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	<title>African Paper &#187; Russell Haswell</title>
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		<title>CONSUMER ELECTRONICS: Surge</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jun 2024 02:21:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit Philip Best sein in den frühen 80ern begonnenes Projekt Consumer Electronics 2007 rekativierte, entstanden eine Reihe von Alben. Musikalisch entfernte er sich von den brachialen analogen Dissonanzen, die noch auf dem 2009 veröffentlichten „Crowd Pleaser“ zu hören waren: Die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/06/08/consumer-electronics-surge/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/DPROMCD170-Front-768x692.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-41359" title="CE Gatefold (134x134mm).eps" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/DPROMCD170-Front-768x692-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit <a href="http://africanpaper.com/tag/philip-best/">Philip Best</a> sein in den frühen 80ern begonnenes Projekt <a href="http://africanpaper.com/tag/consumer-electronics/">Consumer Electronics </a>2007 rekativierte, entstanden eine Reihe von Alben. Musikalisch entfernte er sich von den brachialen analogen Dissonanzen, die noch auf dem 2009 veröffentlichten „Crowd Pleaser“ zu hören waren: Die Musik wurde reduzierter, (ziemlich) kaputte Rhythmen bestimmten das Klangbild und irgendwann überließ er &#8211; dem <a href="http://africanpaper.com/2014/11/15/consumer-electronics-estuary-english/">hier</a> attestiert wurde, dass seine &#8220;Vocals [...] mit zum Beeindruckensten gehören, was man in welchem Genre auch immer hören kann&#8221; &#8211; das Schreien und Brüllen seiner (damaligen) Frau Sarah, er selbst rezitierte seine Texte. <span id="more-41357"></span></p>
<p>Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Surge“<a href="https://cargorecordsdirect.co.uk/products/consumer-electronics-surge-1"> hieß </a>es, das Album sei „Noticeably noisier and more aggressive than previous releases“, was bedingt stimmt:</p>
<p>„Michael“ knüpft thematisch etwas überraschend an die eigentlich schon zum abgegriffenen Topos geronnene Killerthematik an, die spätestens seit Whitehouse allzu gängig ist und zu solch eher peinlichen (Selbst-)Bezeichnungen wie<a href="https://sloguncos.bandcamp.com/album/nothing-ever"> &#8220;True Crime Electronics&#8221; </a>führen sollte. Zu ultrarepetetiven, monotonen Beats, in die immer wieder Noise einbricht, gibt Best mit nüchtern-sachlicher Stimme Hinweise, wie man als Täter vorgehen solle: „the execution site must be carefully arranged“. Gerade dieses scheinbar Emotionslose macht das Stück umso beängstigender. „Kitten“, der einzige Track, dessen Text im Inlay der CD abgedruckt ist, verzichtet dgegen völlig auf Beats, stattdessen hört man seltsame kristalline Sounds im Hintergund und Atonales im Vordergrund. Best trägt hier wie ein Beobachtender eine Beschreibung des Schmerze(n)s vor: „kitten listened to techno music and tried to teach herself to dance using TikTok clips and taught herself HELP NEVER COMES“. Am Ende dann: &#8220;I remember her turning in her seat, and twisting like a rag doll twisting the breath coming in great, rapid gulps.&#8221; Das instrumentale „Launch Code“ ist minimales reduziertes Gebrutzel, skelettierte Musik, hier spuckt eine scheinbar völlig erratische, manische Maschine ihren Ekel aus. Auf „Dirt and Dust“ fiept es im Hintergrund, während Best ruhig rezitiert: „we should burn the shrinks, burn the bastards“. „Side Blaster“, mit „feedback“ von Ramlehs Gary Mundy, lässt Bests Stimme im Hintergund fast untergehen, sie wird Teil des zähen Klangsuds. &#8220;Contaminant“ knüpft an den Opener an, ist aber eine Spur aggressiver, was auch an den den Vocals liegt, auf denen im Ansatz der &#8220;dirty-word specialist“ von früher anklingt, der der angesprochenen Person entgegenschleudert: „you wanna make fuckin&#8217; sure“ „you really really think that? Yeah, you wanna make sure?&#8221; Schließlich der Abschluss mit dem neunminütigen Titelstück, auf dem eine sich wiederholende todtraurige Melodie mit knackend-brechenden Sounds kombiniert wird „und Best ruft: &#8220;get up, get up, children, it&#8217;s time“.</p>
