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	<title>African Paper &#187; Rozz Williams</title>
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		<title>DAVID E. WILLIAMS: Non-Vocal Electronic Music, 1986-2022</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 03:06:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auch wenn man nie wissen kann, was die Zukunft bringen wird, hat David E. Williams, soviel kann man guten Gewissens sagen, mit &#8220;Get Me a Ladder&#8230; Get Me a Ladder!&#8221; vor drei Jahren sein zumindest mal vorläufiges Opus Magnum veröffentlicht. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/25/david-e-williams-non-vocal-electronic-music-1986-2022/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/nvem.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-48406" title="nvem" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/10/nvem-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn man nie wissen kann, was die Zukunft bringen wird, hat David E. Williams, soviel kann man guten Gewissens sagen, mit <a title="DAVID E. WILLIAMS: Get me a Ladder… Get me a Ladder!" href="https://africanpaper.com/2022/08/06/david-e-williams-get-me-a-ladder-get-me-a-ladder/">&#8220;Get Me a Ladder&#8230; Get Me a Ladder!&#8221;</a> vor drei Jahren sein zumindest mal vorläufiges Opus Magnum veröffentlicht. Eine derartige Summa einer bisherigen Karriere, in der ein ganzes Panorama großer und kleiner, ernster wie skurriler Williamsthemen in eindringlich-unterhaltsamer Weise vorkommt, sollte und kann <span id="more-48405"></span>man nicht so schnell wiederholen, und somit tut der Musiker auch ganz recht daran, mit dem gerade digital erschienenen &#8220;Non-Vocal Electronic Music, 1986-2022&#8243; ein trotz einiger Überschneidungen komplett anders geartetes Werk herauszubringen.</p>
<p>Die bis tief in die 80er zurückreichende Sammlung enthält ausgewählte, zum Teil von seinen Alben bekannte, zum Teil aber auch obskure Tracks, die ohne seinen charakteristischen Gesang auskommen und meist eine gute Spur abstrakter und in vielen Fällen auch lärmiger daherkommen als die meist dunkle, schwarzhumorige Mixtur aus Kabarett und Croonertum, die man gemeinhin als seinen typischen Stil betrachtet. Wer mit verzerrten Lärmtexturen allerdings wenig anfangen kann, sollte dennoch über die ersten drei Stücke hinausgehen, denn im Verlauf erweist sich die Compilation als äußerst vielgestaltig.</p>
<p>&#8220;Moreschi Study I&#8221; beginnt mit hintergründigem, dumpfem Grollen wie klanglicher Rauch, aber eindringliche Synthiemelodien schälen sich nach kurzer Zeit heraus und der Track steigert sich in Sound und Fülle. Durch die klangliche Beschaffenheit des Stücks fühlt man sich wie in Sirup eingelegt, aber die lärmig-kratzigen Parts holen einen immer wieder an die frische Luft. Den Kastratensänger Allessandro Moreschi, nach welchem der Track benannt ist, hört man zwar, aber wenn man es nicht weiß, kann man die hochtönenden Sounds kaum der menschlichen Stimme zuordnen. &#8220;Catholic Nihilist&#8221; beginnt knarrig und derb. Anfangs noch unklar in seiner Richtung, entwickelt sich das Stück bald zu einer rhythmischen, verzerrten Lärmwelt, die rhythmische Anklänge nicht scheut und von schleifendem Feedback kontrastiert wird. Kurz vor Schluss kippt der Klang plötzlich ins Glasklare, bevor nur noch das Piepen einer Herzmaschine bleibt. Der Track stammt ursprünglich vom 2017 bei Old Europa Café erschienenen Album &#8220;Hospice Chorale&#8221;.</p>
<p>Im weiteren Verlauf entfaltet sich – für Freunde der gepflegten Geräuschmusik – ein veritables Ideenpanorama. Unterschwelliges Rauschen, dumpfes Rumpeln und endzeitliche Trommeln unter dichtem Nebel lassen den englischen Autor und Tagträumer Yockey zu einem karikaturesken Palindrom werden, während spacige Ambient-Texturen voller surrealer Sci-Fi-Spielereien Ground Zero wie aus einer Alienperspektive erscheinen lassen. Danach folgen einige der abstraktesten und bizarrsten Momente des &#8220;Get Me A Ladder&#8221;-Albums, bei denen der geniale Schauspieler Edward G. Robinson zu monumentaler Synthie-Neoklassik im Zeitraffer Selbstmord-Arten aufzählt, Williams selbst, begleitet von Kosmischer Musik seinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Alarmbereitschaft versetzt und Andrew King a.k.a. A-Rex zu Jonathan Canadys Synth und Jerome Deppes Folkgitarre John Donnes Worte über die eigene Vergänglichkeit rezitiert. Unter diesen Stücken finden sich die stimmintensivsten Momente der ansonsten eher stimmarmen Sammlung.</p>
<p>Mit &#8220;Horse Ambulance&#8221; und &#8220;Eddie Waitkus&#8221; treten zwei Stücke der späten 80er hervor, die 2005 auf der erweiterten EP &#8220;Pseudo Erotica and Beyond&#8221; veröffentlicht wurden. Surreale, cinematische Soundscapes voller Bimmeln und anschwellenden Lärmdetails, die die Szenerie gekonnt vor jeglicher Gefälligkeit bewahren, treffen auf eine abgründig Dante&#8217;eske Höllenfahrt im Stummfilmstil, die mit der endzeitlichen Trompete von Richard Cizauskas das Doomjazzgenre begründet hat, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Besonders bemerkenswert ist &#8220;Mindf**k, Soundtrack to a Murder (Rehearsal Version for use by Rozz Williams)&#8221; – ein schriller, knarzender Noise-Ausbruch mit doomig verzerrten Saitenfiguren und abrupten Explosionen. Klirrende, schleifende Elemente rücken den Track in die Nähe des Maschinen-Industrial von Projekten wie Genetic Transmission.</p>
