<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; OTHON</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/othon/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Apr 2026 05:43:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>Against Nature: Geplante Wiederveröffentlichung der Kollaboration von Marc Almond, Othon und Jeremy Reed</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/02/20/against-nature-geplante-wiederveroffentlichung-der-kollaboration-von-marc-almond-othon-und-jeremy-reed/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2023/02/20/against-nature-geplante-wiederveroffentlichung-der-kollaboration-von-marc-almond-othon-und-jeremy-reed/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 02:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jeremy Reed]]></category>
		<category><![CDATA[Joris-Karl Huysmans]]></category>
		<category><![CDATA[Lexer Music]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
		<category><![CDATA[OTHON]]></category>
		<category><![CDATA[Strike Force Entertainment]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=34006</guid>
		<description><![CDATA[Marc Almond hat jüngst eine geplante Wiederveröffentlichung des Albums &#8220;Against Nature&#8221; angekündigt, das er 2015 zusammen mit dem Dichter und Librettisten Jeremy Reed und dem Komponisten und Pianisten Othon Mataragas produziert und veröffentlicht hatte. &#8220;Against Nature&#8221; ist eine musikalisch überwiegend &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/20/against-nature-geplante-wiederveroffentlichung-der-kollaboration-von-marc-almond-othon-und-jeremy-reed/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Marc Almond hat jüngst eine geplante Wiederveröffentlichung des Albums &#8220;Against Nature&#8221; angekündigt, das er 2015 zusammen mit dem Dichter und Librettisten Jeremy Reed und dem Komponisten und Pianisten Othon Mataragas produziert und veröffentlicht hatte. &#8220;Against Nature&#8221; ist eine musikalisch überwiegend auf Klavier und Gesang basierende, einfühlsame Referenz an den 1884 erschienenen Roman &#8220;A Rebours&#8221; (dt Gegen den Strich, engl. Against Nature) von Joris-Karl Huysmans, eines der Klassiker der europäischen Dekadenzliteratur, der die<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/fotor_1676805882050.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34007" title="fotor_1676805882050" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/fotor_1676805882050.jpg" alt="" width="665" height="664" /></a><span id="more-34006"></span></p>
<p>tragische Geschichte eines dem Leben und seiner Zeit überdrüssigen Antihelden erzählt, der sich in die Einsiedelei einer selbstgeschaffenen Kunstwelt zurückzieht. Die Texte der zwischen Schwermut und Aufgewühltheit wechselnden Songs geben die ambivalenten Bewusstseindvorgänge der Romanfigur in Form dramatischer Monologe wieder. Das Album war seinerzeit Thema einer längeren <a href="http://africanpaper.com/2015/12/12/marc-almond-jeremy-reed-othon-mataragas-against-nature/">Rezension</a>. Bevor eine größere Reissue realisiert wird, sind alle beim Label vorrätigen Exemplare nun über den Mailorder Lexer Music erhältlich.</p>
<p><strong><a href="https://www.lexermusic.com/marc-almond/marc-almond-jeremy-reed-othon-against-nature-limited-edition-cd-album">@ Lexer Music</a></strong><br />
<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230219_123253_081.sdocx--></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2023/02/20/against-nature-geplante-wiederveroffentlichung-der-kollaboration-von-marc-almond-othon-und-jeremy-reed/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>MARC ALMOND / JEREMY REED / OTHON MATARAGAS: Against Nature</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/12/12/marc-almond-jeremy-reed-othon-mataragas-against-nature/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2015/12/12/marc-almond-jeremy-reed-othon-mataragas-against-nature/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Dec 2015 00:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Jeremy Reed]]></category>
		<category><![CDATA[Joris-Karl Huysmans]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar Wilde]]></category>
		<category><![CDATA[OTHON]]></category>
		<category><![CDATA[Othon Mataragas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=11339</guid>
		<description><![CDATA[„I&#8217;m committing a crime against nature“ sang Marc Almond in dem Stück „In Bluegate Fields“, das extra für ein Konzert in einer viktorianischen Musikhalle unweit der so bezeichneten Gegend Londons geschrieben wurde. In diesem Song ging es – wie nicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/12/12/marc-almond-jeremy-reed-othon-mataragas-against-nature/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/almondreedmataragasagainsnature.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11340" title="almondreedmataragasagainsnature" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/almondreedmataragasagainsnature-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„I&#8217;m committing a crime against nature“ sang Marc Almond in dem Stück „In Bluegate Fields“, das extra für ein Konzert in einer viktorianischen Musikhalle unweit der so bezeichneten Gegend Londons geschrieben wurde. In diesem Song ging es – wie nicht selten in den Texten des Sängers – um dekadente Auschweifungen als Flucht aus einer profanen Alltagsexistenz, und er lehnte sich stark an Episoden aus Oscar Wildes „The Picture of Dorian Grey“ an. Dieses berühmte Buch wäre vielleicht nie so entstanden ohne den Einfluss, den ein anderer, damals noch populärerer Roman, auf Wilde ausübte, nämlich „A Rebours“ aus der Feder<span id="more-11339"></span> des Franzosen Joris-Karl Huysmans, das schon kurz nach seinem Erscheinen 1884 in allen europäischen Bohèmekreisen die Runde machte, worauf kurze Zeit später noch der berüchtigte „satanische“ Roman „Là-Bas“ folgte.</p>
<p>Das Buch, das sich schnell den Ruf als Bibel der Dekadenz einhandelte und im Englischen den Titel „Against Nature“ trug, dokumentiert die Gedanken des jungen französischen Adligen Floressas Des Esseintes, letzter Spross einer alten, nach dem damals naturalistischen Verständnis ausgelaugten Familie. An der Profanheit seiner Generation verzweifelnd, gab er sich eine zeitlang den dekadentesten Ausschweifungen hin, um sich, auch davon bald übersättigt, in die Einsamkeit eines Landhauses zurückzuziehen und sich dort allein allerlei Fetischen, Rauscherlebnissen und überspannten Reflexionen zu widmen.</p>
<p>Während sich Huysmans selbst – und er legt auch seiner Romanfigur einige Andeutungen dazu in den Mund – schon kurz nach der Veröffentlichung von „A Rebours“ und „Là-Bas&#8221; zum Katholizismus bekannte und eine mehr und mehr mönchische Existenz führen sollte, hat das Buch selbst eine Menge eher schillernder Figuren inspiriert: Stefan George, George Bataille und zahlreiche Künstler vom Jugendstil bis zum Surrealismus, zeitgenössische Dichter wie Jeremy Reed und im Rahmen der etwas abseitigeren Popkultur letztlich auch jemanden wie Marc Almond, der in den Credits seines aktuellen Albums sogar der Freundin dankt, die ihm vor Jahrzehnten einmal Huysmans&#8217; Buch schenkte. Wer weiß, vielleicht wäre seine Karriere ohne dieses Geschenk gänzlich anders verlaufen.</p>