<p>Von Labelseite <a href="https://www.dirterpromotions.com/releases/consumer-electronics/surge-release-date-15th-april-2024/">heißt</a> es, die Texte seinen entstanden „in the shadow of intimate distress, global conflict, and resigned disintegration“. Wenn im letzten Stück gesagt wird „What good our expectations? What good our explanations? Come sit with me, kitten, it&#8217;s time“,  dann verspürt man hier nach den teils aus der Distanz vorgebrachten Beobachtungen ein Verletztsein, ein Hadern mit und an der Welt, an den &#8220;Perlen aus der Schweinekrone der Schöpfung&#8221; (Reinhard Jirgl).</p>
<p>Vielleicht ist &#8220;Surge&#8221; von allen Consumer Electronics-Alben das, was die Interessen des mit einer Arbeit über Ballard, Burroughs und Pynchon promovierten Best, dessen literarische Interessen in einem weiten Feld zwischen Elfriede Jelinek und Dennis Cooper liegen, am ehesten zusammenbringt, denn durch seine Art des Vortrags, des Vortragens entsteht ein Hybrid, in dem der Musiker,<a href="https://amphetaminesulphate.substack.com/"> der Autor </a>wie auch <a href="https://amphetaminesulphate.bigcartel.com/">der Verleger</a> manifest werden. (JM)</p>
<p>Label:<a href="https://www.dirterpromotions.com/"> Dirter </a></p>
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		<title>CONSUMER ELECTRONICS: Airless Space</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/07/13/consumer-electronics-airless-space/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Jul 2019 04:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Airless Space“ ist so etwas wie ein Kulminationspunkt der Entwicklung von Philip Bests reaktiviertem und seit etlichen Jahren in der festen Besetzung Best, seiner Frau Sarah Froelich und Russell Haswell agierenden Noiseprojekts. Schon auf dem 2014 veröffentlichten Album „Estuary English“ &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/13/consumer-electronics-airless-space/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/HARBINGER200.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18181" title="HARBINGER200" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/HARBINGER200-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Airless Space“ ist so etwas wie ein Kulminationspunkt der Entwicklung von Philip Bests reaktiviertem und seit etlichen Jahren in der festen Besetzung Best, seiner Frau Sarah Froelich und Russell Haswell agierenden Noiseprojekts. Schon auf dem 2014 veröffentlichten Album<a href="http://africanpaper.com/2014/11/15/consumer-electronics-estuary-english/"> „Estuary English“ </a>gab es vereinzelt Momente, auf denen deutlich wurde, dass Rhythmus (in was für einer fragmentierten Form auch immer) zu einem Bestandteil des Klangbilds geworden war und auch der Klang insgesamt transparenter, minimalistischer wurde, man <span id="more-18180"></span>auf die brachialen Verzerrungen, die z.B. auf <a href="(https://www.discogs.com/de/Consumer-Electronics-Crowd-Pleaser/release/1759583">„Crowd Pleaser“</a>  noch dominierten, weitgehend verzichtete. Eine stärkerere elektronisch-rhyhtmisch-technoide Ausrichtung zeigte sich auf der „Repetition Reinforcement“12&#8221;. Best selbst schien sich schreitechnisch zurückzunehmen und schließlich trat Sarah als (Co-)Vokalistin auf.</p>
