung des Albums verdeutlicht: Das ursprünglich aus Schottland &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/12/30/lost-harbours-towers-of-silence/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/12/Lost-Harboursa4264453423_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14700" title="Lost Harboursa4264453423_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/12/Lost-Harboursa4264453423_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das vor einigen Monaten veröffentlichte dritte Album des aus Richard Thompson und Emma Reed bestehenden <a href="https://lostharbours.bandcamp.com/">„experimental folk duo“</a> Lost Harbours beginnt mit einer Interpretation von “Black Is The Colour”, die die musikalische Ausrichtung des Albums verdeutlicht: Das ursprünglich aus Schottland stammende Traditional, das über die Jahre<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Black_Is_the_Color_(of_My_True_Love%27s_Hair"> zahllose</a> Musiker (u.a. Nurse With Wound) eingespielt haben, wird bei Lost Harbours zu einem von zweistimmigem Gesang dominiertes Stück, das fast schon als Klagelied bezeichnet werden kann.<span id="more-14699"></span></p>
<p style="text-align: left;">Das darauffolgende „Lake” wird von Thompsons Fingerpicking geprägt, und sein Gesang hat durchaus sakralen Charakter. Das dazugehörige<a href="https://www.youtube.com/watch?time_continue=48&amp;v=YVy6qjZgosI"> Video</a> bedient sich einiger etwas abgegriffener Naturtopoi, die diese fantastische Musik eigentlich nicht nötig hat. Die Naturevokation auf “Two Suns” (&#8220;From shore to sea/two suns in the sky&#8221;) mit der Betonung des Zyklischen, des Werdens und Vergehens (“one is reborn while the other dies”) passt zum Albumtitel, der auf die Himmelsbestattungen der Parsen verweist. Das von der<a href="http://www.folkradio.co.uk/2017/10/first-listen-lost-harbours-towers-of-silence/"> Landschaft Essex&#8217; inspirierte</a> “Waking” ist langsamer und (noch) getragener als die vorherigen Stücke, während das 13-minütige „Elegy“ ein aus mehreren Teilen bestehendes Stück ist, das mit vereinzelten Tönen und fast flüsterneder Stimme beginnt, wodurch es fast schon einen Ambientcharakter bekommt. Nach drei Minuten wird das Tempo allerdings erhöht und Flöten setzen ein. Aber auch dieser Teil endet, und Drones setzen ein, die gegen Ende leicht atonalen Charakter haben, bevor das Stück an den Anfang anknüpft. Es scheint, als solle hier die ganze Bandbbreite dessen, was Lost Harbours können, gezeigt werden. Dass ein früheres Album „Hymns and Ghosts“ hieß, lässt sich sicher fast schon programmatisch verstehen und dass das Label, auf dem &#8220;Towers of Silence&#8221; erscheint, Liminal Noise Tapes lautet, ist sicher für diese schwellenhafte Musik mehr als passend.</p>
<p style="text-align: left;">Vergleiche sind eigentlich müßig, aber man kann als Referenzpunkte vielleicht Six Organs of Admittance zur Zeit von „Dark Noontide“ nennen und Reeds Vocals lassen manchmal an Rose McDowall denken. Vielleicht wird man beim Gitarrenspiel auch etwas an Michael Cashmore erinnert, und der Vergleich mit Current 93 ist vielleicht nicht ganz so weit hergeholt, schließlich interpretieren Lost Harbours als letztes Stück des Albums das von Charles Wesley getextete „Idumea“, dem auf Current 93s „Black Ships Ate The Sky“-Album eine zentrale Rolle zukam.</p>
<p style="text-align: left;">Wer also nicht auf “the constant flow of sugary gratification on demand” (Mark Fisher) aus ist und wer dunkle(re) Folkmusik nicht unbedingt mit epigonalem Runengeraune gleichsetzt, für den sind Lost Harbours sicher nicht die schlechteste Wahl. (MG)</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Label: <a href="http://liminalnoise.blogspot.com/">Liminal Noise Tapes </a></strong></p>
