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	<title>African Paper &#187; Martin Gore</title>
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		<title>DEPECHE MODE: Memento Mori</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 01:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es mag angesichts der ökonomischen wie gesellschaftlichen Verwerfungen, die die Coronakrise ausgelöst hat, vielleicht etwas geschmacklos wirken, wenn man darauf hinweist, dass dadurch zum ersten Mal Depeche Modes üblicher Vierjahresrhythmus von neuem Album,Tour und anschließender Pause unterbrochen wurde. Dass „Memento &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/03/27/depeche-mode-memento-mori/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/R-26525069-1679738346-3583.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34739" title="R-26525069-1679738346-3583" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/R-26525069-1679738346-3583-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es mag angesichts der ökonomischen wie gesellschaftlichen Verwerfungen, die die Coronakrise ausgelöst hat, vielleicht etwas geschmacklos wirken, wenn man darauf hinweist, dass dadurch zum ersten Mal <a href="http://africanpaper.com/tag/depeche-mode/">Depeche Modes</a> üblicher Vierjahresrhythmus von neuem Album,Tour und anschließender Pause unterbrochen wurde. Dass „Memento Mori“ nach dem Tode Andrew Fletchers zudem das erste Album als Duo werden würde, war zu Beginn der Arbeiten an den Songs und am Konzept noch nicht klar. <span id="more-34737"></span></p>
<p>Wir hatten hier schon bei der Besprechung von <a href="http://africanpaper.com/2013/04/06/depeche-mode-delta-machine/">„Delta Machines“ </a>thematisiert, dass trotz Stadionkonzerten und etwa 100 Millionen verkaufter Platten die Band sich den Nimbus der Kultband, der Außenseiter, beibehalten konnte &#8211; worauf jüngst noch ebenfalls der britische Guardian<a href="https://www.theguardian.com/music/2023/feb/24/depeche-mode-dave-gahan-martin-gore-interview-memento-mori"> hinwies</a>. Die New York Times <a href="https://www.nytimes.com/2023/03/19/arts/music/depeche-mode-memento-mori.html?smtyp=cur&amp;smid=fb-nytimes&amp;fbclid=IwAR3k4eVjulYEYwF73LOibJitOFcNlr1uC4vCc8YW_0DtMBle0zdtN3Np-58">skizzierte</a>, wie Depeche Mode in den USA mit ihren „misfit anthems“ über die Jahre verschiedenste Subkulturen anzog.</p>
<p>Als vor ein paar Monaten die Tracklist des Albums geleakt wurde, dachten einige Fans, es handele sich um einen Fake, da die Titel scheinbar allzu sehr auf bekannte Stücke zu verweisen schienen („Don&#8217;t Say You Love Me“, „People Are Good“, „Never Let Me Go“, „Speak To Me“). Dabei handelte es sich tatsächlich um die Songs auf „Memento Mori“ &#8211; ein Album, das zwar durchaus bewusst auf die Vergangenheit anspielt – sowohl textlich als auch musikalisch – , allerdings erstaunlicherweise ohne dass das Album ein banaler Nostalgietrip wird oder aber derivativ klingt: In der gegenwärtigen Rezeption besteht weitgehend Konsens darüber, dass „Momento Mori“ das beste Album seit dem vor 18 Jahren erschienenen „Playing The Angel“ ist.</p>
<p>Das Album beginnt mit „My Cosmos Is Mine“ (und man muss bei der Titelgebung fast unweigerlich an „World In My Eyes“ oder „Welcome To My World“ denken), auf dem Gahan fordert: „Don&#8217;t play with my world/Don&#8217;t mess with my mind“ und Gore „No war, no war“ intoniert. Dies ließe sich âuf den ersten Blick als Anknüpfung an die (allzu) explizit politischen Aussagen auf <a href="http://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/">„Spirit“</a> lesen, aber in seiner Ambivalenz ist es auch zu verstehen als Absage an die Dauerbeschallung durch in den Medien kolportierte Horrorszenarien, sozusagen als Wunsch nach Eskapismus aus einer aus den Fugen geratenen Welt. Gore war sicher auch immer dann gut, wenn er sich weniger mit Politischem als mit Privatem beschäftigte und seine häufig von Schuld- und Sühne-Metaphorik durchzogenen Texte, die auch schon einmal durchaus biblische Anklänge haben durften, sich um Beziehungen in all ihren Facetten drehten. Auf „Construction Time Again“, auf dem Depeche Mode 1983 extensiv Kritik an Umweltzerstörung etc. äußerten, findet man nach all den Jahrzehnten immer noch musikalisch viel Aufregendes, textlich allerdings einiges, was vielleicht gut gemeint war, aber ganz sicher nicht gut klang. <a