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	<title>African Paper &#187; R. Loftiss</title>
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		<title>V.A.: The Oneirocritical Society Vol. 3</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 05:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der dritte Teil von &#8220;The Oneirocritical Society&#8221; führt das faszinierende Konzept der Anthologie konsequent weiter: Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Träume in meist loopbasierten Klangstücken, die, unterfüttert durch das atmosphärische Artwork der Künstlerin Christine Filonow, beim Einschlafen in die eigenen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/06/27/v-a-the-oneirocritical-society-vol-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/06/Screenshot-2026-06-15-104611.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-51501" title="Screenshot 2026-06-15 104611" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/06/Screenshot-2026-06-15-104611-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Der dritte Teil von &#8220;The Oneirocritical Society&#8221; führt das faszinierende Konzept der Anthologie konsequent weiter: Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Träume in meist loopbasierten Klangstücken, die, unterfüttert durch das atmosphärische Artwork der Künstlerin Christine Filonow, beim Einschlafen in die eigenen Traumwelten hineinwirken sollen.<span id="more-51499"></span></p>
<p>Auch diesmal bewegt sich der Sampler im Grenzbereich zwischen Ambient, experimentellen Folkansätzen, Hörspielhaftem, Dröhnung und abstrahierter Klangkunst. Auffällig ist dabei, wie unterschiedlich die Traumprotokolle ausgestaltet sind: Manche wirken wie poetische Visionen, andere wie fragmentierte Erinnerungen oder, wie es die Psychoanalyse ausdrücken würde, verstörende Tagesreste. Immer wieder tauchen Motive von Übergängen, geheimen Räumen, Wasser, Orientierungslosigkeit und merkwürdigen Beobachtungen auf. Gleichzeitig fällt auf, wie häufig Schwellenräume, verborgene Orte und rätselhafte Begegnungen die nächtlichen Erzählungen strukturieren.</p>
<p>Besonders stark gelingt der Auftakt der Black Lesbian Fishermen, bei dem die rezitierte Traumlandschaft zwischen Engelsfiguren, einem verschlossenen Garten und der rätselhaften Aufforderung, &#8220;die Sonne in einem Eimer Wasser&#8221; zu bringen, eine eigentümlich mythische Stimmung erzeugt. Die von R. Loftiss (u.a. The Gray Field Recordings) vorgetragene Erzählung wird dabei von einer ständig changierenden Klangkulisse begleitet, die zwischen Jahrmarktsatmosphäre, aufwühlnden Soundscape und melancholisch anmutenden Instrumentalpassagen oszilliert und dabei unangetastet bleibt. Dimitris Chiotis verwandelt einen scheinbar banalen Blick aus dem Fenster in eine unheimliche Vision endlos vorbeiziehender Menschenmengen. Auch hier entwickelt die Musik ein bemerkenswertes Eigenleben und steigert sich von rauen Ambientflächen zu einer überraschend üppigen, streicherartigen Dramaturgie. Dan Doughty alias Duty liefert mit seinen Haus-Träumen ein besonders erinnerungswürdiges Stück über verborgene Türen, andere Wirklichkeiten und das Gefühl, an Orten zu landen, an denen man nicht sein sollte. Die zurückhaltenden Synthieflächen passen dabei hervorragend zu den Erinnerungen an rätselhafte Gebäude, Korridore und Zwischenwelten.</p>
<p>Musikalisch reicht die Palette von zarten Synthies über knisternde Soundcollagen bis hin zu dunklen Dröhnung und folkig eingefärbten Momenten. Auch FutuRevenant, hinter dem sich Orchis- und Hausfrauen-Experiment-Mitglied Tracy Jeffery verbirgt, steuert mit &#8220;Ten O&#8217;Clock&#8221; eine spannende Miniatur bei, in der Uhrenticken, Postpunk-Anklänge und ein traumhaft versch(r)obenes Szenario zwischen Verfolgung, Konzertalltag und Basarbesuch ineinander übergehen. Der schottische Klangkünstler und Mythenforscher Grey Malkin steuert mit &#8220;The Shimmer&#8221; eine entrückte, leicht bedrohliche Klangwelt voller beinahe coil&#8217;esker Synthietupfer bei, während Sandfingers mit &#8220;Pray For Johnny Bones&#8221; einen berührenden, melancholischen Song zwischen Folk und Funeral-Drone beisteuern. Kathleen Yearwood bewegt sich mit &#8220;Three Dreams In One Night&#8221; tief im surrealen Kern der Compilation. Ihre Folge von ineinander übergehenden Traumsequenzen wirkt ebenso rätselhaft wie poetisch und wird von einer eigenwilligen, zwischen Zupf-, Streich- und Summklängen oszillierenden Musik begleitet. Auch Nikos Fokas&#8217; Zusammenarbeit mit Alan Trench setzt einen markanten Akzent: Zwischen unregelmäßig pulsierenden Klanglandschaften, orientalisierenden Momenten und dunkler Rezitation entsteht eine rituelle, hermetisch gefärbte Atmosphäre. Das finale Stück von Stelios Romaliadis hebt die Compilation schließlich in eine märchenhaft-verwaschene Sphäre aus Flötenloops und kindlicher Stimme.</p>
<p>Eine große Stärke der Sammlung liegt erneut darin, dass die Musik nie bloß Illustration bleibt. Die Klangwelten besitzen ein Eigenleben, verändern sich ständig und erzeugen genau jene instabile Logik, die echte Träume auszeichnet. Statt plakativem Surrealismus entsteht eine stille, hypnotische Intensität – besonders, wenn man die Stücke tatsächlich im Halbschlaf oder in nächtlicher Ruhe hört.  Dass dabei so unterschiedliche Beiträge dennoch wie Teile einer gemeinsamen nächtlichen Reise wirken, gehört zu den besonderen Qualitäten der Reihe (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3901354623/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>How the Night Falls: Albumdebüt von The Winter Residence</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 05:02:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;How the Night Falls&#8221; legen The Winter Residence, die bereits auf einem der Oneirocritic Society-Sampler zu hören waren, ihr Debütalbum auf Reverb Worship vor. Hinter dem Projekt stehen R. Loftiss a.k.a. The Gray Field Recordings (auch Howling Larsens, Black &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/06/16/how-the-night-falls-albumdebut-von-the-winter-residence/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit &#8220;How the Night Falls&#8221; legen The Winter Residence, die bereits auf einem der Oneirocritic Society-Sampler zu hören waren, ihr Debütalbum auf Reverb Worship vor. Hinter dem Projekt stehen R. Loftiss a.k.a. The Gray Field Recordings (auch Howling Larsens, Black Lesbian Fishermen) und Mike Seed (Sandfingers, The Chasms, Lonesome Mercury), die hier eine ebenso eigenwillige wie atmosphärisch dichte Form dessen entwickeln, das vom Label Folktronica genannt wird.<a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/06/howthenightfalls.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-51504" title="howthenightfalls" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/06/howthenightfalls.jpg" alt="" width="720" height="737" /></a><span id="more-51503"></span></p>
