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	<title>African Paper &#187; Raffaele Cerroni</title>
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		<title>JOTA SOLO: Nessuno</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jan 2024 05:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Letztes Jahr erschien das bisher unveröffentlichte Album Nový Světs &#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221;, wurde nach vielen Jahren dem Limbus glücklicherweise entrissen. Das war ein Album der Zurückhaltung und Reduktion. Zwar wurden Nový Svět in ihrer Anfangsphase aufgrund ihres Labels primär in der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/01/13/jota-solo-nessuno/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/01/R-29242108-1702946104-8117.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-39095" title="R-29242108-1702946104-8117" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/01/R-29242108-1702946104-8117-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Letztes Jahr erschien das bisher unveröffentlichte Album <a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/">Nový Světs </a><a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/)„Desde...“(http://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">&#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221;</a>, wurde nach vielen Jahren dem Limbus glücklicherweise entrissen. Das war ein Album der Zurückhaltung und Reduktion. Zwar wurden Nový Svět in ihrer Anfangsphase aufgrund ihres Labels primär in der (Post-)Industrial- und Neofolkszene rezipiert, aber das war von Anfang an nur sehr bedingt passend, zu sehr sprengte die Musik, vielleicht sollte man sogar eher von Musiken sprechen, von Jürgen Weber und Frl. Tost (Genre-)Grenzen – musikalisch wie thematisch. <span id="more-39094"></span>Man braucht nur einen Blick auf die umfangreiche Diskografie zu werfen, auch auf die kleinen Veröffentlichungen abseits der Alben. Darüber hinaus erschienen über all die Jahre Neben- und Seitenrojekte, teils unter Pseudonym, die Legion sind.</p>
<p>Nun ist unter dem Namen Jota Solo mit „Nessuno“ so etwas wie das erste Soloalbum Webers, zumindest dem Namen nach, erschienen. Versucht man für &#8220;Nessuno“ Referenzen zu finden, so wird sehr schnell deutlich, dass das Album von Reduktion, von scheinbarer Zurückhaltung – gerade, was den Gesang anbelangt – geprägt ist.</p>
<p>Das Titelstück gibt die Richtung zumindest partiell vor: seltsame Geräuschen, die wie elektronische Zikaden klingen, ein zerhäckseltes Sprachsample, Sprechgesang, dann flüsternd, nur untermalt von leicht dissonanten, leiernden Momenten. „Giorni 1“ knüpft daran an: eine Frauenstimme, tastende, vereinzelte, leicht melancholische elektronische Geräusche, die so klingen, wie ein Specht in einer Kristallhöhle. „Nientenienteniente&#8221; ist mit vereinzelten Stimmsamples und elektronischem Vogelzwitschern fragmentiert. Auf „Canzone della vita“ hört man Weber anfangs kurzzeitig a capllela singen, dann lacht er, bricht ab, fast so, als wolle er spielerisch eine Metareflexion vornehmen. Dann singt er mit dunkler Stimme zu flächigen elektronischen Sounds „solo monotonia“. Raffaele Cerroni hat dazu ein Schwarzweiß-Video mit Passagen aus „The Last Man on Earth“ mit Vincent Price zusammengestellt. Der auf <span style="color: #131313;">Richard Mathesons Roman „I Am Legend“ basierende Stoff wurde</span> später noch zweimal verfilmt. Die hier zu sehende fast entvölkerte Erde bietet vielleicht angemessene Bilder für diese Musik, die auch irgendwo aus einer nebulösen Zwischenwelt zu kommen scheint, in der immer mal wieder jemand an einem alten Radio dreht, um einen Sender zu finden. <iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/dDoqdjfCu7w?si=om4BXnWWK1Qgsa9r" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Auf „Freddo 1“ wird Webers dunkle Stimme mit in der Ferne (ver-)hallenden Sounds unterlegt. „6 il 6“ wird von Radiorauschen eingeleitet, als suche jemand einen Sender, man hört Vogelgezwitscher, Glockengeläut, Husten. Auf dem instrumentalen „il mare“ finden sich Aufnahmen von Meeresrauschen, die melancholische Ballade „sacrifiZio vittime“ ist im Kontext des Albums fast schon ein konventioneller Song. Das verspielte &#8220;giorni 2&#8243; beendet das Album.</p>
<p>Man könnte, um einen etwas zu trendigen Begriff leicht abgewandelt zu verwenden, sagen, dass diese Musik, diese insgesamt elf Stücke, sowohl <em>haunting</em> als auch <em>haunted</em> zu sein scheint. &#8220;Nessuno&#8221; ist letztlich trotz aller Fragmentierung ein (im doppelten Wortsinne) unheimlich kohärentes Werk, das in einem ganz eigenen Kosmos existiert, wenn ihn nicht gar konstituiert. Trotz aller Referenzen und Verweise klingt &#8220;niemand&#8221; so. (MG)</p>