<p>Es folgt das ultra melancholisch verregnete Ambientstück &#8220;Their Paper Cranes Ablaze&#8221; vom &#8220;Every Missing Duck Is A Duck Missed&#8221;-Album, das mit seinen entrückten Synthietupfern eines der schönsten Stücke aus Williams Diskografie ist. Gleich darauf wird es orchestraler: ein von repetitiven Pianomustern getriebenes Ambient-Stück vom &#8220;Hope Springs A Turtle&#8221;-Album, das Erinnerungen an Depeche Modes &#8220;Pimpf&#8221; und an einiges von Philip Glass weckt und dennoch in einer ganz eigenen Atmosphäre schwebt. Den Abschluss markiert &#8220;Document (June 19, 1993)&#8221;, ebenfalls von &#8220;Pseudo Erotica&#8221;, ein surreales Zwei-Minuten-Stück, dessen sumpfige Grundstimmung von hallenden Tropfen und endzeitlichen Pauken durchzogen ist. Zum Schluss öffnet sich so noch einmal ein völlig eigener Kosmos, als wolle das Stück verdeutlichen, dass es hier keinen feierlichen Abschluss geben kann.</p>
<p>Die Aufnahmen aus ganz unterschiedlichen Schaffensphasen und z.T. Albumkontexten entfalten eine große Bandbreite, doch darin liegt nicht die einzige Stärke der Sammlung. Williams, der als Sänger, Crooner und schwarzgalliger Kabarettist quasi das Gegenteil eines Ambient-, Noise- oder Geräuschmusikers verkörpert, tappt niemals in die Falle der Routiniertheit und des Erwartbaren, sondern nähert sich den oftmals abstrakten Motiven dieses musikalischen Kosmos mit der Neugier eines versierten Entdeckers, und vielleicht liegt darin der deutlichsten rote Faden durch die insgesamt sehr unterschiedlichen Stücke. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1143367573/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>The New Young Kings Of Midnight: Gemeinsames Album von Gitane Demone und Paul Roessler</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Dec 2023 06:17:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gitane Demone (Pompeji 99, Christian Death) und Paul Roessler (45Grave), die schon auf verschiedenen gemeinsamen Projekten vertreten waren, bringen Mitte des Monats eine neue Kollaboration heraus. Das Album &#8220;The New Young Kings Of Midnight&#8221; ist eine klassisch-orchestral ausgerichtete Hommage an &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/07/the-new-young-kings-of-midnight-gemeinsames-album-von-gitane-demone-und-paul-roessler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gitane Demone (Pompeji 99, Christian Death) und Paul Roessler (45Grave), die schon auf verschiedenen gemeinsamen Projekten vertreten waren, bringen Mitte des Monats eine neue Kollaboration heraus. Das Album &#8220;The New Young Kings Of Midnight&#8221; ist eine klassisch-orchestral ausgerichtete Hommage<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/gd.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38778" title="gd" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/gd.jpg" alt="" width="600" height="600" /></a><span id="more-38774"></span></p>
<p>an Demones früheren Bandkollegen Rozz Williams und den mit Roessler befreundeten Darby Crash (The Germs), die durch Suizid ums Leben kamen. Die Texte, eventuell aber auch musikalische Motive setzen sich mit Dingen auseinander, die die beiden Künstler noch hätten erreichen können. Das Album erscheint als CD und zum Download bei Dark Vinyl. <!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_231205_183319_851.sdocx--></p>
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		<title>ROZZ WILLIAMS: Sleeping Dogs</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Dec 2013 01:14:50 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Rozz-5070623-1383689211-7015.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8012" title="Rozz-5070623-1383689211-7015" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Rozz-5070623-1383689211-7015-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Durch die in den letzten Jahren (wieder)veröffentlichten Aufnahmen von Rozz Williams&#8217; Projekt Premature Ejaculation, die wir auch auf dieser Seite regelmäßig besprochen haben, wurde der experimentelle Teil des Werkes des Kaliforniers in den Mittelpunkt gerückt, wobei Williams&#8217; (Ver)Kult(ung) natürlich primär auf dem Frühwerk von Christian Death gründete, durch das er zur Gothic-Ikone schlechthin wurde und Stoff für gleich mehrere Hagiographien lieferte, denn das 1982 erschienene Debüt „Only Theatre of Pain“ diente -gerade auch ästhetisch- als Blaupause für zahlreiche oftmals weniger inspirierte Bands. Dabei waren Williams&#8217; musikalische Einflüsse und Interessen vielseitig(er) und ließen sich -zumindest dann, wenn es um Songorientiertes ging- oftmals klar in den 70ern verorten.<span id="more-8006"></span></p>
<p>1993 war eine Shadow Project-Tour durch Deutschland angekündigt, allerdings hatte sich die Band zwischenzeitlich aufgelöst und Williams spielte bei den Auftritten mit neuen Mitmusikern zwar (auch) Shadow Project-Songs, aber in kompakterer, rockiger Form. Unter dem Projektnamen Daucus Karota wurde dann auch kurz darauf die 10&#8221;-EP „Shrine“ aufgenommen, die einen Musiker zeigte, der sich dem engen Korsett, in das ihn Fans pressten, zu entwinden versuchte. Im Laufe der Jahre spiegelte sich dies auch immer wieder in den Songs wider, die gecovert wurden: u.a. Stücke von Lou Reed, Velvet Underground, Gary Numan, Alice Cooper, Roxy Music, T-Rex, Stooges und (immer wieder) David Bowie. Dass der „thin white duke“ schon sehr früh ein zentraler Einfluss war, konnte man spätestens auf dem zweiten, 1984 erschienenen Christian Death-Album „Catastrophe Ballet“ erkennen, auf dem Williams teilweise auf unheimliche Art wie ein Wiedergänger Bowies klang.</p>