<p>Die elf Stücke verbinden solo oder im Duett vorgetragene Gesangspassagen mit dronigen, eventuell auf Streichern basierenden Klangflächen, elektronischen Überraschungsmomenten und soundscapigen Strukturen. Statt klassischen Folk-Songformaten folgen die Kompositionen einem freien, sich stetig wandelnden Verlauf, in dem Tempowechsel, Brüche und wechselnde Stimmungen eine zentrale Rolle spielen. Seeds ungeschliffene, unmittelbare Stimme und die etherisch anmutende Aura von Loftiss&#8217; Beitrag verleihen den oft düsteren und bisweilen unheimlich wirkenden Stücken eine eindringliche Präsenz.&#8221;How the Night Falls&#8221; erscheint als auf 50 handnummerierte Exemplare limitierte Art Edition CD in liebevoll gestalteter Verpackung. Auf Bandcamp kann man einige der Stücke hören.</p>
<p><strong>@<a href="https://www.reverbworship.com/reverb-worship"> Reverb Worship</a> | <a href="https://thewinterresidence.bandcamp.com/music">Bandcamp</a></strong></p>
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		<title>mmPop: Neue Single von The Gray Field Recordings</title>
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		<pubDate>Thu, 29 May 2025 03:48:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit der Single &#8220;mmPop&#8221; meldet sich das Projekt The Gray Field Recordings der in Griechenland lebenden Musikerin R.Loftiss erneut zu Wort. Die amerikanische Künstlerin, bekannt auch durch ihre Mitwirkung bei Formationen wie Howling Larsens und den Black Lesbian Fishermen, lässt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/05/29/mmpop-neue-single-von-the-gray-field-recordings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Single &#8220;mmPop&#8221; meldet sich das Projekt The Gray Field Recordings der in Griechenland lebenden Musikerin R.Loftiss erneut zu Wort. Die amerikanische Künstlerin, bekannt auch durch ihre Mitwirkung bei Formationen wie Howling Larsens und den Black Lesbian Fishermen, lässt hier ein Stück hören, das in ruhigem, aber eindringlichem Aufbau ein subtiles Spannungsfeld entfaltet. &#8220;mmPop&#8221; ist ein langsames, warm tönendes Stück, dessen dröhnende, aber melodische Grundierung an Orgel- und Harmoniumklänge oder auch an Schiffssirenen erinnert. Dahinter arbeitet eine kaum merkliche Unruhe wie ein inneres Brodeln, das sich nicht in den Vordergrund drängt, aber das Gesamtbild prägt. Inmitten dieser schwebenden Klänge steht Loftiss’ klare Stimme: ein Folksopran, ungekünstelt und direkt, der dem Stück Erdung und eine sehr persönliche Note verleiht.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/mmpop.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46374" title="mmpop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/mmpop.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-46373"></span></p>
<p>Der Text kreist in schlichter, kindlicher Sprache um Verlust, Endlichkeit und die Frage, was von unseren Gesten bleibt – vielleicht ein Baum, vielleicht eine Rose, vielleicht nichts. Die titelgebende &#8220;pop&#8221;-artige Auslöschung durch Platzen zieht sich als Bild durch das Lied und wird zum Symbol für eine plötzliche Abwesenheit, wobei relativ offen bleibt, ob sich der Song gegen Ende tröstlich oder eher schmerzhaft entlädt. &#8220;mmPop&#8221; wurde, wie es von der Musikerin selbst heißt, ursprünglich in einer anderen Fassung unter dem Namen &#8220;Doommmpop&#8221; für eine Compilation auf Sombre Soniks geschrieben. Dieser Verweis auf eine Art Vorsehung legt dann vielleicht auch eine eher fatalistische Deutung nahe. Nun erscheint das Stück in veränderter Form, der neue Titel soll, so Loftiss augenzwinkernd, die Verwechslung mit Doom als Genre vermeiden. Weitere Stücke seien geplant, möglicherweise entstehe daraus ein Album, aber das wird die Zukunft zeigen. Von The Gray Field Recordings erschienen zuletzt das Album <a title="THE GRAY FIELD RECORDINGS: She Sleeps to the Sound of Knifes" href="http://africanpaper.com/2023/06/17/the-gray-field-recordings-she-sleeps-to-the-sound-of-knifes/">&#8220;She Sleeps to the Sound of Knifes&#8221; </a>(2023) und dessen <a title="THE GRAY FIELD RECORDINGS: The 9 of Knifes" href="http://africanpaper.com/2024/07/13/the-gray-field-recordings-the-9-of-knifes/">Remixalbum &#8220;The 9 of Knifes&#8221; </a>(2024), zur Jahreswende gab es mit <a title="BLACK LESBIAN FISHERMEN: The Twelve Kalikantzari of Yule" href="http://africanpaper.com/2025/02/15/black-lesbian-fishermen-the-twelve-kalikantzari-of-yule/">&#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221;</a> ein opulentes Album der Black Lesbian Fishermen in erweiterter Besetzung.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/track=1661421670/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>BLACK LESBIAN FISHERMEN: The Twelve Kalikantzari of Yule</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Feb 2025 04:06:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Album &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; der Black Lesbian Fishermen ist eine beeindruckende Hommage an die mystische Folklore Südosteuropas. Dieses Projekt, das während der Julzeit auf der griechischen Insel Euböa entstand, stellt zwölf dämonische Wesen, die sogenannten Kalikantzari, in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/02/15/black-lesbian-fishermen-the-twelve-kalikantzari-of-yule/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/blf.