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	<title>African Paper &#187; Stelios Romaliadis</title>
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		<title>BLACK LESBIAN FISHERMEN: The Twelve Kalikantzari of Yule</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Feb 2025 04:06:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Album &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; der Black Lesbian Fishermen ist eine beeindruckende Hommage an die mystische Folklore Südosteuropas. Dieses Projekt, das während der Julzeit auf der griechischen Insel Euböa entstand, stellt zwölf dämonische Wesen, die sogenannten Kalikantzari, in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/02/15/black-lesbian-fishermen-the-twelve-kalikantzari-of-yule/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/blf.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44414" title="blf" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/blf-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Album &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; der Black Lesbian Fishermen ist eine beeindruckende Hommage an die mystische Folklore Südosteuropas. Dieses Projekt, das während der Julzeit auf der griechischen Insel Euböa entstand, stellt zwölf dämonische Wesen, die sogenannten Kalikantzari, in den Mittelpunkt. Inspiriert von Athanasios Veloudios’ seltenem Werk über Kobolde und Luft-Elfen, widmet sich das Projekt diesen schelmischen Dämonen, die zwischen Weihnachten und Epiphanias aus der <span id="more-44412"></span>Unterwelt auftauchen, um Chaos zu verbreiten. Jede der zwölf Kompositionen ist einer dieser Wesenheiten gewidmet, die mit fesselnden Klangbildern und begleitenden Kunstwerken porträtiert werden. Die stets zwischen Psychedelic, Folk und Ritualismus changierende Band, im Kern bestehend aus R. Loftiss, Alan Trench, Nikos Fokas und Stelios Romuliadis und hier unterstützt von einer Vielzahl von Gastkünstlern, schafft es, jeder der zwölf rauen Nächte eine eigene klangliche und erzählerische Identität zu verleihen.</p>
<p>Die Gruppe, die das Album aufgrund seiner stilistischen Einzigartigkeit und auch aufgrund der vielen Gäste genau genommen nur &#8220;präsentiert&#8221;, hat sich nicht nur audiovisuell, sondern auch kuratorisch hervorgetan, indem sie während dieser Zeit täglich ein Stück über Bandcamp veröffentlichte, begleitet von launigen Beschreibungen der jeweiligen Figur. Diese einzigartige Herangehensweise unterstreicht die liebevolle Detailarbeit und die Freude am Geschichtenerzählen, die das Projekt auszeichnet. Gleich der Eröffnungstitel, der Madrakoukos &#8211; einem ziegenfüßigen dämonischen Frauenjäger &#8211; gewidmet ist, setzt den Ton. Feierliche Orgelklänge werden ergänzt durch griechische Rezitation und einen dynamischen Wechsel zu Gesang und rhythmischen Gitarren. Die rustikale Authentizität von Giorgos Kariotis’ Stimme hebt diesen Einstieg besonders hervor. Rasseln und Flöten durchziehen die Komposition, während man das Gefühl hat, mitten in einer märchenhaftenen Geschichte voll von anarchisch-zotigem Humor zu stehen. Mit &#8220;H Horevtra&#8221;, die der Tänzerin und Femme Fatale des Kalikantzari-Mythos gewidmet ist, wird die Atmosphäre düsterer und intensiver. Hier treffen dämonische Schreie auf treibende Rhythmen und orientalisch anmutende Melodien, die eine entfesselte Energie verbreiten. Die klangliche Palette wirkt fast wie ein Ausbruch des Chaos – passend zu der gefährlichen, verführerischen Natur der Horevtra.</p>
<p>Ein Höhepunkt des Albums ist sicher &#8220;O Lykokantzaros&#8221;, ein Stück, das die feine Balance zwischen archaischer Stimmung und emotionaler Tiefe findet. Evelyna Trenchs junge, klare Stimme, begleitet von dem gezupften Klang eines Psalteriums und einer melancholischen Melodie, verleiht dieser Komposition eine entrückte Schönheit. Doch das Album kennt auch seine ungestümen und chaotischen Momente. In &#8220;O Gourlos&#8221;, dem Zyklopen gewidmet, der alles zerbricht, führen die Black Lesbian Fishermen in eine Welt voller rumpelnder Geräusche und krächzender Stimmen. Das nächtliche, wilde Treiben wird hier fast körperlich spürbar. Ebenso faszinierend ist &#8220;O Triklopodis&#8221;, wo ein wilder, neofolkiger Klang auf teuflisches Geschrei trifft, das wie ein Echo aus der Ferne die Szenerie aufmischt. Die meist griechischen, bisweilen auch englischen Texte, oft rezitiert oder in Sprechgesang verpackt, erzählen mit derbem Humor und einer Spur von Schrecken von den Eigenheiten der jeweiligen Kalikantzari. So wirkt der Fäden schneidende Stravolaimis, dargestellt von Alan Trench, nicht nur bedrohlich, sondern auch wie ein subtiler Hinweis auf die Macht des Abschieds und Neubeginns.</p>
