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	<title>African Paper &#187; Margenrot</title>
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		<title>MARGENROT: Obkhod</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Oct 2021 04:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Klammklang]]></category>
		<category><![CDATA[Lusia Kazaryan-Topchyan]]></category>
		<category><![CDATA[Margenrot]]></category>

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		<description><![CDATA[Elektronische Musik, die clubtaugliche Eleganz mit einer urwüchsigen Archaik verbindet, welche sich nicht nur rein abstrakt in jedem hypnotischen Rhythmus finden ließe, gibt es viel zu selten &#8211; nicht weil kein Publikum dafür existierte, sondern weil viele Musiker zu sehr &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/10/02/margenrot-obkhod/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/margenrotobkhod.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27159" title="margenrotobkhod" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/margenrotobkhod-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Elektronische Musik, die clubtaugliche Eleganz mit einer urwüchsigen Archaik verbindet, welche sich nicht nur rein abstrakt in jedem hypnotischen Rhythmus finden ließe, gibt es viel zu selten &#8211; nicht weil kein Publikum dafür existierte, sondern weil viele Musiker zu sehr den Beschränkungen einzelner Subkulturen verhaftet sind. Taucht man etwas tiefer in die Materie, findet man natürlich immer wieder zum Teil obskure Ausnahmen, und neben<span id="more-27158"></span> einigen Acts auf Yerevan Tapes machte in diesem Kontext seit Jahren v.a. die in Moskau lebende Producerin Lusia Kazaryan-Topchyan mit ihrem Projekt Margenrot von sich reden.</p>
<p>Auf ihrer Debüt-EP &#8220;<a title="MARGENROT: Zangezur" href="http://africanpaper.com/2018/05/19/margenrot-zangezur/">Zangezur</a>&#8220;, die manch älterer und elitärerer Zeitgenosse minimal in die Länge gezogen und als LP verkauft hätte, widmete sich die Musikerin einem Stoff aus der Geschichte ihres Herkunftlandes Armenien und ließ auch auf musikalischer Ebene eine Menge Folkloristisches, Liturgisches und sonstige Klänge aus dieser Tradition in ihren rituellen Sound einfließen, der trotz zahlreicher Anleihen beim Post-Industrial kein abgegriffenes, sondern ein im besten Sinne stylisches Dunkel verströmt.</p>
<p>Erfreulicherweise hat sich Margenrot auf ihrem kürzlich erschienenen Longplayer &#8220;Obkhod&#8221; nicht komplett neu erfunden, sondern den Stil des Vorgängers weiter ausgebaut. Mehr als zuvor sind es die pulsierenden Rhythmen, die zwar immer neue Gestalt annehmen, einen aber doch wie ein verlässlicher roter Faden durch weite Teile des Albums geleiten. Im eröffnenden &#8220;Nazali&#8221; führen sie durch ein anorganisches Wald- und Sumpf-Setting voll quakender und piepender Tierstimmen und geben der Szene zusammen mit den von zackigen Trommelwirbeln flankieren Gesängen einen rituellen Touch. In &#8220;Oborona 2000&#8243; nehmen sie die Gestalt metallischen Schepperns an und führen durch eine bedrohliche Hörspielwelt, der erst die wehmütige Melodie der Synthies ein wenig von ihrer Düsternis nimmt. In &#8220;Signal&#8221; führen sie durch eine weiträumige Halle voller Stimmen und Echos, in &#8220;Sedation&#8221;, wo sie in monumentaler Wucht auf den Plan treten, kapitulieren sie dagegen vor der titelgebenden Entschleunigung und enden im eiernden (und vielleicht befreienden) Chaos.</p>
<p>In &#8220;Bitumen Poem&#8221; drängen die Rhythmen elektrifizierte Zikaden in den Hintergrund und schaffen Raum für eine traurigschöne Melodie auf der Duduk, einem u.a. in Armenien verbreiteten Blasinstrument, das den Schalmeien verwandt ist, aber weitaus fragilere Klänge hervorbringt. Sounds wie diese, die man hierzulande gerne verallgemeinernd als &#8220;orientalisch&#8221; klassifiziert, bilden eine weitere Säule der Musik, wobei bisweilen nur Fragmente eines bestimmten Instrumentenspiels zu hören sind, die aber ausreichen, um wie im Titelstück all das düstere Wummern und Rumoren zu verzaubern.</p>
<p>Laut Liner Notes bezeichnet das titelgebende russische Wort Обход (bzw. in westlicher schreibweise Obkhod) eine Art Entfesselungskunst, ein Ausweichmanöwer, um unnötige Schwierigkeiten und feindselige Konfrontationen zu umgehen, eine Handlung, die durchaus Tricksereien beinhalten kann, wenn man Gefahr läuft, selbst ausgetrickst zu werden. Ich weiß nicht, ob das Wort nur positiv oder auch in einem abwertenden Sinn verwendet wird, und sicher ist es nicht dazu geeignet, in einfacher Analogie auf Machart und Stimmung der Musik angewandt zu werden. Trotzdem wirft es ein wenig Licht auf das stets dynamische Verhältnis von (niemals nur) harschen und (niemals nur) schönen Aspekten der Musik, die vom verrauscht-noisigen Abzählreim in &#8220;Odnogolosii 2.0&#8243; bis zur Entrücktheit von &#8220;Acceptance&#8221; eine große Bandbreite abdeckt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Klammklang Tapes</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2029663207/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://margenrot.bandcamp.com/album/obkhod">Obkhod by margenrot</a></iframe></p>