<p>Zumindest hätte es ohne „A Rebous“ das aktuelle, über Crowdfunding entstandene Album „Against Nature“ nicht gegeben, und wie der Titel schon verrät, ist das Werk, das auf einem (bereits in Buchform erschienenen) Libretto von Reed, dem Klavierspiel des Griechen Othon Mataragas und natürlich dem Gesang Almonds basiert, eine einizge Hommage an Huysmans&#8217; Buch und seinen skurrilen Helden. In den Texten, die Almond vielleicht noch etwas überdrehter und leidenschaftlicher singt als sonst, werden sämtliche Register dessen gezogen, was die Figur Des Esseintes umtreibt: das verbrauchte Blut der alten, nicht mehr frischen Adelsfamilie, das Gefühl, in einer falschen Zeit geboren zu sein, die Langeweile, der blasierte Abscheu, den der Dandy zu Huysmans&#8217; Zeiten unter dem Begriff des „Ennui“ fasste – der Opener trägt diesen Titel und referiert ganz prägnant den ersten Teil des Romans, in welchem der Ich-Erzähler sein Leben resümiert bis zu dem Zeitpunkt, als er sich entschloss, vollends in seiner eigenen künstlichen Welt aufzugehen.</p>
<p>Eine besonders beeindruckende Passage kommt auch in Reeds Text zu &#8220;Foggy Harbour Day&#8221; zur Sprache, nämlich die imaginäre London-Reise des Helden, die in einer einfachen Pariser Kaschemme mit englischen Seeleuten endet. An der Stelle hat Des Esseintes seine verfeinerte Imaginationskraft endgültig unter Beweis gestellt, denn die schnöde Realität kann ihm die Vorstellung, wirklich in London zu sein, kaum mehr verderben &#8211; kaum, denn letztlich endet im Buch auch diese Episode in einem Lamento über die Begrenzungen der Realität, statt die Entgrenzug schlicht zu feiern, wie Almond, Reed und Mataragas es hier tun und somit den magischen Charakter einer solchen Fantasie betonen.</p>
<p>Es ereignet sich viel in &#8220;Against Nature&#8221;: Rauscherlebnisse mit Absinth, Haschisch und dem psychedelischen Spiel von Farben, die Lust, sich in verschlungenen arabesken Ornamenten zu verlieren, aber auch die Erfahrung, dass doch alles irgendwann im fatalen Schwarz enden muss, das das Album wie ein eben nicht roter Faden durchzieht &#8211; &#8220;black flowers please&#8221;, möchte man an einigen Stellen zitieren. Die krampfhaften Versuche, der Erzfeindin Natur, von Hysmans die &#8220;große Schwätzerin&#8221; genannt, zu zeigen, was wahre Schöpferkraft heißt – Reed und Almond besingen die kaum lebensfähigen, hybriden Pflanzen des Romanhelden, die berühmte Schildkröte mit dem juwelengespickten Goldpanzer, die schon bald an ihrer künstlichen Schönheit verenden soll. Überhaupt schätzt Des Esseintes im Künstlichen auch das Tote, der rührenden Neigung, Bücher als Freunde zu betrachten, steht die Tendenz entgegen, Menschen generell durch Dinge zu ersetzten oder als Dinge zu betrachten; nicht zuletzt auch die hier wiederholt besungene Lust an allem Kranken.</p>
<p>„Against Nature“ ist eine Platte, auf der Inhalt und musikalische Umsetzung besonders gut übereinstimmen. Almonds Gesang fehlt diesmal das Rührende und bisweilen Sentimentale, das vielen seiner neueren Veröffentlichungen ein zwispältiges Gepräge verpasst, und weicht einer Überspanntheit, die das lustvolle Suhlen in verzweifelten Ausschweifungen bestens illustriert, und da Almond sich immer noch nicht wie ein über fünfzigjähriges Sänger anhört, funktioniert die Umsetzung heute nicht weniger gut, als es vor dreißig Jahren der Fall gewesen wäre. Das musikalische Gewand aus Piano und Streichern – nur beim finalen „Liturgy“ kommt ein Frauenchor hinzu, der dem Song das Flair eines 70er Jahre-Filmscore gibt – akzentuiert Almonds Charisma, ohne zu sehr vom Gesang abzulenken. Mit seinem Klavierspiel irgendwo zwischen Romantik und Avantgarde kehrt Othon, der sich zuletzt mehr diversen Formen der Elektronik und mystischer Ethnomusik zugewandt hat, wieder zu den Stärken seiner früheren Arbeiten zurück, und man denkt beim melodramatischen Feuer seiner von spontan wechselnden Tempi bestimmten Musik zwangsläufig an sein unerreichtes Debüt „Digital Angel“.</p>
<p>Natürlich ist „Against Nature“ nicht nur eine gelungene Hommag, sondern auch eine stark subjektiv gefärbte Deutung des Franzosen und seiner Romanfigur. Marc Almond ist eine glamouröse Figur und wirkt außerdem wie einer der freundlichesten Menschen auf diesem Planeten. Das konservativ Katholische, das schon in frühen Werken Huysmans&#8217; anklang und nach „A Rebours“ manifest werden sollte, muss daher ebenso ins Hintertreffen geraten wie das oft hasserfüllte Schopenhauer-Minimum, das der Roman auf jeder Seite durchscheinen lässt – beides gelingt schon persönlichkeitsbedingt viel eher einem anderen großen Huysmans-Verehrer, nämlich Michel Houellebecq. Almond, Reed und Mataragas dagegen betonen eher die lustvolle, ästehetisch feinsinnige, libertäre Seite des Romans. Gerade dies macht die Umsetzung so aufregend, inspirierend und sympathisch und letztlich auch zu einem eigenständigen Werk. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.againstnature.co.uk">Self Released</a></strong></p>
<p><a href="https://www.kickstarter.com/projects/againstnature/against-nature-by-marc-almond-jeremy-reed-and-otho?"><strong><a>Kickstarter</a></strong></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2015/12/12/marc-almond-jeremy-reed-othon-mataragas-against-nature/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>OTHON: Pineal</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/07/12/othon-pineal/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2014/07/12/othon-pineal/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Jul 2014 04:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bird Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Ernesto Tomasini]]></category>
		<category><![CDATA[Javier Arevalo Shahuano]]></category>
		<category><![CDATA[Jessica Ramirez Seopa]]></category>
		<category><![CDATA[John Garner]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
		<category><![CDATA[Mikey Kirkpatrick]]></category>
		<category><![CDATA[OTHON]]></category>
		<category><![CDATA[Othon Mataragas]]></category>
		<category><![CDATA[Rita Belo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=9107</guid>
		<description><![CDATA[Dass das dritte Album des Pianisten Othon Matagaras nach dem kleinen Organ im Gehirn benannt wurde, das durch die Melatoninproduktion den Tag-Nacht-Rhtyhmus steuert, überrascht nicht, denn – und das dürfte bei der Titelwahl entscheidender gewesen sein – in esoterischen Kreisen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/07/12/othon-pineal/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/07/Othon-Mataragas-Pineal.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9109" title="Othon-Mataragas-Pineal" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/07/Othon-Mataragas-Pineal-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass das dritte Album des Pianisten Othon Matagaras nach dem kleinen Organ im Gehirn benannt wurde, das durch die Melatoninproduktion den Tag-Nacht-Rhtyhmus steuert, überrascht nicht, denn – und das dürfte bei der Titelwahl entscheidender gewesen sein – in esoterischen Kreisen wurde die Zirbeldrüse über die Jahrhunderte als Sitz der Seele, als drittes Auge gesehen und schon auf seinem ersten Album „Digital Angel“ wurde deutlich, dass Othon Konzepte schätzt und dass es nicht selten in seinem Schaffen um Transformation(en) geht.