<p>Gleich das Eröffnungsstück „Body Mistakes“ charakterisiert, was auf weiten Teilen des Albums zu hören ist: Beats, ein paar Effekte im Hintergrund, leichte Dissonanzen und dazu dann das Geschrei Sarah Froelichs. Dieses Wüten, das in jeder ausgespuckten Silbe Froehlichs („we need real choices to sin/feel it /only now / fuckdoll limp“) manifest wird, wird kontrastiert mit der doch verhältnismäßig entspannten Musik, die ohne die Vocals durchaus zum Chillen einladen könnte. „Carnage Mechanics“, auch der Titel eines demnächst erscheinenden <a href="https://consumerelectronics.bigcartel.com/product/carnage-mechanics-t-shirt-pre-order">T-Shirts</a>, ist der erste Höhepunkt des Albums: Von einem gleichbleibenden Beat begleitet, klingt Best anfangs noch wie ein distanzierter Beobachter, der ein verstörendes Szenario entfaltet: „syria and southern turkey/impacts setting off car alarms/as men moan and twist/angles of meat/voids of skin and muscle“. Doch im weiteren Verlauf bricht seine Stimme, zittert er, scheinen die Emotionen kaum noch (er-)tragbar zu sein: „the ragged storm coming [...] survivors will self-censor/whatever the cost/in white trash bags/marked with the cross“.  Am Ende wird dann die zutreffende Diagnose gestellt: „life adapts/and grief is constant“. Vielleicht klang Best nie empathischer als auf diesem beeindruckenden Track, der wie eine Fortsetzung von <a href="https://soundcloud.com/diagonal-records/diag019-consumer-electronics-murder-the-masters">„Murder The Masters“</a> klingt. Auf „Play Therapy“ gibt es ein Duet: Best spricht/Froehlich scheit; untermalt wird das von Passagen, die an ein Theremin erinnern und einer Rhythmusmaschine, die wie Doktor Avalanche auf der „Damage Done“-Single einer inzwischen zur Parodie verkommenen Band aus Leeds klingt: „dark, unlit homes/and abandoned stadiums/caked with anthrax/under cool grey spurts of sky/and the small everyday evils“.</p>
<p>Es ist vielleicht bezeichnend, dass „Afterfits“, als das einzige Stück, das mit seinem hysterischen Verzerrungen an frühere Aufnahmen anknüpft und so klingt, als sei Yamazaki Takushi zum Jammen vorbeigekommen, weitgehend ohne (verständliche) Vocals auskommt. Auf dem fast viertelstündigen „Murder of JJ“ wechseln sich Best und Froelich erneut am Mikro ab, während die Bassdrum gleichmäßig zu hören ist. Wenn Sarah auf dem von kaputten Beats durchzogenen „we the makers“ schreit: „i want to do my job the best i can/i don&#8217;t fake it/i never fake it“, dann kann man das auch vielleicht als Kommentar auf ihre Rolle in Consumer Electronics lesen. „Locust“, erneut ein Duett, ist der Track, auf dem auch Best brüllt und deutlich macht, dass es keinen besseren Power Electronics-Vokalisten als ihn gibt: „malnunutrition and shock/the low-budget/wood of the cross/riddled/stabbed and flogged“. Musikalisch erinnert der Track an Rhythm Industrial. Am Ende des Tracks wird ein weiteres verstörendes Bild gezeichnet: &#8220;kids strung in chains from giant trees/as cops pose for snapshots beneath&#8221;. Vielleicht ein weiteres &#8220;everyday evil&#8221;?</p>
<p>„Airless space“ ist auf textueller Ebene ein polyvalentes Werk, das sich (allzu) eindeutigen Lesarten verweigert und man hat inzwischen den Eindruck, dass viele Leser, Hörer, Zuschauer Ambivalenzen, Uneindeutigkeiten und Leerstellen nicht ertragen können und sich nach einfach(st)en (Be-)Deutungen sehnen. Für all diejenigen, die verstehen (und akzeptieren), dass gute Kunst sich nicht in solch ein Prokrustesbett pressen lässt, für den sind die 60 auf Doppel-Vinyl gepressten Minuten eine Offenbarung. (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://harbingersound.bigcartel.com/">Harbinger</a></strong></p>