href="https://www.theguardian.com/music/2023/mar/19/depeche-mode-memento-mori-review-a-life-affirming-farewell-for-fletch-andy-fletcher?fbclid=IwAR13r-zGXI4DYhbLPYdES45h0QEbICtTA7jnYNK7WsSaHBbg0P2lWAMCZwA">Kurz gefasst</a>: „Gore’s say-what-you-see lyrics are always best on the essentials of life – sex and death“. Der Opener kommt dann fast ohne Beats aus und enthält einige irritierende Sounds, ist im positivsten Sinne sperrig. Nachdem Gahan sich vor etlichen Jahren seinen kleinen Platz als Songschreiber im Bandgefüge erkämpft hat, ist „Wagging Tongue“ erst der zweite Song, den er gemeinsam mit Gore geschrieben hat (der erste, „Long Time Lie“, versteckte sich bei den Bonustracks von „Delta Machine“) und beginnt mit verspielten Synthtönen. „Ghosts Again“ war die vorab veröffentlichte Single, die eher versucht an die poppige Seite der Band anzuknüpfen, die sich in Singles wie „Enjoy The Silence“ oder „Precious“ widerspiegelt und weniger an rabiatere Tracks wie „Barrel Of A Gun“ oder „I Feel You“, die in der Vergangenheit Alben ankündigten. Im wie üblich von Anton Corbijn gefilmten Video wird – dem Thema des Albums entsprechend – an Bergmans „Das siebte Siegel“ angespielt, wenngleich vielleicht ästhetischer weniger originell als bei der Hieronymous Bosch-Hommage auf „Walking In My Shoes“.<br />
<iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/iIyrLRixMs8" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>„Don&#8217;t Say You Love Me“, das erste von vier Stücken, das Gore mit Richard Butler von The Psychedelic Furs geschrieben hat, erinnert mit seinen Streicherpassagen und Gahan als Crooner an die frühen Soloalben Scott Walkers, wie Gahan <a href="https://music.apple.com/us/station/depeche-mode-the-zane-lowe-interview/ra.1677646221">zugibt</a>. „My Favourite Stranger“ kombiniert eine fuzzy Gitarre mit einer Drummaschine, die die Band auch bei ihrem Auftritt im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=fxWm93MhsFI&amp;ab_channel=DepecheModeLive">Londoner Bridgehouse 1980</a>hätte verwenden können und zeigt textlich die ganze Abgründigkeit, die im Homo sapiens steckt: „My favourite stranger/Stands where I stand/leaves crime in my wake/And blood on my hands“.</p>
<p>Diesmal singt Gore nur ein Stück: „Soul With Me“, auf dem der Abschied von der irdischen Hülle besungen wird: „I&#8217;m going where there are no cares“. „Caroline&#8217;s Monkey“ lässt mit seiner Drogenmetaphorik an Gahans eigenen Substanzabusus denken, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte. „Before We Drown“ beginnt mit verspielten Synthsounds. Auf „People are Good“, ein Verweis auf den Song, der für viele wohl das Einstiegserlebnis war, wird an Kraftwerk angespielt. Das ist sicher als bewusste Hommage an die Band zu verstehen, ohne die es Depeche Mode vielleicht nie gegeben hätte, und die im Gegensatz zu den aus Basildon stammenden Briten sich leider nur noch als Nachlassverwalter des eigenen Werks betätigt. Auf dem Song hört man die wenig subtile, aber dennoch nicht unwahre Aussage: „Whisper it under your breath/People are good/Keep fooling yourself“. Offenbar hat ein Rezensent einer anderen<a href="https://www.rollingstone.de/reviews/depeche-mode-memento-mori-die-rolling-stone-kritik/"> Publikation</a> nur den Titel gelesen, anders hätte er kaum auf die Idee kommen können, der Text sei positiv zu verstehen. „Always You“, mit Gahans beeindruckendem Gesang und Synthflächen, die an die 80er denken lassen, ist ein Liebeslied, bei dem der Adressierten inmitten des herrschenden Wahnsinns quasi göttliche Attribute zugeschrieben werden (&#8220;Your grace and holiness are endless&#8221;). „Never Let Me Go“ ist mit verzerrter Gitarre und verhältnismäßig treibenden Beats eine potentielle nächste Single. Schließlich als Abschluss „Speak To Me“, eine von Gahan mit Livedrummer Christian Eigner, Produzenten John Ford und Marta Sologni, die das Album abgemischt hat, geschriebene Ballade. Mit den Worten „I&#8217;m found“ endet das Album, die man auch auf die Band beziehen könnte, denn „Memento Mori“ zeigt, dass nach Jahren von eher mediokren Alben sich die Band (neu) gefunden hat. Man verzichtet auf die teils missratenen Stadionklopper, die vereinzelt auf den Alben der letzten Jahre zu finden waren und bewegt sich stattdessen fast durchgängig im Midtempobereich, um ein stimmungsvolles, atmosphärisches Album einzuspielen: „We will be beacons/Shining so bright“ (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.columbiarecords.com/">Columbia</a></strong></p>