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		<title>Margenrot beim Donaufestival in Krems</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/09/24/margenrot-beim-donaufestival-in-krems/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Sep 2021 04:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Donaufestival]]></category>
		<category><![CDATA[Margenrot]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 3. Oktober tritt die armenisch-russische Producerin Lusia Kazaryan-Topchyan alias Margenrot auf dem Donaufestival im österreichischen Krems auf und stellt bei der Gelegenheit ihr vor wenigen Tagen erschienenes Album &#8220;Obkhod&#8221; vor. Der auf Tape veröffentlichte Longplayer entwickelt die im Vorgänger &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/09/24/margenrot-beim-donaufestival-in-krems/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 3. Oktober tritt die armenisch-russische Producerin Lusia Kazaryan-Topchyan alias Margenrot auf dem Donaufestival im österreichischen Krems auf und stellt bei der Gelegenheit ihr vor wenigen Tagen erschienenes Album &#8220;Obkhod&#8221; vor. Der auf Tape veröffentlichte Longplayer entwickelt die im Vorgänger &#8220;<a href="http://africanpaper.com/2018/05/19/margenrot-zangezur/">Zangezur</a>&#8221; kreierte Überblendung ritueller, z.T. tanzbarer Elektronik mit lärmigen Ansätzen, Samples und Einflüssen traditioneller armenischer Musik weiter. Mehr zum neuen Album in Kürze auf diesen Seiten.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/fotor_1632415406388.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-27094" title="fotor_1632415406388" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/09/fotor_1632415406388.jpg" alt="" width="719" height="709" /></a></p>
<p><a href="https://www.donaufestival.at/en/programme"><strong><span id="more-27093"></span></strong></a></p>
<p>&#8220;Neben den industriellen Geräuschen, die elektronisch aufgenommen werden, bin ich sehr interessiert daran, Material, das mit der armenischen Kultur zu tun hat, zu sammeln: ich habe Chöre in einer katholischen Kirche aufgenommen, Sounds in einer Diskothek im Dorf Naohrebi und verschiedene andere Geräusche. Der Sound des Albums ist geprägt von analogen Synthies und Militärsounds, die ich von Platten digitalisiert habe&#8221;, sagte die Musikerin in <a href="http://africanpaper.com/2018/07/12/all-that-lives-with-us-affects-creativity-interview-mit-margenrot/">einem Interview, das wir 2018 mit ihr führten</a>. Ebenfalls auf dem Festival zu sehen sind diesmal u.a. das Trio David Fenech, Jac Berrocal und Vincent Epplay, das aus dem Duo Noblesse Obligue hervorgegangene Projekt Die Wilde Jagd, Kali Malone, Stephen O&#8217;Mallay, Anne Imhof und Angel-Ho.</p>
<p><a href="https://www.donaufestival.at/en/programme"><strong>Termine und Anfahrt @ Donaufestival</strong> </a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2029663207/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Drekka, Margenrot, Common Eider, King Eider und Visions in Berlin und zur Hälfte in Köln</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Sep 2018 04:59:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Christuskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Common Eider King Eider]]></category>
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		<category><![CDATA[Margenrot]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit Drekka und Common Eider, King Eider sind im Oktober zwei Vertreter ritueller Experimental- und Ambientmusik aus den USA in Europa unterwegs. Am 18. Oktober gastieren sie zusammen im Berliner Urban Spree und teilen sich die Bühne mit Margenrot, einer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/09/10/drekka-margenrot-common-eider-king-eider-und-visions-in-berlin-und-zur-halfte-in-koln/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Drekka und Common Eider, King Eider sind im Oktober zwei Vertreter ritueller Experimental- und Ambientmusik aus den USA in Europa unterwegs. Am 18. Oktober gastieren sie zusammen im Berliner Urban Spree und teilen sich die Bühne mit Margenrot, einer der interessantesten Newcomerinnen ritueller Elektronik. Ebenfalls ist dort Frederic Arbour mit seinem Projekt Visions zu sehen. Tags drauf spielen sie, diesmal ohne weiteren Support, in der Kölner Christuskirche.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/urbanspree1810.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-16279" title="urbanspree1810" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/09/urbanspree1810.jpg" alt="" width="960" height="540" /></a><span id="more-16277"></span></p>
<p>Donnerstag, 18. Oktober<br />
Urban Spree<br />
Revaler Str. 99<br />
10245 Berlin<br />
<a href="https://www.facebook.com/events/238536050297890/"><strong>Event @ Facebook</strong> </a></p>
<p>Freitag, 19. Oktober<br />
Christuskirche<br />
Dorothee-Sölle-Platz 1<br />
50672 Köln<br />
<a href="https://www.facebook.com/events/214510862542298/"><strong>Event @ Facebook</strong></a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/events/238536050297890/"><strong></strong> </a></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/CARX0lNwb-c" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/-8JOUPmGClI" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/FWymfxxiYvM" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/eYoWkSIQRkU" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>All that lives with us affects creativity. Interview with Margenrot</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/07/14/all-that-lives-with-us-affects-creativity-interview-with-margenrot/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2018/07/14/all-that-lives-with-us-affects-creativity-interview-with-margenrot/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Jul 2018 04:24:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Fanny Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Lusia Kazaryan-Topchyan]]></category>