<p>Jeder Titel wird begleitet von einem Kunstwerk der auch als Illustratorin aktiven Musikerin R. Loftiss, die durch ihre charakteristischen Linolschnitte im Folk Art-Stil, die immer wieder an Illustrationen aus der Zeit zwischen Art Nouveau und Expressionismus erinnern ohne in eine dieser Schubladen wirklich zu passen, den schelmischen und geheimnisvollen Charakter der Kalikantzari visuell einfängt. Diese Drucke, teils nummeriert und signiert, ergänzen das Gesamtwerk und machen das Album auch zu einem visuellen Erlebnis, und gerade (aber nicht nur) die visuelle Präsentation des froschartigen Vatrakoukos weckt Erinnerungen an die visuelle Seite ihres eigenen Projektes The Grey Field Recordings. Musikalisch beeindruckt die Band durch die Verschmelzung von traditionellen Elementen und solchen einer elektrifizierten modernen Populärmusik meist psychedelischer Prägung. Die Instrumentierung reicht von archaischen Zupfinstrumenten wie dem Psalterium bis hin zu elektrischen Gitarren und Synthesizern. Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie den Rezitatoren Giorgos Kariotis und Nikolaos Lymperopoulos bereichert das Projekt zusätzlich, wobei die individuelle Handschrift jedes Mitwirkenden spürbar bleibt.</p>
<p>Am Ende bleibt ein Gefühl der Faszination für die dunkle Folklore und den spielerischen Geist der Kalikantzari, denn die Black Lesbian Fishermen schaffen es, den Spuk dieser dämonischen Wesen nicht nur musikalisch, sondern auch emotional erfahrbar zu machen. Mit &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221; haben sie ein Werk geschaffen, das gleichermaßen unterhält und inspiriert und das man kaum erwarten kann, in der nächsten Julzeit wiederzuentdecken. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1825314088/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>The Twelve Kalikantzare of Yule: Musikalischer Julkalender der Black Lesbian Fishermen</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Dec 2024 05:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum Jahreswechsel, der Julzeit, melden sich die auf der griechischen Insel Euböa und Umgebung lebenden Black Lesbian Fishermen mit einer wunderbaren Überraschung zurück. Ihr neuestes Projekt, &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221;, widmet sich den zwölf rätselhaft-schelmischen Wesen der südosteuropäischen Folklore, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/12/19/the-twelve-kalikantzare-of-yule-musikalischer-julkalender-der-black-lesbian-fishermen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Jahreswechsel, der Julzeit, melden sich die auf der griechischen Insel Euböa und Umgebung lebenden <a href="http://africanpaper.com/2019/11/23/black-lesbian-fishermen-the-metaphysics-of-natron/">Black Lesbian Fishermen</a> mit einer wunderbaren Überraschung zurück. Ihr neuestes Projekt, &#8220;The Twelve Kalikantzari of Yule&#8221;, widmet sich den zwölf rätselhaft-schelmischen Wesen der südosteuropäischen Folklore, die während der zwölf Tage zwischen Weihnachten und Epiphanie aus der Unterwelt aufsteigen, um Unruhe zu stiften. Inspiriert von Athanasios Veloudios’ seltenem Buch <em>Αερικά-Ξωτικά και Καλλικάντζαροι</em> (<em>Luft-Elfen und Kobolde</em>), haben die Künstler für jeden dieser Tage ein Stück Musik und ein visuelles Kunstwerk geschaffen. Jeder Track wird genau an einem Tag über die Bandcampseite des hauseigenen Crypthantus-Labels veröffentlicht, beginnend mit dem 26. Dezember, und steht dann für 24 Stunden kostenlos auf Bandcamp zum Download bereit. Die Black Lesbian Fishermen, die sich hier primär als Kuratierende sehen, begleiten die Veröffentlichung täglich mit neuen Links und einer detaillierten Beschreibung der Kalikantzari, die durch ihre Musik verkörpert, oder, wenn man so will, evoziert werden.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/Kallikantzaroi-pic.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44132" title="Kallikantzaroi pic" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/Kallikantzaroi-pic.jpg" alt="" width="1142" height="1139" /></a><span id="more-44131"></span></p>