<span id="more-9107"></span> Auf seinem inzwischen dritten Album heißt es dann auch ganz explizit: „I have the right to evolve“ und: „I have the right to explore my own consciousness“. Wodurch dies geschehen soll, wird in den Linernotes erläutert, in denen Othon auf die Zweiteilung des Albums hinweist: Die ersten fünf Stücke sollen in Brasilien erlebte, von ihm so bezeichnete „&#8217;sacred medicine&#8217; ceremonies“ in die Stadt zurückbringen, in der der gebürtige Grieche seit 15 Jahren ansässig ist: „an enchanting megalopolis filled up with art pushing the barriers, buildings pushing the skylines and technologies pushing forward the future“, vulgo: London, dessen Beschreibung hier entfernt an Blakes in <em>Jerusalem</em> gemachte Charakterisierung der Stadt an der Themse als „Human awful wonder of God“ erinnert. Auf dem zweiten Teil gehe es darum, die Teile seiner selbst, die den Stadtmenschen ausmachen, mit denen, die zur Natur gehören, zusammenzuführen. Hier finden sich dann Interpretationen von Musik indigener, schamanischer Zeremonien. Sieht man Schamanismus z.B. in Anlehnung an Eliade als „Technik der Ekstase“, dann ist das im Kontext des Albums durchaus passend. Dabei ist spirituelle Suche von Künstlern in anderen, oftmals als exotisch apostrophierten oder wahrgenommenen Regionen der Welt natürlich weit verbreitet, exemplarisch könnte man vier Jungs aus Liverpool und ihre Reise nach Indien nennen oder aber an Angus Mc Lises Umzug nach Nepal erinnern.</p>
<p>Schon im von Ernesto Tomasini gesungenen Opener „Pineal Kiss“ geht es um Heilung, hier durch die psychotrope Substanz DMT, das Bewusstsein schwingt sich in die Lüfte, um „ethereal beings“ zu begegnen. Dabei reizt Tomasini (noch) nicht alle Facetten seiner Stimme aus, klingt wie ein dekadenter Dandy. Dafür tragen sehr an den 90ern orientierte Technobeats und ein vierköpfiger Chor dazu bei, dem Hörer das „Tanzen mit Kobras“ zu vermitteln (damit wird auf den zweiten Teil des Albums vorausgedeutet). Labelkollege Bird Radio (mit bürgerlichem Namen Mikey<strong> </strong>Kirkpatrick ), der gar nicht so unähnlich wie Tomasini klingt, singt das von Othons Klavierspiel geprägte „Your Quantum Future“, auf dem sich textlich auch schon auf dem Debüt auftauchende Sci-Fi-Metaphorik findet: „Our sperm travels into space“, „In space-brothels we learn love“. Und auch hier wieder geht es um (Ver-)Wandlung: „One day I feel a boy/The next day I am a girl/And last week I was a snake“. Das Instrumental „City Shaman“ kombiniert monotone, pochende Perkussion mit John Garners dramatischem Geigenspiel. Darauf folgt das vorab als Single ausgekoppelte „Dawn Yet to Come“ &#8211; erneut von Technobeats untermalt und diesmal von einem sechsköpfigen Gospelchor unterstützt singt Tomasini in seinem Gänsehaut erzeugenden Falsett. <span style="text-decoration: underline;">, </span>Mit der „Japan Suite“ endet der erste Teil; das ist ein meditatives, von asiatisch klingender Perkussion und getragenen Geigen dominiertes Instrumental, das das Exaltierte und Dramatische des vorherigen Tracks zurücknimmt und <a href="http://othon.bandcamp.com/">ursprünglich Othons erster selbst gemastererter, gemischter und aufgenommener Song </a>war. „Puca Puca“, mit dem der zweite Teil eröffnet wird, kombiniert nach staubiger Wüste klingendes Gitarrenspiel mit schleppender Elektronik und dem Gesang von Javier Arevalo Shahuano und Jessica Ramirez Seopa, die auch den Abschlusstrack „Tayti“ interpretieren. Das erinnert dann teilweise schon an das, was man gemeinhin wenig glücklich als Ethnomusik bezeichnet und man kann fast den Geruch von Räucherstäbchen in seiner Nase spüren. „Pasha Dume“ ist dann das vielleicht rituellst klingende Stück. „Fly“ beginnt mit dem unbegleiteten Gesang Rita Belos, bevor harsche Beats einsetzen. Auch hier führt der Weg bis (weit) ins All: „Your heart will show the way/To the sun/To the moon/The stars behind the skies“. „Cobra Coral“, eine Hymne der synkretistischen Umbandareligion, singt Marc Almond, der ebenso wie Tomasini auf bisher jedem Album von Othomn mitgewirkt hat.</p>
<p>„Pineal“ beweist Othons Wunsch nach (Weiter-)Entwicklung, er wollte kein zweites „Impermanence“ einspielen. Thematisch ist das Album vielleicht gar nicht wo weit weg von den Vorgängern, musikalisch ist es bewusst vielstimmig (und das lässt sich natürlich durchaus mehrdeutig lesen).</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.strikeforcetv.com">SFE</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2014/07/12/othon-pineal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>OTHON: Impermanence</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/12/24/othon-impermanence/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2011/12/24/othon-impermanence/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 06:46:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Camille O' Sullivan]]></category>
		<category><![CDATA[David Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Ernesto Sarezale]]></category>
		<category><![CDATA[Ernesto Tomasini]]></category>
		<category><![CDATA[Justin Jones]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
		<category><![CDATA[OTHON]]></category>
		<category><![CDATA[Othon Mataragas]]></category>
		<category><![CDATA[The Elysium Quartett]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=3382</guid>
		<description><![CDATA[Drei Jahre nachdem Othon Mataragas sein Debüt „Digital Angel“ auf David Tibets Label Durtro veröffentlichte, folgt mit „Impermanence“ der schon länger angekündigte Nachfolger. Zwei der Sänger, die das Debüt entscheidend (mit)prägten &#8211; Ernesto Tomasini und Marc Almond -, spielen auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/12/24/othon-impermanence/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/12/othonimpermanence.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3402" title="othonimpermanence" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/12/othonimpermanence.jpg" alt="" width="174" height="160" /></a>Drei Jahre nachdem Othon Mataragas sein Debüt „Digital Angel“ auf David Tibets Label Durtro veröffentlichte, folgt mit „Impermanence“ der schon länger angekündigte Nachfolger. Zwei der Sänger, die das Debüt entscheidend (mit)prägten &#8211; Ernesto Tomasini und Marc Almond -, spielen auch auf dem neuen Album eine zentrale Rolle. Vor einigen Monaten kündige Othon an, dass seine künftigen Werke alle unter dem Motto „PAN </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>muzik</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">“ stünden, dabei äußerte er sich jüngst in einem Interview mit dem Magazin Exeunt zum gewählten Begriff: „Pan transcends all styles and limitations.<span id="more-3382"></span> Pan is also the Greek God of the wilderness and of revolt, of sexual pleasures and of human nature.“ (man denke auch an die „Hymn to Pan“, die der in Hastings verstorbene Autor des auf „Digital Angel“ vertonten „Tango Songs“ verfasste). </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Diese zwei Aspekte finden sich fortwährend auf dem Album: musikalisch in der Verbindung von Pop und Klassik, Moderne und Barock und textlich im Changieren zwischen Romantik und Transgression, einer Fokussierung auf das Leben auf der nächtlichen Straße, wie es z.B. auf „At Night“ entfaltet wird. Tomasini singt dieses Stück, das textlich wie musikalisch auf Marc Almonds „Mother Fist“-Album sicher nicht deplatziert gewesen wäre. Das lyrische Ich durchstreift Straßen, trifft (auf) „Fremde“, „Liebe“ und „Verbrechen“, nicht zu vergessen „muskulöse Körper“ und verwandelt sich des Nachts in einen „Helden“, dessen Aktivitäten sich in „Betten“ wie in „Toiletten“ abspielen &#8211; letztlich geht es um nicht weniger als um „rituals of death and of life“ und es findet ein expliziter Verweis auf den flötenspielenden Gott der alten Griechen statt: „We offer ourselves to the Pan of the night“. Das ist natürlich ein Territorium, das das von Genet mehr als nur partiell streift (im Hintergrund des von Hector de Gregorio &#8211; der über sich selbst sagt: „I am interested in European Art and how the idea of ecstasy is produced in many styles“ </span>-<span style="font-family: Arial,sans-serif;"> gestalteten Covers sieht man inmitten der magischen Landschaft ein Schiff, auf dem vielleicht Qurerelle weilt). Tomasini hält sich hier beim Vortrag zurück, reizt noch nicht alle Facetten seiner Stimme aus. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das narrative „A Trip to Paradise“ wird vom Neuzugang, der irischen Sängerin und Schauspielerin, Camille O&#8217; Sullivan gesungen: Der Fremde, der (natürlich „spät in der Nacht“) getroffen wird, fordert, ihn zu einem „ruhigen, einsamen Strand“ zu bringen, ins „Land des Paradieses“, einen Ort, an dem kurz gefasst „love is all there is to be“. Diese utopische Vision, die in dem Song, der im Rahmen des Albums vielleicht der leichteste ist, ausgebreitet wird, wird von Klavier und dezenten Streichern (die auf fast allen Stücken von dem auf Musik des 20. Jahrhunderts spezialisierten The Elysium Quartet gespielt werden) untermalt. In „The Fall“, der Vertonung eines Sonetts des baskischen und inzwischen in London ansässigen Künstlers und „nackten Dichters“ Ernesto Sarezale, wird der schwer verletzte Fremde, der in einer Lache aus Blut und Sperma liegt und eine fremde Sprache spricht, in der letzten Zeile als gefallener Engel enthüllt. Tomasinis Stimme changiert hier zwischen hysterischem Falsett und der Reinheit eines Cherubs. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das instrumentale „Mystery Star Dance“ kombiniert Klavier mit Cello, dabei erinnern kurze Melodiepassagen etwas an Carpenters „Halloween“-Score. „All Too Soon“ ist das erste Stück, auf dem Othon selbst den Gesang übernimmt und sich den Erinnerungen an die Kindheit, an einen Jugendfreund und die Suche nach dem „postromantischen Traum“ hingibt, wobei die beiden hier beschworenen „Straßenjungen“ schon damals nach der Transzendenz des Exzesses suchten, nach „life&#8217;s next ultimate kick“. Der scheinbar verstorbene Freund wird am Ende mit Hilfe der Totenstellung des Joga wiedergetroffen. „59“ wird wieder von Tomasini gesungen, die textliche Antithetik zwischen „Mars and Venus“, „Cum and die“ oder „Yin and Yang“  spiegelt sich musikalisch im Wechsel von dramatischen Streichern und reduziertem Klavier wider und Tomasimis Stimme darf viele Oktaven durchwandern (insgesamt erinnert „59“ etwas an das experimentelle dreiteilige Titelstück des Debüts). Das dann folgende „A Little Dream“ nimmt die Dramatik etwas zurück und ist die vielleicht unvermeidliche, leicht melancholische Hymne auf den „Jungen in der Straße“, der hier natürlich ein Messer hat und der dem lyrischen Ich, das erneut von Tomasini verkörpert wird, den „schockierendsten“ und „gewalttätigsten“ seiner Träume erzählen soll. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die nächsten zwei Stücke werden von Marc Almond gesungen: Auf „Impermanence“ spielt als Gast Justin Jones von And Also The Trees Gitarre und auf „Last Night I Paid To Close My Eyes“ intoniert Almond zu musikalischer Untermalung, die den Hörer, in einen verrauchten Ballsaal transportiert, das Grausame der Liebe. Abgeschlossen wird das Album von der von Tomasini gesungenen Version des Titelstücks, das vom Erkennen der Veränglichkeit des Fleisches („The body withers and dies“) und der Liebe handelt („All love withers and dies“), aber gleichzeitig auch von der Weigerung dies zu akzeptieren („But I deny to believe/I deny to accept/The impermance of it all“). Das erinnert an Dylan Thomas&#8217; „Do not go gentle into that good night“, in dem dem sterbenden Vater entgegenrufen wird: „Do not go gentle into that good night./Rage, rage against the dying of the light“. Das durchgängig im Falsett vorgetragene und von einer Orgel untermalte Stück ist vielleicht eines der ergreifendsten Stücke Musik, das in den letzten Jahren entstanden ist. Wer hier nicht ein tiefes Erschauern angesichts des Wegs allen Fleisches verspürt, der hat seine psychischen Abwehrmechanismen aufs Höchste perfektioniert. All das geschieht auf bloß 38 Minuten und die Frage, ob der Künstler am Anspruch des Konzepts scheitert, muss hier verneint werden. „Cast the spell/Blow the mind“ heißt es auf „59“. Das ist mit diesem Album gelungen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">(M.G.)</span></p>
<p>Label: <a href="http://www.cherryred.co.uk/sfe.asp">SFE</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2011/12/24/othon-impermanence/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ERNESTO TOMASINI &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/01/ernesto-tomasini-interview/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2011/09/01/ernesto-tomasini-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 07:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Liles]]></category>
		<category><![CDATA[Ernesto Tomasini]]></category>
		<category><![CDATA[Fabrizio Modonese Palumbo]]></category>
		<category><![CDATA[OTHON]]></category>
		<category><![CDATA[Othon & Tomasini]]></category>
		<category><![CDATA[Othon Mataragas]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Christopherson]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=1046</guid>
		<description><![CDATA[Ernesto Tomasini dürfte einigen Lesern dieser Publikation durch seinen Gesang auf dem vor knapp zwei Jahren auf Durtro veröffentlichten Album „Digital Angel“ von Othon aufgefallen sein, auf dem die mehrere Oktaven umfassende Stimme des gebürtigen Italieners, der seit Mitte der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/ernesto-tomasini-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1047" title="Tomasini-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ernesto Tomasini dürfte einigen Lesern dieser Publikation durch seinen Gesang auf dem vor knapp zwei Jahren auf Durtro veröffentlichten Album „Digital Angel“ von Othon aufgefallen sein, auf dem die mehrere Oktaven umfassende Stimme des gebürtigen Italieners, der seit Mitte der 90er Jahre in London lebt, einer der Höhepunkte war. Ein Jahr zuvor hatte Tomasini bereits zusammen mit Fabrizio Modonese Palumbo  (Larsen) ein experimentelles Album aufgenommen, auf dem sie u.a. Judas Priests „Breaking the Law“ coverten. <span id="more-1046"></span>Auch auf zwei CDs aus Andrew Liles’ „Vortex Vault“-Serie ist er zu hören. Allerdings macht die Musik bislang nur einen kleinen Teil der Aktivitäten Tomasinis aus. Ursrpünglich auf den Kabarettbühnen Italiens zuhause, absolvierte er später in London ein Schauspielstudium an der Arts Educational Drama School und spielte danach sowohl in experimentellen Theaterstücken auf Londons Bühnen als auch im West End („Chicago-the musical“). In den vergangenen Jahren kreierte er zwei eigene Einpersonenstücke: „<em>True or Falsetto?</em><em> </em><em>A Secret History of the Castrati!“ </em><em>und „Veiled Screen: A Secret History of Hollywood“, in dem es um die </em></strong><strong>Darstellung schwuler Charaktere in Hollywoodfilmen ging.</strong><strong> </strong><strong>Wer einen Eindruck von Tomasinis beeindruckender Bühnenpräsenz bekommen möchte, der sollte sich Videos einiger seiner Auftritte anschauen, die verdeutlichen, dass er einer der ergreifendsten und originellsten Sänger und Performer der letzten Jahre ist. </strong><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Was kannst du zu deinem Album “Canes Venatici” zusammen mit Fabrizio Modonese </strong></em><strong><em>Palumbo</em></strong><strong><em> sagen? Wie hat es begonnen und was für ein Konzept steckt dahinter?</em></strong><em> </em></p>