<p><strong>Label:<a href="https://www.quindirecords.it/"> Quindi Records</a> / The Nekofutschata Musick Cabaret</strong></p>
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		<title>MUSHROOM&#8217;S PATIENCE: Water</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 02:57:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das schon einmal &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/09/mushrooms-patience-water/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38571" title="MP_Water_mockup" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><span style="font-weight: 300;">Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das <a title="MUSHROOM’S PATIENCE: Road To Nowhere" href="http://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/">schon einmal</a> &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, in denen sich der musikalische Stil immer wieder neu ausrichtete, noch die anderen Projekte von Mastermind Raffaele Cerroni wie Microloop und Bluphonic abhandeln würde.<span id="more-38569"></span></span></p>
<p>Eine ausgesprochen fruchtbare Phase in dem, was man mit herkömmlichen Begriffen als ihre Karriere bezeichnen könnte, waren die Jahre nach 2000, als Mushroom&#8217;s Patience, die bisher ein eher lokaler Geheimtipp der italienischen Hauptstadt waren, beim österreichischen Hau Ruck!-Label unterkamen und sich zur Eroberung der weiten Welt des Post Industrial und Dark Folk mit all ihren Ausprägungen aufmachten. Ein Geheimtipp sind sie nach wie vor, was auch daran liegen mag, dass ihre surreale, z.T. proglastige Mixtur aus experimentierfreudiger Klangkunst, Zutaten aus der Jazzkiste und dadaistisch gebrochenen Folkansätzen einen breiteren Horizont fordern würde, als er in diesen Kreisen üblicherweise anzutreffen ist. Vereinzelte Ausnahmen gab es unter den &#8220;Szenegängern&#8221; aber durchaus, und die wurden gemeinhin glühende Fans.</p>
<p>In dieser Zeit kam es auch zu neuen kreativen Freundschaften, die wichtigste darunter ist ziemlich sicher die mit Jürgen Weber und Frl. Tost von Novy Svet, die damals gerade den ersten Zenit ihre eigenen Bandkarriere erlebten. Die wirkten dann auch sehr maßgeblich an den in dieser Zeit veröffentlichten Longplayern mit. Die Rede ist von den drei auf CD erschienenen Alben &#8220;Roma – Wien&#8221;, The Spirit of the Mountain&#8221; und nicht zuletzt &#8220;Water&#8221;, das jüngst in einer ersten Vinyledition neu aufgelegt wurde. Sie wurden dann aufgrund ihrer Themenkomplexe, die sich textlich um die Elemente Erde, Luft und Wasser drehten, aber auch aufgrund stilistischer Brücken, als Trilogie gefasst. Der Bemerkung des Labels, dass &#8220;Water&#8221; auch knapp achtzehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch frisch und unverbraucht wirkt, kann wahrscheinlich jeder zustimmen, der nicht aufgrund persönlicher Übersättigung die Nase voll hat von schrägem, post-industriell eingefärbtem Dadafolk, hinter dessen Triphaftigkeit man immer wieder eine subtile mystische Ernsthaftigkeit erahnen kann.</p>
<p>Mit einem echten Kracher startet die Sammlung an dreizehn lediglich durchnummerierten Tracks, einen Stück, das mit gebrochenem Rhythmen, seltsam bimmelnden Glöckchen und spontan auftretenden Klopf- und Klirrgeräuschen tatsächlich etwas Poppiges offenbart und an eine durch einen massiven Kater gefilterte Version eines ausrangierten Marc and the Mambas-Tracks erinnert. Es gibt die Richtung des Albums auch quasi in a nutshell vor, gleichwohl nur hier die Stimme Meister Cerronis halbversteckt zwischen den Säulen der restlichen Sounds zu hören ist.</p>
<p>Über weite Strecken des restlichen Albums steht Jürgen Weber am Mikro und lässt sein Markenzeichen &#8211; seine tiefe, verrauchte, immer leicht phlegmatisch wirkende Stimme &#8211; auf deutsch, englisch und spanisch durchs Wasser und seine vielfältigen Symbolwelten gleiten, und auch wenn die volle Bedeutung der Texte nicht immer verständlich ist, klingt doch vieles nach einer unverblümten Offenlegung existenziellen Leidens in einer sad world. Bei den musikalischen Motiven wechseln sich Samples aquatischen Rauschens mit Dröhnung, rumpelndem Hantieren und Klavierparts ab, die die Niños De La Bola in Erinnerung rufen, während die smoothe Trompete keines Geringeren als Flavio Rivabella die pulsierende Szenerie so gut es geht befriedet. Immer wieder gibt es Momente, in denen die akustischen Elemente der Musik, meist die Gitarre, manchmal mit Unterstützung entspannter Orgelparts, so schöngeistig und stimmungsvoll wie für Mushroom&#8217;s Patience möglich geraten, doch trötende Bläser, dadaistisches Quietschen und nicht zuletzt die unnachahmliche Monotonie mancher Gesangspassagen sorgen immer wieder dafür, dass das Idyll nicht ohne Störung bleibt.</p>