<p>Die Kalikantzari, so erzählt es die griechische Tradition, verbringen den größten Teil des Jahres damit, den Weltenbaum zu beschädigen. Doch während der zwölf dunkelsten Tage des Winters steigen sie an die Oberfläche, um Schabernack zu verbreiten, bevor sie am 6. Januar wieder in die Tiefe zurückkehren. Jeder der zwölf Kalikantzari ist in der Erscheinung und dem Gebaren einzigartig: Madrakoukos, der Anführer mit der weichen Nase und den Ziegenfüßen, verbreitet Angst, während Horevtra, die Tänzerin und Femme Fatale, ihre Opfer in einen ausgelassenen Tanz reißt. Es folgen Gestalten wie Stravolaimis, der Fadenschneider, Kolovelonis, der Lügner, oder Gourlos, der zerstörerische Zyklop. Jede Beschreibung wird mit einer Mischung aus Humor und der Aura dunkler Geheimnisse erzählt und natürlich mit der passenden klanglichen Untermalung versehen. In den Worten der Black Lesbian Fishermen: &#8220;Unlike the 12 days of Christmas when your true love gave to you all sorts of nice things, here we have presented all sorts of little nasty things. But don&#8217;t despair. The 12 days of the kalikantzari’s chaotic and mischievous reign is over. The light is returning.&#8221; Die Künstler ermutigen dazu, sich der Chaos bringenden Energie dieser kleinen Dämonen zu stellen, sei es durch den humorvollen Schutz eines Siebs über der Haustür oder das bewusste Einlassen auf die eigene innere Unruhe.<br />
<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/462582540_575264168572135_8756922281752145165_n.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-44133" title="462582540_575264168572135_8756922281752145165_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/462582540_575264168572135_8756922281752145165_n.jpg" alt="" width="1191" height="1792" /></a><br />
Musikalisch ist das Projekt, an dem neben <a href="http://africanpaper.com/2020/02/29/basically-i-make-music-that-i-like-to-listen-to-interview-mit-alan-trench/">Alan Trench</a>, <a title="If you’re writing music, you write what’s inside of you. Interview mit der Musikerin und Kuratorin R. Loftiss" href="http://africanpaper.com/2016/03/12/if-you%e2%80%99re-writing-music-you-write-what%e2%80%99s-inside-of-you-interview-mit-der-musikerin-und-kuratorin-r-loftiss/">R.Loftiss</a>, Nikos Fokas und Stelios Romaliadis aus dem Inner Circle der Band noch der Dichter und Okkultforscher <a title="HOWLING LARSENS / NICK LYMPEROPOULOS: Poemandres" href="http://africanpaper.com/2021/02/27/howling-larsens-nick-lymperopoulos-poemandres/">Nikolaos Lymperopoulos</a>, der Lyriker <a title="TEMPLE MUSIC / GIORGOS KARIOTIS: Worthless Treasures" href="http://africanpaper.com/2024/03/02/temple-music-giorgos-kariotis-worthless-treasures/">Giorgos Kariotis</a> sowie Petros Lamprides und Dimitris Chiotis mitwirken, ebenso faszinierend wie thematisch: Archaische, ritualhafte Rasselen, kraftvolle, schrammelnde Akustikgitarren und ein ebenso kraftvoller Gesang verschmelzen mit feierlichen Orgelklängen &#8211; zumindest in dem Stück, das der Verfasser dieser Zeilen schon hören durfte, viele der anderen Tracks existieren bis dato als Entwürfe und werden noch &#8211; quasi in Echtzeit &#8211; vollendet werden. Was immmer dabei herauskommen wird, das Projekt fängt die ungezähmte Energie der Kalikantzari ein und bietet zugleich einen tiefen Einblick in eine oft vergessene, doch lebendige Folklore.</p>
<p><a href="https://cryptanthus.bandcamp.com/"><strong>@ Bandcamp</strong> </a></p>
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		<title>VAULT OF BLOSSOMED ROPES: Etidorhpa</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Nov 2021 06:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Anna Linardou]]></category>
