<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Martin Bladh</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/martin-bladh/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 13 Apr 2026 02:34:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>An Act Of Self Mutilation Is An Act Of Freedom: Klassiker von IRM auf Vinyl</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/10/09/an-act-of-self-mutilation-is-an-act-of-freedom-klassiker-von-irm-auf-vinyl/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2023/10/09/an-act-of-self-mutilation-is-an-act-of-freedom-klassiker-von-irm-auf-vinyl/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Oct 2023 03:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Annihilvs]]></category>
		<category><![CDATA[Erik Jarl]]></category>
		<category><![CDATA[IRM]]></category>
		<category><![CDATA[Jarl]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[Phage Tapes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=37780</guid>
		<description><![CDATA[Phage Tapes, die nicht ausschließlich im Kassettenformat veröffentlichen, bringen das Album &#8220;An Act Of Self Mutilation Is An Act Of Freedom&#8221; der schwedischen Post Industrial / Aktionismus-Combo IRM mit neuem Artwork und erstmals auf Vinyl heraus. Das Album erschien vor &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/10/09/an-act-of-self-mutilation-is-an-act-of-freedom-klassiker-von-irm-auf-vinyl/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Phage Tapes, die nicht ausschließlich im Kassettenformat veröffentlichen, bringen das Album &#8220;An Act Of Self Mutilation Is An Act Of Freedom&#8221; der schwedischen Post Industrial / Aktionismus-Combo IRM mit neuem Artwork und erstmals auf Vinyl heraus. Das Album erschien vor zwanzig Jahren bei dem bis 2019 existierenden Label Annihilvs als limitierte CDr und erschien 2011 noch einmal zusammen mit dem Vorgängeralbum &#8220;Oedipus Dethroned&#8221; (ursprünglich CMI 2000) als CD-Boxset bei Autarkeia. Es enthält fünf kompakte <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/10/irmanactofselfmutilationisanactoffreedom.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-37781" title="irmanactofselfmutilationisanactoffreedom" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/10/irmanactofselfmutilationisanactoffreedom.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-37780"></span></p>
<p>Studioaufnahmen verzerrten, donnernden Lärms mit aggressivem Feedback und noch aggressiveren Shouts nach PE-Manier aus den späten 90ern und einen längeren Livetrack aus dem Veröffentlichungszeitraum. Mit seinem Fokus auf das Transgressive und seiner manifestartigen konzeptuellen Stringenz kann das Album als exemplarisch für eine Phase in der Geschichte des Industrial und Power Electronics betrachtet werden, als derartige Musik bereits als subkulturelle Genres etwabliert waren. &#8220;An Act Of Self Mutilation Is An Act Of Freedom&#8221; erscheint in verschiedenen Vinyl-Editionen und digital.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2446389973/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2023/10/09/an-act-of-self-mutilation-is-an-act-of-freedom-klassiker-von-irm-auf-vinyl/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>V.A.: Time Ends – A Tribute to J​.​G. Ballard&#8217;s Tetralogy Of Transformation</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/05/29/v-a-time-ends-%e2%80%93-a-tribute-to-j%e2%80%8b-%e2%80%8bg-ballards-tetralogy-of-transformation/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2021/05/29/v-a-time-ends-%e2%80%93-a-tribute-to-j%e2%80%8b-%e2%80%8bg-ballards-tetralogy-of-transformation/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 May 2021 05:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Tennigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Anemone Tube]]></category>
		<category><![CDATA[aufabwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Desiderii Marginis]]></category>
		<category><![CDATA[J.G. Ballard]]></category>
		<category><![CDATA[Karolina Urbaniak]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[The Epicurean]]></category>
		<category><![CDATA[Troum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=25602</guid>
		<description><![CDATA[In den frühen Sechzigern schrieb der englische Autor J. G. Ballard eine Reihe an Romanen, in denen es um unerwartete Naturereignisse geht und um ihre &#8220;katastrophalen&#8221; Folgen für den Planeten Erde und die menschlichen Zivilisationen. Stürme, Hitze und Trockenheit, eine &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/05/29/v-a-time-ends-%e2%80%93-a-tribute-to-j%e2%80%8b-%e2%80%8bg-ballards-tetralogy-of-transformation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/timeendsartworkalextennigkeit.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-25603" title="timeendsartworkalextennigkeit" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/timeendsartworkalextennigkeit-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den frühen Sechzigern schrieb der englische Autor J. G. Ballard eine Reihe an Romanen, in denen es um unerwartete Naturereignisse geht und um ihre &#8220;katastrophalen&#8221; Folgen für den Planeten Erde und die menschlichen Zivilisationen. Stürme, Hitze und Trockenheit, eine durch Erderwärmung ausgelöste Flut und eine plötzliche Verwandlung organischer Materie in kristalline Strukturen – all diese Ereignisse, die nur <span id="more-25602"></span>teilweise als Folge menschlichen Wirkens dargestellt werden, allerdings fatale und nur schwer zu bewältigende Wendepunkte im Leben (nicht nur) der Menschen darstellen, wirken wie ein überdeutliches Plädoyer gegen ein allzu großes Vertrauen in den Bestand unserer Lebensweise, die sich über die Jahrtausende hinweg vergleichsweise langsam verändert hat.</p>