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44414" title="blf" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/blf-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Album &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; der Black Lesbian Fishermen ist eine beeindruckende Hommage an die mystische Folklore Südosteuropas. Dieses Projekt, das während der Julzeit auf der griechischen Insel Euböa entstand, stellt zwölf dämonische Wesen, die sogenannten Kalikantzari, in den Mittelpunkt. Inspiriert von Athanasios Veloudios’ seltenem Werk über Kobolde und Luft-Elfen, widmet sich das Projekt diesen schelmischen Dämonen, die zwischen Weihnachten und Epiphanias aus der <span id="more-44412"></span>Unterwelt auftauchen, um Chaos zu verbreiten. Jede der zwölf Kompositionen ist einer dieser Wesenheiten gewidmet, die mit fesselnden Klangbildern und begleitenden Kunstwerken porträtiert werden. Die stets zwischen Psychedelic, Folk und Ritualismus changierende Band, im Kern bestehend aus R. Loftiss, Alan Trench, Nikos Fokas und Stelios Romuliadis und hier unterstützt von einer Vielzahl von Gastkünstlern, schafft es, jeder der zwölf rauen Nächte eine eigene klangliche und erzählerische Identität zu verleihen.</p>
<p>Die Gruppe, die das Album aufgrund seiner stilistischen Einzigartigkeit und auch aufgrund der vielen Gäste genau genommen nur &#8220;präsentiert&#8221;, hat sich nicht nur audiovisuell, sondern auch kuratorisch hervorgetan, indem sie während dieser Zeit täglich ein Stück über Bandcamp veröffentlichte, begleitet von launigen Beschreibungen der jeweiligen Figur. Diese einzigartige Herangehensweise unterstreicht die liebevolle Detailarbeit und die Freude am Geschichtenerzählen, die das Projekt auszeichnet. Gleich der Eröffnungstitel, der Madrakoukos &#8211; einem ziegenfüßigen dämonischen Frauenjäger &#8211; gewidmet ist, setzt den Ton. Feierliche Orgelklänge werden ergänzt durch griechische Rezitation und einen dynamischen Wechsel zu Gesang und rhythmischen Gitarren. Die rustikale Authentizität von Giorgos Kariotis’ Stimme hebt diesen Einstieg besonders hervor. Rasseln und Flöten durchziehen die Komposition, während man das Gefühl hat, mitten in einer märchenhaftenen Geschichte voll von anarchisch-zotigem Humor zu stehen. Mit &#8220;H Horevtra&#8221;, die der Tänzerin und Femme Fatale des Kalikantzari-Mythos gewidmet ist, wird die Atmosphäre düsterer und intensiver. Hier treffen dämonische Schreie auf treibende Rhythmen und orientalisch anmutende Melodien, die eine entfesselte Energie verbreiten. Die klangliche Palette wirkt fast wie ein Ausbruch des Chaos – passend zu der gefährlichen, verführerischen Natur der Horevtra.</p>
<p>Ein Höhepunkt des Albums ist sicher &#8220;O Lykokantzaros&#8221;, ein Stück, das die feine Balance zwischen archaischer Stimmung und emotionaler Tiefe findet. Evelyna Trenchs junge, klare Stimme, begleitet von dem gezupften Klang eines Psalteriums und einer melancholischen Melodie, verleiht dieser Komposition eine entrückte Schönheit. Doch das Album kennt auch seine ungestümen und chaotischen Momente. In &#8220;O Gourlos&#8221;, dem Zyklopen gewidmet, der alles zerbricht, führen die Black Lesbian Fishermen in eine Welt voller rumpelnder Geräusche und krächzender Stimmen. Das nächtliche, wilde Treiben wird hier fast körperlich spürbar. Ebenso faszinierend ist &#8220;O Triklopodis&#8221;, wo ein wilder, neofolkiger Klang auf teuflisches Geschrei trifft, das wie ein Echo aus der Ferne die Szenerie aufmischt. Die meist griechischen, bisweilen auch englischen Texte, oft rezitiert oder in Sprechgesang verpackt, erzählen mit derbem Humor und einer Spur von Schrecken von den Eigenheiten der jeweiligen Kalikantzari. So wirkt der Fäden schneidende Stravolaimis, dargestellt von Alan Trench, nicht nur bedrohlich, sondern auch wie ein subtiler Hinweis auf die Macht des Abschieds und Neubeginns.</p>
<p>Jeder Titel wird begleitet von einem Kunstwerk der auch als Illustratorin aktiven Musikerin R. Loftiss, die durch ihre charakteristischen Linolschnitte im Folk Art-Stil, die immer wieder an Illustrationen aus der Zeit zwischen Art Nouveau und Expressionismus erinnern ohne in eine dieser Schubladen wirklich zu passen, den schelmischen und geheimnisvollen Charakter der Kalikantzari visuell einfängt. Diese Drucke, teils nummeriert und signiert, ergänzen das Gesamtwerk und machen das Album auch zu einem visuellen Erlebnis, und gerade (aber nicht nur) die visuelle Präsentation des froschartigen Vatrakoukos weckt Erinnerungen an die visuelle Seite ihres eigenen Projektes The Grey Field Recordings. Musikalisch beeindruckt die Band durch die Verschmelzung von traditionellen Elementen und solchen einer elektrifizierten modernen Populärmusik meist psychedelischer Prägung. Die Instrumentierung reicht von archaischen Zupfinstrumenten wie dem Psalterium bis hin zu elektrischen Gitarren und Synthesizern. Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie den Rezitatoren Giorgos Kariotis und Nikolaos Lymperopoulos bereichert das Projekt zusätzlich, wobei die individuelle Handschrift jedes Mitwirkenden spürbar bleibt.</p>
<p>Am Ende bleibt ein Gefühl der Faszination für die dunkle Folklore und den spielerischen Geist der Kalikantzari, denn die Black Lesbian Fishermen schaffen es, den Spuk dieser dämonischen Wesen nicht nur musikalisch, sondern auch emotional erfahrbar zu machen. Mit &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; haben sie ein Werk geschaffen, das gleichermaßen unterhält und inspiriert und das man kaum erwarten kann, in der nächsten Julzeit wiederzuentdecken. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1825314088/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>The Twelve Kalikantzare of Yule: Musikalischer Julkalender der Black Lesbian Fishermen</title>