<p>Die nun veröffentlichte Doppel-LP „Sleeping Dogs“ enthält (oftmals unveröffentlichte) Songs, die auf vier Konzerten zwischen 1993 und 1997 aufgenommen wurden. Knapp die Hälfte sind Coverversionen (wobei das in den Credits des Albums leider nur lückenhaft angegeben ist): Marc Bolans „Sunken Rags“ (hier als „Sunken Rex“ aufgeführt), „Raw Power“ der Stooges, das in seiner Studioversion auf „Shrine“ zu finden ist, Lou Reeds „Kill Your Sons“, das er Anfang der 90er auch mit den kurzzeitig reformierten Christian Death neu interpretierte und insgesamt drei Stücke Bowies: „Dodo“, „Moonage Daydream“ und „Time“. Auf letzterem wird Williams am Keyboard begleitet und „Time“ erinnert dann auch etwas an das mit Gitane Demone aufgenommene Album „Dream Home Heartache“. Das auf „Sleeping Dogs“ ebenfalls enthaltene „Flowers“ von eben diesem Album wird in etwas rockigerer Form gespielt. Die meisten der anderen Stücke erinnern an „Shrine“, wobei das treibende „Bruised“ oder „2<sup>nd</sup> Step“ zu den Höhepunkten gehören. Insgesamt ist „Sleeping Dogs“ ein erstaunlich homogen klingendes Album. Man ginge sicher zu weit, wenn man sagen würde, hier handele es sich um eine Art verschollenes Album – es hieß immer wieder, Williams habe ein ganzes Daucus Karota-Album aufnehmen wollen -, aber weit mehr als eine disparate Zusammenstellung ist „Sleeping Dogs“ bei weitem. Da der Klang durchgängig gut ist, dürften auch die, die vielleicht den einen oder anderen Track lediglich von Bootlegs kennen, zugreifen.</p>
<p>Ein Sprichwort sagt: „Let sleeping dogs lie“ &#8211; man kann froh sein, dass dies nicht befolgt wurde.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://www.going-underground.de/">Going Underground</a></p>
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		<title>AKUBI OBJECT: Akubi Object</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jan 2013 07:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[War Malaise Music anfangs noch das Label, das sich der Mammutaufgabe gestellt hatte, Rozz Williams&#8217; experimentelle Arbeiten mit seinem Projekt Premature Ejaculation zu veröffentlichen, so wird mit Akubi Object eine Band gewürdigt, die im weiteren Umfeld von Williams tätig war &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/01/19/akubi-object-akubi-object/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/Akubi-Object1.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6101" title="Akubi Object" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/01/Akubi-Object1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>War Malaise Music anfangs noch das Label, das sich der Mammutaufgabe gestellt hatte, Rozz Williams&#8217; experimentelle Arbeiten mit seinem Projekt Premature Ejaculation zu veröffentlichen, so wird mit Akubi Object eine Band gewürdigt, die im weiteren Umfeld von Williams tätig war und in der kurzen Zeit ihres Bestehens – die 1996 gegründete Band wurde 1998 nach dem Tod des Bassisten Israel Medina aufgelöst – lediglich eine EP herausbrachte. Neben den fünf Tracks finden sich auf der CD ein unveröffentlichtes Stück sowie der Beitrag der Band zur „Merry Maladies“-Compilation (auf der auch Williams und andere verwandte Acts extensiv vertreten waren).<span id="more-6093"></span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Das Instrumental „A Secular Drop: Part I“ eröffnet das das Album mit perkussiver Wucht: Tribale, repetetive Rhythmen, leichte Noiselemente und etwas, das nach Lasershots klingt, kreieren eine unruhige Atmosphäre, bevor der Opener mit ruhigen Tönen vom Keyboard ausklingt. „Like Knots On A Bamboo Rod“ arbeitet auch mit hektischer Perkussion, der nun einsetzende androgyne Gesang von Evad Fromme ist sinnlich, illustriert die besungene „strange kind of madness“, die den Verstand befallen kann. Das von Klaviertönen eröffnete „My Confessions“ beginnt introspektiv: „I looked inside myself today“ &#8211; doch dann kommt es zur musikalischen Eruption aus Bass, Gitarre und Elektronik, die die Erkenntnis „You said the world was mine but that was just a lie“ adäquat untermalen. „Quixotic Lovers“ wird von einer Drummaschine durchzogen, die an frühe 80er erinnert und dem Stück einen gewissen Retrocharme gibt. Fromme verkündet: „Emotions are far too dangerous“ und es wird eine Situation inszeniert, in der sich Eros und Thanatos (mal wieder) die Hand reichen. „Ticking Of A Young Man“ ist ein kontemplatives Stück, das noch am ehesten an europäische Gothicacts erinnert. „Black Day Rewind“ lässt sich vielleicht als programmatischer Titel lesen, bezeichnet das japanische Wort Akubi doch schließlich einen schlechten Tag, einen Unglückstag. Hier verschmelzen hysterischer Gesang, übersteuerrte Elektronik, Bass und Gitarre und wenn es dann heißt „It&#8217;s black day rewind/It&#8217;s feeding my thoughts and bringing me back/A special childhood time“, dann möchte man sich diese Kindheit nicht vorstellen (müssen). Das ist vielleicht der stärkste Track dieser CD. Beendet wird das Album von „A Secular Drop: Part II“, das im Gegensatz zu Teil 1 wesentlich verzerrter ist: Hier geht die Perkussion im Distortiongewitter unter. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Hört man sich dieses Album an, merkt man, was einigen zur gleichen Zeit agierenden europäischen Kollegen abging: nämlich Vitalität (und Virilität) &#8211; versuchten diese sich doch oftmals am Bariton Andrew Eldritchs zu orientieren und diesen (vergeblich) zu imitieren, was oft zu einem trägen, anämischen Klang führte &#8211; ganz so, als habe man vergessen, dass der ursprüngliche Begriff für den Stil der Ende der 70er/Anfang der 80er in Erscheinung tretenden düsteren Bands &#8220;positive punk&#8221; war – das war oftmals mehr Bathos als Pathos. Die von Akubi Object auf diesen Aufnahmen erzeugten Emotionen sind dagegen trotz des für dieses Genre üblichen Maßes an Theatralik auf beeindruckende Weise ergreifend. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">M.G.</span></span></p>