<p>Es ist nur nachvollziehbar, dass die vier Romane schnell unter dem Schlagwort Disaster Novels bekannt wurden. Wer sich etwas näher mit den Gedanken ihres Autors befasst hat, wird vielleicht einen anderen Begriff bevorzugen, den der Novels of Transformation. Die Auswirkungen der beschriebenen Ereignisse, bei denen die Natur nicht nach unseren Regeln spielt, auf die Psyche der Menschen und die gesellschaftliche Situation, scheinen besonders im Zentrum der Darstellung zu stehen, bei der auch die Reflexionen der Psychoanalyse und die Techniken der Surrealisten Pate standen. Auf der Compilation &#8220;Time Ends&#8221; präsentieren vier musikalische Acts aus den Grenzgebieten dunkler, ambienter Soundart, Performance und postindustrieller Kollagenkunst kreative Interpretationen dieser Romane. Die Vielgestaltigkeit der Umsetzungen ist beeindruckend: &#8220;Sprechende&#8221; und atmosphärisch ausgerichtete Soundgebilde kommen ebenso zum Einsatz wie Vocals, Samples und andere sprachliche Querverweise, und über das rein Musikalische hinaus runden das Artwork der Malerin Alex Tennigkeit und ein ausführlicher Essay des Anglisten und Musikjournalisten Michael Göttert das Projekt ab.</p>
<p>Jeder Act hat sich einen Roman vorgenommen, und gemäß einer chronologischen Anordnung eröffnet Johan Levin alias Desiderii Marginis die Compilation mit einer atmosphärischen Interpretation des Romans <em>The Wind From Nowhere</em> (1962). In dem Text, den Ballard selbst als misslungene Auftragsarbeit mehr oder weniger verworfen hatte, geht es um einen weltumfassenden Sturm, der den ganzen Planeten im wahrsten Wortsinne verwüstet und die Menschen größtenteils zu einer unterirdischen Lebensweise zwingt. Irgendwann ist der Sturm vorbei &#8211; ob die Gesellschaft zu ihrer alten Lebensweise zurückkehren kann, bleibt offen. Desiderii Margines folgt dem Plot in den 20 Minuten seines primär auf bearbeiteten Field Recordings basierenden Tracks. Aus den gesampleten Sounds des Windes entsteht ein elektrifiziertes Dröhnen, das in unregelmäßigen Wellen rauscht, vibriert, pulsiert und unterschwellige Gesprächsfetzen und vieles mehr anklingen lässt, bis alles in einem enormen atonalen Sog kulminiert. Insgesamt transportiert die Musik eine weite emotionale Stimmungspalette, und Göttert weist zurecht darauf hin, wie gut sich der Gegensatz zwischen der Zuflucht in Inneren der Erde und dem Ausgeseztsein in einem Außen, das immer droht, in den sicheren &#8220;Shelter&#8221; einzubrechen, in der Musik abzeichnet.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=116074400/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2264831754/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Noch deutlicher illustrieren Troum die parallelen Veränderungen, die eine Naturkatastrophe in der äußeren Welt und im inneren des Bewusstseins bewirken muss. Sie widmen sich in zwei Tracks dem ebenfalls 1962 erschienenen Roman <em>The Drowned World</em>, der eine klimatisch bedingte globale Flut zum Thema hat, welche das Ökosystem auf eine prähistorisch anmutende Stufe zurückwirft und die überlebenden Menschen vor die Aufgabe stellt, sich mit diesem technologisch und psychologisch zu arrangieren. Auf den Rückfall ins Archaische weisen schon (und nicht nur) die Titel hin: &#8220;Outside (Archaic Landscape)&#8221; präsentiert die veränderte Welt mit einem von Schaben und Rumpeln durchklungenen Dschungelszenario, bei dem man neben atemlosem Murmeln und Stammeln riesige Bäume fallen hört, während ein orchestrales Dröhnen die Signatur des Bremer Duos trägt. &#8220;In-Sight (Archaic Mind-Scape)&#8221; enthält ähnlich viele Details und wirkt doch entspannter und innerlicher und scheint das Loslassen des Menschen zu illustrieren, der die neuen Gegebenheiten annimmt.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=116074400/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=1121268817/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Den größten Bruch zu diesen Ansätzen stellt sicher der primär auf Text und Soundkollagen basierende Beitrag &#8220;The Poisoned Well&#8221; des Duos Karolina Urbaniak und Martin Bladh dar. Er bezieht sich in wesentlich freierer und abstrkterer Form auf den Roman <em>The Drought</em> (1965), welcher von den Folgen einer globalen Dürreperiode erzählt. In einer zunächst betont unprätentiös vorgetragenen und von markanten Klängen umgebenen Lesung, die Zitate Shakespeares und der Bibel enthält, kreist das Stück um die Auswirkung der Sonneneinstrahlung bei extremer Hitze auf den menschlichen Organismus. Ein Alleinstellungsmerkmal des Tracks ist sicher, dass es hier stärker um den Körper (Strahlung, Verbrennungen u.v.m.) und etwas indirekter um die Psyche der Betroffenen geht, und wer Bladhs Arbeiten mit Skin Area und IRM kennt, wird nicht überrascht sein. Die Beschreibung verstümmelter Körper, die Geräusche von gluckerndem Nass, jammernde und keuchende Stimmen und ein an eine Knochenmühle erinnernder knirschender Lärm, der in aggressive Shouts überleitet, weckt Assoziationen zu dem Begriff Organic Horror, der einmal auf Filme Cronenbergs gemünzt war.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=116074400/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2567403371/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Der musikalische Grenzgänger Anemone Tube bildet mit gleich drei Beiträgen den Schlussteil der Sammlung und widmet sich dem Roman <em>The Crystal World</em> (1966). Der Text erzählt von einer unbekannten Krankheit, die in Westafrika ausbricht und sämtliche Lebensformen nach und nach in kristalline Objekte verwandelt und somit abtötet, und von dem Versuch eines Forschers, diese Verwandlung zu untersuchen. Alle Tracks basieren auf Feldaufnahmen, die der Küstler vor einigen Jahren in Japan gesammelt hat. Das in drei Abschnitte unterteilte &#8220;Road to Suffering&#8221; enthält ausschließlich Klänge der Fortbewegung im Wald und illustriert so die Erkundung des neuartigen Phänomens aus Ballards Roman. Das anfängliche Szenario mit seinen rauschenden Klangstrudeln, den kakophonischen Schreien und heftigen