<p>Das Angebot einer Zusammenarbeit kam von Fabrizio. Wir wurden zu so guten Freunden, dass es unvermeidbar schien, unsere Freundschaft in das Musikmachen einfließen zu lassen. Wir sprachen während einer Tour durch Griechenland über das Album und dann arbeiteten wir jeweils getrennt in Turin und London daran – aber dank der Magie der Technologie auf sehr enge Weise. Es war sehr organisch und hat großen Spaß gemacht. Jedes Stück steht für sich allein und thematisiert verschiedene Aspekte: Wissenschaft gegen Aberglaube, die Liebe nach italienischer Art, Kindheitserinnerungen. Es diente als Basis für das, was wir live machen: ein elektronisches Kabarett des Unterbewussten! Diese Auftritte sind als innovativ gepriesen worden und –zusammen mit Paul Beauchamp von Blind Cave Salamander und Trevor von Northgate, die sich später dazu gesellt haben –  sind wir ziemlich begeistert.</p>
<p><strong><em>Wer von euch hatte die Idee Judas Priests „Breaking the law” zu covern und kannst du kurz sagen, was die Idee dahinter war? </em></strong></p>
<p>Das war Fabrizios Idee. Er wollte eine langsame, schleppende, fast monotone Coverversion um die Depression, die dem Text innewohnte, hervorzubringen. Mein Beitrag war unerwartet, aber Fabrizio mochte ihn sehr und wir legten los. Ich spielte auf jede nur denkbare Weise gegen das Stück an: Es war ein Lied über die Arbeiterklasse, die den Status Quo beklagte. Ich sang das Stück in einem feinen britischen Akzent; ich sang es als konservativer Parlamentarier, den eine fortschrittliche Regierung (in meinen Träumen geschehen solche Dinge!) zum Rücktritt zwingt. Ich sang es recht tief um einen Kontrast zu Rob Halfords hoher Stimme zu schaffen. Ich ging auch jedes Mal „hoch“, wenn die Musik „runter“ ging.  Es wurde zu einer Satire. Ich denke, das Beispiel gibt dir einen guten Eindruck davon, wie wir arbeiten und warum ich das aufregend finde: da sind diese zwei total verschiedenen Welten, die zusammenprallen und sich in völlig unerwarteten Richtungen entzünden.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-Trompete1-229x300.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1503" title="Tomasini-Trompete1-229x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-Trompete1-229x300.jpg" alt="" width="229" height="300" /></a>Kannst du uns etwas zu „Digital Angel” sagen? Warst du von Anfang an am Enststehungsprozess beteiligt? </em></strong></p>
<p>Als ich Othon traf, hatte er schon „Digital Angel I: The Union“ geschrieben, was der erste Teil der „Digital Angel-Trilogie“ auf dem Album ist. Ich glaube, es war seine erste Komposition für eine Stimme, für einen Sopran. Nachdem wir uns kennen gelernt hatten, passte er es meinen etwas bilderstürmerischen Ansichten an und erweiterte das Spektrum. Kurz danach komponierte er die anderen zwei Teile für meine Stimme: „Digital Angel II: Metalipsis“ und „Digital Angel III: Brave New World“. Jedes andere seiner Stücke, die ich singe, hat er extra für mich geschrieben.  Und ich bin auch der Glückliche, der jedes Stück hört, wenn es noch im Entstehungsprozess ist. Ich sitze da mit offenem Mund, verblüfft wie ein Kind in einem Spielzeugladen und ich fühle mich in andere Sphären versetzt. Das heißt: Ja, ich war vom ersten Tag an dabei, aber ich möchte betonen, dass ich in meiner Zusammenarbeit mit Othon lediglich der Sänger bin: Ihm gebührt all die Anerkennung.</p>
<p><strong><em>Während des letzten Jahres hatte man den Eindruck,  dass wenn die Mainstreampresse über Künstler wie Antony, Baby Dee, Rufus Wainwright etc. schrieb, sie als Exzentriker wahrgenommen wurden. Die Reaktionen waren positiv, aber man hatte das Gefühl, dass die Journalisten zwischen den Zeilen den Eindruck aufkommen ließen, dass sie als Abweichung vom heterosexuellen Mainstream betrachtet und nur als Ausnahme von der Regel akzeptiert wurden. Hattest du schon einmal den Eindruck, dass dir etwas Ähnliches widerfahren ist? </em></strong></p>
<p><strong> </strong>Aber ich bin eine Abweichung vom heterosexuellen Mainstream; sollten sie mich also als solche wahrnehmen, haben sie Recht. Ich weiche auch vom homosexuellen, transsexuellen und transgender Mainstream ab (gibt es noch irgendeinen anderen Mainstream? Wenn es noch einen gibt, würde ich auch gerne von ihm abweichen). Ich hoffe, das wird deutlich. <strong> </strong></p>
<p><strong><em>In seiner Autobiographie schreibt  Marc Almond, dass er es „ablehnt, lediglich in sexueller Hinsicht kategorisiert zu werden”. Hast du eine ähnliche Einstellung? </em></strong></p>
<p>Ich war als Kabarettkünstler politisch ziemlich aktiv, als ich in den 80ern anfing. Meine Acts waren ziemlich „queer”, links und voll ins Gesicht. Zur damaligen Zeit war ich in Italien der einzige, der so etwas machte. Ich war ein Teenager und hatte das Gefühl, dass es nötig war. Jetzt kümmert es mich nicht mehr wirklich. Ich glaube wirklich, dass es so viele Sexualitäten wie es Gesichter im Westen gibt (das gilt auf jeden Fall für Westlondon) und manchmal finde ich Labels nützlich, aber letztlich sind sie nie passend. Ich bin übrigens kein Homosexueller (ich will doch nicht den weiblichen Teeniemarkt verschrecken!).</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-grave-199x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1505" title="Tomasini-grave-199x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-grave-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Kategorisierungen scheinen Musiker oft zu nerven. Ich muss aber dennoch fragen: Fühlst du dich wohler damit, „Maria Callas, die von Satan besessen ist” oder „Der neue Farinelli” zu sein – um zu zitieren, was einige über dich gesagt haben</em></strong><strong>?</strong></p>
<p>Journalisten müssen dem Publikum Referenzpunkte geben. Ich bin immer der neue Kastrat oder der neue Klaus Nomi (aber wer bin ich, wenn ich Bass singe?) oder – öfter – Maria Callas (sie muss die einzige Opernsängerin sein, die sie kennen) mit jemand anderem kombiniert (und die Möglichkeiten sind schier endlos); oder ich bin –wie im Falle der von dir genannten Satanssache- ein Sänger in einer extremen Situation (ein Sopran auf Feuer oder ein Bariton auf Helium). Ich glaube, mir gefällt „Sarah Brightman auf Ketamin“ am besten: Da kann man nichts gegen sagen, oder? Sie sind alle amüsant, aber nicht mehr. Alles in allem könnten mir Rezensionen nicht gleichgültiger sein. Nach 25 Jahren im Geschäft habe ich alles und das Gegenteil davon gelesen und ich weiß, dass die Meinung eines Kritikers, ob nun gut oder schlecht, nichts an meinem Tag ändern wird, ganz zu schweigen an meinem Leben. Wenn die Rezensionen gut sind, benutzt sie dein Presseagent zu Werbezwecken, wenn sie schlecht sind, wirft er sie weg. Punkt. Ich habe Künstler gesehen, die sowohl durch gute als auch durch schlechte Kritiken beschädigt worden sind. Ich möchte einfach nur weitermachen.</p>
<p><strong><em>Ich hoffe, du siehst darüber hinweg, wenn ich sage, dass ich nicht bemerkt habe, dass du in „Children of Men” mitspielst. Wie ist es dazu gekommen und welche Rolle spielen solche Rollen (verzeih mir das Wortspiel) in deinem Leben? Ich habe auch gehört, dass du eine kleine Rolle in „Forget me not” spielst. </em></strong></p>