<p>Label: <a href="http://malaisemusic.com/">Malaise Music</a></p>
<p><a href="http://www.cathedralmusicgroup.com/">Cathedral Music</a></p>
<p><a href="http://www.akubiobject.com/">Website</a></p>
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		<title>PREMATURE EJACULATION: Part 3</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 07:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Rezensionen zu Rozz Williams&#8217; „Lost Recordings“ habe ich wiederholt darauf hingewiesen, dass die frühen SPK insbesondere ästhetisch-thematisch eine wichtige Rolle für ihn gespielt haben und dass Premature Ejaculation sich (durch Artwork, Tracktitel und Samples) immer wieder mit &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/03/10/premature-ejaculation-part-3/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/mal10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3970" title="mal10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/mal10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den vergangenen Rezensionen zu Rozz Williams&#8217; „Lost Recordings“ habe ich wiederholt darauf hingewiesen, dass die frühen SPK insbesondere ästhetisch-thematisch eine wichtige Rolle für ihn gespielt haben und dass Premature Ejaculation sich (durch Artwork, Tracktitel und Samples) immer wieder mit den Versehrungen des menschlichen Körpers (und Geistes) beschäftigt haben: Diesmal erinnert das das Cover zierende Bild einer Trepanation natürlich an das erste unter dem Namen System Planning Korporation veröffentlichte Album „Information Overload Unit“.<span id="more-3969"></span></p>
<p>Das auf der Doppel-CD „Part 3“ enthaltene Material stammt von einer unbeschrifteten Kassette und ist wahrscheinlich etwa Mitte der 80er entstanden. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass es kaum Pausen zwischen den einzelnen Tracks gab, findet sich pro CD nur ein langes Stück, das jeweils eine Seite der Kassette wiedergibt. Die erste CD beginnt mit einem Loop von Schweinegrunzen (vgl. „Pig Face Show &amp; Tell“ vom „American Gothic“-Sampler, vgl. auch, was Coil als Sickness of Snakes auf „Nightmare Culture“ gemacht haben), der fast den Rhythmus vorgibt; es folgt etwas, das nach Wolfsheulen klingt, man hört ein kaum verständliches Sprachsample, Gesangsloops, eine längere Passage, in der es um „systolic heart murmur“ geht und die hier minutenlang fast völlig unbegleitet und unbearbeitet wiedergegeben wird (auf dem zweiten Track wird dieses Sample erneut verwendet, diesmal aber von einen Noiseloop untermalt). Das kranke Herz kann natürlich hier als Symbol dienen für die Versehrungen, die Williams immer wieder (um sich herum) wahrnahm. Danach folgen Klavierfragmente, heftiges Atmen (beim Sex?), Scheppern, verfremdete Stimmen, debiles Singen. Das zweite Stück enthält ab und an atonale Schockeffekte, Scheppern, Katzen- oder Kinderjammern, eine Frauenstimme, dann Beschimpfungen. Hier wird das Heim ein Ort des Schmerze(n)s – ein Premature Ejaculation-Track auf einer anderen Veröffentlichung heißt „Every Home A Jones Town“ [sic]: Das ist die Radikalisierung der berühmten und sprichwörtlich gewordenen Eröffnungszeilen aus Larkins „This Be The Verse“ – hier fucken dich Mutter und Vater nicht mehr nur ab, sondern sie schicken dich zur Schlachtbank – und wenn du nicht willst, gibt es Kool-Aid.</p>
<p>Williams&#8217; Arbeistweise erinnert an den frühen Boyd Rice, aber dessen Stücke klingen verglichen mit Premature Ejaculation insgesamt weniger trist und trostlos (und konzentrierten sich oftmals auf nur einen Loop). Der Eindruck, der durch Artwork und Sounds entsteht, ist, als hinge man in einem „Menschenschlachthaus“ (W. Lamszus) am Fleischerhaken. Williams entfaltet ein Panoptikum der Verfehlungen – sowohl auf kollektiver als auch auf individueller Ebene. Ob Tier, ob Mensch, alles sind gequälte und quälende Kreaturen. Dabei hat man den Eindruck, dass die aneinandergereihten, sich überlagernden Loops für Williams sowohl Rohmaterial (einige der Klänge wurden auch auf anderen Veröffentlichungen verwendet) als auch (De-)Kompositionen im eigentlichen Sinne sind.</p>
<p>Man ist gewillt zu fragen, was Williams aus den Auflösungserscheinungen gemacht hätte, die durch Crystal Meth- oder Krokodil-(Ab)Usus verursacht werden. Vielleicht möchte man die Antwort nicht wissen, wobei man trotz allem nicht vergessen sollte, dass das Artwork auch immer voll schwarzen Humors und Zynismus war. Auf einem Flyer aus den 80ern, der das Motiv des aufgebohrten Schädels aufgreift, steht:„What are you doing about that hole in your head?“ Im Untertitel heißt es nur lapidar: „How society encourages it and what can be done to halt the trend!“ Und natürlich bleibt einem angesichts des Schwarzbuchs der Menschheitsgeschichte vielleicht auch tatsächlich nichts anders übrig als ein dem Würgen entrungenes Lachen.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><a href="http://malaisemusic.com/">Malaise Music</a></p>