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		<description><![CDATA[Vault of Blossomed Ropes zählen mit Lüüp und den Black Lesbian Fishermen zu den großen Gemeinschaftsprojekten im musikalischen Underground des Großraums Athen. Was die vier Beteiligten &#8211; Anna Linardou, Nikos Fokas, Stelios Romaliadis, Giorgos Varoutas &#8211; auf ihrem neuen Album &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/11/13/vault-of-blossomed-ropes-etidorhpa/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/etidorhpa.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27618" title="etidorhpa" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/11/etidorhpa-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vault of Blossomed Ropes zählen mit Lüüp und den Black Lesbian Fishermen zu den großen Gemeinschaftsprojekten im musikalischen Underground des Großraums Athen. Was die vier Beteiligten &#8211; Anna Linardou, Nikos Fokas, Stelios Romaliadis, Giorgos Varoutas &#8211; auf ihrem neuen Album &#8220;Etidorhpa&#8221; mit relativ wenigen Instrumenten auf die Beine bringen, muss sich in Sachen Opulenz und Abwechslung keineswegs hinter den Erzeugnissen üppigerer Gruppen verstecken.<span id="more-27615"></span></p>
<p>Das etwas zungenbrecherisch betitelte Album startet noch recht zaghaft wie eine getragene Ambientplatte, in deren Texturen sanfter, aber keineswegs süßlicher Frauengesang verwoben ist. Gefahr ist im Verzug, wenn ein Hubschrauber durch die von zirpenden Zikaden erfüllte Nacht kreist, und kurz darauf legt sich eine doomige Schwere über den primär aus Samples kunstvoll zusammenmontierten Schauplatz.</p>
<p>Ein mystisch okkulter Grundtenor offenbart sich selbst dann, wenn man sich der Musik ohne weitere Hintergrundinformationen nähert. Nicht nur, wenn Linardou vor elektroakustischer Soundkulisse auf englisch aus einem &#8220;alchemistischen Brief&#8221; vorliest, denn auch das Soundgemenge, bei dem kurz darauf Bläser, Stimme und gesampelte Sounds zu einem &#8220;elektrifizierten Wald&#8221; oder zumindest einer unentwirrbar wirkenden Einheit verschmelzen, haftet der Eindruck von etwas Magischem an. Nicht nur bei dem Gesang, der in &#8220;The Cry From A Distance&#8221; an ein tibetisches Ritual erinnert und kurz darauf in atemloses Hecheln übergeht, bleibt dieser Eindruck bestehen, denn auch die schlicht-schönen Gitarrenparts, die sich in &#8220;Motion of Matter&#8221; aus einer knackenden und rauschenden Klangwelt herauswinden, haben die alchemistische Aura einer sich stets transformierenden Welt. Ein ähnlicher Eindruck entsteht wenig später, wenn sich Annas Stimme schnell und hastig aus einer steinernen Gerölllandschaft herauswindet, und den Rest der Klänge verzaubert – Die Musik auf &#8220;Etidorhpa&#8221; ist eine Musik des Vermengens, Legierens, Hereinbrechens und Herauskristallisierens.</p>
<p>Dass das Quartett die Hörer in eine unterirdische Parallelwelt entführt, ist keine bloße Floskel, denn der Titel, der – für alle, denen es ähnlich dem Rezensenten nicht unmittelbar aufgefallen ist – rückwärts buchstabiert Aphrodite bedeutet, ist einem mystischen Science-Fiction-Roman des amerikanischen Apothekers und Autors John Uri Lloyd aus dem Jahr 1895 entlehnt. In diesem wird die Geschichte der Entführung eines etwas farblosen, ebenfalls pharmazeutisch tätigen Mannes in eine Höhle im ländlichen Kentucky erzählt, von wo aus er ins Innere der Erde weiterreist. Dort werden ihm von Mitgleidern einer Geheimgesellschaft nach und nach alchemistische Geheimnisse offenbart, deren Ziel die Überwindung der Materialität ist &#8211; ein Aspekt, der im schwebenden Sound des abschließenden &#8220;The End of Earth&#8221; gekonnt umgesetzt wird. Wie Vault of Blossomed Ropes zu diesem Thema stehen, ob sie ein rein &#8220;kulturelles&#8221; oder ein ernsthaft esoterisches Interesse an dem Stoff haben, bleibt offen, und entsprechend wird den Rezipienten hier auch einiges gezeigt und zugleich wenig gepredigt.</p>