		<link>https://africanpaper.com/2024/12/19/the-twelve-kalikantzare-of-yule-musikalischer-julkalender-der-black-lesbian-fishermen/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Dec 2024 05:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Jahreswechsel, der Julzeit, melden sich die auf der griechischen Insel Euböa und Umgebung lebenden Black Lesbian Fishermen mit einer wunderbaren Überraschung zurück. Ihr neuestes Projekt, &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221;, widmet sich den zwölf rätselhaft-schelmischen Wesen der südosteuropäischen Folklore, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/12/19/the-twelve-kalikantzare-of-yule-musikalischer-julkalender-der-black-lesbian-fishermen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Jahreswechsel, der Julzeit, melden sich die auf der griechischen Insel Euböa und Umgebung lebenden <a href="http://africanpaper.com/2019/11/23/black-lesbian-fishermen-the-metaphysics-of-natron/">Black Lesbian Fishermen</a> mit einer wunderbaren Überraschung zurück. Ihr neuestes Projekt, &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221;, widmet sich den zwölf rätselhaft-schelmischen Wesen der südosteuropäischen Folklore, die während der zwölf Tage zwischen Weihnachten und Epiphanie aus der Unterwelt aufsteigen, um Unruhe zu stiften. Inspiriert von Athanasios Veloudios’ seltenem Buch <em>Αερικά-Ξωτικά και Καλλικάντζαροι</em> (<em>Luft-Elfen und Kobolde</em>), haben die Künstler für jeden dieser Tage ein Stück Musik und ein visuelles Kunstwerk geschaffen. Jeder Track wird genau an einem Tag über die Bandcampseite des hauseigenen Crypthantus-Labels veröffentlicht, beginnend mit dem 26. Dezember, und steht dann für 24 Stunden kostenlos auf Bandcamp zum Download bereit. Die Black Lesbian Fishermen, die sich hier primär als Kuratierende sehen, begleiten die Veröffentlichung täglich mit neuen Links und einer detaillierten Beschreibung der Kalikantzari, die durch ihre Musik verkörpert, oder, wenn man so will, evoziert werden.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/Kallikantzaroi-pic.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44132" title="Kallikantzaroi pic" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/Kallikantzaroi-pic.jpg" alt="" width="1142" height="1139" /></a><span id="more-44131"></span></p>
<p>Die Kalikantzari, so erzählt es die griechische Tradition, verbringen den größten Teil des Jahres damit, den Weltenbaum zu beschädigen. Doch während der zwölf dunkelsten Tage des Winters steigen sie an die Oberfläche, um Schabernack zu verbreiten, bevor sie am 6. Januar wieder in die Tiefe zurückkehren. Jeder der zwölf Kalikantzari ist in der Erscheinung und dem Gebaren einzigartig: Madrakoukos, der Anführer mit der weichen Nase und den Ziegenfüßen, verbreitet Angst, während Horevtra, die Tänzerin und Femme Fatale, ihre Opfer in einen ausgelassenen Tanz reißt. Es folgen Gestalten wie Stravolaimis, der Fadenschneider, Kolovelonis, der Lügner, oder Gourlos, der zerstörerische Zyklop. Jede Beschreibung wird mit einer Mischung aus Humor und der Aura dunkler Geheimnisse erzählt und natürlich mit der passenden klanglichen Untermalung versehen. In den Worten der Black Lesbian Fishermen: &#8220;Unlike the 12 days of Christmas when your true love gave to you all sorts of nice things, here we have presented all sorts of little nasty things. But don&#8217;t despair. The 12 days of the kalikantzari’s chaotic and mischievous reign is over. The light is returning.&#8221; Die Künstler ermutigen dazu, sich der Chaos bringenden Energie dieser kleinen Dämonen zu stellen, sei es durch den humorvollen Schutz eines Siebs über der Haustür oder das bewusste Einlassen auf die eigene innere Unruhe.<br />
<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/462582540_575264168572135_8756922281752145165_n.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44133" title="462582540_575264168572135_8756922281752145165_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/462582540_575264168572135_8756922281752145165_n.jpg" alt="" width="1191" height="1792" /></a><br />
Musikalisch ist das Projekt, an dem neben <a href="http://africanpaper.com/2020/02/29/basically-i-make-music-that-i-like-to-listen-to-interview-mit-alan-trench/">Alan Trench</a>, <a title="If you’re writing music, you write what’s inside of you. Interview mit der Musikerin und Kuratorin R. Loftiss" href="http://africanpaper.com/2016/03/12/if-you%e2%80%99re-writing-music-you-write-what%e2%80%99s-inside-of-you-interview-mit-der-musikerin-und-kuratorin-r-loftiss/">R.Loftiss</a>, Nikos Fokas und Stelios Romaliadis aus dem Inner Circle der Band noch der Dichter und Okkultforscher <a title="HOWLING LARSENS / NICK LYMPEROPOULOS: Poemandres" href="http://africanpaper.com/2021/02/27/howling-larsens-nick-lymperopoulos-poemandres/">Nikolaos Lymperopoulos</a>, der Lyriker <a title="TEMPLE MUSIC / GIORGOS KARIOTIS: Worthless Treasures" href="http://africanpaper.com/2024/03/02/temple-music-giorgos-kariotis-worthless-treasures/">Giorgos Kariotis</a> sowie Petros Lamprides und Dimitris Chiotis mitwirken, ebenso faszinierend wie thematisch: Archaische, ritualhafte Rasselen, kraftvolle, schrammelnde Akustikgitarren und ein ebenso kraftvoller Gesang verschmelzen mit feierlichen Orgelklängen &#8211; zumindest in dem Stück, das der Verfasser dieser Zeilen schon hören durfte, viele der anderen Tracks existieren bis dato als Entwürfe und werden noch &#8211; quasi in Echtzeit &#8211; vollendet werden. Was immmer dabei herauskommen wird, das Projekt fängt die ungezähmte Energie der Kalikantzari ein und bietet zugleich einen tiefen Einblick in eine oft vergessene, doch lebendige Folklore.</p>
<p><a href="https://cryptanthus.bandcamp.com/"><strong>@ Bandcamp</strong> </a></p>