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		<title>Memento Mori: Neues Album von Depeche Mode und Tour</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/10/05/memento-mori-neues-album-von-depeche-mode-und-tour/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2022 04:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Martin Gore]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf einer Pressekonferenz in Berlin kündigten Martin Gore und Dave Gahan am 04.10. das neue Album „Memento Mori“ an, das im Frühjahr 2023 bei Universal erscheint und auf das eine in Nortdamerika beginnende Tour folgt, die Mitte Mai Europa erreicht. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/10/05/memento-mori-neues-album-von-depeche-mode-und-tour/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einer Pressekonferenz in Berlin kündigten Martin Gore und Dave Gahan am 04.10. das neue Album „Memento Mori“ an, das im Frühjahr 2023 bei Universal erscheint und auf das eine in Nortdamerika beginnende Tour folgt, die Mitte Mai Europa erreicht.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/depechemode_alldates_1080x1080051038.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-31451" title="depechemode_alldates_1080x1080051038" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/depechemode_alldates_1080x1080051038.jpg" alt="" width="1080" height="1080" /></a><span id="more-31449"></span>„Memento Mori“ ist nach dem 2017 erschienenen &#8220;Spirit&#8221; das 15. Album Depeche Modes und das erste seit dem Tod von Gründungsmitglied Andy Fletcher im Mai 2022. Das Schreiben der Stücke habe schon vor dem Tod Fletchers zu Beginn der Coronapandemie begonnen und diese habe auch die Stücke beeinflusst. Die Tickets werden ab dem 06.10. erhältlich sein.</p>
<p><a href="https://www.depechemode.com/"> Ticketlinks auf der offiziellen Website</a></p>
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		<title>MARTIN GORE: The Third Chimpanzee</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2021 05:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Martin Gore, immerhin seit Jahrzehnten Hauptsongschreiber einer der erfolgreichsten Popbands überhaupt, hat auf eine sehr sympathische und unspektakuläre Weise über all die Jahre immer mal wieder sporadisch Arbeiten abseits von Depeche Mode veröffentlicht. 1989 debütierte er mit der „Counterfeit EP“, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/01/30/martin-gore-the-third-chimpanzee/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/a2809751882_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23975" title="a2809751882_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/01/a2809751882_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Martin Gore, immerhin seit Jahrzehnten Hauptsongschreiber einer der erfolgreichsten Popbands überhaupt, hat auf eine sehr sympathische und unspektakuläre Weise über all die Jahre immer mal wieder sporadisch Arbeiten abseits von Depeche Mode veröffentlicht. 1989 debütierte er mit der „Counterfeit EP“, auf der er u.a. Stücke der Sparks und von Tuxedomoon coverte, ein Vollzeitnachfolger erschien erst 14 Jahre später (dort wurde u.a. Nick Cave und Hank Williams Tribut gezollt) und  es gab eine kurze Tour anlässlich der Veröffentlichung.<span id="more-23973"></span> Mit Vince Clarke nahm er unter dem Projektnamen <a href="http://africanpaper.com/2012/03/17/vcmg-ssss/">VCMG </a>ein Technoalbum auf, das 2012 veröffentlicht wurde, schließlich folgte 2015 schlicht unter seinen Initialien das selbstbetitelte Album „MG“ mit atmosphärischen Synth-Vignetten, auf dem Gore, der wahrscheinlich eine der<a href="https://www.facebook.com/depechemode.news/photos/pcb.1412521738877011/1412515148877670/?type=3&amp;theater"> größten</a> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ixp8OyiMCR8&amp;feature=emb_rel_pause">Sammlungen</a> von <a href="https://www.gearnews.de/studioporn-bei-martin-gore-ueber-die-schulter-geguckt/">Eurorackmodulen</a> hat, seine Liebe zu modularen Synthesizern auslebte.</p>
<p>„The Third Chimpanzee“ ist eine EP mit fünf Tracks, die sich thematisch-konzeptionell mit nahen Verwandten des Homo Sapiens beschäftigt. Das Cover stammt von einem Kapuzineraffen mit dem Namen<a href="https://pocketswarhol.blogspot.com/"> Pockets Warhol</a>, der Titel der EP verweist auf Jared Diamonds Buch gleichen Namens, in dem der Autor die (enge) Verwandtschaft zwischen Affen und Menschen untersuchte. Zur Genese des Minialbums<a href="http://www.martingore.com/news.html"> meint </a>Gore dann auch: „Howler was the first track I recorded for The Third Chimpanzee EP, […] I resynthesized some vocals that almost sounded human, but not quite. That&#8217;s why I decided to name the track after a monkey. I thought that would be a good theme to carry on with the rest of the tracks.&#8221;</p>