<p>Ganz allgemein spielen sie die wichtige Rolle für meinen täglichen Belugakaviar zu zahlen! Im Falle von „Children of Men“ war es aber anders. Es war etwas wirklich Besonderes mit dem Regisseur Alfonso Cuaròn zusammenzuarbeiten. Er ist ein leidenschaftlicher Künstler und ein Intellektueller, aber einer, der der die Zügel in der Hand hält. Er hat einen bösen Sinn für Humor; etwas, das für mich unerlässlich ist und er schätzt Vivaldis weniger bekannte Opern sehr – wie könnte ich ihn also nicht mögen?</p>
<p><strong><em>Siehst du einen Unterscheid zwischen Theater/Performance/Musik oder würdest du sagen, dass du all dies in deiner Person verbindest?</em></strong></p>
<p>Es gibt ziemlich große Unterschiede zwischen den verschiedenen Aspekten der Kunst und es gibt noch mehr Stilunterschiede innerhalb der einzelnen Genres. Mein ganzes Leben hindurch habe ich die feste Absicht gehabt, dass ich praktisch jeden Aspekt der Profession (sogar Arbeit mit Puppen und Masken) angehen will, deswegen ist das Auswählen und Mischen jetzt meine zweite Natur und ein Merkmal meiner eigenen Stücke. Ich probiere permanent neue Dinge aus, die mich, ganz unvermeidlich, nach vorne bringen. Wenn man darüber nachdenkt, bin ich erst seit drei Jahren im Musikgeschäft. Davor hatte ich nie ein Lied außerhalb einer Bühnenshow gesungen. Ich bin der älteste Neue!</p>
<p><strong><em>Wenn du schreibst, dass du dir nur Musik anhörst, die vor 1964 geschrieben worden ist, ist das etwas ironisch gemeint? </em></strong><em> </em></p>
<p>Bis in meine frühen 20er war das absolut wahr. Ich hatte die bewusste, freie Entscheidung getroffen mir nichts „Modernes“ anzuhören. Es war die ultimative Rebellion. Meine Freunde standen auf Pink Floyd, Einstürzende Neubauten, Siouxsie, aber sie wussten, dass sie bei mir verkratzte, frühe Aufnahmen ertragen mussten, die bis ins Jahr 1895 zurückreichten: Ragtime, Erik Satie, Gertrude Lawrence, Giancarlo Menotti, Anthony Newley. Es war später, dass ich mich dazu entschloss, dass die Zeit gekommen war, mich anderen Genres gegenüber zu öffnen und sogar in Betracht zog, elektronische Musik zu akzeptieren. Es war großartig, denn als ich anfing Musik zu hören, die sozusagen nach 1964 geschrieben worden war, hatte ich starke Fundamente in der Vergangenheit und ich hatte den Eindruck, dass ich dadurch die Entwicklungen der Musik des späten 20. Jahrhunderts eher schätzen konnte als das sonst möglich gewesen wäre.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-Perezset-200x300.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1507" title="Tomasini-Perezset-200x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Tomasini-Perezset-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Das hängt eng mit der letzten Frage zusammen: Hältst du dich für einen Anachronismus? </em></strong></p>
<p>Im alltäglichen Leben muss ich das hundertprozentig mit ja antworten. Ich gehe herum und habe das Gefühl, dass ich nichts mit meinen Zeitgenossen zu tun habe. Ich fühle mich wie ein Vampir, der in moderner Kleidung herumläuft, dessen Herz aber 300 Jahre alt ist. Politisch gesehen lebe ich 300 Jahre in der Zukunft. Das ist der Grund, warum ich auf der Bühne aktuelle Aspekte in Frage stelle und ich problematische Themen wähle. Mein letztes Stück handelte davon, dass ich Leuten die Vergangenheit zeige, um etwas über die Gegenwart zu sagen und Richtungen für die Zukunft aufzuzeigen. Ich gebe dem Publikum die Möglichkeit sich zu entspannen und Spaß zu haben um sie dann schließlich ins Gesicht zu schlagen. Bislang waren meine Shows (als Performer/Autor oder Produzent) eine durchgehende Lachkavalkade mit einem vernichtenden Finale, bei dem – wie man sagt – kein Auge trocken bleibt. Wenn ich im realen Leben kein „Anachronismus“ wäre, glaube ich nicht, dass ich dazu imstande wäre.</p>
<p><strong><em>Lass uns zu etwas profaneren Fragen kommen: Habt du ein Label für deine nächsten Alben gefunden</em></strong><strong>? </strong></p>
<p>Ich habe vier Alben aufgenommen und sie sollten 2010 das Tageslicht erblicken.Drück mir die Daumen! Das ist alles, was ich momentan dazu sagen kann.</p>
<p><strong><em>Wird das „Impermanence“- Album anders als „Digital Angel“ sein? Was werden deines Erachtens die größten Unterschiede zwischen den beiden Alben sein? </em></strong></p>
<p>Ich würde sagen, dass das neue Album ein beträchtlicher Schritt nach vorne ist. Wegen des Erfolges von „Digital Angel“ ist das Budget dieses Mal höher und die Stücke sind stärker orchestriert. Die Songauswahl ist unterschiedlicher, aber auch kompakter. Es gibt lyrischere Stücke auf dem Album, wobei es gleichzeitig immer noch eine Reihe experimenteller Tracks geben wird. „Impermanence“ behält eine Melancholie, aber der Romantizismus ist nicht so düster wie auf „Digital Angel“.</p>
<p><strong><em>Auf youtube gibt es viele Liveaufnahmen mit Othon in Manchester, bei denen du noch unbekannte Songs („Last Night I Paid to Close My Eyes“, „Skylights“, „At Night“ etc.) spielst.  Planst du die noch zu veröffentlichen?</em></strong><strong> </strong></p>
<p>„At Night” und  „Last Night I Paid to Close My Eyes” werden auf dem „Impermanence”- Album sein. „Skylights“ wird irgendwann veröffentlicht werden. Da bin ich mir sicher. Othon hat genug Material um mindestens fünf neue Alben zu machen – gib ihm nur die Zeit und das nötige Geld!!!</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.; Fotos: Hector De Gregorio (1 und 2), Jamie McLeod, Rafael Perez Evans)</p>
<p><a href="http://www.ernestotomasini.com/">http://www.ernestotomasini.com/</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/othonandtomasini">http://www.myspace.com/othonandtomasini</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2011/09/01/ernesto-tomasini-interview/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>OTHON &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-interview/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:11:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bruce La Bruce]]></category>
		<category><![CDATA[Current 93]]></category>
		<category><![CDATA[David Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Ernesto Tomasini]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Genet]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
		<category><![CDATA[OTHON]]></category>
		<category><![CDATA[Othon Mataragas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=1563</guid>
		<description><![CDATA[Im vergangenen Jahr wurde auf Durtro das Debütalbum des griechischen Pianisten OTHON Mataragas veröffentlicht, auf dem als Gastsänger Marc Almond, David Tibet und (seine Muse) Ernesto Tomasini zu hören waren. “Digital Angel” war in seiner Exzentrik, Emotionalität und Originalität einer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/othon2-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1565" title="othon2-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/othon2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im vergangenen Jahr wurde auf Durtro das Debütalbum des griechischen Pianisten OTHON Mataragas veröffentlicht, auf dem als Gastsänger Marc Almond, David Tibet und (seine Muse) Ernesto Tomasini zu hören waren. “Digital Angel” war in seiner Exzentrik, Emotionalität und Originalität einer der Höhepunkte des letzten Jahres. Momentan arbeitet OTHON an zwei weiteren Alben und auf dem im Oktober in Rom stattfindenden PRE Final Fest wird er einen neuen Soundtrack zu Jörg Buttgereits Klassiker “Nekromantik” vorstellen. <span id="more-1563"></span></strong></p>