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		<title>CONSUMER ELECTRONICS: The Weight / Hostility Blues</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Oct 2018 05:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach Philip Bests Umsiedlung in den Staat der USA, in der momentan im Rennen um den Senat ein Demokrat, der Bassist in einer Punkband war, gegen einen Republikaner antritt, der gerne Schinkenspeck am Laufe eines Maschinengewehrs erhitzt, hat er sich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/10/20/consumer-electronics-the-weight-hostility-blues/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/10/CE.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16571" title="CE" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/10/CE-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach Philip Bests Umsiedlung in den Staat der USA, in der momentan im Rennen um den Senat ein Demokrat, der Bassist in einer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=xNieIqqKrHs">Punkband</a> war, gegen einen Republikaner antritt, der gerne <a href="https://www.youtube.com/watch?v=EaZGaJrd3x8">Schinkenspeck am Laufe eines Maschinengewehrs erhitzt</a>, hat er sich als Verleger etabliert und in seinen kleinen Verlag <a href="https://amphetaminesulphate.bigcartel.com">Amphetamine Sulphate</a> u.a. <a href="https://amphetaminesulphate.bigcartel.com/product/jason-williamson-double-pack">Kurzgeschichten</a> von Sleaford Mods Jason Williamson veröffentlicht.<span id="more-16570"></span></p>
<p>Die Besetzung von seinem mit Unterbrechungen seit 1982 bestehenden Noiseprojekt Consumer Eletronics ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben: Best, seine Frau Sarah sowie Russell Haswell. Dabei machten die <a href="http://africanpaper.com/2016/01/02/consumer-electronics-dollhouse-songs/">letzten Veröffentlichungen</a> und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ADaQdFELAkI">Auftritte </a>ein paar Dinge deutlich: eine Reduktion auf einen transparenteren, minimal(istischer)en Klang, eine (vielleicht Haswell geschuldete) Integration von (kaputten) Rhythmen sowie die Etablierung von Sarah Best als zweiter Vokalistin neben ihrem als <a href="https://img.discogs.com/MvXu5KfmFJWhQ5e1cdAStSsSiZE=/fit-in/300x300/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(40)/discogs-images/R-984613-1250599617.jpeg.jpg">„dirty word specialist“</a>  apostrophierten Ehemann.</p>
<p>Die auf Harbiger Sound jetzt erschienene 7&#8221; enthält zwei Stücke: „The Weight“, das auf <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FFqb1I-hiHE">gleichnamiges Stück</a> von The Band anspielt, das von stakattohaften Rhythmen und Hochtönen durchzogen wird und auf dem sich beide die Vocals teilen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass es sich bei all den in dem langen Text adressierten Personen wie <a href="http://unidentified.wikia.com/wiki/Valentine_Sally">„valentine sally“</a> “um unidentifizierte Mordopfer handelt, wird der Kontrast zu dem von Robbie Robertson getexteten Band-Stück mehr als deutlich. Auf „Hostility Blues“ schreit Sarah Best zu Synthgebrutzel einen Text, auf dem ein apokalyptisches Szenario entworfen wird: „new diseases on the way / more and more every day /half a ton of guts ballooning out and viewed close up / bodies banked and waiting / leaking pus and pain“. Philip Bests <em>lyrics</em> sind noch immer ambi- und polyvalent (genug), sodass man die Stücke als scharfe Zeitdiagnose lesen kann – der <a href="https://boomkat.com/products/the-weight-hostility-blues">Text</a>, den Best für das Presseblatt geschrieben hat, erinnert an JG Ballard (über den Best<a href="http://etheses.dur.ac.uk/994/1/994.pdf?DDD11+EThOS%20(BL)"> promoviert</a> hat).</p>