		<category><![CDATA[Margenrot]]></category>

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		<description><![CDATA[Although the name Margenrot stands for a rather opulent form of experimental electronics, the music retains a mysterious aura &#8211; perhaps because the numerous samples on the previously only release Zangezur remain vage and undetermined, but maybe also because the &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/07/14/all-that-lives-with-us-affects-creativity-interview-with-margenrot/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrottop.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15837" title="margenrottop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrottop-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Although the name Margenrot stands for a rather opulent form of experimental electronics, the music retains a mysterious aura &#8211; perhaps because the numerous samples on the previously only release Zangezur remain vage and undetermined, but maybe also because the combination of ritualistic and sometimes noisy electronics with subjects of medieval Armenian history seems just as unusual as the interplay of analogue synths with the sound of Oriental woodwinds. In the following interview, musician Lusia Kazaryan-Topchyan, who now lives in Moscow and is the person behind Margenrot, brought some light into the Caucasian darkness and at the same time aroused our curiosity for the future.</strong></p>
<p><em><strong>Before you started Margenrot you played in some other bands, maybe most prominently in Fanny Kaplan. What made you start your solo project? Was there an initial idea?</strong></em></p>
<p>When you play in a collective, you always have to make compromises and to consider to either insist on your own ideas or to step back and agree with others. In any case, it is a continuous dialogue between different opinions and tastes. Margrenrot is a personal project of an intimate nature. Here I turn to myself, to my own story. Nevertheless, the invaluable experience of playing in a band has given me insight into how to write a rhythm section and into the interaction of instruments.</p>
<p>The solo project began when I moved from Omsk to Moscow. At that time I was in search of a music group, and in parallel I also composed sketches on the Yamaha synthesizer. Over about six years, the synthesizer has lived in a slow pace and picked up a variety of material. Many of those recordings had gone back into the shadows, and just in recent years with the help of the <a href="https://myrqb.com/">remote accounting services</a>, I started liking the results. After the break-up with FK, I had more time for Margenrot and the completing of the album <em>Zangezur</em>.</p>
<p><em><strong>So the seven tracks on this debut also have a longer history?</strong></em></p>
<p>In fact, <em>Zangezur</em> is not the first album. The first album has been awaiting its release on a German label for a long time. But I&#8217;m tired of waiting, so I wrote the second album and released it as the first one on the Russian label Klammklang.</p>
<p>Tracks from <em>Zangezur</em> gathered through the year, but &#8220;Hałas W Samolocie&#8221; was written back in 2013 after my trip to Poland.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/vene5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15838" title="vene5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/vene5.jpg" alt="" width="2564" height="1673" /></a></p>
<p><em><strong>How did you develop your songs? Are you more a composer or an improviser, who works in a &#8220;trial and error&#8221; mode?</strong></em></p>
<p>I would compare the process of creating music to drawing a picture. It can be like painting or graphics, the elements of which are collected from synthesizer and samples. But pretty clearly the sounds are like pictures with their rhythms, meanings, moods. There is, however, almost no abstraction in the compositions. The process of creating tracks is always different, but mostly it takes place in the &#8220;trial and error&#8221; mode. An idea can originate in my head and be implemented in many ways, or vice versa &#8211; the process of creating a track brings on an image, a story.</p>
<p><em><strong>Which sorts of instruments and sound sources did (and do) you use?</strong></em></p>
<p>In addition to the industrial noises recorded electronically, I am interested in collecting material related to the culture of the Armenian people: I recorded choirs in a Catholic Church, sounds inside a dance club in the village of Naohrebi and various other noises. The sound on the album is determined by analog synthesizers and military sounds digitized from records.</p>