<p>Dem gegenüber stehen unverblümt sperrige Passagen von monumentalem Lärm und tosenden Winden, die den zum Flüstern verdonnerten Gesang umtoben, von apokalyptischen Pauken über einem Harmonium-Teppich im Nicostyle, von geloootem Gelächter, von flitzenden Takten, die eine zwitschernde Trompete und etwas, das verdächtig nach einem Gitarrensolo klingt, durch die Szenerie tragen. In diesen Momenten ist vielleicht Frl. Tost zu hören und ziemlich sicher Clau D.E.D.I., der laut Credits für Noises und Rituals zuständig war.</p>
<p>Allen, die &#8220;Water&#8221; seinerzeit verpasst haben sollten und allen Neueinsteigern in den Mushpar-Kosmos sei die neue Vinyl-Edition dieses kaum gealterten Albums mit Nachdruck ans Herz gelegt. Ganz nebenbei eignet es sich auch als Teaser für &#8220;La Nueva Normalidad&#8221;, das lange angekündigte erste Studioalbum nach &#8220;Antimodernismo&#8221; (2019), von dem gerade <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OgzfnbM7L84">ein neuer Song</a> vorliegt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.enfant-terrible.nl/releases/mushrooms-patience-water/">Vrystaete / Enfant Terrible</a></strong></p>
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		<title>Nueva Normalidad: Mushroom&#8217;s Patience kündigen neues Album an</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2020 05:54:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach den zahlreichen meist digitalen Veröffentlichungen der letzten Jahre bringen die Römer von Mushroom&#8217;s Patience im neuen Jahr einen neuen Longplayer heraus, der vom Aufgebot her an die CDs &#8220;Road To Nowhere&#8221; und &#8220;Jellyfish&#8221; anknüpfen wird. Der lange Hiatus, der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/09/21/nueva-normalidad-mushrooms-patience-kundigen-neues-album-an/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den zahlreichen meist digitalen Veröffentlichungen der letzten Jahre bringen die Römer von Mushroom&#8217;s Patience im neuen Jahr einen neuen Longplayer heraus, der vom Aufgebot her an die CDs &#8220;Road To Nowhere&#8221; und &#8220;Jellyfish&#8221; anknüpfen wird. Der lange Hiatus, der generelle Qualitätsstandard der in Stil und Line-up stets wechselvollen Prog- und Avantgarde-Combo, das schon im spanischen Albumtitel zum Audruck gebrachte &#8220;Neue&#8221; und das Aufgebot an Musikern sollte für viele wie ein furioses Comeback anmuten. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/09/mushroonspatiencenuevanormalidad.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-22460" title="mushroonspatiencenuevanormalidad" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/09/mushroonspatiencenuevanormalidad.jpg" alt="" width="2048" height="2048" /></a><span id="more-22459"></span><br />
Raffaele Cerroni a.k.a. Dither Craf wird auf dem neuen Album neben v.a. von MushPat her bekannten Kollegen (Luca Raffaelli, Roberto de Falco, Stefano Buonamico) von alten Freunden wie Claudio Giammarini (Malato, ex-Ain Soph u.v.a.), Jürgen Weber (Novy Svet), Vinz Aquarian (Calle Della Morte, Ballo Delle Castagne, mitlerweile auch hier festes Mitglied), Léo Maury (Niedewierzanie) sowie Pete Hope, Erik Ursich und Andrea Ev (1997 EV) unterstützt. MitNormcore sollte man aber trotz des Titels ehr nicht rechnen. Oder vielleicht doch?</p>
<p><a href="https://mushroomspatience.bandcamp.com"><strong>Mushroom&#8217;s Patience @ Bandcamp</strong> </a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/mushroomspatience"><strong>Mushroom&#8217;s Patience @ Facebook</strong></a></p>
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		<title>MUSHROOM&#8217;S PATIENCE: Jellyfish</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Apr 2014 06:03:39 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/mushpatjellfish.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8391" title="mushpatjellfish" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/mushpatjellfish-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mushroom&#8217;s Patience ist eine Band, die v.a. von einer Konstante lebt: Raffaele Cerroni alias Dither Craf. Es gibt Platten, bei denen er komplett im Alleingang arbeitet, bei anderen schart er Mitstreiter in unterschiedlicher Zahl um sich, von denen einige vorübergehend einen harten Kern bilden, während andere schnell wieder in andere Sphären entschwinden. „Jellyfish“ ist sein bislang leutseligstes Werk, denn für jeden der dreizehn Songs hat er sich jeweils andere Musiker ins Boot geholt, die dem Album – gerade verglichen mit dem konzeptuell sehr stringenten Vorgänger – ein heterogenes Gepräge verliehen haben, wie es sonst nur Compilations und Remixalben anhaftet. Eindimensional<span id="more-8390"></span> wird es also schon mal nicht.</p>