<p>Das fragmentierte Cover passt zu Bests Art des Schreibens: Man denke etwa an den „composite text“ <a href="https://amphetaminesulphate.bigcartel.com/product/captagon">&#8220;Captagon&#8221;</a>. Musikalisch sind Conusmer Electronics (inzwischen) weit weg von traditioneller Power Electronics, aber immer noch weitaus irritierender als der Großteil verwandter Projekte und nach dem Hören dieser zwei Stücke verspürt der Hörer &#8220;no awareness/just pure / inexplicable bliss&#8221; (um abschließend die A-Seite der Single zu zitieren).  (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://harbingersound.bigcartel.com/">Harbinger Sound</a></strong></p>
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		<title>CONSUMER ELECTRONICS: Estuary English</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2014 07:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Während der selbst so apostrophierte „animal response technician“ William Bennett es inzwischen bis in die Tate Modern geschafft hat, mit Cut Hands gern gesehener Gast auf genreübergreifenden Festivals ist und inzwischen auf hippen Labeln wie Blackest Ever Black veröffentlicht, ist &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/11/15/consumer-electronics-estuary-english/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/ConR-6232812-1414339962-4489.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9576" title="ConR-6232812-1414339962-4489" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/ConR-6232812-1414339962-4489-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Während der selbst so apostrophierte „animal response technician“ William Bennett es inzwischen bis in die Tate Modern geschafft hat, mit Cut Hands gern gesehener Gast auf genreübergreifenden Festivals ist und inzwischen auf hippen Labeln wie Blackest Ever Black veröffentlicht, ist der mit einer Arbeit über Burroughs, Ballard und Pynchon promovierte „dirty word specialist“ Best einen etwas anderen Weg gegangen: Seine Auftritte mit Kassengestell, Schmerbauch und inklusive Nippelreiben sind auf eine Art konfrontativ, die ihresgleichen sucht, denn obwohl es natürlich eine Inszenierung ist, ist Bests<a href="http://www.youtube.com/watch?v=XWkNhcM1Bvk"> Bühnenpersona so irritierend und oft abstoßend</a>,  dass<em> suspension of disbelief</em> jederzeit möglich ist.<span id="more-9574"></span>Während das noch zu seiner Zeit bei Whitehouse enstandene Album „Nobody&#8217;s Ugly“ zwei lange, rein instrumentale Tracks enthielt, war „Crowd Pleaser“, das anfänglich wohl von William Bennett hätte produziert werden sollen, geprägt von Bests Vocals und seinen Invektiven, die er inmittem der Noisekaskaden in das Mikro brüllte.</p>
<p>Das neue, auf zwei Platten gepresste Album „Estuary English“, auf dem Best von Russell Haswell und Sarah Ruth Best (ehemals Froehlich, inzwischen seine Ehefrau) unterstützt wird, knüpft daran an und enthält auch Stücke, die man durchaus auf dem Spätwerk von Whitehouse hätte finden können: Etwa das von fiesen Hochtönen und ultraverzerrten übersteuerten Perkussionsspuren geprägte „Come Clean“ (eine neue Version/Überarbeitung von „Cockpit“ vom Vorgängeralbum), das an Stücke wie „Princess Disease“ denken lässt, oder etwa das Titelstück. Allerdings gibt es auf „Estuary English“ auch eine Reihe von Tracks, die -zumindest musikalisch- eine andere Richtung einschlagen. Das das Album eröffnenden „Teknon“ wird von Bassklängen dominiert, die das Stück zu einer Art von dementem Dub, Dub debil, machen, „Affirmation“ ist geprägt von analogem Synthgebrutzel, „Sex Offender Boyfriend“ beginnt mit einem Pulsieren, als wolle Best sich an Minimaltechno versuchen, das verhältnismäßig monotone „Co-Opted“ lässt ganz entfernt an Rhythm Industrial denken, auf „Air Lock“ wird komplett auf Intrumentierung verzichtet.</p>