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		<title>THE GRAY FIELD RECORDINGS: She Sleeps to the Sound of Knifes</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jun 2023 02:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ganze elf Jahre ist es her, dass R.Loftiss a.k.a. The Gray Field Recordings mit &#8220;Nature Desires Nature&#8221; ihren vorerst letzten regulären Longplayer herausbrachte. Nachdem viel von ihrer kreativen Energie in andere Projekte &#8211; Howling Larsens, Black Lesbian Fishermen &#8211; geflossen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/06/17/the-gray-field-recordings-she-sleeps-to-the-sound-of-knifes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36068" title="cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ganze elf Jahre ist es her, dass R.Loftiss a.k.a. The Gray Field Recordings mit &#8220;Nature Desires Nature&#8221; ihren vorerst letzten regulären Longplayer herausbrachte. Nachdem viel von ihrer kreativen Energie in andere Projekte &#8211; Howling Larsens, Black Lesbian Fishermen &#8211; geflossen ist, gibt es nun endlich einen Nachfolger mit dem furchteinflößenden Titel &#8220;She Sleeps to the Sound of Knifes&#8221;.<span id="more-36065"></span></p>
<p>Der immer etwas schwer greifbare Stil der Musikerin, bei der nicht nur Instrumente wie die gelegentlich eingesetzte Gitarre, Flöten und Klangschalen, sondern auch ihre Art, mit dröhnenden Synthies zu experimentieren, für eine folkige Färbung sorgen, bei der ausgedehnte Spoken Word-Passagen mit ihrer charakteristischen Stimme, Samples und andere atmosphärische Sounds meist schrägerer Art aber ebenso sehr zu einem zerfledderten und zugleich eindringlich hörspielartigen Zug beitragen &#8211; all dies ist auch auf dem neuen Album wieder zu finden, und wenn man bedenkt, dass auch ihre früheren Werke immer recht unterschiedliche Charakteristika hatten, ist es schwierig zu sagen, ob man dem neuen Longplayer die lange Pause anmerkt.</p>
<p>Was sich wie ein roter Faden durch das Album zieht, ist ein bisweilen apokalyptisch anmutender Zug, dessen Pessimismus aber doch eher aufrüttelnd als resigniert wirkt. Dabei passen die Texte und die begleitende Musik gut zusammen. Die harsche Ambient Kulisse und die hintergründigen Hochtöner, die schon im Opener &#8220;Sunlight is the Color&#8221; die in der Rezitation beschriebene gemeinsame Wanderung vor grauen Bergen unter grauem Firmament wie ein falscher und in jedem Falle unguter Traum erscheinen lassen &#8211; es wird nicht der letzte sein, wenn man an die spukenden Ghost Faces in &#8220;Verdant&#8221; denkt. Mehr noch die aufgescheuchten Tierstimmen und das seltsam postpunkige Knarren und Wummern basslastiger Sounds, die im Titelsong die Kulisse für ein bedrohliches Szenario abgeben, bei dem ein weibliches Subjekt in einem beklemmenden Alptraum von der eigenen, aber auch von einer auf männlich gepitschten Stimme im Interesse unguter Erwartungshaltungen abgerichtet wird. Auch das <a href="https://thegrayfieldrecordings.bandcamp.com/track/nancys-song-to-charlie">in einer älteren Version bereits vom &#8220;Hypnagogia&#8221;-Album her bekannte</a> &#8220;Nancy&#8217;s Song to Charly&#8221;, bei dem diesmal eine Kinderstimme in den Worten Doris Lessings vom Abstieg in die Hölle berichtet, trägt trotz lieblicher Streicher die Beklemmtheit eines düsteren Omens.</p>
<p>Um die Unfreiheit einer Frau geht es auch in dem fast zwanzigmimütigen &#8220;Rappaccini&#8217;s Daughter&#8221;, das ich nicht nur von der Länge her, sondern auch aufgrund seiner kompositorischen Intensität als das Herzstück des Albums bezeichnen würde<br />
Der thematische Rahmen ist eher durch die vielfache Anspielung auf die gleichnamige Novelle von Nathaniel Hawthorne gegeben: in der Geschichte geht es um einen berühmten Arzt, der so sehr an der Nähe seiner Tochter hängt dass er sie sukzessive mit dem Gift verschiedener Pflanzenarten infiltriert, um die dadurch immunisierte selbst zu einem tödlichen Gift zu machen für alle, die mit ihr in Berührung kommen. In dem Stück liegt, das ein faszinierendes urzeitlich-sumpfiges Szenario mit Insektenzirpen und Froschquaken entwirft, liegt zumindest scheinbar der Fokus auf den verwendeten Pflanzen, doch wer die Geschichte kennt weiß, dass es die &#8211; hier nicht ganz unpassend durch einen Mann der Renaissance verkörperte &#8211; Wissenschaft ist, die die Natur missbraucht und der Tochter und ihrem Liebhaber ein eigenes Leben verwehrt. Auch dazu erscheint das fast noisige &#8220;Sex Flowers&#8221; wie ein sarkastischer Kommentar.</p>
<p>Schöngeistige Momente, die Labsal und Relief bringen, gibt es auf dem neuen Album aber auch. <a href="https://sarahbishop.org/about-sarah-bishop/">&#8220;Sarah Bishop&#8221;, zu dem Alan Trench einen Text über eine Einsiedlerin aus der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges schrieb</a>, zählt mit seinem ätherischen Ambientsound, in dem man das Echo vorderasiatischer Flöten zu hören meint, dazu. Auch das trotz seiner Knarrkulisse liebliche Bimmeldrone von &#8220;Who Will Bring The Light?&#8221; Wenn die Wildnis sich im abschließenden &#8220;Wilderness Takes Over&#8221; der Orte der Zivilisation bemächtigt, erscheint das fast wie eine Utopie am Ende des Anthropozäns, die jemandem wie Botanist gefallen könnte. Vielleicht aber ist auch dies nur ein Traum? Der sanfte Windhauch der Stimme, die mystische Orgel, das Klappern und Frickeln auf den Saiten einer Gitarre sorgen dabei in jedem Fall für einen Schluss voller Ambiguität, wie es The Gray Field Recordings nicht besser zu Gesicht stehen könnte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://anticlock.greedbag.com/buy/she-sleeps-to-the-sound-of-knive/">AntiClock</a> / <a href="https://www.reverbworship.com/reverb-worship">Reverb Worship</a></strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230608_161003_614.sdocx--></p>
