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	<title>African Paper &#187; MS Miroslav</title>
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		<title>HERMETIC BROTHERHOOD OF LUX-OR: Ohr</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Dec 2023 06:57:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dass das sardinische Duo Hermetic Brotherhood of Lux-Or die im Bandnamen enthaltene altägyptische Tempelstätte, an der heute eine Großstadt steht, in einer veränderten Schreibweise führt, ist keineswegs persönlichen Idiosynkrasien geschuldet und steht sicher auch nicht im Dienste einer Abgrenzung zu &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/16/hermetic-brotherhood-of-lux-or-ohr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a4268399881_65.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38242" title="a4268399881_65" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/a4268399881_65-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass das sardinische Duo Hermetic Brotherhood of Lux-Or die im Bandnamen enthaltene altägyptische Tempelstätte, an der heute eine Großstadt steht, in einer veränderten Schreibweise führt, ist keineswegs persönlichen Idiosynkrasien geschuldet und steht sicher auch nicht im Dienste einer Abgrenzung zu dem fast gleichnamigen okkulten Orden des 19. Jahrhunderts. Die Schreibweise scheint vielmehr eine <span id="more-38240"></span>Anspielung auf das hebräische Wort Ohr zu sein, das Licht (lateinisch Lux) bedeutet und in kabbalistischen Philosophien für das göttliche Licht steht, welches zu einer graduellen Selbstverwirklichung führt.</p>
<p>Zugleich beinhalten die Namen heiliger Orte in der Heimat des Duos oftmals die Silbe Or und deren Variationen. Das neue Album der Band ist genau diesen Sachverhalten und ihren vielfältigen Korrespondenzen gewidmet. Die sieben Stücke entsprechen den sieben Sephirot, in die das göttliche Licht unterteilt ist und verstehen sich als Klangemanationen, was dann auch den Bogen zum deutschen Wort Ohr schlägt &#8211; und somit dem Organ, welches das Licht in sonorer Form empfängt.</p>
<p>Wer sich von der für viele sicher nicht leicht verständlichen Terminologie nicht einschüchtern lässt, kommt durchaus auch ohne Vorkenntnisse in den Genuss der Musik. Das nach einem Zitat des römischen Dichters Martial betitelte &#8220;Cujus vultures hoc erit cadaver?&#8221; (Dt. &#8220;Wird diese Leiche eine Beute der Geier werden?&#8221;) kombiniert Feldaufnahmen kämpfender sardinischer Geier mit dem Klang verschiedener Instrumente, zu denen auch zwei zu Streichinstrumenten verbaute Pferdeschädel (die beiden Mitglieder haben jeweils einen männlichen und einen weiblichen dieser Schädel) zählen. Der anfangs noch eher harmonisch ziehende Streichersound wühlt mit der Zeit eine Menge klangliches Geröll an die Oberfläche, das entfernt an frühe <a title="IANNIS XENAKIS: Persepolis" href="http://africanpaper.com/2018/05/26/iannis-xenakis-persepolis/">Tapearbeiten von Iannis Xenakis</a> erinnert und sich mit der Zeit zu einem infernalischen Klangbild steigert, in dem perkussive Elemente und etwas, das an keifende Stimmen erinnert, ihren Raum haben. Weit entfernt von jeder aufgeräumten Übersichtlichkeit ist diese Klangkollage mit ihren vielen Schichten doch in einem zusammenhängenden Fluss und endet in einem Geschnatter, in dem die Vögel das letzte Wort haben.</p>
<p>In &#8220;From India to Planet Mars&#8221; scheint man ebenfalls Tierstimmen zu hören, doch wird das Stück von einem pulsierenden Rhythmus dominiert, der sich durch eine Szenerie vibrierender und melierter Dröhnung bewegt, bis sich alles zu einer kreisenden und immer lauteren Lärmwand steigert. In Reinkultur findet sich dieser Lärm im Folgenden &#8220;M&#8217;hashashins&#8221;, dem vielleicht aufwühlendsten Stück des Albums, in dem hektische Stimmen und Sirenengeheul vor einem roboterhaften Rhythmus erklingen. Doch dieses Industrialszenario ist keineswegs eindimensional, denn eine Dröhnschicht stellt der aufwühlenden Hektik einen ruhigen und fast geruhsamen (und genügsamen?) Kontrapunkt zur Seite.</p>
<p>Jedes Stück das Albums wirkt wie eine in sich abgeschlossene Episode, die eine jeweils eigene Atmosphäre offenbart. In &#8220;Seah of Ohrot&#8221; geht es mit monoton schleppenden Takten eher niederdrückend zu, doch auch hier gibt es wieder einen Gegensatz in den begleitenden Melodien und einem Feedbacksound, der etwas Infernalisches einbringt. Treibend und reißerisch dagegen gibt sich &#8220;Nur Rubin&#8221;, das anfangs ein Rock- oder Metal-Auftakt sein könnte und in einer Landschaft gebrochener Rhythmen endet. &#8220;Ihr Ohr Texas&#8221; ist im herkömmlichen Sinne experimenteller gestaltet mit seinen reibenden und schabenden Sounds, deren Lärm den langsamen Takt endzeitlich anmutender Pauken umgibt, während &#8220;Old Neubauten&#8221; nach einem Auftakt mit knarrenden metallischen Federn wieder die Pferdeschädel deutlicher anklingen lässt, bevor diese zusammen mit blubbernden Synthies für einen fast schon harmonischen Abschluss sorgen.</p>
<p>&#8220;Ohr&#8221; ist ein in seiner Vielgestaltigkeit doch kohärentes Album, bei dem sich wiederholtes Hören über einen längeren Zeitpunkt lohnt, denn &#8211; ganz gleich ob man sich dabei zu vergleichenden religionswissenschaftlichen Studien anregen lässt oder sich nur der musikalischen Wucht aussetzt &#8211; dabei werden sich recht sicher immer wieder ganz neue Seiten offenbaren. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3954110348/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Trasponsonic feiern ihr zwanzigjähriges Bestehen mit umfangreicher Rückschau</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2020 05:51:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Hermetic Brotherhood of Lux-Or, 1997EV, Agrot Zorks, MS Miroslav, Andrej Porcu, TZII, Ersilio Campostorto, Okymisaka: Diese Namen stehen für eine Auswahl an Künstlern, die in den letzten 20 Jahren auf dem sardinichen Label Trasponsonic veröffentlicht haben. Zur Feier des Jubiläums &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/03/27/trasponsonic-feiern-ihr-zwanzigjahriges-bestehen-mit-umfangreicher-ruckschau/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hermetic Brotherhood of Lux-Or, 1997EV, Agrot Zorks, MS Miroslav, Andrej Porcu, TZII, Ersilio Campostorto, Okymisaka: Diese Namen stehen für eine Auswahl an Künstlern, die in den letzten 20 Jahren auf dem sardinichen Label Trasponsonic veröffentlicht haben. Zur Feier des Jubiläums haben die Betreiber des für rituellen und experimentellen Industrial bekannten Labels ihre komplette Diskografie plus visuelles Material in Form eines USB-Datenträgers herausgebracht. &#8220;Dolmen&#8221;, benannt nach den Megalithgräbern, die sich seit dem Frühneolithikum in ganz Europa und so auch in Sardinien finden, enthält 337 Tracks aus 49 Veröffentlichungen und insgesamt um die 42 Stunden &#8220;hard sounds like the stone&#8221;. Die Werkschau, die es auf Anfrage auch als Download geben soll, ist über <a href="trasponsonic@hotmail.com"><span style="text-decoration: underline;">trasponsonic@hotmail.com</span></a> und über alle Social Media-Kanäle erhältlich.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/03/trasponsonicdolmen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-20594" title="trasponsonicdolmen" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/03/trasponsonicdolmen.jpg" alt="" width="935" height="960" /></a><span id="more-20593"></span><a href="http://www.trasponsonic.net/"><strong>Trasponsonic @ Home</strong> </a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/trasponsonic/"><strong>Trasponsonic @ Facebook</strong> </a></p>