Detonationen entbehrt keiner Dramatik, und dennoch fühlt man sich als Hörer schnell in einer fast stoisch beobachtenden Position wieder und so ganz auf seine Wahrnehmung zurückgeworfen &#8211; eine Position, die die mit schrillen Feedbacks versehene archaische Dröhnung in &#8220;Primordial Recollection&#8221; über anhält. Das finale &#8220;Sea of Trees &#8211; Taking Death as Path&#8221;, mit dem Anemone Tube die Verschmelzung des Menschen mit dem (kristallinen) Meer der Bäume illustriert, wirkt wie ein letztes keuchendes Aufbäumen der alten, organischen Materie vor der endgültigen Kristallisation. Die Musik ist hier nur die Spitze des Eisbergs eines viel umfangreicheren gedanklichen Überbaus, bei dem der Wald als Symbol einer Pilgerfahrt erscheint &#8211; die Gedanken des Musikers dazu und der Bezug zu einem buddhistischen Konzept der inneren Heilung sind ebenfalls im Booklet nachzulesen.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=116074400/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=2367648740/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Die Frage, ob die von Ballard entworfenen Szenarien eher vom Niedergang oder von den Möglichkeiten des Annehmens auch drastischer Transformationen handeln (Alex Tennigkeits neosymbolistisches Covermotiv zeigt immerhin eine Art Metamorphose, die die Grenze zwischen organischer und anorganischer Materie bzw. zwischen Mensch und Maschine transzendiert), ist sicher nicht in wenigen Sätzen zu beantworten und schon gar nicht von einem relativen Laien wie dem Verfasser dieser Rezension. Vielleicht sind bei den behandelten Themen aber auch Fragen (Wie ratsam und realistisch sind die Versuche einer Gesellschaft, nach einem Ausnahmezustand wieder zu ihrem früheren Status Quo zurückzukehren?) für die meisten Menschen wichtiger. Eine Stärke der hier vorliegenden Musik ist, dass die Beiträge diese Frage unbeantwortet lassen und doch die Stimmung dieser Literatur gekonnt in ihr eigenes Medium übertragen. Keine Frage, dass die Musik auch ohne Kenntnis der Texte eine intensive Erfahrung bieten kann. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.transformed.de/">The Epicurean</a> / <a href="AufAbwegen">AufAbwegen</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2021/05/29/v-a-time-ends-%e2%80%93-a-tribute-to-j%e2%80%8b-%e2%80%8bg-ballards-tetralogy-of-transformation/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alien Existence &#8211; Bildband von Philip Best erscheint im Dezember</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/10/20/alien-existence-bildband-von-philip-best-erscheint-im-dezember/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2016/10/20/alien-existence-bildband-von-philip-best-erscheint-im-dezember/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2016 12:59:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Consumer Electronics]]></category>
		<category><![CDATA[Infinity Land Press]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[Philip Best]]></category>
		<category><![CDATA[Whitehouse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=12872</guid>
		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren schon konzentriert sich Philip Best neben seiner Musik mit Consumer Electronics auch auf visuelle Arbeiten. Nicht alle seiner Fotokollagen, die oft auf Bildmaterial aus alten Magazinen und Prospekten basieren, haben auf den ersten Blick etwas von der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/10/20/alien-existence-bildband-von-philip-best-erscheint-im-dezember/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Jahren schon konzentriert sich Philip Best neben seiner Musik mit Consumer Electronics auch auf visuelle Arbeiten. Nicht alle seiner Fotokollagen, die oft auf Bildmaterial aus alten Magazinen und Prospekten basieren, haben auf den ersten Blick etwas von der harschen Direktheit und Kälte seiner Musik, und doch ist die subtile Berohlichkeit seiner kontrastreichen Sujets stets zu spüren, wenn Zeichen diffuser Gefahr in die zum Teil unbekümmerten Kindheitsszenarien einbrechen. Eine seiner großen Stärken ist dabei die symbolische Aufladung des Raumes, v.a. in Form emotional aufwühlender Landschaftsdarstellungen. Rumpsti Pumsti zeigte 2011 die Einzelausstellung „<a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/sex-offender-boyfriend-neue-kollagen-von-philip-best/">Sex Offender Boyfriend</a>“, im Rahmen des zweiten <a href="http://africanpaper.com/2013/05/25/gruppenausstellung-beim-epicurean-escapism-festival-ii-alex-tennigkeit-andrew-liles-carmen-burguess-dennis-rudolph-philip-best-rudolf-eb-er/">Epicurean Escapism Festival</a> wurde ebenfalls eine kleine Auswahl seiner Arbeiten gezeigt. Am 7. Dezember erscheint sein Bildband „Alien Existence“ bei Infinity Land Press.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/10/philipbestalienexistence.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-12873" title="philipbestalienexistence" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/10/philipbestalienexistence.jpg" alt="" width="960" height="640" /></a><span id="more-12872"></span></p>
<p>„Amplifying the dark themes of recent Consumer Electronics albums such as Estuary English and Dollhouse Songs, ‘Alien Existence’ charts the shattered psychic landscape of the early 21st century in all its eerieness, wonder and confusion. &#8216;Alien Existence’ is sure to both disturb and enchant. The book includes 40 pages of Best&#8217;s creative writings, over 200 colour reproductions and an extensive interview with the artist conducted by Martin Bladh.“</p>
<p><a href="http://infinitylandpress.com/2999170-alien-existence-by-philip-best"><strong>Infinity Land Press</strong></a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/Philip-Bests-Alien-Existence-161772474281828/"><strong>Facebook</strong></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2016/10/20/alien-existence-bildband-von-philip-best-erscheint-im-dezember/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>IRM: Closure</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/10/25/irm-closure/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/10/25/irm-closure/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Oct 2014 05:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Erik Jarl]]></category>