<p>Das die EP eröffnende „Howler“ wird durchzogen von einer Stimme, die sich tatsächlich animalisch anhört, dazu gibt es karge, verzerrte Beats, erst nach drei Minuten kommen melodische Passagen dazu. Im dazugehörigen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=osewmILqfck&amp;feature=youtu.be">Video</a> wird der Gedanke der engen Beziehung zwischen Mensch und Affe umgesetzt. Gore sagt: „On first hearing ‘Howler’ there was a feeling of being inside a monkey’s brain, its consciousness. It was brutal and primitive but, at the same time, so smart and almost human. The video is an attempt to reflect that, portraying the precise moment when apes evolved into a man or maybe a human regressed into an animal form.” „Mandrill“ ist mit den schweren Beats etwas harscher. „Capuchin“ wird ebenfalls von schleppender Rhythmik durchzogen, es gibt leicht dissonante Momente, die an eine E-Gitarre erinnern, Melodietupfer und Synthflächen. „Vervet“ ist mit achteinhalb Minuten der längste Track dieser EP mit seltsamer Rhythmik und im Hintergrund schwirrenden Tönen . Das kurze „Howler&#8217;s End“ ist anders als die vorangegangen Tracks, verzichtet völlig auf Beats, sondern ist eine melodische, aus lediglich ein paar Tönen bestehende analoge Fläche, die das Album leicht melancholisch ausklingen lässt. Insgesamt ist das – um noch einmal auf den Anfang zurückzukommen – keine spektakuläre Veröffentlichung, diese EP zeigt aber jemanden, der fünf stimmige und stimmungsvolle Tracks komponiert hat, die auch unabhängig vom Konzept überzeugen. Beim Livestream des Albums am 28.01. schrieb Gore auf Facebook: &#8220;I feel like whenever a writer tries to talk the audience through the artistic thought process it never goes well. Maybe these things are best left unexplained.&#8221; (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://mute.com/">Mute</a></strong><br />
<iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3179040127/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Neue Solo-EP von Martin Gore</title>
		<link>https://africanpaper.com/2020/11/23/neue-solo-ep-von-martin-gore/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 04:54:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Depeche Mode]]></category>
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		<category><![CDATA[Mute Records]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin Gore, dessen Soloarbeiten abseits von Depeche Mode immer auf eine sympathische Weise unspektakulär waren, veröffentlicht Ende Januar auf Mute eine EP namens „The Third Chimpanzee“ mit fünf Instrumentals. 1989 debütierte Gore mit der „Counterfeit EP“, auf der er u.a. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/11/23/neue-solo-ep-von-martin-gore/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Gore, dessen Soloarbeiten abseits von Depeche Mode immer auf eine sympathische Weise unspektakulär waren, veröffentlicht Ende Januar auf Mute eine EP namens „The Third Chimpanzee“ mit fünf Instrumentals.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/a2809751882_10.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-23179" title="a2809751882_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/a2809751882_10-1024x1024.jpg" alt="" width="584" height="584" /></a><span id="more-23177"></span></p>
<p>1989 debütierte Gore mit der „Counterfeit EP“, auf der er u.a. die Sparks coverte, erst 2003 folgte ein ganzes Album mit Coversongs unter dem Titel &#8220;Counterfeit²&#8221;. 2012 veröffentlichte er unter dem Projektnamen VCMG mit dem ehemaligen Depeche Mode-Kollegen Vince Clark ein <a href="http://africanpaper.com/2012/03/17/vcmg-ssss/">Technoalbum</a>, zuletzt erschien 2015 schlicht unter seinen Initialien MG ein Album mit instrumentalen analogen Miniaturen.</p>
<p>Über seine neue EP sagt Gore: „“The first track I recorded had a sound that wasn’t human,” erklärt Gore. “It sounded primate-like. I decided to name it ‘Howler’, after a monkey. Then, when it came time to name the EP, I remembered reading the book ‘The Rise and Fall of the Third Chimpanzee’. It all made sense to call it that, as the EP was made by one of the third chimpanzees.&#8221; Den Track &#8220;Mandrill&#8221; kann man schon hören.</p>