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		<title>HERMETIC BROTHERHOOD OF LUX-OR: Sex and Dead Cities</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Nov 2019 07:00:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wer wie die meisten Auswärtigen die Insel Sardinien aus einem eher touristischen Blickwinkel kennt, denkt sicher zuerst an Sandstrände, felsige Buchten, Ichnusa-Bier und malerische Küstenstädte wie Palau. Wer sich jedoch ins Landesinnere begibt und etwas abseits der üblichen Reiserouten umsieht, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/11/09/hermetic-brotherhood-of-lux-or-sex-and-dead-cities/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/09/BM097_HBoL.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18882" title="BM097_HBoL" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/09/BM097_HBoL-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wer wie die meisten Auswärtigen die Insel Sardinien aus einem eher touristischen Blickwinkel kennt, denkt sicher zuerst an Sandstrände, felsige Buchten, Ichnusa-Bier und malerische Küstenstädte wie Palau. Wer sich jedoch ins Landesinnere begibt und etwas abseits der üblichen Reiserouten umsieht, wird feststellen, dass die Mittelmeerinsel auch eine räudige Seite hat, in der unverkitschbare Archaik mit trostlosen Ruinen des Industriezeitalters eine<span id="more-18881"></span> Atmosphäre bestimmen, deren ästhetisches Charisma sich einzig dem abgeklärten Auge offenbart.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-mit-hermetic-brotherhood-of-lux-or/">Hermetic Brotherhood of Lux-Or</a> und das um sie herum gruppierte Trasponsonic-Kollektiv sind in Macomer ansässig, einer ehemals industriell geprägten Stadt zwischen Basalthügeln, einer Stadt, deren halbverwilderte Betonbaracken und verwaiste Militäranlagen eine postapokalyptische Aura haben, das Detroid-Syndrom inmitten einer rauen Landschaft und steinerner Monumente aus prähistorischer Zeit. „Sex and Dead Cities“, das neue Werk der Hermetic Brotherhood ist dieser Seite des Landes, seinem Lebensgefühl und dem Versuch, all dies im Ritus zu transzendieren, gewidmet.</p>
<p>Nach dem vor drei Jahren erschienenen <a href="http://africanpaper.com/2016/12/31/hermetic-brotherhood-of-lux-or-anacalypsis/">„Anacalypsis“</a>, bei dem der magische Aspekt ritueller Psychedelik im Hauptfokus stand, zeigt sich die Band auf dem Nachfolger von einer dystopisch-lärmenden Seite, die immer Teil ihrer Arbeiten war, oft aber eher aus der Latenz heraus wirkte. Hier gibt sie allen fünf Tracks eine geradezu brachiale Dynamik: Ein infernalisch rauschender Sog zieht einen schon in den ersten Momenten in die Mitte des Geschehens, ein fast gewaltsames Loslassen aller geschäftiger Anhaftungen ist nötig, um nicht an den dunklen Wänden dieser musikalischen Katakombe zu zerschellen.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/xnwP8MKcpPw" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>So manches Sounddetail erinnert an menschliche Stimmen, aber das könnte auch ein subtiles Trugbild sein, hervorgerufen durch die Erinnerung an Brotherhood-Mitglied <a href="http://africanpaper.com/2018/09/22/msmiroslaw-organes-de-la-voix/">MS Miroslaws stimmbasierte Arbeit „Organes de la Voix“</a>. Später, im ekstatischen Stöhnen, das sich in „Rivers Flow From Incinerator“ aus den klaffenden Leerstellen des rhythmischen Industrial-Sounds herauswindet, besteht an der menschlichen Signatur kein Zweifel – die sexuelle Lust erscheint hier als Sinngebungsinstanz, welche die Monotonie verzaubert, auf unerklärliche Art, und es ist nicht die einzige Stelle in „Sex and Dead Cities“, die man nur mit dem berühmtesten Wittgenstein-Zitat quittieren könnte.</p>
<p>Hochtöner und andere (bläserartige) Klänge zeichnen sich im lärmenden Strudel von „Ruins and Shell Castings“ ab, bis alles in einen Höllenschlund stürzt, um im von Pauken flankierten Inferno von „Seven Minutes of Nausea“ und „Fear of the Living“ zurückzukehren. Hört man da hektische Stimmen oder gar ein höhnisches Lachen? Eine klare Antwort stünde dieser Musik, die Verfall gekonnt als Prozess darstellt, nur schlecht zu Gesicht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Boring Machines</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3636136053/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>MSMIROSLAW: Organes de la Voix</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/09/22/msmiroslaw-organes-de-la-voix/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Sep 2018 04:38:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hermetic Brotherhood of Lux-Or]]></category>
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		<description><![CDATA[Mirko Santoru ist ein zentrales Mitglied der Hermetic Brotherhood of Lux-Or und des sardinischen Trasponsonic-Kollektivs, tritt unter dem Namen MSMiroslaw aber auch Solo in Erscheinung. Die vorliegende Veröffentlichung ist eine überarbeitete Aufnahme von Auftritten, die in den prähistorischen Kultstätten Duos &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/09/22/msmiroslaw-organes-de-la-voix/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/06/organes-label.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15777" title="organes label" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/06/organes-label-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mirko Santoru ist ein zentrales Mitglied der Hermetic Brotherhood of Lux-Or und des sardinischen Trasponsonic-Kollektivs, tritt unter dem Namen MSMiroslaw aber auch Solo in Erscheinung. Die vorliegende Veröffentlichung ist eine überarbeitete Aufnahme von Auftritten, die in den prähistorischen Kultstätten Duos Nuraghes und Santu Bainzu im Inneren Sardiniens stattfanden und sowohl technisch als auch konzeptuell der menschlichen Stimme gewidmet waren.<span id="more-15775"></span></p>
<p>Benannt sind die sechs Tracks nach verschiedenen Körperorganen, die bei der Bildung von Stimmäußerungen eine Rolle spielen, neben dem Rachen, den Stimmbändern, Epiglottis und Zunge sind auch Speißeröhre und Nasenhöhle (wohl als Resonnanzräume) und die Amygdala vertreten, letztere, die wesentlich für das Empfindbarmachen von Angst verantwortlich ist, wohl in einem eher abstrakten Zusammenhang, aber als anatomischer Laie will ich das nicht beurteilen.</p>
<p>Gleich zu Beginn wird klar, dass es in diesem mit allerlei technischen Verfremdungseffekten bearbeiteten Zoom auf den Prozess der Stimmarbeit dunkel und bisweilen geradezu bedrohlich zugeht, weswegen der erste Titel &#8220;Amygdale&#8221; dann auch ganz gut passt. Infernalisches Rauschen, undefinierbares Brummen und ein beigemischtes choralartiges Etwas lassen an dem Dunkel, das im menschlichen Organismus herrscht (und das Julia Kristeva in ihrer gleichnamigen Monografie bereits zu den &#8220;Mächte(n) des Grauens&#8221; zählte), keinen Zweifel.</p>
<p>In gewisser Regelmäßigkeit tauchen erkennbare menschliche Stimmen auf, stets MSM selbst, mal als kraftvolles, von Feedback-Rauschen umhülltes Tremolieren, mal als knurrender Schamanengesang, mal an verwehten Choralgesang erinnert, mal wie heftiges Feueratmen, mal fast feminin gehaucht oder als dedgeridooartiges Brummen. Statisch sind diese Ritualaufnahmen keineswegs, auch wenn man das zeitweise denken mag, subtile Brüche im Tempo ereignen sich von Zeit zu Zeit, und manchmal lässt sich schwer ausmachen, ob es die Schnelligkeit der Stimmäußerungen ist, oder doch eher die Heftigkeit ihres Hervorpressens, die sich steigert.</p>