<p>Doch auch ohne diesen Überbau hat man es auf &#8220;Etidorhpa&#8221; mit einem ausgesprochen spannenden und in vielen Passagen emotional berührenden Klangkunstalbum zu tun, und müsste ich einzelne Tracks hervorheben, dann wären es vermutlich gerade die wehmütigen Stücke, in denen Romaliadis&#8217; Flötenspiel eine wesentliche Rolle spielt &#8211; der summende, orientalisierende Ambient des Titelstücks, die von den Flöten halb zugedeckte Geröllhalde in &#8220;Looking Backward&#8221; und v.a. &#8220;Vitalized Darkness&#8221;: Hier weckt die mit viel Atemluft gespielte Flöte eine asiatische Assoziation, doch wenn in den folgenden Abschnitten düsteres Rauschen und vermengte Gitarren die Führung übernehmen, tritt Annas Atem ganz an den vorderen Bühnenrand und steigert sich ein weiteres mal in einen geradezu apokalyptischen Sturm.</p>
<p>&#8220;Etidorhpa&#8221; ist Vassilios Filippakopoulos gewidmet, dem vor einigen Monaten verstorbenen Betreiber des Athener Underflow-Labels, bei dem es zu seinen Lebzeiten vielleicht herausgekommen wäre. Dass das (sub-)kulturelle Leben in der Gegend auf dem von Leuten wie Filippakopoulos geschaffenen Fundament weiter gedeiht &#8211; auch dafür ist dieses Album ein großartiger Beleg. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Tadoma</strong></p>
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		<title>BLACK LESBIAN FISHERMEN: The Metaphysics of Natron</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Nov 2019 03:37:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Musik, deren geheimnisvolles, mitunter okkultes Charisma daher rührt, dass sie wenig von sich preisgibt und sich ausgesprochen kryptisch und reduziert zeigt. Ohne den vielen gelungenen Beispielen dafür unrecht tun zu wollen, muss man sagen, dass diese Masche mittlerweile &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/11/23/black-lesbian-fishermen-the-metaphysics-of-natron/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/11/blftmon.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-19427" title="blftmon" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/11/blftmon-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt Musik, deren geheimnisvolles, mitunter okkultes Charisma daher rührt, dass sie wenig von sich preisgibt und sich ausgesprochen kryptisch und reduziert zeigt. Ohne den vielen gelungenen Beispielen dafür unrecht tun zu wollen, muss man sagen, dass diese Masche mittlerweile schon etwas zu gängig ist und außerdem leicht umzusetzen, wenn die Ansprüche dabei nicht allzu hoch sind. Die in Athen und auf der benachtbarten Insel Euböa ansässigen Black Lesbian Fishermen, trotz des Ortes im Namen eine<span id="more-19425"></span> internationale Truppe, machen genau das Gegenteil: Ohne übermäßig opulent zu sein bringt ihre ritualistische, immer leicht folkig eingefärbte Psychedelik die unterschiedlichesten Elemente unter einen Hut, Elemente die eigentlich heterogen und sperrig wirken müssten, doch auf wundersame Weise immer harmonieren.</p>
<p>Dass ihr neuer Longplayer &#8220;The Metaphysics of Natron&#8221; an das vor vier Jahren erschienene Debüt &#8220;Etopic Apiary&#8221; anknüpft, ist keinesfalls schlimm. Wieder wird hier gekommt zwischen fast anheimelnden Folkarrangements und dröhnender Elektronik, zwischen dezenten Songansätzen und surrealen Soundscapes changiert. Die Antwort, in welche Richtung die Reise nun gehen soll, deutet sich immer mal vage an, wird aber nie wirklich gewährt. Mit &#8220;To Sic a Goddess&#8221; beginnt das Album recht besinnlich mit dem klaren Gesang R. Loftiss&#8217;, dessen sanfte Melodramatik in ein Folkmusical der 70er passen würde. Durch das eruptive Herausstoßen der Worte und einen ambienten Hintergrund, an dem wahrscheinlich Soundbastler Nikos Fokas und Querflötist Stelios Romaliadis einen wesentlichen Anteil haben, bekommt das Stück jedoch den Charme eines verdrehten Krautrock-Klassikers. Auf mystische Anspielungen im Text folgt immer dichteres Bimmeln und Dröhnen, bis der Song fast lärmend ausklingt.