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		<title>Nature Desires Nature: Neu aufbereitete Wiederveröffentlichung von The Gray Field Recordings</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jun 2023 04:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[R. Loftiss bringt &#8211; im Rahmen einer ganzen Reihe von Reissues &#8211; den vor elf Jahren bei Reverb Worship als CDr erschienenen und längst als Rarität gehandelten Klassiker ihres Projektes The Gray Field Recordings erstmals zum Download neu heraus. Neu &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/06/05/nature-desires-nature-neu-aufbereitete-wiederveroffentlichung-von-the-gray-field-recordings/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>R. Loftiss bringt &#8211; im Rahmen einer ganzen Reihe von Reissues &#8211; den vor elf Jahren bei Reverb Worship als CDr erschienenen und längst als Rarität gehandelten Klassiker ihres Projektes The Gray Field Recordings erstmals zum Download neu heraus. Neu heißt in dem Fall auch, dass die Aufnahmen aufgrund verlorener Originalbänder noch einmal komplett neu abgemischt und gemastert wurden. Der Stil des Projektes, der in all seinen Ausprägungen immer wieder zwischen folkigen Songstrukturen und oftmals von Textrezitationen dominierten hörspielartigen Soundscapes wechselt, findet sich hier in seiner klassischen Ausprägung. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/naturedesiresnature.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-36006" title="naturedesiresnature" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/naturedesiresnature.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-36003"></span>Eine verwunschene Atmosphäre durchzieht das Werk, die nicht nur in den lieblicheren Momenten wie in der verführerischen Version des berühmten &#8220;Willow Waly&#8221; oder der Interpretation des Bigband-Gassenhauers &#8220;A Little World&#8221;, sondern auch in bedrohlicher erscheinenden Szenarien wie dem hypnotischen Minimalismus des aus Edmund Spencers Faerie Queene zitierenden &#8220;The Maple Seldom Inward Sound&#8221; oder dem im Duett mit Alan Trench vorgetragenen &#8220;Scared of Wolves&#8221; eine starke Anziehungskraft entfaltet. Neben Trench, mit dem Loftiss einige weitere Projekte (GFR-Fans sei neben den Black Lesbian Fishermen v.a. Howling Larsens empfohlen) betreibt, sind eine ganze Reihe weiterer Gäste beteiligt, so z.B. Frank Suchomel (Inalonelyplace), Mike Seed und Justin Jones (Techix), Loftiss spielt wie gewohnt eine ganze Reihe an Instrumenten. Indirekt kann das Werk auch als Teaser für das neue Album &#8220;She Sleeps to the Sound of Knifes&#8221; fungieren, dass in Kürze erscheint.<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230603_114450_880.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1099721376/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>BLACK LESBIAN FISHERMEN: The Metaphysics of Natron</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Nov 2019 03:37:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt Musik, deren geheimnisvolles, mitunter okkultes Charisma daher rührt, dass sie wenig von sich preisgibt und sich ausgesprochen kryptisch und reduziert zeigt. Ohne den vielen gelungenen Beispielen dafür unrecht tun zu wollen, muss man sagen, dass diese Masche mittlerweile &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/11/23/black-lesbian-fishermen-the-metaphysics-of-natron/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/11/blftmon.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-19427" title="blftmon" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/11/blftmon-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt Musik, deren geheimnisvolles, mitunter okkultes Charisma daher rührt, dass sie wenig von sich preisgibt und sich ausgesprochen kryptisch und reduziert zeigt. Ohne den vielen gelungenen Beispielen dafür unrecht tun zu wollen, muss man sagen, dass diese Masche mittlerweile schon etwas zu gängig ist und außerdem leicht umzusetzen, wenn die Ansprüche dabei nicht allzu hoch sind. Die in Athen und auf der benachtbarten Insel Euböa ansässigen Black Lesbian Fishermen, trotz des Ortes im Namen eine<span id="more-19425"></span> internationale Truppe, machen genau das Gegenteil: Ohne übermäßig opulent zu sein bringt ihre ritualistische, immer leicht folkig eingefärbte Psychedelik die unterschiedlichesten Elemente unter einen Hut, Elemente die eigentlich heterogen und sperrig wirken müssten, doch auf wundersame Weise immer harmonieren.</p>
<p>Dass ihr neuer Longplayer &#8220;The Metaphysics of Natron&#8221; an das vor vier Jahren erschienene Debüt &#8220;Etopic Apiary&#8221; anknüpft, ist keinesfalls schlimm. Wieder wird hier gekommt zwischen fast anheimelnden Folkarrangements und dröhnender Elektronik, zwischen dezenten Songansätzen und surrealen Soundscapes changiert. Die Antwort, in welche Richtung die Reise nun gehen soll, deutet sich immer mal vage an, wird aber nie wirklich gewährt. Mit &#8220;To Sic a Goddess&#8221; beginnt das Album recht besinnlich mit dem klaren Gesang R. Loftiss&#8217;, dessen sanfte Melodramatik in ein Folkmusical der 70er passen würde. Durch das eruptive Herausstoßen der Worte und einen ambienten Hintergrund, an dem wahrscheinlich Soundbastler Nikos Fokas und Querflötist Stelios Romaliadis einen wesentlichen Anteil haben, bekommt das Stück jedoch den Charme eines verdrehten Krautrock-Klassikers. Auf mystische Anspielungen im Text folgt immer dichteres Bimmeln und Dröhnen, bis der Song fast lärmend ausklingt.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/DPW-7xvoTB0" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Alle Stücke des Albums sind von einer feinsinnigen Detailverliebtheit, was in einigen Momenten deutlich im Vordergrund steht &#8211; so z.B. im verhuscht vor sich hinschnippenden und rumpelnden &#8220;Lox on Krax&#8221;, bevor es zu einer shoegazigen Dröhnlandschaft wird, oder im bimmelnden Sirup von &#8220;You Find the Noise&#8221; dessen Titel fast paradoxerweise von einer fragilen Kinderstimme angesagt wird, bevor es sich in ein raues Spacerock-Brett verwandelt. Andere Stücke wie das progressiv-angejazzte &#8220;Third Rubic&#8221; mit der deutlichen Handschrift von Stratis Sgourellis fallen treibender aus und hätten durch den harmonischen Frauengesang veritable Popsongs werden können, wenn so etwas denn in der surrealen Parallelwelt der Fishermen möglich wäre. Diese Welt offenbart sich vielleicht am besten dort, wo Gesang und melodisches Gitarrenspiel nur noch wie exotische Blätter und Blüten aus einem Gemisch bizarrer Sounds ragen. Solche Momente wären den Kollagen von Nurse With Wound, bei denen Gitarrist Alan Trench bereits mitwirkte, würdig. Höhepunkt dessen ist &#8220;Pigs Before Strawberries&#8221; mit seiner elektrifizierten, vom quakenden Fröschen durchtönten Sumpflandschaft aus schillernder Vorzeit.</p>
