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	<title>African Paper &#187; rlw</title>
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		<title>RLW: Minority Of The Dead</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 03:43:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Auf Abwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf L. Wechowsky]]></category>
		<category><![CDATA[rlw]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf „Minority Of The Dead“ stellt Ralf Wechowsky, der uns kürzlich noch mit dem Album &#8220;Fading Pictures&#8221; begeistert hatte, unter seinem RLW-Alias drei Stücke zusammen, deren Genese und Konzeption so wichtig sind, dass Informationen zu den einzelnen Stücken einen nicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/11/rlw-minority-of-the-dead/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/a2584136202_1x1_700.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50773" title="a2584136202_1x1_700" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/a2584136202_1x1_700-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auf „Minority Of The Dead“ stellt<a href="https://africanpaper.com/tag/ralf-l-wechowsky/"> Ralf Wechowsky</a>, der uns kürzlich noch mit dem Album <a href="https://africanpaper.com/2025/10/25/rlw-fading-pictures/">&#8220;Fading Pictures&#8221;</a> begeistert hatte, unter seinem RLW-Alias drei Stücke zusammen, deren Genese und Konzeption so wichtig sind, dass Informationen zu den einzelnen Stücken einen nicht unerheblichen Teil des CD-Artworks ausmachen: <span id="more-50772"></span>„From Failure To Failure“ war ursprünglich gedacht für ein anlässlich des 100. Geburtstags von John Cage geplantes Album. Eine Veröffentlichung wurde dann aber von Labelseite abgesagt. RLW schreibt, dass seine Überlegungen zu Cage dazu geführt hätten, über seinen „counterpart“ nachzudenken: Karlheinz Stockhausen. Die beiden weiteren auf der CD erhältlichen Stücke, „Body Logics“ und „Trahison“, sind dann auch inspiriert von dem 2007 verstorbenen Komponisten. Zehn Jahre später wurden diese drei Stücke überarbeitet und dann im letzten Jahr finalisiert.</p>
<p>Die CD wird eröffnet von „Body Logics“, inspiriert von Stockhausens früher Arbeit „Klavierstück I“ und Äußerungen Anthony Braxtons, in denen er die „body logics“ von Stockhausens Klavierstücken u.a. mit denen von James Brown und George Clinton verglich. RLW schreibt, er habe daraufhin zusätzlich zu den virtuellen Instrumenten wie etwa Orgel noch Stimmelemente in &#8220;Body Logics&#8221; integriert. Das Stück selbst beginnt mit hektischen, fragmentierten Passagen, die in ihrer scheinbaren Erratik an Stockhausens Komposition denken  lassen. Dann scheint die Aufnahme zu leiern, Stille, ein virtuelles Fagott setzt ein, es gibt dissonantes Fiepen, Stimmfragmente tönen in der Ferne.  Das darauf folgende „From Failiure to Failure“ ist inspiriert von einer 1992 gehaltenen Rede Cages über „Overpopulation and Art“, einem Text, dem von Wechowski attestiert wird, voller „unbroken optimism and naivety“ zu sein, damit nicht den Geschmack des Künstlers (oder des Verfassers dieser Zeilen) treffend, aber laut den Linernotes lebe das Stück von seinen inneren Widersprüchen. Der Zukunftsoptimismus Cages erinnere Wechowski an Genres wie Prog oder Techno, woraus die Entscheidung für die gewählten Instrumente (Mellotron und Perkussion) resultierte. Die Stimme Cages wird verzerrt, verschwindet im Äther, das Gesagte lässt sich nur erahnen, wird geschreddert, (vielleicht) ad absurdum geführt. Gegen Ende finden sich perkussive Elemente, dann hört man noch einmal Cages sagen: „From failure to failure [...] to the final victory.“  „Trahison!“ ist inspiriert von Stockhausens „Gesang der Jünglinge im Feuerofen“ (eine Komposition, die vor etlichen Jahren der Zusammenarbeit von <a href="https://africanpaper.com/tag/asmus-tietchens/">Asmus Tietchens</a> und <a href="https://africanpaper.com/tag/thomas-koner/">Thomas Köner</a> den Namen lieh). Wechowski fiel bei dem Stück der Kontrast zwischen elaborierter Elektroakustik und Momenten des Lächerlichen auf. Verwendung fand bei seiner Komposition dann Material einer Oper von Saint-Saëns &#8211; eventuell  Samson et Dalila?  Man hört wieder zerhäckselte Sounds, die klingen,  als ginge jemand durch Kies und griffe dann nach einem Instrument. Manche Passagen lassen an Wasser denken.</p>