<p><strong><a href="https://martingore.bandcamp.com/">@ Bandcamp</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://mutebank.co.uk/collections/mg">@ Mute</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3179040127/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>DEPECHE MODE: Spirit</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Apr 2017 06:26:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Wilder]]></category>
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		<category><![CDATA[Vince Clarke]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Depeche Mode nach dem Weggang Vince Clarkes 1982 „A Broken Frame“ veröffentlichten, so war das (noch) eine etwas unausgegorene Mischung, auf der sich neben recht seichten Popsongs wie „The Meaning of Love“ mit „Leave in Silence“ schon die Momente &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/04/01/depeche-mode-spirit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/DepecjeModeindex.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13544" title="DepecjeModeindex" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/DepecjeModeindex-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Depeche Mode nach dem Weggang Vince Clarkes 1982 „A Broken Frame“ veröffentlichten, so war das (noch) eine etwas unausgegorene Mischung, auf der sich neben recht seichten Popsongs wie „The Meaning of Love“ mit „Leave in Silence“ schon die Momente von Düsternis und Schwere fanden, die das Werk der Band in den nächsten Jahrzehnten charakterisieren sollten und die es ihnen ermöglichten, sich trotz Millionen verkaufter Tonträger einen kleinen Nimbus Subkultur zu bewahren. Als ein Jahr später<span id="more-13543"></span> „Construction Time Again“ mit dem neuen Mitglied Alan Wilder &#8211; dessen Klangtüfteleien die Musik der Band bis zu seinem Weggang 1995 prägten &#8211; erschien, versuchten Depeche Mode den erwachseneren Sound mit im weitesten Sinne sozialkritischen Themen zu kombinieren: Umweltzerstörung wurde auf „The Landscape is Changing“ angeprangert, Gier auf „Everything Counts“. Auch wenn es nach diesem Album Aufrufe zu Toleranz („People Are People“) und Kritik an Religion (“Blasphemous Rumours“, „Personal Jesus“) gab, lag der Schwerpunkt der Texte aber klar auf dem (allzu)menschlichen Miteinander, auf (devianter) Sexualität, Schuld und Sühne.</p>
<p>Es ist also eine amüsante Koinzidenz, dass ausgerechnet kurz vor Veröffentlichung des 14. Studioalbums Richard Spencer <a href="http://www.factmag.com/2017/02/23/depeche-mode-richard-spencer/">behauptete</a>, Depeche Mode sei die offizielle Band der Alt-Right, ist „Spirit“ doch das politischste Album, das die Band seit oben genanntem veröffentlicht hat und es lässt sich als Kritik an all den Entwicklungen verstehen, die ihre offensichtlichste Manifestation in dem Präsident mit den<a href="http://www.huffingtonpost.com/entry/donald-trump-handprint-size_us_57a23518e4b0104052a0cf68"> kleinen Händen</a> gefunden haben (auch wenn das Album schon früher geschrieben wurde). Gahan betitelte Spencer dann auch bezeichnenderweise als <a href="http://www.billboard.com/articles/columns/rock/7723868/depeche-mode-dave-gahan-spirit-politics-interview">„educated cunt“.</a></p>
<p>Der Opener „Going Backwards“ beklagt die zunehmende Regression, die Rückkehr des Homo sapiens zu einer „cavemen mentality“ (der von Teilen der Alt-Right geschätzte Jack Donovan wird diese Entwicklung sicher begrüßen). Die vorab veröffentlichte Single „Where’s the Revolution“ kritisiert die „patriotic junkies“, die ihre Entscheidungen von ihren Regierungen und ihrer Religion treffen lassen. Gahan fordert dann dazu auf, den Zug der Revolution zu besteigen. Zum Teil mag es Gores schon immer vorhandener Orientierung an traditionellen Reimschemata geschuldet sein, dass sich die (sicher wohlgemeinten) Texte anhören, als seien sie der Feder eines Zehntklässlers entsprungen (und nicht der eines Mittfünfzigers): „Once there were solutions/Now we have no excuses/They got lost in confusion/So we&#8217;re preparing the nooses“ heißt es (völlig ironiefrei) auf „The Worst Crime“. Bei Dave Gahan, der insgesmt vier Songs dieses Albums (mit)geschrieben hat, klingt das auch nicht überzeugender: „Hey, there&#8217;s no news/Poor man still got the blues/He&#8217;s walking around in worn out shoes/With nothing to lose“, singt er auf dem bluesigen „Poorman“. Auf dem von Gore gesungenen „Eternal“ wird die nukleare Apokalypse beschworen: “And when the black cloud rises/And the radiation falls/I will look you in the eye/And kiss you”. Anne Clark machte schon 1983 auf „Poem For a Nuclear Romance“ deutlich, dass angesichts der nuklearen Vernichtung Zwischenmenschliches zur Bedeutungslosigkeit verdammt ist: &#8220;your marble flesh will soon be raw and burning /and kissing will reduce my lips to a pulp&#8221;. Trotz Gores sich auf &#8220;Eternal&#8221; offenbarender Naivität ist das gerade einmal zwei Minuten lange Stück, das klingt, als habe er auf eine seiner analogen Synthminiaturen seines unter dem lapidaren Namen MG veröffentlichten Soloalbums zurückgegriffen, vielleicht das ergreifendste Stück des Albums.</p>