<p>Platten von Mushroom&#8217;s Patience erinnern an eine Welt, die durch ein merwürdig unebenes Vergrößerungsglas gesehen wird. Größenverhältnisse und überhaupt alles Räumliche fällt durch einen reizvollen Zug ins Unlogische auf, von den verdrehten Formen ganz zu schweigen, und nie weiß man genau, wo man das Terrain betritt, in dem einen die Wirklichkeit schalkhafte Streiche spielt. So weit, so avantgardistisch, doch Cerronis schwermütig-lässige Handschrift, mit der er jede seiner Folk-, Rock- oder Elektronica-Kompositionen entwirft, sorgt stets dafür, dass dabei nicht einfach irgendein Surrealismus entsteht, sondern der besondere Surrealismus von Mushroom&#8217;s Patience. Auch „Jellyfish“, das im Wesentlichen elektronisch ausgefallen ist, aber auch den zuletzt so zentralen Americana-Elementen ihren Raum lässt, wird von dieser Grundstimmung zusammengehalten. Dass die Stücke oberflächlich betrachtet so unterschiedlich ausfallen, liegt auch daran, dass der Chef sich vornehm im Hintergrund hält und auch nur einmal, beim dröhnenden Titeltrack, selbst zum Mikro greift.</p>
<p>Viele Stücke sprechen eine Popsprache der frühen 80er und fröhnen einem Synthie-Minimalismus, bei dem „poppig“ und „derangiert“ keine Gegensätze sind. Exemplarisch hervor sticht „Cynical“ mit Roma Amors Euski am Gesang, zu dessen Auftakt eine Schellack-Sopranistin von einem Akkubohrer bearbeitet wird wie einst Marissa Mell in einem Umberto Lenzi-Film. Der Song weißt auch in die Richtung von Euskis eigenen aktuellen Aufnahmen. Andere Wegmarken sind das bedrohlich anmutende „Tearing the Place Down“ in Zusammenarbeit mit keinem geringeren wie Stephen Mallinder von Cabaret Voltaire, oder der kühl-kaputte Chanson „Subconsciousness Thrill“, der ganz auf Sängerin Genevieve Pasquier (u.a. Thorofon) zugeschnitten scheint. Man könnte im Grunde jeden der Songs hervorheben, die mit Unterstützung von Gästen wie Frank Lebel (The Box), Leo Maury (Niedowierzanie), Glenn Wallis (Konstruktivists), Andrea EV,  Peter Hope, Mathias Kom, Echo Eerie (Collapsing New People), Walter Robotka oder Kinderschreck Wolfgang Weiss (Cadaverous Condition) eingespielt wurden, und freilich findet jeder seine eigenen Höhepunkte, die er anderen Beiträgen vorzieht. Hervorheben möchte ich nur noch „Patricia“, ein jazziger Downer mit Chris Conelly (u.a. Finitribe, Revolting Cocks), dessen Stimme eine der besten Bowie-Pastiches zustande bringt, die ich je hören durfte, und einen erschütternden Text intoniert.</p>
<p>„Jellyfish“ ist ein Paradies für alle Namedropper, viel mehr noch eine reichhaltige Fundgrube für jeden Fan. Was den „tag“-Faktor angeht, so wünsche ich Raffaele die verdiente Aufmerksamkeit, v.a. der englischsprachige Raum sollte sich dieses rätselhafte Projekt nicht länger entgehen lassen. Wer nicht durch einen der vielen Namen auf das Album aufmerksam macht, den lockt vielleicht das seltsam erotische Covermotiv &#8211; man darf sich bloß von dem Wort &#8220;Qualle&#8221; nicht irritieren lassen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.klanggalerie.com/">Klanggalerie</a></strong></p>
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		<title>MUSHROOM&#8217;S PATIENCE: Road To Nowhere</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 18:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu den interessantesten Büchern, die vermutlich nie geschrieben werden, zählt die Biografie der Band Mushroom&#8217;s Patience, bzw. dessen, was in den 80ern einmal als experimentelle Progband ins Leben gerufen wurde und sich mit den Jahren als ein offenes Kollektiv um &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/mushpatroadtonowhere.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6797" title="mushpatroadtonowhere" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/mushpatroadtonowhere.jpg" alt="" width="164" height="150" /></a>Zu den interessantesten Büchern, die vermutlich nie geschrieben werden, zählt die Biografie der Band Mushroom&#8217;s Patience, bzw. dessen, was in den 80ern einmal als experimentelle Progband ins Leben gerufen wurde und sich mit den Jahren als ein offenes Kollektiv um Raffaele Cerroni, pardon: Dither Craf, entpuppen sollte. Es wäre ein Buch, dessen Kapitel hier und da abrupt enden. Einmontierte Nebenstränge würden je nach Gusto für Abwechslung oder Verwirrung sorgen, ebenso die wechselhafte Stimmung – mal heiter, oft dunkel, meist aber entspannt und nahezu immer kauzig verdreht. In einem surreal überzeichneten Italien, das den urbanen Schauplatz bildet, tauchen illustre<span id="more-6796"></span> Gestalten auf und verschwinden, reale wie Mercydesign, halb mythische wie Nový Svět. Literarische Figuren wie Sisyphos, der Dulder, und Oblomow, der Verweigerer, wären nie direkt genannt und doch stets geisterhaft präsent.</p>