<p>&#8220;Minority Of The Dead&#8221; ist ein Album hervorragender Geräuschmusik, das auch ohne die Hintergrundinformationen funktionieren kann. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="www.aufabwegen.de/label/">Auf Abwegen</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2043646709/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>RLW: Fading Pictures</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 03:06:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Black Rose Recordings]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf L. Wechowsky]]></category>
		<category><![CDATA[rlw]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen R. Meixner]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuletzt hatte uns rlw (bürgerlich Ralf Wehowsky – vor vielen Jahren bei P16.D4 aktiv und seitdem auf zahlreichen Veröffentlichungen als kaum kategorisierbarer Geräuschmusiker aktiv – auf diesen Seiten mit seinem Album „Satanic Inventions“ begeistert. Nun erscheint – wieder auf Stephen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/25/rlw-fading-pictures/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/ralfwehowskyfadingpictures750-750x750.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48755" title="ralfwehowskyfadingpictures750-750x750" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/ralfwehowskyfadingpictures750-750x750-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zuletzt hatte uns rlw (bürgerlich <a href="https://africanpaper.com/tag/ralf-wehowski/">Ralf Wehowsky</a> – vor vielen Jahren bei P16.D4 aktiv und seitdem auf zahlreichen Veröffentlichungen als kaum kategorisierbarer Geräuschmusiker aktiv – auf diesen Seiten mit seinem Album <a href="https://africanpaper.com/2022/12/17/rlw-satanic-inventions/">„Satanic Inventions“ </a>begeistert. Nun erscheint – wieder auf <a href="https://africanpaper.com/tag/stephen-r-meixner/">Stephen Meixners</a> Label <a href="https://africanpaper.com/tag/black-rose-recordings/">Black Rose Recordings</a>  – mit „Fading Pictures“ ein ebenso konzeptionell dichtes Album.<span id="more-48753"></span></p>
<p>Wehowsky beschreibt in den Linernotes die enge Verbindung zwischen Elektroakustik und dem Cinéma L&#8217;Oreille. Dabei versteht er elektroakustische Musik als „autonome“ Musik – nicht als „Programmmusik“, also nicht als Mittel zum Zweck. Viel eher sollen die einzelnen Stücke des Albums beim Hörer Raum für freie Assoziationen lassen, man soll seine eigene „Kreativität“ entwickeln. Die Titel der insgesamt neun Stücke können, müssen dem Hörenden aber nicht unbedingt Deutungshinweise geben, dürfen also ebenso ignoriert werden.</p>
<p>Der erste Track „erträumtes intro, vorzeitig abgebrochen“ beginnt mit hochfrequentem Fiepen, kristallinen Sounds, dazu dann Brummen und unruhige Passagen. Der Neologismus „vorzimmern # 1“ beschreibt ein Stück, von dem mein jüngster Sohn meinte, es klinge, als würde eine Platte mit einer Gabel „verquietscht“, die Sounds wirken wie zerhäckselt. Dagegen ist „absurdes bekanntes # 1“ wesentlich dunkler: Es ertönen an Streicher erinnernde Klänge, denen durchaus ein Moment des Bedrohlichen innewohnt. Im weiteren Verlauf des Stücks meint man, bearbeitete klagende Stimmen zu hören. Das ist vielleicht ein Chor aus Schmerzen. Diese Stimmung wird bedingt auf „absurdes bekanntes # 2“ mit fast schon leiernden Sounds fortgesetzt. Verglichen mit diesem sehr dichten und verdichteten Stück ist „schein-kristall # 1“ reduzierter und klingt so, als werde vereinzelt auf Metall geschlagen, als erklinge eine Glocke in einem Kloster. Der Track „vorzimmern # 2“ dröhnt, während „absurdes bekanntes # 3“ von  Streichern durchzogen ist und sich zu einem dissonanten Monster steigert. Tönt ein Saxophon? Der vorletzte Track „schein-kristall # 2“ ist wieder etwas minimalistischer, erinnert  kurzzeitig an <a href="https://africanpaper.com/tag/coil/">ElpHs</a> „Worship The Glitch“-Album, bevor das Album mit „offenes ende, vorzeitig abgebrochen“ und dunklen Cellopassagen und Stimmen endet.</p>