<p>Dabei geht es auf „Spirit“ natürlich nicht nur um Politisches, auch Sex wird abgehandelt: “If you give me something that you and I can play/Let me ring your bell/I don&#8217;t need you, I don&#8217;t need your ball and chain/There&#8217;s no water in that well/But I like the way you move/I like the way you move for me tonight”, heißt es auf &#8220;You Move&#8221;. Metaphorisch origineller wurde so etwas auf “World In My Eyes” thematisiert. Das treibende „So Much Love“ spielt musikalisch an „A Question of Time“ an, die bearbeiteten Vocals auf &#8220;Scum&#8221; lassen an &#8220;Barrel of a Gun&#8221; denken.</p>
<p>Das größte Problem des Albums sind weniger diese (vielleicht) selbstreferenziellen Zitate, sondern die Tatsache, dass sich das Album auf weiten Strecken wie eine Bricolage der eigenen musikalischen Biographie anhört. Der Band scheint etwas der Esprit zu fehlen, was vielleicht nach 36 Jahren nicht unbedingt überraschend ist. &#8220;Oh, we&#8217;ve failed&#8221; singt Gore auf dem letzten Stück des Albums &#8211; natürlich in einem anderen Kontext. Dass dieses Versagen dennoch hörbarer ist als das, was andere Künstler nach so langer Zeit zustande bringen, mag vielleicht ein kleiner Trost sein. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.columbiarecords.com/">Columbia</a></strong></p>
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		<title>DEPECHE MODE: Delta Machine</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2013 06:34:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alle vier Jahre veröffentlichen Depeche Mode ein Album, fragen Journalisten die meist gleichen uninspirierten Fragen (meistens zum Beziehungsgefüge innerhalb der Band) und geht die Band auf eine extensive Tour, auf der deutlich wird, dass im Fansein auch immer Fanatismus steckt. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/04/06/depeche-mode-delta-machine/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/Depeche-Mode-Delta-Machine-Album-Art-mala-1024x997.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6686" title="Depeche-Mode-Delta-Machine-Album-Art-mala-1024x997" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/Depeche-Mode-Delta-Machine-Album-Art-mala-1024x997-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Alle vier Jahre veröffentlichen Depeche Mode ein Album, fragen Journalisten die meist gleichen uninspirierten Fragen (meistens zum Beziehungsgefüge innerhalb der Band) und geht die Band auf eine extensive Tour, auf der deutlich wird, dass im Fansein auch immer Fanatismus steckt. Die Kehrseite der „Devotion“ der Fans ist die extreme Intoleranz – und wer erlebt hat, wie vor etlichen Jahren mit der Supportgruppe Miranda Sex Garden umgegangen wurde, weiß wovon ich spreche.<span id="more-6685"></span></p>
<p>Jüngst findet sich in fast jeder Besprechung des neuen Albuns „Delta Machine“ &#8211; so wie nun auch hier – der Hinweis auf die inzwischen 100 Millionen verkaufter Tonträger. Das ist insofern interessant, als ein Merkmal Depeche Modes ist, dass trotz dieses immensen kommerziellen Erfolgs, von dem inzwischen nicht mehr Mute Records sondern der Major Columbia profitiert, die Band bei manchen immer noch der Nimbus des Avantgardistischen, des Außenseitertums anhaftet, das Fansein also auch immer (noch) ein gewisser Distinktionsgewinn sein kann. Und natürlich: Wer sich anschaut in der Nachbarschaft welcher Künstler sich die erste (nicht sonderlich aufregende) Single „Heaven“ in den aktuellen Singlecharts befindet, dann wundern solche Einschätzungen nicht. Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich noch, wie ihm jemand sagte, er sei DJ und lege in Dorfsdicocs auf und Depeche Mode könne er einfach nicht spielen, denn die seien zu extrem und schräg. Tatsächlich wird ein an Helene Fischer und den Böhsen Onkelz sozialisiertes Publikum die drei Briten auch nur bedingt goutieren können. Das sagt aber dennoch erst einmal mehr über die Hörer als über die Musik aus und ich wage zu behaupten, dass sich unter den Bürokaufmännern und -Frauen, die die fast wöchentlich stattfindenden Depeche Mode-Partys besuchen, wenige finden, die sich eher für experimentelle Musik als für die Ergüsse stumpfer Depeche Mode-Epigonen interessieren. Will sagen: Ane One finden sich sicher eher im CD-Spieler des durchschnittlichen Depeche Mode-Fans als ein Album von Throbbing Gristle.</p>