		<category><![CDATA[IRM]]></category>
		<category><![CDATA[Malignant Records]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[Mikael Oretoft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=9499</guid>
		<description><![CDATA[Im Vorfeld der Veröffentlichung des Albums wurde von Bandseite darauf hingewiesen, dass die 2008 erschienene Maxi „Indications Of Nigredo “ und das Album „Order⁴“ als Teile einer Trilogie begriffen werden, die nun mit „Closure“ ihren Abschluss findet -  was sicher &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/10/25/irm-closure/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/closureR-6109542-1411305383-8644.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9501" title="closureR-6109542-1411305383-8644" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/closureR-6109542-1411305383-8644-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Vorfeld der Veröffentlichung des Albums wurde von Bandseite darauf hingewiesen, dass die 2008 erschienene Maxi „Indications Of Nigredo “ und das Album „Order⁴“ als Teile einer Trilogie begriffen werden, die nun mit „Closure“ ihren Abschluss findet -  was sicher auch damit zu tun hat, dass seit erstgenannter 12&#8242; der Bassist Mikael Oretoft das Klangspektrum erweitert und Erik Jarl und Martin Bladh musikalisch unterstützt. <span id="more-9499"></span>Dabei war ein Merkmal des IRM-Klangkosmos, dass man weitgehend auf jedwede Form von Rhythmus verzichtete – anders als etwa der ehemalige Labelchef Roger Karmanik mit Brighter Death Now. Stattdessen gab es einen Klangwall, vor dem Bladh seine Visionen vom menschlichen Körper als Ort des Schmerze(n)s mit markerschütternder Stimme deklamierte. Das mag nach Statik, nach Erstarrung klingen, aber IRMs Klang(bild) wurde mit jeder Veröffentlichung ausdifferenzierter, war trotz aller Brachialität nicht nur eine reine Verzerrungsorgie.</p>
<p>Das neue Album geht einen Schritt weiter, integriert (auf zwei Stücken) Cello und auf einigen weiteren Perkussion. Dabei sollte man eher an das tonnenschwere, langsame Schlagzeug der frühen Swans denken – Tanz kann nur in zäher Zeitlupe stattfinden, wie schon das erste Stück „Closure 1“ deutlich macht: Es beginnt gewohnt rabiat, dann leiten schwere Schläge Gesang ein. Das fast neunminütige „Closure 3“ dagegen zeigt, wie gut IRM klingen können, wenn die Wu(ch)t etwas zurückgefahren wird: Ein Metronom tickt, Bladh trägt fast rezitierend und mit unverzerrter Stimme einen Text vor, im dem das Theatralische, Inszenatorische, die Performanz betont wird (schon auf „Order⁴“ gab es Stücke, die sich wie eine Anleitung zu einer Kunstaktion Bladhs lasen), zwischendurch scheint man dann auch konsequenterweise sich unterhaltendes Publikum zu hören, erst gegen Ende kommt Rauschen dazu, das an die frühen Whitehouse denken lässt, schließlich eine Spieluhr, die – vielleicht nicht zufällig &#8211; an <a href="http://www.youtube.com/watch?v=60_A2gvgcqg ">„Hellraiser“</a> denken lässt, Clive Barkers Debütfilm, in dem der menschliche Körper radikalsten Transformationen unterworfen wird. Auf „Closure 5“ ist Oretofts Bassspiel prägend, man hört unterschwelliges Fiepen, das Cello dröhnt, Schreie ertönen, am Ende scheint der Gesang nur noch mit letzter Kraft herausgepresst werden. „Closure 6“ besteht fast nur aus monotonen Schlägen, zu denen sich zwei Personen unterhalten. Erst gegen Ende kommen Hochfrequenztöne hinzu. „Closure 7“ ist ein brutales – fast möchte man sagen &#8211; klassisches IRM-Stück, während Teil 8 das Harsche zurücknimmt: Der Text wird gesprochen, vereinzelte Bassanschläge, metallisches Klingen im Hintergrund, dann bricht eine verzerrte Stimme ein, Lachen. Der Abschlusstrack knüpft an den Anfang an: „Closure“ als Ouroboros.</p>
<p>Bladh arbeitet an der &#8211; man verzeihe mir das Wortspiel – Schnittstelle von Kunst und persönlichen Obsessionen, auch wenn das dezente Artwork (diesmal sind keine <a href="http://www.discogs.com/viewimages?release=477239">„Blutrorschachbilder“</a> oder <a href="http://www.discogs.com/viewimages? - release=1051722">bearbeitete Fotografien</a>, die den Menschen in all seiner Kreatürlichkeit zeigen, zu finden) darauf hinweisen könnte, dass nicht nur musikalisch, sondern auch visuell-konzeptionell nun weniger drastisch agiert wird. (M.G.)</p>
<p><strong> Label: <a href="http://www.malignantrecords.com/">Malignant Records</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/10/25/irm-closure/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>V.A.: Epicurean Escapism 1</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/09/27/v-a-epicurean-escapism-1/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/09/27/v-a-epicurean-escapism-1/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2014 06:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anemone Tube]]></category>
		<category><![CDATA[Annie Stubbs]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Abrahamsson]]></category>
		<category><![CDATA[George Bataille]]></category>
		<category><![CDATA[Human Larvae]]></category>
		<category><![CDATA[IRM]]></category>
		<category><![CDATA[Jarl]]></category>
		<category><![CDATA[John Murphy]]></category>
		<category><![CDATA[Jon Evans]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Percy]]></category>
		<category><![CDATA[Krank]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[Silken Tofu]]></category>
		<category><![CDATA[The Epicurean]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=9343</guid>