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/DPW-7xvoTB0" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Alle Stücke des Albums sind von einer feinsinnigen Detailverliebtheit, was in einigen Momenten deutlich im Vordergrund steht &#8211; so z.B. im verhuscht vor sich hinschnippenden und rumpelnden &#8220;Lox on Krax&#8221;, bevor es zu einer shoegazigen Dröhnlandschaft wird, oder im bimmelnden Sirup von &#8220;You Find the Noise&#8221; dessen Titel fast paradoxerweise von einer fragilen Kinderstimme angesagt wird, bevor es sich in ein raues Spacerock-Brett verwandelt. Andere Stücke wie das progressiv-angejazzte &#8220;Third Rubic&#8221; mit der deutlichen Handschrift von Stratis Sgourellis fallen treibender aus und hätten durch den harmonischen Frauengesang veritable Popsongs werden können, wenn so etwas denn in der surrealen Parallelwelt der Fishermen möglich wäre. Diese Welt offenbart sich vielleicht am besten dort, wo Gesang und melodisches Gitarrenspiel nur noch wie exotische Blätter und Blüten aus einem Gemisch bizarrer Sounds ragen. Solche Momente wären den Kollagen von Nurse With Wound, bei denen Gitarrist Alan Trench bereits mitwirkte, würdig. Höhepunkt dessen ist &#8220;Pigs Before Strawberries&#8221; mit seiner elektrifizierten, vom quakenden Fröschen durchtönten Sumpflandschaft aus schillernder Vorzeit.</p>
<p>Als die Black Lesbian Fishermen erstmals von sich reden machten, hielten manche sie für ein Projekt befreundeter Musiker, die in der Hauptsache bei Temple Music, Grey Field Recordings, Lüüp, Howling Larsens oder Vault of Blossomed Ropes spielen. Dass sie in eher größeren Abständen auftraten, schien das zu bestätigen. Dass &#8220;The Metaphysics of Natron&#8221; den roten Faden aber so gekonnt fortführt und in ähnlicher Weise die unterschiedlichsten Möglichkeiten anzapft, sollte Grund genug sein, in ihnen eine feste Band zu sehen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://underflow.gr/">Underflow</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=716068008/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ANNA LINARDOU: Heterotopia</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jul 2019 06:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Unterschied zur Utopie, dem Nichtort als Fantasieprodukt, existiert die Heterotopie tatsächlich. Sie ist der andere, alternative Ort, an dem Dinge nach anderen Regeln ablaufen als in der gewohnten Umgebung. Als Refugium oder Transitort bietet die Heterotopie die Möglichkeit, spezielle &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/20/anna-linardou-heterotopia-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/06/annalinardouheterotopia.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18067" title="annalinardouheterotopia" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/06/annalinardouheterotopia-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Unterschied zur Utopie, dem Nichtort als Fantasieprodukt, existiert die Heterotopie tatsächlich. Sie ist der andere, alternative Ort, an dem Dinge nach anderen Regeln ablaufen als in der gewohnten Umgebung. Als Refugium oder Transitort bietet die Heterotopie die Möglichkeit, spezielle Erfahrungen zu machen oder ungewohnte Dinge auszuleben. Oft ist sie nur im übertragenden Sinne ein topografischer Ort, der ebenso gut für einen Rahmen, ein Umfeld oder auch einen Zustand des Bewusstseins stehen kann.<span id="more-18271"></span></p>
<p>Dass die griechische Sängerin und Stimmkünstlerin Anna Linardou ihr Solodebüt „Heterotopia“ genannt hat, hat sicher viele Gründe, aber dass sie hier vieles auf ganz eigene Art umsetzt ist sicher ebenso relevant wie die Tatsache, das sie seit jeher an ganz unterschiedliche musikalischen Orten zuhaue ist. Linardou hat modernen Gesang studiert und in den letzten Jahren immer wieder sowohl als experimentelle Stimmperformerin als auch als traditionelle Sängerin von sich reden gemacht, interpretierte melodramatische Songs und Musiktheaterstücke des Komponisten Mikis Theodorakis, arbeitete mit lokalen Musikern und ist Teil von Bands wie Vault of Blossomed Ropes, dem Improv-Duo Liminal Vanguard und dem Kollektiv Lüüp, mit dem sie bereits mit Attila Csihar auf der Bühne stand.</p>
<p>In der Tat eröffnet der Titelsong „Heterotopia“ nicht nur das Album, sondern auch eine ganz eigene Parallelwelt, in der Linardou und ihr wichtigster Begleitmusiker Giorgos Varoutas mittels Mikro, Sample- und Looptechnik ein weiträumiges Mosaik aus zwitschernden, pfeifenden, flüsternen und manchmal auch in schönem Sopran gesungenen Stimmbeiträgen bauen. Hier fühlt man sich wie in einem riesigen Baum, in dem von oben, unten und allen Seiten ihre Stimme aus zahllosen unsichtbaren Mikrophonen dringt. Manchmal melodisch, immer harmonisch offenbart das virtuelle Vogelkonzert doch auch eine unterschwellige Hektik, die die Fragilität der Musik durchscheinen lässt.</p>