<p>Label: <a href="http://www.cathedralmusicgroup.com/">Cathedral Music</a></p>
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		<title>MIGHTY SPHINCTER: Rare Unearthed Videos</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/10/29/mighty-sphincter-rare-unearthed-videos/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 10:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bauhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Death]]></category>
		<category><![CDATA[Mighty Sphincter]]></category>
		<category><![CDATA[Rezis]]></category>
		<category><![CDATA[Rozz Williams]]></category>

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		<description><![CDATA[Gothic hatte schon von Anbeginn immer etwas Theatralisches und auf die Vergangenheit Gerichtetes: Man denke etwa an die Auftritte von Bauhaus, die durch die Beleuchtung an expressionistisches Kino erinnerten &#8211; nicht zufällig war die erste Veröffentlichung der Band eine (augenzwinkernde) &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/10/29/mighty-sphincter-rare-unearthed-videos/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/Mighty2.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3105" title="Mighty" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/Mighty2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Gothic hatte schon von Anbeginn immer etwas Theatralisches und auf die Vergangenheit Gerichtetes: Man denke etwa an die Auftritte von Bauhaus, die durch die Beleuchtung an expressionistisches Kino erinnerten &#8211; nicht zufällig war die erste Veröffentlichung der Band eine (augenzwinkernde) Hommage an Bela Lugosi. Nik Fiend wirkte dank Schminke ganz so, als habe George A. Romero Mephisto auf Leinwand bannen wollen, die Nebelexzesse der Sisters of Mercy sind legendär und die Virgin Prunes, die natürlich nie in das enge (Genre-)Korsett passten, waren vielleicht die theatralischste all der Bands der frühen 80er. <span id="more-3102"></span>Später konnte man dann den Mehlspuren folgen, um zu einem Auftritt der Fields of the Nephilim zu gelangen, deren Wüsten-Cowboy-Kostümierung dieses weiße Pulver den richtigen staubigen Look geben sollte. Und natürlich lichteten sich die ursprünglichen Christian Death auf der Rückseite ihres Albums, das 1982 erschien und das paradigmatisch für das stand, was in den USA Death Rock genannt wurde, so ab, als seien sie einer von Roger Cormans Poe-Verfilmungen entsprungen. Dabei wurzelten eine ganze Reihe dieser Bands (musikalisch wie personell) im Punk und deswegen war es auch kein Zufall, dass der NME dieses sich neu konstituierende Genre ursprünglich als „Positive Punk“ apostrophierte.</p>
<p>Mighty Sphincters Inszenierung und Kostümierung erinnert an Rozz Willimas und Co, aber sicher spielte bei ihnen auch das hinein, was sich im Horrorpunk der Misfits oder später Samhain zeigte. Dabei muss man bei den Amerikanern zwischen den frühen Aufnahmen mit Sänger Ron Reckless und denen mit Doug Clark am Mikro unterscheiden. Die Stimme des ersteren war ganz klar am Punk geschult (bezeichnenderweise spielten Mighty Sphincter über die Jahre mit Bands wie GBH, Social Distortion, den schon erwähnten Samhain, Dead Kennedys, aber auch Hüsker Dü und natürlich 45 Grave). Die Texte und die Auftritte des adäquat genannten Reckless hatten eine psychopathisch-dysfunktionale Qualität, was sich auf der DVD bei den drei Aufnahmen aus dem Jahre 1984 und dem Video zu „Electric Hosebag“ zeigt. Auf „Waltz in Hell“ singt er: „Backed up full of acid, cigarettes in bed/You pick your blisters and the sore&#8217;s well fed“ und wenn man sich diese Aufnahmen anschaut, auf denen Reckless auf der Bühne eine Puppe zerlegt, dann glaubt man Greg Hymes sofort, der in den Linernotes der Compliation „Ghost Walking/New Manson Family“ schrieb: „Our live shows never had a song list. We would huddle around the drums and decide what to do next. We would go wherever the acid took us.“ Vielleicht waren diese frühen Auftritte in ihrer Zurschaustellung des Pathologischen näher an G.G. Allin als an einer Band wie z.B. den Banshees.</p>
<p>Die in wenigen Tagen (in beiderlei Hinsicht zu verstehenden) abgedrehten Videos (und der Auftritt zu Halloween im Jahre 1986) mit Sänger Doug Clark sind musikalisch wie ästhetisch anders geartet: Clarks Stimme klingt dunkler, tiefer, man könnte auch sagen: gothischer. Die Sätze zur Genese der Videos in den Linernotes machen deutlich, dass es der Band primär um Spaß ging. Es werden alle Ingredienzien dessen bemüht, was heute noch vermeintlich einsam-unverstandene Poeten in Gothic-Postillen beschwören: Vollmond, Fledermäuse und Blut (das – wie die Bilder im DVD-Booklet zeigen – durchaus aus der Ketchupflasche stammen darf). Die grellen Farben erinnern einerseits an die Ästhetik einiger Hammerfilme, verweisen aber auch auf Dario Argento. All das ist aber durch die Übersteigerung, durch Grimassieren, Gestik und Kulissen völlig ironisiert und gebrochen. Schaut man sich „Ghostwalking“ oder aber die primär die Band auf der Bühne zeigenden „Hollywood Goes to Hell“ und „Kingdom of Heaven“ (mit seiner sehr expliziten Kirchenkritik) an, dann hat man unweigerlich eine Mischung aus Patchouli und Kunstnebel in der Nase. Die Videos werden weniger vom Plot als von der Atmosphäre getragen und machen auch heute oder vielleicht gerade heute trotz durchwachsener Bildqualität eine Menge Spaß.</p>