<p><em><strong>On first sight, I thought the name Margenrot was a playful disassociation of the German word for Aurora or morning sun, but then I discovered that it&#8217;s also a family name. Is there a story behind it?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/DSC07584-copy.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15839" title="DSC07584 copy" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/DSC07584-copy-300x231.jpg" alt="" width="300" height="231" /></a>I deliberately didn&#8217;t want to burden the name of the project with a deep meaning. It&#8217;s more connected to a story from life. When I first visited Berlin, I have lived in the last squat on the street Kastanienallee for some time, next to Café Morgenrot, which hosts book presentations, exhibitions and other leftist events. I liked its name and its firm sound. And modifying it a little, it became the name of my solo project.</p>
<p><em><strong>As far as I know you were born in Siberian City of Omsk, but have lived in Moscow for some time. Have you also been to Armenia? How much do you think has staying in all these places influenced your music?</strong></em></p>
<p>I was born in Siberia and been to Armenia for a couple of times, of course, and these trips made an impression on me, in contrast to the gray Omsk, it was warm and loving over there.</p>
<p>All these places probably influenced my music in some way. All that lives with us, memories, the places of residence, all this affects creativity. You cannot step out of that.</p>
<p><em><strong>You include some wind instruments like the Duduk in your mostly electronic sound, and in my perception it gives the music not only a slightly folkish, but also a ritualistic touch. Do you play these instruments yourself, or are they sampled from records?</strong></em></p>
<p>Unfortunately, I don&#8217;t play the Duduk, maybe someday I&#8217;ll learn, but for now, I have to make do with the digital version of the instrument, plug-ins from which it is possible to add the conceived lines of the melody. I even tried to find a Dudukist for the performance, but I did not find a suitable one.</p>
<p><em><strong>Did you find your sounds more or less by chance, or do you sometimes search for certain samples according to a plan?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/u1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15840" title="u1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/u1-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a>This happens in different ways. I now live in the suburb of Moscow and often walk around all sorts of abandoned places, plants, forests. I live near the railway station and hear trains passing by every day. I generally like the theme and sound of trains, their rhythm. This once again proves that the environment affects creativity.</p>
<p><em><strong>This question is maybe a bit off-topic, but I&#8217;m curious if <strong>the spiritual works and teachings of G.I. Gurdjieff have ever been an inspiration for you as an Armenian based in Russia</strong>?</strong></em></p>
<p>Gurdjieff is an interesting person. The man is an orchestra. I was interested in his extensive work, especially I liked his staging of dances, where the participants of the performance skipped through their body vibrations of music and each row of dancers breaks down the music apart by parts: one row of dancers quick melodies, another row &#8211; percussion. The whole act literally shows the waving(throb) picture. He wrote magical music. Though I would not have called him a clear source of inspiration, maybe only a little.</p>
<p><em><strong>For me, the music of Margenrot has also a strong cinematic side, the combination of various sounds and voices can evoke vivid images. Are you also interested in film, visual arts and multimedia? Are there certain works that have influenced you?</strong></em></p>
<p>Oh sure. For me, in general, every song from <em>Zangezur</em> is a scene from a film. And every scene describes a small life, a situation from life and all of this leads to a big story. I watch a lot of movies. They may not at all be associated with my work, but I&#8217;m sure they somehow affect it.</p>
<p>My newest favorite is the Taiwanese director Edward Young. Through the personal conflict of one family, he shows the entire political and historical situation in his country. I like the fact that there is so much air in his shots, and how he shows the city in his films.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/wonder.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15841" title="wonder" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/wonder.jpg" alt="" width="2119" height="1406" /></a></p>
<p>I recently watched the latest film by Kira Muratova named <em>eternal return</em> and I thought: &#8220;This is Steve Reich!&#8221;. They share repetition techniques, but each one creates meaning with them in her or his own way:</p>
<p>In his academic music, Steve Reich used recorded speech as a source for melodies, reproduced at different speeds in a loop. Muratova repeats every scene many times, each time with different actors, their different manner of playing and style. She does not try to smooth the junctions between the scenes but shows the seams. This is very close to me. Also, documentary films by Adam Curtis, movies by Jafar Panahi, Andrei Tarkovsky and many other directors influenced my music.</p>
<p><em><strong>In case you&#8217;ll run Margenrot as a long term project, could you imagine including guest musicians in it, or is it meant to be a strict solo endeavor?</strong></em></p>