<p>Eine besondere Zäsur müsste das Kapitel zum Jahr mit der Unglückszahl markieren, denn dort ereignet sich etwas, woran manche trotz Ankündigungen und einer Vielzahl an Arbeiten außer der Reihe nicht mehr geglaubt haben: Craf hat mit Mushroom&#8217;s Patience ein reguläres Album herausgebracht, auf richtiger CD und eingespielt mit einer mehrköpfigen Band. Mushroom&#8217;s Patience 2013 beinhaltet Beiträge von Musikern, deren sonstige Heimat u.a. Roma Amor und Ballo Delle Castagne ist, und so sehr die einzelnen Beiträge – v.a. stimmlich – viele der Songs prägen, „Road to Nowhere“ ist Mushroom&#8217;s Patience vom ersten bis zum letzten Ton.</p>
<p>Das Leben als Reise ins Ungewisse, ziemlich oft wurde dieses Motiv schon in Liedern und Geschichten verwurstet, doch selten mit so viel erdigem Charme, wie ihn Cerroni ausstrahlt, der neben seinem On Way-Ticket nur eine zerlesene Paperback-Ausgabe von Cormac McCarthys Endzeit-Roman „The Road“ in der Tasche hat. Auf einer solchen Reise ist alles nur Vorstufe zur nächsten Vorstufe, und der an Bowie angelehnte Titel des Openers „Station to Station“ unterstreicht dies noch einmal besonders. Sein tremolierender Klang markiert den Hintergrund für gespenstische Dialoge, die im Flüsterton beginnen und irgendwann als Plausch über Schnaps und verschollene Frauenzimmer erkennbar sind. Die Worte stammen aus Herzogs Film „Stroszek“, eine weitere tragikomische Wegmarke des Albums, dessen Haltung irgendwo zwischen verhaltener, doch unverwüstlicher Aufbruchstimmung und abgeklärter, melancholischer Selbstironie pendelt.</p>
<p>Ähnlich wie jüngere Soloarbeiten des John Fahey- und Jack Rose-Fans hat das Album eine leichte „Americana“-Schlagseite. Eine lässige Slideguitar zählt zu den kleinen roten Fäden und gipfelt für Momente sogar in echten Country &amp; Western-Kitsch. Der ist so perfekt geraten, dass man ihn vermutlich für bare Münze nehmen würde, käme er nicht in einem absurden Weihnachtslied vor, zusammen mit infantilem Geschrammel und einem lärmigen Klimpern und Knarzen im Hintergrund. Seltsame Geräusche gibt es zuhauf, und viele Songs enden mit dem rustikalen Klappern und Pusten einer Dampflok. Verhalten noisig geht es auch in dem Sauflied zu Ehren eines „Tracktor Train Orchestra“ zu, das <a title="ROMA AMOR: Occhi Neri" href="http://africanpaper.com/2012/03/31/roma-amor-occhi-neri/">Roma Amor-Chanteuse Euski</a> mit Banjo-Begleitung anstimmt, doch anders als in ihren eigenen Songs ganz ohne liebliche Melodien als Gegenpart.</p>
<p>Mushroom&#8217;s Patience gehörten nie wirklich in die bei uns gerne als Italofolk verklärte Ecke, sehr wohl aber einige der neuen Bandmitglieder, was mit ein Grund sein dürfte, dass sich auf „Road to Nowhere“ einiges von der rotweintrunkenen Schwermut dieser Musik findet. Die kann ergriffen ausfallen wie bei Vinz&#8217; (Ballo Delle Castanie) Rezitation in „King&#8217;s Return“, dessen wunderschöne Gitarrenmelodie mich außerdem an John Renbourn und Renaissance-Musik erinnert. Andere Stücke klingen moderner und geraten zu schrägem Psych Folk mit futuristischen Momenten (sehr schön &#8220;Water #5&#8243; mit Neuzugang Echo Eerie von Collapsing New People) oder blauen Elefanten auf der Analytikercouch – ich könnte mir schlimmere Träume vorstellen als jene, die der Patient in „Memoria Sonica“ zum Besten gibt.</p>
<p>Crafs Werk ist nie etwas für Hörer gewesen, die es griffig und homogen brauchen, und dem typischen Industrial-Konsumenten waren seine Arbeiten nach dem letzten Comeback ohnehin zu frei und windschief, vermutlich hielten es einige für Hippiegeschrammel – Urteile, die auf die Urteilenden zurückfallen, und ich finde nach wie vor, dass Freunde von NWW und Hafler Trio an einigen Alben der mittleren Phase ihre Freude hätten. Momentan dominieren akustische, angefolkte Klänge den Cerroni-Kosmos, doch die Handschrift des Römers ist stets zu erkennen. Schön, dass das immer noch so ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.klanggalerie.com/">Klanggalerie</a>/<a href="http://www.spqrlabel.com/Html/News.html">SPQR</a></strong></p>