<p>Aber zum Album an sich: Ob es sinnvoll war, im Vorfeld das Album in nahe Verwandtschaft zu „Violator“ (dem noch immer kommerziell erfolgreichsten Album der Band) und „Songs of Faith and Devotion“ (dem letzten Album mit Alan Wilder, dessen Hand und Ohr für Klänge nicht nur ewiggestrige Fans vermissen) zu stellen, sei dahingestellt, denn zum einen werden damit (zu hohe) Erwartungen geweckt, zum anderen wird die Rezeption in eine Richtung gelenkt, die nur bedingt durch die Musik auf „Delta Machine“ erfüllt wird. Thematisch knüpft das von sperrigen Sounds eröffnete und das Album einleitende „Welcome to my World“ durchaus an „World in my Eyes“ (von „Violator“) an: „And if you stay a while/I&#8217;ll penetrate your soul/I&#8217;ll bleed into your dreams/You&#8217;ll want to lose control“. Da manifestiert sich wieder der Wunsch nach einer abgeschotteten Welt, einem Hortus conclusus, in dem der Sexus re(a)giert und man fast transzendentale Ekstase erfährt (das ist Bataille light). An diesen Wunsch nach Kontrolle eines überschaubaren Raums knüpft das minimalistische, nur von repetetiven technoiden Passagen untermalte „My Little Universe“ an. Auf dem bluesigen „Angel“ inszeniert sich Gahan als jemand, den der „angel of love“ aus dem Ruder wirft. „Lord I felt so small/The legs beneath me weakened/And I began to crawl“ &#8211; aber am Ende findet der „Sünder“ den lang ersehnten Frieden. Dieses Stück ist vielleicht paradigmatisch für die von Gore bevorzugte Metaphorik und die großen Geschichten von Leiden und Erlösung, die das Werk der Band seit Jahrzehnten prägen und die (auch) immer wieder von Rezipientenseite mit Gahans schon lange überwundenem Drogenabusus verknüpft werden. Würde man eine tag cloud erstellen , so entstünde ein Wust aus „shame“, „guilt“ („Should be Higher“), „God“ („Secret to the End“), „sinners“ („Angel“) und im Zentrum stünde die „Seele“ („The Child Inside“, „Alone“, „Soothe my Soul“, „Goodbye“). Gores fast schon katholische Metaphorik wirft die Frage auf, ob das nächste Video der Band nicht von Abel Ferrara inszeniert werden sollte.</p>
<p>Der Blues, auf den der Titel des Albums anspielt, findet sich auf „Heaven“, „Angel“, „Slow“ (ein Titel, auf dem die Entschleunigung des Geschlechtsakts zelebriert wird) und dem Abschluss „Goodbye“. Musikalisch anders ausgerichtet ist der Stadionklopper „Soft Touch/Raw Nerve“, den man sich auch in einer Großraumdisco leider nur allzu gut vorstellen kann, oder auch das treibende als Vergewaltigungsphantasie lesbare „Soothe My Soul“, das als zweite Single ausgekoppelt werden wird. Es finden sich aber auch klare Rückbezüge auf die 80er: „Broken“ könnte von „Music for the Masses“ stammen und auch „Secret to the End“ oder „Should Be Higher“ (eine von drei Gahan-Kompositionen) verweisen auf die Vergangenheit – ohne aber allzu nostalgisch zu klingen. Auf der regulären Albumedition findet sich mit „The Child Inside“ die einzige von Martin Gore gesungene Nummer . Die immer wiederkehrenden Themen und Topoi (Liebe und Sex) sind für sich genommen kein Problem, viele (große) Künstler in allen Genres arbeiten sich jahrzehntelang an immer wiederkehrenden Themen ab, allerdings schießen die Texte manchmal über das Ziel hinaus, aus Pathos wird dann Bathos: „It was you that took my sould/Threw it in the fire/Tamed it in the rapture/Filled me with desire“. („Goodbye“).</p>
<p>Dennoch: Trotz der angesprochenen Schwächen, die sich in der einen oder anderen Form auch auf anderen Tonträgern der Band fanden, ist „Delta Machine“ ein Beispiel für großartige Popmusik, die vielleicht – um auf den Anfang zurückzukommen – aus der Sicht mancher kaum avantgardistisch sein dürfte, die aber nicht nur graduell besser ist als der Großteil dessen, was die Charts bevölkert und davon einmal abgesehen gibt es Künstler, die weitaus schlechter altern und nach 30 Jahren nur noch Schatten ihrer selbst sind. Insofern spricht nichts dagegen, die im Eröffnungstrack besungene Welt zu betreten.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://www.columbiarecords.com/">Columbia</a></p>