<p>Als die Black Lesbian Fishermen erstmals von sich reden machten, hielten manche sie für ein Projekt befreundeter Musiker, die in der Hauptsache bei Temple Music, Grey Field Recordings, Lüüp, Howling Larsens oder Vault of Blossomed Ropes spielen. Dass sie in eher größeren Abständen auftraten, schien das zu bestätigen. Dass &#8220;The Metaphysics of Natron&#8221; den roten Faden aber so gekonnt fortführt und in ähnlicher Weise die unterschiedlichsten Möglichkeiten anzapft, sollte Grund genug sein, in ihnen eine feste Band zu sehen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://underflow.gr/">Underflow</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=716068008/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TEMPLE MUSIC: Further, Faster, Closer, Slower</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/02/17/temple-music-further-faster-closer-slower/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Feb 2018 07:46:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Temple Music entstand 1995 als eine Art Pendant der Folkband Orchis, kurze Zeit später stieg Steve Robinson mit ein und bildete fortan zusammen mit Alan Trench den Kern der Band. Was von Journalisten, auch hier, gern als leicht abstrahierte Psychedelia &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/02/17/temple-music-further-faster-closer-slower/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/tmfurther.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14978" title="tmfurther" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/tmfurther-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Temple Music entstand 1995 als eine Art Pendant der Folkband Orchis, kurze Zeit später stieg Steve Robinson mit ein und bildete fortan zusammen mit Alan Trench den Kern der Band. Was von Journalisten, auch hier, gern als leicht abstrahierte Psychedelia mit zerfleddertem Folktouch und einem stets magischen Unterton beschrieben wird, entpuppt sich auf den einzelnen Veröffentlichungen, unter denen die Konzertmitschnitte keineswegs eine Nebenrolle spielen, als ein sehr wandlungsfähiges Gebräu. Man<span id="more-14977"></span> vergleiche nur den morbiden Score von &#8220;Soon you Will all Die..&#8221; mit den verrauschten Post Punk-Anleihen auf &#8220;Children of the Sun&#8221; oder der brodelnden Gitarrendröhnung auf &#8220;Epoxes&#8221;.</p>
<p>Dem Grundcharakter der Band, der bei allen Wandlungen deutlich spürbar, aber schwer zu orten ist, könnte man sich vielleicht bei dem gerade erschienenen Album &#8220;Further, Faster, Closer, Slower&#8221; annähern, denn dieses ist die wohl abwechslungsreichste Veröffentlichung von Temple Music seit der Gründung und scheint beinahe all ihre Facetten gleichermaßen zu offenbaren. Das Wort &#8220;neu&#8221; muss man hier allerdings relativieren, denn &#8220;Further, Faster, Closer, Slower&#8221; entstand bereits vor knapp drei Jahren, fiel kurz drauf einem Festplattenunfall zum Opfer und wurde kürzlich, nachdem einigen Daten doch noch gerettet werden konnten, aus seinen Einzelteilen neu zusammengesetzt. Wie dem sei, nun ist es da, wenn auch leider bislang nur als Download, und es schillert grandios.</p>
<p>Das getragen stimmungsvolle Fingerspiel, die kopfhängerische Pastoralität der Gitarrenfiguren, erinnern zu Beginn noch an die Folkwurzeln der mittlerweile in Griechenland ansässigen Band, doch all das entfaltet sich unter einem dichten, verrauschten Film, in dem verfremdete Stimmen und bedrohliches Tierfauchen ineinanderfließen. „Further“, wie der irritierende Opener betitelt ist, bildet einen widersprüchlichen Auftakt, wenn schleppende &#8220;funky&#8221; Perkussion und verdrehte Riffs mit trunkenen Imperativen wie „faster to the end, to the end!“ kontrastiert werden – man denkt da eher an den Vater mit seinem Kind, der den Hof noch mit Mühe erreicht, doch all das hat seinen Reiz, weil es hinter all dem dennoch eine kräftige, wenn auch subtile Vorwärtsbewegung gibt. Fatal oder vital, die Frage bleibt obsolet.</p>
<p>Auch in den folgenden Stücken scheint es immer um eine Art Reise, eine Hin- oder Fortbewegung zu gehen, in „Within“ erscheint diese aber als verzweifelte Flucht ins Innere, wo alles, auch die Richtung der rückwärtsgespielten Passagen, das alptraumhafte Hecheln und der infernalische Engelschor auf links gedreht erscheint. Der deutlichste Szenenwechsel erfolgt mit „Pretty“, in dem ein vergnügtes Kind zu spanisch anmutenden Gitarrenklängen planscht und lacht. Die Schwalbenschar, die in „Swallowing Air“ Propellergeräusche übertönet, scheint sich ebenfalls zu einer Reise nach Süden zu formieren, ihr Aufruhr ist ekstatisch und laut und fügt sich doch wie von Zauberhand in die Urwaldrhythmen und die typischen Trench-Gitarren, die man schon von Orchis her kennt. An diese erinnert unweigerlich auch das schlaftrunkene „The Maid in the Moor“, mit seiner getragenen Zwölfsaitigen der einzige „Folksong“ des Albums. „Nova, Nova, Nova“, ein Battle zwischen drei „Novation“ Bass-Stationen ist dagegen ein Kontrastprogramm mit aufgetürmtem Feedbacklärm.</p>
<p>Zu den Grundintentionen des Albums scheint ein kosmischer Spacerock-Vibe zu zählen, doch Temple Music scheinen ebenso gegen alle Genre-Sklaverei zu rebellieren und die Standards zu brechen, wo sie nur können. Nachdem ihnen dies auf eine runde halbe Stunde gelungen ist, zeigen sie in den letzten zwei Stücken noch mal, was sie nach Old School-Manier können. „Intrastate“, bei dem man nicht mit einem Hawkwind-Vegleich kommen muss, aber kann, ist ein Uptempo-Monster von einer Verfolgungsjagd, „Spacedrive“, das im Stream nicht erhältlich ist und als eine Art DL-Bonus fungiert, übertrifft dies noch an trunkenem Groove. Das erschöpfende Ende, das in „Further“ angekündigt wurde, ist hiermit erreicht, und der Hörer um ein sattes kosmisches Erlebnis reicher. „Further, Faster, Closer, Slower“ sollte jedem Fan der etwas experimentierfreundigeren Psych Rock-Aberteuer, denen DIY noch etwas bedeutet, ein Fest sein. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://cryptanthus.bandcamp.com/">Crypthantus</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1779841349/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://templemusic1.bandcamp.com/album/further-faster-closer-slower">Further, Faster, Closer, Slower by Temple Music</a></iframe></p>