<p>I do not exclude the option to invite musicians for performances, as part of an endless process of searching for different techniques and images, knowing that my music is called experimental.</p>
<p><em><strong>What can you tell us about the local music community you&#8217;re connected with? The people, labels etc. you work with, is this basically a circle of friends?</strong></em></p>
<p>Yes, it&#8217;s basically a circle of friends and acquaintances. In Moscow, there are quite a number of platforms and communities, but only a few people make experimental music.</p>
<p>I can talk about those communities that have a direct relationship with me.</p>
<p>I released vinyl on the Russian label Klammklang, which organizes concerts at NII, which specializes in electronic music of different kinds.</p>
<p>The cassettes are released by Akoazm, who did a series of Erotika parties, now it was renamed to Akoazm. I also performed quite often at the largest local festival Joy. All of them support experimental electronic music on pure enthusiasm and on their own financial risk.</p>
<p>Unfortunately, our state is not interested in supporting the electronic and alternative scene, in contrast to Europe. On the contrary, they interfere with some initiatives. For example the prosecutor&#8217;s office of the city of Moscow banned the largest festival Outline. After a police raid, they closed the techno club Rabitza.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrotzangezur.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15842" title="margenrotzangezur" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrotzangezur-300x283.jpg" alt="" width="300" height="283" /></a>You&#8217;ve played live for a couple of times now, and I&#8217;m quite sure you&#8217;ll also play at a German venue in the future. Are there any plans for touring?</strong></em></p>
<p>I was invited to England for two festivals in Bristol and Ramsgate in August. I also plan a Euro tour in October and Berlin in the list of cities <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://margenrot.bandcamp.com/releases"><strong>Margenrot @ Bandcamp</strong></a></p>
<p><a href="https://soundcloud.com/margenrot"><strong>Margenrot @ Soundcloud</strong></a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/margenrot/"><strong>Margenrot @ FB</strong></a></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/-8JOUPmGClI" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>All that lives with us affects creativity. Interview mit Margenrot</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2018 08:34:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Fanny Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Lusia Kazaryan-Topchyan]]></category>
		<category><![CDATA[Margenrot]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl der Name Margenrot für eine recht opulente Form experimenteller Elektronik steht, bewahrt sich die Musik doch eine durchweg geheimnisvolle Aura &#8211; vielleicht weil die zahlreichen Samples und Sprachfetzen auf ihrem bisher einzigen Release &#8220;Zangezur&#8221; diffus und unverständlich bleiben, vielleicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/07/12/all-that-lives-with-us-affects-creativity-interview-mit-margenrot/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrottop.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15837" title="margenrottop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrottop-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Obwohl der Name Margenrot für eine recht opulente Form experimenteller Elektronik steht, bewahrt sich die Musik doch eine durchweg geheimnisvolle Aura &#8211; vielleicht weil die zahlreichen Samples und Sprachfetzen auf ihrem bisher einzigen Release &#8220;Zangezur&#8221; diffus und unverständlich bleiben, vielleicht aber auch, weil die Kombination ritueller, zum Teil noisiger Elektronik mit Themen der Geschichte des mittelalterlichen Armeniens ebenso ungewöhnlich anmutet wie das <span id="more-15835"></span>Zusammenspiel analoger Synthies mit dem Klang orientalischer Blasinstrumente. Im folgenden Interview brachte die heute in Moskau lebende Musikerin Lusia Kazaryan-Topchyan etwas Licht ins kaukasische Dunkel und machte zugleich gespannt auf Kommendes.</strong></p>
<p><a title="All that lives with us affects creativity. Interview with Margenrot" href="http://africanpaper.com/2018/07/14/all-that-lives-with-us-affects-creativity-interview-with-margenrot/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Bevor du mit Margenrot anfingst, warst du in verschiedenen Bands aktiv, die bekannteste davon ist Fanny Kaplan. Wie kam es zu deinem Soloprojekt? Gab es eine zündende Idee?</strong></em></p>
<p>Wenn du in einem Kollektiv spielst, musst du immer wieder Kompromisse eingehen und überlegen, ob du auf deine eigenen Ideen bestehst oder zurücktrittst und dich mit den anderen arrangierst. Es ist in jedem Fall ein ständiger Dialog zwischen verschiedenen Meinungen und Vorlieben. Margrenrot ist ein persönliches und intimes Projekt. Hier bin ich ganz bei mir, bei meiner eigenen Geschichte. Dennoch verdanke ich der unschätzbaren Erfahrung, in einer Band zu spielen, viele Einsichten darüber, wie man eine Rhythmussektion schreibt und wie Instrumente interagieren.</p>