<p>Leicht rhythmische Komponenten und elektronisch wirkendes Glühen runden das Klangbild ab, und es ist schwer einzuschätzen, welche Effekte dem Mischpult und welche den laut Liner Notes gelegentlich als Klangerzeuger genutzten Steinen des Settings entstammen &#8211; letztlich ist dies ohnehin irrelevant, denn ein Album wie &#8220;Organes de la Voix&#8221; soll in erster Linie erlebt werden, in guter Konzentration und in einem Zug. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trasponsonic.net/">Trasponsonic</a></strong></p>
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		<title>We Simply Lend our Energies to the Chaos of Creation. Interview mit Hermetic Brotherhood of Lux-Or</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-mit-hermetic-brotherhood-of-lux-or/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 09:57:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die im Sardinischen Macomer beheimatete Hermetic Brotherhood of Lux-Or existiert, ähnlich wie das ihr nahestehende Label-Kollektiv Trasponsonic, schon seit den späten 90ern, doch es dauerte eine Zeitlang, bis das mysteriöse Ritual-Projekt sich auch außerhalb der italienischen Musikszene einen Namen machte. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-mit-hermetic-brotherhood-of-lux-or/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US"><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14826" title="HBOL VULTURES AVIARY Repopulation" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><strong><strong><strong>Die im Sardinischen Macomer beheimatete Hermetic Brotherhood of Lux-Or existiert, ähnlich wie das ihr nahestehende Label-Kollektiv Trasponsonic, schon seit den späten 90ern, doch es dauerte eine Zeitlang, bis das mysteriöse Ritual-Projekt sich auch außerhalb der italienischen Musikszene einen Namen machte. Der vor einigen Jahren durch die Medien geisternde Begriff der Italian Occult Psychedelia scheint wie für sie geschaffen, ist jedoch gleichsam eine nur bedingt passende Kategorie, da gerade der zweite Begriff für die Sardinier um MSMiroslaw weit mehr als Kolorit bedeutet. Hermetic Brotherhood, die ihren Namen einem<span id="more-14822"></span> esoterischen Orden entlehnt haben, dokumentieren mit ihren Veröffentlichungen rituelle Handlungen und streben gleichsam die Entstehung eines neuen traditionellen Musik an. Das Interview entstand im Anschluss an das vom Label Qualia organisierte &#8220;Sons of an Older Cosmos&#8221;-Festival in Berlin, an dem auch Hermetic Brotherhood of Lux-Or mit einem intensiven Auftritt beteiligt waren.<br />
</strong></strong></strong></strong></p>
<p lang="en-US"><a title="We Simply Lend our Energies to the Chaos of Creation. Interview with Hermetic Brotherhood of Lux-Or" href="http://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-with-hermetic-brotherhood-of-lux-or/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p lang="en-US"><em><strong>Es gibt hierzulande nicht viele Informationen über euch, würdet ihr unseren Lesern die Hermetic Brotherhood of Lux-or kurz vorstellen? Wie und von wem wurde die Gruppe gegründet und in welchem zusammenhang steht sie zum Trasponsonic-Label und dem darum entstandenen Kollektiv?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Trasponsonic ist eine kollektive Erfahrung, die der Musik, dem extremen Theater, dem Kino und der Kunst generell gewidmet ist, und kam Ende der 90er in Sardinien, in der Mitte der Insel zur Welt. Genauer in Macomer, der Hauptstadt des Marghine-Gebietes, dass die Grenze (margin) des sogenannten Barbagia bildet: des Barbarenlandes; so nannten es zumindest die Römer, die es nie zu unterwerfen vermochten. Es ist das Herz aller alten Traditionen, die hier noch immer lebendig sind. Macomer ist eine kleine post-industrielle Stadt inmitten einer Gegend mit rund 800 archäologischen Stätten, so langsam bekommt sie einen Bezug zu ihrer Vergangenheit und Identität. Hier passierte es, dass eine Gruppe einheimischer Jugendlicher (MSMiroslaw, Ersilio Campostorto, Andrej Porcu, Samantha Soames, Ethan Varrs, Egon K, Der List, Gabriel LB, SolideaSurya, Laura Dem) den Drang verspürte, ihre Lebenserfahrungen auszudrücken und mit vielen Ausdrucksformen zu experimentieren begannen, was dann früher oder später in die Hermetic Brotherhood of Lux-Or mündete.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Welche Ideen gingen der Gründung der Gruppe voraus?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Die zentrale Idee ist, neue traditionelle Musik zu kreieren. Eine populäre Musik, die das Echo archaischer Traditionen mit der jüngeren industriellen Vergangenheit zusammenführt, um einer kulturellen Renaissance durch eine schmerzhafte, aber notwendige Mutation Leben zu geben. Eine Musik kreieren, die vollkommen repräsentativ für diese Situation ist und frei von Stereotypen und äußeren kulturellen Einflüssen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Zur Zeit scheint Hermetic Brotherhood of Lux-or aus Laura Dem und MS Miroslaw zu bestehen, bei älteren Aufnahmen tauchten aber noch mehr Namen auf. Betrachtet ihr die Gruppe als offenes Kollektiv mit euch beiden als Kern, oder seid ihr mittlerweile ein festes Duo?</strong></em></p>
<p lang="en-US">HBOL is und wird immer eine kollektive und plurale Erfahrung sein, ein lebender und mutierender Organismus. Unser Leben und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umstände haben dazu geführt, dass wir heute als Duo auftreten, aber diese Wahl wurde nicht am Reisbrett entworfen. Alle Mitglieder von Trasponsonic haben an HBOL-Aufnahmen teilgenommen, und keiner kann sagen, wie dieses Geschöpf sich in der Zukunft entwicklen wird. Es sind Entwicklungen, die wir nicht kontrollieren können.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Ihr werdet oft als Ritual-Musiker bezeichnet, und &#8220;Ritual&#8221; wird oft als ein Genrebegriff verwendet. Meist ist aber nicht ganz klar, ob das jetzt nur für Musik gilt, die in Ritualen Verwendung findet, oder auch für Musik, die eine rituelle Atmosphöre aufweist oder entsprechende Themen andeutet. Benutzt ihr selbst diesen Begriff, und wie würdet ihr euch selbst in diesem Bereich verorten?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Das Wort wird oft als ein Modebegiff verwendet, aber in unserem Fall, wenn wir auf die tatsächliche anthropologische Bedeutung referierenb, ist das völlig gerechtfertigt. Wir nehmen das Musikmachen nicht leicht, es ist kein Hobby oder Job für uns. Unsere Aufnahmen finden nach sehr langen psycho-physischen Vorbereitungen durch ethnografische Techniken statt. Es ist reine klangliche Dokumentation dessen, was in diesem Moment passiert. Wir üben nicht täglich mit Instrumenten wie normale Musiker, eher im Gegenteil. Die Instrumente der Klangproduktion, ob akustisch oder elektrisch, fungieren lediglich als Verstärker des emotionalen Flusses des Rituals, das vollzogen wurde, um mit den übernatürlichen Kräften um uns in Berührung zu kommen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14827" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg" alt="" width="960" height="621" /></a>Euer Bandname bezieht sich auf den initiatorischen Orden Hermetic Brotherhood of Luxor, der im London des späten 19. Jahrhunderts aktiv war. Was hat euch an diesem Orden interessiert?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Der HBOL wurde vor 4451 Jahren geboren aus einer Spaltung zwischen Klerikalisten und wahren Adepten, zwischen Theben und Lux-or, implementiert von dem göttlichen Großmeister Hermes Trimegistos. Der ganze westliche Okkultismus und die heidnischen religiösen Riten der antiken westlichen Länder stehen in der Schuld dieses alten Ordens. Die hermetischen Initiaten haben nichts aus Indien bezogen: die auffallenden Konsonanzen zwischen Namen, Lehren und Ritualen von Indern und Ägyptern zeigen nicht, dass Ägypten seine Doktrin von Indien bezogen hat, sondern offenbaren, wie die Hauptthemen und die dazugehörenden Lehren aus der selben Quelle schöpfen; und diesen ursprüngliche Quelle ist weder Indien noch Ägypten, sondern eine verlorene Insel im Westen.</p>