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		<title>DITHER CRAF: The Resurrection of Mike the Headless Chicken</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 08:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es sind wahrscheinlich noch nicht viele (echte) Hühner in einem Hotelzimmer gestorben, aber ein amerikanisches Federvieh namens Mike hatte 1947 dieses zweifelhafte Vergnügen. Sein Tod beendete eine kurze Karriere als Zirkusattraktion und drehte seinem Besitzer, einem Farmer aus Colorado, jäh &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/11/05/dither-craf-the-resurrection-of-mike-the-headless-chicken/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/dithercrafheadlesschicken.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3041" title="dithercrafheadlesschicken" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/dithercrafheadlesschicken-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es sind wahrscheinlich noch nicht viele (echte) Hühner in einem Hotelzimmer gestorben, aber ein amerikanisches Federvieh namens Mike hatte 1947 dieses zweifelhafte Vergnügen. Sein Tod beendete eine kurze Karriere als Zirkusattraktion und drehte seinem Besitzer, einem Farmer aus Colorado, jäh seinen unerwarteten Geldhahn zu. Das besondere an Mike dem Hahn war, dass er keinen Kopf hatte, denn der wurde ihm eines Abends abgeschlagen, als die Schwiegermutter ihren Besuch ankündigte und in den Genuss eines deftigen Brathähnchens kommen sollte. <span id="more-3040"></span>Im Unterschied zu etlichen seiner Artgenossen lebte Mike nicht bloß für einige Minuten weiter, sondern für anderthalb Jahre. Bauer Lloyd hatte mit dem Axthieb etwas zu weit oben angesetzt, und ein wesentlicher Teil des Stammhirns blieb am Nacken des Tieres kleben. Dem Organismus reichte das anscheinend aus, und man konnte das Tier mit einer Pipette ernähren.</p>
<p>Die Story klingt wie eine moderne Legende oder wie der Plot eines Cartoons. Ob es sich um eine bloße Finte handelt, typisch für ein Land, das laut Baudrillard Disneyland nur ins Leben gerufen hat, um darüber hinweg zu täuschen, dass es auch jenseits seiner &#8220;most happy places&#8221; fiktiv und artifiziell ist, will ich nicht beurteilen &#8211; offiziell ist die Geschichte wohl mehrfach verbrieft. In den Monaten zwischen der Enthauptung und der Nacht, als Mike wie später Bon Scott von AC/DC an seinem eigenen Speichel erstickte, wurde er zeitweise so populär, dass andere Farmer massenweise versuchten, ihre Hühner „falsch zu köpfen“, um sich auf die Tour noch etwas dazu zu verdienen. Vergeblich, und zugleich normale Härte in einer Welt abstruser Realsatiren. Kein geringerer als Dither Craf, der als Musiker für gewöhnlich mit seiner Band Mushroom&#8217;s Patience einen legendären MonsterSpaghettiPsychRock spielt oder mit seinem „Lifeless Orchestra“ etwas folkiger unterwegs ist, hat soeben eine Lanze gebrochen für die Unsterblichkeit des guten Mike, und wer den Römer, den manche Raffaele Cerroni nennen, kennt, der weiß dass es keinen besseren geben könnte, um sich dieses Themas anzunehmen.</p>
<p>Crafs Hommage ist von leiser, unaufdringlicher Natur, und falls es überhaupt eine Intention gibt, außer der Verwunderung über die abstruse Story Ausdruck zu verleihen, dann könnte man fast die triste Tragikomik gespiegelt sehen, die diese Groteske durchzieht, über die man schmunzeln muss, und die doch am Ende berührend ist. Und ein Stück Bewunderung ist das Ganze sowieso, denn die Widerstandsfähigkeit des seltsamen Vogels, der auch durch die fatalsten Umstände nicht tot zu kriegen ist, muss Craf fasziniert haben. Zusammen mit seinem leblosen Orchester trug dieser auf seinem letzten Album eine seiner Lieblingsfiguren, den Reverend Rufus Funk, zu Grabe, und wer den schlichten Folksound bereits reduziert und minimal fand, dem sei gesagt, dass dieses Konzept hier noch radikaler durchgezogen wird. Dither Craf solo, das bedeutet 2011 verträumte Folkgitarren, relaxte Bluesmeldien und zwischendurch so etwas wie eine Slideguitar, die an eine Country &amp; Western-Musik erinnert, wie sie vielleicht von Zeit zu Zeit auf der Farm ertönt sein mag, auf der Mike sein Dasein fristete. Musik, die so schlicht ist wie eine Story, die sich überhaupt nicht bemüht, reißerisch, hip und originell zu sein – so wie Crafs Musik ohnehin alles andere als „bemüht“ herüberkommt, sondern verspielt und auf anrührende Art ziellos.</p>
<p>Was man vergeblich sucht, sind Worte &#8211; außer auf der Trackliste, und die erzählt einiges: Mike begibt sich auf große Reise, doch statt Zirkusmanegen und schäbiger Hotels erlebt er spannende Geschichten, wird Zeuge der Ermordung einer ominösen Mrs. Wuorons, besucht das Grab des besagten Reverend, legt zu allem Überfluss sogar ein Ei und wird einmal von Crafs Musiker-Held John Fahey gerettet. Zum Score dieses Schelmenromans gesellt sich mit der Zeit allerlei Störendes hinzu: Seltsam mechanisch klingende Vögel aus dem Funk-Universum, Gitarrenakkorde, die sich in einem Loop verfangen haben, merkwürdiges Knacken und bedrohliches, schabendes Röcheln.</p>
<p>Doch alles in allem ist die Welt in Ordnung, denn Mike lebt, und Craf ist ebenfalls so vital wie selten – ob mit oder ohne sein lebloses Orchester, ob auf Tonkonserve oder auf seinen Konzerten, wie jüngst auf den Kalyug-Festival. Man munkelt sogar, dass man ihn in Zukunft öfter in Deutschland sehen wird. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.artcraf.it/">Atro.Fact</a></strong></p>