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		<title>HOWLING LARSENS / NICOLAOS LYMPEROPOULOUS: Parmenides Proem</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2016 03:31:50 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor zirka zweieinhalb Jahrtausenden befasste sich im süditalienischen Elea, das damals dem griechischen Kulturraum angehörte, ein Weiser namens Parmenides mit Reflexionen, die man später, vielleicht aber auch schon damals Philosophie nannte. Wie viele Aufzeichnungen es von ihm oder über ihn &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/07/23/howling-larsens-nicolaos-lymperopoulous-parmenides-proem/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/parmenidesproem.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12421" title="parmenidesproem" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/parmenidesproem-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor zirka zweieinhalb Jahrtausenden befasste sich im süditalienischen Elea, das damals dem griechischen Kulturraum angehörte, ein Weiser namens Parmenides mit Reflexionen, die man später, vielleicht aber auch schon damals Philosophie nannte. Wie viele Aufzeichnungen es von ihm oder über ihn gegeben hat, ist ungewiss, ein (eventuell fragmentarischer) Text allerdings existiert und zählt bis heute zu den wichtigsten Traktaten der Geistesgeschichte. Unter dem Titel „Über die Natur“<span id="more-12420"></span> geht der Denker auf kurzem Raum der Frage nach, welchen Weg der Mensch auf sich nehmen muss, um Einsicht in die Verbundenheit aller Dinge und das Wesen des Seins zu erlangen.</p>
<p>Der Text ist reich an Bildern und Symbolen, hat einen stark spirituell ausgerichteten Grundzug und wirkt aus heutiger Sicht eher wie ein Prosagedicht als wie eine Erörterung von Erkenntnisfragen. Im ersten der drei Teile, genannt „Proem“, begibt sich das Bewusstsein des Menschen auf eine Wagenfahrt ins Ungewisse, lässt alle Kontrolle los und überlässt die Richtung den Pferden, die gemeinhin als die Gedanken interpretiert werden. Auf seinem emotional fordernden Weg hat der Suchende, motiviert von als Jungfrauen allegorisierten Musen, Schwellen zu passieren und Türen mit dem richtigen Schlüssel zu öffnen – ist er im Einklang mit sich und der Natur der Dinge, so öffnen sich ihm die Tore, und Dike, die Göttin der Gerechtigkeit, empfängt ihn.</p>
<p>Fragen des Seins, philosophisch gesprochen der Onthologie, und die Vorstellung der Einheit aller Dinge haben den Menschen des abendländischen Kulturraumes nie losgelassen, und wenngleich eine Lehre wie die des Vorsokratikers Parmenides seit Platon an den Rand gedrängt wurden, ließ da Interesse an seiner Schrift nie nach – Romantiker und Symbolisten, Denker wie Heidegger, an östlicher Spiritualität und am Okkulten interessierte Rezipienten haben sich immer wieder mit ihm befasst, und jüngst kam es in Griechenland zu einer musikalischen Umsetzung namens „Parmenides Proem“.</p>
<p>Die Geschichte dieser Aufnahme begann genau genommen bereits vor einigen Jahren, als Rebecca Loftiss und Alan Trench, die neben einigen anderen Projekten zusammen die Howling Larsens bilden, auf die südlich von Athen gelegene Insel Euböa zogen, wo sie den einheimischen Okkultisten Nikolaos Lymperopoulous kennenlernten. Mit ihm zusammen entstand die Idee, den Text in drei Teilen zu vertonen, wovon der erste Abschnitt nun in einer interessanten Umsetzung vorliegt. Konzipiert wurde die Interpretation zunächst für rituelle Performances – eine fand im Haus der Theosophischen Gesellschaft in Athen statt, eine weitere in einer Schule in Aliveri. Erst danach entschieden die drei sich, das Stück für eine Veröffentlichung aufzunehmen.</p>
<p>Während es in den letzten Jahren schien, dass Howling Larsens eher die folkig songorientierte Seite der beiden ausdrückt, ist „Parmenides Proem“ wieder abstrakter gestaltet, besteht die Musik doch aus einer gut 45minütigen Klangreise, die man, wenn man sie genremäßig verorten solle, wohl irgendwo zwischen Gitarrenambient und Progressive einordnen müsste, mit Folk, den man gemeinhin mit Loftiss und Trench in Verbindung bringt, hat die Musik eher wenig zu tun. Lymperopoulous&#8217; Vocals und Trenchs Gitarre wurden zunächst live aufgenommen, später steuerte Loftiss Glocken und diverse Sounds bei.</p>
<p>Eine gleitende Fläche bildet den Hintergrund für ein interessantes Duett zwischen Lymperopoulous und Loftiss: In einer langgezogenen, vokallastigen Weise trägt Lymperopoulous den griechischen Originaltext in einem evokativen Gesang vor, der besondere Stellen durch (auch von der Musik durch einen Wechsel der Tonarten untermalte) Dramatik akzentuiert und an schamanischen Singsang erinnert. In den Pausen setzt Loftiss auf ihre charakteristische Art mit der englischen Übersetzung ein. Durch den warmen Klang und den gleitenden Grundzug erinnert das Album streckenweise an eine Traumsequenz, doch sich davon einlullen zu lassen, wäre ein Weg, der ins Leere führt – erst mir einer gewissen Konzentration vermag man bis in die tieferen Schichten der Musik und der Worte vorzudringen.</p>
<p>Es gibt Pläne, die beiden folgenden Teile des Textes ebenfalls zu vertonen, was sicher ein interessantes Unterfangen ist, denn textlich gestalten diese sich wesentlich komplexer. Dann würde &#8220;Parmenides Proem&#8221; in seiner originellen Umsetzung vielleicht auch musikalisch wie ein Prolog anmuten. Man darf gespannt sein. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.sombresoniks.com/">Sombre Sonics</a></strong></p>
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