<p lang="en-US">Diese altertümliche Insel ist Sardinien. Viele Studien einigen sich mittlerweile auf die Hypothese, dass die legendäre Insel der Türme jenseits der Säulen des Herkules, von denen Platon berichtet, unser Land ist. Wir spüren die archaische Grundlage dieser Tradition. Kommt nach Sardinien und schaut euch unsere Megalithen an, unsere heiligen Stätten, die ältesten Statuen des Mittelmeerraumes, trinkt unseren Wein, seht unseren Karneval und ihr werdet verstehen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Wenn ihr eure Aufnahmen mit euren Performances vergleicht, welche der zwei Aktivitäten sind näher an der Essenz eurer Gruppe?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Definitiv unsere intimsten Rituale. Es ist sehr schwierig, die gleiche Dimension live zu reproduzieren, aber nicht unmöglich.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Konzerte mit rituellem Inhalt leiden manchmal etwas an dem &#8220;Pop-&#8221; oder &#8220;Rock&#8221;-Kontext, in dem sie stattfinden, oder anderes ausgedrückt: Geplapper und Zigarettenrauch können der Aura okkulter Musik durchaus schaden. Was ist eurer Meinung nach die ideale Stimmung oder Haltung, um als Publikum doch noch etwas Bedeutsames daraus zu ziehen?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Es hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur vond en Voraussetzungen der Hörer. Wie du schon sagst, gibt es viele störende Elemente im Rahmen von &#8220;Rock&#8221;-Locations, und wir selbst sind da auch meist nicht indifferent. Es kann eine Performance negativ beeinträchtigen. Der Schlüssel ist ein Set an Konkaven, die schwierig zu handhaben sind. Um unsere Musik vollständig zu rezipieren, ist manchmal eine lange Reise notwendig: eine echte Initiation.</p>
<p><em><strong>Euer aktuelles Studioalbum &#8220;Anacalypsis&#8221; hat eine intensive Atmosphäre und erscheint mir als ein sehr dichtes Narrativ </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> nachem zuerst Spannung kreiert wird, bündelt sich etwas und wird zu einem finalen eruptiven Höhepunkt gebracht. Der Titel kommt in zahlreichen esoterischen Lehren vor und bedeutet so etwas wie Offenbarung. Was könnt ihr uns über die Hintergründe des Werks erzählen, und wie habt ihr den Schaffensprozess erfahren?</strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14828" title="HBOL S.ANTONIO MOUNTAIN MACOMER" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" /></a>Das Album ist inspiriert von dem gleichnamigen Buch von Godfrey Higgins. Eine lange Untersuchung zum Ursprung von Sprachen und Religionen. Eine Jahrtausende umspannende menschliche Reise, zustandegebracht durch unendliche Visionen, Gottheiten, Rituale, die aufsteigen, kondensieren, sublimieren, zerschellen, verdampfen, aus nichts geboren, alles werdend und am Ende zurückkehrend zum primitiven chaotischen Element. Die reine Essenz eines Aktes instinktiver Lebensweitergabe, die uns jeden Tag am Leben erhält. Die esoterische Bedeutung von Anacalypsis ist die einer nicht versteckten, sondern sich vor unseren Augen abspielenden Offenbarung in aller Einfachheit. Es mag anmaßend klingen, aber genau dies wollen wir durch unsere Sounds kommunizieren. Ob es uns gelingt oder nicht, mögen die entscheiden, die den Wunsch haben, es zu hören.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In einem Video aus dem Jahr 2012 tretet ihr zusammen mit Simon Ballestrazzi bei einem Karneval in Ottana, Sardinien auf, begleitet von einer Gruppe maskierter Schauspieler, die mythische Charaktere darstellen. Welches traditionelle Ritual führt ihr da auf, und habt ihr eine starke Verbindung zu den lokalen Mythen?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Die Performance, die von uns komplett konzipiert und realisiert wurde, fand tatsächlich bei der archäologischen Stätte von Tamuli statt, eine der wichtigsten solcher Stätten im Gebiet von Macomer. Sie besteht aus drei Riesengräbern mit der charakteristischen Form eines Stierschädels, sechs phallischen Steinen, von denen drei androgy sind, da sie weibliche Brüste haben und eine Nuraghe, umgeben von eindringenden Spitzen. Eine Stätte, die ins 3. Jahrtausend vor Chr. zurückdatiert wird, wo wichtige Fruchtbarkeits- und Todesrituale stattfanden. Die Boes und Merdules von Ottana: die traditionellen Masken der Barbagia-Region haben ihr dionysisches Ritual der angestammten Verbindung zwischen Mensch und Tier nur für diese Gelegenheit mit unserer Musik kombiniert. Es war eine einzigartige Erfahrung, unsere moderne musikalische Forschung an einem stark magischen und heiligen Ort mit unserer ältesten Tradition zu verbinden.Dies ist die ideale Dimension, um unsere Essenz voll und ganz zu erfahren.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Einige eurer Aufnahmen sind an einem Ort namens Nasprias Cave in Sardinien abgemischt und produziert worden. Ist es ein realer Ort, und was symbolisiert er für euch?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Nasprias Cave ist der magische Ort, an dem wir leben. Es ist ein altes Haus, erbaut auf altem Gemäuer und errichtet mit Gestein aus der Region, nahe Macomer, voller Weinberge, Olivenhaine, Nuraghi, Menhire, Dolmen, Riesengräber. Einfach unser Land. Unsere einzige große Inspiration. Unsere Mutter..</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Neben bekannten elektronischen und akustischen Geräten arbeitet ihr ebenfalls mit selbstgebauten Instrumenten wie einem &#8220;Sacred Horse Skull&#8221;. Was könnt ihr uns über dieses Instrument erzählen? Basiert die Technik auf einer bestimmten Tradition?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Der heilige Pferdeschädel entstand natürlich und ungeplant. Ich fand ihn in einer Einrichtung zur Wiederansiedlung des sardinischen Geiers. Absolut furchteinflößend. Die Geiergöttin wurde verehrt als Muttergöttin der Regeneration, denn im Altertum wurden die Verstorbenen aufgebahrt, um rituell zerfleischt zu werden; die weißen Knochen, ein Zeichen der Wiedergeburt, konnten dann bestattet werden. Eine Praktik, die auch in Sardinien verbreitet war. Erinnern euch die Türme der Tibeter da an etwas? Jedenfalls benutzte ich es zunächst als Perkussionsinstrument, aber da ich nicht wirklich zufrieden damit war, fügte ich ein paar Saiten an, auf eine ähnliche Art wie bei alten arabischen Violinen. In den folgenden Jahren bin ich bei meinen Nachforschungen darauf gestoßen, dass Leonardo Da Vinci Studien über die Akustik von Tierschädeln (die ersten harmonischen Studien der Geschichte) durchgeführt hat und das Pferd für das beste Beispiel hielt. Das mongolische Igil musste aus einem echten Pferdeschädel gebaut hergestellt werden, doch es behielt sein Zeichen in der Gestaltung des Griffs und in der Verwendung von Pferdehaar für Saiten und Bogen. Ich wusste das noch nicht, als ich mein instrument gebaut hatte. Unsere vererbte DNA enthält offenkundig eine Menge an Informationen, die durch bestimmte hellseherische Vorgänge neu hervorgebracht werden müssen. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14829" title="HBOL Live NUOVO PANIFICIO CAGLIARI" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg" alt="" width="1196" height="700" /></a></p>
<p lang="en-US"><em><strong>In Lauras Liste an Instrumenten tauchen auch “Ghosts” auf. Was hat es damit auf sich? </strong></em></p>