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		<title>V.A.: Hail Be You Sovereigns, Lief And Dear: Dark Britannica III</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 00:42:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Je nach Zählung („John Barleycorn: Rebirth“ war ursprünglich lediglich als Downloadergänzung zur ersten Veröffentlichung „John Barleycorn: Reborn“ gedacht und wurde erst einige Jahre später eigenständig auf CD veröffentlicht) ist das der dritte respektive vierte Teil der umfangreichen Folkanthologie, die unter &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/03/09/v-a-hail-be-you-sovereigns-lief-and-dear-dark-britannica-iii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Hail-be.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6312" title="Hail be" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Hail-be-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Je nach Zählung (<a href="http://africanpaper.com/2012/01/14/v-a-john-barleycorn-reborn-rebirth/">„John Barleycorn: Rebirth“ </a>war ursprünglich lediglich als Downloadergänzung zur ersten Veröffentlichung „<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/v-a-john-barleycorn-reborn-dark-britannica/">John Barleycorn: Reborn</a>“ gedacht und wurde erst einige Jahre später eigenständig auf CD veröffentlicht) ist das der dritte respektive vierte Teil der umfangreichen Folkanthologie, die unter dem Banner des Zyklischen, des Säens und Erntens, des Werdens und Vergehens, das sich im Traditional „John Barleycorn“ widerspiegelt, von Cold Spring veröffentlicht wird. <span id="more-6309"></span>Auch wenn die auf den bisherigen Zusammenstellungen vertretenen Künstler aus teilweise sehr unterschiedlichen (musikalischen) (Sub-)Kulturen stammten und die Beiträge dadurch bedingt durchaus heterogen waren, so war fast allen beteiligten Künstlern gemein, dass sie sich an einer tendenziell traditionellen Umsetzung von Folk versuchten, dass man sich trotz aller gewisser Brüche in einem Rahmen bewegte, dem das Atonale und Schräge, ganz zu schweigen das Ironische, das den Output vieler Weird/Freek etc. Folk-Künstler prägt, (weitgehend) abging. Dieser Ansatz wird auf „Hail Be You Sovereigns, Lief and Dear“ mit Einschränkungen fortgesetzt.</p>
<p>The Hare And The Moon starten die Compilation mit einem weitgehend instrumentalen Beitrag und mit einem Filmsample, in dem ein Mädchen ein Lied summt, dessen Melodie Current 93 auf „Soft Black Stars“ adaptierten. Das ist insofern erwähnenswert, als einige der hier vertretenen Künstler von fiktionalen Werken beeinflusst worden zu sein scheinen – die Kinderserie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Children_of_the_Stones"><em>Children</em> <em>of</em> <em>the</em> <em>Stones</em> </a>wird genannt –, was nicht weiter verwundert, konnte man doch auch die Rolle, die <em>The</em> <em>Wicker</em> <em>Man</em> bei der (musikalisch-gedanklichen) Sozialisation einer ganzen Reihe der auf den Vorgängern zu findenden Künstlern zukam, kaum unterschätzen. Das heißt natürlich auch, dass man mit Begriffen wie Authentizität vorsichtig umgehen sollte.</p>
<p>Heed The Thunder tragen das von Dave Goulder geschriebene „Easter Tree“ vor und die Rolle, die der Galgenbaum in zahlreichen über die Jahrhunderte entstandenen Folkstücken gespielt hat, verdeutlicht vielleicht wie kein anderer Topos, wie sehr Folk auch immer wieder soziale und politische Defizite thematisierte. Vor diesem Hintergrund klingen SixPenny Wayke etwas zu betulich, denn „Under England&#8217;s Sky“ darf es ruhig etwas stürmischer zugehen. Auch der von Mary Jane gespielte Folkrock funktioniert wahrscheinlich in einem Livekontext nach zwei, drei Pints, ist (mir) aber hier etwas zu bieder und brav, besser gelingt solche Art Musik den sich (auch optisch) stark am Folkrock der 60er orientierenden Galley Beggar mit ihrer Evokation eines „Sun God“. Wie auch schon auf den Vorgängern gibt es Bands, die man sich problemlos auf Mittelaltermärkten vorstellen kann (Woodwose). The Transmutations, die sich auf ihrer Facebookseite als „Supernatural English Electroacoustic Folk Disaster“ bezeichnen, stimmen einen aus spärlicher Perkussion und Cello gespeisten Klagegesang an. Dass als Einflüsse der eine oder andere Neofolkact genannt wird, überrascht nicht. Einen stärker an traditionellem Folk ausgerichteten Ansatz verfolgen dagegen Tim Graham oder David Kidman, der auf seinen zwei Beiträgen völlig auf jedwede instrumentale Unterstützung verzichtet und seine Hommage an den „Green Man“ und die Sonne a capella vorträgt. Ganz anders Nathaniel Robin Mann, der auf „Moonshiners“ seinen Gesang mit einem Holzscheit und einem Fleischerbeil perkussiv untermalt. Dagegen ist Sol-De-Muertes Beitrag fast schon opulent instrumentiert: So wird neben Akkordeon und Cello auch Elektronik eingesetzt und „Sentinel“dürfte sicher denen gefallen, die Pathos auch jenseits von Dead Can Dance ertragen (können).</p>
<p>Insgesamt fällt aber auf, dass die stärkeren Beiträge von Künstlern stammen, die den „eternal drone“ in irgendeiner Form in ihre Musik integrieren: Venereum Arvun setzten auf melodische Drones, die den recht traditionellen zweistimmigen Gesang untermalen. Xenis Emputae Travelling Band kombinieren Feldaufnahmen mit Harmonium, Cello und entrücktem Gesang, durch die ihr Beitrag einen gewissen Soundtrackcharakter bekommt und entfernt an die Arbeiten HÖHs erinnert. Hier wird eine Welt beschworen, in der jeder Zeit „little people“ hinter einem Baum hervortreten können, um Richard Skelton beim Musizieren zu unterstützen. Mit der stärkste Track stammt von Andrew King, der einen Auszug des im 17. Jahrhundert entstandenen Traktats des<em> </em>Schotten Robert Kirk namens <em>The Secret Commonwealth </em>vorträgt, in dem es um Elfen und allerlei andere „subterranean inhabitants“ geht. Von Harmoniumdrones untermalt, rezitiert King den Text todernst. Das klingt nicht unähnlich einiger Stücke, die auf dem mit Tony Wakeford eingespielten und als M.R. James-Hommage konzipierten Triple Tree-Album „Ghosts“ zu hören waren. Dabei steht King die Rolle des exzentrischen Briten sicher besser als die des den zweiten Verfassungszusatz im Namen führenden und geschmacklich fragwürdige Rollenprosa vortragenden Psychopathen. Das von mantraartigem Gesang durchzogene „Drugged Shepherd“ von den ironisch (?) betitelten Hills Have Riffs erinnert etwas an einige von Timothy Renners experimentelleren Arbeiten, Finglebone spielen einen von Vogelgezwitscher durchzogenen verrauschten instrumentalen Folk (sollte man das als Folkgaze bezeichnen?), Colossloth schließlich lösen mit ihrem fragmentarischen Beitrag jedwede Songstrukturen auf.</p>
<p>Abgeschlossen wird das Album von dem Duo Lost Harbours, das auf seinem über zehnminütigen Beitrag „Hymns &amp; Ghosts Pt 2“ von Bobbie Watson (Comus) unterstützt wird. Das Stück changiert zwischen der Evokation einer Idylle und der Beschwörung eines nichtgreifbaren unheimlichen Ortes – hier wird tatsächlich auf gelungene Weise „The English Ghost“ (Peter Ackroyd) beschworen. Dieses Treffen der Generationen im letzten Stück ist ein schöner Abschluss, unterstreicht vielleicht auch das Zyklische, wenngleich kaum eine Band – insgesamt sind es 27 – die virile und verstörende Intensität von Comus erreicht – was allerdings auch kaum möglich ist und insofern keine Kritik an einer trotz vereinzelter Schwächen hervorragenden Zusammenstellung ist.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://coldspring.co.uk/">Cold Spring </a></p>
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