<p>Greg Hymes schrieb einmal: „SPHINCTER was an attack on everything“. Und der Name (der schon an die Butthole Surfers – mit denen sie auch aufgetreten sind &#8211; erinnert) entstand bestimmt nicht nach der Lektüre von Batailles Sonnenanus, sondern wahrscheinlich eher nach dem Genuss von Alkohol und einer pflanzlichen Substanz, die auch in einer der zwei sehr kurzen Interviewpassagen eine Rolle spielt.</p>
<p>Warum überzeugen Mighty Sphincer mehr als all die kostümierten Langweiler, die dem Besucher des WGT die Schamesröte ins Gesicht treiben? Neben der sympathischen, augenzwinkernden Inszenierung ist das ganz sicher die Musik der Band, die fast durchgängig aufregend, partiell rabiat, wenig steril und trotz der Theatralik authentisch klingt. In einer Zeit, in der dunkle Musik durch verschiedene aus anderen Szenen kommenden Bands -die oftmals interessantere Musik machen als all die Sisters-Klone und (wenig verkappten) Schlagersänger- wieder akzeptabel wird, ist es nicht schlecht, sich diese Videos einmal (oder öfter) anzuschauen, um mit eigenen Augen zu sehen, wie aufregend Gothic einmal sein konnte.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.cathedralmusicgroup.com/">Cathedral Music</a></p>
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		<title>PREMATURE EJACULATION: Dead Whorse Riddles</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/10/15/premature-ejaculation-dead-whorse-riddles/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 06:56:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Premature Ejaculation]]></category>
		<category><![CDATA[Rozz Williams]]></category>

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		<description><![CDATA[Die sechzehn auf zwei CDs verteilten Tracks von „Dead Whorse Riddles“ (das Schachtelwort aus „whore“ und „horse“ verwendete Williams später als Titeltrack („Whorse“) als auch als Albumnamen („The Whorse&#8217;s Mouth“)) knüpfen an die bisher veröffentlichten Alben der „Lost Recordings“-Serie an, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/10/15/premature-ejaculation-dead-whorse-riddles/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/PE.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3025" title="PE" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/10/PE-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die sechzehn auf zwei CDs verteilten Tracks von „Dead Whorse Riddles“ (das Schachtelwort aus „whore“ und „horse“ verwendete Williams später als Titeltrack („Whorse“) als auch als Albumnamen („The Whorse&#8217;s Mouth“)) knüpfen an die bisher veröffentlichten Alben der „Lost Recordings“-Serie an, transzendieren sie aber auch zugleich: „The Nature of Pain“ schafft es durch das Zusammenspiel von Loops eine intensive Klangfläche zu erzeugen, in der die einzelnen Elemente sich zu einem Gesamten verdichten, das wie so oft bei Williams eine Atmosphäre der latenten Bedrohung ausstrahlt. <span id="more-3023"></span>Am Ende findet man einen Auszug aus Charles Lindberghs Aufruf an die USA sich nicht in den Zweiten Weltkrieg hineinziehen zu lassen; diese isolationistische Haltung hat natürlich durchs Lindberghs eher virulenten als latenten Antisemitismus (vgl. die Alternativhistorie, die in Philip Roths Roman „The Plot Against America“ entfaltet wird) einen schalen Beigeschmack. „Partial and Complete“ ist ein unruhiges, unangenehmes von Sprachsamples durchzogenes Stück: Hier meint man oftmals, gleich schaue Leatherface um die Ecke. „Red“ oder auch „Atrophy“ erinnern etwas an (die nicht mehr ganz so brachialen) SPK zur Zeit von „Leichenschrei“: Insbesondere letztgenanntes Stück ist eine zehn Minuten lange</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em> tour de force</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> aus langen Interviewpassagen, schabenden Geräuschen und im Hintergrund verhallenden melodischen Momenten: Das (in beiderlei Hinsicht zu verstehende) Vorführen der/des Defizitären und Marginalisierten ist ambivalent und (dadurch) besonders beklemmend. Auf anderen Tracks herrscht Fabrikhallenatmosphäre („Transillumination“), man hört eine Art Orgeldrone, der bar jeden sakralen Charakters ist (unbetiteltes drittes Stück der zweiten CD), andere Stücke nähern sich dem Ambient an und haben Soundtrackcharakter. Ein Titel wie „The Most Astounding Living Monstrosity“ lässt vor dem geistigen Auge ein „Schreckenskabinett des Dr. Williams“ entstehen, in dem Deformationen aller Art zur Schau gestellt werden. Das Stück „Salvation, Deliverance, Prayer For The Sick“ kann dann nur noch zynisch verstanden werden, denn von Heilung und (Er-)Lösung ist diese Musik weit entfernt. Und erneut machen Titel wie „Fistula in Ano“ (ein recht industriell klingendes Stück) deutlich, dass es hier wieder um den Menschen in all seiner Kreatürlichkeit geht &#8211; diese „Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch -: / Geht doch mit anderen Tieren um!: Mit siebzehn Jahren Filzläuse“. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Waren auf den bisher veröffentlichten Aufnahmen viele minimale, rudimentäre, unfertig wirkende Experimente, so klingen die aus etwa Mitte der 80er stammenden Aufnahmen &#8211; von denen sich einige schon auf anderen Veröffentlichungen (u.a. auf „Anasthesia&#8221;<em></em> und „Body of a Crow“) fanden &#8211; hier um einiges im durchaus positiven Sinne ausgestalteter, fertiger, ausdifferenzierter und machen „Dead Whorse Riddles“ sicher zu einer der musikalisch stärksten Veröffentlichungen aus der Reihe der „verlorenen Aufnahmen“. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das gesamte Album ist ein Soundtrack für eine Welt, in der der immer am Rande des Existenzminimums und von Alkohol- und Drogenabusus geplagte Williams die Kehrseite(n) des amerikanischen Traums vertont. Diese atonale, gegen den Strich gebürstete Musik ist vielleicht Widerspiegelung als auch Versuch des Widerstands gegen die wahrgenommenen Widersprüchlichkeiten. Das war bei Williams sicher nie reflektiert politisch, sondern (s)eine ganz subjektive Sicht auf die menschlichen Katastrophen inmitten der permanenten Verheißungen &#8211; manchmal vielleicht auch eine exhibitionistisch-zynische (Re-)Präsentation der Deformationen. Wie grotesk mag manches Williams vorgekommen sein, der bezeichnenderweise nicht nur die meiste Zeit im verheißungsvollsten Staat der USA (in der Terminatoren dann auch im richtigen Leben Menschen terminieren können) lebte, sondern später zur Zeit des zweiten Shadow Project-Albums mit Eva O. in Las Vegas wohnte – der Glitzerstadt inmitten der Wüste, ein künstlicher Ort, den Paradies zu nennen, doch mehr als anmaßend ist. „Fear and loathing“ mögen da Gefühle gewesen sein, die aufkamen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Passend zur Musik dann das Anatomiecover, das die Freilegung, die Exhumierung der menschlichen Katastrophen angemessen widerspiegelt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">(M.G.) </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><a href="http://www.malaisemusic.com/">The Lost Recordings</a><br />
</span></p>
<p><strong>Label</strong>: <a href="http://www.cathedralmusicgroup.com/">Cathedral Music</a></p>
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		<title>ROZZ WILLIAMS / PREMATURE EJACULATION: Body of a Crow</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 12:21:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chuck Collison]]></category>
		<category><![CDATA[Premature Ejaculation]]></category>
		<category><![CDATA[Rozz Williams]]></category>

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		<description><![CDATA[Die (Wieder-)Veröffentlichung von Rozz Williams’ „Lost Recordings” geht in die fünfte Runde. Unter dem Projekttitel The Happiest Place on Earth (der natürlich an Disneyland anspielt) 1986 auf Tape gebannt, knüpfen die von Williams und Chuck Collison gemachten Aufnahmen nahtlos an &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/02/rozz-williams-premature-ejaculation-body-of-a-crow/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Body-of-a-crow.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-522" title="Body-of-a-crow" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Body-of-a-crow.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die (Wieder-)Veröffentlichung von Rozz Williams’ „Lost Recordings” geht in die fünfte Runde. Unter dem Projekttitel The Happiest Place on Earth (der natürlich an Disneyland anspielt) 1986 auf Tape gebannt, knüpfen die von Williams und Chuck Collison gemachten Aufnahmen nahtlos an Premature Ejaculation-Tracks an. Auf „Body of a Crow“ finden sich 26 kurze Stücke, die wieder stark loopbasiert sind. <span id="more-521"></span>Viele Tracks kombinieren eben diese Loops mit simplen Bassmotiven und Sprachsamples, durch die ein Moment der Wiederholung unabdingbar ist: Ewige Wiederkehr des Gleichen, die Unausweichlichkeit der Gräuel, die in endloser Variation wiederholt werden. Die sich auf der Rückseite befindende Widmung „To those unknown and uncounted persons, prematurely deprived of life by malicious assault, and whose assassins have gone unpunished___” ist wenig ambivalent, in Verbindung mit dem Cover eine wütende Anklage gegen das Wüten des Menschen gegen seine eigene Spezies. „Bloodied walls (time)“ enthält verzerrten Sprechgesang, der aber nicht von Williams selbst zu stammen scheint, „fall (the wayside)“ erinnert an SPK zur Zeit von „Leichenschrei”. Trotz gewisser Schockeffekte (Schreien, Störgeräuschen; exemplarisch ließe sich „did the doctor give you a pill?“ nennen) ist aber ein Merkmal von Williams’ experimentelleren Arbeiten, dass der Schock, die Transgression oftmals eher über das Visuelle als über das Aurale transportiert wird, die Stücke selbst eher eine unbehagliche Atmosphäre, ein Ambiente des Unwohlseins schaffen und im Gegensatz zu Tracks zeitgleich agierender britischer Power Electronics-Projekte bar jeder Kraftmeierei sind. Dadurch klingen die Aufnahmen zwar manchmal weniger spektakulär, aber auch weniger pubertär. Das Warten auf die Eruption, die (vielleicht) nicht kommt, kann zudem wesentlich unangenehmer sein als der eigentliche Ausbruch.</p>
<p>(M.G.)</p>
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		<title>PREMATURE EJACULATION: Attempts at 7</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Premature Ejaculation]]></category>