<p>Das Soloprojekt begann, als ich von Omsk nach Moskau gezogen bin. Damals war ich auf der Suche nach einer Musikgruppe, schrieb aber parallel schon Skizzen auf dem  Yamaha-Synthesizer. Über eine Zeit von sechs Jahren lebte der Synthesizer langsam vor sich hin und sammelte eine Vielzahl an Material. Viele dieser Aufnahmen verschwanden wieder im Schatten, und erst in den letzten Jahren fing ich an, die Ergebnisse zu mögen. Nach meinem Ausstieg bei FK hatte ich mehr Zeit für Margenrot und für die Fertigstellung des Albums &#8220;Zangezur&#8221;.</p>
<p><em><strong>Die sieben Tracks auf diesem Debüt haben also auch eine längere Geschichte?</strong></em></p>
<p>Zangezur ist eigentlich gar nicht das erste Album. Das erste Album wartet schon lange auf seine Veröffentlichung auf einem deutschen Label. Aber ich wollte nicht länger warten und schrieb das zweite Album und veröffentlichte es als das erste beim russischen Label Klammklang.</p>
<p>Die Tracks auf Zangezur haben sich das letzte Jahr über angesammelt, aber &#8220;Hałas W Samolocie&#8221; entstand schon 2013 nach einer Reise nach Polen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/vene5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15838" title="vene5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/vene5.jpg" alt="" width="2564" height="1673" /></a></p>
<p><em><strong>Wie entstehen deine Songs? Komponierst du, oder improvisierst du mehr nach einem &#8220;Trial and Error&#8221;-Verfahren?</strong></em></p>
<p>Ich würde den Prozess des Musikmachens mit dem Zeichnen eines Bildes vergleichen. Es kann wie Malen oder grafisches Gestalten sein mit den Elementen, die vom Synthie oder Sampler kommen. Aber die Sounds sind ganz klar wie Bilder mit ihren Rhythmen, Bedeutungen, Stimmungen. es gibt aber kaum Abstraktion in den Kompositionen. Der kreative Prozess ist immer wieder anders, aber meist findet er auf die &#8220;Trial and Error&#8221;-Art statt. Eine Idee kann in meinem Kopf entstehen und auf viele Arten umgesetzt werden, oder umgekehrt lässt der kreative Prozess ein Bild, eine Geschichte entstehen.</p>
<p><em><strong>Welche Instrumente und Klangquellen verwendest du?</strong></em></p>
<p>Neben den industriellen Geräuschen, die elektronisch aufgenommen werden, bin ich sehr interessiert daran, Material, das mit der armenischen Kultur zu tun hat, zu sammeln: ich habe Chöre in einer katholischen Kirche aufgenommen, Sounds in einer Diskothek im Dorf Naohrebi und verschiedene andere Geräusche. Der Sound des Albums ist geprägt von analogen Synthies und Militärsounds, die ich von Platten digitalisiert habe.</p>
<p><em><strong>Gibt es eine Geschichte hinter dem Namen Margenrot?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/DSC07584-copy.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15839" title="DSC07584 copy" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/DSC07584-copy-300x231.jpg" alt="" width="300" height="231" /></a>Ich wollte bewusst meinen projektnamen nicht mit einer tiefen Bedeutung aufladen, und er ist mehr mit einer Geschichte aus meinem Leben verknüpft. Als ich zum erstenmal Berlin besuchte, lebte ich eine Zeitlang in einem Squat in der Kastanienallee, direkt neben dem Café Morgenrot, wo Buchpräsentationen, Ausstellungen und andere Events aus der linken Szene stattfinden. Ich mochte den Namen und seinen festen Klang. Mit einer kleinen Modifizierung wurde daraus der Name meines Soloprojektes.</p>
<p><em><strong>Soweit ich weiß stammst du aus der sibirischen Stadt Omsk und lebst nun schon seit einiger Zeit in Moskau. Warst du auch schon selbst in Armenien, und wie stark haben all diese Orte deine Musik mitgeprägt?</strong></em></p>
<p>Ich wurde in Sibirien geboren und war ein paarmal in Armenien, und natürlich haben diese Reisen mich stark beeindruckt, im Gegensatz zum grauen Omsk ist es dort warm und liebevoll.</p>
<p>Wahrscheinlich haben all diese Orte meine Musik irgendwie mit beeinflusst. Sowieso hat alles, das mit uns lebt, Erinnerungen, Wohnorte, eine Auswirkung auf die Kreativität. Du kannst das gar nicht vermeiden.</p>
<p><em><strong>Du verwendest Blasinstrumente wie die Duduk in deinem ansonsten eher elektronischen Sound, und m.E. gibt das deiner Musik nicht nur einen leicht folkigen, sondern auch einen ritualistischen Touch. Spielst du diese Instrumente selbst, oder sind sie von Platte gesamplet?</strong></em></p>
<p>Leider spiele ich die Duduk nicht Duduk, vielleicht lerne ich es irgendwann einmal, aber bislang muss ich mich mit der digitalen Version des Instruments begnügen, Plug-ins, mit denen man die Melodiespuren hinzufügen kann. Ich habe sogar versucht, einen Duduk-Spieler für eine Performance aufzutreiben, aber ich fand niemanden, der gepasst hätte.</p>
<p><em><strong>Findest du deine Sounds eher per Zufall, oder suchst du bestimmte Samples manchmal auch gezielt?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/u1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-15840" title="u1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/u1-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a>Das passiert ganz unterschiedlich. Ich lebe heute in einem Außenbezirk von Moskau und komme oft an allen möglichen verlassenen Orten, Bepflanzungen und Wäldchen vorbei. Außerdem wohne ich in der Nähe eines Bahnhofs und höre jeden Tag die vorbeifahrenden Züge. Ich mag generell den Klang der Züge, ihren Rhythmus. Das zeigt wieder, dass das Umfeld die Kreativität beeinflusst.</p>