<p lang="en-US">Das betrifft hauptsächlich den Song &#8220;Phantams of the Living&#8221;. Ende des 18. Jahrhunderts startete die Society for Psychical Research eine Reihe von Studien zu paranormalen Phänomenen und ebnete so den Weg für das, was später die moderne Psychoanalyse wurde. &#8220;Phantasms of the Living&#8221; von Podmore, Myers und Gurney ist eine Sammlung dokumentierter Fälle von Phänomenen wie Xenoglossie, Glossolalie, Atmen in Trance, Besessenheit, Hellseherei. Die Studie basiert auf einer neuen Perspektive auf Spiritualismus, die davon ausgeht, dass es sich bei Geistern nicht so sehr um die der Verstorbenen handelt, sondern um die von Lebenden. Wir haben authentische Samples in dem Song verwendet, um auf die bekanntesten Fälle zu verweisen und um so ein Konzentrat der mentalen Energie zu kreieren, in einem Versuch, sie in einem Ritual und einer befreienden Beschwörung zu channeln.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Ihr habt bereits den Religionshistoriker Mircea Eliade, v.a. seine Arbeiten zum Schamanismus, und die Theaterkonzepte von Antonin Artaud als wichtige Einflüsse eurer Arbeit genannt. Welche Ideen dieser Theoretiker interessieren euch, und auf welche Art passen ihre Konzepte zusammen?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Wie gesagt ist unser Zugang zur Musik keine wiederbelebender, sondern der sakralen Sphäre inhärent. Antonin Artaud war einer der Pioniere ethnobotanischer Forschung, man denke nur an seine &#8220;Reise ins Land der Tarahumara&#8221; und seinen darauf folgenden Versuch, das Theater zu seinen Ursprüngen zurückzubringen: zum rituellen, religiösen und schamanistischen. Der Zweck des Theaters war seit den Anfängen, mit dem Göttlichen in Bezug zu treten. Artauds &#8220;Grausamkeit&#8221; bringt uns zurück zu einer Dimension, die nicht nur repräsentativ und fiktional ist, sondern die &#8220;rohe&#8221; Wirklichkeit dessen,w as den theatralischen Akt aumacht. Eliade eröffnet uns in seinem Werk &#8220;Schamanismus und die Technik der Ekstase&#8221; endlose Möglichkeiten, den Blickwinkel, die uns die alte Religion gibt, zu verwirklichen.</p>
<p lang="en-US">Die Rituale des sardinischen Karnevals sind in diesem Sinne emblematisch, denn sie inszenieren mit kleinen Variationen die jährliche Tötung des heiligen Königs. Wenn die Maske getragen wird, nimmt der Tiergeist Besitz vom Menschen und führt ihn komplett. Es ist keine Inszenierung. Es geschieht wirklich.</p>
<p><em><strong>Denkt ihr </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> auch bezugnehmend auf Artauds Ideen zu einem eher physischen Theater der Grausamkeit </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> dass Sprache eine Sackgasse sein kann bei der Suche nach Wissen und Erfahrung?</strong></em></p>
<p lang="en-US">In dem Sinne, dass es ein obligatorischer Pfad ist, ein schwieriger und ermüdender Weg voller Hindernisse und Gruben, was wie in Artauds eigenem Fall, zu Selbstzerstörung und Tod führen kann, aber der einzig mögliche Weg. Es gibt nur den schmalen Weg. Keine Abkürzung. Die artaud&#8217;sche Parabel ist identisch mit denen, die vor und nach ihm auf die Reise gingen. Wie er selbst sagte, &#8220;Ich bin alle Namen der Geschichte&#8221;. Er war ein Vorherbestimmter. Ein Schamane. Ein Medizinmann. Ein Christus. Ein heiliger König. Ein menschliches Opfer. Ein menschliches Wesen.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In The Wire hat ein Rezensent eure Musik mit dem italienischen Horrorkino in Verbindung gebracht. Da ihr ohnehin multimedial arbeitet, denke ich auch, dass es da Einflüsse gibt. Gibt es einen Stil in der Geschichte des Films oder bestimmte Filme, die euch stark inspiriert haben?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Das Kino ist tatsächlich eine unserer größten Inspirationsquellen. Wenn wir an italienische einflüsse denken, müssen wir Pasolini, Carmelo Bene, Cavallone, Corrado Farina, Schifano, Cipri und Maresco erwähnen, und das ganze dadaistische und surrealistische Kino der Anfänge, das uns zu unserem Film &#8220;La Rivolta di Iside&#8221; inspirierte. Die Horror-Ecke macht Spaß und interessiert uns aufgrund einiger experimenteller Ideen, aber nicht mehr.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Eure Reihe “Ethnographics” dokumentiert Konzertaufnahmen, bei denen das Thema später gefunden wurde. Letztlich stehen aber immer Themen der Zivilisation, von der Psychiatrie bis zur Unterhaltungsindustrie, im Vordergrund. Was könnt ihr uns über diese Zusammenhänge erzählen? </strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-14830" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN 2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>Jedes Werk ist immer ein Schnappschuss eines bestimmten Momonts in unserem Leben. Unsere literarischen, cinematografischen, anthropologischen, philosophischen Leidenschaften vermischen sich und entstehen neu in Form von Klangwellen. Alles nimmt Form auf eine ganz natürliche Weise und besteht aus zahllosen Teilen, zusammengeführt in großer Geschwindigkeit auf der magnetischen Leinwand. Erst zum Schuss bewegen wir uns etwas weg von dem Bild, um es von außen zu betrachten, und dann stellen wir immer wieder fest, dass es eine vollendete Form erhalten hat. Dass all deine anscheinend sinnlosen Gesten zur Erschaffung von etwas geführt haben, das lebendig wird und nicht mehr dir gehört. Wir überlassen unsere Energien einfach dem Chaos der Kreation. Das ist alles, was wir erfahren.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Nach der Veröffentlichung von “Anacalypsis” und “Ethnographics III” hattet ihr mehrere Auftritte mit Hermetic Brotherhood und anderen Projekten. Was habt ihr für die nächste Zeit geplant?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Es wird bald eine EP von MSMiroslaw geben mit dem Titel &#8220;Les Organes de la Voix&#8221;, inspiriert von den alten Gesangstraditionen verschiedener Völker, und sobald die astralen Voraussetzungen ideal sind, werden wir ein neues Ritual der HBOL aufnehmen mit Hilfe von nicht nur einem, sondern mehreren Pferdeschädeln. Ansonsten das Überleben und der tägliche Kampf auf unserem magischen, aber gequälten Sardinien.</p>
<p lang="en-US">Wir danken African Paper für das Interesse an unserer Arbeit und die Gelegenheit, uns euren Lesern vorzustellen.</p>
<p lang="en-US">(A.K. &amp; U.S., Übersetzung: N. Seckel)</p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://hbol.bandcamp.com/">HBOL @ Bandcamp</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://www.facebook.com/HermeticBrotherhoodOfLuxor/">HBOL @ Facebook</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="http://www.trasponsonic.net/HBOL.htm">Trasponsonic</a></strong></p>
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		<title>We Simply Lend our Energies to the Chaos of Creation. Interview with Hermetic Brotherhood of Lux-Or</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 09:50:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[The Hermetic Brotherhood of Lux-Or is located in the Sardinian Macomer and like the closely related label collective Trasposonic has existed since the late 1990s, but it took a while for the mysterious ritual project to make their mark outside &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/02/10/we-simply-lend-our-energies-to-the-chaos-of-creation-interview-with-hermetic-brotherhood-of-lux-or/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p lang="en-US"><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14826" title="HBOL VULTURES AVIARY Repopulation" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-VULTURES-AVIARY-Repopulation-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>The Hermetic Brotherhood of Lux-Or is located in the Sardinian Macomer and like the closely related label collective Trasposonic has existed since the late 1990s, but it took a while for the mysterious ritual project to make their mark outside the Italian music scene. The concept of an “Italian Occult Psychedelia”, which haunted the media a few years ago, seems to have been created for them, but is a rather limiting category. Especially the term &#8216;occult&#8217; means much more to the Sardinians around MS Miroslaw than just atmosphere. Hermetic Brotherhood, whose name refers to an old esoteric order, use their releases to document their personal ritualistic acts, and strive for the emergence of a new traditional music. The interview was conducted following the “Sons of an older Cosmos” festival in Berlin, where the Hermetic Brotherhood of Lux-Or gave an intense performance.</strong></p>