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		<title>DITHER CRAF &amp; HIS LIFELESS ORCHESTRA: The Legend Of Rufus Funk Death</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:55:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dither Craf]]></category>
		<category><![CDATA[Dither Craf & His Lifeless Orchestra]]></category>
		<category><![CDATA[Mushroom's Patience]]></category>
		<category><![CDATA[Raffaele Cerroni]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man den Liner Notes von „The Legend of Rufus Funk Death“ entnehmen kann, ist Dither Craf das legendäre Mastermind einer Atonalpop-Combo, die für ihren erstklassigen Spaghetti-Psychrock berühmt und berüchtigt ist. Gemeint ist natürlich MUSHROOM’S PATIENCE, die sich gerade im &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/dither-craf-his-lifeless-orchestra-the-legend-of-rufus-funk-death/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/rufusfunk.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-359" title="rufusfunk" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/rufusfunk.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie man den Liner Notes von „The Legend of Rufus Funk Death“ entnehmen kann, ist Dither Craf das legendäre Mastermind einer Atonalpop-Combo, die für ihren erstklassigen Spaghetti-Psychrock berühmt und berüchtigt ist. Gemeint ist natürlich MUSHROOM’S PATIENCE, die sich gerade im schleichenden Prozess eines Comebacks befinden.<span id="more-358"></span></p>
<p>Zusammen mit seinem gar nicht mal so leblosen Orchester widmet sich Craf hier weniger opulenten und (noch) weniger elaborierten Klangwelten, sowie inhaltlich einem gewissen Rufus Funk. Man weiß über diesen Herrn nicht viel, nur dass er anscheinend Reverend war, und in der Craf’schen Imagination kürzlich zu Grabe getragen wurde. Ganze zwei Alben wurden dem Leben und Sterben des Mannes gewidmet – es muss eine unaufgeregte, genügsame Existenz gewesen sein, doch auch eine unverblümte: bar jeder geschwätzigen Exaltiertheit, dafür aber mit Spaß an den eigenen kleinen Ungeschicklichkeiten. So zumindest ließe sich auch die Musik sehr gut umschreiben. Wer kein Ohr hat für die immer etwas verschlafenen Melodien, der könnte Crafs beiläufiges Spiel auf der Gitarre leicht als Geklimper abtun. Zusammen mit naivem Glockenspiel und verträumten Melodica-Passagen ist sie recht nah an Mushroom’s Patience’ Vision des „Wiccer Man“ und weisen auf Crafs derzeitiges musikalisches Ideal voraus: Musik im Geiste von John Fahey, Leo Kottke, Jack Rose oder einem etwas dunkleren Neil Young.</p>
<p>Um Ruhm und Glanz schert sich ein solcher Neil Young nicht. Musikhandwerkliches Strebertum ist dem Orchester ebenso fremd wie jede glatte, stilisierte Fassade. Stühlerücken, Schritte und andere Geräusche gestalten die Szenerie mit, auch gackernde Hühner und aufgescheuchte Singvögel, die für “echte” Romantik immer einen Tick zu laut lamentieren. Natürlich ist auch das, wie jedes Image, irgendwie Fassade, aber in ihrer dezenten Abstrusität steht sie der Musik vortrefflich. Immer wieder gibt es Momente, in denen das Gitarrenspiel droht, ernsthaft anheimelnd zu werden. Ein Zug, der Teil des Rufus Funk-Universums ist, und doch weiß Craf, dass er kein Michael Cashmore ist, weiß sich auf andere, vielleicht weniger schöngeistige Qualitäten zu besinnen. Im furiose Finale, nach einer französischen Gesangseinlage, bricht mit einem mal all die surreale Lärmverliebtheit herein, zu der Craf imstande ist.</p>
<p>„The Legend…“ ist ein im besten Sinne unspektakuläres Album und lässt zwischen atonalen Akkordfolgen und lieblichen Glocken eine Tiefe aufscheinen, die weder an Trockenheit noch an Verkitschung leidet. (U.S.)</p>
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		<title>MUSHROOM’S PATIENCE: Dicer’s Oath/Eve And The Plastic Apple</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:50:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[MUSHROOM’S PATIENCE sind eine Legende, soviel ist sicher. Doch Dither Craf und seine Kumpanen zählen leider auch zu den unrechtmäßig unterschlagenen Geheimtipps experimenteller Musik, und wer sich angesichts dieser kürzlich bei Klanggalerie erschienenen Wiederveröffentlichung nicht flugs auf Schatzsuche begibt, der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/mushroom%e2%80%99s-patience-dicer%e2%80%99s-oatheve-and-the-plastic-apple/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/dicersapple.