<p>Was das Album aber von jedem anderen Noise-/Industrial- etc. Album abhebt, sind Bests Vocals, die mit zum Beeindruckensten gehören, was man in welchem Genre auch immer hören kann. Sie sind sozusagen &#8211; um den so/zu viele Lebensbereiche durchdringenden BWL-Sprech zu gebrauchen- sein Alleinstellungsmerkmal und lassen jeden andren Kraftelektroniker und Kulturellen Terroristen sehr, sehr blass aussehen. Gerade auf der ersten Hälfte des Albums, auf dem die Stimme oft nur musikalisch minimalst untermalt wird und ganz klar im Zentrum steht, klingt Best so, als würde er seine Texte nicht schreien, nicht brüllen, sondern auskotzen – sein Wüten, seine Verbalinjurien sind in jeder Silbe von einem Abgestoßensein, von einem Angewidertsein geprägt, das sich kaum in Worte fassen lässt. Das ist Tourette als ontologisches Statement. Dass die Texte im Klappcover komplett in Großbuchstaben abgedruckt sind, passt wie die Faust aufs Auge. Sieht man von „Co-Opted“ ab, das lediglich aus der (einmal leicht variierten) Zeile „Co-Opted by Cunts“ besteht, sind das Textkonvolute voller intextextueller Verweise. Auf „Teknon“ versteckt er in seinen Schimpfkanonaden (teils modifizierte) Blakezitate: „Little cunt, little cunt who made thee […]/Slowstain sculpture over bones of lions/And paint blood down palace walls“; sozusagen Hinweise auf „innocence“ wie „experience“. Bests Texte sind zwar eine fortwährende Freilegung der weniger schönen Seiten der „Sceptred Isle“, aber gleichzeitig auch immer wieder eine Infragestellung tradierter Täter/Opfer-Dichotomien. Es mag zwar redlich sein, wenn in The Quietus zumindest partiell versucht wird, Best als <a href="http://thequietus.com/articles/16595-consumer-electronics-estuary-english-review">sozialkritischen Diagnostiker </a>zu präsentieren, aber dafür ist er zu ambivalent, sind seine Dissektionen menschlicher Abgründe zu uneindeutig und vielleicht auch zu empathielos: „Put down your shopping/Turn on the telly/Just do what you can/To not gag too much/Put on the jeans and top/From the night before/You weren&#8217;t here/you didn&#8217;t fucking lose it“ heißt es auf „Sex Offender Boyfriend“, „Tell me what you think of me/Bipolar alcoholic/Near-catastrophic drug pig hollowness/And daytime incontinence“ auf „Come Clean“. Einzig auf dem 30-sekündigen „Air Lock“ nimmt Best sich zurück, rezitiert ruhig: „These final moments/in dull landscape/Dragged across the sky/What remains?/The shepherd/The branch stripped of bark/beaten broken limbs/And the beautiful/Bloody curtain/That awaits you/Comes down“.</p>
<p>Selbst vermeintlich alternative Musikhörer mögen das Album ablehnen (<a href="http://www.thrashhits.com/2013/05/live-deafheaven-the-secret-consumer-electronics-london-borderline-09-may-2013/">„this can surely only be endured, let alone enjoyed, by the most autistic of the autistic“</a>), Power Electronic-Puristen werden das Album wahrscheinlich ebenfalls nur bedingt goutieren, manche es gar als<a href="http://www.special-interests.net/forum/index.php?topic=3355.15"> „abomination“</a> betrachten &#8211; aber nur dann, wenn man unter einem Puristen jemanden versteht, der feste Kategorien liebt und sich nach einem gewissen Maß an Vorhersehhbarkeit sehnt. Wenn man ihn aber als jemanden betrachtet, der Reduktion und Fokussierung schätzt – im Kontext von Whitehouse fiel vor Jahren das Wort des Asketentums &#8211; , für den dürfte das Album eine Offenbarung sein. Dass sich all das auf lediglich 22 Minuten abspielt, ist in einer Zeit der hypertrophen, angeschwollenen Veröffentlichungen mehr als zu begrüßen. (J.M.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://dirter.co.uk/">Dirter </a></strong></p>
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