<p><em><strong>Die Frage ist vielleicht ein bisschen off-topic, aber ich frage mich, ob die spirituellen Arbeiten und Lehren G.I. Gurdjieffs für dich als in Russland lebende Armenierin eine Inspirationsquelle waren?</strong></em></p>
<p>Gurdjieff ist einen interessante Person. Der Mann ist ein Orchester. Ich war sehr an seiner umfangreichen Arbeit interessiert, vor allem mochte ich seine Tanzaufführungen, bei denen die Teilnehmer durch ihre Körpervibrationen der Musik skippten, und jede Reihe von Tänzern die Musik in einzelne Teile zerlegte: eine Reihe für schnelle Melodien, eine andere Reihe &#8211; Perkussion. Der ganze Akt zeigt buchstäblich ein flackerndes Bild. Er schrieb magische Musik. Trotzdem würde ich ihn nicht als eine direkte Inspirationsquelle bezeichnen, vielleicht im Kleinen.</p>
<p><em><strong>Für mich hat Margenrot auch eine stark cinematische Seite, das Zusammenspiel verschiedener Klänge und Stimmen kann starke Bilder heraufbeschwören. Interessieren dich Film, visuelle Kunst und Multimedia? Gibt es bestimmte Arbeiten, die dich beeinflusst haben?</strong></em></p>
<p>Auf jeden Fall. Für mich ist jeder Song auf Zangezur eine Filmszene. Und jede Szene beschreibt ein Leben im Kleinen, eine Lebenssituation, und alles zusammen führt zu einer großen Geschichte. Ich sehe mir viele Filme an. Sie haben vielleicht nicht alle mit meiner Arbeit zu tun, aber ich bin sicher, dass sie in irgendeiner Form mit prägen, was ich mache.</p>
<p>Mein neuester Favorit ist der taiwanesische Regisseur Edward Young. Über den persönlichen Konflikt einer einzelnen Familie zeigt er die ganze politische und historische Situation seines Landes auf. Ich mag, dass so viel Luft in seinen Aufnahmen ist, und wie er die Stadt in seinen Filmen zeigt.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/wonder.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-15841" title="wonder" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/wonder.jpg" alt="" width="2119" height="1406" /></a></p>
<p>Ich habe letztens den neusten Film von Kira Muratova namens <em>eternal return</em> gesehen und dachte: &#8220;Das ist Steve Reich!&#8221;. Sie verwenden ähnliche Wiederholungstechniken, aber die Bedeutung wird dadurch auf jeweils ganz eigenen Art erzeugt:</p>
<p>Steve Reich hat in seiner akademischen Musik Stimmaufnahmen als Quelle für Melodien verwendet, reproduziert in unterschiedlichem Tempo in einem Kreis. Muratova wiederholt jede Szene vielmals, immer mit anderen Schauspielern und deren verschiedenen Stilen und Gewohnheiten. Sie versucht nicht, die Übergänge zwischen Szenen abzumildern und legt stattdessen die Nähte bloß. Und das ist mir sehr nah. Außerdem haben Dokumentarfilme von Adam Curtis, Filme von Jafar Panahi, Andrei Tarkovsky und vielen anderen Regisseuren meine Musik beeinflusst.</p>
<p><em><strong>Könntest du dir für die Zukunft vorstellen, Gastmusiker in Margenrot zu involvieren, oder ist es als striktes Soloprojekt gedacht?</strong></em></p>
<p>Ich will nicht ausschließen, Musiker für Performances einzuladen, als Teil einer endlosen Suche nach unterschiedlichen Techniken und Bildern. Immerhin gilt meine Musik als experimentell.</p>
<p><em><strong>Was kannst du uns über die Musikszene in Moskau erzählen, in die du involviert bist? Die Leute, Labels u.s.w., mit denen du arbeitest, ist das im Grunde ein Freundeskreis?</strong></em></p>
<p>Ja, es ist im Grunde ein Kreis von Freunden und Bekannten. In Moskau gibt es eine Menge an Platformen und Communities, aber experimentelle Musik wird nur von wenigen gemacht.</p>
<p>Ich kann über diejenigen Communities reden, zu denen ich einen direkten Bezug habe.</p>
<p>Ich habe Vinyl auf dem russischen Label Klammklang veröffentlicht, das auch Konzerte im NII organisiert und auf verschiedene elektronische Musik spezialisiert ist.</p>
<p>Die Kassette kam bei Akoazm heraus, die eine Reihe von Erotika-Parties organisiert hatten und sich erst später in Akoazm umbenannt hatten. Ich habe auch ziemlich oft auf dem größten lokalen Festival Joy gespielt. Sie alle unterstützen experimentelle elektronische Musik aus reinem Enthusiasmus und mit ihrem eigenen Geld.</p>
<p>Leider hat unser Staat kein Interesse, die elektronische und alternative Szene zu unterstützen, anders als in Europa. Im Gegenteil, sie intervenieren mit einigen Initiativen. So hat z.B. die Staatsanwaltschaft der Stast Moskau das große Outline Festival nun verboten. Nach einer Polizei-Razzia haben sie den Techno-Club Rabitza dicht gemacht.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrotzangezur.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-15842" title="margenrotzangezur" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/margenrotzangezur-300x283.jpg" alt="" width="300" height="283" /></a>Du hast auch solo nun schon einige Konzerte gegeben, und ich bin sicher, dass du irgendwann auch in Deutschland spielen wirst. Gibt es schon Pläne für die nächsten Touren?</strong></em></p>
<p>Man hat mich nach England eingeladen, um im August auf zwei Festivals in Bristol und Ramsgate aufzutreten. Ich plane außerdem eine Europatour im Oktober und Berlin ist auf der Liste der Städte <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>(U.S.)</p>
<p>Übersetzung: U.S. &amp; N. Seckel</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://margenrot.bandcamp.com/releases"><strong>Margenrot @ Bandcamp</strong></a></p>