		<description><![CDATA[Anlässlich des kürzlich in Berlin stattgefundenen dritten „Epicurean Escapism“-Festivals folgt eine Zusammenstellung, die sich als Ergänzung/Überarbeitung der ursprünglichen Tape/DVD-Veröffentlichung, die vor zwei Jahren während des Vorläuferfestivals erstmalig verkauft wurde, versteht. John Murphy steuert einen Track unter dem Namen seines in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/09/27/v-a-epicurean-escapism-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/EpicureanR-6017266-1409046715-22771.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-9360" title="EpicureanR-6017266-1409046715-2277" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/EpicureanR-6017266-1409046715-22771.jpeg" alt="" width="150" height="210" /></a>Anlässlich des kürzlich in Berlin stattgefundenen dritten „Epicurean Escapism“-Festivals folgt eine Zusammenstellung, die sich als Ergänzung/Überarbeitung der ursprünglichen Tape/DVD-Veröffentlichung, die vor zwei Jahren während des Vorläuferfestivals erstmalig verkauft wurde, versteht.</p>
<p>John Murphy steuert einen Track unter dem Namen seines in den letzten Jahrzehnten nur sehr <a href="http://www.discogs.com/Various-Transmissions-Of-Hatred/release/291904">sporadisch</a> aktiven Projekts Krank bei: <span id="more-9343"></span>„Eyes Half Closed“ ist eine zehn Minuten lange Kakophonie aus Glocken, Stimmfragmenten, Noise, die teilweise rituellen Charakter hat. Dass inmitten dieser Atonalität plötzlich Annie Stubbs recht tonal singt, man fast schon meint, hier solle Industrial eine Ladung Blues verabreicht werden, überrascht, ist aber nur scheinbar deplatziert. Das ist ein beeindruckender Opener. IRMs langer Track „Triptych“ besteht aus Teilen der letzten IRM-Veröffentlichungen. Die Band betrachtet die 12&#8242; „Indications of Nigredo“, das letzte Album „Order“ und den jüngst erschienenen Nachfolger „Closure“ als Trilogie. Dabei hört man die für IRM so typischen und charakteristischen harschen Vocals und es wird wie üblich gänzlich auf Rhythmus verzichtet. Dabei sind die Klangwände, inmitten derer Bladh seine Visionen von Leiblichkeit herausbrüllt, mit eben diesen Veröffentlichungen dynamischer und auf gewisse Weise melodischer geworden. „Shining With Insignificance“, die Gemeinschaftsproduktion von Anemone Tube und Human Larvae, beginnt mit dichten, unterschwellig melodischen Flächen, dann setzen verzerrte Vocals ein, bevor dann ab der Hälfte die Aggression der Melancholie weicht. IRM-Mitglied (Erik) Jarl liefert mit „A Case of Inbreeding: A Homage to my Doppelganger“einen 25-minütigen (nur scheinbar) zurückhaltenden dunkel dröhnendenTrack ab.</p>
<p>Die bisherigen „Epicurean“-Compilations zeigten, dass es mehr als nur um eine An-Sammlung von beliebigen Tracks ging, stattdessen wurde versucht, Musik, Film und Bilder zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzubringen. Waren auf Teil 2 eine DVD mit der von Mike Dando für seine Con-Dom-Performances konzipierten Filmcollagen zu finden und stellte der Katalog eine Reihe unterschiedlichster (auch) visuell arbeitender Künstler vor, so stehen Katalog wie auch DVD der aktuellen Veröffentlichung ganz im Zeichen Martin Bladhs, der wohl wie kein anderer Vertreter des (Post)Industrials versucht (hat), sich dem Mensch und seinem Körper, seiner Leiblichkeit zu widmen, dem „body disastrous“ (wie es auf einem Track von IRMs Doppelalbum „Virgin Mind“ heißt). Dabei rührt das Ver-Störende von Bladhs Arbeiten – die natürlich den Wiener Aktionisten eine Menge schulden &#8211; einerseits von der Fokussierung auf das, was den Menschen letztlich (fast alleinig) ausmacht. Wie David Cronenberg schon oft und jüngst noch in einem <a href="http://www.epd-film.de/meldungen/2014/vieles-hollywood-funktioniert-praechtig">Interview</a> sagte: „In meinen Augen sind wir unsere Körper, die machen unsere Existenz aus.“ Ein anderer Aspekt von Bladhs Werk, der den Zuschauer und Hörer vor den Kopf stößt, ist die Ambivalenz seiner Arbeiten: Oft wirkt es, als identifiziere der Künstler sich nicht nur mit dem Opfer, sondern ebenfalls mit dem, der für die Zerstörungen des Leibes verantwortlich ist. Bezeichnenderweise trägt der Katalog dann auch den Titel „Victim and Executioner“. In einem ursprünglich 2007 entstandenen und im Katalog abgedruckten Essay schreibt Carl Abrahamsson: „The dubious grey area of the human psyche&#8217;s reactive patterns is one of the main ingredients of Martin Bladh&#8217;s art.“ Auch Bladh selbst meint bezogen auf das Schauspielern, das Theatralische, das seine Arbeiten oft ausmacht: „My mask allows me to inhabit a certain persona, to find mutual references in the &#8216;other&#8217; which I now feel a new kinship with.“</p>
<p>Der chronologisch erste Film „Pig and Tomboy“ zeigt (vielleicht beeinflusst von Rozz Williams&#8217; Kurzfilm „Pig“) einen mit einer Schweinsmaske verkleideten Mann, der den „Tomboy“ vor einem Spiegel malträtiert. In dem halbstündigen „Des“ präsentiert Bladh sich maskiert und mit Mayhem-Shirt Waffen haltend, während die Stimme aus dem Off aus Dennis Nielsens Erinnerungen vorliest. Als wäre das nicht genug, werden plötzlich alte Filmaufnahmen, die den Künstler (?) als Kind mit Waffe spielend zeigen und wie er Jahre später seinen eigenen Körper mit Wundmalen versieht, hineingeschnitten. In den Anmerkungen heißt es: „The original idea behind<em> DES</em> was to make an autobiographical piece that explored my own narcissistic tendencies and obsessions“. Im fünfteiligen, in den Jahren 2005-2006 entstandenen, „Cycle“ spielt Bladh sowohl den Rent Boy/Masochisten als auch den Mann/Sadisten hinter der Kamera. Hier wird erneut eine Narrativik des Schmerze(n)s entfaltet, wobei es Leerstellen gibt, manches lediglich off-screen stattfindet. Der knapp drei Minuten lange Film „Hole³“, von Batailles Text „La Bouche“ inspiriert, zeigt den Mund als Organ des Schrei(en)s und unweigerlich muss man an den (natürlich auch von Bladh verehrten) Francis Bacon denken, insbesondere an seine Papststudien (an der Verbindung von Bacon und Bataille hat man sich <a href="http://www.alexalienart.com/bacon%20bled%20bare.htm">hier</a> ausgiebigst abgearbeitet). Die Kamera fährt tiefer in den Mund hinein, zeigt den vertrauten Körperteil als Wunde, als Loch: „rage makes men grind their teeth, while terror and atrocious suffering turn the mouth into the organ of rending screams.