<p><strong><em>Ich denke, dass du bezüglich deines Albums in den letzten Monaten Feedback bekommen hast. Bist du zufrieden mit dem, was bisher über das Album bzw. über dich geschrieben wurde? </em></strong></p>
<p>Ja, sehr. Zuerst dachte ich, dass es die Leute nicht verstehen würden, da es eine ziemlich seltsame und ungewöhnliche Platte ist, auf der sich verschiedene Stile mischen. Aber es sieht so aus, als sei das der springende Punkt gewesen. Es ist eine sehr ehrliche Platte, die sich mit all den verschiedenen Facetten von mir beschäftigt und irgendwie könne die Leute das nachvollziehen. Ich glaube daran, so viele Facetten unserer Persönlichkeit wie möglich zum Ausdruck zu bringen ohne dabei notwendigerweise einen Konflikt zu erzeugen.</p>
<p><strong><em>Auf “Digital Angel” singt David Tibet COILs “The Dreamer Is Still Asleep” (ein Lied, das in dieser Form auch für den neuen Soundtrack zu Derek Jarmans “The Angelic Conversation” verwendet wurde). Du hast einmal gesagt, dass dich primär die Musik dieses Films inspiriert hat (die von COIL stammt). Wie stark bist du von CURRENT 93 und COIL beeinflusst worden? </em></strong></p>
<p>Ich bin u.a. mit der Musik von COIL und CURRENT 93 aufgewachsen, deswegen ist der Einfluss ziemlich stark. Aber ich denke, dass mich diese Bands hauptsächlich auf einer energetischen Ebene und weniger auf einer musikalischen beeinflusst haben. Sie sind sich selbst und ihrer Kunst gegenüber von Anfang an ehrlich gewesen und diese Ehrlichkeit war für mich und andere ansteckend.</p>
<p><strong><em>Das bringt mich zu der nächsten Frage: Wie ist die Idee einen neuen Soundtrack für “The Angelic Conversation” zu machen? Was für Erinnerungen hast du daran? </em></strong></p>
<p>Ich telefonierte gerade mit Tibet und er fragte mich, ob ich mit ihm und Sleazy in Turin im Rahmen des Filmfestivals auftreten wolle. Ich war natürlich begeistert. Es war eine großartige Veranstaltung: Durch und durch “low beat” und anders als die Auftritte, die ich bis dahin gemacht hatte. Für mich war wahrscheinlich der beste Moment, als Sleazy zu mir kam, nachdem wir “The Dreamer [is Still Asleep”] geprobt hatten und meinte, dass er habe weinen müssen, und dass er (zu meiner Überraschung!) denke, dass diese Version dem Anlass angemessener sei als das Original. Peter ist ein wundervoller Mensch und es war für mich eine Ehre mit ihm zu spielen. Ich denke, ein Traum mehr ist an diesem Tag wahr geworden!</p>
<p><strong><em>Es heißt, Ernesto Tomasini sei deine Muse. Was kannst du uns über eure Beziehung sagen? </em></strong></p>
<p>Wo anfangen und wo aufhören? Ernesto ist eins der größten Geschenke, die Gott, der Universelle Agent oder das Flüssige Licht (wie man es auch immer nennen mag) mir gegeben hat. Abgesehen vom Performer, der er ist, kann Ernesto meine Musik so verstehen als sei sie ein Teil von ihm selbst. Sein Antrieb, seine Energie und sein Enthusiasmus sind unübertroffen und mit ihm zu arbeiten ist eine reine Freude. Er ist ein Mit-Reisender, Mit-Erforscher und Mit-Partykämpfer in diesen schwierigen, aber auch aufregenden Zeiten!</p>
<p><strong><em>Lass uns zu deinem Debüt kommen. Auf “Digital Angel” hast du Crowleys “The Tango Song” vertont und du hast mal in einem Interview gesagt, dass dich einige seiner Schriften faszinieren, aber dass du kein totaler Anhänger bist. Warum hast du “The Tango Song” ausgewählt? War es diese Zelebrierung von Leidenschaft und Ekstase? </em></strong></p>
<p>Um genau zu sein habe ich das Stück nicht wirklich selbst ausgewählt. Es wurde sozusagen viel eher für mich ausgewählt. Ursprünglich bat mich Hymenaeus Beta vom O.T.O. darum, einige Demoaufnahmen von Liedern von Frater Achad (Charles Stansfeld Jones) und Crowley für die O.T.O.-Archive zu machen. Marc (Almond) sollte zwei der Crowleysongs mit einem Verwandten von Crowley aufnehmen und ich sollte ihm dabei helfen, sie zu lernen. Was geschah, war, dass Marc es vorzog, nur “The Tango Song” zu singen, weil er dachte, dass “Viva La France” besser von einem Franzosen gesungen werden sollte. Ich nahm eine Version [von “The Tango Song”] auf, die Marc sehr gefiel und wir dachten uns dann, warum sollen wir es nicht einfach zusammen aufnehmen? Das machten wir dann und ich bin froh darüber, da uns beiden das Ergebnis sehr gefällt.</p>
<p><em><strong>Würdest du sagen, dass zumindest ein Teil des Albums eine Apotheose des Sex&#8217; ist?</strong></em></p>
<p>Auf gewisse Weise schon, obwohl ich daran nie bewusst gedacht habe. Es gibt eine starke sexuelle Strömung auf der CD, eine Art ursprünglicher Energie, wenn man so will, aber das mag daran liegen, dass ich selbst eine sehr sexuelle Person bin. Mich interessieren hauptsächlich die zerstörerischen und schöpferischen Elemente des Sex’ und das spiegelt sich in meiner selbst zerstörerischen und selbst erschaffenden musikalischen Figur wider.</p>
<p><strong><em>In William Blakes “The Marriage Of Heaven And Hell” heißt es: “Energy Is Eternal Delight”. Stimmst du dem zu? </em></strong></p>
<p>Ich könnte nicht mehr zustimmen!</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Othon1-270x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1564" title="Othon1-270x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Othon1-270x300.jpg" alt="" width="270" height="300" /></a>Ich habe mich gefragt, ob du die Texte mit dem einen Sänger im Hinterkopf gechrieben hast, da die Texte ideal zum jeweiligen Vortragenden zu passen scheinen (z.B. “Tonight”). </em></strong></p>
<p>Ja. Bei allen Stücken hatte ich die Sänger im Kopf, wobei ich zu dem Zeitpunkt als ich “Tonight” und “The Epitaph of God” schrieb, nicht wusste, ob Marc sie singen würde oder nicht. Ich habe nur insgeheim gehofft, dass er es machen würde!</p>
<p><strong><em>Du hast in einem anderen Interview erwähnt, dass die Titel gebende Trilogie zumindest partiell von Überwachung (durch digitale Implantate) handelt. Was kannst du uns über das Konzept verraten? </em></strong></p>
<p>Dieses Konzept breitet sich fortwährend in meinem Kopf aus. Ich verbringe genauso viel Zeit damit, all diesen Kram zu recherchieren wie mit dem Schreiben oder Spielen von Musik. Das Cover des Albums ist der Inbegriff dieser Ideen, wenn auch versteckt hinter den “kitschigen” Elementen – wie es jemand nett formuliert hat. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr wird mir klar, dass nicht nur die Menschheit, eine Einweltregierung oder die neue Weltordnung dahinter steckt. Das ist nur die Fassade. Es sieht so aus, als ob da komplexere Mächte, die transdimensional sind, am Werk sind. Es gibt hyperdimensionale Wesen, die die Erde als Quelle betrachten und es gibt andere, die versuchen uns zu warnen und zu beschützen. Uns wird langsam bewusst, dass wir nicht alleine im Kosmos sind und Enthüllungsprojekte dienen diesem Zweck. Da wir uns dem Jahr 2012 nähern, denke ich, dass wir noch mehr Enthüllungen und Ufosichtungen haben werden. Die Realität wird bald eine neue Form haben. Im Augenblick schreibe ich für nächstes Jahr ein Theaterstück/eine Performance zu diesem Thema. Ich kann jedem empfehlen, der sich nur im Entferntesten für diese Themen interessiert, zu kommen und es sich anzusehen. Es wird nächsten Mai in Manchester beim “Queer Up North”-Festival aufgeführt werden und Ernesto wird sehr daran beteiligt sein.</p>