<p lang="en-US"><em><strong>As there is not so much information in German media about your works, please introduce the Hermetic Brotherhood of Lux-or to our readers. How was this group formed and by whom? In which connection does the group stand to the Trasponsonic label and the community around?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Trasponsonic is a collective experience dedicated to music, extreme theater, cinema and art in general, born at the end of the 90s in Sardinia, in the middle of the island. More precisely in Macomer, the capital of the Marghine territory, which is the border line (margin) of what is called Barbagia: the land of the barbarians; so called by the Romans who never succeeded in subduing her. The heart of all ancestral traditions that still resist today. Macomer is a small post-industrial town located in an area where there are 800 archaeological sites, and which now comes to terms with its past and its identity. Here a group of local youths (MSMiroslaw, Ersilio Campostorto, Andrej Porcu, Samantha Soames, Ethan Varrs, Egon K, Der List, Gabriel LB, SolideaSurya, Laura Dem) feel the urgency to communicate their vital experience to the world and begin to experiment with various forms of expression that then flow around half of two thousand in the Hermetic Brotherhood of Lux-Or.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Which were the main ideas that led to the foundation of the group?</strong></em></p>
<p lang="en-US">The basic idea is to create new traditional music. A new popular music that can fuse together the echo of the archaic traditions with the recent industrial past to give life to a cultural renaissance through a painful but necessary mutation. To create a music that is fully representative of this situation free from stereotypes and external cultural influences.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In recent time, Hermetic Brotherhood of Lux-or consists of Laura Dem and MS Miroslaw, but on earlier recordings you&#8217;ll find some more names of contributors. So do you regard the group as an open collective around you both as core members, or did you finally become a firm duo?</strong></em></p>
<p lang="en-US">HBOL is and will always be a collective and plural experience, a living and mutant organism. Our history of life, society and economy today has led us to the form of a duo, but the choice has not been planned at the table. All Trasponsonic members have participated in HBOL records and no one can tell how this creature will evolve in the future. These are events that we cannot control.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>You are often described as Ritual Musicians, and „ritual“ is often used as a music genre term. But often it is not so clear, if this only refers to music which is used for rituals, or also to music with a ritualistic atmosphere or topics. Do you use such terms, and where would you position yourselves in that field?</strong></em></p>
<p lang="en-US">There is a lot of fashion behind the use of this term, but in our case, if we refer to the real anthropological meaning, it is fully justified. We do not take music making lightly, it&#8217;s not a hobby or a job for us. The recording of our records takes place after a very long psycho-physical preparation through the ethnographic technique. It is pure sound documentation of what happens in that moment. We do not practice every day with instruments like normal musicians, but rather the opposite. The instruments of sound production, whether acoustic or electronic, act exclusively as amplifiers of the emotional flow of the ritual put in place to get in touch with the supernatural forces around us.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14827" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN.jpg" alt="" width="960" height="621" /></a></p>
<p lang="en-US"><em><strong>Quite obviously, your band name refers to the initiatory order Hermetic Brotherhood of Luxor, which was active in late 19th century London. Which aspects of their history and activity caught your interest and lead you to use a variation of that name?</strong></em></p>
<p lang="en-US">The hbol was born 4451 years ago from the split between clericalists and true adepts, between Thebes and Lux-or, implemented by the followers of the divine Grand Master Hermes Trimegistos. All the occultism of the West and the pagan religious rites of the ancient western nations are in debt with this ancient order. The hermetic initiates have not drawn anything from India: the apparent consonance between names, doctrines and rituals of Hindus and Egyptians, far from showing that Egypt drew its own doctrine from India, instead reveals how the main themes of the respective doctrines derive from the same source; and this original source is not India or Egypt, but the lost island of the West.</p>
<p lang="en-US">This ancient island is Sardinia. Many studies now converge on the hypothesis that the legendary island of the towers narrated by Plato, beyond the columns of Hercules is precisely our land. We feel the ancient depositaries of this tradition. Come to Sardinia to see our megaliths, our sacred sites, the most ancient statues of the Mediterranean, drink our wine, see our carnival and you will understand.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>When you compare your recording processes to your concert performances, which of the two activities do you think is closer to the essence of your group?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Absolutely our most intimate rituals. It is very difficult to reproduce the same dimension live but not impossible.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Concerts with a ritualistic content or atmosphere often suffer from some “rock” or “pop” context in which they take place, or in other words: chattering, cheering people and cigarette smoke can sometimes destroy the aura of occult music. What would you say is the ideal mood for a listener or attendant to still benefit from it?</strong></em></p>
<p lang="en-US">It depends on many factors, and not only on the listener&#8217;s predisposition. There are, as you said, many elements of disturbance in the custom of the &#8220;rock&#8221; locations and we ourselves aren&#8217;t often indifferent. This can negatively affect a performance. The success is a set of concauses very difficult to manage. To join our music fully, it is sometimes necessary to take a long journey: a true initiation.</p>