“ „Matt. 5: 29-30“ ist nach der Passage aus dem Evangelium des Matthäus benannt, in der es heißt: „Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf&#8217;s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.“ (Etwas, das Dr. James Xavier am Ende von Roger Cormans „Der Mann mit den Röntgenaugen“ beherzigt). Die Kamera filmt Bladh von hinten mit leichter Obersicht. Der Zuschauer kann nur erahnen, was er da tut, aber das Resultat ist rot. Eine vor über zehn Jahren erschienene IRM-Veröffentlichung hieß dann auch bezeichnenderweise „An Act Of Self Mutilation Is An Act Of Freedom.“</p>
<p>Diese Zeilen dürften deutlich gemacht haben, dass Bladhs Filme (wie auch seine weitere Kunst) übel aufstoßen, abstoßen (können), was sicherlich nicht das Schlechteste ist, wenn man an all die Kunst denkt, die lediglich zu indifferenten, leidlich wohlwollenden Kommentaren Anlass gibt. Biblisch ließe sich dazu mit dem letzten Buch der Bibel sagen: „Ich kenne euer Tun: Ihr seid weder warm noch kalt. Wenn ihr wenigstens eins von beiden wärt! Aber ihr seid weder warm noch kalt; ihr seid lauwarm. Darum werde ich euch aus meinem Mund ausspucken.“ Oder aber -um etwas profaner (mit dem Motto von Clive Barkers „Büchern des Blutes“) zu enden: „Blutbücher sind wir Leiber alle; wo man uns aufschlägt: lesbar rot.&#8221; (J.M.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.transformed.de/">The Epicurean</a>, <a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/09/27/v-a-epicurean-escapism-1/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>V.A.: Epicurean Escapism</title>
		<link>https://africanpaper.com/2012/06/30/v-a-epicurean-escapism/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2012/06/30/v-a-epicurean-escapism/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jun 2012 07:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anemone Tube]]></category>
		<category><![CDATA[Dissecting Table]]></category>
		<category><![CDATA[Human Larvae]]></category>
		<category><![CDATA[Industrial]]></category>
		<category><![CDATA[IRM]]></category>
		<category><![CDATA[Jarl]]></category>
		<category><![CDATA[John Murphy]]></category>
		<category><![CDATA[Krank]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[Noise]]></category>
		<category><![CDATA[Post-Industrial]]></category>
		<category><![CDATA[Silken Tofu]]></category>
		<category><![CDATA[The Epicurean]]></category>
		<category><![CDATA[Till Brüggemann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=4707</guid>
		<description><![CDATA[Unter Eskapismus versteht man – kurz gesagt – das Ausblenden der alltäglichen Realität. Will man es genauer wissen, so bemerkt man schnell, dass man ein Fass ohne Boden vor sich hat. Man erfährt, dass Eskapismus oft Kunstwerken nachgesagt wird, in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/06/30/v-a-epicurean-escapism/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4710" title="epicureanescapism" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Unter Eskapismus versteht man – kurz gesagt – das Ausblenden der alltäglichen Realität. Will man es genauer wissen, so bemerkt man schnell, dass man ein Fass ohne Boden vor sich hat. Man erfährt, dass Eskapismus oft Kunstwerken nachgesagt wird, in der Regel denen, die nicht direkt Stellung zu Problemen der Zeit beziehen. Vielleicht auch, dass der Begriff erst in der Moderne aufgekommen ist, und für allerlei Fluchtreflexe steht, die eine von Masse und Marktgesetzen geprägte Gesellschaft mit all ihren Entfremdungserscheinungen nach sich zieht. <span id="more-4707"></span>Der mongolische Nomade (den es so freilich auch wieder nur in der Vorstellung von Stammtischsoziologen gibt) kennt weder Entfremdung noch Eskapismus, aber sicher bedeutet Alltag auch in der Moderne stets etwas anderes, je nach der Rolle, die man in seinem Bereich der Gesellschaft einnimmt. Und überhaupt, Flucht für wie lange, wohin und zu welchem Zweck? Flucht als innere Emigration oder als völlige Eremitage? Weshalb diese demonstrative Absage an die vita activa?</p>
<p>Zunächst einmal muss man festhalten, dass Eskapismus kein Konzept ist, sondern vor allem ein emotionales Schlagwort. Befragt man dazu die Intellektuellen, bekommt man recht unterschiedliche Antworten. Natürlich betonen einige das Moment des Mutlosen, Resignativen, das mancher Weltflucht fraglos anhaftet, selbst wenn das Ziel eine künstlerisch ausgearbeitete Fantasiewelt ist. Eskapismus gilt unter solchen Gesichtspunkten als reine Blockade, als Ausdruck eines kindischen Trotzes. Viele allerdings haben ein positives Bild vom Abtauchen in die subjektive Gegenwelt. Für dekadente Autoren wie Huymanns und ihre Erben (Lovecraft, Houellebecq) impliziert eine solche Flucht die radikale Kritik an einer sozial verkümmerten Gesellschaft. Für Philosophen wie Ernst Bloch ist er zugleich Möglichkeit zur Regeneration und ein Quell der Kreativität, die oft erst im Zustand der Sammlung und des vorübergehenden Ausklammerns alltäglicher Einflüsse gedeihen kann. Eine Quelle ebenso für neue Sichtweisen auf die Welt, im Idealfall fern von Masse, Markt und funktionalem Räderwerk. Werke, die unter einem solchen Movens entstehen, sind oft ambivalent und meist auch eher düster als blumig, denn sie tragen die Angst und den Hass gegen eine Realität in sich, die sie zu vermeiden suchen. Bloch sah seinerzeit gerade die Musik als besonders geeignet, ein solches Gefühl und die damit zusammenhängende Utopie umzusetzen. Auch auf der am 07.07. in Berlin stattfindenden Veranstaltung „Epicurean Escapism &#8211; Festival for Escapist Music &amp; Arts“ liegt ein besonderer Fokus auf Konzerten, abgerundet durch Beiträge aus bildender Kunst, Performance und Film. Ein noch offensichtlicherer roter Faden ist die Tatsache, dass alle beteiligten Künstler mehr oder weniger in der Tradition des Industrial stehen.</p>
