Alien Existence – Bildband von Philip Best erscheint im Dezember

Seit einigen Jahren schon konzentriert sich Philip Best neben seiner Musik mit Consumer Electronics auch auf visuelle Arbeiten. Nicht alle seiner Fotokollagen, die oft auf Bildmaterial aus alten Magazinen und Prospekten basieren, haben auf den ersten Blick etwas von der harschen Direktheit und Kälte seiner Musik, und doch ist die subtile Berohlichkeit seiner kontrastreichen Sujets stets zu spüren, wenn Zeichen diffuser Gefahr in die zum Teil unbekümmerten Kindheitsszenarien einbrechen. Eine seiner großen Stärken ist dabei die symbolische Aufladung des Raumes, v.a. in Form emotional aufwühlender Landschaftsdarstellungen. Rumpsti Pumsti zeigte 2011 die Einzelausstellung „Sex Offender Boyfriend“, im Rahmen des zweiten Epicurean Escapism Festival wurde ebenfalls eine kleine Auswahl seiner Arbeiten gezeigt. Am 7. Dezember erscheint sein Bildband „Alien Existence“ bei Infinity Land Press. Weiterlesen

WHITEHOUSE: The Sound Of Being Alive

Wenn sich in den letzten Jahren in der Rezeption von Musik wie Power Electronics etwas geändert hat, dann insofern, dass es immer mehr Projekte gibt, die – ob wegen ihrer Musik oder aufgrund von Kriterien wie Labelzugehörigkeit sei dahingestellt – auch außerhalb einschlägiger Szenen gehört werden, auf hippen Labels herauskommen, auf arty Events spielen, bei Pitchfork und im Wire besprochen werden u.s.w. Whitehouse waren in der Hinsicht schon Grenzgänger, als Power Noise noch weitgehend eine Sache der Weiterlesen

CONSUMER ELECTRONICS: Dollhouse Songs

Überraschend schnell legen Philip Best, seine Frau Sarah und Russell Haswell nach dem im letzten Jahr veröffentlichten „Estuary English“ mit „Dollhouse Songs“ einen Nachfolger vor, der an den Vorgänger textlich wie musikalisch anknüpft. Eröffnet wird das Album, dessen Cover Trevor Brown gestaltet hat, mit „History of Sleepwalking“, einem Stück aus verzerrten, brutzelnden Sounds, und (kaum zum Tanzen animierenden) Beats. Weiterlesen

CONSUMER ELECTRONICS: Estuary English

Während der selbst so apostrophierte „animal response technician“ William Bennett es inzwischen bis in die Tate Modern geschafft hat, mit Cut Hands gern gesehener Gast auf genreübergreifenden Festivals ist und inzwischen auf hippen Labeln wie Blackest Ever Black veröffentlicht, ist der mit einer Arbeit über Burroughs, Ballard und Pynchon promovierte „dirty word specialist“ Best einen etwas anderen Weg gegangen: Seine Auftritte mit Kassengestell, Schmerbauch und inklusive Nippelreiben sind auf eine Art konfrontativ, die ihresgleichen sucht, denn obwohl es natürlich eine Inszenierung ist, ist Bests Bühnenpersona so irritierend und oft abstoßend,  dass suspension of disbelief jederzeit möglich ist. Weiterlesen

SEX OFFENDER BOYFRIEND – Neue Kollagen von Philip Best

Auf der Eröffnung zu Philip Bests aktueller Ausstellung in Berlin hatte ich den Eindruck, dass die knapp vierzig Besucher mit dem musikalischen Werk des Künstlers weitgehend vertraut waren, also mit seinen Arbeiten unter der Flagge von CONSUMER ELECTRONICS und WHITEHOUSE. Und auch wenn die Veranstaltung ein bisschen wie der Anlass zu einem Klassentreffen wirkte, bei dem mehr Konversation geführt als Bilder bestaunt wurden, hatte ich doch den Eindruck, dass „Crowd Pleaser“ Best das Publikum auf seiner Seite hatte, und dass seine rund dreißig Fotokollagen durchweg Anklang fanden. Weiterlesen