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-310" title="dicersapple" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/dicersapple.jpeg" alt="" width="150" height="148" /></a>MUSHROOM’S PATIENCE sind eine Legende, soviel ist sicher. Doch Dither Craf und seine Kumpanen zählen leider auch zu den unrechtmäßig unterschlagenen Geheimtipps experimenteller Musik, und wer sich angesichts dieser kürzlich bei Klanggalerie erschienenen Wiederveröffentlichung nicht flugs auf Schatzsuche begibt, der verdient mindestens drei Stunden Nachsitzen auf dem Eselsbänkchen.<span id="more-309"></span></p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Craf, von manchen auch Raffaele Cerroni genannt, kündigte im letztjährigen Interview bereits ein geplantes Comeback an. Es ist nicht der erste Neubeginn seiner Mitte der 80er in Rom formierten Gang, die sich alle paar Jahr aus dem Licht einer überschaubaren Öffentlichkeit zurückzieht, sich häutet, regeneriert und in neuer Gestalt inkarniert. Vielleicht ist die Wiederveröffentlichung der frühen Aufnahmen „Dicer’s Oath“ und „Eve and the Plastic Apple“ ja der Auftakt zu einer generellen Rückbesinnung zu den eigenen Ursprüngen, als die Italiener mit Funk und Fusion-Elementen gespickten Psychedelic Pop spielten. Schon auf diesen frühen Aufnahmen, die größtenteils live im Studio eingespielt wurden, ist zu erkennen, wie weit die Gruppe von jedem musikalischen Perfektionsstreben entfernt war und ist. Aber auch wie unwesentlich solche Leistungskategorien sein können, wenn es darum geht, intensive, berührende Musik zu schreiben. In “Eve and the Plastic Apple”, dem ersten und vielleicht einzigen Song der Gruppe, der so etwas wie ein Hit wurde, mündet der lässige Dilettantismus in eine wundersame Melodik, die das Paradiesische illustriert, dessen Unmöglichkeit der Text besingt. Vom Sündenfall bis zum endzeitlichen Helter Skelter lässt der Song mehr erahnen, als ganze Alben selbsternannter Kosmiker. Der Traurigkeit, die solchen Momenten zwangsläufig innewohnen muss, steht eine verdrehte Ausgelassenheit entgegen, die nur ein kauziger Oblomow wie Craf zustande bringt: „Blind Oculist“, das mit seinem wahnsinnigen Gelächter, seinen trunkenen Oboen und den hektischen Highhats wie eine Jazzparodie zum Höhepunkt einer Dada-Performance anmutet. Oder der funkige Stonerrock des Doppelstückes „Events/Tochero“, bei dem ich mich wieder frage, wie so viele Kenner sich so ein Juwel entgehen lassen konnten. Auch den irgendwann zu Hipstern mutierten Brainwashed-Leuten habe ich nie verziehen, dass sie MushPat (ebenso wie NOVY SVET, DBPIT, O PARADIS u.a.) übersehen haben. Vielleicht hätte da ja ein Vertrag bei Beta Lactam wunder gewirkt?</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Ätzende Gitarrenriffs, röhrende Soli, bluesige Mundharmonika, Stimmexperimente. Craf parodiert den Sopran, und immer ist ein unterschwelliger Sarkasmus aus seinen humorigen Faksen herauszuhören. Erdende Bässe und entspannte Bläser spielen zur Siesta auf, doch der Schein könnte trügen. Die Sonne scheint, die Nacht ist vorbei, doch die Einsamkeit bleibt, so in etwa heißt es in „Grave Digger“. Bei „Flush“ hört man sogar noch die 80er Jahre heraus, die diese Band damals gehasst haben muss. “Pen and Paper” schließt mit schwermütigen Orgeln und fällt für einen kurzen Moment aus dem Rahmen, doch der Jazzbass und die entspannten Bläsermelodien holen den Song zurück in vertrautes Mushroom’s Patience-Land. Die zweite Hälfte der CD enthält Songs, die bisher auf Tape oder auf einer Compilation zu hören waren. Sie führen den groovige Pfad weiter entlang, doch hört man (wie etwa bei „Fly Together“) eine schwärzere Note heraus, und auch in gelösteren Augenblicken wie bei „Terminal Water“ gibt es nichts umsonst, denn der Text entwirft ein zwischenmenschliches Szenario der Angst. Aber gespielt wird auch hier, und zum krönenden Abschluss gibt es einen lupenreinen Italofolksong, der ursprünglich zu Crafs Solo-Repertoire gehörte: So hätte GRUPPO FOLK URBANO SPERIMENTALE DIVISIONISTA klingen können, hätten sie bekömmlich klingen wollen. Gut, dass es anders war, aber im Dreiminutenrahmen ist es toll. Banjo, Gitarre und eine großartige Melodie voller Wehmut und fast schüchterner Lebensfreude.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Zwei Alben, ein Sound und im Grunde fast so etwas wie die perfekte Platte für einen stilvoll verbummelten Sommer. Dither Craf und seine Leute benannten sich ursprünglich nach dem Gefühl, Teil einer „Lost Generation“ zu sein. Dennoch sind sie ein unvergängliches Kraut. Mögen ihn manche auch übersehen, andere seine Musik geringschätzig verramschen, manchmal ist die Welt eben doch gerecht, und Größe und Schönheit haben ab und an das letzte Wort. Und genau deshalb gibt es Mushroom’s Patience noch heute. (U.S.)</p>
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