<p><em><strong>Your latest studio work &#8220;Anacalypsis&#8221; has an intense atmosphere and appears to me as a very dense narrative </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> creating tension first, then coagulating something together and bringing it to a final eruptive climax. It&#8217;s title, a term that was used in various esoteric teachings, refers to a revelation. Which were your main ideas behind the album and how did you experience its creation process?</strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-14828" title="HBOL S.ANTONIO MOUNTAIN MACOMER" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-S.ANTONIO-MOUNTAIN-MACOMER-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" /></a>The album is inspired by the homonymous book by Godfrey Higgins. A long disquisition on the origin of languages ​and religions. A millennial human journey made of infinite visions, divinities, rituals that rise up, condense, sublimate, shatter, vaporize, born from nothing, becoming everything and finally return to the primitive chaotic element. The pure essence of an act of instinctive procreation that drives us to live every day. The esoteric meaning of Anacalypsis is one not as a hidden revelation but always in front of our eyes in its simplicity. It seems absolutely presumptuous, but it is what we try to communicate through our sounds. Whether we succeed or not, must be decided by those who have the desire to listen to it.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In a video from 2012 you perform with Simon Ballestrazzi at a Carnival in Ottana, Sardegna, accompanied by a group of masqued actors interpreting mythical characters. What kind of traditional ritual do you perform there, and do you feel a strong connection to the ancient local myths?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Actually the ritual performance entirely conceived and realized by us took place in the archaeological site of Tamuli, one of the most important ones in the territory of Macomer. It consists of three tombs of the giants with the characteristic shape of a bull&#8217;s head, six phallic stones, three of which are androgynous, because they have female breasts, and a nuraghe surrounded by incubating huts. A site dating back to the 3rd millennium BC, where important fertility and death rituals took place. Ottana&#8217;s Boes and Merdules: the traditional masks of the Barbagia country have combined their Dionysian ritual of ancestral relationship between man and animal to our music only for this particular occasion. It was a unique experience to relate our modern musical research to our most archaic traditions in a strongly magical and sacred place. This is the ideal dimension to fully enjoy our essence.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Some of your recordings are credited to be mixed and produced at Nasprias Cave, a place somewhere in Sardegna. Is this a real place, and what does it symbolize for you?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Nasprias Cave is the magical place where we live. It&#8217;s an old house built on ancient stones and made by stones of the country, near Macomer, full of vineyards, olive groves, nuraghi, menhir, dolmen, tombs of the giants. Simply our land. Our only great inspiration. Our Mother.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>Besides familiar electronic and acoustic devices, you also work with self built instruments like a &#8220;Sacred Horse Skull&#8221;. What can you tell us about this instrument? Is it inspired by a certain tradition?</strong></em></p>
<p lang="en-US">The sacred horse skull is born naturally and without planning. I found him in a repopulating aviary of the Sardinian vulture. Completely scarified. The vulture goddess was venerated as the mother goddess of regeneration, because in antiquity the deceased were exposed to the open air to be ritually fleshed out; the white bones, a sign of rebirth, could then be buried. Practice also diffused in Sardinia. Do the towers of the Tibetan silence remind you of something? In any case I used it first as a percussion instrument, and then subsequently not fully satisfied I added some strings using the handle of an old Arabian violin that fits perfectly into the recess of the spine. In the following years, doing some research, I discovered that Leonardo Da Vinci had conducted studies on the acoustics of animal skulls (first harmonic cases in history) and considered the horse skull as the best one. The Mongolian igil originally had to be built with a real horse skull, but it has kept its symbol in the shape of the handle and in the use of horsehair for the strings and the bow. I have come to the construction of my instrument before knowing this information. Our ancestral DNA evidently contains a myriad of information that must be known to re-emerge through a particular psychic processes. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p lang="en-US"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-14829" title="HBOL Live NUOVO PANIFICIO CAGLIARI" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-Live-NUOVO-PANIFICIO-CAGLIARI.jpg" alt="" width="1196" height="700" /></a>In Laura&#8217;s section in the list of instruments you also listed “Ghosts”. In which way are you channeling something? </strong></em></p>
<p lang="en-US">The question mainly concerns the song &#8220;Phantams of the Living&#8221;. At the end of the 800, the Society for Psychical Research gave life to a series of scientific studies on paranormal phenomena, opening the way to what will later become modern psychoanalysis. &#8220;Phantasms of the Living&#8221; by Podmore, Myers and Gurney is in particular a collection of documented cases concerning phenomena of xenoglossia, glossolalia, trance breathing, possessions, clairvoyance. The study is based on a new approach to spiritualism, which believes that ghosts are not so much those of the deceased but rather those of people in the flesh. We have used authentic samples in the song to refer to the most famous cases in order to create a concentrate of mental energy in an attempt to channel it into a ritual and liberating invocation.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In some earlier statements you mentioned the religious historian Mircea Eliade, mainly his works on Shamanism, and the theater concepts of Antonin Artaud as some main influences on how you work. Which aspects of their ideas are interesting for you, and in which way do their concepts fit together?</strong></em></p>
<p lang="en-US">As we have already said, our approach to music is far from any recreational use, but more inherent to the sphere of the sacred. Antonin Artaud was one of the pioneers of ethnobotany research, just think of his &#8220;Journey to the Country of the Tarahumara&#8221;, before he continued his journey in an attempt to bring the theater back to its original condition: ritual, religious and shamanic. Since the dawn, the purpose of the theater was to get in touch with the divine. Artaud&#8217;s &#8220;cruelty&#8221; brings us back to a dimension that is not merely representative and fictional but precisely to the &#8220;raw&#8221; reality of what happens in the theatrical act. Eliade in his &#8220;The Shamanism and the Techniques of Ecstasy&#8221; highlights and offers us endless possibilities to realize this perspective given by the ancient religion.</p>
<p lang="en-US">The rituals of Sardinian Carnival are emblematic in this sense, because they stage, albeit with small variations, the annual killing of the sacred King. When the mask is worn, the animal spirit truly takes possession of the human being and leads it fully. This is not a staging. This really happens.</p>
<p><em><strong>Do you </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> also in regards to Artaud&#8217;s ideas of a rather physical Theater of Cruelty </strong></em><em><strong>–</strong></em><em><strong> think that language can be a dead end street in many quests for knowledge and experience?</strong></em></p>