<p>Band:<a href="http://www.depechemode.com/"> Depeche Mode</a></p>
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		<title>VCMG: Ssss</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2012 09:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass in den Medien nach Bekanntwerden der Zusammenarbeit von Martin Gore und Vince Clarke schnell von einer „Sensation“ die Rede war, hatte (natürlich) erst einmal weniger mit der Musik als mit den Beteiligten, insbesondere ihrem Verhältnis zueinander zu tun und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/03/17/vcmg-ssss/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/VCMG.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4056" title="VCMG" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/VCMG-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass in den Medien nach Bekanntwerden der Zusammenarbeit von Martin Gore und Vince Clarke schnell von einer „Sensation“ die Rede war, hatte (natürlich) erst einmal weniger mit der Musik als mit den Beteiligten, insbesondere ihrem Verhältnis zueinander zu tun und natürlich mit der enormen zeitlichen Distanz zwischen der (gemeinsamen) Arbeit am ersten Depeche Mode-Album und dem neuen Technoprojekt VCMG. In den dazwischen liegenden drei Dekaden haben Martin Gore und Vince Clarke mit durchaus unterschiedlichem Instrumentarium und einer fast gänzlich anderen Ästhetik elektronische <span id="more-4054"></span>(Pop-)Musik auf hohem Niveau produziert und Generationen von Musikern beeinflusst – aus dem Genre Techno fallen einem sofort Derrick May oder Kevin Saunderson ein. Interessanterwiese hat Clarke nach eigenem Bekunden Techno allerdings erst spät kennen und schätzen gelernt und zwar anlässlich eines Remixes für Plastikman und dann intensiver über das Portal Beatport, Gore dagegen ist schon seit Jahren Connaisseur minimalen Technos und immer wieder als DJ tätig. Die Erwartungshaltung war dementsprechend groß und letztlich kann das zu zwei Problemen führen: Man lobt das Album eventuell nur deswegen, weil man das restliche Oeuvre der Beteiligten schätzt oder aber man ist besonders kritisch, schraubt die Erwartungen erst recht hoch.</p>
<p>Nach mehrmaligem Hören von „Ssss“ fallen zwei Dinge auf: Zum einen findet sich auf dem Album keine wirklich aktuelle Clubmusik , wobei sich das in Amerika, wo sowohl Clarke als auch Gore leben, etwas anders verhalten mag. Das Album klingt – zumnindest im deutschen Kontext &#8211; verspätet. Gleichzeitig fehlt aber das gewisse Maß an spielerischer, nostalgischer Verklärung; man hat nicht den Eindruck, hier würden bewusst Retroelemente eingesetzt – dabei hat zum Beispiel Gore auf den letzten beiden Depeche Mode-Alben bewiesen, wie so etwas funktionieren kann. Der Kollege von der ZEIT bezeichnet die Stücke als „traditionell, fast archaisch“, kann sich aber dennoch vorstellen, dass die Tracks „perfekt“ ins Berghain passen würden. Ich wage zu widersprechen.</p>
<p>Zum anderen ist „Ssss“ für ein elektronsiches Album (!) sehr spannungsarm bzw. besitzt keine erkennbare Dramaturgie (es kann natürlich die Frage gestellt werden, ob dies zwingend notwendig ist). Aber (auch dadurch bedingt) ist das Album nur eingeschränkt in einem „Home Listening“-Kontext tauglich – interessanterwiese im Gegensatz zu vielen anderen Techno-Alben (die aber häufig von (hauptberuflichen) DJs stammen, die sowohl auf die Clubtauglichkeit als auch auf die Möglichkeit des „Home Listenings“ achten (können)). Dazu trägt auch bei, dass die –vielleicht erwarteten und eventuell deswegen bewusst nicht eingesetzten &#8211; Popelemente fast gänzlich fehlen. „Ssss“ ballert von Anfang an ziemlich los: Man sucht den großen Effekt und vergisst dabei etwas die Nuancen. Letztlich ist das Label Minimal Techno, das manche Rezensenten ins Feld geworfen haben, auch nicht ganz zutreffend, da auf den meisten Tracks Sound auf Sound geschichtet wird.</p>
<p>Vielleicht ist aber einfach das größte Problem, dass diese Herangehensweise nicht auf Albumlänge funktioniert, denn auf dem begrenzten Raum einer EP fallen die angesprochenen Schwächen nicht so auf und gerade die auf „Single Blip“ veröffentlichten Remixe von Matthew Jonson und Wolfgang Voigt zeigen, was man mit dem Material eigentlich alles machen kann.</p>
<p>(J.M.)</p>
<p>Label: <a href="http://mute.com/">Mute</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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