		<category><![CDATA[Rozz Williams]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Rahmen der bisherigen Besprechungen der (Wieder-)Veröffentlichungen von Material von Rozz Williams’ Experimentalprojekt wurde schon mehrfach thematisiert, dass Williams mit PREMATURE EJACULATION dem Anthropofagen, dem Untier Mensch (s)einen Spiegel vorhält. Dabei wird dies aufgrund des (sieht man vom Einsatz von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/premature-ejaculation-attempts-at-7/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/premature1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-472" title="premature1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/premature1.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Rahmen der bisherigen Besprechungen der (Wieder-)Veröffentlichungen von Material von Rozz Williams’ Experimentalprojekt wurde schon mehrfach thematisiert, dass Williams mit PREMATURE EJACULATION dem Anthropofagen, dem Untier Mensch (s)einen Spiegel vorhält. Dabei wird dies aufgrund des (sieht man vom Einsatz von Sprachsamples einmal ab) weitgehend instrumentalen Charakters der Musik primär auf der bildlichen Ebene transportiert, auf dem bislang unveröffentlichten „Attempts at 7“ geschieht dies durch einen Zeitungsausschnitt über eine Elektroschockfoltermaschine aus einem türkischen Gefängnis.<span id="more-471"></span> Hat man manchmal bei Williams den Eindruck, dass sein Angeekeltsein ob des Grauenhaften, das der Mensch dem Menschen zufügt zu einer gewissen Faszination wird – etwas, das sich fast leitmotivisch durch gewisse Teile des Industrials zieht -, so wirkt der schlichte Ausschnitt ohne jedwede Kommentierung durch andere Bildelemente oder Slogans auf beklemmende Art aufrichtig.</p>
<p>Da das Ausgangsmaterial auf einem alten Tape ohne allzu lange Pausen zwischen den Stücken enthalten war, entschied man sich dazu, einen einzigen 40-minütigen Track auf die CD zu packen. Es beginnt mit kurzen atonalen Loops von Hühnern (?), bevor Franklin D. Roosevelt gesamplet wird, der in seiner Amtseinführungsrede den berühmten Satz „the only thing we have to fear is fear itself“ sprach. Durch den fortwährenden Einsatz von Loops werden solche Sätze natürlich ad absurdum geführt, es folgen erneut eine ins endlos geloopte Sätze, leicht krachige Momente oder Geräusche, die manchmal mit Haushaltsgegenständen erzeugt worden zu sein scheinen. Das ist eine wenig ausdifferenzierte, aber dennoch beklemmende Art von Minimal Music, die fast immer ohne allzu große Schockeffekte auskommt und um noch einmal auf den Anfang zurückzukommen: Gibt das Visuelle eine gewisse Richtung vor, so generiert die Musik eine irgendwie unheilvolle Atmosphäre, uneasy listening also. Natürlich geschieht das meiste auf rein assoziative Weise und um aktuelle Bezüge herzustellen, könnte man sich auch vorstellen, dass diese Aufnahmen irgendwo im Rustbelt der USA entstanden sind, in einer vom Niedergang gezeichneten Stadt, in der die letzten Bewohner alte Gerätschaften bedienen und zwischendurch durch die Programme schalten, obwohl die Sender eigentlich schon längst nur noch weißes Rauschen senden.</p>
<p>(M.G.)</p>
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		<title>PREMATURE EJACULATION: 6</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Premature Ejaculation]]></category>
		<category><![CDATA[Rozz Williams]]></category>

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		<description><![CDATA[Der siebte Teil von Rozz Williams’ „Lost Recordings“, enthält –sieht man von ein paar Tracks ab, die auf „A Little Hard to Swallow“ veröffentlicht wurden –  unveröffentlichtes Material, das laut Labelinfo irgendwann vor 1987 aufgenommen wurde. Das Cover, auf dem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/premature-ejaculation-6/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/premature2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-478" title="premature2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/premature2.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der siebte Teil von Rozz Williams’ „Lost Recordings“, enthält –sieht man von ein paar Tracks ab, die auf „A Little Hard to Swallow“ veröffentlicht wurden –  unveröffentlichtes Material, das laut Labelinfo irgendwann vor 1987 aufgenommen wurde. Das Cover, auf dem eine anatomische Studie eines menschlichen Kopfes und Halses mit freigelegten Blutgefäßen zu sehen ist, ist eine adäquate Illustration von Williams’ Herangehensweise (sei es musikalisch, sei es in seinen Collagen), findet sich doch in seinem PREMATURE EJACULATION-Artwork mehrfach die Aufforderung: „Open your eyes“. <span id="more-477"></span>Dass dieses Öffnen der Augen bei ihm eher an den Buñuel’schen Schnitt durch den Augapfel denken lässt, versteht sich von selbst, wobei Williams’ Sezierung der Pathologien der amerikanischen Gesellschaft eher an eine Vivisektion mit einer rostigen Säge, weniger an eine mit (sterilisiertem) Skalpell denken lässt.</p>
<p>Dabei sind die sechzehn bezeichnenderweise allesamt unbetitelten Tracks weniger vollendete und ausgearbeitete Kompositionen,  viel eher handelt es sich um Fragmente, Skizzen, (Bruch-)Stücke, Experimente und Versuche. Viele arbeiten mit Stimmsamples, wobei naturgemäß dem Expressiv-Masturbatorischen eines gewissen Typus amerikanischer Prediger Raum eingeräumt wird (Track 7, Track 12). Teilweise werden diese Samples lediglich von ein, zwei Loops untermalt (Track 8), manche Tracks bestehen (fast) nur aus einem Loop (Track 9), und man darf sich durchaus fragen, ob dieses Zirkelhafte nicht nur den eingeschränkten musikalischen Mitteln geschuldet ist, sondern vielmehr die „erbarmungslose Konsequenz, [die] unumkehrbare absolute Determination“ (Artaud) menschlicher Existenz illustriert. Wie bei einer Vielzahl von PREMATURE EJACULATION-Tracks wartet man oftmals (vergeblich) auf die Eruption, auf den Einbruch von Lärm, Aggression – dieser (vielleicht kathartische) Moment wird einem aber verweigert – er wird noch nicht einmal ansatzweise gewährt (wie etwa in Harmony Korines „Gummo“, in dem sich die latente Aggression lediglich in der völlig übertriebeben Zerstörung eines Stuhls entlädt.).</p>
<p>(M.G.)</p>
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