<p><strong><em>Denkst du, dass durch die allgegenwärtige Kameraüberwachung, den immer stärker werdenden Verlust der Privatsphäre und die teilweise Rückkehr zu traditionellen Vorstellungen von “Normalität” transgressive Kunst mehr denn je notwendig ist? </em></strong></p>
<p>Transgressive Kunst war immer wichtig um die Dinge etwas in Aufruhr zu versetzen. Dennoch scheint es für mich so, als sei es nie so nötig gewesen wie heute, aber Leute aus anderen Zeiten, z.B. aus den 50ern oder 60ern würden wahrscheinlich sagen, dass transgressive Kunst damals ebenso notwendig, wenn nicht notwendiger, war. Das ist also schwer zu beantworten.</p>
<p><strong><em>Kostüme scheinen für dich eine wichtige Rolle zu spielen. Hast du eine Kunstfigur erschaffen? Gibt es eine enge Verbindung zwischen dir als Person und dir als Künstler? </em></strong></p>
<p>Es handelt sich nicht wirklich um eine Kunstfigur, sondern um einen Aspekt meiner Person. Als Kind bin ich oft als Konzertpianist aufgetreten, und ich habe mir noch immer die Ernsthaftigkeit und den Schick eines klassischen Performers bewahrt. Ich mag die Kraft, die von guten Anzügen oder anderer schöner Kleidung ausgeht. Es ist nur so, dass ich diesem Formalen gewisse Ecke und Kanten hinzufüge, damit es näher an mir selbst ist. In Wirklichkeit sehe ich etwas exzentrisch aus, ob auf der Bühne oder auf der Straße!</p>
<p><strong><em>Gibt es schon Pläne für weitere Aufnahmen und wirst du mit den gleichen oder anderen Sängern arbeiten? </em></strong></p>
<p>Ich arbeite gerade an zwei Alben, die beide fast fertig geschrieben sind und ich bin wahnsinnig aufgeregt. Ich weiß aber noch nicht, wann ich mit den Aufnahmen beginnen werde. Es hängt davon ab, wann ich ein geeignetes Label finden werde, das mich unterstützen kann, damit ich das nötige Geld zum Weitermachen habe.</p>
<p><strong><em>Wie sieht für dich der ideale Auftritt aus? </em></strong></p>
<p>Ein Auftritt mit einem Orchester, das eine große Perkussionssektion hat, einen Chor und einen Kinderchor irgendwo auf Arcturus, Sirius oder dem Sternbild der Leier – das scheint ein ziemlich ideales Szenario zu sein. Ah ja, ich möchte, dass meine engsten Freunde dabei sind und irgendwie mitmachen. Um das zu erreichen, brauche ich wohl mehrere Leben, aber ich bin mir sicher, dass es möglich ist!</p>
<p><strong><em>Wie bist du mit Durtro in Kontakt gekommen? </em></strong></p>
<p>Ich habe immer davon geträumt, mein erstes Album auf Durtro zu veröffentlichen. Ich hätte Durtro-Jnana jedem anderen Label vorgezogen – egal wie groß oder einflussreich. Es ist solch eine warme und einen willkommen heißende Heimstätte, um seine Kariere zu starten. Ich denke, ich hatte das Glück, dass David und ich Freunde wurden und ich zuerst mit CURRENT [93] aufgetreten bin.</p>
<p><strong><em>Hat Jean Genet eine Rolle in deinem Leben gespielt? Bist du von ihm oder anderen Autoren beeinflusst worden? </em></strong></p>
<p>Ich bete Jean Genet an und seine Bücher haben mich sehr beeinflusst. Jedes Mal, wenn ich in Paris bin, bleibe ich im Place du Clichy und laufe durch die Gegend, von der “Notre-Dame-des-Fleurs” beeinflusst wurde. Es gibt viele Schriftsteller, die bei mir ihre Spuren hinterlassen haben, aber wenn ich ein paar auswählen müsste, wären das Oscar Wilde, Timothy Leary, Kostas Karyotakis und natürlich Jeremy Reed.</p>
<p><strong><em>Bist du von Bruce la Bruce angesprochen worden, einen Song zu seinem Film “Otto” beizusteuern? </em></strong></p>
<p>Bruce hat mich über myspace kontaktiert, nachdem er meine Musik gehört hatte. Das war solch eine schöne Überraschung, da ich immer wieder etwas über ihn gehört, aber nie wirklich seine Welt erforscht hatte.</p>
<p><strong><em>Gibt es noch etwas, das du sagen möchtest? </em></strong></p>
<p>Ich denke, dass ich schon zuviel gesagt habe!</p>
<p>-M.G. &amp; D.L.-</p>
<p><a href="http://www.othonmataragas.com">othonmataragas.com</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-interview/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>OTHON: Digital Angel</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-digital-angel/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-digital-angel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[David Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Durtro]]></category>
		<category><![CDATA[Ernesto Tomasini]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
		<category><![CDATA[OTHON]]></category>
		<category><![CDATA[Othon Mataragas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=627</guid>
		<description><![CDATA[Man muss nicht unbedingt über das Cover sprechen, aber man kann es (nicht ignorieren). Der griechische Pianist Othon Mataragas, der auch schon einmal im Lineup von CURRENT 93 auftauchte, präsentiert sich auf dem Cover gepierct und tätowiert mit Lendenschurz und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-digital-angel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/OTHONCD1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-629" title="OTHONCD" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/OTHONCD1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man muss nicht unbedingt über das Cover sprechen, aber man kann es (nicht ignorieren). Der griechische Pianist Othon Mataragas, der auch schon einmal im Lineup von CURRENT 93 auftauchte, präsentiert sich auf dem Cover gepierct und tätowiert mit Lendenschurz und – dem Titel angemessen – mit Engelsflügeln auf einer Säule vor einem grellen Hintergrund.<span id="more-627"></span></p>
<p>Die Bezeichnung “camp“ bekommt hier eine weitere Facette und auch das Album selbst steht dem (musikalisch wie textlich) in nichts nach. Es geht in den bis auf eine Ausnahme von Othon Mataragas verfassten Texten um “ten million boys“, “dried sperm“, “ecstasy of passion“, zerstörerische Liebe: Genet-Territorium wird beschritten. Dass das hauptsächlich vom Klavier dominierte Album duchweg seine Spannung behält, wird durch das variantenreiche Spiel Matharagas und die Gastsänger gewährleistet: David Tibet interpretiert COILS “The Dreamer Is Still Asleep“. War das Original eines von COILs hypnotischsten, aber auch wenig hysterischsten Stücken, trägt der Gesang Tibets eine verzweifelte Note, ganz so, als sei seine Interpretation ein Requiem für John Balance. Marc Almond singt auf drei Stücken: Dem großartigen “The Epitaph Of God“, einer tragischen Apotheose des Sexus, “Tonight“, einem von Trompete und Geige untermalten Liebeslied, das das schnelle Umschlagen von Liebe in Hass und umgekehrt aufzeigt und schließlich auf dem das Album abschließenden “The Tango Song“, dessen Text von Frater Perdurabo verfasst wurde und in dem freudig-enthusiastisch nach Tanz, Wein, Leidenschaft und Tod verlangt wird. Auf den weiteren Stücken singt der italienische Schauspieler, Sänger und Paradiesvogel Ernesto Tomasini. Das schnelle das Album eröffnende “When I Leave You“ zeigt die ganze Bandbreite (s)einer Stimme. “Greater Feast Massacre“ ist hysterisch, cabaretartig; der Höhepunkt und das zentrale Stück des Albums ist dann das aus drei Teilen bestehende “Digital Angel“ mit seiner seltsamen christlichen Metaphorik, auf denen Tomasini noch einmal zeigt, was er mit seiner Stimme, die zwischen Farinelli, Klaus Nomi, Sopran und Bariton changiert, vollbringen kann.</p>
<p>Insgesamt eine wahnsinnig-geni(t)ale Platte und für mich eines der Alben des Jahres.</p>
<p>(M.G.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2011/08/31/othon-digital-angel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