<p lang="en-US">In the sense that it is an obligatory path, a difficult and tiring road full of obstacles and pitfalls that can lead, as in the case of Artaud himself, to self-destruction and death, but the only possible way. There is only the narrow way. No shortcut. The Artaudian parable is the same as those of many men who have traveled before and after. As he himself said &#8220;I am all the names of History&#8221;. He was a predestined one. A shaman. A medicine man. A Christ. A sacred King. A man sacrifice. A human being.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>In The Wire, the reviewer linked your music to Italian Horror cinema. As you work with multi media, I can guess that there is some influence of that kind. Is there some style in film history or some particular movie(s) that have strongly influenced you?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Cinema is definitely one of our greatest sources of inspiration. If we have to think of real Italian influences we can not fail to mention Pasolini, Carmelo Bene, Cavallone, Corrado Farina, Schifano, Cipri and Maresco and all the surrealist and Dadaist cinema of the beginnings, by which we were inspired to creating our film &#8220;La Rivolta di Iside&#8221;. The horror strand has fun and interests us for some experimental solutions, but nothing more.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>The series called “Ethnographics” is a concert recording, where the sujet is found later. At the end, topics of civilization, from psychiatry to mass entertainment and beyond, seemed always quite dominant. Are these things that you have a critical interest in, and what can you tell us about the connection to the records? </strong></em></p>
<p lang="en-US"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-14830" title="HBOL LIVE ONGAPALOOZA MILAN 2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/01/HBOL-LIVE-ONGAPALOOZA-MILAN-2-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>Every job is always the snapshot of a particular moment in our life. Our literary, cinematographic, anthropological, philosophical passions at that moment merge alchemically and fall out in the form of sound waves. Everything takes shape in a very natural way and is made up of countless pieces launched at a mad speed on the magnetic canvas. Only at the end we move away from the picture to observe it from the outside, and we realize that it has a fully completed form. That all your seemingly senseless gestures inevitably lead you to the creation of something that comes to life and no longer belongs to you. We simply lend our energies to the chaos of creation. This is everything we are experiencing.</p>
<p lang="en-US"><em><strong>After the release of “Anacalypsis” and “Ethnographics III” you played live with Hermetic Brotherhood and other projects. Which are the endeavors you are up to in the nearer future?</strong></em></p>
<p lang="en-US">Soon there will be an ep of MSMiroslaw entitled &#8220;Les Organes de la Voix&#8221;, inspired by the archaic vocal traditions of the peoples and as soon as there will be the ideal astral conditions we will record a new ritual of HBOL with the aid, not of one, but of two sacred horse skulls. For the rest it is about continuing to survive and fight daily on our magical but tormented Sardinia.</p>
<p lang="en-US">We thank African Paper for the interest shown in our work and for the chance to introduce us to your readers.</p>
<p lang="en-US">(A.K. &amp; U.S.)</p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://hbol.bandcamp.com/">HBOL @ Bandcamp</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="https://www.facebook.com/HermeticBrotherhoodOfLuxor/">HBOL @ Facebook</a></strong></p>
<p lang="en-US"><strong><a href="http://www.trasponsonic.net/HBOL.htm">Trasponsonic</a></strong></p>
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		<title>HERMETIC BROTHERHOOD OF LUX-OR: Anacalypsis</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2016 08:02:35 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/hermeticbrotherhoodanacalypsis.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13124" title="hermeticbrotherhoodanacalypsis" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/hermeticbrotherhoodanacalypsis-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das in Sardinien beheimatete Duo mit dem markanten Namen hat bereits sechs Alben im Katalog, und mit dem neuesten Streich „Anacalypsis“ ist der Band ein Werk mit überraschenden Momenten gelungen. Lauscht man den noch leisen Tönen des sich langsam aufbauenden Openers, dann erwartet man angesichts des blechernen Rasselns und des rauen Rumorens sicher allerhand mysteriöses Pathos, aber kaum den ekstatischen Lärm, mit dem das Album zum Abschluss kommt. Viel weniger noch mit den<span id="more-13123"></span> verstörenden Schreien, die das ganze krönen. Im Verlauf von gut vierzig Minuten zieht „Anacalypsis“ &#8211; der Begriff, der sich laut diverser Nachschlagewerke zuerst bei Godfrey Higgins, dann etwas prominenter bei Helena Blavatsky findet, beudeutet „Entdeckung&#8221; und im übertragenen Sinne auch „Offenbarung&#8221; &#8211; die Hörer in einen Strudel kathartischer Entgrenzung.</p>
<p>Hermetic Brotherhood of Lux-Or sind vor zirka zehn Jahren dem Kollektiv Trasponsonic entwachsen und bestehen im Kern aus den Multiinstrumentalisten Laura Dem und MS Miroslav. Neben einer Reihe an ungewöhnlichen Klangquellen wie einem „sakralen Pferdeschädel“ verwenden sie Drums, Synthies, Bass und auf der neuen LP eine Klarinette, und auch wenn auf dieser keine Gitarrenriffs auftauchen und der Bass eher grundierend wirkt, lassen sie eine musikalische Bandbreite entstehen, die von Ritualmusik bis hin zu schleppendem okkulten Metal reicht.</p>
<p>„Double Nature of Deity“ heißt der Opener anspielungsreich, und auch der beschwörende Charakter des Tracks scheint so etwas wie zwei Naturen in sich zu vereinen. Schon das erdende Dröhnen zu Beginn und das bald einsetzende aufwühlende Beckenrauschen erzeugen zusammen eine Spannung, die auch dann bestehen bleibt, wenn nach einigen Minuten etwas Struktur in das vage Szenario kommt. Bedrohliches aus der rituellen Rumpelkiste leitet über in „Metempsychosis and the Renewal of the Worlds“, das ein seltsam statisches Interludium abgibt. Dass es sich dabei um die berühmte Ruhe vor dem Sturm handelt, zeigt sich spätestens beim finalen Perkussionsgewitter. Das eigentliche gut zwanzigminütige Herzstück des Albums füllt die komplette zweite Seite aus: In „Phantams of the Living“ demonstriert die Bruderschaft ihre ganze Kunst des emotionalen Mitreißens, lassen durch Schleifgeräusche und Murmeln in was auch immer für einer Sprache einen Sog entstehen, dem man sich nur schwer entziehen kann. Mit der Zeit windet sich aus dem Gemurmel ein wütender Vortrag, der – in zunehmend verfremdeter Form – immer heftiger wird und in puren Lärm mündet. Den Credits zufolge stammt die Stimme von der männlichen Hälfte des Duos, was mich zunächst wunderte.</p>
<p>Hermetic Brotherhood of Lux-Or gingen auf ihren früheren Arbeiten auch immer etwas augenzwinkernd zuwerke, und Veröffentlichungen hatten schon mal Titel wie „Jesus and John Wayne“. Wer sie wegen so etwas oder weil sie nicht dem engen Dark Wave-Rahmen entstammen, gleich für Hipster hält, hat allerdings ihre Musik nicht gehört. Auf den atmosphärische dichten „Anacalypsis“ ist die Ernsthaftigkeit ihrer Herangehensweise jedenfalls mit Händen zu greifen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.boringmachines.it/">Boring Machines</a></strong></p>
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