<p>Der sanft-gedoppelte Gesang in „Apopse sto spitaki mou“ könnte dazu nicht gegensätzlicher ausfallen, das gleiche gilt für die entspannten Dröhnflächen, die Glocken und die entrückte Flöte, die ihre Stimme begleiten. Doch auch dieser griechische Klassiker – ein Folksong aus den athamanischen Bergen im Süden der ionischen Provinz, wie die Liner Notes verraten – erfährt seine Wiederbelebung in dekonstruierter Form, bei der die Sängerin sich immer wieder in verschiedenen Gesangstechniken begleitet. Linardous Weg ist, alten Liedern aus unterschiedlichen Zeiten, Sprachen und Kulturen eine parallele Existenz zu geben. Das arabische Schlaflied „Yalla Tnam Rima“, das man in einer schönen Version von Fairuz kennt, behält seine Ernsthaftigkeit und sein orientalisches Flair, bekommt durch eine leicht derangierte Wusseligkeit aber eine ganz eigene Note. Eine fast aggressive Emotionalität durchzieht das kurdische „Ahmado“, an dem weitere Musiker aus dem Dunstkreis von Lüüp und den Black Lesbian Fishermen beteiligt sind. Das Stück beginnt fast a capella, doch bald kommen klassische Instrumente zu Wort, bis es am Ende in einer rumpelnden Soundlawine ausklingt. Das italienische „Alla Campagnola“, das Alan Lomax in den 50ern auf einer seiner Forschungsreisen fand und archivierte, behält trotz improvisierten Gerassels viel von seinem urig-ländlichen Charakter, und Linardou scheint hier die dudelsackartigen Bläser der klassischen Umsetzungen mit ihrer Stimme nachzuzeichnen.</p>
<p>Es ist schwer, die Künstlerin in eine Schublade zu packen. Hat man sich darauf geeinigt, sie vielleicht als eine Art missing link zwischen Ka Baird und Lisa Gerrard zu sehen oder einen Vergleich zu Künstlerinnen wie Alessandra Eramo oder Audrey Chen zu ziehen, überrascht sie mit dem verschrobenen Apallachian Song „Littel Sparrow“, der auf spröde Art das Leid der Liebe beklagt. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende „Le Harpe de Melodie“ leitet über in das elektronisch getaktete „Rosa’s Tune“, das „Heterotopia“ mit santur-Begleitung und viel Melodrama ausklingen lässt.</p>
<p>Aufgrund Linardous vieler Kollaborationen und Auftritte ist „Heterotopia“ nur bedingt ein Debüt, und man merkt es der Musik an, denn die Vielgestaltigkeit wirkt nicht wie zusammengeschustert oder am Reisbrett entworfen – es scheint eher, als habe sie in eine Kiste gegriffen, aus der sie mit vollen Händen schöpfen kann, und wo sie all die Schätze aufbewahrt hat, die sie seit ihrer Kindheit auf den Wanderungen in ihrer persönlichen Heterotopie angesammelt hat, von denen sie auf ihrer Bandcamp-Seite erzählt. Und auch wenn sie nur einen einzigen Song in ihrer Muttersprache singt, ist diese Heterogenität auch etwas, das dem subtilen Palimpsest der griechischen Kultur und ihrem Ort zwischen Orient und Okzident, West- und Osteuropa entspricht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://underflow.gr/">Underflow</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=688810108/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>LÜÜP: Canticles of the Holy Scythe</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Feb 2019 05:03:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist anzunehmen, das Stelios Romaliadis, als er mit seinem offenen Projekt Lüüp 2011 das Album &#8220;Meadow Rituals&#8221;, ein exzellente Pastiche auf englischen Progfolk vergangener Zeiten herausbrachte, schon eine bewegte Musikerlaufbahn hinter sich hatte, denn die Nieschenmusik Griechenlands wirkt von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/02/23/luup-canticles-of-the-holy-scythe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/lüüp.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17084" title="lüüp" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/lüüp-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist anzunehmen, das Stelios Romaliadis, als er mit seinem offenen Projekt Lüüp 2011 das Album &#8220;Meadow Rituals&#8221;, ein exzellente Pastiche auf englischen Progfolk vergangener Zeiten herausbrachte, schon eine bewegte Musikerlaufbahn hinter sich hatte, denn die Nieschenmusik Griechenlands wirkt von uns aus gesehen oft wie in undurchsichtiges Dunkel gehüllt. In ein solches scheint er danach auch wieder abgetaucht zu sein, denn in den Jahren darauf vernahm man von ihm nur wenige Lebenszeichen wie seine<span id="more-17083"></span> Mitgliedschaft bei den <a href="http://africanpaper.com/2015/12/12/black-lesbian-fishermen-ectopic-apiari/">Black Lesbian Fishermen</a> und den Beitrag zur Compilation <a href="http://africanpaper.com/2016/01/02/v-a-in-the-cities-of-your-eyes/ ">&#8220;In the Cities of your Eyes&#8221;</a>.</p>