<p>Das Label spricht von „haunting atmospheres“ (das von<a href="https://www.instagram.com/chris__low/"> Chris Low</a> designte Artwork scheint das insbesondere auf der Rückseite zu unterstreichen) und das ist durchaus das richtige Attribut für diese Stücke, die immer auch etwas im positiven Sinne Verstörendes haben, wobei man das auch so verstehen kann, dass Konventionen gestört werden. (MG)</p>
<p>Label: <a href=" https://www.facebook.com//Black-Rose-Recordings-100063923869488/">Black Rose Recordings</a></p>
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		<title>RLW: Satanic Inventions</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2022 00:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Black Rose Recordings]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Wehowski]]></category>
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		<description><![CDATA[Ralf Wehowsky ist seit Jahrzehnten als Geräuschmusiker aktiv, ob in den 80ern mit P16.D4 oder dann auf einer ganzen Reihe von Soloalben und Zusammenarbeiten mit anderen. Auf diesen Seiten wurde z.B. seine zusammen mit Stephen Meixner gemachte Auseinandersetzung mit Schlagern &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/12/17/rlw-satanic-inventions/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/R-24999379-1667164333-3424.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-32910" title="R-24999379-1667164333-3424" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/R-24999379-1667164333-3424-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://africanpaper.com/tag/ralf-l-wechowsky/">Ralf Wehowsky </a>ist seit Jahrzehnten als Geräuschmusiker aktiv, ob in den 80ern mit P16.D4 oder dann auf einer ganzen Reihe von Soloalben und Zusammenarbeiten mit anderen. Auf diesen Seiten wurde z.B. seine zusammen mit Stephen Meixner gemachte Auseinandersetzung mit Schlagern <a href="http://africanpaper.com/2014/01/18/rlw-srmeixner-just-like-a-flower-when-winter-begins/">besprochen</a>.  <span id="more-32909"></span>„Satanic Interventions“ ist – wenn man so will – Musik zur Zeit, nimmt das Album seinen konzeptionellen Ausgangspunkt doch in der Coronapandemie, die in den vergangenen Jahren verheerende Schneisen in unsere Gesellschaften geschlagen hat. Wehowsky zieht einen Vergleich zur Pest im Mittelalter und sieht Gemeinsamekiten beim Umgang mit diesen beiden Pandemien: „Denial of reality, conspiracy theories, searching for scapegoats“, es müssten sozusagen „satanic inventions“ verantwortlich sein für all das, was geschehe. Und tatsächlich hat man den Eindruck, dass anders als durch das (Er-)Finden einer strippenziehenden Macht für viele Kontingenzbewältigung nicht mehr möglich zu sein scheint. Wehowski fasst es knapp (und sicher  nicht unzutreffend) zusammen: &#8220;Human stupidity never should be underestimated.&#8221; Man sollte das Album allerdings nicht als ein rein hoffnungsloses Fazit sehen, denn  &#8211; wie in den Linernotes  zu lesen ist: &#8220;new flowers do grow.&#8221; Für Wechowski ist das damals in der Musik ars subtilior, &#8220;Fragmente&#8221; dieser Musik finden sich dann auch auf dem Album.</p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/tag/diamanda-galas/">Diamanda Galás</a> hatte auf ihrer „Masque of the Red Death“-Trilogie anhand von Auszügen aus dem Alten Testament den Umgang mit HIV-Infizierten in den USA mit an Aussatz Erkrankten verglichen, die Stimmen, die auf „Satanic Inventions“ auftauchen, sind dagegen so bearbeitet, so „transformiert“, kollagiert und fragmentiert, dass sie (fast) ins Unverständliche aufgelöst werden, was auf insgesamt 15 Stücken zu oft beeindruckenden Resultaten führt: Auf „Early Symptoms&#8221; hört man verfremdete, kaum noch erkennbare, irritierte wie irritierende, verlangsamte Stimmen. Das knapp eineinhalbminütige „Normality, Lost #1“ ist durchzogen von dissonanten Streichern, die verschwinden, ganz so, als drehe man an einem Radioregler. „Fever Glazed Thine Ears &#8217;1“ besteht aus Kratzen, leiernden Sounds, scheinbar rückwärts abgespielten Stimmen, Gesängen.  „Normality, Lost #3“ klingt bedrohlicher mit seinem ambienten Dröhnen. Man hört Funksprüche („Fever Glazed Thine Ears #4“) oder Stimmengewirr („Out of Joint“), irgendwann heißt es dann: „die Leichenberge häufen sich“. (MG)</p>
<p> Label: <a href="https://www.contrastate.com/products">Black Rose Recordings</a></p>
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