<p>Begleitend erscheint die vorliegende Tape C-50/DVD-R-Compilation, auf der alle Teilnehmer mit einem exklusiven (oder exklusiv bearbeiteten) Beitrag vertreten sind. Der Auftakt des Tapes hält gleich die größte Überraschung bereit, denn „Drain Sounds in the Well“ ist seit Jahren der erste Track, den der bekannte Drummer und Klangkünstler John Murphy unter seinem Projekt Krank veröffentlicht, diesmal in Zusammenarbeit mit Till Brüggemann von Gerechtigkeits Liga. Mit Mischpult und Field Recordings wird eine primitivistisch ausgestaltete Klanglandschaft entworfen, die neben jeder Menge Gefiepe vor allem durch metallische Perkussion geprägt ist. Wie ein Großteil der Beiträge ist das darauf folgende Anemone Tube-Stück von eher flächiger Struktur. „Dream Landscape“ ist eine neu abgemischte Version des Titelstücks vom 2010er Album; eine intensive Traumlandschaft voll bedrohlicher Nachtgesichte bewegt sich auf den Hörer zu, und wer sich dem lärmigen Dröhnen nicht entziehen kann, verliert sich am Ende im Sog der Klänge. Die schwedische Combo IRM liefert einen rauen Live-Track, der in seiner fließenden Vorwärtsbewegung an Anemone Tube anknüpft. Das Soghafte des Vorgängerstücks indes tritt zugunsten eines verzerrteren Klangbildes etwas zurück, der sich mit der Zeit verdichtende Sound wird von entmenschlichten Schreien akzentuiert, die man von früheren Aufnahmen der Gruppe kennt.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-4733" title="epicureanescapism2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism2-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Jarl, das Projekt eines der IRM-Musiker, widmet sich in „Succubus“ dem Mythos des teuflischen Blutsaugers in Gestalt einer schönen Frau. Im Zentrum der Musik steht ein minimaler Loop, der von der Klangfarbe her sogar im klassischen Sinne schön ist. Im Verlauf ergänzt durch Bassgebrumme erzeugt er die organischsten Momente der kleinen Sammlung, melancholische Ambientsounds geben dem Stück zudem eine markante Spannungskurve. Mit „Obsession Intermezzo“ und „Path of the Unwanted“ ist Human Larvae, ein deutsches PE-Projekt, gleich mit zwei Tracks vertreten. Was noch wie hintergründiger Ambient beginnt, steigert sich graduell zu infernalischem Noise mit doomigen Untertönen, v.a. der zweite Track zählt mit seinen verzweifelt herausgebrüllten Vocals zu den intensivsten Momente des Tapes. Dissecting Table, einer der musikalisch oft „westlicher“ orientierten Japanoise-Acts, trägt ein sehr eigentümliches Klanggebilde voller Zitate bei, die an sleazige Filmmusik erinnern und aus jeglichem Noiseklischee angenehm herausstechen. Ähnlich dem Beitrag von Krank und im Unterschied zu den europäischen Acts ist „Human Sacrifice“ weniger fließend, sondern eher ein Panorama an merkwürdigen Sounds. Mit „In A New Light“, einem bisher unveröffentlichten Stück aus der „Dream Landscape“-Session, sorgt Anemone Tube mittels verhallter Streicher, Radiosamples und verfremdeter Stimmen für einen desolaten Ausklang. Martin Bladh von IRM und Skin Area ist auch Performancekünstler und Kurzfilmer, ein vor einigen Jahren etwas untergegangener und mittlerweile längst vergriffener Film von ihm erscheint auf der beiliegenden DVD-R. Freunde des Wiener Aktionismus und sleaziger Überschreitungen werden an dem Video ihre Freude haben. Unter denen, für die Noise-Kultur reine Musik ist, gibt es sicher einige, für die „Pig and Tomboy“ gewaltig an den Grenzen des guten Geschmacks kratzt.</p>
<p>Was diese Compilation auszeichnet ist die mehr als solide Balance zwischen Qualität und Vielseitigkeit. Gerade letztere sollte man bei dem mittlerweile schon recht alten Genre Industrial mit all seinen epigonalen Erscheinungen durchaus lobend hervorheben. Krank steht für die verspielte Seite des experimentellen Noise, Anemone Tube für dessen surreale, kontemplative Natur. IRM und ihre Ableger verkörpern (in Vermeidung des etwas abgedrosschenen Wortes &#8220;transgressiv&#8221;) den extremen, provokativen Performance-Charakter, Human Larvae die fatalistiche Dunkelheit und Dissecting Table stehen letztlich für die derangierte und hedonistische Seite einer Musiktradition, die in den späten 70ern ihre Initialzündung erfuhr. All dies unter dem Begriff des Eskapismus zu fassen, hebt sicher ein Element unter anderen besonders hervor &#8211; Industrial hatte ja auf der einen Seite stets einen starken Wirklichkeitsbezug, schon da er den Sound der Produktionsprozesse ins Zentrum seines Stils stellte. Dagegen steht indes eine Haltung größtmöglicher Negation, sowie die Tatsache, dass viele im Industrial verwurzelte Konzepte später eine mystische Färbung bekamen (aus TG entstanden Psychic TV und später Coil, the rest is history). Ein interessantes Konzept also, dass auch in festgefahrenen Gemütern neue Reflexionen über die Funktion von Gegenkultur entfachen könnte.</p>
<p>Die Tape/DVD-R-Compilation erscheint in hundert Exemplaren in silberner oder roter Hülle. Das Festival findet kommenden Samstag im Berliner Veranstaltungsraum &#8220;FEED&#8221; statt.</p>
<p>Labels: The Epicurean/<a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></p>
<p><a href="http://www.transformed.de/programm.html">Festival-Programm</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2012/06/30/v-a-epicurean-escapism/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>SKIN AREA: Rothko Field</title>
		<link>https://africanpaper.com/2012/02/25/skin-area-rothko-field/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2012/02/25/skin-area-rothko-field/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 08:08:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Antonin Artaud]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Bacon]]></category>