<p>Vor ein paar Wochen tauchte er fast unbemerkt wieder an die Oberfläche mit einem Werk, das sich in den Augen ganz unterschiedlicher Hörer zwischen Alter und Neuer Musik und zwischen Ambient und Black Metal als großer Wurf entpuppen sollte. &#8220;Canticles of the Holy Scythe&#8221; ist eine kammermusikalische Reflexion über den Tod als Symbol der Erneuerung und Motor der Bewusstwerdung und so &#8211; inklusive einiger Anspielungen auf diverse esoteriche Traditionen &#8211; ein Werk von einiger Tiefe. Die erweist sich aber an vielen Stellen als äußerst dramatisch.</p>
<p>Die Mittel, auf die das Album in erster Linie setzt, sind Klavierparts, die nicht selten an Komponisten wie Ligeti erinnern, tiefe Streicher von meist mitreißender Dramatik und sehr unterschiedliche Stimmbeiträge. Im eröffnenden &#8220;Why are the Mountains Black?&#8221; erinnert der mehrstimmig multiplizierte Gesang Xenia Rodotheatous in seiner entrückten Monotonie an osteuropäische Liturgieformen, über geheimnisvolle Pianoparts, die immer wieder spontan ihr Tempo verändern, rückt er gerne mal in die Nähe der Atonalität und sollte denjenigen Fans von Gruppen wie Dead Can Dance oder Ataraxia gefallen, die in solcher Musik die weniger gefälligen Seiten nicht überhören. Sofia Sarri, eine weitere Gastsängerin, bietet im folgenden Stück ein deutliches Kontrastprogramm aus tremolierenden und fauchenden Beschwörungen, die ausgesprochen gut zu den aufwühlenden Streicherriffs nach Art von Rasputina und Apocalyptica passen und eine angemessene Vorstufe zu Sakis Tollis (Rotting Christ) abgründigem Growling in &#8220;The Greater Holy Assembly (Ha Idra Rabba Qadisha)&#8221; darstellen. Mit seinen Trommelwirbeln und Noiseschleifen wirkt das Stück rituell, und wie bei den meisten Tracks wird viel auf Spannung gesetzt: Immer wieder wartet man auf einen Ausbruch, der sich manchmal ereignet, manchmal aber auch gänzlich unerwarteten Richtungswechseln den Raum lässt.</p>
<p>Ein stimmungsvolles Interludium aus Bläsern und Streicherparts leitet über in das emotionale Wechselbad der beiden finalen Tracks, bei denen das Dilemma aus hektichen Streichern und dem schleichenden Leidensgesang von Aldrahn (u.a. Dodheimsgard) in &#8220;Stibium (Triumph Of Death)&#8221; auf einen außerweltlichen Minimalismus in &#8220;Mors Consolatrix&#8221; trifft &#8211; mich würde an der Stelle sehr interessieren, wie die ungewöhnlichen Gesangstechniken eines Attila Csihar in dem Kontext wirken, der die Band gelegentlich live unterstützt, man sollte dafür gelegentlich die bekannten Videoplattformen konsultieren. Ein merkwürdigs gläsernes, wie durch ein Prisma gebrochenes Piano, das einer Komposition Arvo Pärts entstammen könnte, bildet das Fundament für die fast gehauchten Stimmtupfer der Sopranistin Anna Linardou (Liminal Vanguard). Immer wieder kristallisiert ich eine berührende Melodie heraus, die von Zeit zu Zeit subtil ihre Richtung ändert und einen alles in allem unprätentiösen Schluss einleitet.</p>
<p>Dass eine über weite Strecken durchus etwas dicker aufgetragene Reflexion über letzte Dinge eher verhalten endet, lässt das Konzept um einiges reifer wirken, und dazu passt auch, dass die Themen und Motive eher angerissen werden, und die Gesänge der Heiligen Sense letztlich doch ein opera aperta (Eco) darstellt. Obwohl ich durch die eher dezenten Gesangsbeiträge des ersten und letzten Stück durchaus der Kreis schließt und eine runde Sache dabei herauskommt.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://i-voidhanger.com/">I, Voidhanger Records</a></strong></p>
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