<p><a href="https://soundcloud.com/margenrot"><strong>Margenrot @ Soundcloud</strong></a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/margenrot/"><strong>Margenrot @ FB</strong></a></p>
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		<title>MARGENROT: Zangezur</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2018 06:12:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Akoazm]]></category>
		<category><![CDATA[Fanny Kaplan]]></category>
		<category><![CDATA[Klammklang]]></category>
		<category><![CDATA[Lusia Kazaryan-Topchyan]]></category>
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		<description><![CDATA[Kühle, monumentale Elektronik an der Grenze zum Industrial, mysteriös wabernde Melodien und ein noch mysteriöserer Gesang, der kaum verständlich aus den Tiefen eines Schachtes nach oben dringt, dazu die einlullende Melodie eines orientalisch anmutenden Blasinstrumentes &#8211; in den Tagen vor &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/05/19/margenrot-zangezur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/05/margenrotzangezur.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15631" title="margenrotzangezur" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/05/margenrotzangezur-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kühle, monumentale Elektronik an der Grenze zum Industrial, mysteriös wabernde Melodien und ein noch mysteriöserer Gesang, der kaum verständlich aus den Tiefen eines Schachtes nach oben dringt, dazu die einlullende Melodie eines orientalisch anmutenden Blasinstrumentes &#8211; in den Tagen vor der universellen Verfügbarkeit von fast allem, als man außer Booklets und Fanzines kaum Informationsquellen zu obskuren Projekten hatte, hätte ein Act wie Margenrot unter<span id="more-15630"></span> &#8220;elitären&#8221; Auskennern der Underground-Künste einen kleinen Kult ausgelöst. Wie man damals auf das stylische, griffige Sounddesign reagiert hätte, muss für immer Spekulation bleiben.</p>
<p>Erst nach Jahren wäre irgendwo ein Interview erschienen, in dem Lusia Kazaryan-Topchyan, die in Moskau lebende Frau hinter Margenrot, etwas Licht ins Dunkel gebracht hätte. Von ihrem Wave-Trio Fanny Kaplan, in dem sie singt und Keyboard spielt, hätte sie kurz berichtet, mehr noch von der armenischen Herkunft ihrer Familie und ihrem Interesse an der ins Mythische getauchten Geschichte dieses Landes. Dort, in den Wirren des 14. Jahrhunderts, als der mongolische Feldherr Timur Leng (Current 93 widmeten ihm einst einen Song) seine Horden bis in den Kaukasus schickte, findet sich auch der Ursprung des Titels ihres ersten Albums: &#8220;Zangezur&#8221;, zu deutsch &#8220;Das Läuten war vergebens&#8221;, bezieht sich auf den Sabotageakt eines verräterischen armenischen Prinzen, der die Alarmglocken der Grenzregion abmontierte und so das Land den anrückenden Reitern preisgab.</p>
<p>Ob die Musikerin diesem Prinzen den Titel des Openers &#8211; &#8220;Why am I doing this?&#8221; &#8211; in den Mund legt? Man müsste den halb gemurmelten Sprechgesang verstehen, der allerdings so weit nach hinten gemischt wurde, dass er nur schemenhaft durch die kantigen Synthiebrocken dringt, die dem verquer hinkenden und dennoch kraftvollen Midtempo-Rhythmus das Fundament geben. Das schafft schon eher der folkige Klang einer Duduk oder eines ähnlich Schalmei-artigen Instruments, der wie ein florales Ornament die Ritzen ausfüllt. Interessanterweise stößt sich das keineswegs ab, und ein kurzes Affengelächter scheint einen für die Verwunderung zu verhöhnen. Schrille Schleifgeräusche künden von Fatalismus und Trockeneis.</p>
<p>Glücklicherweise ist Margenrot keineswegs auf kühle Monotonie begrenzt, und einige Stücke entpuppen sich aus ausgesprochen vielschichtig. &#8220;Lame Leading the Blind&#8221; scheint sich direkt auf den besagten Eroberer zu beziehen, denn Timor Leng bedeutet auf deutsch &#8220;Timor, der Lahme&#8221;. Titel und Musik allerdings entsprechen sich zumindest vom Tempo her kaum: Stück für Stück baucht sich der Track in forscher Dynamik auf, zu den Stakkatorhythmen kommt nach und nach alarmistisches Pfeiffen, rituelles Klappern, hektische Stahlgewitter und erneut betörende Melodiebögen auf dem armenischen Blasinstrument. Beeindruckend ist, wie die Musikerin es schafft, trotz dieser Opulenz immer einen etwas spartanische Eindruck zu wahren. &#8220;Ligatur&#8221;, ein kurzes kratziges Zwischenspiel, mischt an Philip Glass erinnernde Akkorde mit subtilem Noise, &#8220;Aghves&#8221;, das groovige &#8220;Halas W Samolocie&#8221; und der Titelsong, vielleicht die drei Herzstücke des Albums, mischen z.T. fast poppige Elektronik mit Raubtierknurren und allerlei weiteren brummenden und gluckernden Field recordings. Ganz bestimmt zieht irgendein Spezialist da den obligatorischen Vergleich mit Coil.</p>
<p>Ein kraftvolles und bei all der jugendlichen Frische überraschend durchdachtes Debüt hat die Künstlerin da auf die Beine gebracht, das fast durchgehend die stählerne Tanzfabrik mit den Schlachtfeldern eines mittelalterlichen Kaukausus überblendet. Da beide Regionen reich an dramatischen Ereignissen sind, sollte eine Fortsetzung des Konzeptes kein Problem darstellen. &#8220;Zangezur&#8221; ist neben der LP und dem Download &#8211; noch &#8211; als ultralimitiertes Tape zu haben. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Klammklang / Akoazm</strong></p>
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