		<category><![CDATA[George Bataille]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Bellmer]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Ungar]]></category>
		<category><![CDATA[IRM]]></category>
		<category><![CDATA[Magnus Lindh]]></category>
		<category><![CDATA[Malignant Records]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Rothko]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Bladh]]></category>
		<category><![CDATA[Post-Industrial]]></category>
		<category><![CDATA[Rudolf Schwarzkogler]]></category>
		<category><![CDATA[Skin Area]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=3856</guid>
		<description><![CDATA[Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/25/skin-area-rothko-field/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3858" title="SkinArea-RothkoField" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der Wiener Gruppe undenkbar gewesen. Dass oftmals der Bezug bei weniger inspirierten Künstlern ein nur oberflächlicher zu sein scheint, der eher schmückendes Beiwerk denn ernsthafte Auseinandersetzung ist, daran kranken weite Teile der Subkultur. <span id="more-3856"></span></p>
<p>Es gibt aber auch immer wieder Gegenbeispiele. Einer der jüngeren Vertreter des Industrials, der sich im letzten Jahrzehnt am konsequentesten an den Österreichern abgearbeitet hat, ist Martin Bladh, Sänger und Texter von IRM und Skin Area, Maler, Performancekünstler, Übersetzer und Theoretiker. Seine Bezugspunkte sind immer wieder die Deformationen des Körpers gewesen, so etwa die „physische[...] Präsenz des Fleisches“ (A. Zweite) in der Malerei Francis Bacons, der „Schmerz der Märtyrer“ in Hermann Ungars (und von Bladh illustrierten) Roman „Die Verstümmelten“, der von Pfleilen penetrierte Heilige Sebastian oder die verrenkten Puppen Hans Bellmers, ebenso (natürlich) die Überschreitung und Verausgabung bei Bataille, die Transzendenz der Opferung &#8211; „the beauty of the passion“, wie Bladh in einem Interview sagt &#8211; in Nitschs Orgienmysterientheater oder aber  Artauds „Theater der Grausamkeit“, das das von Bladh zusammen mit dem Enfant terrrible Bo Cavefors konzipierte „Neue Theater der Grausamkeit und Dekadenz“ inspirierte. Bladh lotet mit einer unglaublichen Konsequenz in den jeweils gewählten Medien das Spannungsfeld zwischen Masochismus und Sadismus, Opfer und Täter aus.</p>
<p>Die Fokussierung auf das Abjekt und das Verfemte wurde bei IRM musikalisch oft brachial umgesetzt – was auch an den verzerrten, konfrontativen Vocals lag -, wobei die letzten Verröffentlichungen ein differenzierteres Klangbild boten. Auch das aus Bladh und Magnus Lindh bestehende Projekt Skin Area hat auf den bisherigen Veröffentlichungen wenig plakativ geklungen. Auf dem dritten Skin Area-Album „Rothko Field“ lässt der Schmetterling in seiner Symmetrie an die „Blut Rohrschach“-Bilder auf IRMs „Virgin Mind“ denken und dies spiegelt sich auch in der Anordnung der Tracks wider: Das in der Mitte situierte „Void“ dient als Spiegelachse, hinter der die ersten vier Stücke als Wiedergänger in leicht anderer, reflektierter (?) Form  auftauchen. „Threshold“ setzt gesanglich auf volle Konfrontation: Bladhs Stimme brüllt in den Lautsprechern, oszilliert zwischen links und rechts, wohingegen die Instrumentierung (Klavier (?)) nur dezente, kaum wahrnehmbare Kontrapunkte setzt. Im Text wird wieder einmal eine Art Versuchsanordnung, eine Inszenierung entfaltet, der Verweis auf den Protagonisten und den Antagonisten lässt hier an Bladhs Beschreibung seiner Auftritte denken. „In the Skin“ erinnert an die Wucht und ultralangsame Brachialität der frühen Swans, das schleppende Schlagzeug und die Gitarre erzeugen einen zähflüssigen Sud, in dem die Stimme und der Text weniger dominant sind, fast scheint Bladh hier nur einige Wörter assoziativ aneinanderzureihen.</p>
<p>Der Titeltrack verweist auf Mark Rothko und natürlich kommt einem in den Sinn, dass vielleicht die frühen und von Nietzsche und griechischen Tragödien beeinflussten Gemälde für Bladh eine größere Relevanz haben als die Farbfeldmalerei der späteren Jahre, für die Rothko heute primär bekannt ist, aber der langsam mäandernde Strom des Titelstücks, in den Bladhs Stimme einbricht und sowohl spricht als auch brüllt, sowie der Titel scheinen das zu widerlegen. Das ist ein erdrückend-zäher „wall of sound“, in dem man „Fleischbilder“ auftauchen sieht. „Hypnagoga“ nimmt die Aggression zurück, erzeugt mit geloopten Melodiefragmenten, stammelnden Frauenstimmen und schreienden Babies tatsächlich somnambule Musik „jenseits der Mauer des Schlafes“. „Void“ ist ein von Orgeldrones bestimmtes Stück, das hier einen Moment der Transzendenz abseits der fleischlichen Ekstase erschafft und letztlich näher an dem ist, was ein kleines Bremer Label seit Jahren in verschiedensten Formen konsequent veröffentlicht als an Power Electronic. Die zweite Version von „Hypnagoga“ erzeugt mit ähnlichen Mitteln wie der erste Teil eine Traumatmosphäre, in der irgendwo orientalisch anmutende Klänge verborgen sind. „Rothko Field“ entwickelt sich über 17 Minuten hinweg langsam und strahlt eine unglaubliche Schwere aus (unweigerlich musste ich daran denken,  dass Paul Lemos&#8217; kurzzeitiges Slow-Doom-Projekt  Skin Chamber hieß), der Gesang klingt wesentlich gequälter und irritierender, hier hat man den Eindruck, man höre das, was im Text als „the ecstasy terror“ beschrieben wird. „In the Skin “ knüpft an den ersten Teil an, wobei das Schlagzeug weniger zäh, im Rahmen dieses Albums fast schon treibend ist. Die letzten 55 Sekunden sind „Threshold“ gewidmet: Stimmen sprechen ineinander: „1: incident 2: going to hurt 3: just a flesh wound“.</p>
<p>Das Feld, das Areal, das hier abgesteckt wird, ist gesäumt von Sehnen und bedeckt von (verletzter, blutender) Haut.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://malignantrecords.com/">Malignant </a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2012/02/25/skin-area-rothko-field/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
